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Donnerstag, 20. August 2026

Wenn der eine den anderen beim "Leben" stört

Ich hab in den letzten Wochen und Monaten beobachtet, dass es in Beziehungen jeglicher Art vermehrt an diesen einen Punkt kommt, an dem es schlicht nicht mehr weiter geht. Es gab ein gemeinsames Stück des Weges, scheinbar zu sich hin, und dann passt es plötzlich nicht mehr zusammen.

Darin zeigen sich zwei unterschiedliche Grundhaltungen.

Es gibt die einen, die wollen nicht wirklich sich, die wollen sich in einem schönen Leben und sich selbst nur dann, wenn sie sich gut fühlen. Die wenden sich ihren unangenehmen Gefühlen nur deshalb zu, damit sie schnellstmöglich nicht mehr ihr schönes Leben stören, damit schnell alles wieder gut ist.

Ihre Prioritäten sind komplett anders gesetzt, als bei den anderen, wie zum Beispiel mir. Es sind jene, die sich in jedem Moment, unter allen Umständen und in allen Umständen wollen und sich GRUNDSÄTZLICH sich selbst zuwenden, nicht nur im "Notfall".

Dort gilt: Ich will es endlich schön haben. Die unangenehmen Gefühle und Situationen stören. Gut ist es erst, wenn die Gefühle gut sind und die Lebensumstände meinen Vorstellungen entsprechen.

Hier gilt: Ich will mich haben. Ich bin mir selbst immer willkommen. Nichts muss anders werden. Die Umstände sind völlig zweitrangig.

Dort muss wieder und wieder Gewalt gegen sich selbst gerichtet werden, die im ersten Moment aussieht, wie wohlwollende Selbstzuwendung. In Wahrheit soll die Störung weg, damit es wieder leicht und schön ist. Das, was sich zeigt, hat keine wirkliche Daseinsberechtigung. Es ist etwas, das mit dem Zweck des Verschwindens angefasst wird. Gut mit sich sein können, ist erst wieder möglich, wenn das "Problem" gelöst ist.

Hier gibt es keine Bereitschaft, auch nur einen Millimeter von meiner tatsächlichen inneren Beschaffenheit wegzugehen. Keine Bereitschaft auch nur im Ansatz Hand gegen mich selbst anzulegen. Ich bin einverstanden mit dem, was sich gerade zeigt. Ich bin nicht erst wieder einverstanden mit mir, wenn es weg ist.

Dort erlebe ich eine Weigerung, komplett im Moment zu sein und sich WIRKLICH auf das einzulassen, was gerade da ist, außer es ist schön, dann soll es bitte nie enden. Es bedeutet rennen, Stress, Anspannung. Kein dauerhaft tiefes Atmen im Jetzt möglich. Keine echte Ruhe.

Hier ist ein entspanntes Verweilen in jedem Jetzt. Die inneren Landschaften dürfen sich ändern und von jetzt auf gleich völlig konträr sein. Ich gehe mit mir mit, mit dem Fließen und Wogen in mir. Meine Gefühle stören nicht, ganz im Gegenteil. Nirgends anders möchte ich sein. Es ist ein tiefes Ein- und Ausatmen. Mich stört nichts an mir, mich stören, wenn überhaupt, die Ideen der anderen, die von mir verlangen würden, dass ich mich jetzt anders fühlen oder etwas anderes machen sollte.

Und genau da gehen diese zwei Haltungen nicht mehr zusammen. Was bisher nach einem gemeinsamen, gleichen Nenner aussah, entpuppt sich als grundsätzliche Unterschiedlichkeit. Die LebensSinnAusrichtung ist komplett anders. Der eine stört den anderen bei dem, was für ihn Priorität hat und erstrebenswert ist.

Meine Erfahrung ist, dass sich an der Stelle tatsächlich die Wege über kurz oder lang unweigerlich trennen, weil es für beide nur noch frustrierend und höchst unbefriedigend ist. Das ist nicht nur völlig okay, es liegt für meine Begriffe in der Natur der Sache und kann in der schlichten Anerkennung dessen, unglaublich befreiend sein. Zwei Menschen reden nicht wirklich vom selben und verstehen etwas völlig anderes unter ihrem Lebenssinn.

Keine Einigung notwendig. Eine erleichternde Zweinigung erlaubt.


 

Montag, 29. Juni 2026

Es gibt genau eine echte Verantwortung

Es gibt genau eine Verantwortung, die ich habe: Ich habe die Verantwortung für meine Bewusstheit, die Verantwortung für mein Bewusstsein, die Verantwortung für meine Reifung und Ganzwerdung, die Verantwortung für meine Anbindung, die Verantwortung für ein Leben aus der Anbindung. Ich habe die Verantwortung für den Ausdruck meines wahren Wesens. Das ist die einzige Verantwortung, die ich dem Leben gegenüber habe - die Verantwortung mein wahres, göttliches Wesen zu sein.

Verantwortung, die Druck und Pflichten meint, die vom Außen vorgegeben sind, ist keine Verantwortung. Verantwortung meint nicht, brav sein und anderen nutzen. Verantwortung meint nicht, sich selbst komplett zu vergessen und nur für andere da zu sein. Verantwortung meint nicht, keinen eigenen Willen und keine eigenen Gefühle haben zu dürfen. Verantwortung heißt nicht, die anderen vor mich selbst zu stellen, dem „Gemeinwohl“ zu dienen und dabei selbst drauf zu gehen. Das alles wollen Menschen von anderen, wenn sie selbst nicht verbunden sind, nicht in sich zu Hause, nicht mit der Quelle eins. Das ist eine Idee von Verantwortung, die der Trennung entspringt. Wenn ich mich selbst nicht gehalten und versorgt fühle, sicher und geborgen, dann will ich das andere dafür sorgen, dass ich mich so fühle.

Damit bin ich immer vom Außen abhängig. Und damit geht automatisch einher, dass ich das Außen kontrollieren will, dass ich es dazu bringen will, dass meine Erfüllung geschieht. Das kann niemals die letzte Wahrheit sein. Das ist alles, nur keine Freiheit, kein Frieden, keine Eigenmacht und vor allem keine eigene Größe. Darin weiß ich nicht, wer und was ich eigentlich wirklich bin. Das ist nicht Ausdruck von „wer und was ich wirklich bin“. Das wird meinem wahren Wesen nicht im Ansatz gerecht.

Ich sehe Frauen, die meinen sie bräuchten Sicherheit von einem Mann, damit sie erblühen können und ein ruhiges Nervensystem haben. Ich sehe Männer, die meinen sie bräuchten einen 100% sicheren, authentischen Raum von einer Frau, damit sie endlich mit all ihren Gefühlen da sein können. Beide Bedürfnisse gehören für mich komplett in die Kindheit. Da stimmt das. Da gehört das hin und da hätte das sein müssen. Als Erwachsene/r ist das aber nicht mehr wahr. Mein sicherer Raum ist da, wo ich ganz da bin. Nur weil jemand mit meinen Gefühlen nicht umgehen kann und dadurch in Not kommt, heißt das nicht, dass ich nicht da sein kann. Doch kann ich sehr wohl. Deswegen muss ich es nicht verdrängen und mich auch nicht verlassen. Das Gefühl muss nicht weg. Der andere muss nicht weg. Ich muss nicht weg. Ich kann bei mir und meinem Innenerleben bleiben, auch wenn der andere deswegen angetickt ist und es gerne anders hätte. Solange keine Gefahr für Leib und Leben besteht, kann ich in diesem Raum mit meinen Gefühlen da sein. Mit mir darin sein.

Ich brauche vielleicht für den Heilungsweg als Überbrückung sichere Räume, aber nicht grundsätzlich, um als Erwachsene/r mein Leben leben zu können, mich entfalten zu können, da sein zu können, meine Gefühle zum Ausdruck bringen zu können. Daran kann ich mich letztlich nur selbst hindern.

Es ist nicht wahr, dass Frauen etwas grundsätzlich von Männern brauchen, damit sie erblühen können. Es ist nicht wahr, dass Männer grundsätzlich etwas von Frauen brauchen, damit sie da sein können. Da gibt es faktisch keine naturgegebene Abhängigkeit. Jungs brauchen etwas von ihrer Mutter. Mädchen brauchen etwas von ihrem Vater. Wenn diese inneren Kinder nachträglich versorgt sind, können sich Männer und Frauen in einer nie gekannten, neuen, freien Weise begegnen, ganz ohne Ansprüche und Brauchen. Reif und in sich ganz.

Und bis dahin kann jede Begegnung nur dazu hergenommen werden, die inneren Kinder aufzuspüren, die noch unerfüllte Bedürfnisse haben. Beziehungen dienen nicht dazu, endlich das perfekte Umfeld zu bekommen, das ich als Kind gebraucht hätte. Es gilt nicht einen bestimmten Status Quo zu erhalten und deswegen Ausschau zu halten nach dem Mann oder der Frau, die mir endlich das gibt, damit ich mich leben kann.

Das Einzige, nach dem ich immer und überall Ausschau halte, bin ich. Ich nehme alles her, um mich selbst zu erkennen, das Unbewusste bewusst zu machen, Fehlendes aus der Kindheit zu ergründen, das zu erkennen, was gar nicht ich bin. Umso mehr ich in mir lande, umso mehr lande ich in der Anbindung zu allem und einer so enormen Grundsicherheit, die mir nichts und niemand im Außen geben könnte.

Das ist die einzige Verantwortung die ich wirklich habe. Ich in meinem Gewahrsein über mich. Ich in der Quelle. Ich aus der Quelle. Ich, die Quelle selbst.


(Und diese Verantwortung habe ich vor allem dann, wenn ich Kinder habe. In dieser Bewusstheit, Reife, feinen Tieffühligkeit und Freiheit werde ich automatisch und intuitiv alles tun, was das Kind für seine Entfaltung braucht. Es geht gar nicht anders. Diese Reife lässt mich komplett im Moment sein und der weiß alles.)



Samstag, 13. Juni 2026

Boden unter den Füßen

Ich fühle mich, als hätte ich wieder Boden unter den Füßen. Nach einem Drahtseilakt von unfassbarer Dauer in schwindelerregender Höhe, ohne Netz und doppelten Boden, ohne Sicherungsleine, zu zweit unterwegs.

Annette meinte einmal, dass unsere "Reise" - also die von Christian und mir - sie an einen Drahtseilakt erinnert und manchmal könnte sie einfach nicht hinsehen. Ich kann es verstehen. Dieses Bild von diesem Drahtseil war so treffend für mich und hat sich sofort vor meinem inneren Auge ausgebreitet. Völlig stimmig.

Das Seil ist gespannt von einem Berggipfel zu einem anderen. Dazwischen eine schier unendliche Distanz. Einer kommt von links, der andere von rechts. Wir bewegen uns aufeinander zu. Jeder Schritt von einem von uns versetzt das Seil ordentlich in Schwingung. Der andere muss ausbalancieren. Wir schwanken, rudern manchmal mit den Armen. Höchste Konzentration. Jede Bewegung muss sitzen. Manchmal stehen wir beide eine Zeit lang still, zum Atmen, Neusortieren, Orientieren - oder in meinem Fall, um mir die Haare zu raufen, zu schreien und kurz mal zu verzweifeln. Umkehren war dennoch nie eine Option, runterfallen übrigens auch nicht. 😉

Seit gestern oder vorgestern ist da bei mir diese Veränderung in den inneren Bildern und eben auch in mir - nach unzähligen weiteren Erkenntnissen, geborgenen inneren Kindern und endlosem Begreifen, von dem ich euch so gerne erzählen wollte und doch kam kein Wort aus mir raus.

Ich hab wieder Boden unter den Füßen. Tatsächlich seh ich erstmal nur mich. Das Seil liegt zwischen meinen Füßen auf der Erde. Wie ich da runtergekommen bin und wo Christian ist, kann ich darin im Moment nicht sehen. Nur spüre ich meine innere Wandlung. Da ist das Empfinden, dass etwas Grundlegendes geschafft ist. Da ist eine neue, ruhige Sicherheit. Bislang war ich mir "nur" dessen sicher, dass meine Erlösung gewiss ist. Das war mir immer klar. Für meine Heilung ist in all dem alles perfekt orchestriert. Die Sicherheit in meinen eigenen Prozessen, in der inneren Führung, das war immer da. Das war und ist auch das Einzige, was wirklich in meiner Verantwortung liegt. Um mehr hatte ich mich nicht zu kümmern. Um weniger auch nicht. Es ging nicht um das Wir. Es ging immer nur um meinen einen nächsten Schritt oder die Auswirkungen seiner Schritte bei mir. Damit hatte ich wahrlich genug zu tun und darin war und bin ich mir sicher.

Und jetzt ist da noch etwas anderes sicher, das ich noch nicht wirklich greifen kann. Kurz war da das Bild, dass sowohl Christian als auch ich in einer alles entscheidenden Sicherheitsöse eingehakt haben. Bisher war da eben keine Sicherung. Und es ist wohlgemerkt die gleiche Öse. Wir müssen beide da gewesen sein. Eine kurze Bildsequenz, ohne dass ich mehr von der Umgebung oder den Umständen hätte sehen können. Irgendwas ist da beieinander, was unbedingt zusammenkommen musste. Dieses Einhaken ist unumkehrbar und war essentiell.

Tatsächlich habe ich bislang nicht wirklich eine Ahnung, was das bedeutet, was da anscheinend geschehen ist. Aber es ist. Ich bin nicht mehr auf dem Drahtseil. Ich steh am Boden. Etwas ist geschafft. Da ist diese Ruhe, eine Art namenlose Gewissheit. In mir nickt es und lächelt wissend. Und während ich das tippe, ist Christian aufgetaucht. Steht mir am Boden gegenüber. Ich grinse ihn spitzbübisch an. Er lächelt mit Tränen in den Augen zurück. Wir umarmen uns. Da ist etwas beieinander. Ja. ❤️❤️



Donnerstag, 4. Juni 2026

BeziehungsRaum

Beziehungen als Gelegenheit für Bewusstwerdung und Selbstbegegnung 

Ihr Wundervollen, ich mag mal wieder mit einer Gruppe eintauchen und diesmal ganz konkret über das Forschungsfeld Beziehungen. Ob das Partnerschaften sind oder die Beziehungen zu Freunden, Kollegen, Eltern oder Kindern, jede Art eröffnet die hervorragende Möglichkeit zur Bewusstwerdung und Selbstbegegnung.

Ich mag Dynamiken betrachten, Wahrnehmungsabgleich machen, nach Wirkprinzipien und Überlebensstrategien schauen, die inneren Kinder orten, ggf. das Selbstbild zurechtrücken und natürlich allen Gefühlen, Prozessen und inneren Bildern Raum geben. Gerne mag ich auch von mir teilen. Was eben gerade relevant und wichtig ist, aufsteigt, sichtbar wird und not-wendig ist.

Der Raum wird eh seiner eigenen Intelligenz folgen und sein Wesen entfalten.

Ich freu mich auf uns und alles, was geschehen will.

Link zur Anmeldung für Freitag, 05.06., 19 Uhr
Link zur Anmeldung für Samstag, 06.06., 19 Uhr
(Dauer erfahrungsgemäß zwischen 2 und 3 Stunden)

👉🏼 Mein Wirken, dieser Raum, hat keinen festen Preis. Ich wünsche mir ein feines, aufrichtiges Erspüren der Stimmigkeit und Ordnung für Geldliebefluss, Wertschätzung, Ausgleich in meine Richtung.

Danke für dein Handeln nach Intuition! 🙏🏼

VR Bank Oberfranken Mitte eG
IBAN: DE63 7719 0000 0001 4442 71
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Freitag, 24. April 2026

Den anderen erreichen wollen führt zu Ohnmacht

Es rattert ordentlich weiter.

Den anderen erreichen wollen führt mich letztlich, automatisch und unweigerlich in eine Ohnmachtsposition. Es liegt nicht in meiner Hand, ob "mir" das gelingt, ob das gelingt.

Bei mir bleiben kann ich immer, meint: Das liegt immer in meiner Hand, damit bin ich sowohl in meiner Macht als auch in meiner einzigen Verantwortung, in meiner Kraft, an meinem Platz, in meiner Gegenwärtigkeit und Selbstwirksamkeit, an dem Ort, von dem aus ich tatsächlich agieren kann. Für mich.

 


 

Donnerstag, 23. April 2026

Den anderen erreichen wollen und mich dafür verlassen

Mein persönliches Kryptonit: Den anderen erreichen wollen! Es ist die allergrößte Versuchung, mich dafür zu verlassen. Dabei kann ich mir den Umweg sparen. Ich darf mich direkt behalten, direkt bei mir bleiben, auch und gerade, wenn mich der andere nicht versteht.

Oder wie Jutta es mal so treffend formuliert hat: Für meine Wahrheit braucht es keinen verstehenden Empfänger. (Mit Wahrheit ist das eigene Innenerleben gemeint)

Ich bemerke die Kinder in mir, die endlich landen wollen, die gehört und begriffen werden wollen, die jemanden tatsächlich erreichen wollen, weil sie endlich erfasst werden wollen. Und zwar richtig, ohne Interpretation, ohne Unterstellungen, ohne falsche Urteile, ohne Bewertung, ohne dafür bekämpft zu werden, für das, was sie empfinden, ohne als Feind, Angreifer oder Bedrohung empfunden zu werden, die man in den Griff bekommen muss.

Die Kinder, die einfach sagen wollen, wie sie sich in der Beziehung (mit den Eltern) fühlen und dass es ihnen damit und darin überhaupt nicht gut geht. Sie wollen erleben, dass das einfach Raum hat und es anerkannt wird.

Und jetzt als Erwachsene, kann ich direkt bei mir bleiben. Es geht gar nicht mehr darum, den anderen zu erreichen. Meine inneren Kinder, die das noch wollen, begleite ich.


Samstag, 14. Februar 2026

BeziehungsRaum

Aus den Tiefen meiner intensiven Heilungsbeziehung

Sonntag | 15.02.2026 | 19 Uhr
via Zoom


Ich mag euch davon erzählen. Von dem Miteinander von Christian und mir, von den letzten drei Jahren, von dem Weg, den wir bisher schon zurückgelegt haben. Ich wollte das schon so lange und nie war es wirklich stimmig. Jetzt schon. Es fühlt sich an, als hätte ich jetzt einen gewissen Überblick und mehr Verstehen vom Grundlegenden.

Ich mag euch mitnehmen, teilen, von den Prozessen, Erkenntnissen, Herausforderungen, den Bindungswunden und ganz speziell verletzen Anteilen, den krassen Durchbrüchen und größeren Zusammenhängen berichten, Fragen beantworten, falls ihr welche habt. Jede Frage, auch die intimsten. Und natürlich ist das erst mal mein Erleben, mein Blickwinkel, mein Ruf, mein Impuls, einen Raum dafür zu öffnen. Es stimmt gerade so. Ich werde da sein.

Dieser Weg, diese letzten drei Jahre, in dieser soooo intensiven Heilungsbeziehung ist so dicht an Erfahrung und Entwicklung, dass ich wahrscheinlich Bücher füllen könnte und doch geht nichts über persönliche Begegnung, den Dialog und die Möglichkeit, es zu fühlen, mir dabei in die Augen zu schauen, mich im jetzigen Zustand zu erleben. Transparent und offen.

Und ich mag euch in die Augen schauen und fühlen.

Ich weiß nicht, was tatsächlich von all dem Durchgemachten dann zur Sprache kommt, was oben auf liegt. Das entscheidet das Feld derer, die zusammenkommen und der jeweilige Moment, meine Impulse, das, was aufsteigt, eure Fragen. Wir werden es erleben und erspüren, wenn es so weit ist.

Gerade jetzt fühlt es sich an, als ob es mehrerer solcher BeziehungsRäume geben wird, aber wirklich wissen kann ich das natürlich nicht. Und wenn es so ist, wird keiner dem anderen gleichen. Nicht im Ansatz wahrscheinlich. Auch eine Aufzeichnung scheint mir unpassend. Es fühlt sich ganz und gar nach Einmaligkeit des jeweiligen Raums an.

Ich bin gespannt, wer da sein mag, wer mit mir eintauchen mag, wer lauschen mag, wer fragen mag, wer Interesse hat, wer das alles mit mir ehren mag, wer teilhaben möchte.

Ich bin gespannt und bereit. 

❤️

Hier ist der Anmeldelink für den Zoom-Raum: https://us06web.zoom.us/meeting/register/FUCTuf0dTHui3XJzqiGu1w

Falls du den Impuls hast, mir Geld zu senden, hier sind die Möglichkeiten: 

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Dienstag, 3. Februar 2026

Innerlich immer in Verbindung

Im Grunde, bin ich nie nicht in Kontakt mit den Menschen, mit denen ich jemals irgendeine Form von Beziehung hatte. Sie sind erstens unveränderlich ein wichtiger und wertvoller Teil meines Lebens und zweitens bin ich - ob wir gerade miteinander reden oder nicht - innerlich immer in Verbindung.

Ich spüre hin. Ich schaue hin. Und wenn es das Leben erfordert, würde ich jederzeit in Kommunikation gehen, egal, wie viele Jahre vielleicht vergangen sein mögen. Ich bin online. Ich trage sie im Herzen, so herausfordernd es vielleicht auch gewesen ist im Miteinander.

Das ist kein verklärtes "vergeben und vergessen". Nein, da ist innere Arbeit in mir passiert seit dem letzten Kontakt. Ich weiß um das, was vielleicht vorgefallen ist. Es liegt, erforscht, reflektiert und durchfühlt, ausgebreitet vor mir. Mein Anteil ist gesehen, wie ich da war, welche damals noch unbewussten Mechanismen vielleicht gewirkt haben, wie ich zu der Zeit in die Welt geblickt habe. So weit ich eben jetzt gerade mit meinem Bewusstsein blicken kann, ist die Beziehung durchblickt.

Ich lege keine Begegnung einfach so ab oder weg. Da ist und bleibt Beziehung.

Ich bin auch mit vielen Menschen oft lange Zeit nicht in Kontakt, mit denen überhaupt nichts "vorgefallen ist". Das sind sogar die meisten. Wir sind ein Stück des Weges gemeinsam gegangen, manchmal sogar unglaublich lange, und gerade gibt es nichts im Miteinander "zu tun". Auch da bin ich nicht einfach weg, sondern innerlich in Verbindung, schaue hin, hab sie im Herzen und wenn es dran wäre, der Impuls käme, dann würde ich auch da wieder kommunizieren.

Manchmal spüre ich den Schmerz und das Unverständnis des anderen über den "Nichtkontakt". Sie fühlen sich, als hätte ich "Schluss gemacht", mich getrennt aus für sie unerklärlichen Gründen. Ich spüre, wie nicht erfasst wird, wie ich da bin. Ich spüre, wie alte Wunden des Verlassenseins bei ihnen berührt werden und wie es quasi eine kindliche Unerreichbarkeit des anderen - also von mir - reinszeniert.

Manchmal würde ich gerne rufen: "Das hat nichts mit dir zu tun. Das ist nicht persönlich zu nehmen. Ich bin noch da und innerlich in Verbindung." Gleichzeitig ist es meine Aufgabe, mich darin zu halten und eben keine Gefühle vermeiden zu wollen. Weder bei mir noch beim anderen. Es ist nicht angenehm, darum zu wissen, wie ich gerade falsch verstanden werde und dennoch gibt es daran meistens nichts zu ändern.

All diese Menschen, die einmal Teil meines Lebens waren, sind auf immer Teil meines Lebens. Ich weiß nicht, ob und wann es weitergeht in der Beziehung. Das weiß ich nie. Und ja, ich muss immer damit rechnen, dass vielleicht das "letzte Mal" schon gewesen ist. Dass es nie wieder dran sein wird, diesen Menschen wiederzusehen oder zu sprechen. Auch das ist mir bewusst. Das irdische, menschliche Ende des Miteinanders ist in jeder Beziehung immer mit präsent.

Deswegen schätze ich es sehr, in jeder Begegnung wesentlich zu sein. Ich weiß, dass ich nichts verpassen werde, was relevant gewesen wäre. Stand jetzt kann ich sagen, dass in mir mit allen alles am richtigen Platz ist. Ich könnte von der Erde gehen - oder sie - und es ist alles getan, alles richtig. Es gibt nichts zu bereuen.


 

Montag, 19. Januar 2026

Vom Wir-Wollen, ohne Ich-Wollen

Ich mag zu meinem letzten Post ergänzen, dass es noch ein ausgeprägteres Phänomen von ungesunder Selbstlosigkeit gibt:

Ich beobachte immer wieder unzählige Menschen, die schon fast manisch ein Wir anstreben, ohne sich nur ansatzweise selbst zu wollen. Sie wollen andere, aber sich selbst überhaupt nicht. Wollen Beziehung, ohne sich selbst begegnen oder berühren zu wollen. Reden von Selbstlosigkeit und Nächstenliebe, ohne dass sie dieses Selbst je gehabt hätten und ohne dass sie sich selbst in aller Gänze je geliebt oder überhaupt gekannt hätten.

Sie verweigern jede Selbstreflexion, jede Berührung mit dem eigenen Innersten und sehen allen Grund für Probleme nur beim anderen. Sie haben noch nicht mal die Idee einer Notwendigkeit, sich sich selbst zuzuwenden und externalisieren alles.

Sie halten sich oft für Gutmenschen, ein installiertes Selbstbild als Schutz vor all den ungeliebten Seiten in sich, und verhalten sich dabei eigentlich höchst "egoistisch", was aber aus dem hochgradig verletzten Ich resultiert. Auch da wäre der Weg der echten Selbstzuwendung, also zur Gesundung des Ichs, jedem Wir vornanzustellen. Und ich sage wäre, weil nichts und niemand im Außen ihnen das begreiflich machen kann, denn die ungeliebten Seiten darf niemand sehen, vor allem sie selbst nicht. Ihr wahres Ich ist unter Hochverschluss unberührbar.

Sie lösen sich in Gruppen nicht auf. Sie hat es noch nie gegeben und gleichzeitig dreht sich aufgrund ihres großen Mangels an eigentlich allem alles um sie, also ihr verletztes Ich.

Das alles hat keine Wertung. Ich sehe und benenne.

 


 

Mittwoch, 10. Dezember 2025

Mein Nein sagt nicht "DU nicht"

Mein Nein ist nicht persönlich zu nehmen. Wahrscheinlich ist das im Grunde kein Nein, aber darum soll es gerade nicht gehen.

Mein Nein zu einem Austausch, zu einem Kontakt, zu einer gemeinsamen Erfahrung richtet sich nicht gegen den Menschen persönlich. Es gilt dem, was da (energetisch) passieren würde, dem gemeinsamen Feld und ist gleichzeitig ein Ja zu dem, was stattdessen für mich stimmt.

Ich möchte gerade nicht ein gemeinsames Feld erleben. Das fühlt sich nicht stimmig an. Das ist nicht der Platz, an dem ich gerade sein soll. Ich gehöre woanders hin. Diese zwei Energien gehören gerade nicht zusammen. Ich möchte mit mir sein, oder mit jemand anderem oder brauche den offenen Raum für das, was stattdessen sein soll, ohne dass ich das schon bewusst habe.

Vor allem ist das Ganze eine Momentaufnahme. In fünf Minuten kann es plötzlich stimmen, mit demjenigen in Kontakt zu gehen, mit dem es kurz zuvor undenkbar war, sich völlig schräg und unstimmig angefühlt hat.

Es ist für mich so deutlich zu spüren, was gerade harmoniert, auf welcher Begegnung Kraft liegt, wo sich die Energien gemeinsam wirbelnd verstärken und miteinander interagieren und bei welcher Konstellation direkt Stillstand oder sogar ein nach unten sinken passiert.

Diesen Indikatoren folge ich: Anziehung und Abstoßung. Es geht um den Moment, um die Energien, um das Nichtsichtbare, um die Resonanz in mir, um mein inneres Navigationssystem, um die Bilder, die aufsteigen, feinste Körperreaktionen und das Gespür dafür, wofür mir vom Leben Energie zufließt. Eben: worauf Kraft liegt, DAS, was sein soll. Und das entscheide ich nicht. Das ist spürbar energetisch eh schon vorhanden und ich richte mich danach.


 

Montag, 24. November 2025

eigen-ständig

Prozess-Schreiben 23.11.25:

Heute fühlt es sich an, als wäre alles umsonst gewesen, als würde all dieses "mich hin zu mir bewegen und ich sein" nichts gebracht haben. In mir schon. Äußerlich überhaupt nichts. Ich bin mit dem gleichen Chaos, dem nicht in der Ordnung sein, der gleichen Schwere, Verworrenheit, Nichtverbindung und Trostlosigkeit um mich herum konfrontiert, wie in der Kindheit. (Wohlgemerkt sind das sehr, sehr subjektive Eindrücke, ausgelöst durch kleinste Kleinigkeiten vom Außen und nicht im Mindesten Ausdruck des tatsächlichen Gesamtbildes der Gegenwart.)

Was nützt es mir, wenn ich noch so sehr in mir in der Ordnung bin und im Außen ist sie nicht erfahrbar, nicht mit den engsten Bezugspersonen? Um mich rum regiert der Wahn, im Miteinander keine Harmonie erfahrbar.

Ich sitze im Chaos und bin da. Und jetzt?

Ich stelle fest, dass gerade nichts in mir noch etwas von Christian will. Tatsächlich gar nichts. Da ist nicht einmal mehr ein Vermissen. Es ist wie es ist. Kein Warten. Kein Wollen. Kein Zetern. Kein Andershabenwollen. Es ist viel mehr die totale Anerkennung der "Vollkatastrophe" und die einzige Frage gilt mir: Und jetzt?

Es ist noch nicht einmal die Frage, was ich damit (mit dem Zustand des Außens) anfangen soll. Ich will gar nichts mehr damit anfangen. Ich hab es nicht mehr in der Hand, also im tatsächlichen Sinn. Der Teil in mir, der die ganze Zeit damit etwas anfangen wollte/dachte, dass er müsste, hat es aus der Hand gelegt. Anscheinend. Das fällt mir gerade erst auf. Ich hab's nicht mitbekommen. Er will es auch überhaupt nicht mehr nehmen der Teil. Nichts wäre gerade absurder. Ist ja alles nicht seins. Er hat sich schon umgedreht, ist mit der Aufmerksamkeit ganz wo anders. Mit sich. In sich versunken.

Anscheinend hat alles in mir kapituliert. Ich erwarte überhaupt nichts mehr. Weder vom Leben, noch von Menschen. Keine Nähe. Kein Verstehen. Kein zusammen Wirken. Keine Harmonie. Keine Verschmelzung. Ganz im Gegenteil. Ich bin bei mir mit allen meinen Sinnen. Auf mich besonnen. Wie der Anteil. Interessant. Bei mir. Fertig.

Ich werde sehen.


Fortsetzung 24.11.25:

"Da sind wir ja weit gekommen", sagt da jemand in mir. Die 16-Jährige.

Es fühlt sich an, wie wieder mit nichts dastehen. Vor allem mit niemandem. Alles auf Anfang. Auf Null. Ich steh mit nichts da, alleine, und hab doch alles, was ich brauche. Nicht wie damals, als ich von zu Hause ausgezogen bin. Da hatte ich zwar alles Materielle, aber mich nicht und keine Ahnung, wie Leben tatsächlich funktioniert. Da stand ich tatsächlich - innerlich eigentlich zutiefst verzweifelt und doch gehen müssend - mit nichts da. Keinen blassen Schimmer von mir und vom Leben. Alles, was in der Kindheit an innerer, emotionaler Reifung tatsächlich hätte passieren sollen, ist ausgeblieben und vor allem stand ich da mit der Idee, ich alleine (ohne Anbindung an was Größeres, ohne Einbettung) müsste alles wissen, machen, regeln. Jetzt, heute, fühlt sich dieses "wieder mit nichts dastehen" anders an. Ganz anders. Ich hab vielleicht materiell "nichts", aber mich und - Gott sei Dank - Gott und das tiefe Wissen, wie Leben geht, auf was es tatsächlich ankommt. Halleluja!!!

Ich steh wieder alleine da. Ja. Stehe für mich, auf eigenen Beinen. Stabil. Es gibt nur mehr mich als Bezugsperson für alles, was in mir los ist. Es braucht keine andere, gesunde Bezugsperson mehr, wie das in der Kindheit nötig gewesen wäre. So viele Kinder in mir wollten noch eine gesunde, tatsächlich für sie brauchbare Bezugsperson im Außen bekommen. Endlich, bitte, und Christian hat’s einfach nicht „geliefert“. So schrecklich schön heilsam.

Ich brauch mich jetzt nur mehr zu mir in Beziehung zu setzen, mich auf mich (Gott) beziehen. Natürlich steh ich "alleine" da - mit mir. So gehört das. Ein Partner ist keine Bezugsperson im eigentlichen (kindlichen) Sinne. Ich bin die Bezugsperson für meine inneren Anteile und meine einzige, tiefe, intime, lebenslange Beziehung, der einzige Mensch, der mich verstehen und nachvollziehen muss, auch und vor allem, wenn es einen Partner gibt.

Ja, es gibt natürlich auch von außen helfende Hände, Schultern zum Anlehnen, starke Arme, die halten, ganze Wesen, die zuhören und mich voll begreifen. Keine Frage. Total notwendig und gleichzeitig fühlt es sich gerade so an, dass das alles dazu führt, im wahrsten Sinne des Wortes „eigen-ständig“ zu sein. Reif. Nachgereift. Er-Wachsen. Eben all das, was eigentlich schon in der Kindheit hätte passieren müssen. Zentriert in mir und gleichzeitig tief verbunden mit dem All-Einen. Von dieser tiefen, weiten Mitte aus, ist eine ganz andere Begegnung - mit wem auch immer - möglich.

Das klingt alles nicht neu und dennoch so unfassbar bedeutend, in neue Tiefen vorgedrungen, weitere so arg verzweifelte Anteile in mir erreicht oder besser sie mich. Endlich jemand da. Es hat so unfassbar viel gebraucht, dass sie überhaupt zum Vorschein kamen. So viel Verwurschtelung über so lange Zeit… Was für ein krasser Prozess und natürlich keine Ahnung, wo genau ich mich insgesamt befinde. Der Umgang damit und das Zurechtfinden darin hat definitiv ein neues Level erreicht. Wow. Was für eine Heilbeziehung. Donnerlippchen.



Mittwoch, 29. Oktober 2025

Erforschen verlangt keine Lösung

Mich erforschen, verlangt kein anders sein von mir. Eine Beziehung, ein Miteinander, die Dynamiken darin erforschen, verlangt keine Veränderung und auch keine Lösung, keine Kompromisse oder Abmachungen von bestimmtem Verhalten. Es braucht eine Haltung. Eine Bereitschaft hinzuschauen. Neugier und Offenheit für alles, was sich zeigen mag.

Ich mag betrachten, was da ist. Ich mag fühlen, was berührt wird. Ich mag das nehmen, was tatsächlich bei jedem da ist, es ausbreiten, auffächern, bestaunen, begreifen. Da sein, wo ich gerade bin, wo wir gerade sind und das meine ich eben vor allem emotional.

Dabei geht es nicht um falsch oder richtig, sondern um echt und wahrhaftig. Es geht nicht um Veränderung, sondern so empfinden dürfen wie es ist, voll und ganz.

Erforschen erfordert, dass das, was da ist, berührt werden darf, da sein darf. Ich kann etwas, was ich eigentlich nicht will, was nicht sein darf, nicht wirklich erforschen. Wenn ich bemerke, dass ich es nicht will, dann darf ich den Teil, der es nicht möchte, ernst nehmen und das Nichtwollen erforschen. Ihm zuhören. Den Widerstand ergründen. Nicht, damit er weg geht, sondern weil das der Punkt ist, an dem ich innerlich stehe. Weil ein Teil von mir gerade da ist und so fühlt.

Es geht um die tatsächliche Wahrheit des Moments, den Punkt zu erspüren, an dem ich mich innerlich tatsächlich befinde. Da, genau da, mit mir sein, ist letztlich immer die Erlösung, ohne dass die Erlösung gewollt war. Sie ist eine natürliche Folge des Darinseins, des Damitseins, des Mitmirseins - aufrichtig - da, wo ich emotional gerade bin ganz sein. Wahrnehmend. Anerkennend. Fühlend. Bezeugend. Verstehend. Erlaubend.


 

Sonntag, 26. Oktober 2025

Für meine Kleinen muss vor allem ich erreichbar sein

Obwohl ich schon hundert Mal bei der Wahrheit rausgekommen bin, dass es nicht um die Situation an sich geht, sondern um die Gefühle darin (vorausgesetzt es besteht keine tatsächliche Gefahr für Leib und Leben - und das tut es in den meisten Fällen halt wirklich nicht, auch wenn es sich noch so bedrohlich anfühlt), bin ich teilweise mit Blindheit geschlagen und verkörpere den Anteil, der da gerade angetickt wird, so sehr, dass er handelt und die Erwachsene nur mehr daneben steht. Zwar beobachtend, wahrnehmend und die Kleine mitbekommend, aber nicht wirklich handlungsfähig.

Ich bekomme mit, dass ich im Film bin, dass ich da irgendwas verzerrt wahrnehme, dass da irgendwas nicht stimmt, aber irgendwie komm ich in dem Moment nicht raus. Ich muss die Situation verlassen, oder sie wird sowieso vom anderen verlassen, und mich mit Abstand sortieren.

Gerade bei der Tatsache, wenn mein Gegenüber nicht erreichbar ist, emotional abwesend, innerlich von sich weggegangen ist, sich nicht fühlend wahrnimmt, sich angegriffen fühlt, kein sich selbst beobachtendes Bewusstsein (mehr) da ist, die Schotten zugehen, kommen immer wieder andere/neue Anteile (der gleiche in unterschiedlichen Ausprägungen?🤔) in mir in Not und wollen die Unerreichbarkeit ändern, wollen nicht akzeptieren, was aber gerade schon da ist.

Heute morgen ist mir aufgefallen, dass quasi sowohl meine Erwachsene, als auch die Kleine nebeneinander da standen und zu dem hingeschaut haben, der nicht zu erreichen war, als ob es auf ihn ankäme. Und auf einmal hat es "klick" bei mir gemacht. Die Erwachsene hat den Blick auf die Kleine gerichtet und sie angeschaut in ihrer Verzweiflung. Bähm! Das war DER Erlösungsmoment und tatsächlich auch der Moment, in dem ich mir innerlich laut die Hand auf die Stirn geklatscht habe. "Ich weiß das doch alles!!!!"

Die Kleine hat sich sofort mir zugewandt. Puh! Endlich gesehen in der Not und der Verzweiflung. Auf einmal war es überhaupt nicht mehr wichtig, den anderen erreichen zu wollen. Er durfte weg sein. Hauptsache ICH war für sie da. Sie war gesehen. Was für eine Erleichterung für beide. Ein Gefühl, als würde ein weiterer Spuk endlich vorbei sein. Eine weitere Verhedderung erkannt und damit in die Erlösung gegangen. Tatsächlich der Anfang vom Ende einer Verwirrung. Eine grundsätzliche? Ich werde es sehen.

Die Kleinen in mir müssen vor allem mich erreichen können in der Unerreichbarkeit der anderen. Danach können wir immer noch schauen, wie wir uns in der Situation verhalten und ob es da überhaupt noch etwas braucht. Es ist, als wären solche Situationen für nichts anderes da, als für die Berührung der verletzten Anteile, als würde alles, alles dem Streben nach Ganzheit dienen, ohne dass ich mir das jemals in dieser Perfektion ausdenken könnte. Ganz im Gegenteil. Sehenden Auges würde ich wohl nicht mit dem "Endgegner" in den Ring steigen. Der muss mir schon immer wieder "untergejubelt" werden. 😉

Jetzt kann ich mit Humor draufschauen. Mittendrin in dem Gewurschtel ist das echt alles andere als witzig, schon gar nicht, wenn ich weiß, ich bin verheddert und weiß noch nicht wie. Was ich allerdings sehr daran liebe ist, mich in diesem großen Verständnis und Mitgefühl mir selbst gegenüber zu erleben. Was auch immer gerade in mir los ist, da ist diese unfassbar große Liebe. Ich geh mit mir, was immer der Weg bereit hält. 🥰❤️🙏🏼

(Der Schrifttyp der Überschrift heißt übrigens "Life Savers". Das war ja wohl ein Muss, obwohl ich eigentlich nach einer schön geschwungenen Handschrift gesucht hatte. Selbstbegleitung ist tatsächlich meine Lebensrettung.)



Montag, 6. Oktober 2025

Der einzige "Fehler" ist, dass ich denke, da wäre einer

Ein intensiver Prozess hat in den letzten Stunden einen Anteil zutage gebracht, der immer wieder an seiner Unschuld gezweifelt hat. Er wurde verletzt und verletzt und konnte für all die Verletzungen nichts und dennoch war da ein Zweifel an sich selbst. Ich mag euch mit auf die Reise nehmen und teilen, was sich bisher an Glaubenssätzen, Dynamiken und Erkenntnissen gezeigt hat:

Da war die kindliche Idee: Ich bin erst unschuldig, wenn der andere Seins nimmt.

Noch stimmiger und richtiger ist: Meine Unschuld ist erst dann wirksam, wenn der andere Seins nimmt. Da ist sie ja schon die Unschuld. Das ist genau das, was mich an- und umtreibt, dass ich zum Großteil um meine Unschuld weiß.

Im Grunde rufe ich (der Anteil) mit jeder Aktion und in jeder Auseinandersetzung immer nur: "ICH BIN UNSCHULDIG!!!! Siehst du es endlich auch? Ich kann für deine Wunden nichts."

Dieser Teil will, dass meine Unschuld anerkannt wird und dass sich damit auch das Verhalten des anderen mir gegenüber ändert.

Mir wurde erzählt, dass mein Schmerz mein Verschulden ist oder der andere nicht anders kann, als mir aus 1000 Gründen weh zu tun. Also per se keine Verantwortung dafür hat. Also entweder bin ICH schuld an meinem Schmerz oder halt keiner und ich muss mich damit abfinden, dass es halt weh tut.

Dieses „nicht anders können“ der Erwachsenen aus meiner Kindheit ist eine krasse Opferhaltung. Dieses eigene Opfersein machte sie automatisch zum Täter, was sie überhaupt nicht so empfanden, und für diese Taten mussten sie sich dann auch nicht verantworten. Weder vor sich noch vor mir. Sie hatten ja keine andere Wahl. Da ist riesige Wut in mir über diese Art der Verantwortungslosigkeit und der schlichten Hinnahme, dass mir weh getan wurde. Es fühlt sich an wie ein „sich aus der Affäre ziehen“. Ich musste für alles gerade stehen, auch für das der anderen und die anderen mussten für nichts gerade stehen. Das ist nicht nur ungerecht. Das ist Hochverrat aus den eigenen Reihen. Den schwächsten ans Messer liefern.

Was hinzu kommt ist, dass ich als Kind natürlich bemerkt habe, dass es dem anderen offensichtlich schlecht ging, ganz grundsätzlich, und ich hab mich immer gefragt, ob ich nicht doch etwas damit zu tun habe.

Dieses Gefühl „etwas“ an den Umständen noch nicht begriffen zu haben, noch nicht gesehen oder verstanden, war und ist immer wieder der Punkt, an dem ich mich verunsichern lasse und selbst an meiner Unschuld zweifle. Genau da könnte nämlich der Punkt sein, wo ich doch schuld bin. Schuld, dass es dem anderen schlecht geht. Schuld, dass er mir deswegen weh tun muss. Die Wahrheit ist, dass alles, was ich noch nicht begriffen habe, im anderen liegt. Ich habe den anderen noch nicht begriffen und auch noch nicht gegriffen, weil er sich nicht greifen lassen will. Er verschleiert, argumentiert, verwirrt, versteckt sich hinter Rollen und scheinbaren Zwängen. Er tritt mit seinen ganz eigenen Entscheidungen, sich all dem zu beugen, mit seiner Angst, mit seiner empfundenen Ohnmacht, mit dem empfundenen Minderwert nicht in Erscheinung. Er macht sich stattdessen groß in seiner Rolle mit der Übermacht, der er eigentlich unterliegt, im Rücken. Er gibt seinen Druck an mich weiter, ohne selbst darin „angreifbar“ zu sein.

Ich bin greifbar, werde zur Verantwortung gezogen, soll als Kind etwas übernehmen, zu dem die Erwachsenen nicht in der Lage sind: Verantwortung. Auch heute bin ich greifbar, ich bin von mir selbst begriffen und zutiefst erforscht, bereit immer weiter zu forschen und zu 100 % in meiner Verantwortung. (Danke für jede ehrlich erspürte Rückmeldung dazu, jeden Wahrnehmungsabgleich, ohne die ich nicht so hier stehen könnte!) Damals wie heute mache ich die Erfahrung: Der andere will sich weder selbst greifen, weil er nicht sehen und fühlen will, was da dann wäre und möchte sich auch nicht von anderen/mir begreifen lassen, weil dann klar wäre, dass er für seine Handlungen Verantwortung übernehmen müsste und klar wäre, dass mein Schmerz etwas mit ihm zu tun hat. Ganz konkret mit ihm.

Immer wieder ist da in den letzten Tagen krasse Übelkeit in mir und es spürt sich an, wie etwas, das mir reingedrückt wurde, das ich fressen musste, was tunlichst da wieder raus muss. Hierzu kam der Satz: "Nimm du das Schlechte an mir." Wie wenn mir gerade von meiner Mutter alles reingedrückt wurde, was sie an „schlechten“ Eigenschaften nicht an sich haben wollte, damit sie es an mir bekämpfen konnte.

Es gibt ziemlich viel auszukotzen und eine Wahrheit, die Gott sei Dank, so langsam bei diesem Anteil landet: ICH BIN UNSCHULDIG! Und das muss ich nicht beweisen. Vor allem mir selbst gegenüber kann ich aufhören, die Unschuld immer wieder erst aufs Neue beweisen zu müssen. Und ich kann aufhören, im Müll der anderen, meinen Fehler finden zu wollen, um dann nach stundenlangem Suchen festzustellen, dass das alles gar nicht mir gehört. Der einzige Fehler ist, dass ich denke, da wäre einer und den ganzen Misthaufen des anderen überhaupt erst in die Hand nehme.

Meine Kleine beruhigt sich mehr und mehr. Ein jahrzentelanger Schmerz kann da sein. Ein Kampf mehr findet wohl gerade beginnend ein Ende.

(Danke von Herzen, Michael, dass du mal wieder zur genau richtigen Zeit sowas von DA warst, mir Raum bist und hältst, mich in Frage stellst und mein mich in Frage stellen in Frage stellst. Danke für deine Klarheit, dein Vertrauen, dein mich Sehen und Erfassen, dein Forschen und deine Offenheit. Danke für diesen unfassbar wertvollen Dienst.❤️)



Mittwoch, 24. September 2025

Was, wenn in dir nichts zu finden ist?

Was, wenn es Menschen gibt, die tatsächlich kein Selbst in sich finden? Die nurmehr mit so viel Seele in den Körper gegangen sind, dass halt die Vitalfunktionen da sind und das Minimum geht, was hier "gehen" muss? Was, wenn die Inkarnation nie ganz vollzogen wurde, weil der Eintritt in die Dichte, die Individuation sich so schmerzhaft angefühlt hat und so viel Angst gemacht hat, dass das eigentliche Vorhaben nie ganz ausgeführt wurde?

Was, wenn sich für diese "Menschen" das ganze Leben leer anfühlt, inklusive sie selbst, sie sich wie abgeschnitten, getrennt fühlen, hohl, kraftlos, und der ganze Sinn darin besteht, nach etwas zu suchen, was diese Leere füllt und alles und jeder im Umfeld dazu hergenommen wird, sich "selbst" zu spüren, eine Idee von Existenz zu haben, sich damit zu füllen und der andere oder das Projekt nur mehr benutzt wird, um ein Gefühl von Lebendigkeit und "ich" zu erzeugen? Sie versuchen, "es" sich einzuverleiben? Was aber nie fruchtet oder nur kurz, weil es sich dennoch unbefriedigend und fremd anfühlt und vor allem erschöpfend ist? Existenzberechtigung gibt es nur in Bezug zu jemand anderem. Sie für sich haben keine. Wie auch?

Was, wenn diese leere Hülle im Laufe des Lebens gefüllt wird, mit fremden, übernommenen Ansichten, bunt zusammengewürfelt, lose, unzusammenhängend und jede Begegnung mit diesen Menschen irritierend ist, weil hinten und vorne nichts zusammenpasst, weil eine Strategie, ein Muster, eine Maske nach der nächsten von ihnen probiert wird, um die Idee von Kontakt zu haben, nur kein wahres Wesen zum Vorschein kommt, weil es schlicht nicht hier ist?

Jeder Versuch, sie zu greifen, geht ins Leere. Im wahrsten Sinne des Wortes. Auch ihr eigener. Jeder Versuch, sie zu verstehen, scheitert, weil da nichts ist, was verstanden, begriffen werden könnte. Auch von ihnen selbst nicht. Nur Durcheinander, das nicht sie sind.

Diese Menschen suchen, suchen überall. Wollen Kontakt, merken, dass sie darin entweder das Gefühl haben, ausgelöscht zu werden, wenn der andere seinen Raum einnimmt, oder machen den anderen zu ihrem Projekt, um sich zu spüren. Dann wird Kontakt schnell anstrengend, weil sie entweder "übergangen" werden, oder sich im "Liefern" erschöpfen. Dann müssen sie alleine sein und haben sich selbst auch da nicht. Es dient lediglich der körperlichen Erholung bis zur nächsten Runde Suche. Sie erleben nie echten Kontakt, was ohne das eigene Selbst sehr verständlich ist. Der andere kann noch so präsent da sein, sie werden keine Verbundenheit spüren. Reden, Körperkontakt, gemeinsame Aktivitäten erzeugen kurz ein Gefühl von Verbundenheit, das muss aber immer wieder wiederholt werden und ist nicht nachhaltig.

Die stete Suche im Außen ist letztlich genauso erfolglos wie die Suche im Innen. Beides ist unendlich frustrierend und kraftraubend, kommt die Kraft doch tatsächlich hauptsächlich von Nahrung und nicht aus der Quelle.

Die Wurzel von so ziemlich jedem "Problem", jedem Leid, ist die nur teilweise Inkarnation. Die müsste erstmal zu Ende gemacht werden, aber der Teil der Seele, der noch vor den Pforten zur Erde steht, will nicht hier sein. Der kleine Teil der Seele, der im Menschen ist, befindet sich in der Hölle. Zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig. Nicht hier, nicht dort. Scheinbar nicht handlungsfähig, weil zur Eigenmacht der Großteil der Seele in den Körper müsste. Und dann ist da dieses Schuldgefühl, die Scham, es nicht getan zu haben, das Gefühl ein Feigling zu sein, Kleinheit, Minderwertigkeit. Das alles wirkt IMMER im Untergrund, omnipräsent. Es ist demjenigen entweder direkt anzusehen oder muss irgendwie kompensiert oder vertuscht werden oder gar mit einem gegenteiligen Selbstbild bekämpft und vor sich selbst verborgen werden. Halleluja! Was für eine Mischung!

Ich hab mir das alles nicht ausgedacht. Das alles beruht auf Erfahrung und bestätigter, gemeinsamer Forschung. Bis vor wenigen Tagen wusste ich überhaupt nichts von diesem Phänomen. Auf der Erde aus dem Körper gehen, ja, aber gar nicht erst hierhin kommen, das ist eine ganz andere Hausnummer. Ich wäre wahrscheinlich die erste gewesen, die es unterschrieben hätte, dass eben wirklich alles in sich selbst zu finden ist und zwar bei jedem. Pustekuchen. Ich wurde definitiv eines Besseren belehrt und staune seither, weine viel, fühle viel.

Ich hatte, ohne es zu wissen natürlich, mit einigen dieser Wesen sehr viel zu tun. Bei mir fallen die Groschen in Dauerschleife. Plötzlich verstehe ich so viele schräge Situationen, so viel von meinem Unwohlsein, so viel von meinem Innenerleben, meiner Verzweiflung, meiner Wut und vielem mehr im Umgang mit ihnen. Ich begreife die anderen und damit einhergehend, was DAS für mich bedeutet hat, wie chancenlos ich war, wie frustrierend solcher Umgang ist, mit WAS ich es über weite Strecken zu tun hatte und ebenfalls weiß ich bei einigen, dass unsere Verabredungen anders waren. Der Deal war, dass wir alle GANZ inkarnieren. Ich hab's gemacht. Auch dieses Gefühl von "wir hatten verdammt nochmal eine andere Verabredung" kann ich nun nochmal mehr verstehen.

Damit will ich es erstmal bewenden lassen. Ganz bestimmt ist dazu noch lange nicht alles gesagt und auch nicht erforscht. Aber bis hierhin wollte ich es schon mal geteilt haben.


Mittwoch, 10. September 2025

Sitzstreik

Ich hätte gehen müssen. Gleich zu Anfang. Ich wusste, dass du nicht da bist, obwohl du mir gegenüber gesessen hast. Ich hasse diese Momente, diese Ohnmacht, diese Sehnsucht nach echter Verbindung, dieses Vermissen, obwohl du mit mir im gleichen Raum bist. Körperlich zum Greifen nah. Innerlich Lichtjahre entfernt.

Ich hasse es, das alles wahrzunehmen und dennoch nicht gehen zu wollen, weil es nun mal nicht das ist, was gerade mein Bedürfnis ist.

Ich hasse es, dass mein mich Mitteilen in all meinem Schmerz, dich nicht erreicht, dich nicht berührt, dich nicht zum Vorschein bringt. Du bleibst weg und ich bleibe immer noch. Herrgott!!!

Ich bin weiter geblieben. Wider besseren Wissens geblieben. Und natürlich ging es "schief". Wurde die ohnehin schon vorhandene Distanz noch größer, hast du dich noch mehr in dich zurückgezogen und verschanzt, weil ich irgendwann gereizt war und fordernd wurde.

Und ich bin immer noch geblieben. Geblieben, weil ich schon viel zu oft gehen musste. Geblieben, weil ich einfach mal da bleiben können möchte. Konstante Verbindung möchte. Da bleiben in einem WIR, in dem dauerhaft beide präsent und greifbar sind.

Kein hopp on, hopp off. Kein dich immer wieder verlieren. Kein immer wieder überrascht werden, weil ich einfach nicht damit rechne, dass du von jetzt auf gleich weg bist, raus aus der Verbindung, die wir zwei Sekunden vorher noch hatten.

Ich bin geblieben, weil da eben auch diese Hoffnung war. Die Hoffnung, dass du wiederkommst. In dieser Begegnung, nicht erst einige Zeit später. Manchmal tust du das. Sogar immer öfter und schneller. Es hätte ja sein können...

Ich bin geblieben, weil es eben verdammt nochmal an diesem Punkt nur mit dir weitergeht. Alles andere ist so Zeitverschwendung.

Ich bin geblieben, weil ich das Gehenmüssen so satt habe und etwas in mir sich nunmehr einfach weigert. Sitzstreik sozusagen.

Ich bin geblieben, weil ich dein Wegsein nicht mehr akzeptieren kann.

Samstag, 2. August 2025

Ganz, ganz oft bist nicht du das Problem

Du bist nicht anstrengend. Du stößt auf Ungereimtheiten und sprichst das an.

Du bist nicht nervig. Du willst Klarheit und Stringenz.

Du bist nicht schwer von Begriff. Der andere ist nicht verstehbar. Du willst verstehen und fragst nach.

Du bist nicht zu viel. Du willst nicht zu viel. Der andere ist nicht da. Du forderst zu recht Präsenz, willst den anderen greifen, begreifen und fühlen.

Du bist nicht komisch oder kompliziert. Du stolperst über den Müll der anderen, den sie in euren gemeinsamen Raum stellen.

Du kannst es nicht einfach mal gut sein lassen, weil es verdammt noch mal nicht gut ist.

Du bist nicht falsch. Du reagierst gesund auf die innere Abwesenheit des anderen, auf Widersprüchlichkeiten, auf Verdrehungen, auf unklare Räume, auf Unwesentliches, Abgetrenntes. Wehrst dich gegen Schuldzuweisungen, falsche Schlussfolgerungen, Projektionen, verbale Gewalt und Ungerechtigkeiten.

Du bist nicht das Problem. Du zeigst nur an, dass da was nicht stimmt, nicht in der Ordnung ist, das Gesagte nicht zu dem passt, was wahrnehmbar im Raum ist.

Du reagierst, wenn deine Würde verletzt wird, deine Grenzen überschritten werden, du übergangen wirst oder dir nicht die Wahrheit gesagt wird, etwas verschwiegen wird, unausgesprochene Absichten im Raum sind, Manipulation stattfindet.

Das Meiste, was in meinem Leben zu meinem Problem erklärt wurde, für das ich falsch gemacht wurde, waren in Wahrheit die Baustellen der anderen, mit denen ich schon zu kämpfen hatte, lange bevor ich auch nur einen Mucks gesagt habe.

Meine Wahrnehmung und meine körperlichen Reaktionen darauf waren immer richtig. Nichts davon hab ich mir eingebildet. Ich werde wieder und wieder darin bestätigt und das geht nur, wenn jeder radikal ehrlich da ist und reflektiert.

Du bist auf die Ehrlichkeit und die Reflexionsfähigkeit der anderen angewiesen, wenn eine Situation wirklich geklärt und aufgeklärt werden soll. Du spürst, wenn Wahrheit gesprochen wird, wenn es stimmt, was der andere sagt, wenn es übereinstimmt, wenn das, was schwingt, zu dem passt, was gesagt und getan wird.

Ganz, ganz oft bist nicht du das Problem, du stößt lediglich auf das unaufgeräumte Zeug der anderen.


Freitag, 1. August 2025

Gebet für meinen Mann

Ich mag dieses Gebet mit euch teilen, was es gestern Nacht durch mich geschrieben hat. Ein Gebet für meinen Mann an diesem irgendwie ganz besonderen Punkt, den ich noch nicht einmal genau benennen könnte. Wir haben eine Schwelle erreicht und gefühlt überschritten. Es fühlt sich an wie das Betreten einer neuen Phase, die wieder ein anderes Miteinander von uns verlangt, ohne dass wir wüssten, was das sein könnte.


„Mein Herz, mein Liebling, Liebster, Christian,

dein Weg zurück zu dir ist anders als meiner, ab hier sowieso. Diesen deinen Weg kann dir nurmehr Gott zeigen. Ich kann gefühlt nichts weiter tun. Nur bleiben. Und das tue ich. Ich bin da.

Ich weiß, dass du - was immer nötig sein wird - schaffst, dazu befähigt bist. Ich weiß, dass du zur rechten Zeit das Rechte tun wirst. Du hast mein vollstes Vertrauen und all meine geistige Unterstützung, meinen Zuspruch und mein Wohlwollen. Ich bin dir wohlgesonnen. Das Gelingen ist gewiss.

Du wirst dich haben, ganz erfüllen und fühlen. Dessen bin ich mir sicher. Ich glaube nicht einfach nur an dich. Da ist Gewissheit.

Und eins scheint mir jetzt auch an der Zeit. Stimmig. Was es bisher nicht war. Ich mag für dich beten. Gefühlt konntest du es zu keinem Zeitpunkt besser gebrauchen als jetzt. Jetzt ist der Moment für mich:


Gebet für meinen Mann

Oh, mein Gott, ich bitte DICH für meinen Mann, steh ihm bei, führ DU ihn sicher durch diese inneren Stürme, hin zu sich, hin zu DIR. Lass ihn DICH in sich spüren, in jeder Zelle, tief im Herzen, zu jeder Zeit. Mach ihm DEINE Allgegenwart gewiss und deutlich fühlbar. Halt ihn ganz nah bei DIR, was immer es für ihn zu erfahren gibt. Lass ihn DEINE Stimme klar und deutlich hören und sonst keine.

Zeig ihm sich selbst und wie DU ihn erdacht und geschaffen hast. Lass ihn sein reines, wahres Wesen erfahren, dass DU in DEINER Brillanz erdacht hast. Zeig ihm das Zuhause in DIR und sei DU zu Hause in ihm. Lass ihn DEINE Liebe spüren, wie sehr DU ihn willst und zeig ihm seine eigene göttliche Brillanz. Lass ihn Ausdruck DEINER Herrlichkeit sein, DEINE Vollkommenheit in seinem Wesen widerscheinen. Mach ihn zu DEINEM Leuchtfeuer und Wirkzeug. Zeig ihm DEIN sein Licht. Werde offenbar in ihm, durch ihn.

Ich danke DIR. Ich liebe DICH.“



Montag, 28. Juli 2025

Die Chancenlosigkeit meinerseits ist real

Ich glaube, an dem Punkt war ich noch nie. Ich stelle fest, dass der andere innerlich nicht da ist und es kommen einfach die natürlichen körperlichen Reaktionen bei mir. Übelkeit. Ich möchte weg. Ich möchte nicht angefasst werden. Rückzug. Abstand. Mich selbst aus diesem Raum rausnehmen und in "Sicherheit" bringen. Sonst habe ich immer versucht auf alle möglichen Arten den Erwachsenen im anderen anzusprechen, habe versucht, den anderen wieder mit sich in Kontakt zu bringen oder wenigstens begreiflich zu machen, dass er gerade nicht da ist.

All diese Muster sind seit meiner Kindheit gelaufen. Automatisch. Ich wollte ja nicht gehen. Ich wollte Kontakt. Brauchte als Kind Kontakt. Deswegen kam es wohl nie wirklich zu dem Punkt, an dem ich einfach ohne etwas tun zu wollen, das fühle, was es in mir meldet, wenn mein Körper mir signalisiert, dass da niemand ist. Eben nur dieses Biofeedback. Nicht die Not und Panik aus der Kindheit, wenn ich gemerkt habe, dass da niemand ist, sondern diese ganz normale körperliche Reaktion auf innere Abwesenheit eines Menschen.

Etwas in mir hat in den letzten Tagen begriffen, dass die Chancenlosigkeit meinerseits real ist. Dass dieses Tun von mir, nichts bringt. Und dieses Etwas hat aufgehört zu handeln. Der Anteil in mir hat die Hände in den Schoß sinken lassen und sitzt da jetzt einfach. Schaut. Nimmt wahr und akzeptiert das Außen. Fühlt den Nichtkontakt und kann dann FÜR SICH etwas tun. Schweigen. Weggehen. Stop sagen. Was auch immer gerade stimmig ist FÜR MICH.

Etwas in mir hat aufgehört zum anderen durchdringen zu wollen, irgendwo da drin den Erwachsenen finden zu wollen und mit dem sprechen wollen. Das, was ich mein Leben lang bei nahen Bezugspersonen erreichen wollte, hat aufgehört. Die Ohnmacht ist akzeptiert. Und vor allem kann ich in mir noch tiefer verstehen, warum ich mit so vielen Menschen tatsächlich überhaupt gar nicht erst rede oder eben nicht mehr rede. Dieser Anteil hatte noch Hoffnung und meiner schweigenden Erwachsenen oft noch erzählen wollen, dass wir damit unhöflich sind, oder ungerecht oder wir doch eben mal nett sein könnten. Dieser Anteil hat jetzt begriffen. Das Muster hat sich ausgespielt.

Es fühlt sich noch ungewohnt an. Der Anteil ist noch etwas lost und weiß nicht recht wohin stattdessen, was er jetzt mit sich anfangen soll. Da ist einfach nur ganz laut dieses leicht überraschte: "Ach so ist das. Das bringt alles wirklich nichts."

Ganz durch ist es noch nicht. Vielleicht gibt es auch noch mehr Traurigkeit über die Nichtverbindung zu fühlen, alte Gefühle aus der Kindheit, die unter all dem Machen noch schlummern. Ich werde es sehen. Wie immer. Ich bin ja da, bei mir, in mir, wach.



Sonntag, 27. Juli 2025

Ins Leere greifen

Etwas in mir sucht nach dir, tastet innerlich, will greifen und - findet nichts. Du bist da und nicht da. Diese vertraute Übelkeit. Begegnung ohne Begegnung. Ich bin alleine da, obwohl ich dich direkt vor mir habe.