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Dienstag, 7. April 2026

Die Mutterwunde, die bisher nicht fühlbar war

Prozess-Schreiben von mehreren Tagen

Ein riesiger Abgrund der Kindheit tut sich im Miteinander mit Christian auf. Meine extremen und absoluten Formulierungen sind Zeitzeugen meiner Kindheit. Wie viel davon tatsächlich in die Gegenwart gehört, kann ich gerade nicht einschätzen. Ich habe es unzensiert so geschrieben, wie ich es im Inneren gefühlt habe. Beim Schreiben wechselte es immer wieder zwischen „ihm“ (Christian) und „ihr“ (Mutter). 


04.04.26

Ich hab keine Ahnung, was mir gilt, was er von seinen nachträglichen, aufgestauten Rückmeldungen über mich wirklich ernst meint. Auf einmal ist nichts mehr, wie ich bis dahin dachte, dass es ist. Nämlich von meiner Seite in Ordnung, geklärt, aufgeräumt. Nun muss ich feststellen, dass jede meiner Handlungen und Aussagen in jedem Moment irgendwo falsch einsortiert worden sein könnten und werden könnten, ohne dass ich davon weiß.

Es ist ein schreckliches Gefühl, nicht zu wissen, woran ich bin, als was ich jeweils gesehen wurde und werde. Es geschah kein Wahrnehmungsabgleich. Ein Raum, ohne ehrliche Rückmeldung. Was wirklich in ihm vorging, wurde nicht kommuniziert. Im Verborgenen geht anscheinend ständig etwas vor sich, von dem ich nichts weiß und mitbekomme. Nichts ist das, was es zu sein scheint. Ich werde ohne mein Wissen immerzu be- und verurteilt. Es ist ein Scheinfrieden. Der Bezug, den ich mal glaubte zu haben, ist auf einmal weggebrochen. Die von mir empfundene Beziehung nicht mehr da. Im Untergrund brodelt es. Ich bin in Gefahr und wusste es nicht.


Da ist ein Teil in mir, der will Klarheit, Transparenz, ehrliche Rückmeldung, die Offenlegung des Inneren, den anderen beim Wort nehmen können, Zuverlässigkeit der Aussagen.


Das Gefühl, Projektionsfläche zu sein und nichts daran ändern zu können. Das Gefühl, verabscheut zu werden. Das Gefühl, als Peiniger, Feind, Verbrecher zu gelten. Dauerhaft angeklagt und immer wieder neu angeklagt. All der Hass und Frust für was auch immer schlagen MIR entgegen.

Ich werde ständig unbemerkt beäugt, bewertet und verurteilt. Ständig wird auf Widersprüchlichkeiten gewartet, Beweise für das längst gefällte Urteil, von dem ich nichts weiß und was doch im Miteinander ständig schwingt. Kein Wunder, dass ich so viele Fragen stelle, mich versichern will.

Ich fühle mich nicht mehr sicher bei ihm. Überhaupt nicht. Irgendwas hat zu gemacht. Ist wie erstarrt. Verweigert sich. Will nichts mehr sagen. Will keinen Kontakt. Nicht mehr aufmachen. Nichts mehr zeigen. Alle Offenheit meinerseits wird irgendwann missbraucht. Ich kann nicht unbedarft da sein. Ich bin im kalten Krieg und wusste es nicht. 


Der Schwenk in die Kindheit:

Wir waren nicht im gleichen Team. Ich war ein Gegner für sie. Sie war damit eine einzige, tatsächliche Gefahr für mich. Gift. Den ganzen Tag Gift und falsche Informationen über sie und über mich. Gaslighting von früh bis spät. Demontage von mir.

Ein Kampf in ihr gegen sich selbst, der nach außen verlagert wurde. Sie ist ihr eigener Peiniger.

Wenn jemand so sehr gegen sich selbst kämpft, weil er glaubt, dass er muss, ist er auch bereit gegen mich zu kämpfen. Das ist das, was rund um die Uhr geschehen ist.

Ich hab diesen Kampf nie nach innen verlegt, nie gegen mich selbst gerichtet. Ich habe im Außen FÜR mich gekämpft, weil ich mich behalten wollte. Ich wehrte mich gegen meine Peiniger. Sie machte sich selbst zum Peiniger „wegen der anderen“ und hasst die anderen dafür, dass sie sich bekämpfen musste.

Die Anklage, die wir in der Ursprungsfamilie ständig gehört haben, lautete: "Ihr tut mir das an!" Mir schießt plötzlich ein, sie müsste eigentlich lauten: "Wegen euch muss ICH MIR das antun!" Das ist ihre tiefste Wahrheit. Eine über sich selbst geglaubte Lüge, die ALLES im Miteinander beeinflusst, dominiert, zersetzt, durchdringt.

Auf einmal macht ALLES Sinn. Alles, was ich mit ihr erlebt habe. Dieser nach innen verlegte Kampf gegen sich selbst. Eine Mischung aus Schuldzuweisung nach außen und die anderen mit hineinzwingen wollen, in das eigene Korsett. „Ich muss folgen, dann ihr auch! Ich muss leiden, dann ihr auch.“

Ich und die ganze Welt stehen unter dieser Anklage und unter diesem ihren inneren Zwang zum Gehorsam, doch ist der einzige, der ihr tatsächlich weh tut, sie selbst. 


Es weint unfassbar in mir, beweint mit dem Verstehen, was da eigentlich an mir ausagiert wurde, beweint meine Situation damals, die Chancenlosigkeit, das Drangsal. Meine Empfindungen haben auf einmal den richtigen Kontext. Ich verstehe. Ich hab den Krieg bis dahin nie verstanden. Die Anklage war mir immer unbekannt und nicht verständlich. Die Übermacht, der sie selbst unterliegt. Alles Nachfragen brachte nur noch mehr Verwirrung, haarsträubende Widersprüche, und noch mehr Unverständnis, noch mehr Verwirrung und das ewige Gefühl von "hier stimmt was gewaltig nicht" und ich soll schuld sein. Die Wurzel des Problems wurde wieder und wieder mir zugesprochen.

Die echten Gefühle und Empfindungen unter den Handlungen wurden nie kommuniziert. Alles wurde blindwütig ausagiert. Mit den echten Gefühlen verstehe ich auf einmal alles, hätte damals verstanden.



06.04.26

Mir kommt es vor, als möchte jeder von uns beiden, seinem Peiniger die Augen öffnen. 


Mir wird himmelangst, wenn ich höre, wie er auf mich schaut, was er da glaubt zu sehen. Etwas in mir glaubt, wenn er mich wirklich sieht, kann ich den Schmerz verhindern. Ich möchte verhindern, dass das "dafür büßen" wieder anfängt, der ganze Frust auf die Welt, an mir abgelassen und ausagiert wird, dass sie sich an meinem Schmerz labt. Unterdrückung. Absichtliches Wehtun mit dem Gedanken "schau, so geht's mir auch". Sadismus? 


Die Wahrheit ist, es ist schon geschehen. Genau DAS ist schon geschehen. Ich wurde schon bestraft. Ich konnte niemanden erreichen. Ich konnte mich nicht für sie fühlbar machen. Das gilt es jetzt anzuerkennen und zu fühlen. Das, was mit dem Kampf für mich verhindert, verändert werden sollte.

Es war nicht meine Aufgabe, sie erreichbar zu machen. Es war nicht meine Aufgabe, mich für sie fühlbar zu machen. Beides habe ich versucht. Natürlich vergeblich. Beides wäre ihre Aufgabe gewesen. Sie blieb unerreichbar für mich und ich unfühlbar für sie. Es ist nicht gelungen.

Im Grunde führt jeglicher Aspekt von all dem (auch im Miteinander mit Christian) eigentlich genau zu einem: Ich habe mit aller Kraft versucht, jeden Tag, jede Minute, den anderen irgendwie zur Besinnung zu bringen, in die gleiche Wahrnehmungsrealität, und damit für mich ansprechbar zu machen, mich wahrnehmen könnend. Ich wollte mich immer nur in Sicherheit bringen und in Sicherheit bin ich nur, wenn der andere sich mitbekommt und als Kind vor allem auch mich mitbekommt, meine Lage wirklich einschätzen und fühlen kann, in meine Welt kann, mich in meinem Erleben tatsächlich erfasst.

Wenn der andere mich nicht fühlen kann, bin ich am Arsch. Ich WAR am Arsch. Und zwar sowas von.



Alle Aussagen des anderen über mich reduzieren mich. Sie werden mir nicht im Ansatz gerecht. Es ist eine Tat mir gegenüber darin. Die Aussage bewirkt eine Erhöhung des anderen. Ich werde klein gemacht. Es ist kein Wohlwollen mir gegenüber zu spüren. Der Blick ist kalt und unerbittlich. Die Worte werden mir förmlich entgegengeschleudert. Es geht in der Aussage über mich überhaupt nicht wirklich um mich. Es geht dem anderen um sich selbst. Er schaut nicht wirklich zu mir hin, sondern gewaltig an mir vorbei. Wie im eigenen Universum, komplett anderer Film, der mit meinem Erleben überhaupt nichts zu tun hat.

„Er muss doch merken, wie absurd er gerade da ist!“ Etwas in mir wartet auf den Moment der Einsicht, darauf dass er sagt, dass er es so nicht gemeint hat. Auf die erlösende Auflösung der Schrägigkeit, wieder beide in der gleichen Wahrnehmungswelt zu spüren. Auf das Ende der so gruseligen Trennung. Auf die Erleichterung, dass das alles nicht wahr ist. Auf das Ende des Alptraums.

"Da muss doch mal jemand auftauchen und erreichbar sein, zum Vorschein kommen." Diese Anteile warten heute noch darauf, dass aus dem fürchterlichen Chaos aus Maschen und Mustern endlich ein Mensch auftaucht.

Ich bin in all dem völlig alleine. Horrormäßige, schreckliche Einsamkeit und Isolation. Wenn der andere nicht zur Besinnung kommt, bleibe ich da. Nur er kann mich aus dieser Hölle befreien. Er kann machen, dass das alles aufhört.


Ich sage immer "der andere", dabei geht es eigentlich um meine Mutter. Tatsächlich fühlt es sich aber genau so unpersönlich an wie "der andere". Ich hab nie ein (Mutter)Wesen zu spüren bekommen. Da war nur immer jemand, etwas, nichts Konkretes und eben schon gar kein Wesen, keine Mutter, keine Ganzheit.


Da ist das Gefühl, gleich verrückt zu werden. Ich beginne innerlich zu verschwimmen. Ich weiß nicht mehr, was über mich stimmt, wer ich tatsächlich bin. Ihre Aussagen vermischen sich mit meiner Wahrnehmung, meinem Gefühl. Das Gift wirkt. Mein Wesen scheint zerfressen zu werden, zu zerfallen. Ich verliere die Orientierung in mir. Die ständigen, so unstimmigen Rückmeldungen zu mir (aus dem dreckigen Spiegel) zeigen nach und nach ihre Wirkung.


Zweifel kommen auf. Könnte vielleicht doch stimmen, was sie über mich sagen? Bin ich so daneben mit meiner Selbstwahrnehmung, mit meinem Gefühl für mich? Seh ich das alles einfach nur nicht, was sie in mir sehen, was sie über mich so überzeugt behaupten? Wer sind "sie"? Das ganze "Dorf", alle Erwachsenen aus meinem Umfeld der Kindheit? Es ist irgendwie nur meine Mutter gemeint und stellvertretend all jene danach, die in ihren Aussagen über mich genauso meilenweit an mir vorbeigeschaut haben.

Könnten sie recht haben? Was wäre wenn? Es wäre nicht mit meinem Innersten vereinbar, mit meinem tiefsten, wahren Wesen! Das, was sie sagen, finde ich nicht in mir, sie vermitteln mir aber, dass es deutlich zu sehen ist. Wenn sie recht hätten, wäre ich verloren, weil ich damit kein korrektes Gefühl für mich hätte, keine eigene Referenz in mir. Ich könnte mich nicht auf mich verlassen. Auf meine Wahrnehmung. Ich wäre im Grunde lebensunfähig, wenn deren "Wahrheiten" über mich wahrer wären als meine.


Es geht nicht darum, dass ich nur nicht wahrhaben will, was sie sehen, also es grundsätzlich nicht an mir haben will, nicht so sein will. Es geht um diese riesige Diskrepanz zu meinem eigenen Gefühl für mich selbst. Zu meiner überprüften Integrität. Zu meiner Selbstprüfung. Zu meinen erkundeten, erforschten Innenwelten. Zu meinem Wesen, wie ich es selbst in mir fühle. Zu meinem Sein.

Ich will kein Bild erzeugen. Ich will mich behalten, verdammt noch mal!

Was der andere glaubt, über mich zu wissen, entspricht mir ganz und gar nicht. Der andere behandelt mich aber weiterhin so, als hätte er über mich rechter als ich. Er ignoriert VÖLLIG, was ich von mir selbst zu sagen habe. Hardcore!!! 😱😱😱😱😱😱😱



Kontakt mit Barbaras Feld. Mein System kalibriert sich plötzlich wie von alleine an ihrem göttlichen Wesen. Ich sehe innerlich, wie sie mich anschaut. Alles in mir fühlt sich gesehen. Der Raum ist groß genug für alles von mir. Meine Ganzheit. Die Antwort in ihrem Blick stimmt mit meiner Selbstwahrnehmung überein. Hier bin ich tatsächlich erkannt. Da ist unermessliche Erleichterung. DAS ist der Blick, der damals den Horror sofort beendet hätte und jetzt ein Stück weit befriedet. Es weint unendlich erlösend in mir. So hätte es sich anfühlen müssen, wenn (m)eine Mutter mich anschaut!

Ein Blick aus solchen (präsenten, göttlichen, wachen, sehenden) Augen hätte genügt.

Etwas in mir wartet immer noch auf genau diesen Blick!!!!!!!! Die sehenden Augen! Ich weiß, wie ein sehender Blick aussieht und sich anfühlt (Jesus)! Barbara hat ihn. Gott sei Dank!



Meine Mutter. Ein Deal mit der Schlange: Sie hört nicht zu. Sie redet nur. Das Gift kommt aus dem Mund!

Jetzt weiß ich, was dieser komische, leicht süßliche, muffige Geruch an mir in den letzten Tagen ist. So hat sie gerochen. Ich mochte es nie. Es war abstoßend für mich.

Ich dünste sie aus!!! 🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮 Das Gift kommt raus!

Mein Darm entleert ständig. Ich esse nur wenig. Mir ist immer wieder übel und ich kotze energetisch, huste, schleime ab. Der ganze Mist kommt raus.



07.04.26

Ich will kein neues Gift reinbekommen!!! Ich halte dem nicht dauerhaft stand. Ich will nicht aufmachen! Ich muss sie draußen halten! Ich MUSS sie draußen halten!

Alles von mir, von meinen Innenwelten, meinem Gefühlserleben wurde zerrupft, missinterpretiert, in einen anderen Kontext sortiert, verzerrt und am Ende gegen mich verwendet. Zum Beweis meiner Schlechtigkeit, Schuldigkeit, Fehlbarkeit, Gemeinheit. Mein heiligstes Innerstes wurde völlig verdreht zur Waffe gegen mich gemacht.

Ich will ihr nichts mehr von mir offenbaren, mache ihr gegenüber dicht, entziehe mich, will keine Fragen beantworten, keinen Blickkontakt, überhaupt keinen Kontakt. Ich will sie am liebsten nicht sehen und als Kind hasse ich es, wenn ich sie doch für irgendwas brauche.


Mal war da Wärme und Erreichbarkeit und dann von jetzt auf gleich Krieg und Angriff von ihr. Mir wurde erzählt, das läge an meinem Verhalten. Ich bin selber schuld, dass sie mich jetzt so behandeln muss, dass sie kalt und strafend ist. Was für eine schreckliche Lüge für mich als Kind. Als ob ich es tatsächlich in der Hand hätte, dass sie erreichbar ist. Was für ein grausamer Akt, mir die Verantwortung für ihre plötzliche Unzugänglichkeit zu geben, für den Liebesentzug, für den Angriff.

Es ist ein unfassbar widerliches Gefühl, dann vom Peiniger in die Arme genommen zu werden und zwar nur dann, wenn ich meine Sünde anerkannt habe und wieder brav bin. Meine Sünde, die keine war. Es ist der blanke Hohn, dass mir ausgerechnet von so einem „Feld“ Scheinheiligkeit unterstellt wurde. Die Sünde war das berechtigte Wehren und Aufbegehren gegen ihre Unaufrichtigkeit, all die Täuschungen und Vortäuschungen, all die Blendung und das Verstecken von sich selbst, das wilde Ausagieren ihrer Gefühle an mir, die Willkür, die Erbarmungslosigkeit, gegen die Maskerade, gegen den Krieg gegen mich. Da war ein ungerechtes, nicht fassbares Nichts, das aber Zugriff auf mich hatte. Sie hat mich zu Packen bekommen. Ich sie nie. Meine Verzweiflung und unbeschreiblich schrecklichen Gefühle darin waren mein Vergehen.

Nun fühle ich den ganzen Horror von damals in neuer Tiefe und Entsetzlichkeit mit dem ganzen Bild und zum ersten Mal auch mit einer Ahnung davon, was hätte sein sollen. Es macht einen riesigen Unterschied. Den Schmerz im Licht der Wahrheit zu fühlen. Da sind noch so einige Kinder, die gerade zum ersten Mal richtig wahrgenommen werden, zum Großteil schaue ich noch durch ihre Augen, kann sie noch gar nicht wirklich von außen wahrnehmen. Ich bin fühlend an dem Punkt der Kinder, die ihre Überlebensstrategien darin entwickelt haben, die diese horrormäßigen Gefühle hatten und dann Entscheidungen getroffen haben, wie sie sich schützen können und müssen.


Ich bin mittendrin. Es ist jetzt fühlend in mir lebendig, wie unfassbar schrecklich es damals war. Die Mutterwunde, die ich nie in mir finden konnte. E voilà! 

Freitag, 1. November 2024

Wenn die inneren Kinder den Erwachsenen im anderen suchen

Ich glaub, ich hab zum ersten Mal tatsächlich wirklich verstanden, was da bei meiner Mama wirkt und was tatsächlich wirklich eigentlich "Narzissmus" ist. So ein einfaches, klares, unaufgeregtes, urteilsfreies Bild hatte ich noch nie. So eindrücklich und begreiflich war es bisher noch nicht. Danke, Sarah, fürs Hinlegen der einzelnen Puzzlezeile!

Hier geht es zur Audio bei Telegram:  https://t.me/AnjaReiche_herzradikal/2183

Und hier zur gleichen Audio im Podcast: https://podcasters.spotify.com/pod/show/anja-reiche/episodes/Narzissmus--Oder-wenn-die-inneren-Kinder-den-Erwachsenen-im-anderen-suchen-e2qe1e3


 

Samstag, 23. September 2023

Jedes Konzept dient nur meiner Selbst-Erkenntnis

"Du hast ja gestern einen Artikel über Narzissmus geschrieben." Äh, nein!? Darum ging es mir am allerwenigsten.

Deswegen war es mir ein großes Anliegen nochmal eins zu verdeutlichen: Mir ging es in dem Text nicht um den Aspekt des Mitgefühls für den anderen. In dem Verstehen, was da beim anderen läuft, hab ich vor allem Mitgefühl für mich. Dieses Verstehen, dass das Verhalten des anderen, nichts mit mir zu tun hat und nicht wirklich gegen mich gerichtet ist, ist gerade meine Heilung und Befriedung. Hier geht es vor allem vorrangig um mich und mein Verstehen, die Situation ganz neu betrachten können, mich darin ganz neu betrachten können.

Mehr dazu in der Audio 👉🏼 https://t.me/AnjaReiche_herzradikal/1760 🔥❤️🔥



Freitag, 22. September 2023

Gefühle sind nicht logisch

Gefühle sind nicht logisch. Oder: Wenn es unlogisch wird, sind Gefühle im Spiel. Und damit meine ich Emotionen aus einer alten Verletzung heraus, die sich in einer Alltagssituation im Jetzt zeigen. Die sind alles nur nicht logisch in der gegenwärtigen Situation. Meist völlig "übertrieben", zu heftig für das, was wirklich passiert ist.

Dann kommen Argumente und Begründungen, Aktionen auf Sachebene. Ein Versuch zu erklären, warum das Gefühl gerade da ist. Oder der Versuch, das Gefühl zu vermeiden. Zum Beispiel Überforderung mit Nachfragen, Abklären, Informationen sammeln, abzumildern.

Für den, der gerade nicht in der Emotion ist, nicht angetriggert, erscheint das alles oft absurd und total unverständlich, unlogisch eben, manchmal sehr widersprüchlich.

Verläuft das Gespräch der beiden weiter auf Sachebene ist die Diskussion und wahrscheinlich dann auch der Streit perfekt. Auf Sachebene wird hier gar nichts erreicht. Auf Sachebene ist das Ganze extrem bizarr. Um die Sache an sich geht es nämlich genau Null Komma Null.

Es gab mal wieder viel zu beobachten die letzten Tage bei mir und Christian. Nämlich genau das. Und ich hab mich verführen lassen. Bin der Versuchung erlegen und hab logisch argumentiert, die Widersprüchlichkeiten benannt. Der Detektiv in mir war voll im Einsatz. Ich fühlte mich teilweise echt verarscht, für dumm verkauft, sah es fast als Beleidigung meiner Intelligenz, so offensichtlich war die nicht vorhandene Schlüssigkeit.

Ich wurde wütend, ironisch, sarkastisch, bissig. Fühlte mich ohnmächtig, weil ich anscheinend nicht deutlich machen konnte, wie absurd das Ganze ist. Zum Haare raufen - im wahrsten Sinne des Wortes. Alltag in meiner Kindheit.

Dann heute die Schlüsselsituation. Eine Kleinigkeit. Es ging ums Wäsche waschen. Weiße Wäsche. Meine Bitte, nur weiße Wäsche in die Maschine zu tun. Darauf Nachfragen und Aussagen von Christian, die mich mal wieder die Welt nicht verstehen ließen. Wo ich denn weiße Wäsche hätte, ich hätte doch in letzter Zeit gar nichts Weißes angehabt und wie ich mir das denn vorstelle. Die Bettwäsche wäre nicht weiß, sondern champagnerfarben. Ihm wäre das jetzt zu kompliziert. WAS?

Ich versuchte, dem zu folgen, zu antworten, zu erklären, zu verstehen. Vergeblich. Einfach alles unlogisch für mich. Ein Satz hat alles von einem Moment auf den anderen verändert.

"Dass es mir kompliziert vorkommt, ist nur ein Gefühl."

Bei mir hat es sofort einen Schalter umgelegt. Die Anspannung war weg. Ich habe verstanden, dass all die Fragen und Aussagen nur dazu gedient haben, die Überforderung zu mildern, klar zu kommen, das Gefühl wegzumachen mit Aktionen auf der Sachebene, mit Logik. Ein Unding.

Dann war da dieser Satz in mir: Gefühle sind nicht logisch. Der Versuch mit Logik bei aktiven Emotionen etwas bewirken zu können, kann nur scheitern.

Flashback in die Kindheit. Ich erinnere mich an unzählige haarsträubende Diskussionen mit meiner Mutter. Dachte damals, sie verkauft mich wirklich für dumm, missbraucht ihre Macht, treibt Spielchen mit mir, labt sich an meiner Ohnmacht, will mich demütigen. Natürlich hab ich ihr Verhalten auf mich bezogen und es persönlich genommen. Aus kindlicher Sicht nur natürlich.

Nun sehe ich mit dem Erlebnis von heute nochmal neu hin und erkenne, dass sie ausschließlich mit sich beschäftigt war und damit, ihre Gefühle zu vermeiden - mit Kontrolle über andere, mit unsinnigen Verboten oder Forderungen. Sie lieferte Begründungen und Argumente, die sich alle komplett widersprachen. Und das war ihr auch total egal, weil es eben nicht um die Sache ging, sondern einfach jedes Mittel recht war, um die Gefühle nicht fühlen zu müssen.

Die Groschen sind nur so gefallen. Das alles hallt noch nach wie ein Donnerschlag. Ich bin unfassbar dankbar für diese Erkenntnisse. Es kommt Frieden in das Kind, das ich damals war, in den Teenager, der eigentlich im Dauerkrieg mit der Mutter war.

Ich blicke auf so einige Begebenheiten zwischen mir und Christian nochmal ganz anders und verstehe plötzlich, habe Mitgefühl. Da ist Erleichterung und eben Dankbarkeit.

Mein Blick auf "Narzissmus" verändert sich mehr und mehr. Mehr und mehr sehe ich einfach Menschen mit tiefen Wunden, mit Verzweiflung, mit Bewältigungsstrategien, denen es gar nicht um die Unterdrückung oder Ausnutzung der anderen geht, sondern die so krass mit sich und Gefühlsvermeidung/-bewältigung beschäftigt sind, dass sie einen anderen gar nicht wahrnehmen.

Ich vermute, ich werde künftig anders hinschauen, wenn es unlogisch wird, werde nach dem Gefühl, der Not untendrunter schauen. Den Verstand beiseite stellen. Die Ebene wechseln. Vom Kopf ins Herz.

Und vorher war es unabdingbar, meinen aufgebrachten Teeny zu entdecken und da ein paar Dinge klarzustellen. Er wurde nicht verarscht. Er war von Menschen in krasser emotionaler Not umgeben. Das darf sacken.

Amen.


Freitag, 15. September 2023

Das Ende der Bedrohung?

Mir ist ziemlich demütig feierlich zumute. Gestern ist etwas geschehen - und das im wahrsten Sinne des Wortes - was mich einfach nur ehrfürchtig vor diesem Leben staunen lässt. Es fühlt sich wie ein Abschluss an, das Zuendegehen eines seeeehr langen Kapitels, des Kapitels emotionaler Missbrauch/Narzissmus. Das Zuendegehen der Auswirkungen auf mein Erwachsenenleben.

In einem heiligen Prozess mit Christian durfte ich erfahren, wie es ist, wenn keine gefühlten Bedrohungen mehr im Kontakt mit engsten Bezugspersonen vorhanden sind, ich einfach nur bei mir bleiben kann und darf, egal, was mit dem anderen gerade ist.

Im Zoom-Raum gestern Abend hab ich die Erfahrung geteilt. Das Video, das ich in meinem Telegram-Kanal und auf meinem Facebook-Profil geteilt habe, ist die Aufzeichnung davon.

Ich lade euch mal wieder ein in mein Innerstes, nehme euch mit auf meine Reise in die Erfahrung des Heilseins. DANKE, dass es euch gibt.

PS: Ihr dürft das Video gerne teilen, so persönlich es auch ist. ❤

PSS: Was hab ich dieses Thema in den letzten Jahren erforscht, durchgeackert, aufgedröselt. Immer wieder in gefühlten hunderten von Stunden mit Maja auf links gedreht, unsere Wahrnehmung abgeglichen, die uns beiden fein sauber in der Kindheit abgesprochen wurde. Ohne Maja würde ich heute nicht da stehen, wo ich stehe. Ohne Maja wäre das, was ich da erleben durfte, nicht möglich gewesen. DANKE für dich und uns und all das!!!! Christian hat mir gefühlt die Meisterprüfung abgenommen, mich in die Erlösung der tiefsten und hartnäckigsten Wunden geführt. DANKE für dich und uns und dieses heilige Miteinander. DANKE! ❤



Mittwoch, 13. September 2023

Wahrhafte Begegnung 14.09.2023

Ihr Wundervollen, ich lass tatsächlich mal wieder was von mir "hören". (Siehe auch Audio in meinem Kanal 😉)🥰🙏🏼

So viel war los in den letzten Wochen. So viele Themen wurden berührt. Sehr intensiv ging es um emotionalen Missbrauch, keine Grenzen haben dürfen, keinen Raum, um Misstrauen, darum, abgespaltene Anteile nach Hause zu holen. Das Ganze spielte sich natürlich deutlich in die Beziehung mit Christian hinein. Auch da durfte krass viel erlöst werden und schlussendlich erkannt im höheren Sinne unseres Auftrages hier. Zu guter Letzt kam noch das Thema Geld auf den Tisch. Auch da wieder total interessante Erkenntnisse.

Von all dem mag ich euch morgen ausführlicher erzählen, berichten, was mich/uns bewegt hat, Erkenntnisse teilen und bestimmt auch wieder ein Pöttchen weinen. Berührung ist einfach was Schönes. 🥰

Anschließend gibt es natürlich wieder Raum für eure Themen, für das, was euch beschäftigt, berührt, in euch aktiv ist.

Hier ist schon mal der Link zur Anmeldung für morgen: https://us06web.zoom.us/meeting/register/tZwpc-yqrDItHdHPlg-16WKeEu4a5ojcV4Ae

(Die Veranstaltung bezahlst du nach eigenem Ermessen und Spiel-Raum. Du entscheidest, wieviel es dir wert ist bzw. darüber, mit wie viel Geld du spielen möchtest oder was du mir schon immer mal geben wolltest. 😉)

Ich freu mich auf uns und alles, was sich zeigen mag. ❤



Montag, 4. September 2023

Der Sturm vor dem Frieden

Da war er auf einmal fein sauber weg, der Frieden, von dem ich gestern so schön geschrieben habe. Nicht etwa, weil ich zu blöd bin, im Frieden zu bleiben. Nein. Weil mein Nervensystem in höchster Alarmbereitschaft war. Trauma. Der Körper reagiert. Schutzmaßnahmen.

Das hat mit einem bewussten urteilen nichts zu tun. Da greifen Überlebensmechanismen, die früher seeeeehr wichtig waren.

Ich mag das an der Stelle nochmal ganz ausdrücklich und deutlich sagen: Auf scheinbaren inneren Frieden ist geschissen, wenn ich dabei Krieg gegen mich selber führen muss und vor allem, gegen meine Überlebensstrategien oder eine Wut, die zu einem gesunden Nein führt, weil gerade meine Grenzen überschritten werden.

Der Versuch sowas wegzumeditieren ist quasi Selbstmord. Der dann erzeugte Frieden im Außen ist in Wahrheit ein Krieg gegen mich selbst. So meine ich Frieden nicht.

In den letzten Tagen fliegen mir extrem nochmal die Auswirkungen des emotionalen Missbrauchs um die Ohren. Christians Wunden ticken das total an. Immer wieder kommen Anteile in mir zum Vorschein, die Alarm schreien, werden Überlebensstrategien wach, von denen ich nicht mehr dachte, dass sie noch scharf geschaltet sind. Mir wird noch einmal das Ausmaß der Wunden von früher ganz anders bewusst. Ich kann ganz anders begreifen, wie das damals gelaufen ist, wo die Verdrehungen waren. Jetzt finde ich Worte für das damals Unfassbare. Durch dieses Verstehen zeigen sich Schmerzen, die ich damals nicht verkraftet hätte. Ich nehme die Ungeheuerlichkeit dessen, was damals so perfide gelaufen ist, in einer ganz neuen Klarheit wahr.

Bis vorhin hat etwas in mir Christians Wunden als fette Bedrohung erlebt. Zurecht. Damals war diese Bedrohung tatsächlich da. Mein Nervensystem will mich schützen. Der Unterschied ist, dass Christian das Seine zu sich nimmt. Das ist in meinem Nervensystem noch nicht ganz angekommen und ich mag milde mit mir sein, dankbar für die feinen Antennen und das Schutzsystem, das so wunderbar funktioniert.

Vorgestern hat mir Brigitte einen sehr kraftvollen Satz geschenkt, der sofort eingeschlagen hat. "Heile DU die Bedrohung in meinem Geist". Angelehnt an den Satz aus Ein Kurs in Wundern: "Heile DU den Konflikt in meinem Geist". Ich will Christian nicht mehr als Bedrohung erleben, seine Wunden, die den Wunden meiner Mutter so ähnlich sind, nicht mehr als Nachteil für mich sehen, mich davon eingeschränkt und eben bedroht erleben. Es ist vorbei. Ich bin sicher. Bei ihm. Wirklich wahr.

Ich weine die Tränen von früher jetzt - jetzt, wo ich wirklich sicher bin. Ich entlade die Wut, die Anspannung, den Stress aus meinem System - jetzt, wo ich wirklich sicher bin.

Frieden kehrt ein. Echter Frieden. Nach dem Sturm. Der Sturm muss sein für echten Frieden. Ich weiß nicht, wie oft es noch stürmen muss, was da noch alles gefühlt werden will. Danke Christian, dass du in meinen Stürmen dableibst. Danke, dass ich deiner Liebe so sicher bin. Danke, dass ich bei dir so sicher bin. 🙏❤


Freitag, 19. August 2022

Trigger oder gesunde Ablehnung?

Ich bin immer wieder fasziniert, was Menschen meinen aushalten zu müssen. Manchmal möchte ich schreiend weglaufen und/oder sie schütteln.

Es gibt einen ganz großen Unterschied zwischen echten Triggern (das Anrühren von alten Verletzungen) und einer gesunden Ablehnung. Gesunde Ablehnung muss weder transformiert werden, noch ist sie ein Zeichen von "ich hab da noch ein Thema".

Wenn jemand mit dem Messer vor mir steht und sich Todesangst breit macht, komme ich auch nicht auf die Idee, die Angst transformieren zu müssen. Nein. Ich nehme meine Beine in die Hand und laufe was das Zeug hält.

Diese Audio lag mir jetzt sehr am Herzen. 💥❤💥
https://t.me/AnjaReiche_herzradikal/1148

 

PS: In meinem Kanal hat es heute so einige, wie ich finde, interessante Sprachnachrichten von mir gegeben. Zeitqualität, etc...🥳


Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Samstag, 13. November 2021

Von toxischen Beziehungen

Es ist immer wieder krass, sich einzugestehen, wenn man sich in so einer Beziehung wiederfindet. Ob Freunde, Partner, erwachsene Kinder oder Eltern, ganz egal. Vorkommen kann es überall. Der Moment, in dem man begreift und wirklich sieht, dass der andere überhaupt keine Verantwortung für sich übernimmt ist immer hart.

Toxische Muster zu erkennen ist manchmal echt tricky und wenn man regelmäßig damit konfrontiert wird, weil man z. B. zusammen wohnt, dann ist es umso schwieriger. Die Tarnung ist meistens großartig und das meine ich gar nicht wertend. Da gibt es die bunteste Vielfalt an emotionaler Erpressung. Der andere braucht ja dringend, dass ich mich bemühe, seine Wunden umschiffe und alle "Schuld" zu mir nehme, warum denn die Beziehung nicht funktioniert oder manchmal unangenehm wird.

Ich soll so sein, dass es für ihn am bequemsten ist. Was mit mir dabei ist, wo ich also bleibe, das ist irrelevant und Gespräche, die das andeuten, enden meistens mit dem Vorwurf des Egoismus, mit  Schuldzuweisungen oder gar mit verdrehten, spirituellen Weisheiten. Klar ist auf jeden Fall, dass ich das Problem bin. Ich bin "schuld", wenn die Kommunikation nicht funktioniert, wenn es Missverständnisse gibt, wenn es anstrengend ist für den anderen.

Beziehungen sind keine Einbahnstraße. Gott sei Dank habe ich mittlerweile genug Referenzerfahrungen mit Menschen, die wirklich in der Eigenverantwortung sind, die sich um ihre Wunden kümmern, die dankbar sind, wenn sie auf einen blinden Fleck aufmerksam gemacht werden.

Gott sei Dank, weiß ich mittlerweile, wie es sich anfühlt, wenn der andere wirklich will, dass es auch mir gut geht und dass Entfaltung und Freiheit von beiden, die wahre Natur leben, das oberste Gebot ist. DANKE dafür!!! ❤️

Und da bin ich wieder bei der Entwicklungspsychologie, über die ich in meinem letzten Podcast geredet habe. Mit Menschen, die in weiten Teilen noch keine Idee von sich selbst haben, kein Gefühl für sich, keine innere Landkarte, kein Wertesystem, können sich auch nicht einfühlen, haben keine Vorstellung davon, wie sich andere bei ihren Handlungen fühlen und das ist ihnen auch nicht wichtig. Da ist keine Empathie. Da geht es lediglich um ganz kurzfristig gedachte, direkte Bedürftigkeitenbefriedigung, zu der sie meist selbst nicht in der Lage sind. Empathie? Fehlanzeige!

Sie fühlen weder sich noch andere. Das hat in dieser Entwicklungsstufe noch nicht stattgefunden. Sie haben kein eigenes Wertesystem und damit kein Gewissen. Sie haben keine Idee von einem weiteren Lebenssinn als das bloße Überleben an sich. Sie haben keine Idee von einem kosmischen Willen, von größeren Zusammenhängen. Da ist kein Weitblick und auch gar kein Interesse daran, mal über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Sie wissen noch nicht mal, dass sie sich auf einem Teller befinden, der noch lange nicht das ganze Universum ist.

Überleben und dazu gehören. Mehr ist es nicht und dafür sind die anderen zuständig. Kleinkindverhalten. "Fütter mich! Spiel mit mir!" Kennt ihr noch die Tamagochis?

Hier und jetzt dem Bequemlichkeitsgefühl folgen. Gut muss es sich anfühlen und wehe es wird unbequem mit "doofen" Fragen von anderen über Hintergründe, Werte, Innenleben. Bloß nicht! Und dann ist der andere das Problem. Der soll sich gefälligst anders verhalten, damit es wieder schön bequem ist, damit die Belieferung und Versorgung wieder stattfindet, damit der andere schön weiter die Wunden umschifft und betüttelt. Andersdenkende und Fragensteller sind eine Gefahr und Bedrohung. Das macht unangenehme Gefühle und das muss sofort aufhören.

Das Ding ist, das ist keine Böswilligkeit. Das ist Unvermögen. Die Psyche, das Nervensystem, die Synapsen, sie sind nicht so weit entwickelt, dass da mehr stattfinden könnte. Da sind also Erwachsene, rein körperlich, die aber nie innerlich gereift sind. Ja noch krasser, die wahrscheinlich auch noch traumatisiert und fragmentiert sind.

Wenn ich Erwachsene weiterhin beliefere und versorge, wie ich es bei einem Vierjährigen tun würde, weil ich das toxische Muster nicht erkenne, dann findet diese Reifung niemals statt. Erkennen ist so wichtig. Erkennen, was da läuft und dann das Spielbrett verlassen, die Muster nicht mehr bedienen, den Erwachsenen fordern und vor allem sich selbst nur noch um das kümmern, was wirklich mein Business ist.

Es ist nicht unmenschlich, andere mit sich selbst zu konfrontieren und in ihre eigene Verantwortung zu entlassen. Es ist nicht unmenschlich solche Beziehungen zu beenden, den Kontakt abzubrechen. Es wäre unmenschlich, es nicht zu tun. Und vor allem ist es unmenschlich mir gegenüber, gegen mich selbst zu handeln, um es für andere bequem zu lassen.


(PS: Zu dem Thema empfehle ich wirklich meinen Podcast vom Satsang, in dem es um Eigenverantwortung und Bewusstseinsentwicklung ging, und den Podcast danach zur Vertiefung.)

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Samstag, 6. November 2021

Kinder brauchen Eltern in Eigenverantwortung

Als ich kürzlich den Post in Sachen "wir dürfen jedem seine eigenen Erfahrungen zugestehen" gemacht habe, kam in den Kommentaren auf Facebook die Frage, was mit Kindern ist und was ich Eltern von schulpflichtigen Kindern diesbezüglich raten würde. Eine ganz zauberhaft FB-Freundin meinte, dass meine Antwort darauf einen separaten Post wert ist. 😀 Sarah, dein Wunsch ist mir Befehl. 😁😎💖🎉

"Ich spreche selbstverständlich von Menschen, die erwachsen sind und die man deswegen in die Eigenverantwortung entlassen kann.

Kinder brauchen prinzipiell Eltern in Eigenverantwortung. Kinder brauchen grundsätzlich jemanden, der sich vor sie stellt, wenn es nötig ist und hinter sie, wenn es dran ist, sie ihre eigenen Erfahrungen machen zu lassen. Wurzeln und Flügel, Schutz und eigenen Raum zugleich. Das eine vom anderen zu unterscheiden ist eine Sache, derer es Weisheit bedarf. Jede Situation ist individuell zu betrachten und da darf man genau hinspüren.

Gleichzeitig ist es meine Wahrheit, dass auch Kinder im übergeordneten Sinne ihre Erfahrungen gewählt haben und auch wussten, auf was sie sich mit den Eltern einlassen. Wir können nicht wissen, was sie wirklich erfahren wollen.

Ich persönlich kann sagen, dass es selbstverständlich beschissen war, mit einer narzisstischen Mutter aufzuwachsen und gleichzeitig würde ich diese Erfahrung niemals hergeben wollen, weil sie mich so sehr gelehrt und geschult hat. Wie könnte ich also sagen, dass es besser gewesen wäre, eine komplett wache und reife Mutter zu haben? So vieles hätte ich nicht erfahren können, was mir heute so dienlich ist. Für dieses Leben war das die perfekte Wahl und Erfahrung.

Ich glaube, da ist einfach Intuition gefragt und dass die Eltern ihre Hausaufgaben in Sachen Selbstheilung machen, Gefühle fühlen, ihre Themen anschauen. Ein gemeinsames Wachsen und Ausprobieren. Es gibt keine Fehler. Jeder macht es so gut er gerade kann. Und auch da ist jeder am richtigen Platz, weil das Leben einfach keine Fehler macht.

Das ist meine Wahrheit dazu. ❤"


Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Dienstag, 28. September 2021

Narzissten sind keine Arschlöcher

Narzissten, Psychopathen, Soziopathen, Arschlöcher, Egoisten, Verbrecher, Mörder, Betrüger - es ist egal, welches Etikett man draufklebt, welche Schublade man aufmacht, es sind Menschen. Menschen mit unterschiedlich schweren Traumata. Menschen, die getrennt von sich selbst sind, die sich selbst nicht wahrnehmen, die abgespalten sind vom Leben.

Diese Menschen versuchen ihre Bedürfnisse außerhalb von sich selbst zu stillen. Die Befriedigung muss von anderen kommen. Sie können es ja selbst nicht bewerkstelligen. Wie auch, wenn sie sich selbst nicht spüren können, keinen Zugang zum Innersten haben, keinen Selbstwert empfinden, keine Selbstliebe und auf jeden Fall fiese Gefühle vermeiden wollen, weil sie damit schlicht überfordert sind. Niemand hat ihnen beigebracht mit Schmerz umzugehen. Sie wissen nicht, wie man sich um sich selbst kümmert.

Ich will kein Mitleid erzeugen. Verständnis und Mitgefühl sind natürlich total wichtig und gleichzeitig ist es mir besonders in diesem Post wichtig zu sagen: Wir müssen sie nicht retten und wir können sie nicht retten. Wir müssen uns nichts von diesen zutiefst verletzten Menschen gefallen lassen. Ich sehe ihren Schmerz und ich bleibe bei mir.

Mit WIR meine ich die Empathen, die immer für alles Verständnis haben und sich meistens dabei selbst vergessen. Wir, die wir in Menschen lesen, wie in offenen Büchern, als ob in LED-Schrift auf der Stirn der anderen stünde, was sie brauchen und wir sehen uns sofort als Erfüllungsgehilfe. Wir sehen es ja nun mal, dann können wir auch gleich helfen, oder?

Die Arschlöcher dieser Welt sind nicht das Problem. Die, die alles mit sich machen lassen und ständig liefern, haben die eigentliche Macht und damit den Hebel in der Hand, den deutlich längeren Hebel wohlgemerkt.

Wie hat es Andrea Weicker mal so schön gesagt? "Das Opfer hat immer die Macht." Und ich spreche hier von erwachsenen "Opfern", die man in ihre Eigenverantwortung schicken kann.

Ja, Narzissten, Soziopathen, Psychopathen und was es noch alles für Bezeichnungen gibt, neigen zu Missbrauch. Klar. Sie brauchen emotionale Versorgung. Sie selbst können sie sich nicht geben. Was aber wenn alle aufhören würden, sich missbrauchen zu lassen? Was wenn alle Empathen und Belieferer von jetzt auf gleich aus dem Spiel aussteigen und diese Menschen auf sich und ihre Wunden, ihren Mangel zurückwerfen?

Es wäre sofort vorbei dieses Opfer-Täter-Spiel, die ewige Schleife aus Machtmissbrauch und Ohnmacht.

Ja, das Geschrei wäre groß und seeeeehr laut, aber dieses Geschrei und Gezeter ist nicht unsere Baustelle. Wir müssen nicht dafür sorgen, dass es aufhört. Wir dürfen aushalten, dass andere schreien, uns Schuld zuweisen, kratzen, beißen, spucken, betteln, weinen, jammern und in ihre Prozesse kommen, fiese Gefühle fühlen und sich mit sich selbst konfrontieren dürfen. Ja, sie wissen im ersten Moment nicht, wie es weitergehen soll. Ja, es sieht so aus, als würden sie ohne uns sterben, aber das ist nicht wahr.

Wenn wir immer zur Hilfe eilen und alles dafür tun, dass der andere nur nicht an seine Wunde kommt, vereiteln wir das Wachstum, die Eigenständigkeit des anderen. Es ist eine Abhängigkeit, die wir am Leben halten, eine Abhängigkeit von uns und unserer Hilfe, unserem emotionalen Futter. Wer ist jetzt hier angeblich nochmal das Opfer? Wir? Echt? Ich glaube nicht.

Narzissten (stellvertretend für alle "Täter") sind keine Arschlöcher. Sie schreien nach Hilfe und nutzen dafür alles und jeden in ihrer Ohnmacht und Verzweiflung. Ich muss das Spiel nicht mitspielen. Ich habe Mitgefühl und Verständnis und muss trotzdem keinen davon retten. Ich muss nicht dafür sorgen, dass sie bedient werden.

Narzissten dürfen neben mir existieren. Sie dürfen neben mir sitzen und weinen, jammern, mir ein schlechtes Gewissen einreden wollen, mir drohen, was auch immer. Das hat mit mir allerdings überhaupt nichts zu tun. Ich habe da schon lange keinen Auftrag mehr. Ich sehe sie. Ich reagiere aber nicht. Ich verlasse mich dafür nicht mehr.

Das Spiel ist vorbei. Ich habe mich gerettet. Sie dürfen sich selbst retten. Narzissten sind für mich keine Arschlöcher.


Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Montag, 28. Juni 2021

Ein Machtkampf, der uralt ist

BÄHM!!! 💥💥💥💥🙈🎉🎉🎉🎉Und weiter geht's mit der Erlösung der Partnerschaft. Dieses Mal getriggert durch einen schnöden, schmutzig zurückgelassenen Putzlappen. Täter: mein Liebster. Ausgerastet: ich. 😂💥 Ja, auch Putzlappen kann man persönlich nehmen. 🤣🤣🤣

Alter! Was hängt da Schmodder im Filter. Leckomio! 🙈🙈🙈Und wieder uralt.

Machtkampf! Das trifft es aber sowas von. Der Text zur Karte - ich würde sagen "Treffer, versenkt".
Auch hier wähle ich die erlöste Form. Uplifting. Nächste Ebene. Ende mit dem alten Mist. 🗑

(Unter den Fotos kommen weitere Erkenntnisse zu diesem krassen Thema)

Aus dem Kartenset von Chuck Spezzano
siehe letztes Foto







Ich bin eingetaucht in diesen Machtkampf, hab ihn ergründet und alles einfach aufgeschrieben, was an Sätzen und Bildern hochkam. Uralt. Darin spiegelt sich eins zu eins die Beziehung meiner Eltern wie ich sie empfinde und da wirkt ein altes Leben von mir:

  • Es geht um Bestrafung. Ich will ihn bestrafen.
  • Er soll mich sehen und meine Bedürfnisse befriedigen. Da er das nicht tut, will ich Rache. Rache für das eigene Leid. Wegen ihm bin ich in dieser misslichen Lage. Wegen ihm muss ich leiden. Seine Mutter ertragen, seinen abscheulichen Vater. Ich hab die Kinder am Arsch. Er lebt sein Leben und ich bin gefangen in all dem.
  • Sie (die Schwiegereltern) haben mich ruiniert. Ich leide so sehr unter ihnen, den Umständen, dass ich immer kränker werde. Ich will nicht mehr leben.
  • Gehen kann ich nicht. Ohne ihn kann ich nicht leben. Er muss mich versorgen. Ich muss bleiben. Er ist schuld. Nur wegen ihm...
  • "Ich kann nicht gehen, deswegen mach ich dir/euch das Leben zur Hölle."
  • Alles, was er tut oder nicht tut, hat mit mir zu tun, ist eine Aussage darüber wie er zu mir steht.

Auf die Frage, woher diese Rachelust kommt und ob ich da etwas über Generationen fortführen muss, kommt ganz klar, die ewige Rache an den Männern. Ich habe ewige Rache geschworen. Das geht seit hunderten von Jahren.
  • Er ist mein Feind.

Erlösung:
  • Schwur zurücknehmen. Macht zurück zu mir.

Die Wahrheit darunter, die Wahrheit, die ich leben will:

  • Er ist mein Freund, mein Gefährte, mein Geliebter.
  • Ich darf meine Partner schätzen und lieben.

Samstag, 26. Juni 2021

Wer nicht fühlen will, muss herrschen

 Ich glaube, dass man es wirklich auf diese einfache Wahrheit herunterbrechen kann. Die Kontrolle haben wollen, über Dinge, Menschen, Umstände bestimmen wollen, resultiert einzig daraus, dass man bestimmte Gefühle nicht fühlen will.

Stefan Hiene hat es mal so schön gesagt (sinngemäß), ich glaube es ging um Erziehung: "Wenn du deine Ohnmacht nicht fühlen willst, forderst du Gehorsam". Den Satz unterschreibe ich.

Ohnmacht, Angst, Hilflosigkeit, Kleinheit, Wertlosigkeit, Schwäche, Unsicherheit, Mangel, Schuld, Scham, Trauer, Einsamkeit, etc. Wären wir bereit, diese Gefühle zu fühlen, müssten wir die Dinge nicht beherrschen.

Wir müssten keine Krankheit bekämpfen und besiegen, den Körper nicht kontrollieren, Menschen nicht kontrollieren, Kinder nicht "er-ziehen", die Natur, das Wetter, das Klima nicht kontrollieren.

Wer zu fühlen bereit ist, muss nichts und niemanden beherrschen. Der ist frei. Der kann den Dingen ihren Lauf lassen, sich der Schöpfung hingeben, dieser immensen Intelligenz im Universum, dem All-Geist.
Das lass ich jetzt einfach mal so als eine meiner momentanen Wahrheiten da stehen. 😉


Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Freitag, 25. September 2020

Das globale Narzissmus-Phänomen

Die Wahrheit befreit, aber erst macht sie dich fertig - oder das globale Narzissmus-Phänomen

Hänsel und Gretel wollten es auch nicht glauben. Ihre Eltern schickten sie nicht nur alleine in den Wald. Nein, die Eltern waren auch noch bereit, den Tod der Kinder in Kauf zu nehmen, dafür, dass die Eltern die Wahrscheinlichkeit erhöhten, selbst nicht verhungern zu müssen, wenn zwei Mäuler weniger zu füttern waren.

Wer mit einem Narzissten als Elternteil groß geworden ist, erkennt sehr gut, was auf dieser Welt gerade vonstatten geht.

Es geht nicht um dich. Es ging niemals wirklich um dich. Du hattest nie auch nur den Hauch einer Chance. Du konntest es nicht richtig machen. Du hast niemals "genug" sein können, gut genug.

Das Gute daran? Du hast damit auch niemals etwas falsch gemacht. Du bist nicht schuld. An gar nichts, schon gar nicht am Leid der Eltern. Du solltest nicht besser sein, härter arbeiten, dich mehr anstrengen, gehorsamer sein, dich noch mehr verbiegen und anpassen. Du kannst die richtigen Worte nicht finden, um endlich zum anderen durchzudringen. Keine Erklärung deiner Situation oder der Fakten, würde Gehör finden. Es geht ja nämlich gar nicht um dich und deine Belange, um Verbindung und Menschlichkeit, um Nähe, Verständnis und Miteinander, darum, dass es jedem gut geht.

Du KANNST nicht zum anderen durchdringen. Hör auf, es zu versuchen. Da gibt es nicht die Möglichkeit auf Verbindung. Da ist nämlich niemand zu Hause. Es gibt da keinen Empfänger für deine Frequenz.

Du existierst als Mensch mit deinen natürlichen Grenzen und Bedürfnissen gar nicht. Du bist lediglich Bedürfniserfüller für sie und hast bitteschön keine eigenen Grenzen und Bedürfnisse zu haben. Du hast komplett für sie da zu sein. Du hast dich gefälligst unterzuordnen, hinten anzustellen, aufzulösen mit deinem "Wollen". Du hast zu verzichten und sie zu beliefern.

In dem Moment, in dem du das begreifst, in dem dir klar wird, dass du nie auch nur ansatzweise eine Rolle gespielt hast, zerreißt es dich förmlich. Es ist so hart, zu realisieren, dass du egal bist, dass es dich für sie eigentlich gar nicht gibt, dass es eben wie gesagt, nie um dich ging. Es zerreißt dich, weil du begreifen musst, dass du und dein Wohl die ganze Zeit unwichtig waren, komplett unwichtig. Der letzte Funke Hoffnung darauf, die Erfahrung doch noch zu machen, dass du von ihnen vielleicht, eventuell, ganz bestimmt ganz bald doch noch gesehen und anerkannt wirst, erlischt. Aus der Traum. Es wird nie passieren. Du bist allein, haltlos, hilflos, entwurzelt, ohne Flügel, orientierungslos, auf dem Abstellgleis, vergessen und verloren. Wie Hänsel und Gretel komplett sich selbst überlassen.

Wer bist du denn eigentlich, wenn sie dich nicht sehen? Wer bist du, ohne diese Zugehörigkeit? Definieren wir uns nicht über die Beziehung zu anderen? Ist es nicht erst möglich, uns selbst im Kontext mit anderen zu erkennen? Gibt es dich nicht erst, wenn dich jemand sieht?

Du löst dich auf. Gott sei Dank! Du löst das auf, was sie dir beigebracht haben, dass du über dich denken sollst. Du löst damit alles auf, was du nicht bist, denn sie haben dir vorwiegend nur Lügen über dich erzählt. Du bist nicht unfähig, schwierig, kompliziert, zu laut, zu anspruchsvoll, zu egoistisch, zu dämlich, zu anstrengend, zu empfindlich, zu sensibel, zu faul, zu viel. Sie haben es dir suggeriert,aber es ist nicht die Wahrheit über dich.

Wenn der Schmerz über den Verlust deiner bisherigen Identität und der Schmerz über den Verlust von der "heilen" Welt/Familie abgeflaut ist, kommt die Befreiung, kommt die Explosion in den Raum der unendlichen Möglichkeiten. Wenn du all das nicht bist, wenn da keine alten Begrenzungen mehr sind, keine alten Definitionen mehr, musst/darfst du alles neu betrachten, neu bewerten, dich neu entdecken. Plötzlich kannst du dich entfalten. Plötzlich ist da Platz. Ja, diese Freiheit macht erstmal Angst, ist bedrohlich weit. Du fühlst dich nackt und schutzlos. Ausgeliefert. Schon wieder, nur anders.

Wer bist du denn eigentlich so nackt? Du hast zum ersten Mal die Möglichkeit, dich wirklich zu sehen, dich in deiner Essenz und Schönheit ohne all die vorgefertigten Meinungen über dich und dein Sein. Ohne all den Rotz, der dich bisher an deiner Größe und deinem immer fortwährenden Wachstum gehindert hat.

Das ist die große Chance, die nach dieser Ent-Täuschung auf dich wartet. Du selbst bist das Geschenk, das hinter dem Schmerz dieses knallharten Aufwachens auf dich wartet. Wenn du dich selbst erstmal gefunden hast, gesehen, geschaut, erkannt hast, gibt es nichts mehr, was du noch von anderen/ihnen brauchen könntest. Dann bist du vollständig, da, angebunden, beheimatet in dir, auf der Welt, im Universum. Angekommen im Schoß von Mutter Erde, behütet von Vater Gott-Schöpfer. Gewollt, geliebt, getragen, versorgt, genährt, angefüllt, erfüllt, willkommen. Ein Glückskind, weil du endlich angekommen bist in deiner Schönheit, bei dir.

Du "musst" nicht mehr Opfer sein, weil du etwas zu bekommen erhoffst. Du hast dann alles und bist frei. Wo es kein Opfer mehr gibt, braucht es auch keine Täter mehr.

Die Ablösung von den irdischen Eltern - und allen Menschen, denen wir im Laufe unseres Lebens die Ersatzfunktion zuschieben wollten, wie z. B. Partnern, Vorgesetzten, Politikern, etc. - und die Hinwendung zu uns selbst und unseren wahren, kosmischen Eltern, ist das, was ich Erwach(s)en nenne. Das ist für mich der einzige Weg in die Freiheit. Es ist das, was gerade auf der ganzen Welt stattfindet.


Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Sonntag, 23. August 2020

Ich bin all das auch

"Die Bösen"... wir sind all das auch. Das, was wir da ablehnen und verurteilen, sind auch Teile von uns. Wir sind immer alles. Es hilft nix. Annahme und Anerkennung dieser Aspekte als Teil der Schöpfung, als Teil von uns. Anders geht es nicht. Das ist meine Wahrheit. Diese "Bösen", sie zeigen uns, was wir in uns selbst ablehnen, was wir nicht sein dürfen, was wir uns nicht erlauben, was wir zutiefst verurteilen.

Das zumindest ist meine Erfahrung in dem großen Spiel und in meinem "kleinen", individuellen mit meiner narzisstischen Mutter. Heilung ist dann passiert, als ich aufgehört habe, dagegen zu kämpfen und dieses "ich will auf keinen Fall so sein wie sie" aufgegeben habe. Ich habe mir erlaubt, genau so zu sein. All das. Die Lügen, die Erniedrigung, der Machtmissbrauch, der emotionale Missbrauch, die Giftigkeit, der Druck, die Strenge, die Falschheit. Ich muss es nicht wählen, aber ich darf es mir erlauben. Ich bin das auch.

Die Schöpfung macht keine Fehler. Die Schöpfung urteilt nicht. Das alles ist auch Teil der Schöpfung. Wir haben dieses Spiel gewählt, wollten jeden Aspekt erleben, die unterschiedlichsten Rollen erfahren. Guter Bulle, böser Bulle. Opfer, Täter. Unterdrücker, Sklave. Betrüger, Betrogener. Machthaber, Untertan. Zig Mal haben wir die Rollen getauscht, um auch jeden Aspekt zu erfahren. Wie könnten wir nun entscheiden, wer da was falsch macht? Was sein darf und was nicht?

Ich glaube, dass die Welt so aussieht, wie sie aussieht, weil all das Verdrängte in uns im Außen eine Bühne braucht. Das "Böse", das nie sein durfte. Das Leben hält uns den Spiegel vor und wir erkennen darin, was wir uns selbst nicht erlauben. Wir sehen unsere Urteile, unsere Verurteilung. Es MUSS diese Menschen geben, die uns all das so hervorragend vorführen. Sie sind unsere sichtbar gemachten inneren Anteile. Anteile, die wir abgespalten haben, die wir an uns nicht haben wollen. So müssen sie laut werden, extrem laut, damit wir hinsehen, damit wir sie endlich anschauen und anerkennen. Sie wollen einfach nur geliebt werden unsere inneren Kinder, die eben nicht brav sind. Kämpfen wir gegen sie, kämpfen wir gegen uns.

Ich bin der dunkelste Sumpf, der fieseste Schurke. Ich bin das hellste Licht und die Güte in Person. Ich kann um mich schlagen und explodieren, ungerecht und gemein sein. Ich kann heilsame Worte sprechen und voller Mitgefühl den anderen halten, mich selbst hingeben. Ich kann alles und vor allem kann ich lieben, alles. Alles, was ist. ALLES!

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche
 

Samstag, 15. August 2020

Wir sind der neue Mainstream

Ich merke, dass es noch einmal um Schuld geht bei mir. Uralte Geschichten, die jede/r von uns nachvollziehen kann, der die Hexenverbrennung "kennt" oder andere Szenarien, die ganz ähnlich gelagert waren in unserer Geschichte.

▪️Die anderen lügen wie gedruckt und mir wird Lüge vorgeworfen.

▪️Die anderen schaden den Menschen tatsächlich, wissentlich und vorsätzlich. Mir wird vorgeworfen, dass ich das täte mit meiner Heilkunde, mit meinem inneren Wissen, mit meiner Intuition, mit meiner Art zu leben.

▪️Die anderen gaukeln Wissen und Expertise vor durch Scheintitel und gefälschte Zahlen. Sie können keiner kritischen Frage standhalten und über mich wird gesagt, ich wäre ein Scharlatan und würde die anderen betrügen. Meine "Argumente" würden jeder Befragung standhalten. Sie sind fundiert und erprobt. Sie zeugen von der Anbindung an die Natur, an die Schöpfung selbst. Meine "Behandlungsmethoden" sind in vollem Einklang mit der Ganzheit des Menschen, sind holistisch und zuträglich, wirken an der Wurzel und führen die Menschen zurück in die Selbstverantwortung, in die Selbstheilungskräfte, in die Eigenmacht.

▪️Mir wird unterstellt, dass ich faule Ausreden benutze, um zu erklären, warum ich mich nicht an die "geltenden Regeln" halten kann. Es wird nicht nur das Bild erzeugt, dass ich eine Gefährdung für das Allgemeinwohl bin, nein ich bin auch noch egoistisch und überhaupt nicht solidarisch, würde die anderen im Regen stehen lassen und würde mich weigern, die "Bürde der Allgemeinheit" in diesen "schweren" Zeiten mitzutragen. Ich bin nicht nur Scharlatan, ich bin auch noch Schmarotzer und lasse es mir auf Kosten anderer gut gehen, nutze Gutgläubigkeit aus und würde mich durchmogeln wo es nur geht.

Alles, was mir damals, in so vielen Leben, vorgeworfen wurde, spüre ich auch heute wieder. Ein ganz kleiner Teil in mir scheint noch zu fürchten, dass da was dran sein könnte, dass ich der Betrüger bin, dass sie Recht haben könnten.

Menschen wie ich, Empathen, neigen dazu, sich ganz schnell in Frage zu stellen und meist viel zu sehr und völlig unberechtigt. Bevor ich einen Vorwurf wirklich zurückweise und ganz klar sagen kann, dass da nichts dran ist, wird mein ganzes inneres System von mir auf Herz und Nieren geprüft. Ich bin die erste, die bei sich selbst nachschaut und früher habe ich mir tatsächlich unfassbar viel Schuld einreden lassen, habe geglaubt, dass ich das Problem bin.

Der ganze alte Rotz darf jetzt aus den Zellen gespült werden. Diese Schuld drückt nochmal, damit sie endlich erlöst werden kann.

Tatsächlich ist es nämlich so: Alles, was mir vorgeworfen wurde/wird, machen die, die es mir vorwerfen. Ich kann getrost aufhören, mich zu sehr in Frage zu stellen. Natürlich werde ich nie aufhören, mich in Frage zu stellen, weil das essenziell für Wachstum und Bewusstheit ist. Ich werde immer wieder prüfen, ob das, was ich bis dahin geglaubt und für wahr gehalten habe, noch stimmt, ob das, was der andere von mir behauptet, wahr ist. Das tue ich dauerhaft. Aber ich werde mich dabei nicht mehr zerfleischen wie früher und mich durch eingeredete Schuldgefühle klein halten lassen.

Empathen neigen dazu, zu übersehen, dass destruktive Muster am Wirken sind, weil sie zu sehr damit beschäftigt sind, den Fehler bei sich zu suchen. Narzissten und die eigentlichen Egoisten wissen das zu schätzen und zu nutzen. Mir geht es nicht um erneute Schuldzuweisungen, die nun gegen andere gerichtet werden. Mir geht es darum, zu erkennen, was da wirkt, darum, aus dem Spiel auszusteigen.

Unbewusste Muster zu erkennen, ist in diesen Tagen wichtiger denn je. Das Spiel MUSS durchschaut werden, wenn wir aussteigen wollen.

Es geht darum, zu erkennen, dass wir un-schuldig sind und alle alten Überzeugungen dahingehend zu entlassen. Sprechen wir uns frei.

Es geht darum, die Macht, die wir den anderen über uns gegeben haben, dadurch, dass wir uns selbst schuldig gesprochen haben, wieder zu uns zurückzunehmen.

Es geht darum unsere Spielfigur vom Feld zu nehmen und eine neue Wahl zu treffen. Eine Wahl für ein neues Spiel in Wahrhaftigkeit und Menschlichkeit, in bedingungsloser Liebe. In dem neuen Spiel ist Entfaltung einer jeden Persönlichkeit oberstes Gebot. Würde, Freiheit, nährende Gemeinschaft, Wachstum, kompletter Selbstausdruck.

Es geht jetzt darum, die eigene Expertise komplett anzuerkennen, ganz unabhängig von Abschlüssen oder Titeln. Meine Expertise kommt aus meinem Innersten und beruht auf krassester Lebenserfahrung und der Anbindung an die Quelle selbst. Menschen, die dazu in der Lage sind, sich komplett auf ihre Intuition zu verlassen und Dinge anders zu machen als bisher, sind wichtiger denn je.

Es geht darum, zu erkennen, dass genau diese Art zu Leben der neue Mainstream ist. WIR sind der neue Mainstream. Der Wind hat sich in den letzten Tagen extrem gedreht. Es wird anders berichtet. Es werden noch mehr Fragen gestellt. Immer noch mehr Menschen fangen an, an dieser "Krise" zu zweifeln und werden hellhörig. Es setzt sich langsam durch, dass eine andere Art zu leben her muss. Dass es so nicht weitergehen kann.

Die neue Welt ist eigentlich schon fertig. Alles ist vorbereitet. Alles ist schon da. Es braucht nur noch, dass immer mehr diese neue Welt wählen. Und das passiert gerade. Ich sage euch: Wir sind der neue Mainstream. Wahrhaftigkeit setzt sich durch. Wir sind hier angetreten, weil wir es endlich in einem menschlichen Körper erleben wollen, das zu erfahren - ein Leben im Einklang mit unserer wahren Natur. Diese Wahl ist getroffen und diese Wahl kann durch nichts aufgehalten werden. Wir sind nicht nur die Welle. Wir sind ein Fluss, der immer breiter wird. Ein Strom an Liebe.

 

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche
 

Montag, 3. August 2020

Ich ent-schuldige die Täter

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Narzissmus und Egoismus erlöst werden dürfen. Erlöst in dem Sinne, dass die Urteile darüber zurückgenommen werden.

Nach wie vor bin ich der Meinung, dass es keinen Menschen gibt, der von Grund auf böse ist. Alles, was wir als böse definieren, geschieht aus meiner Sicht aus einer tiefen Verletztheit heraus. Es geht gefühlt im Grunde nicht darum, einem anderen mutwillig zu schaden. Ich glaube es ist eher so, dass die eigenen Bedürfnisse des "bösen Menschen" so sehr im Vordergrund stehen, dass er es entweder billigend in Kauf nimmt, dass jemand anders dadurch zu Schaden kommt oder es sogar so ist, dass der Narzisst, der Egoist so sehr mit sich beschäftigt ist, dass er den anderen und dessen Bedürfnisse überhaupt nicht wahrnimmt. Sie sehen den anderen schlicht nicht oder nur als Bedürfniserfüller, der zur Verfügung zu stehen hat, weil die eigene Not so groß ist.

Vermutlich KANN der Narzisst, der Böse den anderen gar nicht wahrnehmen. Er ist so sehr mit sich und seiner Bedürfniserfüllung beschäftigt, dass damit alle Kapazitäten ausgelastet sind. Overloaded sozusagen. Da ist kein Platz mehr, um andere wahrzunehmen. Und vielleicht ist Mitgefühl und Empathie generell nicht möglich, weil er sich selbst schon gar nicht wahrnehmen kann. Abgeschnitten vom Mitgefühl auch für sich selbst. Wenn ich mich nicht spüren kann, weil ich alles gedeckelt und weggesperrt habe an Schmerz, Angst, Wut, Verletzung, wenn ich den Kontakt zu mir und meinem Innersten komplett verloren habe, wenn da keiner wohnt, der Körper nicht beseelt ist oder nur wenig, kann ich andere gar nicht oder nur schwer spüren. Wie soll das gehen?

Ohne die eigene Quelle in mir, ohne Anbindung ans Leben, an das Göttliche, an die Schöpfung, muss ich andere Wege finden, um versorgt zu werden. Wenn ich um die eigene Anbindung nicht weiß, müssen andere liefern. Wo soll sonst "etwas herkommen"?

Wen wundert es also, wenn über kurz oder lang das große Hauen und Stechen losgeht, weil jeder denkt, er kommt zu kurz und jeder etwas vom anderen zu brauchen glaubt? Man denkt sich die krassesten Strategien aus, um an das Lebensnotwendige zu kommen. Es ist dann nur normal, in diesem "Weltbild" der Getrenntheit, mit allen möglichen Mitteln zu versuchen, andere dazu zu bringen, dass sie das machen, was mir zu Gute kommt. Eigentlich nur logisch. Niemand will das Opfer sein. Niemand will mit dem Ofenrohr ins Gebirge schauen, der Verlierer sein. Also nimmt man es dafür in Kauf der Täter zu sein und auf Kosten anderer, den Vorteil zu haben.

Zugrunde liegt der Trugschluss der Trennung, der Trennung von der eigenen Quelle, von sich selbst, der Natur, der Schöpfung, der göttlichen Anbindung. Ein Narzisst muss kein Narzisst mehr sein, wenn er die Quelle in sich selbst findet.

Meine Wahrheit ist tatsächlich, dass es keine bösen Menschen gibt. Ich habe Mitgefühl, ganz viel Mitgefühl, denn ich weiß wie fies dieses Gefühl der Getrenntheit ist, dieses Gefühl des Abgeschnittensein, sich selbst nicht wahrnehmen zu können. Ich kenne das Gefühl alles und jeden als Bedrohung zu fühlen, immer im Mangel zu sein, sich unfähig zu fühlen, ohnmächtig, verlassen, leer. Ich kenne das Streben nach Macht über andere, um die eigene Ohnmacht nicht fühlen zu müssen, um ein Mindestmaß an "Sicherheit" zu haben. Ich komme da her, hatte mich verloren.

Nimm den größten Schurken, den Menschen, den du am meisten verurteilst, zieh seine Schuhe an und geh seinen Weg, schau durch seine Brille, fühle seine Gefühle, seinen Schmerz und dann sag noch mal, er wäre böse. Schätzungsweise hat er sich einfach nur selbst verloren.

Es geht gar nicht so sehr um Vergebung. Es geht um Verstehen. Es geht nicht um Schuld. Es geht um Ursache und Wirkung und die großen Zusammenhänge.

Ich nehme heute ganz bewusst noch einmal alle Urteile zurück, die ich je über "Täter" gefällt habe. Ich ent-schuldige sie. Ich lasse sie frei. Spreche sie frei. Und damit spreche ich mich frei. Ich bin ent-schuldigt. Jeder ist ent-schuldigt. Gott richtet nicht, wieso sollte ich es tun?

(Wer mag kann meinen dazu passenden Podcast hören: https://anchor.fm/anja-reiche/episodes/Es-gibt-keine-bsen-Menschen-e8ivhr)

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Freitag, 31. Juli 2020

Die Phasen der Erlösung

Ich bin tatsächlich unfassbar froh, dass mein Weg so war wie er eben war. Ich bin so froh, dass ich bereits ganz individuell, im kleinen Rahmen quasi, den Weg in die Freiheit finden musste. Ich bin so froh, dass ich emotionalen Missbrauch und Narzissmus erlebt habe und dass ich den Ausweg finden "musste". Die Phasen, die ich im persönlichen Bereich durchlebt habe, erfahren wir gerade auf kollektiver Ebene. Mir hilft es enorm immer wieder meinen Weg anzuschauen und daraus Schlüsse zu ziehen, was da gerade auf der Welt los ist.

Anfangs, als kleines Kind, war es normal für mich, dass ich gehorsam bin, dass ich den Anweisungen von außen folge, dass meine Bedürfnisse immer untergeordnet wurden. Es war normal Leistung zu erbringen. Es war normal, dafür sorgen zu müssen, dass es den anderen gut geht. Es war normal daran schuld zu sein, wenn es anderen nicht gut geht. Prinzipiell ging es mir ja nicht schlecht. Materiell war ich bestens versorgt und es gab selbstverständlich ein kleines Maß an Freiheit, in dem ich mich bewegen konnte. Es war normal, dass mir gesagt wurde, dass ich doch nicht undankbar sein sollte, dass ich es doch gut hatte, viel besser als meine Eltern früher. Das ist wahr. Aber ist das das Maß der Dinge? Dass es andere schlechter hatten/haben?

Dann regte sich immer mehr Widerstand in mir. Ich hatte mehr und mehr das Gefühl, dass hier etwas schief läuft, dass da Dinge verzerrt werden, dass da mit zweierlei Maß gemessen wird, dass da Willkür herrscht, Ungerechtigkeit, dass da Tatsachen verdreht werden, dass Zusammenhänge falsch verknüpft werden. Mit Blicken, Worten, Andeutungen wurde Gehorsam gefordert. Jeder Versuch, den Dingen auf den Grund zu gehen und die Wahrheit herauszufinden, wurde durch Aggression, Vorwürfe und Killerphrasen im Keim erstickt. Logik und Transparenz waren nicht vorhanden. Nichts von dem, was ich anzweifelte, konnte mir schlüssig erklärt werden. Ich wurde verbal angegriffen für meine Dreistigkeit, für meine "blöde Art". Statt bei der Sache zu bleiben, wurde der Spieß umgedreht. Plötzlich ging es um mein Verhalten. Mir wurde gesagt, dass ich kalt und egoistisch bin, dass ich mich anstelle, dass ich schwierig bin, dass ich das Problem bin.

Ich habe gekämpft. Viele Jahre. Als Kind, als Jugendliche, als junge Erwachsene. Immer wieder gab es Streit. Immer hab ich den Kürzeren gezogen. Ich hatte das Spiel noch nicht verstanden, noch nicht begriffen, was da eigentlich lief.

Dann irgendwann kam mir "Narzissmus" zu Ohren. Ich las darüber und plötzlich fiel mir alles wie Schuppen von den Augen. Mit meiner Wahrnehmung war tatsächlich alles in Ordnung. Da lief ein krass destruktives Muster und ich war mittendrin. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie sehr die Groschen gefallen sind. Wie sehr ich geweint habe, vor Erleichterung, weil ich plötzlich wusste, dass mit mir alles in Ordnung war, dass ich mich eben nicht getäuscht habe bei dem Eindruck, dass da was grundlegend nicht stimmte. So viel konnte ich rückblickend neu betrachten und bewerten. So vieles stellte sich plötzlich als ganz anders heraus, als es bis dahin schien.

Dann kam die Phase in der ich all die anderen darüber aufklären wollte. Ich wollte es meinen Geschwistern klar machen, ihnen die Augen öffnen. Ich wollte es meinem Papa deutlich machen. Ich wollte es der Welt erzählen. Anderen helfen, die in ähnlichen Situationen sind und ihnen damit aufzeigen, was dahintersteckt, hinter all dem "Leid". Nun, jeder wacht in seinem Tempo auf und manche wollten es einfach nicht wahrhaben, dass ein Elternteil es eben nicht immer gut mit ihnen meint, sondern ganz andere Ziele verfolgt. Die Wahrheit tut manchmal extrem weh. Aber sie macht auch frei.

Natürlich habe ich auch versucht, meiner Mutter klar zu machen, was sie da eigentlich treibt und wie scheiße das für andere ist, dass das so nicht geht und dass sie doch anders sein müsste. Ihr könnt euch sicherlich denken, wie viel Sinn das Ganze hatte. 😉

Irgendwann kam ich an den Punkt, an dem ich begriffen habe, dass hier niemand anders sein muss, dass keiner irgendwas begreifen muss, dass meine Freiheit und mein Frieden einzig und allein in mir stattfinden. Nicht die Situation hält mich fest, ich halte die Situation fest. Immer wieder kamen Momente, in denen ich das Gefühl hatte, dass meine Mutter noch Macht über mich hat. Und immer wieder fand ich die Lösung in mir und merkte, dass ich noch Macht abgegeben hatte, dass ich sie immer noch mächtiger einschätzte als mich selbst. Dass ich manchmal immer noch glaubte, sie könnte mir dazwischenfunken und in irgendeiner Form mein Leben beeinflussen und irgendwas bewerkstelligen, was ich nicht möchte, sie aber wohl.

Es ist ein Scheinriese. Der größte Feind, der größte Dämon will einfach nur entlarvt werden. Wir sind diejenigen, die ihn aus dieser Rolle entlassen können. Es gibt nichts zu bekämpfen. Die Wut ist normal und die Wut ist ein Geschenk. Doch wir müssen sie nicht gegen den Feind richten. Auf dieser Ebene wird das Spiel nicht entschieden. Auf dieser Ebene wird keine Freiheit "gemacht".

Ein ganz entscheidender Punkt war tatsächlich, alles zu integrieren und mir zu erlauben, was meine Mutter zum Ausdruck brachte. All das war ich auch. Ich war giftig, ich war bissig, ich war biestig. Ich konnte genauso gut kontrollieren und manipulieren. Ich konnte genauso gut lügen, andere bloßstellen, Tatsachen verdrehen. Ich konnte andere in Grund und Boden reden, sie einschüchtern und gefügig machen. Alles, was der größte Feind für uns verkörpert, sind wir auch. Wir sind immer alles. Was wir an anderen ablehnen, lehnen wir an uns selbst ab. Bisher habe ich jeden Dämon in mein Herz genommen, alles eingeatmet und anerkannt, dass ich das auch bin. Die Schöpfung wertet nicht. Jeder Aspekt hat seine Berechtigung. Es geht nicht darum, Dinge auszumerzen. Es geht darum, sie endlich anzuerkennen und zwar als sich selbst zugehörig.

Nun könnte man sagen, dass es ja nun nicht "nur" um die Eltern geht in diesem Weltgeschehen, sondern um "mächtige" Politiker, um Gesetze, um Strafen, die mit Staatsgewalt durchgesetzt werden können. Was soll es da bringen, wenn der einzelne die Freiheit in sich findet? Mit meiner Mutter war das eins zu eins. Jetzt ist es anscheinend "einer gegen viele". Das stimmt nicht. Wir, die die Freiheit in uns selbst finden, sind extrem viele. Die Regierung ist ein Kollektiv - also eins. Und wir sind ein Kollektiv - also eins. Es ist wieder eins zu eins. Also absolut kein Ungleichgewicht. Alles ist Bewusstsein. Alles ist möglich.

"Probleme" werden nie auf der Ebene gelöst, auf der sie sich zeigen. Was wir im Außen als Problem erleben, war auf geistiger Ebene vorher schon da. Und auf dieser geistigen Ebene kann es gelöst und erlöst werden.

Wie sehr glaubst du noch, dass die Regierung mächtiger ist als du? Wie sehr fühlst du Gesetze als bindend und einschränkend? Wie viel Macht misst du dem ganzen noch bei? Wie viel Gewicht gibst du dem Ganzen? Wie sehr lässt du dich beeindrucken von Regeln, Vorschriften, Androhungen? Wie klein fühlst du dich bei all dem? Wie ohnmächtig und einsam, unfähig etwas zu verändern? Der Elefant, der am Pflock festgebunden groß geworden ist, würde auch immer behaupten, dass der Pflock mächtiger ist als er. Er würde gar nicht in Erwägung ziehen, den Pflock anzuzweifeln. Die Gefangenschaft findet IN ihm statt.

Deine Ohnmacht findet IN dir statt.Das alles sind deine Gefühle und Gedanken. Niemand kann sie klären, verändern, erlösen, außer du selbst. Selbst wenn heute alle Vorschriften fallen würden, alle Einschränkungen aufgehoben werden würden, wäre es in dir nicht freier. Dann käme die nächste Situation, die dir deine innere Unfreiheit zeigt, damit du bemerkst, dass sie noch da ist.

Stell dir mal vor, was passieren würde, wenn sich von heute auf morgen niemand mehr an die Vorschriften hält. Sollen Millionen von Menschen eingesperrt werden? Was wenn die Polizei ebenfalls nicht mehr zur Verfügung steht, die Einhaltung der Gesetze zu überwachen?

Sag nicht, dass es nichts bringt, wenn du dich um deine innere Freiheit kümmerst. Wenn das nämlich ein paar Millionen machen, wird sich die Welt automatisch verändern, weil diese Menschen aus dem Spiel aussteigen und ihre Spielfigur vom Brett nehmen. Weil diese Menschen nicht mehr akzeptieren, dass eine Macht über ihnen steht und ganz selbstverständlich entsprechend handeln. Aus einer inneren Klarheit heraus. Sie haben ihre Gefühle geklärt. Sie haben ihr Bewusstsein geklärt und bereinigt und sind voll und ganz in der Eigenverantwortung. Sie kämpfen nicht, sie handeln aus ihrer inneren Größe heraus, entschlossen und ausgerichtet, orientiert an ihrem Selbstwert und ihrer Würde. Erlöst von alten Verstrickungen.

Danke Mama, dass du dich bereit erklärt hast, mir meine scheinbare Unfreiheit zu zeigen, damit ich meine innere Freiheit finden konnte. Was für eine Vorbereitung auf diese Zeit jetzt. 🙏❤️


Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Dienstag, 26. Mai 2020

Gedankenschnipsel in die Freiheit

In mir arbeitet es. Hoch und runter. Links und rechts. Gleichzeitig bin ich müde und erschöpft. Zum wiederholten Male sitze ich hier und fange an zu tippen. So richtig zusammenhängend will es nicht werden. Deswegen teile ich jetzt einfach meine ganzen Gedankenschnipsel mit euch. All die Stichpunkte und Notizen, die ich heute im Laufe des Tages gemacht habe. Vielleicht ist was für euch dabei.

26.05.2020 - Wie kann ich jetzt meine Freiheit leben?

▪️Im Moment bin ich dabei, alle meine bisherigen Erfahrungen und Erkenntnisse vom Kleinen aufs Große zu übertragen. Wie war das damals mit meiner Mutter? Wie habe ich den Weg in die Freiheit gefunden? Diese Unfreiheit war eine Illusion.

▪️Keine Lust mehr auf Pingpong. Das Spiel langweilt mich.

▪️Es gibt nichts Getrenntes von mir. Es gibt nicht DIE und mich.

▪️Alles ins Herz nehmen. Integration.

▪️Macht zurückholen, die ich unwissentlich abgegeben habe

▪️Ich löse mich von der Situation und entscheide mich dafür, die Wahrheit zu sehen, damit ich frei sein kann.

▪️Nichts und niemand hat Macht über mich, wenn ich sie nicht abgegeben habe.

▪️Die Rettung wird nicht von außen kommen.

▪️Es hat keinen Sinn zu versuchen, zu "den anderen" durchzudringen. Sie müssen es nicht verstehen, nicht aufwachen. Jeder darf machen und glauben, was immer er für richtig hält. Das hält mich nicht davon ab, meine Freiheit zu leben.

▪️Umdrehen und gehen. Jede Situation, die mir nicht dienlich ist, verlassen. Jedes Gespräch, das nicht zum Ausdruck bringt, wer ich wirklich bin, beenden. Ist da noch Wachstum drin? Bringt mich das weiter? Ist das Ausdruck meiner Göttlichkeit?

▪️Die Geschichte mit dem Baum: Wir jammern und fragen, wann uns die Vergangenheit endlich loslässt. Das ist so ähnlich wie einen Baum zu umklammern und zu fragen, wann er uns endlich loslässt.

▪️Alles in mir sagt, dass es darum geht, das Spiel innerlich zu beenden. Sich wieder an seine Macht und Größe zu erinnern. Zu erkennen, dass wir nichts erleben können, was nicht in irgendeiner Weise etwas mit uns selbst zu tun hat. Alles passiert FÜR uns.

▪️Alles ist lösbar. Wahrscheinlich gibt es noch nicht mal etwas zu lösen, sondern einfach nur sein zu lassen und eine neue Wahl zu treffen.

▪️Jeder ist am richtigen Platz. Jeder tut das Richtige. Es gibt nichts zu verurteilen. Ich kann nicht wissen, was für eine andere Seele jetzt die richtige Erfahrung ist. Ich kann nicht urteilen, ob es anders besser wäre.

▪️Die totale Annahme von dem, was ist. Die radikale Integration. Die radikale Erlaubnis von ALLEM. Lieben was ist. Es darf genau so sein. Es läuft nichts verkehrt. Nicht aus dem Widerstand handeln. Nicht gegen etwas handeln. Aus dem eigenen Herzen handeln. Sich FÜR etwas entscheiden.

▪️Alles einatmen. Alles ins Herz nehmen. Jeden einzelnen "Protagonisten". Jeden Bösewicht, jeden "Dummkopf", jedes "Schlafschaf", jeden Extremisten, jeden "Lügner", jeden Verbrecher.

▪️Die Schleier der Illusion dürfen fallen. Wie sieht es jenseits von Urteilen aus? Auf welche Welt schauen wir?

▪️Harakiri-, Kamikaze-Integration - den größten Feind ins Herz nehmen. Nicht wegen Licht und Liebe und aus absolut überheblicher Großherzigkeit, sondern in tiefster Demut, einen Tod sterben. Ich bin das alles auch. Meine Schöpfung. Mein Baby. Meine Kreation. Ich habe all das wie auch immer mit hervorgebracht. Ich kann es also wieder einschmelzen und neu kreieren.

▪️Ist es wirklich wahr, dass ich nichts machen kann? Ist es wahr oder wäre ein für mich Einstehen einfach nur unangenehm? Fürchte ich die Konfrontation? Habe ich Angst, mich nicht behaupten zu können? Angst, einzuknicken?

▪️Was ist mein Platz, meine Rolle? In jedem einzelnen Jetzt hinspüren.

▪️Ich muss niemanden retten. Ich kann niemanden retten. Es gibt nichts zu retten, weil nichts falsch ist. Jeder Einzelne darf sich um sich selbst kümmern.

▪️Es gibt nichts zu diskutieren. Mein Bauchgefühl ist nicht verhandelbar. Ich stehe da in meiner Klarheit. Alles andere als meine innere Wahrheit akzeptiere ich nicht. Drunter mach ich es nicht mehr.

▪️Ich wähle aus reinem Herzen, was ich leben will und mein "Umfeld" muss sich unweigerlich entsprechend sortieren. Anders geht es gar nicht.

▪️Ich erfahre die Freiheit, die ich bin.




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Text und Gestaltung: Anja Reiche
Fotos: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche


Aus dem Kartenset von Gaby Shayana Hoffmann