"Ich kann es nicht ändern. Ich kann die Umstände nicht ändern. Ich kann die anderen nicht ändern. Ich kann mich nicht anders machen. Ich schaffe es nicht. Ich bekomme es nicht hin, was sie von mir wollen. Ich schaffe es nicht, Verbindung zu erleben, verstanden zu werden, das zu bekommen, was ich brauche, gesehen zu werden, etc."
Als Kind in der Abhängigkeit war das die absolute Ohnmachtshölle. Wir haben alles daran gesetzt, es doch noch irgendwie zu schaffen. Was natürlich eine Illusion war. Die Idee der Machbarkeit war unsere Lebensrettung.
Als Erwachsene können wir jetzt anerkennen, dass es nicht zu schaffen war und jetzt in den Reinszenierungen schon erst recht nicht zu schaffen ist. Die Anerkennung der Unmöglichkeit ist unsere Erlösung und Freiheit.
Es war und ist nicht zu schaffen. Gott sei Dank! Dann kann ich nämlich direkt aufhören, es zu versuchen. Das ist das Aufwachen in die Wahrheit.
Was früher pure Ohnmacht bedeutet hat, ist jetzt der Segen der Freiheit.
Sonntag, 30. August 2026
Was früher Ohnmacht bedeutete, ist heute unsere Freiheit
Donnerstag, 13. August 2026
Emotionale Freiheit
"Nichts im Außen kann letztlich wirklich darüber bestimmen, wie ich mich in mir, mit mir und im Leben fühle."
Irgendwie ist das gerade nochmal wie unumstößlich in mir gelandet und zwar MIT dem Wissen um all die inneren Kinder und wie schnell sie berührt sind. Also nicht dieses "Ich entscheide, wie ich mich fühle", was ganz oft ein Negieren von Schmerz ist und letztlich ein mich verlassen und verleugnen.
So meine ich diesen Satz nicht, so hat er mich nicht gemeint, als er eben zu mir kam.
Es war, ist, viel mehr das Erkennen, dass tatsächlich keine äußeren Umstände dafür sorgen können, dass ich mich wieder schlecht, gedrückt oder geknickt fühlen muss, dass es wieder schwer sein muss, wie es in der Kindheit irgendwann immer kam. Keine äußeren Umstände oder Entscheidungen von anderen haben mehr die Macht, tatsächlich über mich und mein Leben zu bestimmen. Mein Nein und meine Integrität sind jetzt unantastbar, weil ich bei mir bleiben kann und darf, weil ich weiß, wer ich bin und keine Abhängigkeiten mehr Wirklichkeit sind.
Nichts kann verhindern, dass ich mich sauwohl in mir drin und im Leben fühle, weil ich um die Wahrheit weiß.
Selbst wenn noch so "bedrohliche" Dinge passieren, muss ich mich davon nicht beeindrucken lassen. Dieses Unbeeindrucktsein ist dadurch möglich, dass ich weiß, wenn Aufruhr in mir ist, dass da etwas sein muss, was nicht die letzte Wahrheit ist. Dann können da aufgescheuchte innere Kinder sein, die ich begleite und das wird immer zur Wahrheit über das Leben führen und immer in die Freiheit.
Umso mehr Anteile daheim sind und um die Wahrheit wissen, umso unbeeindruckter bin ich natürlicher Weise von den Umständen.
Ich weiß, wie sich die Wahrheit über das Leben anfühlt und ich weiß, wie ich mich in der Wahrheit fühle. Alles, was nicht dieser Wahrheit entspricht, muss und kann ich nicht mehr ernst nehmen. Das ist Freiheit pur. Die Freiheit, wie ich mich fühle.
Dienstag, 4. August 2026
Es obliegt nicht mir, ob jemandem etwas zu Bewusstsein kommt
Es geht mich schlicht nichts an, wie es um den Bewusstseinszustand eines anderen bestellt ist. Ich muss ihn nicht wachrütteln oder ihm etwas klar machen. Es obliegt genau EINEM und von der Seite ist es eh schon geschehen, weil gewollt und deswegen wird das sein, was sein soll. Was auch immer das dann ist und das wird in irgendeiner Form richtig und wichtig sein, auch wenn es für mich vielleicht komisch ausschaut.
Es ist erleichternd und beruhigend zugleich, es nicht bewerkstelligen zu müssen, dass jemandem etwas zu Bewusstsein kommt, es nicht irgendwie schaffen zu müssen, es in SEINEN guten Händen zu wissen und damit in der Ordnung, von der ich, was die Wege anderer angeht, nun mal - wenn überhaupt - nur eine leise Ahnung habe.
Wer bin ich, es besser zu wissen? Wer bin ich, über einen Weg zu urteilen?
Natürlich heißt das nicht, dass ich alles mit mir machen lassen muss. Das ist ja genau der Punkt. Eben nicht. Ich darf genau daraus dann meine Konsequenzen ziehen bzw. schauen, was der jeweilige Bewusstseinszustand inklusive Handlungen des anderen in mir berühren, was es mit mir macht, dass es genau so ist, wie es ist und wenn ich davon ausgehe, dass es so bleiben darf, dann darf ich hinspüren, was genau DAS für mich bedeutet. Wie ich dazu in Beziehung stehe, was das für mich heißt und wer oder was ich im Bezug dazu gerade bin bzw. sein könnte (von der höchsten Wahrheit ausgehend).
Ich habe genau nur ein Leben und einen Bewusstseinszustand zu verantworten und das ist das bzw. der meine. Wissend, dass mein Sein und Tun Auswirkungen hat. Wissend um das Ich, das Wir und das Höhere. Ich bin dafür verantwortlich, dass ich mich lebe und entfalte, dass ich hinhöre und da bin, dass ich bei mir bin. Niemandes Bewusstseinszustand sonst ist meine Verantwortung.
Mir ist bewusst, dass es unzählige Kinder in uns gibt, die auf den Bewusstseinszustand der Erwachsenen angewiesen waren und die zig Strategien entwickelt haben, entweder daran was zu ändern oder damit klar zu kommen, dass sie sind wie sie sind - allerdings eben aus der kindlichen Abhängigkeit heraus, mit all den kindlichen Schlussfolgerungen und da war der Bewusstseinszustand (der meistens dürftig ausgebildet war) der anderen äußerst relevant für uns, meistens fatal in den Folgen.
Es sind genau diese inneren Kinder, die andere zur Einsicht bewegen wollen, die Welt verbessern, wachrütteln. Sie versuchen immer noch das hinzubekommen, was als Kind schon nicht funktioniert hat: Das Umfeld so zu gestalten, dass es sicher ist und ich als Kind tatsächlich das bekomme, was ich bräuchte. Es sind genau diese Kinder, die wiederum genau mich brauchen, bewusst, wach und mitfühlend mit mir selbst. Sie brauchen nicht den anderen. Als Kind war das wahr, dass es auf den anderen angekommen wäre. Jetzt stimmt das schlicht nicht mehr. Jetzt kommt es auf mich an und auf sonst niemanden.
Jedwede gefühlte Abhängigkeit als Erwachsene meines Weh und Wohls von anderen kann nicht die letzte Wahrheit sein. An der Stelle darf ich schauen, wer in mir das glaubt und warum. An der Stelle darf ich mir selbst zur Seite stehen oder mir Hilfe suchen, mit deren Unterstützung ich dann gut für mich da sein kann.
Mir obliegt es einzig, ob ich zu Bewusstsein komme.
Und es obliegt einzig mir, ob ich zu Bewusstsein komme und auf welche Weise. Genau wie die anderen mich nichts angehen, gehe ich die anderen nichts an.
Samstag, 1. August 2026
Sein. Mit sich. Ohne sichtbaren Nutzen.
Kein "um zu" (oder maximal um mich in diesem "um zu" zu beobachten und meinen Mustern zu begegnen), kein Zweck, kein Füllen von Leere, kein Vermeiden von Gefühlen, die in der Leere und dem Nichtwissen unweigerlich auftauchen, kein Vermeiden von Umständen, kein Erreichenwollen von irgendwas.
Sein. Mit sich. Ohne sichtbaren Nutzen. Ohne Pläne. Ohne Gewissheit auf irgendwas. Ohne selbst etwas steuern zu wollen. Und eben ohne jedwede Rolle. Ohne irgendeinen Platz in irgendeinem Gefüge, der mein Dasein rechtfertigen würde.
Ich mit mir. Blank. Pur. Roh.
Absichtslos. Offen. Neugierig.
Nichtwissen und eben auch nichtwissend, wie lange diese Phase dauern wird, ob sie jemals endet, was mit mir darin geschieht und wo es mich hinführt.
Diese Schwelle bahnt sich an. Sie kommt meist nicht plötzlich. Es ist ein "nach und nach nicht mehr hineinpassen". Da fällt eine Freundschaft weg, dort ein Hobby, Kontakte werden weniger, es zwickt in der Familie, meist sowohl in der Ursprungsfamilie, als auch in der selbst gegründeten. Der Job bleibt meist auch nicht übrig. Die Reihenfolge von all dem ist unterschiedlich. Die Ausstiege kommen in Wellen und doch kommt irgendwann der Punkt, an dem tatsächlich nichts mehr übrig zu sein scheint, nichts mehr von dem passt, was mal so richtig war.
Dieser Punkt ist nach meinem Empfinden essentiell, absolut wesentlich und nicht zu umgehen. Dann bin da nur noch ich und das, was mich von innen lebt. Ein Nullpunkt. Der Rückbau all dessen, was ich nicht bin, hat stattgefunden, um überhaupt mal den Samen kennenzulernen, der ich eigentlich bin, zu erspüren, was in mir wirkt. Dann - irgendwann - entsteht von der Wurzel an, neu und wahrhaftig der Ausdruck meines wahren Seins.
Nur ist davor dieses Nichts. Ich mit mir. Diese krasse Phase, in der überhaupt erst die Individuation stattfindet, die vorher nie gesund hat stattfinden können, weil es die notwendigen Entwicklungsräume in den allermeisten Familien nicht gegeben hat. Und diese Individuation ist nicht einfach ein Nachholen, davor oder immer wieder währenddessen gibt es Wunden zu fühlen, die eben genau aus dem Schmerz bestehen, dass wir nicht zu uns selbst werden durften und keine tiefe, weite, freie, gesunde Verbindung erfahren haben. Es gab kein Ich, es gab kein Wir. Es gab keine Wurzeln und keine Flügel. Es gab keinen Raum. Es gab keinen Punkt. Und schon gar nicht gab es die übergeordnete Wahrheit über mein Sein, kein Eingebettetsein, keine Göttlichkeit.
Dieses Nichts, diese Höhle, die Zeit des Samens unter der Erde, diese Rückerinnerung an die Wahrheit, die Stille und Raum braucht und bestimmt auch immer wieder adäquate Begleitung und Gehaltensein - eben echte Beziehung -, ist das Wichtigste und Herausfordernste zugleich. Totaler Kontrollverlust. Absolute Selbstbeobachtung. Hingabe an etwas Größeres. Seinlassen. Der volle Break mit allem Bisherigen. Tabularasa. Reset.
Beängstigend und befreiend zugleich. Höchst anspruchsvoll und erleichternd. Viele Tode und doch die Rettung. Das Schlimmste und das Beste. Vom gedachten Leben ins echte Leben. Vom Funktionieren ins Geführtsein. Von der Trennung in die Anbindung.
Mittwoch, 29. Juli 2026
Mein Leben hat endlich Platz!
Nicht nur für eine kurze Zeit oder irgendwie nebenbei, trotz alle dem oder mit diesem "jetzt erst recht".
Der Raum muss nicht mehr erkämpft werden, mühevoll saubergehalten oder geteilt mit den Ansprüchen/Problemen der "Bezugspersonen". Ich brauche nichts mehr von ihnen, um in mein Leben zu kommen. Ich bin nicht mehr für die verantwortlich, die ich gebraucht hätte. Ich muss nicht mehr dafür sorgen, dass sie ihren Job machen oder überhaupt erst dazu befähigen.
Der Raum steht komplett mir zur Verfügung. Es gibt keine Notwendigkeit mehr, das Chaos, die Baustellen der Beziehungspersonen reinzunehmen. Ihre unbearbeiteten Akten landen nicht mehr auf meinem Schreibtisch. Niemand in mir hat noch einen Annahmeautomatismus oder eine Bearbeitungspflicht.
Es war auch diesbezüglich dieser 10. Juli. Ich hatte an anderer Stelle berichtet. Da hat das geendet. Ab da hatte ich endlich tatsächlich die Hände frei und Raum und komplett mich für mich. Mein Leben hing nicht mehr von irgendeiner Bewusstheit der anderen ab. Bis dahin gehörte mein innerer Raum nicht komplett mir und mein Leben irgendwie auch nicht.
Mir wurden wieder und wieder Akten zur Prüfung reingereicht, nur um wieder und wieder festzustellen, dass sie mir nicht gehörten. Der Zustrom hörte nicht auf. Dauerbeschäftigung. Das Ergebnis war immer das gleiche: Nicht meins. Und dennoch kamen neue und ich "musste" mich damit beschäftigen.
Bis zu diesem Tag.
Seither sprudelt es unablässig in mir. Pure Lebensfreude. Tatsächliche Freiheit. Der Raum gehört mir. Da ist nur mehr meins. Mein Leben gehört mir bzw. IHM. Hummeln im Arsch. Flausen im Kopf. Vorfreude, ohne zu wissen worauf. Einfach so.
Das ewige "mir mein Leben stehlen müssen", die Lücken finden, die schönen Momente stibitzen, bevor das Doofe, Schwere wieder kommt, mir Platz erkämpfen müssen, immer wieder "eingefangen" werden und das Damokles-Schwert "Du wirst schon noch sehen!" sind verschwunden.
Mein Leben gehört komplett mir! Zum allerersten Mal!!! Unbeeinflusst. Ganz und gar. Endlich hab ich tatsächlich einfach so Platz und Zeit und Raum für mich und meins.
ZUM ALLERERSTEN MAL! 🥲🥲🥲🙏🏼🙏🏼🙏🏼🙏🏼🙏🏼🔥🔥🔥🔥🔥
Wie könnte es sein?
Wie könnte es von der Natur gewollt sein, richtig sein im Sinne von "das gehört eben zum Menschsein dazu", dass man gegen sich gehen muss, seine Impulse unterdrücken, genauso wie alle Gefühle und Emotionen, um hier leben zu können?
Wie könnte das die Wahrheit sein, dass das Leben selbst von mir verlangt, es in mir zu unterdrücken? Jedes einzelne Mal, wenn es aufsteigt, zu sprudeln beginnen will und ich stattdessen etwas anderes tun sollte, weil so Leben geht?
Wie könnte es natürlich sein, dass ich gegen meine eigene Natur leben soll?
Wie könnte es sein, wo doch die größte Intelligenz höchst persönlich dafür sorgt, dass ich überhaupt lebe, dass ich statt mir äußeren Instanzen folgen soll, die besser wissen als ich, was mir zuträglich ist, was für mich wichtig und richtig ist, was ich zu tun und zu lassen habe?
Wie könnte es sein?
Gut, dass das alles so absurd ist, dass offensichtlich ist, dass das alles gar nicht wahr sein KANN. 😉
Dienstag, 28. Juli 2026
Listen to yourself, not the news
Hör dir selbst zu, nicht den Nachrichten.
In mir ist alles, was relevant ist. Dort finde ich nicht nur alles, was ich tatsächlich wissen muss, durch das mir selbst zuhören, wird es überhaupt erst möglich, anderen, dem Leben, allen Wesen, der Natur wirklich zuhören zu können. Rein. Ohne Filter und Verzerrung, ohne emotionale Aufladung aus der Vergangenheit. Das wahrnehmend, was tatsächlich gerade im Jetzt da ist.
Ich selbst, in der offenen Begegnung mit mir, dem ehrlichen Hinschauen und Zuhören meiner selbst, bin immer Dreh- und Angelpunkt für die echte, tiefe Begegnung mit allem anderen.
Nachrichten werden irrelevant. Das Gelenkt- und Bespieltwerden von außen verschwindet. Ich bin mein eigener Herr und mein eigener Weiser. In mir ist jede Antwort zu finden, die der Moment gerade braucht. Gespeist vom Leben selbst, das ich dann klar und eindeutig in mir wahrnehme, höre, sehe, fühle und ihm folge. IHM folge, indem ich mir folge.
Ich bin der Schlüssel für all das. Das Zumirhingehen und mir aufrichtig interessiert und zugewandt begegnen. Es kann gar nicht anders sein.
Listen to yourself, not the news.
Donnerstag, 16. Juli 2026
Turning-Point?
Ich mag euch mitnehmen zu mir hin, in mich hinein, dahin, wo ich gerade stehe und wie ich da bin. Es fühlt sich nach einem Turning-Point an, nach Vollendung und Neubeginn. Etwas ist vollbracht. Etwas Neues, was wahrscheinlich unten drunter immer da war, pulsiert in mir. Der Weg war so unfassbar lang.
Ich lade euch ein, diesen Moment mit mir zu teilen. ❤️
PS: Der Ton ist am Anfang sehr leise. Nach ca. 1 Minute wird es besser. Mit Headset müsste alles recht gut zu hören. Zumindest war das bei mir so, als ich reingehört habe.
Dienstag, 7. Juli 2026
Was könnte sinnvoller sein, als das eigene Menschsein komplett zu verkörpern
Man mag es meinen Texten zufolge, die sich oft mit der Erforschung der schmerzhaften Landschaften in mir befassen, vielleicht nicht glauben, aber ich lache unfassbar oft aus tiefstem Herzen Tränen. Das alles ist nicht schwer oder trübsinnig für mich. Ganz im Gegenteil. Es ist ein einziges Empowerment! Das Leben kann mir durch meine eigene Nähe zu mir so sehr nah kommen, in mich fließen und sich durch mich durch bewegen.
Töne, Klänge, Worte, Beobachtungen, alles findet direkt in mir drin statt. Die Schwingungen sind so stark und wogend wahrzunehmen und davon bin ich so schnell so berührt. Gleichzeitig stelle ich fest, dass Geräusche, die mich früher total gestört und wie weg von mir gebracht haben, diesen Effekt nicht mehr haben. Wie wenn dieses "mich dem ausgeliefert fühlen" durch die Begleitung der inneren Kinder eben ausgeheilt wird. Die Berührbarkeit nimmt extrem zu und das "dem Leben ausgeliefert sein" extrem ab, obwohl ich überhaupt nichts mehr unter Kontrolle habe.
Manchmal macht es mich traurig, naja eher betroffen, wie schnell sich Menschen von dieser tiefen Selbstbegegnung abgeschreckt fühlen, sich abwenden, es als unsinnig, schwermütig, als unnötiges Kreisen um immer das Gleiche betrachten oder gar als krank, lebens- oder weltfremd. Dabei könnten sie sich selbst dabei gewinnen. Eine Nähe, die unten drunter ja doch immer fehlt, egal, was materielle Erfolge vielleicht stattdessen erzählen. Ein Ich, das nicht nur in der Schönwetterlage von einem selbst gemocht wird. Was ist lohnenswerter und sinnvoller als sich selbst nah zu sein und das auch noch gerne, egal, was in mir los ist? Vor allem, was ist wahrhaftiger, als mit dem zu sein, was in mir wirklich gerade lebendig ist? Was ist ehrlicher, als genau das in den Kontakt mit anderen zu bringen? Und was ist sinnvoller, als sich selbst tatsächlich ganz und gar zu leben? Das eigene Menschsein komplett zu verkörpern und damit tatsächlich den Himmel auf die Erde zu bringen?
Ich mag da auf jeden Fall nicht mehr weg. Ich mag jede innere Landschaft in mir. Nichts in meinem Leben war je richtiger und wertvoller als genau das. Schick sieht das auf den ersten Blick freilich nicht aus. Aber für schick bin ich auch nicht hier, sondern für echt.
Eigentlich weiß ich gar nicht so recht, warum ich das schreibe. Wahrscheinlich weil das eben gerade in mir da war. Mehr Grund braucht es ja nicht.😉Auf jeden Fall zwinker ich innerlich all jenen verschmitzt und verschwörerisch zu, die gerade ganz genau verstehen, von was ich hier rede. Danke, dass es euch gibt.😊🙏❤
Samstag, 4. Juli 2026
Nein! Ich möchte mich selbst genießen...
"Nein! Ich möchte mich selbst genießen und du störst mich die ganze Zeit dabei."
Wie oft es in der Kindheit die Wahrheit gewesen wäre und so dran, diesen Satz zu den Erwachsenen zu sagen! Im Grunde ist genau das so oft in seligen Momenten passiert: Ich wurde in meinem wohligen mit mir sein gestört, rausgerupft und mit den Problemen der anderen behelligt. Probleme, die ich ohne die anderen gar nicht erst gehabt hätte.
Ich war und bin so gerne mit mir. Menschen, die mit sich selbst überhaupt nicht gut da sein können, stören meinen Genuss mit mir und ich darf in jedem Moment weise wählen, ob ich mein Mitmirsein stören lassen will.
Ich merke, wie ich es manchmal regelrecht einlade und dem Chaos Raum gebe mit Nachfragen, auf für mich völlig unverständliche Aussagen, auf Gewurschtel von Ideen und unerfassten Gefühlen. Statt einfach zu sagen: "Da kann ich gerade nichts mit anfangen."
Ich will die gewurschtelte Antwort, die es meistens nur noch schlimmer für mich macht, nämlich gar nicht hören und doch kommt so schnell eine Frage a la "Und was willst du jetzt damit sagen?" und dann schau ich den anderen auch noch auffordernd und abwartend an. Zack! Bin ich mittendrin im Chaos, das nicht mir gehört.
Und vielleicht ist es sogar wahrer, wenn ich sagen würde: "Da WILL ich gerade nichts mit anfangen. Ich will nämlich mich und mein Wohlsein mit mir genießen. Und da will ich gerade überhaupt nicht weg."
Ich weiß um die Teile, die bei Gewurschtel von anderen nur all zu gerne zugreifen. Die haben das Knäuel schneller in der Hand, als ich gucken kann. Sie wissen ja auch, dass sie sehr wohl verstehen können, wenn der andere sich nur klar bekommt und sie könnten sogar noch helfen zu klären und sie wollen ja auch soooo gerne Verbindung. Ich kann sie verstehen und doch möchte ich eine bewusste Wahl etablieren. Die Pause zwischen Gewurschtel und Zugreifen und prüfen, ob ich nicht viel lieber einfach Zeit mit mir verbringen mag.
Ein schlichtes "Nein, ich möchte nicht gestört werden" platzieren.
Nachtrag 05.07.2026:
Ich bemerke gerade, dass dieser Satz so ziemlich das andere Ende von "ich will durch den Kugelhagel zum anderen hin" ist. Krasse Entwicklung. Und natürlich möchte ich eigentlich Kontakt und Verbindungen, in denen ich mich weiterhin genießen kann, mit Menschen, die sich ebenfalls gerne selbst haben und sich genießen. Unter all dem ist Traurigkeit. Tiefe Traurigkeit, weil keine wohlwollende, freudvolle, lebendige, liebevolle Nähe möglich war. Nähe, in der ich mich hätte behalten dürfen. Nähe, in der ich nicht ständig angegriffen werde. Nähe mit jemanden, der sich selber liebt. Wenn ich mir vorstelle, wie sich eine Mutter angefühlt hätte, die sich selber liebt und wie sie dann mit mir umgegangen wäre, könnte ich Sturzbäche weinen. Das kommt nach all den Jahren der Selbstbegegnung zum ersten Mal so richtig bezüglich meiner Mutter durch. Zum ersten Mal ein Ansatz von Vermissen und Beweinen von dem, was nicht war und zum ersten Mal ein Gefühl dafür, wie es hätte sein müssen. Da bin ich vorher noch nie wirklich rangekommen. Das brennt ganz schön. Puh!
Freitag, 3. Juli 2026
Ohne Ich kein Wir - ein inneres Kind begreift
"Ich hab versucht, mit Menschen über ein Wir zu sprechen, die noch nicht mal im Ich angekommen waren."Die Erkenntnis hatte gerade eine Kleine von mir und die knallt so richtig rein. Also die Erkenntnis... Es wird so schnell so deutlich, was von Erwachsenen zu erwarten ist, die noch nicht mal bei sich selbst angekommen sind, die von einem Ich, IHREM Ich überhaupt gar nichts wissen, mit sich selbst Null Komma Null in Verbindung sind.
Wie sollen diese Menschen ein Gefühl für jemand anderen und einen gemeinsamen Raum haben, wenn sie noch nicht mal ein Gefühl für sich selbst haben? Wie sollen sie begreifen, um was es mir als Kind geht und was ich für meine Entwicklung brauche, wenn sie keine Idee davon haben, was sie eigentlich bräuchten und was ihnen fehlt und was das hier überhaupt alles soll dieses Leben?
Mit dem Anerkennen dessen, dass bei den Erwachsenen meiner Kindheit überhaupt keine Individuation stattgefunden hat, keine Selbstfindung, ist für die Kleine auf einmal so sonnenklar, dass da nichts zu wollen ist, nichts "zu holen", nichts zu erwarten, nichts Brauchbares da, weder für meine Entwicklung, noch für ein Wir, für gemeinsam Leben geschehen lassen.
Ohne Ich kein Wir. Ohne Ich kein Gott. Ohne Ich kein Fluss. Ohne Ich keine Anbindung. Ohne Ich keine Ordnung. Ohne Ich kein Raum. Ohne Ich kein höherer Sinn. Ohne Ich fehlt einfach ALLES. Das ALLES.
Die Kleine erlebt sich auf einmal nicht mehr als klein. Die Erwachsenen sind keine Erwachsenen mehr. Die Kleine hat verstanden, dass sie damals schon so viel weiter entwickelt war, als alle anderen zusammen. Die Größenverhältnisse haben sich verschoben. Die "Erwachsenen" sind miniklein. Meine Kleine hat sich hunderte Meter weit über alles ausgedehnt. DAS ist ihr Bewusstsein damals schon gewesen.
Alles, was diese "Erwachsenen" jemals von sich gegeben haben, erscheint plötzlich in ganz anderem Licht. Es ist fast lachhaft. Die Kleine schnaubt nur belustigt. Das Bild sieht aus, als würde sie auf eine kleine Lego-Landschaft schauen und die winzigen Figuren mit hohen Stimmchen aus der Ferne große Reden schwingen hören. Wer könnte das ernst nehmen? Meine Kleine auf jeden Fall nicht mehr. Sie ist völlig unbeeindruckt von all dem, hört gar nicht mehr hin und schaut auch gar nicht mehr hin. Sie hat das Interesse verloren. Das ist ja totenlangweilig, was die da brabbeln. Das Spiel ist langweilig. Da reizt nichts mehr dran.
Sie steht auf und geht. In ihr Leben, auf ihrem Weg. Im Gehen wird die Kleine erwachsen, wird älter, kommt in meinem jetzigen Alter an. Sie ist straight ihren Weg gegangen. Ohne Vertun. Ohne Kompromisse. Sie hat sich nicht aufhalten lassen. Von keinem einzigen Unkenruf, der von der Seite reingerufen wurde. Sie hatte ihren Blick auf etwas am Horizont gerichtet und darauf ging sie unentwegt zu, wie die Hirten damals dem Stern gefolgt sind.
Es ist, als hätte sie die Wahrheit am Horizont gesehen. Die Wahrheit über das Menschsein, über ein gesundes Ich, über Miteinander, über ein echtes Wir und das große Ganze hier. Das war ihr Leitstern. Und jetzt sitzt sie an ihrem Platz, im Schneidersitz, die Augen zu, total selig und beseelt, erfüllt, wissend, angekommen, satt, höchst zufrieden, empfangend, jedes einzelne neue Jetzt empfangend, präsent, warm, bereit, gelassen. Das verkörpernd, was sie schon immer geahnt hat.
Mittwoch, 1. Juli 2026
Es gibt keine Täter mehr
Der Weg hat sich so unfassbar gelohnt. Lohnt sich noch. Der Weg ins Sein. In die Ganzheit. In die Wahrheit. Jede durchwanderte, durchfühlte, erforschte, berührte, genommene, durchlebte und erlöste Untiefe. Jede Hölle, die im Anerkennen von allem, was sie für mich bedeutet hat, zum allergrößten Segen wurde und einer endlos tiefen Mitgefühlsbefähigung, wie nur das eigene Erfahren und Durchdringen es zu tun vermag.
Ganz in meinen Schuhen stehen, ganz bei mir und in meinem Erleben stehen. Frei von Schuldzuweisung an mich oder andere, frei von Vorwurf, mit einem wachen "so ist es gewesen". Was damals gewesen ist oder eben nicht gewesen ist, hat DAS - in vollem Ausmaß jetzt durchfühlbar - für mich bedeutet.
Und ich bemerke eine Veränderung. Der Weg wurde tatsächlich mehr und mehr zum Sein. Die Prozesse laufen weit schneller, der immer größer gewordene Fühlraum, die Reife, Tiefe und Weisheit kommen zum Tragen und tatsächlich ist eines am bemerkenswertesten: Es gibt keine Täter mehr.
So vollkommen und dermaßen das Meine anzuerkennen und komplett und immerzu erstmal Mitgefühl für mich zu haben, den Kleinen in mir Vorrang vor allem anderen zu geben, hat dazu geführt, dass meine Not nicht mehr die Sicht auf die Not hinter den "Taten" der anderen versperrt. Die so wertvollen Offenbarungen der Dynamiken und heftigen Nöte, Gefühle und Dilemmas, hinter den Handlungen, die als Kind die Hölle für mich bedeutet haben, die vor allem Christian und Miriam mir zuteil haben werden lassen, haben das Übrige dazu beigetragen.
Mit den echten Gefühlen hinter den Handlungen meines (damaligen) Gegenübers, die bis dahin immerzu so überhaupt nicht nachvollziehbar und höchst verwirrend für mich waren, hat ein Begreifen stattgefunden, wie noch nie. Und damit einhergehend eine Selbstbildkorrektur nach der anderen. Die kindlich falschen Rückschlüsse über mich und aber auch über die anderen wurden korrigiert, Urteile zurückgenommen und mit der Wahrheit des Moments ersetzt, die mir bis dahin noch nie jemand mit diesen Verwundungen und Überlebensstrategien gezeigt hat.
Nun ist da eine Art Vollständigkeit, die komplett neu ist. Ein Frieden und eine Entspannung, die nur da sein können, wenn es "da draußen" keinen "Feind" oder "Täter" mehr gibt. Da ist kein "die und wir" mehr, das eine unüberbrückbare Kluft zwischen sich trägt. Die beiden so dermaßen unterschiedlichen Innenwelten sind verbunden, die Trennung ist aufgehoben. Es ist geschaut und anerkannt und vor allem zutiefst verstanden und mitgefühlt.
Mein "safe place" ist jetzt überall. Natürlich erstmal in mir, aber es gibt "da draußen" nichts mehr, was mich ob des totalen Unverständnisses in Nöte bringt, weil ich nicht damit umzugehen wüsste. Schuldzuweisungen, Vorwürfe, Angriffe, Unnahbarkeit, innerlich abwesende Menschen - meine Kinder, die das erfahren haben, sind betreut UND ich kenne jetzt das "dahinter" und damit hat es per se seinen Schrecken für mich verloren.
Während ich das tippe, kommt eine unglaubliche Berührung, Demut und Dankbarkeit, so eine Ehrfurcht vor dem Weg vor der Bereitschaft, weil not-wendig, immer wieder dem scheinbaren Endgegner zu begegnen und zu bleiben, bis es tatsächlich durchdrungen, begriffen, erfasst und erlöst ist. Bis die Wahrheit offenbar ist. Mit der Wahrheit kommt direkt dieser enorme Frieden.
Keinen Millimeter von diesem fucking herausfordernden Weg würde ich hergeben wollen. Nichts hätte mich dahin bringen können, wo ich jetzt bin, als genau DAS und genau SO.
HALLELUJA!!! Wildes, brennendes, starkes Herz! 🔥❤️🔥 Danke an alle, die es dafür gebraucht hat.
Montag, 29. Juni 2026
Es gibt genau eine echte Verantwortung
Verantwortung, die Druck und Pflichten meint, die vom Außen vorgegeben sind, ist keine Verantwortung. Verantwortung meint nicht, brav sein und anderen nutzen. Verantwortung meint nicht, sich selbst komplett zu vergessen und nur für andere da zu sein. Verantwortung meint nicht, keinen eigenen Willen und keine eigenen Gefühle haben zu dürfen. Verantwortung heißt nicht, die anderen vor mich selbst zu stellen, dem „Gemeinwohl“ zu dienen und dabei selbst drauf zu gehen. Das alles wollen Menschen von anderen, wenn sie selbst nicht verbunden sind, nicht in sich zu Hause, nicht mit der Quelle eins. Das ist eine Idee von Verantwortung, die der Trennung entspringt. Wenn ich mich selbst nicht gehalten und versorgt fühle, sicher und geborgen, dann will ich das andere dafür sorgen, dass ich mich so fühle.
Damit bin ich immer vom Außen abhängig. Und damit geht automatisch einher, dass ich das Außen kontrollieren will, dass ich es dazu bringen will, dass meine Erfüllung geschieht. Das kann niemals die letzte Wahrheit sein. Das ist alles, nur keine Freiheit, kein Frieden, keine Eigenmacht und vor allem keine eigene Größe. Darin weiß ich nicht, wer und was ich eigentlich wirklich bin. Das ist nicht Ausdruck von „wer und was ich wirklich bin“. Das wird meinem wahren Wesen nicht im Ansatz gerecht.
Ich sehe Frauen, die meinen sie bräuchten Sicherheit von einem Mann, damit sie erblühen können und ein ruhiges Nervensystem haben. Ich sehe Männer, die meinen sie bräuchten einen 100% sicheren, authentischen Raum von einer Frau, damit sie endlich mit all ihren Gefühlen da sein können. Beide Bedürfnisse gehören für mich komplett in die Kindheit. Da stimmt das. Da gehört das hin und da hätte das sein müssen. Als Erwachsene/r ist das aber nicht mehr wahr. Mein sicherer Raum ist da, wo ich ganz da bin. Nur weil jemand mit meinen Gefühlen nicht umgehen kann und dadurch in Not kommt, heißt das nicht, dass ich nicht da sein kann. Doch kann ich sehr wohl. Deswegen muss ich es nicht verdrängen und mich auch nicht verlassen. Das Gefühl muss nicht weg. Der andere muss nicht weg. Ich muss nicht weg. Ich kann bei mir und meinem Innenerleben bleiben, auch wenn der andere deswegen angetickt ist und es gerne anders hätte. Solange keine Gefahr für Leib und Leben besteht, kann ich in diesem Raum mit meinen Gefühlen da sein. Mit mir darin sein.
Ich brauche vielleicht für den Heilungsweg als Überbrückung sichere Räume, aber nicht grundsätzlich, um als Erwachsene/r mein Leben leben zu können, mich entfalten zu können, da sein zu können, meine Gefühle zum Ausdruck bringen zu können. Daran kann ich mich letztlich nur selbst hindern.
Es ist nicht wahr, dass Frauen etwas grundsätzlich von Männern brauchen, damit sie erblühen können. Es ist nicht wahr, dass Männer grundsätzlich etwas von Frauen brauchen, damit sie da sein können. Da gibt es faktisch keine naturgegebene Abhängigkeit. Jungs brauchen etwas von ihrer Mutter. Mädchen brauchen etwas von ihrem Vater. Wenn diese inneren Kinder nachträglich versorgt sind, können sich Männer und Frauen in einer nie gekannten, neuen, freien Weise begegnen, ganz ohne Ansprüche und Brauchen. Reif und in sich ganz.
Und bis dahin kann jede Begegnung nur dazu hergenommen werden, die inneren Kinder aufzuspüren, die noch unerfüllte Bedürfnisse haben. Beziehungen dienen nicht dazu, endlich das perfekte Umfeld zu bekommen, das ich als Kind gebraucht hätte. Es gilt nicht einen bestimmten Status Quo zu erhalten und deswegen Ausschau zu halten nach dem Mann oder der Frau, die mir endlich das gibt, damit ich mich leben kann.
Das Einzige, nach dem ich immer und überall Ausschau halte, bin ich. Ich nehme alles her, um mich selbst zu erkennen, das Unbewusste bewusst zu machen, Fehlendes aus der Kindheit zu ergründen, das zu erkennen, was gar nicht ich bin. Umso mehr ich in mir lande, umso mehr lande ich in der Anbindung zu allem und einer so enormen Grundsicherheit, die mir nichts und niemand im Außen geben könnte.
Das ist die einzige Verantwortung die ich wirklich habe. Ich in meinem Gewahrsein über mich. Ich in der Quelle. Ich aus der Quelle. Ich, die Quelle selbst.
(Und diese Verantwortung habe ich vor allem dann, wenn ich Kinder habe. In dieser Bewusstheit, Reife, feinen Tieffühligkeit und Freiheit werde ich automatisch und intuitiv alles tun, was das Kind für seine Entfaltung braucht. Es geht gar nicht anders. Diese Reife lässt mich komplett im Moment sein und der weiß alles.)
Donnerstag, 25. Juni 2026
Ich bin die, die beides kennt
Für keine gab es Raum, weich zu sein, in sich zu hören, in sich hineinzuspüren. Kein Raum für den eigenen Rhythmus, Zyklen, Hingabe. Kein Leben von innen nach außen. Kein Platz für Innenwelten, Emotionen, Feinsinnigkeit, Übersinnliches, Informationen aus dem All-Sein, dafür, mit etwas schwanger zu gehen und es dann zu gebären, wenn es nun mal reif ist. Alles gesteuert von dem, was ihnen als Verstand und Vernunft erzählt wurde, als Verantwortung verkauft wurde. Alles gesteuert von einem Umfeld, dass in der Trennung existierte und diese Trennung als die Wahrheit anerkannt hatte.
Ich hatte in meinen Körper, in mein Wesen gespürt und diese Weichheit und Hingabe wahrgenommen, die pure Weiblichkeit, die um ihrer selbst und das Große weiß, um ihren Platz darin weiß. Das Wesen, das das Leben empfängt und gebiert. Das Wesen, das in seiner Kraft steht und keinen Millimeter von sich abrückt, bei sich bleibt und dafür steht, egal, was im Außen los ist, was jemand oder etwas stattdessen wollen würde. In tiefem, steten Selbstkontakt, das verkörpernd, was da ist, nichts anderes wollend.
Gleichzeitig nahm ich auch etwas wahr, das verhärtet, steif, verkümmert, vertrocknet, eng, rau, stumpf, ja regelrecht abgestorben und tot war. Es passte nicht zu meinem Wesen, dem Wesen, als das ich mich wahrnehme. Als ich fragte, was dieses Harte, Steife, Tote in mir ist, taten sich die Schleusen auf. Ich weinte bitterlich. Es fühlte sich wie das Erbe all meiner Ahninnen an, all der Frauen aus meiner Linie, die nicht in den Genuss dessen kamen, wo ich mich in mir befinde. Als wäre ihr „Schicksal“ noch als Erinnerung in mir da. Ich konnte beides gleichzeitig in mir befühlen. Sowohl das eine als auch das andere und was das Jeweilige bis in die letzte Konsequenz bedeutet. Alter Schwede!!! Es lag regelrecht als Fühlprobe nebeneinander.
Was für ein Kontrast!!! Ich hab geweint. So sehr geweint. All das beweint. Diese Verschwendung so zauberhafter Wesen, die die Erde schon verlassen haben und nie zum Ausdruck kommen konnten. Verloren in einer Maschinerie, dominiert von Lügen über sich und das Leben, nicht zur Erinnerung gekommen. Ich schau zu denen, die noch da sind, in einem Körper und von Weiblichkeit, diesem weiblichen, göttlichen Menschsein, das ich in mir fühle, überhaupt keine Ahnung haben. Keine Idee von Selbstmitgefühl, von Milde, von Raum für jede Emotion, davon heiligstes Schöpfungswesen zu sein. Vereinnahmt von Umständen, wahrer, tiefer Selbstkontakt nicht existent, die Verwundungen nicht erlöst, der Alltag ein Versuch, sie nicht zu berühren. Unbewusstes Wundenmanagement, der Versuch immerzu zu funktionieren, irgendwie die Kontrolle zu behalten, den Kopf über Wasser zu halten, sich an Identifikationen klammernd, die die echten, tiefen, heftigen Gefühle im Zaum halten sollen und die Illusion eines „guten“, sicheren Lebens aufrechthaltend. Machen. Leisten. Funktionieren. Tun. Wissen. Regeln. Selber machen.
Daneben der innere Ort, an dem ich mich befinde. Welten! Welten dazwischen! Andere Universen! Und auf einmal wird mir bewusst, was ich da vollbracht habe. WO ich mich da rausbewegt habe. Mir wird die Größe und Tragweite dessen total bewusst. Ich weine. Ich huste. Ich kotze energetisch. Ich habe mich da raus bewegt und nicht nur das: Ich stehe. In meinem So-Sein. In meinem Gewahrsein. Weich. Flexibel. Lebendig. Erfüllt. Von mir selbst erfüllt. Vom Leben erfüllt. Vom Fluss. Aufrecht. Aufgeweicht. Durchlebt und durchwirkt. Durchdrungen. Ich habe mich nicht nur auf den Weg gemacht, ich bin gelandet. In mir.
Ich bin die, die beides kennt. Die Lüge und die Wahrheit. Das Alte und das Neue. Die Trennung und die Verbundenheit. Das Harte und das Weiche. Kontrolle und Hingabe. Enge und Raum. Die Dominanz der Materie und das Leben aus dem Sein. Todes Vegetieren und pure Lebendigkeit. Ödnis und Göttlichkeit. Beides kann ich fühlen, die Bedeutung bis ins Letzte erfassen. Beides kenne ich aus dem Erleben und Erfahren. Es ist wahrlich in mir vereint.
Ich würde nie, nie, nie wieder zurückwollen. Das würde heißen, mich verlassen bzw. unterdrücken zu müssen, hart gegen mich selbst zu sein. Es würde heißen, meiner inneren Wahrheit nicht folgen zu können, ja sie noch nicht mal zu hören. Es würde heißen, dass Gefühle und das, was in mir lebendig ist, keinen Raum hat. Es würde heißen, dass ich mich dem Leben verwehre und ES nicht durch mich auf die Erde kann. Es würde heißen, Gott nicht zu verkörpern. Es würde heißen, mich außerhalb der Ordnung zu befinden. Es würde die absolute Sinnlosigkeit und Leere für mich bedeuten, den größten Schmerz überhaupt: Die Trennung. Von allem.
Ich habe die beweint, die sich selbst nie kennengelernt haben, sich nie in der Tiefe begegnet sind, nicht in den Genuss ihres zauberhaften, kraftvollen Wesens gekommen sind. Und ich habe mich geehrt, für das, was ich da vollbracht habe. Halleluja!
Ich bin tatsächlich die aus meiner Ahnenreihe, die beides kennt.
Demut. Staunen. Dankbarkeit. Ehrfurcht.
Ich knie nieder. Vor allen. Auch vor mir.
(Ich mag sagen, dass ich damit nicht zum Ausdruck bringen möchte, dass irgendein Weg besser oder schlechter ist oder dass daran etwas nicht stimmt. Jeder Weg war so, wie er hat sein sollen. Ist so, wie er sein soll. All die Frauen hätten sich nicht finden müssen. Es ist schlicht das, was sich mir vorhin offenbart hat, was in mir lebendig war, was ich befühlen und durch mich durch bewegen durfte.)
Sonntag, 31. Mai 2026
Ich werde nicht weichen
Das ist gerade der absolut passende Ausdruck meines inneren Prozesses.
Als Kind musste ich dem gottlosen, unmenschlichen Wahnsinn des direkten Umfeldes meinen Raum überlassen. In Meinem sein konnte ich nur alleine. Ich musste also entweder darauf warten/dafür sorgen, dass mein Umfeld zu Sinnen kommt oder ich musste - sobald ich konnte - gehen.
Heute gibt es nicht mehr nur entweder oder. Heute gibt es die Möglichkeit in Meinem zu sein und zu stehen, egal wie das direkte Umfeld beschaffen ist. Niemand muss zu Sinnen kommen. Ich muss aber dem Wahnsinn auch nicht mehr Raum geben. Ich bleibe und stehe in Meinem. Diskussionslos und alternativlos gleichermaßen.
Ich werde nicht mehr weichen und dem Wahnsinn mein Feld überlassen. Ich muss nicht mehr weichen. Ich muss nicht alleine irgendwo hin. Mein Leben findet genau jetzt in mir statt und nichts und niemand kann es bewerkstelligen, dass ich meinen Raum vereinnahmen lasse. Meinen Raum erfülle, belebe und begeistere ich. Stopp und Nein sind meine steten Begleiter und auch die stehen nicht zur Diskussion.
🔥❤️🔥
Freitag, 29. Mai 2026
Ich richte mich selbst nicht
Ich richte mich selbst nicht, ich werde den Richterspruch von anderen nicht als mir zugehörig anerkennen. Und schon gar nicht, werde ich aus dem Urteil der anderen ein Selbsturteil machen.
Ich behandle mich selbst nicht so. Ich werde es nicht zulassen, dass andere mich so behandeln bzw ich mich so behandle wegen ihnen.
🔥❤️🔥
Sonntag, 26. April 2026
Es geht nicht um besser oder schlechter
Vorgestern hab ich über die Ohnmacht geschrieben, die damit einhergeht den anderen erreichen zu wollen. Mir ist danach, noch etwas klar zu stellen.
Ich mag ausdrücklich sagen, dass ich damit nicht vermitteln will, dass es Ohnmacht zu vermeiden gilt. Ganz im Gegenteil: Die (zwischen)menschliche Ohnmacht darf vollumfänglich gefühlt und anerkannt werden, die Teile, die in der Kindheit an der Unerreichbarkeit der Bezugspersonen gelitten haben und immer noch darauf warten, dass da endlich mal jemand wirklich präsent da ist, verstehend und fühlend gegenwärtig, die dürfen begleitet werden. Deren Ohnmacht gilt es komplett zu fühlen. So war es.
Wenn ich als Erwachsene bemerke, dass ich in dieser Ohnmachtsposition bin, darf ich mich fragen, wie es mir damit geht, wer in mir unbedingt zum anderen durchdringen will. Damit bin ich wieder bei mir und an dem "Ort", an dem ich tatsächlich agieren kann und bei demjenigen, der jetzt als Erwachsene für diese Anteile zuständig ist.
Mir ist es wichtig zu betonen, dass (Eigen)Macht nicht besser ist als Ohnmacht. Es geht darum, zu bemerken, wo ich innerlich gerade bin. Es geht um Bewusstheit, nicht um Wertung. Es geht darum, da mit mir zu sein, wo ich mich innerlich tatsächlich gerade befinde, und nicht darum, in ein anderes Gefühl zu kommen.
Wenn ich mir als Erwachsene einfach sage: "Ach, ich muss den anderen ja gar nicht erreichen, ich hab ja mich" und ein inneres Kind in mir schreit und tobt und vom anderen gehört werden will, dann bringt mich das kognitive Wissen alleine nicht weiter. Damit würde ich wieder das Kind überhören und übergehen und nur erwachsen tun, mir aber letztlich selbst gewaltvoll begegnen.
Es reicht nicht, mir zu sagen: "Ach, ich geh wieder in meine Macht". Es braucht die Begegnung mit den "abhängigen" Teilen in mir, mit denen, die glauben vom anderen was zu brauchen. Diese Selbstzuwendung bringt mich automatisch in eine Handlungsfähigkeit mitten in der Ohnmacht, ohne dass das das Ziel gewesen wäre.
Es geht nicht um besser oder schlechter. Es geht darum, mir meiner bewusst zu sein. Ich in meinem Gewahrsein für mich und das, was in mir vorgeht, wer und was in mir gerade lebendig ist und damit in Beziehung gehen. Dauerhaft. Das ist "The place to be" für mich. Alles andere macht für mich keinen Sinn. Ich bei mir. Das mag in einer Begegnung mit jemandem nicht direkt gelingen. Danach bekommt es auf jeden Fall den nötigen Raum. Weil ich gar nicht anders kann und weil ich es auch gar nicht anders will.
Freitag, 24. April 2026
Den anderen erreichen wollen führt zu Ohnmacht
Es rattert ordentlich weiter.
Den anderen erreichen wollen führt mich letztlich, automatisch und unweigerlich in eine Ohnmachtsposition. Es liegt nicht in meiner Hand, ob "mir" das gelingt, ob das gelingt.
Bei mir bleiben kann ich immer, meint: Das liegt immer in meiner Hand, damit bin ich sowohl in meiner Macht als auch in meiner einzigen Verantwortung, in meiner Kraft, an meinem Platz, in meiner Gegenwärtigkeit und Selbstwirksamkeit, an dem Ort, von dem aus ich tatsächlich agieren kann. Für mich.
Sonntag, 5. April 2026
Alle Aufbrüche führten näher zu mir
Jetzt eben hat es klick gemacht und ich hab mir innerlich die Hand auf die Stirn geklatscht: Am 05.04.2022 bin ich losgefahren, aufgebrochen und nie zurückgekehrt. Dieser Tag hat ein Ende besiegelt, von dem ich zu der Zeit noch nichts wusste. The point of no return. Wohlgemerkt einer von so einigen.
Und wie jedes Mal wusste ich nicht, wo mich das alles hinführt. Ich wusste nur, ich muss es tun. Ich muss los. Ich muss weiter. Ob das damals die Unterzeichnung des Aufhebungsvertrages eines unkündbaren Jobs war, ob das der Wegzug aus der alten Heimat war, das "mich selbst entlassen" aus dem Krankenhaus ohne die empfohlene OP, oder eben heute vor 4 Jahren das Verlassen jeglichen festen Zuhauses und aller bis dahin gekannter "Sicherheiten" und "Planbarkeiten" inklusive Partnerschaften und Beziehungen.
Nie wusste ich, was kommt. Nie gab es ein wirkliches Ziel, ein konkretes Stattdessen. Es gab nur "das nicht (mehr)". Und es ist jedes Mal verdammt gut gewesen, dass ich nicht die leiseste Ahnung hatte, was da auf mich zukommt und was dieser Weg tatsächlich bedeutet, was er mir abverlangt, was ich innerlich alles zu bewältigen hatte. Wahrlich kein Zuckerschlecken und dennoch das Erfüllendste, was es für mich gibt: Ganz und gar MEIN Leben mit genau EINER Sicherheit. Das Leben selbst, das für mich ist, weil es für sich ist. Leben, das nach Leben strebt und in dem immer alles für mich ist, Sinn hat, ich gewollt bin, ich ES zum Ausdruck bringe.
Ich bin mir selbst endlos dankbar für jeden Aufbruch, für jedes Weiterziehen und Tiefergehen, jegliches Dranbleiben, auch wenn es noch so unkomfortabel war. Und das hat ja kein Ende. Das gilt heute genau so.
Mein Sinn ist klar. Meine Führung ist klar, das, was über allem steht. Ich bin darin klar verortet, weiß um meinen Platz und die Zusammenhänge. Damit ist jeder Umstand annehmbar. Auch im größten Nebel bin ich IN mir verortet und darin wiederum gehalten im Großen. Ich muss im Außen nichts sehen. Ich sehe in mir. Ich fühle. Ich höre innerlich.
All meine Aufbrüche und Bewegungen im Außen haben diese Sinne geschärft, mich nach innen geführt. Ich bin immer "nur" zu mir unterwegs gewesen. Der beste Ort, an dem ich je angekommen bin.
Mittwoch, 25. März 2026
Klarheit bringt meine Grenzen zum Vorschein
Umso mehr die Verwirrungen, Verdrehungen und Umkehrungen in mir aufgedeckt werden, umso weniger lasse ich mit mir machen, was mir nicht entspricht, umso weniger dulde ich im Umgang.
Mit der Klarheit und den inneren Korrekturen nimmt die Toleranz dessen ab, was mich zum Selbstverrat bewegen möchte. Die Toleranz dessen, dass ich unmenschlich und unwürdig behandelt werde und vor allem selbst gegen mein Innerstes agiere.
Wenn ich weiß, wo ich innerlich selbst stehe, gut im Kontakt mit mir bin, weiß, dass ich ein schützenswertes, liebenswertes Wesen bin und vor allem auch klar erkennen kann, wie mein Gegenüber gerade jetzt hier in der Gegenwart mit mir da ist, wird es sehr einfach, laut und deutlich Nein zu sagen, klar für mich einzutreten, Position zu beziehen, Stellung ZU MIR.
Klarheit bringt meine Grenzen ganz automatisch zum Vorschein.


















