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Mittwoch, 29. Juli 2026

Wie könnte es sein?

Wie könnte es von der Natur gewollt sein, richtig sein im Sinne von "das gehört eben zum Menschsein dazu", dass man gegen sich gehen muss, seine Impulse unterdrücken, genauso wie alle Gefühle und Emotionen, um hier leben zu können?

Wie könnte das die Wahrheit sein, dass das Leben selbst von mir verlangt, es in mir zu unterdrücken? Jedes einzelne Mal, wenn es aufsteigt, zu sprudeln beginnen will und ich stattdessen etwas anderes tun sollte, weil so Leben geht?

Wie könnte es natürlich sein, dass ich gegen meine eigene Natur leben soll?

Wie könnte es sein, wo doch die größte Intelligenz höchst persönlich dafür sorgt, dass ich überhaupt lebe, dass ich statt mir äußeren Instanzen folgen soll, die besser wissen als ich, was mir zuträglich ist, was für mich wichtig und richtig ist, was ich zu tun und zu lassen habe?

Wie könnte es sein?

Gut, dass das alles so absurd ist, dass offensichtlich ist, dass das alles gar nicht wahr sein KANN. 😉

 


 

Dienstag, 28. Juli 2026

Listen to yourself, not the news

Hör dir selbst zu, nicht den Nachrichten.

In mir ist alles, was relevant ist. Dort finde ich nicht nur alles, was ich tatsächlich wissen muss, durch das mir selbst zuhören, wird es überhaupt erst möglich, anderen, dem Leben, allen Wesen, der Natur wirklich zuhören zu können. Rein. Ohne Filter und Verzerrung, ohne emotionale Aufladung aus der Vergangenheit. Das wahrnehmend, was tatsächlich gerade im Jetzt da ist.

Ich selbst, in der offenen Begegnung mit mir, dem ehrlichen Hinschauen und Zuhören meiner selbst, bin immer Dreh- und Angelpunkt für die echte, tiefe Begegnung mit allem anderen.

Nachrichten werden irrelevant. Das Gelenkt- und Bespieltwerden von außen verschwindet. Ich bin mein eigener Herr und mein eigener Weiser. In mir ist jede Antwort zu finden, die der Moment gerade braucht. Gespeist vom Leben selbst, das ich dann klar und eindeutig in mir wahrnehme, höre, sehe, fühle und ihm folge. IHM folge, indem ich mir folge.

Ich bin der Schlüssel für all das. Das Zumirhingehen und mir aufrichtig interessiert und zugewandt begegnen. Es kann gar nicht anders sein.

Listen to yourself, not the news.


 

Sonntag, 26. Juli 2026

Ich hatte zwar mich...

Ich wusste als Kind und auch im weiteren Leben um mich. Ich wusste aber lange nicht, dass ich und Gott eins sind, dass das mich fühlen, meine Impulse, ER ist.

Ich hatte zwar mich, aber ich wusste nicht, dass das Gott ist und dass das alles ist, worauf es im Leben ankommt - dem zu folgen.

Damit habe ich so lange gehadert. Ich wollte doch nur meiner Wahrheit folgen und scheinbar hat mich das immer in Schwierigkeiten gebracht oder das Leben wollte offenbar was anderes von mir. Ich weiß noch, wann es angekommen ist, dass "auf mein Herz hören" gleich Gott folgen ist und dass mich das niemals ernsthaft in Schwierigkeiten bringen KANN, ja dass es überhaupt nichts anderes zu tun gibt.

Mich hatte ich. Gott lange nicht.

Ich und Gott sind eins.
Mich haben ist IHN haben.

Danke für den Raum heute. Im Nachgang hat es klick gemacht. Jetzt versteh ich auch, warum ich trotz der Tatsache, dass ich mich hatte, das Gefühl hatte, getrennt zu sein.





Samstag, 25. Juli 2026

Ich ringe nicht mehr um die Wahrheit

Ich berichte seit über 10 Jahren von meinem Weg, den Weg in die Wahrheit, die Wahrheit über mich, über das Leben, wie es gedacht ist.

Die ganze Zeit fühlte es sich an, als würde ich von unterwegs berichten, selbst nicht wissend, nur grob ahnend, wo er mich hinführt, was es dafür braucht, was das bedeutet, diesen Weg zu gehen. Ein Berichten von meinen Erfahrungen, Irrungen und Wirrungen, den Wendungen, Erkenntnissen, Korrekturen, den Durststrecken, Zweifeln und erneuten Durchbrüchen. Während ich selbst mittendrin war.

Seit ungefähr zwei Wochen fühlt es sich total verändert an. Als würde ich jetzt ganz anders von meinem Weg erzählen. Eher rückblickend. Das verkörpernd, wo er mich hingeführt hat, das Ziel kennend.

An diesem 10. Juli 2026 ist etwas passiert. Ich habe aufgehört, um die Wahrheit zu ringen und festgestellt, dass ich sie BIN. An diesem Tag ist nach gefühlt 500 Anteilen der letzte aus dem Krieg nach Hause gekommen, weil ich etwas begriffen habe. Ich hatte unzählige solcher Prozesse, aber nach dem fühlte sich etwas grundsätzlich komplett anders an.

Als Kind reichte es nicht, die Wahrheit zu sein, um die eigene innere Wahrheit und Unschuld zu wissen. Ich wurde dennoch völlig ungerecht wie die Schuldige an dem Leid meiner Mutter und aller anderen Erwachsenen behandelt. Abgestraft, ermahnt, verächtlich angeschaut, zur Räson gerufen, obwohl ich nichts Falsches getan hatte, meine Wut berechtigt war oder das, was ich sagte oder tat, gar nicht das meinte, was der andere darin sah. Ich wurde verkannt und hab die Welt nicht verstanden. Wie konnte es sein, dass der andere mich so komplett falsch wahrnahm, obwohl er erwachsen, bewusst und bei klarem Verstand war? Warum konnte er mich nicht fühlen?

Dass ich tatsächlich mit all dem, was fälschlicherweise über mich behauptet wurde, gar nicht gemeint bin, blieb mir unbekannt. Die Anklagen galten überhaupt nicht mir. Der andere sah das alles nicht wirklich in MIR. Er war weder erwachsen, noch reif, noch bewusst, noch nahm er MICH ansatzweise tatsächlich war. Er drückte seinen Schmerz völlig verkrüppelt und unreif in Aussagen über mich aus. Die Aussagen über mich waren emotional komplett aufgeladen mit Gefühlen, die überhaupt nicht zu mir gehörten, nicht in unsere Beziehung. Natürlich dachte ich, ich bin gemeint und der andere schreibt mir das tatsächlich zu, was er da von sich gibt.

Dass da vorher schon eine unfassbare Not war und in ganz anderen Situationen am Tag schon ausgelöst war, blieb mir ebenfalls unbekannt. Ich habe immer versucht, das, was dann aktuell passierte, die heftigen Gefühle des anderen und das, was ich "getan" oder gesagt hatte, überein zu bekommen und es gelang mir kein einziges Mal. Es machte hinten und vorne keinen Sinn. Und jedes Mal wollte ich die Anklage von mir weg haben, wollte, dass ich korrekt wahrgenommen wurde, dass es in die Ordnung kommt. Jedes Mal, jeden Tag zig Mal über so viele Jahre habe ich um die Wahrheit gerungen. Ich wollte das aufklären. Wieder und wieder. Wurde nie damit fertig. War mit nichts anderem beschäftigt. Hatte ständig dieses Chaos in der Hand, was nicht das meine war. Alles vergeblich. Alles unendlich unbefriedigend. Es stapelte sich meterhoch, hörte nicht auf? Es fand nichts anderes statt und vor allem nicht mein Leben.

Mit dem Begreifen, dass der andere das alles, was mir "vorgeworfen" wird, gar nicht wirklich an mir wahrnimmt, sondern sich einfach nur irgendwie Luft macht, weil da vorher schon unglaublich viel angetickt war, was überhaupt nicht kommuniziert wurde und schon gar nichts mit mir und der Gegenwart zu tun hat, hat etwas grundsätzlich verändert.

Auf einmal war Ruhe in mir. Kein Bedürfnis mehr, die Anklage abzuweisen. Es richtig zu stellen. Aufzuklären. Ich hab einfach nicht mehr reagiert, weil ich mich nicht angesprochen gefühlt habe. Wenn ich gar nicht gemeint bin, muss ich nichts korrigieren. Sonst hab ich mich immer direkt gemeint gefühlt. Zum ersten Mal erlebe ich es seither, dass nichts mehr in mir anspringt, obwohl ich scheinbar angesprochen werde.

In den Tagen danach habe ich erst gemerkt, wie sehr mich dieses mich so falsch verstanden fühlen, ständig angekackt werden für etwas, was ich nicht gemeint oder gemacht habe, dieses als Blitzableiter dienen, mich ständig wehren müssen, verkannt werden und die Welt nicht mehr verstehen untergründig traurig gemacht hat. Endlos traurig. Eigentlich mein Leben lang war da dieser traurige, betrübte, beschwerte Teil, der es einfach nie schön mit den engsten Vertrauten haben konnte. Nie waren die anderen mit ihm in der Gegenwart, nie in der Wahrheit. Ständig zwei unvereinbare Welten. Ich nie in meinem Leben.

Und nach diesem Erkennen und Begreifen am 10.07.26 (ich musste mir dieses Datum einfach aufschreiben) war ich plötzlich frei. Frei und vor allem unabhängig davon, ob ich richtig erkannt werde. Ich war auf einmal ganz bei mir und vor allem erleichtert, weil die "Wahrnehmungen" des anderen in Wahrheit gar nicht an mir zu finden waren. Ich war auf einmal in meiner Wahrheit, hatte irgendwie endlich recht bekommen und konnte so viel nachträglich verstehen und anders betrachten. Auf einmal war ich in meinem Leben. In meiner Leichtigkeit. In meiner Freude. Sie wird vom inneren Chaos der anderen nicht mehr getrübt. Ich bin da nicht mehr rauszureißen und vor allem bin ich nicht ständig damit beschäftigt, die Wahrheit zu benennen und den anderen damit erreichen zu wollen. Da ist Raum und Platz und Zeit für MICH und das Leben, das durch mich in die Welt möchte.

Ich ringe nicht mehr um die Wahrheit. Ich BIN sie. Und das reicht komplett, damit mein Leben stattfinden kann.

Tatsächlich kommt mir genau das vor, wie ein Finale. Da angekommen, wohin ich die ganze Zeit unterwegs war, ohne es hätte sagen zu können.

Jetzt erzähle ich anders von meinem Weg. Schaue anders auf die einzelnen Etappen und Herausforderungen. Wissend. Wissend wo er mich hingebracht hat. In mein Leben. In meinen Raum. In meine Wahrheit. In meinen Fluss. In meine Freude. In meine Tiefe. In meine Ganzheit. An meinen Platz. 




Sonntag, 19. Juli 2026

Wie der Raum des "Ich bin" wirkt

Es war wieder dran zu sprechen und ein Video aufzunehmen. Gut, dass ich wenigstens im Nachgang sagen kann, um was es geht. 😉 Vorher weiß ich das ja nicht.

Es war wie ein genaueres gezeigt bekommen, wie dieses "ich bin" wirkt, was ein präsenter Raum ausmacht und was einen präsenten Raum ausmacht. Wie relevant dieses "in mir sein" ist. Mehr Beschreibung will gerade nicht dazu.

(Diesmal ist der Ton bei weitem besser, weil ich extra deswegen am Handy über Zoom aufgenommen habe. Allerdings war zwischendurch wohl die Internetverbindung ruckelig und so ruckelt manchmal auch das Video. Seufz, gnampf, augenroll...🙄)



Donnerstag, 16. Juli 2026

Neuer Landeplatz für Geld

"Da", will ständig etwas in mir sagen und den Screenshot von der Bankkarte herzeigen. "So sieht mein neues Konto aus! Siehst du wie es leuchtet und sprudelt? Die echte Karte hat auch noch eine metallic Oberfläche UND ich hab mir einen Zauberstab draufgemacht." Der Teil in mir hat leuchtende Augen, die Backen sind rosig vor Aufregung, die Freude blitzt aus jeder Zelle.

Das mit dem Zauberstab stimmt tatsächlich. Genau wie alles andere. Die Karte kann persönlich gestaltet werden mit Emojis und Text. Und ich hab eine tierische Freude deswegen. Etwas in mir quietscht so sehr vergnügt und hat Pippi inne Augen. Die Farben sagen mir extrem zu, genau wie der Name, der mich unweigerlich an diese Bewusstseins-Revolution erinnert, in der wir uns befinden oder auch an "resolut". Das R, was der App als Logo dient, schlägt den Bogen zu meinem R aus dem Nachnamen. Es ist einfach von vorne bis hinten ein einziges Wohlgefühl und obendrauf stimmen die Konditionen absolut für mich.

Dieses neue Konto macht irgendwie einen Unterschied. Oder besser: Es passt zur Veränderung, die passiert ist. Sie ist Ausdruck vom Unterschied. 😊 (Wie es dazu kam und warum es so bedeutend ist, erzähle ich u. a. in meinem Video von heute.) Ich mag mich hinstellen und sagen: "Schaut, da ist es! Da ist so viel Kraft drauf!". Einfach um der Freude Willen. Also mach ich genau das.

Da ist es:

Revolut Bank UAB (Zweignied. Deutschland)
Kontoinh.: Anja Reiche
IBAN: DE37 1001 0178 1975 4331 26
BIC: REVODEB2


Das andere Konto bei der Volksbank gibt es nach wie vor und gleichzeitig fühlt sich das hier so sehr nach MIR an. Neu. Frisch. Dynamisch. Leicht. Und tatsächlich verspielt. Ich lieb's und bin so froh, dass ich diesem so absurden Impuls nachgegangen bin und ein Konto eröffnet habe! Einfach so. 🥰

So. Jetzt hab ich's euch gezeigt. *stolzkuck* (Ich muss grad so lachen, weil das so herrlich doppeldeutig ist. 😂😂😂)

Mehr wollt ich gar nicht. 😊😊😊



Samstag, 4. Juli 2026

Kugelhagel - Mit aller Macht auf Abstand gehalten

Es ist ein Gefühl "drin zu hängen" und darin irgendwie damit umgehen zu wollen. Das Darinsein ist nicht richtig, nicht die letzte Wahrheit. Warum bin ich IN IHREM Krieg? Warum bin ich nicht außen vor? Also selbst wenn ich angekackt werde, kann ich außen vor und unbeeindruckt sein.

Was ist dafür notwendig, außen vor zu sein? Wer steht da noch mittendrin?

Da ist eine Kleine, die im Kugelhagel der Mutter steht. Ihr direkt gegenüber. Die abgefeuerten Kugeln halten die Kleine auf Abstand. Sie kann der Mutter nicht näher kommen, so sehr sie sich auch dagegen stemmt.

Mein Problem ist das "da durch kommen wollen und endlich zu ihr hin". In dem Bild ist so deutlich zu erkennen, dass die Mutter diese Nähe gar nicht will. Sie würde wie Feuer brennen, also die Nähe. Sie würde mich im Leben nicht ganz nah lassen und schon gar nicht in sich hinein. Deswegen darf das Abfeuern auf mich nicht aufhören. Das ist ihre einzige Chance. Würde es eine kleine Pause oder Unterbrechung geben, eine geringere Dichte der Kugeln, würde ich mich sofort auf sie zu bewegen und ihr damit zu nah kommen.

Sie hält mich auf Abstand, wegen ihrem Schmerz, zu dem sie nicht will und schreit mich die ganze Zeit an, dass ich schuld bin an der Distanz, weil ich so unmenschlich, ignorant und kaltherzig bin, ihr ständig weh tue. Dabei stehe ich in ihrem Kugelhagel und sie hält mich fern. Sie will meine Nähe nicht wirklich. Nicht mit allem, was es bedeuten würde. Sie will meine Nähe, ohne ihren Schmerz fühlen zu müssen. Sie will mich ohne sich.

Diese Kleine sehe ich zum ersten Mal von außen, als Beobachter. Sonst hab ich wohl immer durch ihre Augen geschaut und eben - war mittendrin.

Die Kleine hat inzwischen innegehalten. Das Erkennen und Überreißen der ganzen Situation, der Blick von außen hat etwas verändert. Sie stemmt sich nicht mehr gegen den Druck und den Schmerz der Kugeln. Da ist kein Hinbewegenwollen zur Mutter mehr. Die Kleine steht einfach da. Die Kugeln fliegen immer noch. Sie scheinen sie auch noch zu treffen, aber irgendwie gehen sie eher durch, wie sie durch einen Geist gehen würden. Sie treffen nicht mehr auf Materie. Sie spürt sie kaum noch. Nur mehr ein Hauch, wenn überhaupt. Sie ist durchlässig dafür geworden. Sieht wie sie vorne „eintreten“ und hinten einfach wieder rauskommen, ohne dass etwas geschehen wäre. Kein Schmerz. Keine Relevanz für sie.

Jetzt fragt sie sich, warum sie überhaupt da steht. Es ist wie ein Aufwachen aus etwas, wieder zu Sinnen kommen und bemerken, wo man sich gerade befindet. Sie schüttelt kurz den Kopf, wie um ganz wach zu werden und die Sinne neu zu kalibrieren. „Das ist ja alles völlig verrückt“, denkt sie. Sie ist jetzt auch älter. Anfang zwanzig vielleicht.

Sie schaut zur Mutter. Sieht ihren leeren, wahnhaften, schmerzerfüllten, verzerrten Blick. Das Feuern findet statt, egal, wer da steht und ob da jemand steht. Es hat nichts mit mir zu tun. Sie, die Mutter, sieht mich nicht im Ansatz, nimmt keine Notiz von mir. Sie klagt die ganze Welt für ihren Schmerz an. Alles und jeder steht direkt unter Anklage durch bloße Existenz. Und nichts und niemand wird ihr nahe kommen dürfen, schon gar nicht sie selbst. Nur kann sie nicht ganz von sich weg und das ist das Problem. Der eigentliche Kampf gegen sich ist in ihr und davor kann sie nie flüchten. Er ist immer da und immer aktiv. Das Leid daraus wird rausgefeuert. Das ist das, was rund um die Uhr, Tag ein, Tag aus stattfindet. Die Hölle. In ihr.

Und meine Ich-Seite? Die junge Frau? Sie steht noch da und scheint sich irgendwie aufzulösen. Wie wenn sie aus dem Bild verblasst, verschwindet, wie ein Hologramm langsam unsichtbar wird. Es war nie wirklich Teil dieser Realität. Wohl irgendwie da, aber in Wahrheit nicht in der gleichen Dimension anwesend. Deswegen auch eigentlich unverwundbar und letztlich unbeeindruckt von allem, was da „passiert“ ist.

Jetzt ist sie ganz verschwunden meine junge Erwachsene. Die Mutter steht alleine. Es ist als wäre nie jemand da gewesen. Ich schaue nur noch als Beobachter von weiter weg und leicht oben. Meinen Anteil, der da gestanden hat, fühle ich in meiner Brust, im Herz, zurückgekommen. Es ist, als wäre nichts gewesen. Jetzt ist auch das Bild weg. Ich bin ich. Jetzt. Hier. Spüre die ehemals Kleine in mir. Warm. Wiedergekehrt von einer Reise. Voller Erfahrungen, die sie mitbringt, in sich trägt, in mich trägt.

Gänsehaut. Stille, friedliche Gänsehaut, die ein Ende bezeugt und irgendwie auch einen Anfang, ein Neu-Sein. Ruhe. Das Gewesene fühlt sich wie ein blasse Erinnerung von weit weg an. Ein vergilbtes Foto aus einer längst vergangenen Zeit, verschwommen, nicht richtig zu erkennen und auch total unwichtig für das Jetzt. Ein Windstoß wirbelt es auf und trägt es weg. Ich wende den Blick ab, dreh mich um und geh meiner Wege.



Donnerstag, 25. Juni 2026

Ich bin die, die beides kennt

Gerade sind sie mir begegnet. Ich konnte sie fühlen. All die Frauen aus meiner Ahnenlinie - stellvertretend für so viele andere - die ihr wahres Wesen nicht leben konnten. Vereinnahmt und gefangen im Tun, im Leisten, im Außen, im Bestimmt-Sein vom Materiellen, eingeschnürt von Druck. 

Für keine gab es Raum, weich zu sein, in sich zu hören, in sich hineinzuspüren. Kein Raum für den eigenen Rhythmus, Zyklen, Hingabe. Kein Leben von innen nach außen. Kein Platz für Innenwelten, Emotionen, Feinsinnigkeit, Übersinnliches, Informationen aus dem All-Sein, dafür, mit etwas schwanger zu gehen und es dann zu gebären, wenn es nun mal reif ist. Alles gesteuert von dem, was ihnen als Verstand und Vernunft erzählt wurde, als Verantwortung verkauft wurde. Alles gesteuert von einem Umfeld, dass in der Trennung existierte und diese Trennung als die Wahrheit anerkannt hatte.

Ich hatte in meinen Körper, in mein Wesen gespürt und diese Weichheit und Hingabe wahrgenommen, die pure Weiblichkeit, die um ihrer selbst und das Große weiß, um ihren Platz darin weiß. Das Wesen, das das Leben empfängt und gebiert. Das Wesen, das in seiner Kraft steht und keinen Millimeter von sich abrückt, bei sich bleibt und dafür steht, egal, was im Außen los ist, was jemand oder etwas stattdessen wollen würde. In tiefem, steten Selbstkontakt, das verkörpernd, was da ist, nichts anderes wollend.

Gleichzeitig nahm ich auch etwas wahr, das verhärtet, steif, verkümmert, vertrocknet, eng, rau, stumpf, ja regelrecht abgestorben und tot war. Es passte nicht zu meinem Wesen, dem Wesen, als das ich mich wahrnehme. Als ich fragte, was dieses Harte, Steife, Tote in mir ist, taten sich die Schleusen auf. Ich weinte bitterlich. Es fühlte sich wie das Erbe all meiner Ahninnen an, all der Frauen aus meiner Linie, die nicht in den Genuss dessen kamen, wo ich mich in mir befinde. Als wäre ihr „Schicksal“ noch als Erinnerung in mir da. Ich konnte beides gleichzeitig in mir befühlen. Sowohl das eine als auch das andere und was das Jeweilige bis in die letzte Konsequenz bedeutet. Alter Schwede!!! Es lag regelrecht als Fühlprobe nebeneinander.

Was für ein Kontrast!!! Ich hab geweint. So sehr geweint. All das beweint. Diese Verschwendung so zauberhafter Wesen, die die Erde schon verlassen haben und nie zum Ausdruck kommen konnten. Verloren in einer Maschinerie, dominiert von Lügen über sich und das Leben, nicht zur Erinnerung gekommen. Ich schau zu denen, die noch da sind, in einem Körper und von Weiblichkeit, diesem weiblichen, göttlichen Menschsein, das ich in mir fühle, überhaupt keine Ahnung haben. Keine Idee von Selbstmitgefühl, von Milde, von Raum für jede Emotion, davon heiligstes Schöpfungswesen zu sein. Vereinnahmt von Umständen, wahrer, tiefer Selbstkontakt nicht existent, die Verwundungen nicht erlöst, der Alltag ein Versuch, sie nicht zu berühren. Unbewusstes Wundenmanagement, der Versuch immerzu zu funktionieren, irgendwie die Kontrolle zu behalten, den Kopf über Wasser zu halten, sich an Identifikationen klammernd, die die echten, tiefen, heftigen Gefühle im Zaum halten sollen und die Illusion eines „guten“, sicheren Lebens aufrechthaltend. Machen. Leisten. Funktionieren. Tun. Wissen. Regeln. Selber machen.

Daneben der innere Ort, an dem ich mich befinde. Welten! Welten dazwischen! Andere Universen! Und auf einmal wird mir bewusst, was ich da vollbracht habe. WO ich mich da rausbewegt habe. Mir wird die Größe und Tragweite dessen total bewusst. Ich weine. Ich huste. Ich kotze energetisch. Ich habe mich da raus bewegt und nicht nur das: Ich stehe. In meinem So-Sein. In meinem Gewahrsein. Weich. Flexibel. Lebendig. Erfüllt. Von mir selbst erfüllt. Vom Leben erfüllt. Vom Fluss. Aufrecht. Aufgeweicht. Durchlebt und durchwirkt. Durchdrungen. Ich habe mich nicht nur auf den Weg gemacht, ich bin gelandet. In mir.

Ich bin die, die beides kennt. Die Lüge und die Wahrheit. Das Alte und das Neue. Die Trennung und die Verbundenheit. Das Harte und das Weiche. Kontrolle und Hingabe. Enge und Raum. Die Dominanz der Materie und das Leben aus dem Sein. Todes Vegetieren und pure Lebendigkeit. Ödnis und Göttlichkeit. Beides kann ich fühlen, die Bedeutung bis ins Letzte erfassen. Beides kenne ich aus dem Erleben und Erfahren. Es ist wahrlich in mir vereint.

Ich würde nie, nie, nie wieder zurückwollen. Das würde heißen, mich verlassen bzw. unterdrücken zu müssen, hart gegen mich selbst zu sein. Es würde heißen, meiner inneren Wahrheit nicht folgen zu können, ja sie noch nicht mal zu hören. Es würde heißen, dass Gefühle und das, was in mir lebendig ist, keinen Raum hat. Es würde heißen, dass ich mich dem Leben verwehre und ES nicht durch mich auf die Erde kann. Es würde heißen, Gott nicht zu verkörpern. Es würde heißen, mich außerhalb der Ordnung zu befinden. Es würde die absolute Sinnlosigkeit und Leere für mich bedeuten, den größten Schmerz überhaupt: Die Trennung. Von allem.

Ich habe die beweint, die sich selbst nie kennengelernt haben, sich nie in der Tiefe begegnet sind, nicht in den Genuss ihres zauberhaften, kraftvollen Wesens gekommen sind. Und ich habe mich geehrt, für das, was ich da vollbracht habe. Halleluja!

Ich bin tatsächlich die aus meiner Ahnenreihe, die beides kennt.

Demut. Staunen. Dankbarkeit. Ehrfurcht.

Ich knie nieder. Vor allen. Auch vor mir.



(Ich mag sagen, dass ich damit nicht zum Ausdruck bringen möchte, dass irgendein Weg besser oder schlechter ist oder dass daran etwas nicht stimmt. Jeder Weg war so, wie er hat sein sollen. Ist so, wie er sein soll. All die Frauen hätten sich nicht finden müssen. Es ist schlicht das, was sich mir vorhin offenbart hat, was in mir lebendig war, was ich befühlen und durch mich durch bewegen durfte.)



Sonntag, 21. Juni 2026

Schreibende Selbsterforschung - Etwas ändert sich gerade massiv

Ich kann nicht mehr stillsitzen. Mein Körper will Bewegung, mein Sein will Ausdruck, natürliches Tun aus dem Sein. Nichts künstlich Erzeugtes, nichts Konstruiertes, nichts ohne Sinn, damit halt Bewegung stattfindet. Ich will keine Übungen oder Sportarten. Das ist alles nicht der Ausdruck, nach dem ich mich sehne. Ich sehne mich nach Bewegung und Ausdruck, der zutiefst erfüllt ist und damit auch erfüllend ist, nach Ausdruck der Ausdruck des Lebens selbst ist. Das Umfeld ist nicht geeignet. Die Umgebung ist komplett unnatürlich und bietet nicht die Voraussetzungen dafür.

Ich sehne mich danach, meinen Körper in dieser sinnhaften Bewegung und Vitalität zu erleben, im Fluss des natürlichen Lebens, das tuend, was es zum Leben braucht, was das Leben braucht, im Einklang mit der Natur. Hat sich an den Bedürfnissen für meine Entwicklung, für mein Sein etwas Grundsätzliches verändert?

Mir fehlt der Einklang mit der Natur. Meine Natur möchte in ihre natürliche Umgebung.

Was ist meine natürliche Umgebung? Ist es an der Zeit, meinen Platz zu hüten? Bin ich jetzt bereit dafür? Liegt in all dem noch eine Wunde aus der Kindheit? Ist die Unruhe alt oder zeugt sie lediglich von dem aktuellen Bedürfnis und dem, was jetzt wirklich für mich dran ist? Was liegt dem steten „Hungergefühl“ zugrunde? Diesem suchenden Verlangen, diesem bestimmten Appetit, der mit Essen nicht befriedigt werden kann. Hunger nach Leben? Nach Sinn? Nach dem Wesentlichen? Nach meinem Platz?

Ich komme mir vor, wie ein Tiger im Käfig. Meiner Natur „beraubt“, meiner natürlichen Umgebung „beraubt“. Ich bin nicht in meinem Element, nicht an MEINEM Platz.

Da ist Langeweile. Da sind ungenutzte Kapazitäten. Ich hab Kraft und Kapazität zur freien Verfügung. Sie wollen Verwendung. Für das genutzt werden, wofür sie da sind, nicht für irgendwas.

Der Geist will endlich in die Materie!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Das Innen will im Außen Ausdruck finden! Das Innen will endlich zum Außen passen. Ich will mich nicht mehr nur mit dem Geistigen „zufriedengeben“, dem tiefen Wissen in mir, mit dem Wissen um die Wahrheit über die Urnatur. Ich will es erfahren können.

Ich will, dass ES endlich in Bewegung kommt.

Das nächste Bild ist der schon fertige Schmetterling noch im Kokon. Es wird enger und enger da drin. Die alte Welt, die so lange so zuträglich und essentiell war, der Schutzmantel, die Höhle, die für den Wandel gebraucht wurde, wird zu klein. Es fühlt sich nach genau dieser Übergangsphase an. Es wird so lange weiter „zu eng“, bis der Druck von innen den Kokon aufbricht und der Schmetterling sich endlich frei entfalten kann. Ein unangenehmer Schwellenmoment. Das Alte wird zu eng. Der neue Raum, den es jetzt für meine Entwicklung braucht, ist noch nicht da. Die Höhlenzeit neigt sich dem Ende. In Wellen wird die Höhle manchmal noch gebraucht. In Wellen ist der Drang nach draußen unfassbar stark. Es ist das Dazwischen. Es ist herausfordernd. Jetzt fühlt es sich erkannt an. Wie wenn ich wieder wüsste, „wo“ ich bin. Die Anforderungen und Bedürfnisse ändern sich gerade massiv.

Mir kommt es vor, als wäre das nicht nur mein persönlicher Standort, sondern „nur“ (m)ein individueller Ausdruck der jetzigen Zeitqualität.



Sonntag, 5. April 2026

Alle Aufbrüche führten näher zu mir

Den ganzen Tag hab ich schon überlegt und hingespürt, warum mir denn der 05.04. so besonders erscheint, ein Datum von Bedeutung. Also nicht speziell heute sondern etwas Spezielles, was ich mit diesem Datum verbinde.

Jetzt eben hat es klick gemacht und ich hab mir innerlich die Hand auf die Stirn geklatscht: Am 05.04.2022 bin ich losgefahren, aufgebrochen und nie zurückgekehrt. Dieser Tag hat ein Ende besiegelt, von dem ich zu der Zeit noch nichts wusste. The point of no return. Wohlgemerkt einer von so einigen.

Und wie jedes Mal wusste ich nicht, wo mich das alles hinführt. Ich wusste nur, ich muss es tun. Ich muss los. Ich muss weiter. Ob das damals die Unterzeichnung des Aufhebungsvertrages eines unkündbaren Jobs war, ob das der Wegzug aus der alten Heimat war, das "mich selbst entlassen" aus dem Krankenhaus ohne die empfohlene OP, oder eben heute vor 4 Jahren das Verlassen jeglichen festen Zuhauses und aller bis dahin gekannter "Sicherheiten" und "Planbarkeiten" inklusive Partnerschaften und Beziehungen.

Nie wusste ich, was kommt. Nie gab es ein wirkliches Ziel, ein konkretes Stattdessen. Es gab nur "das nicht (mehr)". Und es ist jedes Mal verdammt gut gewesen, dass ich nicht die leiseste Ahnung hatte, was da auf mich zukommt und was dieser Weg tatsächlich bedeutet, was er mir abverlangt, was ich innerlich alles zu bewältigen hatte. Wahrlich kein Zuckerschlecken und dennoch das Erfüllendste, was es für mich gibt: Ganz und gar MEIN Leben mit genau EINER Sicherheit. Das Leben selbst, das für mich ist, weil es für sich ist. Leben, das nach Leben strebt und in dem immer alles für mich ist, Sinn hat, ich gewollt bin, ich ES zum Ausdruck bringe.

Ich bin mir selbst endlos dankbar für jeden Aufbruch, für jedes Weiterziehen und Tiefergehen, jegliches Dranbleiben, auch wenn es noch so unkomfortabel war. Und das hat ja kein Ende. Das gilt heute genau so.

Mein Sinn ist klar. Meine Führung ist klar, das, was über allem steht. Ich bin darin klar verortet, weiß um meinen Platz und die Zusammenhänge. Damit ist jeder Umstand annehmbar. Auch im größten Nebel bin ich IN mir verortet und darin wiederum gehalten im Großen. Ich muss im Außen nichts sehen. Ich sehe in mir. Ich fühle. Ich höre innerlich.

All meine Aufbrüche und Bewegungen im Außen haben diese Sinne geschärft, mich nach innen geführt. Ich bin immer "nur" zu mir unterwegs gewesen. Der beste Ort, an dem ich je angekommen bin.



Samstag, 14. März 2026

"Glücklich der, der überhaupt ein Symptom hat"

 

"Die Entfremdung ist so groß, dass noch nicht mal mehr ein Konflikt empfunden wird, wenn etwas fehlt. Glücklich der, der überhaupt ein Symptom hat." 

 frei nach Erich Fromm 


Diese sinngemäße Aussage von Erich Fromm hat neulich voll bei mir eingeschlagen. So kurz und doch Tiefenwirkung bei mir. Er spricht von den "Normalen", den Angepassten, die funktionieren können, ohne dass in ihnen etwas in einen Konflikt gerät.

Ich hab mich oft gefragt, wie Menschen "so etwas" über sich ergehen lassen können. Die Antwort ist einfach, logisch und entsetzlich zugleich: Die Entfremdung von sich selbst ist groß genug.

Da gibt es kein natürliches Empfinden mehr dafür, wie sich Menschlichkeit anfühlen müsste, keine Sensibilisierung für psychische, emotionale, verbale, ja oft sogar körperliche Gewalt, für Unmenschlichkeit, wenn sie ihnen passiert.

Es geht nicht um Gewalt, Unmenschlichkeit und Ungerechtigkeit "da draußen in der Welt". Es geht um das, was ihnen jetzt gerade im Miteinander tatsächlich widerfährt.

Gesunde Menschen reagieren mit Empörung, mit einem Stopp, innerem und/oder äußerem Widerstand, wenigstens mit körperlichen Symptomen und "Krankheit", die laut Fromm von Gesundheit zeugt. Hier ist die Entfremdung von sich selbst nicht so weit fortgeschritten. Hier wird - Gott sei Dank - noch ein innerer Konflikt empfunden. Etwas meldet, dass hier etwas falsch läuft, grundsätzlich falsch und wider die menschliche Natur.

Ich mag es nochmal mit meinen eigenen Worten formulieren:

"Die Entfremdung von sich selbst
ist bei den meisten so groß, dass noch nicht mal mehr ein innerer Konflikt empfunden wird, wenn Unmenschliches geschieht."

Ein Hoch auf die Menschen mit Symptomen, inneren Konflikten, innerem Aufruhr, die eben nicht alles mitmachen können, mit sich machen lassen können. Die nicht einfach funktionieren können, die Fragen haben und auch stellen. Die Stopp sagen (müssen), weil der Körper streikt. Deren Körper und Psyche aufbegehren.

Es sind die Aufschreie der Überreste der Menschlichkeit. Der Würde. Der Urnatur. Es ist die letzte Bastion, der Teil in uns, der die Fahne des wahren Selbstes weiter hoch hält. Und er wird stehen bleiben. Wir sind nicht für Entfremdung gekommen. Ganz im Gegenteil. Wir sind für die Rückerinnerung hier.


 

Dienstag, 3. März 2026

Eine Reise durch meine Zahnprozesse - erlösende Kapitulation

Das Thema Zähne und die Wahrheit über Zähne und deren Symptome beschäftigt mich schon seit vielen Jahren. In den letzten Wochen war es immer wieder sehr intensiv da. Alter Schmerz, kindliche Nöte, totale Überforderung. Ich hab mich durchgefühlt. Schicht um Schicht. Die Erkenntnisse sind so essentiell für mich.

Gerade heute gab es eine Art tiefste Kapitulation in dem Zusammenhang. Ein innerer Anteil hat aufgegeben.

Ich mag euch mitnehmen auf meine innere 🦷-Reise der letzten Wochen bis zum Ergeben heute. Ich lade euch ein. ❤️

PS: Ich merke gerade wie die Audio im Grunde eine Erweiterung und Fortsetzung zu meinem Text von gestern ist. "In Gott wurzeln"...

Hier geht es zur Audio:  https://t.me/AnjaReiche_herzradikal/2652

 


Freitag, 20. Februar 2026

ER ist da. Als ich. Als ER.

Ich bin selbst Gott und kann dennoch zu ihm hin, mich an ihn wenden. ER ist ich und doch auch außerhalb von mir zu finden. Für mich ist es unglaublich wohltuend, bei aller Weisheit in mir, immer auch einen Ansprechpartner "im Außen" zu haben. Wie es eben gerade stimmt.

Manche Wahrheiten/Antworten/Offenbarungen steigen in mir auf, kommen aus mir selbst, aus der Quelle, die mich durchströmt, die ich bin. Manche kommen von "außen", von IHM als Gegenüber, wie in einem wunderbaren Dialog mit dem wohlwollendsten Wesen, das ich kenne. ER spricht mich manchmal aus dem Nichts an. Manchmal wende ich mich konkret an IHN und dann antwortet ER.

In beiden Fällen - ob die Antwort aus mir kommt oder von außen - ist mir beides bewusst. Ich bin Tropfen und ich bin der Ozean. Es kann in der Erfahrung zwischen beiden Wahrheiten wechseln bzw. kann ich sie auch gleichzeitig sein und erfahren.

Der Tropfen, der um den Ozean in sich weiß, blickt anders aufs Wasser, aufs Leben, auf sein Sein, als ein Tropfen, der nichts von seinem Wesen und seinem Ursprung weiß.

Beide Wahrheiten gleichzeitig - Tropfen und Ozean - machen für mich eine unglaubliche Stabilität und Sicherheit aus. Ich verkörpere IHN und bin doch von IHM umfangen, gehalten, getragen, geführt. ER ist innen. ER ist außen. Wo immer ich mich hinwende, ER ist da. Als ich, als ER.

Was für eine Genialität. Was für eine sensationelle Erfahrung dieses MenschGottSein. Beides zusammen ist für mich der größte Halt, den ich je hatte.



Dienstag, 3. Februar 2026

Innerlich immer in Verbindung

Im Grunde, bin ich nie nicht in Kontakt mit den Menschen, mit denen ich jemals irgendeine Form von Beziehung hatte. Sie sind erstens unveränderlich ein wichtiger und wertvoller Teil meines Lebens und zweitens bin ich - ob wir gerade miteinander reden oder nicht - innerlich immer in Verbindung.

Ich spüre hin. Ich schaue hin. Und wenn es das Leben erfordert, würde ich jederzeit in Kommunikation gehen, egal, wie viele Jahre vielleicht vergangen sein mögen. Ich bin online. Ich trage sie im Herzen, so herausfordernd es vielleicht auch gewesen ist im Miteinander.

Das ist kein verklärtes "vergeben und vergessen". Nein, da ist innere Arbeit in mir passiert seit dem letzten Kontakt. Ich weiß um das, was vielleicht vorgefallen ist. Es liegt, erforscht, reflektiert und durchfühlt, ausgebreitet vor mir. Mein Anteil ist gesehen, wie ich da war, welche damals noch unbewussten Mechanismen vielleicht gewirkt haben, wie ich zu der Zeit in die Welt geblickt habe. So weit ich eben jetzt gerade mit meinem Bewusstsein blicken kann, ist die Beziehung durchblickt.

Ich lege keine Begegnung einfach so ab oder weg. Da ist und bleibt Beziehung.

Ich bin auch mit vielen Menschen oft lange Zeit nicht in Kontakt, mit denen überhaupt nichts "vorgefallen ist". Das sind sogar die meisten. Wir sind ein Stück des Weges gemeinsam gegangen, manchmal sogar unglaublich lange, und gerade gibt es nichts im Miteinander "zu tun". Auch da bin ich nicht einfach weg, sondern innerlich in Verbindung, schaue hin, hab sie im Herzen und wenn es dran wäre, der Impuls käme, dann würde ich auch da wieder kommunizieren.

Manchmal spüre ich den Schmerz und das Unverständnis des anderen über den "Nichtkontakt". Sie fühlen sich, als hätte ich "Schluss gemacht", mich getrennt aus für sie unerklärlichen Gründen. Ich spüre, wie nicht erfasst wird, wie ich da bin. Ich spüre, wie alte Wunden des Verlassenseins bei ihnen berührt werden und wie es quasi eine kindliche Unerreichbarkeit des anderen - also von mir - reinszeniert.

Manchmal würde ich gerne rufen: "Das hat nichts mit dir zu tun. Das ist nicht persönlich zu nehmen. Ich bin noch da und innerlich in Verbindung." Gleichzeitig ist es meine Aufgabe, mich darin zu halten und eben keine Gefühle vermeiden zu wollen. Weder bei mir noch beim anderen. Es ist nicht angenehm, darum zu wissen, wie ich gerade falsch verstanden werde und dennoch gibt es daran meistens nichts zu ändern.

All diese Menschen, die einmal Teil meines Lebens waren, sind auf immer Teil meines Lebens. Ich weiß nicht, ob und wann es weitergeht in der Beziehung. Das weiß ich nie. Und ja, ich muss immer damit rechnen, dass vielleicht das "letzte Mal" schon gewesen ist. Dass es nie wieder dran sein wird, diesen Menschen wiederzusehen oder zu sprechen. Auch das ist mir bewusst. Das irdische, menschliche Ende des Miteinanders ist in jeder Beziehung immer mit präsent.

Deswegen schätze ich es sehr, in jeder Begegnung wesentlich zu sein. Ich weiß, dass ich nichts verpassen werde, was relevant gewesen wäre. Stand jetzt kann ich sagen, dass in mir mit allen alles am richtigen Platz ist. Ich könnte von der Erde gehen - oder sie - und es ist alles getan, alles richtig. Es gibt nichts zu bereuen.


 

Montag, 2. Februar 2026

Das Schlimme ist nicht das, was da ist

Als Kind bräuchte ich Hilfe, mich dem zuzuwenden, was es in mir empfindet. Als Erwachsene fehlt mir dann erstmal die Kompetenz.

Dieser Druck, den das erzeugt, dass ich mich dem in mir nicht zuwenden kann, ist enorm. Einem Tiger im Käfig gleich. Voller Unruhe. Nichts ist richtig. Alles, was von außen kommt, verstärkt nur das eh schon große Unwohlsein. Da ist Gereiztheit und ein "aus der Haut fahren wollen", es in mir nicht wirklich aushalten.

Es ist, als würde ich durch ein Haus voller Zimmer eilen und doch ist kein Raum der richtige, kein Raum, der wirklich Raum ist, Raum hat, Raum gibt. Der Raum, den ich bräuchte für das, was in mir ist. Den Raum, den ich suche, gibt es trotz all der Zimmer nicht.

Als Kind hätten die Erwachsenen dieser Raum sein müssen. Als Erwachsene sollte ich es eigentlich für mich sein und kann es doch manchmal trotz all der Erfahrung nicht gleich, wenn da ein Anteil ist, der noch nichts von meiner Erwachsenen weiß.

Und wieder stelle ich mit Erstaunen und Faszination zugleich fest, dass das Schlimme für mich nie wirklich das ist, was tatsächlich in mir los ist, sondern der Zustand, in dem ich mich dem (noch) nicht zuwenden kann. Das ist das Unaushaltbare, das, was quält und drückt und mich fast verrückt macht.

Bin ich dann in das Stadium im Prozess gekommen, in dem ich mich mir wirklich zuwenden kann, ist es einfach nur erleichternd. Endlich kann es fließen. Endlich ist der Raum in mir da. Der Druck, das Unwohlsein verschwinden fast sofort. Die Tränen laufen in Strömen. Alles entspannt sich in mir. Ich kann wieder atmen. Ich erkenne. Sehe. Verstehe. Begreife. Fühle zutiefst. Verkörpere voll und ganz. Die entsprechenden Bilder laufen durch.

Ich bin endlich in Kontakt mit dem, was in mir gerade lebendig ist und das ist einfach nur wunderschön, auch wenn es noch so arg ist. Ich hab mich wieder. Bin bei mir. Gott sei Dank!

 


Freitag, 30. Januar 2026

Geliebte des Lebens

Ich gehöre dem Leben. Niemandem sonst.
Ich bin verheiratet. War es im Grunde schon immer. Mit der Schöpfung selbst.

Meine Hingabe und völlige Ergebung gilt meinem Ursprung, dem Ursprung von allem. Das ist, in tiefer Beziehung zu mir selbst, die tiefste Beziehung, die ich "nach außen" habe. Kein Mensch, kein Mann kann diesen Platz je einnehmen. Nichts und niemand kommt da dazwischen.

Ich bin vergeben. Ich bin ergeben. Ich empfange das Leben selbst. Setze es um.

Ich bin, mich selbst habend, darin eingebettet. Getragen und dienend zugleich. Treu über alles hinaus. Meine Loyalität ist. Das steht über allem.

Da ist meine Führung.
Darin ist meine Erfüllung.

Ich - erkannt - im Einssein.
Liebend und geliebt.

Geliebte des Lebens.
Hier, das zu sein.



Mittwoch, 14. Januar 2026

Echter Genuss braucht für mich Sinn

Ich brauch die übergeordnete Wahrheit für echte, tiefe Erfüllung. Die Wahrheit über mich, mein Wesen, die Zusammenhänge, das Leben, Gott.

Keine Theorie. Keine Konzepte und Konstrukte. Ich meine die Wahrheit, tief aus dem Herzensgrund vernommen, mit jeder Zelle schwingend erfasst. Die Wahrheit, in der das ganze Wesen resoniert und vibriert, bevor ich nur einen Gedanken gedacht habe. Die Wahrheit, die immer schon da war, ist und sein wird, an die ich mich "nur" fühlend erinnern brauch.

Echter Genuss braucht für mich Sinn. Tiefen Sinn. Den weiten Horizont. Alle Ebenen des Seins. Das durchlebte, durchfühlte, erspürte Begreifen. Das Wissen um das Nichtsichtbare. Das Erleben meiner Selbstwirksamkeit in dieser riesigen Intelligenz.

Faszination und Genuss sind für mich automatisch da, wenn mir all das bewusst ist, wenn das Bild groß genug ist, die Augen sehend sind, das Herz um den großen Takt weiß. Eben, wenn ich mich an die Wahrheit erinnert habe.

 


 

Donnerstag, 1. Januar 2026

Ich war nie ahnungsloser

Nicht auf diese Weise. Nicht zu vergleichen mit der Ahnungslosigkeit, in der ich weder wusste, wer ich bin, noch was das hier alles soll.

Diese Ahnungslosigkeit jetzt ist anders. Mir hat sich der Lebenssinn erschlossen, mein Sein, das Individuelle. Und es ist, als hätte ich all das wieder aus der Hand gelegt.

Wie ich neulich schon sagte: Es ist nichts mehr übrig. Alles, was mal so naheliegend war und so lange so stimmig für meinen Selbstausdruck war, zu meinem Wirken gehörte, fühlt sich nicht mehr relevant an. Das neue Jahr wird nicht einfach eine Fortsetzung oder logische Schlussfolgerung von dem, was bisher war.

Ich bin blank. Kein Wunsch. Keine Sehnsucht. Kein "Das will ich unbedingt erfahren und erleben." Kein Gefühl für irgendwas, was dran sein könnte, was noch zu tun wäre. Tatsächlich wüsste ich nicht im Ansatz, was nach all diesen Prozessen, Läuterungen und inneren Durchbrüchen kommen sollte. Wo und wie es weitergehen könnte in der Evolution, was da noch auf dem Zettel sein könnte und jetzt genau richtig und wichtig für mich. Und mit wissen meine ich immer spüren, fühlen, wahrnehmen vom Äther. Es geht schon lange nicht mehr ums Denken, Ausdenken, Überlegen und selber aus dem Hut zaubern.

Vom Anstehenden zeigt sich nicht der leiseste Fitzel. Ein leeres Blatt. Nein, eine leere, weite Ebene. Das Bisherige liegt in dem Bild hinter mir. Es ist durchwandert. Ich schaue in dieses Nichts vor mir, das noch keine Formen hat, keine Wege, keine Landschaft. Noch gilt es, keinen Schritt zu tun. Es wäre zu früh und dafür gibt es gerade auch keine Energie zur Verfügung gestellt. Ich kann nur da sein. An der Schwelle. Bereit. Was immer sich offenbaren mag. Was immer der Ruf sein wird. Bereit für alles, was das Leben von mir möchte und mag es noch so außergewöhnlich sein.


 

Mittwoch, 24. Dezember 2025

Es ist nichts mehr übrig

Es ist nichts mehr übrig. Kein Streben hin zu. Keine Ideen. Keine Vorstellungen. Keine Deutungen von Wahrzunehmendem. Kein Wollen.

„Es ist nichts mehr übrig.“ Der Satz war die letzten Tage immer wieder fühlbar so präsent.

Nichts mehr übrig. Weder was mein „Wirken“ angeht oder irgendwas, was man gemeinhin Beruf oder Berufung nennen könnte, Zusammenarbeiten, Co-Kreationen, Geldverdienen, Lebenssinn, Selbstverwirklichung, etc. noch was Ehe, Beziehung, Mann/Frau-Sein betrifft.

Da ist nur mehr Sein. Der Moment. Einheit in mir. Harmonie. Kein Teil in mir streckt die Arme aus und will außerhalb von mir nach etwas greifen. Jetzt wo ich das Nichtmehrgreifen fühlen kann, wird so deutlich wie sehr das Greifenwollen vorher da war. Es ist soooo verrückt, diesen krassen Kontrast zu spüren und vorher nicht in der Lage gewesen zu sein, das überhaupt zu bemerken. Es war ja so „normal“ für mich, dass da immer dieser innere Zug da war.

Und jetzt?

Ich bin. In mir eine unglaubliche, nie gekannte Ruhe. Frieden. Einverstanden sein.

Morgen? Übermorgen? Definitionen von irgendwas? Pläne? Hintergründe?
Schulterzucken! Alles irrelevant.

Die letzten Jahre - vor allem die nun beinahe drei Jahre mit Christian - hat eine unglaubliche Läuterung stattgefunden. Ein einziges großes Sterben von unbewussten Ideen, von soooo vielem, was wirkte und aber nicht stimmte, nicht übereinstimmte mit der reinen Wahrheit. Es hat sich vor allem gezeigt, was wir nicht sind, was ich nicht bin.

Es hat eine Reifung und Klärung in mir und zwischen uns stattgefunden, die ihresgleichen sucht. Es haben sich Höllen und Untiefen in mir aufgetan, von denen ich niemals vermutet hätte, dass sie da sind.

Übrig ist ein weiter, freier Raum. Stille. Hingabe. Harmonie. Präsenz. Ein Einklang in mir, unter dem nichts mehr unruhig vibriert und seinen Platz sucht. Kein Stress solcherart mehr im System. Kein Untergrundrauschen. Keine Fragen, die über den Moment hinausgehen. Kein Wissenwollen. Kein Suchen. Kein Drängen. Keine Befürchtungen, etwas zu verpassen. Nämlich mich. Was, wie ich heute weiß und sagen kann, alles inneren Kindern gehörte, die versuchten, ihren Platz in der Welt zu finden, auf diese und jene Verwirklichung nach wir vor gewartet haben, auf eine ganz bestimmte Art des Ankommens.

Ich beobachte diese nachhaltige, einträchtige Ruhe in mir nun schon einige Wochen. Alles in mir ist an Ort und Stelle. Da wo ich gerade bin mit dem, wie es gerade ist. Diese Nachhaltigkeit beeindruckt mich wirklich am meisten. Da scheint etwas am Fundament geschehen zu sein, ganz grundsätzlich. Es gibt kein hin und her zwischen alt und neu. Die Unruhe flammt nicht mehr auf, das Getriebensein. Zumindest bisher nicht.

Und all das hab ich nicht angestrebt. Ich war nicht auf der Suche nach Ruhe und Frieden. Ich war und bin ja immer voll einverstanden mit allem Wogen und jeder Welle. Da ist was passiert, von dem ich überhaupt nicht wusste, dass es das gibt. Gerade jetzt, wo ich das schreibe, fällt mir ein Satz von Kathi ein, der passender nicht sein könnte: „Ich liebe es, wenn genau das Richtige dabei rauskommt.“

Was dieses Richtige ist, davon hab ich vortrefflich so gar keine Ahnung. Ich weiß es vorher nie. Das weiß ich staunender Weise immer erst dann, wenn es da ist, ohne dass ich es je wollte.

Es ist wohl das friedlichste und erfüllteste Weihnachten, das ich je hatte, so sehr beschenkt vom Leben mit Desillusionierung. Im Grunde habe ich nichts von dem bekommen, was ich (Anteile) dachte, dass sein müsste. Es wurde eher ganz viel weggenommen, ganz viel hat eben nicht stattgefunden und dafür das, was wirklich relevant war. Was für ein Segen! Was für ein großer, großer Segen!

 

Nachtrag:
Im Grunde kann ich dieses untergründige Streben auf eine einzige Frage reduzieren, die immer unter allem da war: Wann geht es denn endlich los (mein Leben)?

Nachtrag 2:
Mich fasziniert es so dermaßen, dass das alles irgendwie nach nichts Neuem klingt, was ich da geschrieben habe, und dennoch so komplett alles Erleben in mir verändert. Mir war danach, ein paar Worte dazu zu sagen: https://t.me/AnjaReiche_herzradikal/2620  

 

Donnerstag, 18. Dezember 2025

Über das notwendige Sterben der Hoffnung

Im Grunde gehört die Hoffnung den inneren Kindern. Sie sind es, die in uns hoffen, die warten, auf die Erfüllung von all dem, was ihnen tatsächlich zugestanden hätte. Die hoffen, dass es bitte nicht wieder so schlimm wird oder irgendwann doch endlich gut.

Das Krasse ist, dass diese alten Hoffnungen tatsächlich sterben müssen. Die inneren Kinder müssen eines nach dem anderen anerkennen, dass es nie mehr kommen wird, was sie wollen, dass die Katastrophe, die verhindert werden sollte oder abgewandt oder zumindest abgemildert, tatsächlich wahr ist. Damals schon wahr war.

Diese inneren Kinder versuchen unser Leben lang etwas zu vermeiden, was schon geschehen ist. Der Schmerz darüber ist schon wahr und genau in diesem Schmerz, der unaushaltbar war, sind die inneren Kinder stehen geblieben, ist der Moment eingefroren. Es konnte damals nicht gefühlt werden. Die kleinen Körper waren dafür nicht ausgelegt. Die Unterstützung der Erwachsenen dabei ist ausgeblieben. Sie waren ja auch noch die Verursacher des Ganzen.

Nun ist da dieses Programm aktiv, dass diese inneren Kinder niemals wieder das fühlen wollen, was damals unaushaltbar und schrecklich war. Dass sie das erleben wollen, was stattdessen korrekt gewesen wäre, in der Ordnung, natürlich, gesund. Sie wissen, dass da noch Rechnungen offen sind, Bedürfnisse unbefriedigt, dass Leben sich anders anfühlen müsste.

Eine ewige Suche nach dem Nichterhaltenen. Ein Habenwollen. Ein total berechtigtes Danachlechzen. Ein NiewiederDAS. Ein ewiges Hoffen.

Das nächste Krasse ist, wenn diese inneren Anteile mit meiner beobachtenden sowie mitfühlenden Unterstützung und Begleitung die Vollkatastrophe anerkennen und wir gemeinsam jetzt das fühlen können, was damals einfach unmöglich war, dann stirbt tatsächlich diese kindliche Hoffnung und das Suchen, das Getriebensein, Habenwollen tief im Inneren hört nach und nach auf. Es braucht keine Hoffnung mehr. Es ist gesehen und anerkannt was wirklich war und was für dieses Kind nie mehr sein wird.

Dann geschieht nach meiner Erfahrung Magie. Das, was die Kinder gebraucht hätten und nicht bekommen haben, existiert ja trotzdem, denn so ist das Leben selbst, wenn die Bezugspersonen den Zugang dazu nicht verhindern. Mit der Befriedung der inneren Kinder kommt das Leben in seinen natürlichen Fluss. Die inneren Kinder sind mit der Aufmerksamkeit nicht mehr bei anderen, sondern behütet bei mir. Sie strecken innerlich die Arme nicht mehr nach Menschen aus. Ich bin somit im wahrsten Sinne des Wortes in meiner Mitte, der Anbindung und stehe selbst im Fluss. Ich als Erwachsene habe Zugang zu all dem, kann erfahren, wie es als Kind schon hätte sein sollen. Ich BIN das Leben selbst.

Nun bin ich nicht mehr das Kind meiner Eltern, das diese gebraucht hätte, um in die Welt zu kommen, sondern nach und nach bin ich zum erwachsene Kind des Kosmos geworden, das voll in der Welt IST. Die Versorgung all meiner menschlichen und natürlichen Bedürfnisse kommt aus dieser Beziehung - aus der Beziehung zum Leben selbst. Die Zuständigkeit hat sich geändert. Der "Zwischenhändler" Eltern ist rausgenommen. Ich stehe in direkter Beziehung zum Leben. In dieser Beziehung braucht es keine Hoffnung mehr. Diese Beziehung ist. Sie ist eine Tatsache. Sie ist ein Statement. Sie wird erfüllt. Und ich bekomme darin alles, was ich brauche. Das ist Gewissheit.

Ich mag behaupten, dass jede Hoffnung einem inneren Kind (oder anderem Anteil) gehört, das noch auf die Erfüllung von damals wartet, das noch eine unangenehme Wahrheit anerkennen darf, das noch aus der Warteposition befreit werden möchte, mit dem Warten und Darumkämpfen aufhören und fühlend nach Hause zu mir kommen darf. Zu dem Wesen, das jetzt tatsächlich mit dem Leben selbst in Beziehung steht.

Wenn die Hoffnung stirbt, heißt das nicht, dass ich (die Erwachsene) niemals das erleben kann, worauf ich (das innere Kind) hoffe. Das Realisieren und Differenzieren dieser unterschiedlichen Ebenen in mir ist entscheidend.

Wenn die kindliche Hoffnung stirbt, ist Platz für erwachsene, reife, bewusste Gewissheit. Meine Erfahrung ist, dass die Hoffnung tatsächlich aufhört, wenn die inneren Kinder versorgt sind, es gar keinen Grund mehr für "Hoffnung haben müssen" gibt.

Ich brauche die Hoffnung nicht mehr, um zu überleben. Ich hab schon überlebt. Ich lebe schon.

Es ist also irgendwie wahr - anders als gemeinhin verstanden: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Sie stirbt dann, wenn ich wahrhaft lebe (was auch meint, dass ich zum Sterben bereit bin). Die Hoffnung kann getrost sterben. Sie hat ihren Dienst getan. DANKE!