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Dienstag, 29. November 2022

Mein innerer Mann ist erschöpft II

Mein innerer Mann ist erschöpft. Auch er will in einfach nur in Gottes Arme sinken und aufhören dürfen zu leisten.

Ich nehme euch mit auf meine persönliche Reise zu dem Thema, die 2018 begann.

Mein Gefühl sagt mir:
▪️die ursprüngliche (natürliche, göttliche) männliche Kraft und Präsenz strömt gerade ein
▪️Die Männer kehren von ihrem Krieg zurück nach Hause ans heimische Feuer

Mich interessiert
▪️wie ihr das fühlt und
▪️was gerade die Männer zu dieser Thematik wissen, fühlen, als wahr empfinden

Ich freu mich auf eure Antworten als Kommentar in meinem Telegram-Kanal:

https://t.me/AnjaReiche_herzradikal/1333

 

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

 

Donnerstag, 2. Juli 2020

Schweden - eine Evolutionsreise für mich

Eindrücke, Erkenntnisse, Erfahrungen und was dieses Land sonst noch mit mir gemacht hat. Fakt ist, ich bin nicht mehr die Gleiche. Nachhaltige Veränderung hat stattgefunden, die ich im Moment erst ansatzweise in Worte fassen kann. Herzlich willkommen in meinem Inneren.  

Die Tonspur meines entsprechenden Videos auf Facebook gibt es wieder als Podcast. 🥰

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Sonntag, 1. März 2020

Lass dich einfach geschehen

Unfassbar was für Reaktionen auf meinen letzten Post kommen, wie viele Menschen im Moment einfach nicht mehr können und auch nicht mehr wollen. Funktionieren funktioniert nicht mehr. Ich habs ja neulich schon mal gepostet.

Die Akkus sind leer. Da ist eine tiefe Sehnsucht, zusammenzubrechen und mit allem aufzuhören, auch mit der spirituellen Entwicklung, mit der Heilung, mit der Reflektion. Das Meiste ist einfach nur noch anstrengend.

Dieses Phänomen gerade ist normal. Du bist genug. Immer. Auch mit dieser Erschöpfung. Es ist normal, dass du nicht mehr funktionieren willst und kannst.

Heute Morgen kam ein Satz zu mir. Das Leben selbst rief ihn mir zu und eine riesige Welle der Entspannung rollte durch mein System: Lass deinen Körper doch einfach geschehen. Lass dich einfach geschehen. Mehr braucht es gerade nicht

Ich konnte gar nicht anders, als dazu eben einen Podcast aufzunehmen. Fühlt euch eingeladen. Einmal Ausatmen und Aufatmen für alle, bitte. 💗

https://anchor.fm/anja-reiche/episodes/Lass-dich-einfach-geschehen---du-bist-genug-eb62fq
 
 
 

Sonntag, 26. Januar 2020

Du bist nicht krank

Es fühlt sich an wie ein inneres Zusammenbrechen. In mir und im Kollektiv. Ein endgültiges Aufgeben im Sinne von Hingeben. Eine große Loslasswelle.

Ich tue es gefühlt nachträglich. Eine rückwirkende Heilung. Ich erlaube dem Kind, der Jugendlichen, der jungen Erwachsenen, die ich mal war, rückwirkend, loszulassen. Ich erlaube all diesen Ichs, nicht leisten zu müssen. Ich spreche sie frei. Alle. In jeder Lebenssituation, die sich so verdammt schwer und falsch angefühlt hat.

Viele sind gerade real, jetzt, in Echtzeit in solch schwermachenden, erdrückenden Umständen. Das Alte aufrecht erhalten zu wollen, das alte Lebenskonzept, das von Leistung und Tun geprägt ist, ist so anstrengend geworden. Unzählige haben keine Kraft mehr. Aufgeben ist das einzige, was noch bleibt. Zusammenbrechen. Sich der Schwäche ergeben.

Immer wieder höre ich, dass sich Menschen nach einem hundertjährigen Schlaf sehnen. Nichts mehr hören, nichts mehr sehen und schon gar nichts mehr tun. Das alles ist so verständlich. Haben so viele über Jahrzehnte gegen ihre Natur gelebt, gegen die innere Wahrheit, sind wieder und wieder über die eigenen Grenzen hinweg gegangen.

Sowas kann nicht ewig aufrecht erhalten werden. Schon gar nicht in dieser krassen Zeit des Wandels. Genau dieses Leistungsmodell läuft jetzt aus. Dass wir nicht wissen, wie es stattdessen gehen soll, trägt nicht unbedingt zur Entspannung bei. Es bleibt ein großer Sprung ins Nichtwissen.

Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, weint! Weint die bisher ungeweinten Tränen. Brecht zusammen, innerlich wie äußerlich. Gebt euch der lange verdrängten Schwäche hin. Lasst die Wellen über euch zusammenschlagen. Lasst all die verdrängten, ungeliebten Gefühle zu. Die Ohnmacht, die Angst, die Wertlosigkeit, jede Form von Unsicherheit, Wut, Trauer, Schuld, Scham, Kleinheit.

Die Welt dreht sich weiter. Die Sonne geht wieder auf. Du atmest weiter. Man stirbt weder an einer Insolvenz, noch an Arbeitslosigkeit, noch daran, dass man sich mit Burnout oder Depressionen outet. Es ist keine Schande nicht mehr zu können, nicht mehr funktionieren zu wollen.

Mit euch ist nichts verkehrt. Ihr seid nicht krank. Weder wirklich körperlich noch psychisch. Euer System reagiert lediglich total gesund auf ein bisher völlig verdrehtes Leben.

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Sonntag, 3. November 2019

Den leeren Raum aushalten

Der Herbst macht es vor. Loslassen ist angesagt. Nackt machen. Pause. Erholung. Rückzug. Dunkelheit. Heute morgen auf meinem Spaziergang im Wald ist dazu eine neue Podcast Folge entstanden - Nr. 7 übrigens😊 - mit Vogelgezwitscher und wunderbarer Energie.

"Den leeren Raum aushalten - die Pause zwischen ausatmen und einatmen"

Hier geht es zum Podcast: https://anchor.fm/anja-reiche/episodes/Den-leeren-Raum-aushalten---die-Pause-zwischen-ausatmen-und-einatmen-e8l5rl

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Montag, 30. September 2019

Es ist vollbracht

Es ist vollbracht.
Es ist alles getan.

Wir wurden in den letzten Wochen und Monaten durch dieses Nadelöhr gequetscht. Am Wochenende sind wir durchgeflutscht, haben uns endgültig durchgespressen lassen. Geburtsstunde.

Wir sind da.
Der Wandel unaufhaltsam.
Wir unaufhaltsam.
Was über Jahre vorbereitet wurde von uns, kann jetzt in die Welt. Wir sind in der Welt.

Es geht darum, jetzt in der Materie zu SEIN, zu empfangen, Erntedank zu feiern, unsere eigenen Früchte einzubringen, sie zu genießen. Wir haben unseren Teil getan. Unsere Hausaufgaben gemacht. Jetzt liefert das Leben.

Wir werden getragen. Alles ist ins Feld gegeben. Wir sind klar. Wir sind ausgerichtet. Wir sind bewusst. Wir haben gewählt. Wir sind heil. Die viele geistige Arbeit wird sichtbar. Endlich. Wir sind sichtbar, zeigen uns, schießen wie Pilze aus dem Boden.

Unser Netzwerk steht, ist lange im Untergrund gereift, wir sind gereift und jetzt endlich da.

Jetzt dürfen wir ruhen, einfach sein. Wir dürfen genießen und staunen, uns feiern und uns danken. Für den Mut, das Durchhaltevermögen, die Ausdauer, das Dranbleiben, unsere Vehemenz, unsere Radikalität.

Wir dürfen uns feiern, uns gegenseitig gratulieren. Was für ein Prozess über so lange Zeit. Was für ein Hinarbeiten.

Und jetzt ist es getan. Wir sind da. Endlich! Unaufhaltsam! Großartig! Der Herbst lädt ein - mit Wind und Regen - uns zu erholen. Wir sind fertig!

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Samstag, 14. September 2019

Mit allen Sinnen im Hier und Jetzt

Die letzten Tage war total viel los. Viele Ereignisse, viele Impulse, Ideen für neue Projekte, Erkenntnisse, Anfragen, Nachrichten und zwischendurch Gefühle, die gefühlt werden wollten.

Die Zettel auf meinem Schreibtisch, der eigentlich ein Esstisch ist, wurden immer mehr, die To-Do-Liste länger, der Kopf ratterte zunehmend lauter. An dies denken, jenes nicht vergessen wollen. Ich fühlte mich getrieben, gehetzt.

Ich sehnte mich nach Stille, suchte sie in der Natur, ohne sie wirklich zu finden. Von irgendwoher kam immer Lärm, eine Straße, eine Landmaschine, irgendwas war immer zu hören.

Gestern Abend traf ich eine Entscheidung. Ich entschied mich für Stille in mir, für Präsenz im Moment, dafür, dass ich für alles genügend Zeit habe, dass ich komplett DA bin, egal, wo ich bin, egal, was ich tue, ich will dann da auch SEIN, mit allen Sinnen. Damit hat der Stress ein Ende. Sofort.

Diese Entscheidung tat gut. Seeeehr gut. So bewusst ich auch bin und lebe, mit zunehmenden Einflüssen, Ansprüchen und Reizen von außen darf ich auch zunehmend noch achtsamer werden, mich noch klarer ausrichten und fokussieren auf das, was jetzt wirklich wichtig ist, was wirklich dran ist, auf was ich tatsächlich Lust habe und vor allem, darf ich DA sein. Was auch immer noch alles "getan" werden will, ich bin jetzt hier bei dieser einen Sache und das reicht.

Mit meinen Gedanken, mit meiner Aufmerksamkeit komplett im Hier und Jetzt zu sein, macht sofort Frieden. Es lässt mich einsinken in mich selbst und in den Moment. Da ist Ruhe, Zufriedenheit, Stille, Gelassenheit. Ich schaffe nicht mehr, nur weil ich beim Kochen schon an den Friseurtermin denke. Ich bin kein besserer Gesprächspartner, wenn ich parallel an das nächste Meeting denke. Mir tut es nicht gut und den anderen auch nicht.

Heute ist es still, in mir und - Überraschung - auch um mich herum. Es braucht eben klare Entscheidungen. Das reicht völlig. Wir sind von jedem neuen Erfahrungshorizont immer nur eine Entscheidung entfernt.

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche



Freitag, 26. Juli 2019

Feier des Lebens

Es ist alles vorbereitet, getan, erledigt. Wie vor einem großen Fest. Das Haus ist geputzt, die Gästezimmer fertig, der Tisch gedeckt, die Speisen sind bereitet. Wir sind frisch geduscht nach all der Arbeit, umgezogen, schick gemacht. Ebenfalls bereit. Alles liegt an Ort und Stelle. Jeder Löffel, jedes Kissen. Wir brauchen die Sachen nur noch nehmen, wenn es so weit ist, wenn das Fest beginnt.

Es ist bereitet. Wir sind bereit. Bereit zu empfangen. Gäste, Geschenke, Glückwünsche, Fülle?

Diese Zeit fühlt sich gerade für mich genau so an. Die Feier des Lebens steht an. DAS Fest überhaupt und es ist der Moment, wo wir vor all dem, was jetzt kommt, nochmal in Ruhe die Füße hochlegen können. Durchatmen. Pause, bevor es so richtig losgeht.

Die letzten Jahre hab ich vorbereitet, sauber gemacht, aufgearbeitet, hingeschaut, bis in den letzten Winkel geputzt. Ich habe alles aus dem Schatten ins Licht geholt. Mich selbst erkundet, mein "Haus" überhaupt mal kennengelernt.

Hab ich erst lange gedacht, es ginge darum, die Schatten auszumerzen, loszuwerden, habe ich irgendwann begriffen, dass es darum geht, sie anzunehmen, da sein zu lassen, als Teil des Lebens zu integrieren, als Teil von mir anzuerkennen. Ich bin IMMER ALLES!

Es ging nicht ums Weghabenwollen, es ging ums Annehmen und damit haben sich die Blockaden gelöst. Ich habe begriffen, dass es darum geht, mit Licht und Schatten zu tanzen, dass auch das "Dunkle" gefeiert werden will, ein JA von mir braucht. Licht ist nicht besser als Schatten. Es braucht keine Wertung. Beides ist. Und damit bin ich in meiner Vollkommenheit. Ich bin IMMER ALLES! Daraus kann ich wählen, was gerade zum Ausdruck kommen soll.

Nun sitze ich also da, vollkommen, ganz, die Füße hochgelegt, ruhig, mit einem leisen, zufriedenen Lächeln im Gesicht. Mir gefällt mein Haus. Mir gefällt das, was ich da vorbereitet habe, was ich da alles gefunden habe. Schätze im Keller. Schatten, die sich als so wertvoll entpuppt haben. Ich gefalle mir in meiner Gesamtheit, mit allen "Gaben", die da bereitliegen für die anderen. Und während ich das schreibe, merke ich, dass ich das Buffet bin, ich selbst bin das Haus, ich habe mich selbst vorbereitet. Ich habe Gäste eingeladen, in mir zu sein, mit mir zu sein, von mir zu nehmen. Fülle in mir für sie.

Von diesen Gästen werde ich auch empfangen. Sie bringen mir was mit, alle. Fülle in ihnen für mich.

Nur noch wenige Momente und die Feier des Lebens geht in die Vollen. Noch Genieße ich dieses Ausruhen, das Vorbereitete, schau mir alles nochmal an. Gehe nochmal durch die Ruhe des Hauses. Freue mich selbst an mir, an all dem. Nur noch wenige Momente und etwas Neues bricht an. Ein neues Kapitel. Ein neuer Abschnitt. Ich bin bereit. Ich bin da. Nur noch wenige Momente... unsere Zeit ist gekommen.

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Donnerstag, 25. April 2019

Jegliches ABER können wir ausatmen

Gefühlt findet gerade ein Jahrhundertloslassen statt, in mir. Vielleicht auch in euch...

Es fühlt sich an, als würde ein Teil in mir nach Jahrhunderten der Anstrengung und des Leistens, des puren Überlebens endlich ausatmen dürfen. All die Gefahren und Bedrohungen, die es tatsächlich mal gab, all die Menschen, die tatsächlich Macht über mein Leben hatten, Könige, Lehnherrn, Regierungen, gibt es nicht mehr.

Ich hatte so oft die Opferrolle gewählt. Genauso oft war ich allerdings auch der Herrscher und Täter. In beiden Rollen hatte ich Stress. In beiden Rollen war Mangel und Angst der Antrieb. In beiden Rollen war Kontrolle so wichtig. Beide Rollen, beide Seiten waren nicht wirklich ich und sie waren sooo anstrengend.

Meine Essenz ist eine andere. Ich bin ganz. Ich bin alles. Und vor allem bin ich kein Spielball mehr meiner inneren Verletzungen. Da ist keine Unbewusstheit mehr. Ich gebe keine Verantwortung mehr ab. Ich erwarte keine Lösungen mehr von außen. Ich sehe keine Gefahr mehr im Außen. Ich bin nicht mehr verstrickt und verheddert. Ich bin losgelöst aus der Illusion. Ich will nichts mehr erzwingen. Ich will nichts mehr beherrschen. Nichts mehr unter Kontrolle halten.

Und nun geht eine Ära zu Ende. Es geht nicht mehr ums Überleben. Es geht ums Beleben, ums Ausleben. Wir dürfen uns Wiederbeleben, mit Leben füllen, uns be-geistern, mit unserem Geist beleben, uns Ausleben.

Es geht nicht mehr um Leistung. Es geht nicht mehr um Rollen. Es geht nicht mehr um Kontrolle. Es geht nicht mehr darum, sich zu schützen. Es geht nicht mehr um Angst und Bedrohung.

Es geht ums Aufmachen, sich weit machen, sich hingeben, sich zeigen, das Herz öffnen. Mutig, als wäre man noch nie verletzt worden, als hätte all der Schmerz nie stattgefunden. Es geht darum, sich neue positive Referenzerfahrungen zu kreieren. Es geht darum, eine neue Geschichte zu schreiben, unsere Geschichte, unsere echte Geschichte, unsere Heldengeschichte.

Wir dürfen uns ergeben, dem Leben ergeben, uns unserer Natur ergeben, unserem wahren Sein.

Seit heute Nacht kann ich noch tiefer loslassen, noch tiefer atmen, mich noch mehr ins Leben fallen lassen. Es dringt in meine innersten Muskelschichten. Es durchdringt mich noch tiefer, als bisher schon, bis in den Kern.

So ein Wohlgefühl! So eine Erleichterung! Ich liebe diese Momente, wenn Erkenntnisse noch mehr einsinken, wenn Wissen zum Gefühl wird, wenn innere Wahrheit erfahrbar wird.

Es gibt nichts zu tun, als wir selbst zu sein. Wie immer sich das gerade ausdrücken mag. Diese Welt ist reif, reif für echte Menschen. Wir haben Platz. Wir haben die Möglichkeit. Es geht. Jegliches ABER ist eine Illusion. Jegliches Aber können wir ausatmen. Und dein Herz weiß, dass das wahr ist.

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Sonntag, 21. April 2019

Ich erlaube mir den Stubenhocker in mir

Ich halte mich in meiner Verletzlichkeit und Zartheit. Ich will nicht raus in die Sonne. Ich will nichts tun. Ich will mich auf dem Sofa einrollen und mich selbst umarmen, mich wiegen, mir Nähe, Geborgenheit und tiefstes Verständnis entgegen bringen. Mitgefühl, Freundlichkeit. Ich gebe mir diesen Raum.

Ich erlaube mir meine Weichheit. Ich erlaube mir, mich bei diesem herrlichen Frühlingswetter im Haus zu vergraben und zu weinen. Ich brauche dieses Haus der Heilung gerade, diesen Rückzugsort, meine Höhle, den Schutz, den es mir bietet.

Am Freitag war ich kurz spazieren und plötzlich hatte ich Heimweh, richtig Heimweh. Ich wollte einfach nur nach Hause.

Gefühlt geht es bei mir gerade darum, mir meine Sensibilität rückwirkend zu erlauben, das große Bedürfnis nach Rückzug, nach sein, nach dasitzen und Nichtstun. Da ist dieses kleine Mädchen in mir, dem immer gesagt wurde, dass es raus soll bei dem schönen Wetter. Ich wurde als Stubenhocker bezeichnet, als "daaber Johann" (fränkische Bezeichnung für einen laschen Typen, der nichts zu Wege bringt, saft- und kraftlos ist).

Ich hab schon immer super viel gelesen, saß lieber da und hing meinen Gedanken nach, als raus zu gehen und mich körperlich anzustrengen. Selbst wenn ich krank war, schlapp und entkräftet, wurde ich an die frische Luft geschickt. Das würde mir angeblich gut tun. Wenn mir kalt war, wurde mir gesagt, ich soll raus und mich bewegen, das käme vom Rumsitzen. Nix da mit Decke einkuscheln und Tee trinken. Keine Gemütlichkeit. Rausgehen, machen, machen, machen.

Ich glaube dieses Heimweh, das ich vorgestern hatte, hatte eine tiefere Bedeutung. Ich hatte Heimweh nach mir. Ich brauche meine eigene Erlaubnis, bei dem schönen Wetter drin bleiben zu dürfen. Ich brauche das zu Hause in mir. Ich brauche mein Verständnis für mich selbst und für diesen Wesenszug, für diese Vorlieben.

Also halte ich dieses Mädchen von damals, nehme es in den Arm und lass sie sein. Im Haus. Wann immer sie das will und braucht. Ich erlaube ihr alles, was ihr gerade gut tut. Ich erlaube ihr, ein Stubenhocker zu sein, ein Schwächling ohne Muckis, der nicht anpacken kann. Ich erlaube es mir radikal, auch körperlich schwach zu sein, schnell erschöpft zu sein, keinen Sport zu machen, dazu auch gar keine Lust zu haben. Ich erlaube es mir, bequem zu sein, empfindlich, sentimental, sensibel, zerbrechlich, zart. Ich erlaube mir Gemütlichkeit. Ich erlaube mir Gemächlichkeit. Ich erlaube mir, dass ich mich nicht anstrengen will.

Ich entlasse den eigenen inneren Antreiber und lasse mich sein, mit allem. Ich nehme alle Urteile zurück und erlaube mir diese Seite an mir, die ich damals nicht leben durfte. Ich bin jetzt für mich die liebende, verständnisvolle Erwachsene, die ich früher gebraucht hätte. Ich nehme mich an. Ich nehme mich bei strahlendem Sonnenschein auf dem Sofa in den Arm und halte mich selbst. Ich will sein gelassen werden. Ich lasse mich selbst sein.

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Dienstag, 5. Februar 2019

Ich achte und ehre mich

Wie oft bin ich früher hochgeschreckt aus dem Schlaf, voller Anspannung und hatte das Gefühl, etwas tun zu müssen, ohne dass tatsächlich konkret etwas anstand.

Ich habe diese Grundspannung quasi mit der Muttermilch eingesogen und wahrscheinlich schon vor meiner Geburt in jeder Zelle gespeichert. Müssen, müssen, müssen, leisten, logisch sein, vernünftig sein, machen, tun, etwas bezwecken. Alles musste immer einen Sinn haben. Das, was man getan hat, musste sichtbar sein. Und es musste anstrengend sein. Nur dann zählte es was, nur dann war es wertvoll. Wenn etwas einfach nur Spaß machte, konnte es nichts Gescheites sein. Spaß durfte man zwischendurch schon mal haben, aber nur kurz und dann musste man wieder dem Ernst des Lebens folgen.

Wie oft habe ich mir als Kind und Jugendliche schöne Momente gestohlen. Habe heimlich gelesen, wenn ich eigentlich putzen sollte, habe gemalt, wenn ich vorgab zu lernen. Sobald ich dann die Schritte meiner Mutter auf der Treppe hörte, habe ich so getan als würde ich was tun. Immer in Hab-Acht-Stellung, immer mit einem Ohr gelauscht, nie ganz entspannt.

Dieses altbekannte Gefühl von Anspannung, immer auf der Hut sein, etwas tun, was man eigentlich nicht durfte, ist in den letzten Tagen nochmal präsent. Nicht, dass ich mich angetrieben fühle. Ganz im Gegenteil. Heilung geschieht. Es fließt ab, das, was da so lange gespeichert war. Es ist überflüssig, gehört nicht mehr zu mir. Ich bin eine andere geworden, habe mir andere Werte zugelegt, denn die Tage, an denen ich mir die schönen Momente stehlen musste, sind Gott sei Dank vorbei.

Auch hier durfte ich mir in den letzten Jahren vieles wieder erlauben. Langeweile, Müßiggang, Genuss, Freude, Leichtigkeit, faul sein. Das alles durfte ich erst wieder lernen.

In diesen herausfordernden Tagen des neuen Jahres geht die Reinigung genau in diese Tiefe. Was wir nicht mehr sind und wahrscheinlich nie wirklich waren, verlässt unser Energiesystem. Um das zu bemerken, flackert es nochmal kurz auf, Erinnerungen kommen, der Körper reinigt sich. Alte Schwere geht. Der Körper gleicht sich dem an, was im Geiste, im Inneren schon längst da ist.

Tatsächlich genieße ich es so sehr, völlig im Einklang mit mir zu sein. Jeder Zustand, jede Regung darf da sein. Ich bin so klar damit, wenn ich tagelang nur fühle, schlafe, sitze, liege, schreibe, lese, bin und nur das mache, was stimmig ist, was mir Freude bereitet, auf was ich wirklich Lust habe. Kein Leistungsgedanke mehr, sondern ein liebevolles Hinspüren, was mir gerade gut tut, was ich gerade brauche, was gerade dran ist. Eine Achtsamkeit wie sie ausgeprägter noch nie war. Ich achte und ehre mich in jedem Moment.

Mir so wertschätzend gegenüber zu sein, ist eine so wunderbare Erfahrung. So in Harmonie mit allem, mit den Zyklen, Phasen, Rhythmen. Die Jahreszeit, das Wetter, die Stimmung alles ist perfekt, passt zusammen, harmoniert. Ich schwinge mit, fließe, fühle, bin. Mittendrin und genau richtig. 🙏💫💝🌀

Foto: Canva


Montag, 4. Februar 2019

Jede Welle strandet einmal

Es ist eine Illusion, wenn wir glauben, dass wir immer ganz oben auf der Welle sind, dass wir ewig eine Welle reiten können und niemals wieder ein Tief haben. Das wäre völlig unnatürlich. Jede Welle strandet einmal. Das Meer rollt ans Ufer, zieht sich zurück, um dann neuen Anlauf zu nehmen, sich neu aufzubauen. Keine Welle dauert ewig. Die Sonne scheint nicht durchgehend. Niemand möchte einen immerwährenden Orgasmus. Es braucht den Wechsel der Gezeiten. Es braucht das Hin und Her zwischen oben und unten. Alles andere ist gegen unsere Natur. Wir leben in Rhythmen, in Zyklen, in Phasen. Nichts, aber auch gar nichts bleibt für die Ewigkeit. 

Wenn wir glauben, erst dann ein gutes Leben zu haben, wenn wir nur noch oben sind, wenn wir 24 Stunden Glückseligkeit, 7 Tage die Woche haben, dann werden wir aus dem Rennen und Hasten, Verbessern wollen und Optimieren nie herauskommen. Wir werden nie „ankommen“, weil wir nicht merken, dass wir schon da sind. Da im Leben, mitten in der prallen Fülle von Allem-Was-Ist. Wer das Leben nur feiern kann, wenn er oben auf der Welle ist, wenn die Sonne scheint, der verpasst ziemlich viel. Erstens wird dann ganz viel als „falsch“ eingestuft, als „das darf so nicht sein“ und wir sind unzufrieden, wenn es dann doch so ist und zweitens kommen wir aus der Anspannung nicht heraus, weil es immer gilt, etwas zu vermeiden.

Die Welle wirklich reiten kannst du erst, wenn du auch weißt, wann du rausschwimmen musst, wenn du erkennst, wann sie sich aufbaut, wenn du ihren Rhythmus kennst, wenn du oft genug runtergefallen bist, wenn du lange genug geforscht hast, wenn du das Meer studiert hast, den Wind, das Wetter, die Strömung. Und du kannst erst richtig Wellenreiten, wenn du weißt, wann die Welle vorbei ist, wenn du weißt, wann du abspringen kannst von deinem Brett, wenn du weißt, welche wirklich „deine“ Welle ist und welche vielleicht jemand anderem gehört. Wenn du weißt, wann für dich vielleicht gerade ausruhen angesagt ist, zuschauen, anfeuern.

Wirklich Wellenreiten kannst du dann, wenn du ALLES daran magst. Jede Phase, jeden Bestandteil und wenn du dir nicht dazu zu schade bist, auch nass zu werden und ins Wasser zu fallen.


Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Freitag, 18. Januar 2019

Ich bin richtig

Wir durchlaufen gerade so einen krassen Prozess. Die letzten Wochen hab ich so viel geschlafen (oder eben auch nicht, weil mitten in der Nacht hellwach). Ganz viel Rückzug und Ruhe ist angesagt. Auch heute wieder bis um 11 Uhr im Bett und irgendwie jetzt immer noch nicht so richtig von dieser Welt.

Ich glaube, wir dürfen milde mit uns sein. Wir haben im letzten Jahr so viel bewegt, verändert, erlebt. Also ich brauch gerade echt Zeit für innen, für den Körper, für meine eigenen Prozesse.

Gefühlt werden wir mal wieder umgebaut, neu ausgerichtet, gereinigt. Nochmal wieder löst sich Altes. Wir werden wieder noch ein Stück freier, gehen noch tiefer, kommen noch mehr bei uns, in uns an.

Ich für mich stelle fest, dass dieses bloße Sein in jedem Moment, dieses ganz da sein und in jedem Augenblick das nehmen, was da ist, so kraftvoll ist. Das Leben will gar nicht mehr von mir. Das reicht. Ich weiß nicht, wann ich mich überhaupt schon mal so tief verbunden, so getragen, wohlig, tröstlich, geliebt, heimelig, geerdet, willkommen und vollkommen gefühlt habe. Herrlich!!! ❤️❤️❤️ So wie ich in jedem Moment bin, bin ich richtig! Immer! Mit allem!

Ich liebe diese klaren, heiligen Momente.

Foto: Canva

Dienstag, 16. Oktober 2018

Transformation deluxe

Transformation deluxe ist in diesen Tagen angesagt! Vollwaschgang mit extra Schleudern. Und dann die Gnade der Lösung, der Erlösung. Davon will ich euch erzählen.


Mittwoch, 29. August 2018

Mein innerer Mann ist erschöpft


So viele Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte hat er gemacht und getan, sich abgerackert und ständig versucht, alles unter Kontrolle zu behalten, dafür zu sorgen, dass ich versorgt bin, dass Geld reinkommt, dass ich funktioniere, dass ich leiste.

Er hat sich in all der Zeit keinen schwachen Moment erlaubt. Er hat die Zähne zusammen gebissen und weitergemacht, auch wenn er mehr als einmal an seinen Grenzen war, ja sogar schon weit darüber hinaus. Schwach sein, krank sein, sich ausruhen, Stunden der Muße, Genuss, Leichtigkeit, das kennt er alles nicht. Er kennt es nicht, dass er getragen wird. Er trägt und das ziemlich schwer.
Alles lastet auf seinen Schultern, die drohende Gefahr sitzt ständig im Nacken. Er alleine hat alles zu stemmen, alles zu bewältigen, alles zu analysieren und immer den "sichersten" nächsten Schritt zu wählen. Er kennt es nicht, versorgt zu werden. Er kennt es nicht, weich zu sein, nachlässig, naiv, gutgläubig, voller Vertrauen ins Leben. Dem einzigen, dem er vertraut, ist sich selbst.

Diese Härte, diese Last, dieses stete Tun und kontrollieren wollen, das Zähne zusammenbeißen und Durchhalten um jeden Preis hinterlässt Spuren. Der Körper ächzt, er wird hart im wahrsten Sinne des Wortes. Verspannungen in Schultern und Nacken, Ablagerungen in den Gelenken und Blutgefäßen. Die Zähne werden porös, weil total überfordert. Karies entsteht aufgrund der vielen faulen Kompromisse. Das ständige Zusammenbeißen und Durchbeißen schwächt die Zähne zusätzlich, weil die Energie nicht mehr fließen kann. Entzündungen können im ganzen Körper auftreten, weil wir ständig kämpfen - gegen uns selbst, gegen das Leben, gegen die Leichtigkeit, die Freude, den Genuss.

Wie ich auf all das komme? Ich saß gerade im Wald und habe meditiert. Da kam dieses Gefühl der Sinnlosigkeit, dass alles Tun und Machen ja doch zu nichts führt und Selbstheilung wohl doch eine Farce ist. Tief in mir weiß ich, dass es anders ist und ich habe ja schon erlebt, daß Selbstheilung und die Art wie ich meinen Weg gehe, hervorragend funktionieren und dennoch war da dieses Gefühl. Es war sein Gefühl. Mein innerer Mann fühlt sich so. Das ständige Rackern ist so sinnlos.

Ich habe in den letzten Tagen unfassbar viel geschlafen, war total erschöpft. Ich habe auch wieder gefastet aus einem plötzlichen Impuls heraus. Das hat nochmal mehr zu meiner Schwäche beigetragen. Beim letzten Mal Fasten sind ganz viele Symptome verschwunden, dieses Mal nicht.

Also sitze ich da vorhin im Wald an meinem Kraftplatz und spüre hin, stelle mir vor, ich wäre mein rechtes Knie, das immer noch nicht längere Strecken gehen mag. Und plötzlich sehe ich all die Ecken und Kanten, die Verhärtungen. Da fehlte das Weiche. Ich sehe meine innere Frau, das weibliche Prinzip, das sich in Demut verneigt, vor dem Leben in tiefer Dankbarkeit in die Knie geht. Und dann sehe ich meinen inneren Mann, der stocksteif dasteht und auch nach mehrmaligem Bitten nicht nachgibt. Er kann und will es sich nicht erlauben, in die Knie zu gehen, sich hinzugeben, demütig zu sein. Er muss ja schließlich leisten und aufpassen und kontrollieren.

Tatsächlich bin ich über diese Bilder überrascht. Ich gebe dem Weiblichen, Weichen, der Hingabe und dem Vertrauen so viel Platz und Raum und das schon seit einiger Zeit. Und während ich das tippe, muss ich echt grinsen. Meine Güte, was sind ein paar Monate, in denen ich das tatsächlich tue, im Vergleich zu Jahrhunderten???

Natürlich ist mein innerer Mann erschöpft. Natürlich braucht es immer wieder extreme Ruhephasen. Natürlich braucht mein Körper noch Zeit für die Regeneration. Ich darf milde mit mir sein. Ich darf Geduld haben. Ich darf mich wieder und wieder ganz extrem ausruhen.

Dieser Mann in mir, er darf zusammenbrechen, er darf sich erholen, er darf Schwäche zeigen, er darf nicht mehr können. Und da sehe ich sie nun sitzen. Meine innere Frau sitzt am Boden, der Mann liegt bei ihr, erschöpft und schon am Einschlafen, den Kopf auf ihrem Schoß. Sie streichelt ihn und versichert ihm, so lange bei ihm zu sitzen, bis er wieder aufwacht. Das darf jetzt so sein. Die Frau ist sich ihrer Sache so sicher, dass der Mann sich darauf einlassen kann. Er spürt, dass sie recht hat. Er spürt, dass sie weiß, was sie tut. Er spürt, dass sie mehr weiß als er. Sie trägt das alte Wissen in sich.
Ich lasse ihn ruhn. Ich lasse ihn in ihrer Obhut. Sie weiß, was zu tun ist. Sie kennt den Weg in die Heilung. Und er darf sich entspannen, ausruhen, regenerieren. So sei es!

Foto: Canva
Gestaltung und Text: Anja Reiche


Samstag, 27. Januar 2018

Eigentlich brauchen wir nur so wenig

Wenn ich eines ganz deutlich merke, seit ich die Fastenkur gemacht habe, dann das, dass der Körper weit weniger an Nahrung braucht, als wir ihm hier in der westlichen Welt gemeinhin zuführen.

Nachdem sich ja mein Ausschlag nach nur zwei Fastentagen komplett verabschiedet hatte und wieder kam, als ich wieder anfing zu essen (in alter Gewohnheit und Häufigkeit - so mit Apfelsaft im Tee und mal hier eine Weintraube und mal da eine Mandarine und vielleicht abends auf der Couch noch einen Joghurt oder Flips), wurde ich doch sehr nachdenklich. Meinem Körper schien diese Ruhephase, in der er nichts verdauen musste, sondern sich mit Entschlackung und Entgiftung beschäftigen konnte, echt gut zu tun.

Ich habe recherchiert und gelesen und ausprobiert was Ernährung und gerade Fasten angeht. Nun habe ich ganz intuitiv noch mehr meinen eigenen Rhythmus gefunden. Mein Körper hat nun jeden Tag diese Erholungsphasen, in denen ich keine Kalorien zuführe. Ich esse nur noch, wenn ich wirklich Hunger habe. Also nicht irgendwelche Gelüste oder Appetit, sondern wirklich HUNGER. Das führt dazu, dass ich gegen Mittag mein "Frühstück" zu mir nehme und da ist mir nach wie vor extrem nach Vollwert. Vollkornbrot, also so richtiges Vollkornbrot, kein Pseydovollkorn, in dem dann doch Weißmehl und Zucker enthalten ist. Dazu Butter, Käse, Schnittlauch drauf und manchmal noch Salatblätter. Vielleicht gibt es auch noch etwas Obst. Bananen, Weintrauben und Äpfel stehen gerade hoch im Kurs. Gestern waren es dann auch Trockenpflaumen und Trockenaprikosen. Manchmal gibt es auch Porridge mit gemahlenen Nüssen, geriebenem Apfel, Kokosöl, Erdnussmus, gemahlenen Mandeln und Agavendicksaft. Je nachdem, nach was mir gerade ist. Dazu stilles Wasser oder ungesüßten Kräutertee.

Dann bin ich erstmal richtig satt und zwar den ganzen Nachmittag. Der kleine Snack zwischendurch an Obst oder Smoothie oder auch mal einem Stück Kuchen kann getrost entfallen. Das wäre eine bloße Laune, ein Appetit, aber kein Hunger. Der Körper braucht das nicht wirklich, also brauchen, um zu leben.

Gegen 18 Uhr koch ich dann etwas mit viiiieeel Gemüse. Gestern ein Risotto aus Naturreis mit frischen Champignons, Zwiebeln, Karotten, Rosenkohl, Lauch und Kurkuma. Und das war es dann für den Tag. Ab da gönn ich meinem Körper wirklich Ruhe. Also keine Süßigkeit mehr auf der Couch, kein Schuss Apfelsaft im Tee, kein Wein, einfach keine Kalorie.

Dadurch, dass ich so selten esse, will ich dann natürlich, wenn ich esse auch wirklich gute Nährstoffe zuführen. Das sorgt automatisch dafür, dass ich zu hochwertigen Lebensmitteln greife und genau hinspüre, was mein Körper jetzt wirklich will. 

Was mir auffällt?
  • Der Ausschlag ist wieder weg. Mein Gefühl sagt mir, dass er auch hier eine Überreizung, ein Zuviel angezeigt hat. Zuviel Zufuhr an Nahrung, an Kalorien, die ich eigentlich nicht brauche.
  • Ich schlafe extrem gut. Also viel besser, als vor der Fastenkur, als es abends gegen 21, 22 Uhr eigentlich regelmäßig noch irgendwas zu Mampfen gab, was es natürlich nicht gebraucht hätte und ich dazu noch Tee mit Apfelsaft getrunken habe.
  •  Ich fühle mich klarer und vitaler. Wie wenn mein Körper jetzt endlich genügend Zeit hat, um sich um all die anderen Sachen zu kümmern und nicht nur darum, meine Zufuhr an Essen, das ich eigentlich nicht brauche, einzusortieren. Ich habe dieses Bild von einem Tetris-Spiel. Die Bausteine kommen und kommen und das immer schneller und der Körper lagert einfach alles immerzu nur irgendwo ein, damit es halt weg ist. Aber es liegt dann vielleicht nicht an der richtigen Stelle. Und zum Müllrausbringen bleibt überhaupt keine Zeit mehr. Was liegt, liegt. Rein intuitiv würde ich sagen, dass genau so Schlacken entstehen, Ablagerungen in der Blutbahn, etc. (Wie gesagt, das ist mein Gefühl, ich hab hier keine "Beweise".) Mit meinem neuen Essrhythmus und dem neuen Bewusstsein habe ich das Gefühl, dass der Körper auch endlich mal aufräumen darf, neu sortieren, endlich Luft zum Atmen hat.
  • Für irgendwelche Naschereien, ungesunden Sachen, Süßigkeiten, Kuchen, Joghurt (also "Fruchtjoghurt"), etc. bleibt überhaupt keine Zeit mehr. Es gibt kein Zeitfenster mehr, in das diese Sachen passen würden. Wann sollte ich die schon essen? Wenn ich esse, dann mit Hunger und hochwertig und zwischendurch bin ich schlichtweg satt und respektiere das endlich. Nach dem Abendessen ist Ruhephase angesagt. Da passt also auch nichts mehr rein. Und schwupps erledigt sich so vieles so einfach.
  • Mir fällt es ungemein schwer, aufzuhören zu essen, wenn ich satt bin. Vor allem, wenn der Tisch reich gedeckt ist, wenn das "Angebot" da ist. Nehme ich mir nur das aus dem Kühlschrank, was ich wirklich auch jetzt essen will und lass alles andere drin, dann ist das alles einfach. Wenn aber, wie jetzt am Wochenende, der Tisch voller leckerer Sachen steht, dann finde ich nur schwer ein Ende. Fakt ist aber, dass alles, was über die Sättigung hinausgeht, einfach zu viel für mich ist. Es tut mir nicht gut, wenn ich es doch esse. Der Körper BRAUCHT es NICHT. 
Generell habe ich nicht das Gefühl, dass ich auf irgendwas verzichten müsste. Ich verkneife mir nichts und ich bin mir sicher, dass ich zwischendurch bestimmt auch gerne mal wieder ein Stück Kuchen esse, weil ich einfach Bock drauf habe. Aber das ist dann wirklich die Ausnahme.

Ich bin entschlossen und gewillt, noch mehr auf meinen Körper zu hören, mein Sättigungsgefühl zu respektieren, meinen Hunger ernst zu nehmen und ganz klar von Appetit zu unterscheiden. Und zwar weil genau das mir gut tut, weil ich merke, wie alles in mir aufatmet, weil mir ganz tief bewusst geworden ist, wie wenig der Körper wirklich BRAUCHT.

Wir leben in einer Überflussgesellschaft. Das Nahrungsangebot ist fast überall und fast rund um die Uhr vorhanden. Das ist total unnatürlich, wenn wir mal an unsere Vorfahren denken. Überall Gerüche und visuelle Reize von Nahrung, Restaurants, Supermärkte, Cafés, Imbissbuden, Auslagen in Supermärkten und Schaufenstern. Wer raus geht - und damit meine ich nicht in die Natur - wird fast unweigerlich damit konfrontiert. Dann nein zu sagen, auf seinen Körper zu hören und wirklich nur zu essen, wenn wir Hunger haben und aufzuhören, wenn wir satt sind, ist wirklich eine Challenge. Und dann auch noch hochwertige Lebensmittel, natürliche, nicht verarbeitete... eine wahre Herausforderung. Und dennoch will ich genau das, war mir dessen noch nie so bewusst wie jetzt.

Passend zu meinen eigenen Erlebnissen und Erkenntnissen habe ich gestern einen sehr interessanten Artikel über ein Urvolk in Pakistan gefunden, das als das gesündeste Volk der Erde gilt. Hier geht es zu diesem Artikel. Er bestätigt mich total in meinem Denken und Fühlen:

Eigentlich brauchen wir nur so wenig...


Foto: pixabay


Samstag, 17. Oktober 2015

Erholung, Reinigung, Aufbruch

Was für eine Zeit!!!

Lange habt ihr jetzt nichts mehr von mir gehört. Das liegt zum einen daran, dass ich Ende September in Urlaub gefahren bin und zum anderen daran, dass mich die Ereignisse total überrollt haben. Aber eins nach dem anderen...

Den Höhepunkt der Schwingungserhöhung und der Magnetfeldveränderung der Erde (Artikel hierzu findet ihr auf meiner Facebookseite wendungsReiche Kommunikation) habe ich mit meinem Partner in Senj, Kroatien verbracht. Eigentlich waren wir beide darauf aus, noch etwas Sonne zu tanken, bevor der Herbst Einzug hält. Und erst versprachen die Wetterprognosen genau das. Doch es sollte anders kommen. Wir hatten die Rechnung ohne die Bora gemacht. Fallwinde (eher Sturm) aus dem Gebirge, die plötzlich auftreten können, einen Temperatursturz mit sich bringen und sich tagelang in Orkanböen auslassen. Sie setzten ziemlich genau zu unserem Anreisetag ein. ;) Ich bin nur froh, dass ich so ein gutes Gefühl habe, irgendwie schon so etwas ahnte und viele dicke Klamotten eingepackt hatte. Da wir bei dieser Wetterlage kaum etwas machen konnnten, wurde der Urlaub kurzerhand zum Kuschel- und Megafaulenz-Urlaub umfunktioniert. Im nachhinein betrachtet war das genau das Richtige und perfekt, wie es war. Dicke Decke, Tee trinken, den Blick auf die aufgewühlte See genießen, nichts tun, dem Sturm lauschen, der um das Dach unserer Ferienwohnung fegte, lange schlafen, den Blutmond über dem Meer genießen, unzählige wunderschöne Sonnenuntergänge betrachten, Naturphänomene hautnah erleben. Wir waren beide so entspannt und uns so nahe wie selten zuvor. Ganz im Moment, völlig zufrieden und einfach nur glücklich. Nach diesen aufwühlenden Monaten und dem Endspurt im September war diese Erholung einfach nötig. Gut, dass die Natur hier eingegriffen hat und uns das perfekte Wetter dafür geliefert hat. ;)

Auf dem Rückweg von Kroatien nach Hause gab es noch einen Zwischenstop in meiner alten Heimat und da hatte ich dann seit über einem halben Jahr mal wieder einen Bauchkrampf. Nur kurz, aber er war da. Ich hatte mich seit langem mal wieder über meine Eltern geärgert und war wirklich erstaunt über beides. Über den Krampf und darüber, dass ich mich geärgert hatte. So bekam ich aber die Möglichkeit noch einmal ganz klar meine Grenzen zu ziehen und meinen Eltern zu sagen, wo diese Grenzen sind. Das tat gut UND es wurde tatsächlich akzeptiert. Auch eine eher neue Erfahrung. ;) (Wie ich die Beziehung zu meinen Eltern geheilt habe, findet ihr hier: Frieden mit den Eltern)

Und zu Hause ging es dann nochmal richtig los. Selten war ich so müde und erschöpft wie in den Tagen nach unserem Urlaub. Ich war zu nichts in der Lage, völlig platt und nur am Schlafen. Es fühlte sich an, wie wenn die Erholung im Urlaub noch nicht viel genug gewesen wäre. Wie wenn sich die Anstrengungen dieses doch sehr ereignisreichen Jahres nun bemerkbar machen und ihren Tribut fordern. Dann kam eine leichte Erkältung (ich hatte schon ewig keine mehr) und ich war weiterhin erschöpft und müde. Ich gab dem nach. Alles andere hätte keinen Sinn gehabt. ;)

Dann kam so ein leichtes Gerstenkorn am rechten Auge. Sowas hatte ich auch schon Jahre nicht mehr. Dann hat mein Konstitutionsmittel (einen ausführlichen Bericht meiner Selbstheilung findest du hier: Selbstheilung ist möglich - eine Erfolgsgeschichte) wieder 1 1/2 Tage Krämpfe und Bauchschmerzen für mich rausgeholt. Das hatte ich wie gesagt schon ein halbes Jahr nicht mehr. Danach hat mich unendliche Dankbarkeit überrollt, weil ich für die Heilung schon so viel Schmerz durchgestanden habe, um jetzt da zu sein, wo ich bin. Ich hab so geweint, als mir nochmal bewusst wurde, was ich alles schon durchgemacht habe, wie hart das manchmal war. Ich war einfach nur dankbar, dass ich diesen Weg gegangen bin und dass ich so mutig war. Generell überkam mich eine riesen Dankbarkeit für den unendlichen Überfluss, in dem wir leben, für dieses wunderbare Geschenk des Lebens, für diese Perfektion des Systems Universum. ♥

Direkt im Anschluss hat der Ausschlag wieder voll zugelegt (seelische Hintergründe findest du hier: Mein Ausschlag hat mich an meine Grenzen gebracht) und dann hab ich noch meine Tage bekommen. YEAH!!!! (Hier habe ich zum ersten Mal die freie Menstruation praktiziert, eine wunderbare Erfahrung. Dazu schreibe ich aber ein andermal mehr.) Bei all dem blieb mir kaum Zeit zum Luft holen. Gut, dass ich vorher schon so viel Schlaf und Erholung hatte, denn daran war da in der Phase nicht mehr zu denken.

Der Ausschlag ist seit gestern sehr auf dem Rückzug. Wieder hat mein altbewährtes homöopathisches Mittel geholfen. Ich habe immer wieder Kontakt mit meiner Haut aufgenommen und geschaut, ob da vielleicht doch noch ein Thema dahintersteckt, aber ich konnte nichts entdecken. Viel mehr bekam ich immer die Ansage, dass ich mal chillen soll und dass das alles schon so passt. Da war immer so ein friedliches, liebevolles und stimmiges Gefühl gewesen, wenn ich mit meiner Haut geredet habe. Es ist, wie es ist.

Ich kann noch nicht ganz fassen, dass mich das jetzt alles überrollt hat, da ich eigentlich das Gefühl hatte, dass der Oktober ruhiger wird. Hinsichtlich emotionalem Schmerz und alten Themen ist er das auch. Anscheinend hat aber mein Körper jede denkbare Möglichkeit zur Reinigung genutzt. Und es fühlte sich so an, als ob er sich auf die neue Schwingung einstellt. Wie eine Phase der Pubertät, in der erstmal alles wieder neu sortiert werden muss, Altes rausgeworfen wird und Platz für Neues gemacht wird. Und dann bist du plötzlich von heute auf morgen ein neuer Mensch, weißt wieder wo es lang geht, wer du bist, hast wieder Energie.

Tatsächlich bin ich heute morgen aufgewacht und hatte seit langem mal wieder richtig Energie und Lust, etwas zu machen. Neue Klarheit, neuer Tatendrang, ein neuer Aufbruch.

Ich habe über die Monate einen langen, steilen Berg erklommen, musste mich nach den Strapazen erholen, mich an die Höhenluft gewöhnen und nun liegt eine wunderbare, weite Ebene vor mir, die leuchtet und einladend da liegt, mir neue Abenteuer und Möglichkeiten zur Entfaltung und Selbstverwirklichung verspricht. Ein großer Schritt ist getan, ein riesengroßer Schritt. Ich habe so viel alten Ballast hinter mir gelassen, meine Schatten mit Licht erfüllt, meine Wunden mit Liebe versorgt. Ich bin heil und ganz und vollständig und nun kommt ein neuer Abschnitt, ein neuer Weg voller Wunder, Leichtigkeit, Freude und Ich-Sein, voller Selbstausdruck und mich erleben können, mich an mir erfreuen können und über mich hinaus wachsen. Ein Abschnitt auf den ich so lange hingearbeitet habe. Der Anfang der Unendlichkeit, der Anfang des Ausdruckes meines wahren Wesens!

Wie ich dieses Leben liebe!!!!!!!



Foto: Anja Reiche