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Samstag, 14. März 2026

Das Anerkennen des Nichts

Die Begegnung gestern mit dem Teil, der die Unfähigkeit der anderen nicht akzeptieren wollte, hat mich an einen Punkt gebracht, der völlig neu für mich ist. Es ist, als würde ich zum allerersten Mal tatsächlich sehen und anerkennen können, wie die Mutter meiner Kindheit tatsächlich beschaffen war, jenseits aller Strategien und Masken.

Ich mag euch mitnehmen auf diese Erkundungsreise in mir, der neuen Begegnung mit ihr und der Wahrheit hinter all dem.

Hier geht es zur Audio: https://t.me/AnjaReiche_herzradikal/2659



Mittwoch, 10. Dezember 2025

Mein Nein sagt nicht "DU nicht"

Mein Nein ist nicht persönlich zu nehmen. Wahrscheinlich ist das im Grunde kein Nein, aber darum soll es gerade nicht gehen.

Mein Nein zu einem Austausch, zu einem Kontakt, zu einer gemeinsamen Erfahrung richtet sich nicht gegen den Menschen persönlich. Es gilt dem, was da (energetisch) passieren würde, dem gemeinsamen Feld und ist gleichzeitig ein Ja zu dem, was stattdessen für mich stimmt.

Ich möchte gerade nicht ein gemeinsames Feld erleben. Das fühlt sich nicht stimmig an. Das ist nicht der Platz, an dem ich gerade sein soll. Ich gehöre woanders hin. Diese zwei Energien gehören gerade nicht zusammen. Ich möchte mit mir sein, oder mit jemand anderem oder brauche den offenen Raum für das, was stattdessen sein soll, ohne dass ich das schon bewusst habe.

Vor allem ist das Ganze eine Momentaufnahme. In fünf Minuten kann es plötzlich stimmen, mit demjenigen in Kontakt zu gehen, mit dem es kurz zuvor undenkbar war, sich völlig schräg und unstimmig angefühlt hat.

Es ist für mich so deutlich zu spüren, was gerade harmoniert, auf welcher Begegnung Kraft liegt, wo sich die Energien gemeinsam wirbelnd verstärken und miteinander interagieren und bei welcher Konstellation direkt Stillstand oder sogar ein nach unten sinken passiert.

Diesen Indikatoren folge ich: Anziehung und Abstoßung. Es geht um den Moment, um die Energien, um das Nichtsichtbare, um die Resonanz in mir, um mein inneres Navigationssystem, um die Bilder, die aufsteigen, feinste Körperreaktionen und das Gespür dafür, wofür mir vom Leben Energie zufließt. Eben: worauf Kraft liegt, DAS, was sein soll. Und das entscheide ich nicht. Das ist spürbar energetisch eh schon vorhanden und ich richte mich danach.


 

Montag, 1. Dezember 2025

Die Magie der nachträglichen Klärung in Selbstzuwendung

Prozess-Schreiben:

„Wieso hat das alles keine Konsequenzen? Ich sehe, dass es dir schlecht geht. Ich höre dein ständiges Jammern und Schimpfen, dein Fluchen. Ich sehe, wie sehr du das alles hasst. Wieso hat das keine Konsequenzen? Wieso veränderst du daran nichts? Warum bleibst du in all dem?“

Die Kleine steht da und versteht die Welt nicht. Da ist Verachtung. Da ist Fassungslosigkeit. Totales Unverständnis. Es ist so logisch für sie, dass das alles Konsequenzen haben müsste. Aber es hat einfach keine. Papa bleibt in all dem, schimpft weiter jeden Tag und es gibt keine Veränderung.

"Vor solchen Menschen kann ich keinen Respekt haben. Das ist lächerlich. Das ist nervig. Das ist unendlich langweilig. Haarsträubend. Ich kann es nicht mehr hören. Ich bin da ständig mittendrin. Jede Lösung, die ich vorschlage, die voll machbar wäre, bekommt ein Aber und wird weggewischt. Die Schimpferei geht weiter." Sätze der Kleinen.

Sie steht da und kann es einfach nicht glauben. Aber da ist noch etwas. Etwas ist noch nicht gesehen. Schlussfolgerungen? Urteile? Ich weiß es noch nicht.

Das Verhalten des Vaters zeugt aus Sicht der Kleinen von Schwäche, von Inkonsequenz, von Starre, von Dummheit. Sie kann nicht glauben, dass das wirklich alles passiert. Dass jemand so hohl sein kann. So verbohrt und engstirnig. Es ist regelrecht hirnrissig, was dieser Mensch von sich gibt. Da ist ja sie als Kind schon schlauer und konsequenter. Reifer. Erwachsener. Logischer.

Dieses Unlogische scheint eine große Rolle zu spielen. Dieses offensichtlich Dumme, was da vor sich geht. Jammern, aber nichts ändern. Das ist einfach nicht zu begreifen. "Warum?" fragt es immer wieder in ihr. "Warum macht man sowas. Das macht alles keinen Sinn."

Sie steht da wie angewurzelt und muss immerzu da hin schauen. Wie paralysiert. Da ist ein erwachsener Mensch und macht so offensichtlich kranke Sachen. Sie schüttelt sprach- und verständnislos mit entsetztem Blick den Kopf.

Jetzt wird etwas deutlich. Sie kann nicht glauben, dass da niemand ansprechbar und erreichbar ist, der bei klarem Verstand ist. Sie versucht die ganze Zeit den Erwachsenen in diesem Menschen zu erreichen, aber da ist keiner. "Hallo? Ist da jemand zu Hause?" Sie fuchtelt mit der Hand vor den Augen des anderen rum. Vergebens.

Das ist das Gruselige für sie daran. Dass da keiner zu erreichen ist. Es ist diese krasse Isolation, diese Einsamkeit, die das für sie bedeutet. Alle plemplem, im Wahn, weggetreten, kontrolliert, gesteuert von etwas Unsichtbaren, das für sie keinen Sinn macht. Sie kennt diese Ohnmacht nicht. Sie weiß genau, dass man nein sagen kann, dass man handeln kann. Sie weiß um ihre Eigenmacht und kann nicht begreifen, wieso die anderen sich ihrer eigenen Macht so vehement entziehen, ja sie sogar verweigern. Alle Erwachsenen um sie rum offensichtlich dem gleichen Wahn verfallen.

Immer hört sie, was alles nicht geht und sie geht hin und macht's und selbst das ändert nichts daran, dass die anderen sagen: "Das geht nicht." Sind die doof oder was? Ich meine…, HÄ???

Jetzt kommt noch mehr Licht ins Dunkel. Es wurden falsche Aussagen getroffen. Es hieß immer: „DAS geht nicht". Richtig wäre gewesen, wenn sie gesagt hätten: "ICH kann das nicht. Ich trau mich nicht. Ich habe Angst. Ich WILL das nicht." Oder Ähnliches. Sie waren nicht ehrlich zu sich und damit auch nicht zu mir als Kind. Natürlich war das alles höchst unlogisch, wenn die Wahrheit dahinter nicht gesprochen wurde, die echten Gefühle und Empfindungen nicht mitgeteilt wurden.

Jetzt entspannt sich etwas in ihr. Das Bild wird größer. Der Blick wird mit der Wahrheit, diesem Erkennen ein anderer. Das Bild wird ein anderes, sortiert sich neu. Es war schlicht das Wesentliche, das Eigentliche nicht gesagt. Jetzt sieht es aus, als würden sich die echten Gefühle der Erwachsenen mit ins Bild sortieren und auf einmal scheint alles mehr Sinn zu machen und nachvollziehbar zu sein. Die Sinnlosigkeit und das Nichtnachvollziehen können waren ebenfalls ein großer Teil dieser Paralyse. Die Kleine musste immerzu das Unverstehbare anstarren und fand keinen noch so kleinen Zipfel, an dem sie es hätte greifen können, es begreifen können, was da vor sich geht. Heieiei. So einleuchtend plötzlich alles.

Einmal mehr wird mir in all dem klar, wie wichtig, ja essentiell, Nachvollziehbarkeit für Kinder ist. Authentizität. Stringenz. Begreifen können. Verstehen können. Transparenz. Schlüssigkeit. Stimmigkeit. Wahrhaftigkeit. Wie viele innere Kinder bei mir an solchen unverstehbaren Stellen stehengeblieben sind und nach und nach genau da abgeholt werden wollen. Halleluja. Was für ein Segen, dass das nachträglich geklärt, aufgeklärt werden kann und wird. Jedes Fragezeichen wird über kurz oder lang zum Punkt. Die Mysterien werden klare, logische Bilder. Das System beruhigt sich. Aus Entsetzen wird ein erleichtertes "Ach so! Na, dann..." Ein sicheres, ruhiges Gefühl macht sich breit. Wieder ein paar lose Enden sortiert und richtig verknüpft. Wieder die Welt, die Menschen darin für die Kleine nachträglich mehr begriffen und richtig in Bezug gesetzt. So elementar.



Sonntag, 30. November 2025

Die tiefe Übereinstimmung von Innen und Außen

Ich liebe dieses Gefühl von Kohärenz. Diese tiefe Übereinstimmung von Innen und Außen, von tief gefühlter Wahrheit und Handlung. Das tun oder eben nicht tun, was stimmt. Genau so. Nicht abgewandelt, nicht verzögert, nicht verwässert. Jetzt. Ich und das Jetzt. Pur. Direkt.

Dieser Einklang in mir und mit mir hat so eine stille Kraft. Unumstößlich. Ruhig. Unverrückbar. Es ist. Fühlende, ausführende Präsenz. Es fühlt sich an, wie der Raum und der Punkt gleichzeitig. Weit geöffnet und präzise, fokussiert zugleich. Wie Laser. Kraft ohne Mechanik. Gespeist aus dem Äther. Gebündelt in mir. Von mir empfangen und durch mich geschehen lassen.

Dieses Gefühl ist unendlich befriedigend, erfüllend, satt und gleichzeitig völlig unaufgeregt. In jeder Zelle wahrnehmbar. Ein leicht schwingendes, tiefes, volles Ja. Alle Seinsebenen von mir, in mir, durch mich in Harmonie.

Ich muss nichts von dieser Wahrheit deuten, ihr nichts beimessen, nicht wissen wieso, weshalb, warum, nur ausführen und wenn es was zu wissen und zu begreifen, zu erkennen, zu verstehen gibt, ist die Information inklusive und über kurz oder lang offenbar.

Meine Aufgabe ist Wachheit und Wahrhaftigkeit. Wahrnehmen und für wahr nehmen. Hinhören und danach handeln. 🔥❤️🔥

Dienstag, 4. November 2025

Beinhaltet der Erfolg Selbstkontakt?

Nicht, was ein Mensch zu leisten vermag, ist aussagefähig über seine (seelische) Gesundheit, sondern mit was er in sich zu sein vermag, wie er innerlich mit sich selbst da ist.

Wie gut ist der Kontakt und die Beziehung zu sich selbst? Was bleibt im Innern, wenn im Außen alles wegbräche? Wer ist dieser Mensch alleine mit sich in der Stille? Ohne Besitz, ohne Rolle, ohne Funktion, ohne sichtbare Leistung, ohne Ablenkung, ohne Kompensationsmöglichkeit, ohne äußeren Glanz, ohne Make-up?

Die eigentliche Messgröße der seelischen Gesundheit ist der Selbstkontakt, die innere Haltung sich selbst gegenüber, die emotionale Nähe zu sich selbst und zwar in allen Momenten, auch und gerade in den dunklen Momenten, in den unrühmlichen Zuständen, in stürmischen Zeiten, in der Gebrechlichkeit, in der Verletzlichkeit, in der Verwirrung, der Schwäche, der Wut, der Bissigkeit, der Ohnmacht, in der Angst, der Sinnlosigkeit, der Verzweiflung, im Neid, im Hass, in der Kleinheit, der Minderwertigkeit, der Bedürftigkeit, im Scheitern, im Aufgeben, in der Traurigkeit, im Schmerz, im Vergehen. Kann derjenige schwimmen oder bedeutet das alles direkt ertrinken?

Wie ich da, in all den erwähnten Zuständen und Umständen, mit mir bin, sagt tatsächlich etwas über meine Gesundheit aus und eigentlich auch über Erfolg.

Erfolgreich im eigentlichen, ursprünglichen, menschlichen Sinne, also im gesunden Sinne, ist für mich jener, der in tiefer, intimer, authentischer Nähe zu sich selbst ist. Jener, der sich hat. Jener, der in sich wahre Heimat hat und zwar für jeden Anteil von sich, auch für die Anteile, die andere Anteile rausschmeißen wollen.

Nichts anderes ist wirkliche, echte psychische Gesundheit. Leistungsfähigkeit, die nicht aus meinem ureigenen Wollen stammt, ist lediglich eine Aussage über Anpassungsfähigkeit und das Maß dessen, in wie weit ich aus einstiger Not heraus zu Selbstverrat und Fremdbestimmung in der Lage bin.

Ich kann Besitz haben, ein laufendes "Seelenbusiness", "Freundschaften", "Beziehungen" und dennoch so unendlich verloren in mir sein, mich abgetrennt und taub fühlen, endlos müde sein, leer und ganz weit weg von mir.

Gesundheit und Erfolg messen sich für meine Begriffe an anderen Werten, als auf den ersten Blick sichtbar. So viele Erfolgreiche gibt es da draußen nicht. Bei den wenigsten ist mir nach Beifallklatschen.

Ich sehe scheinbar lächelnde Münder und müde, traurige oder leere Augen. Ich sehe die inneren Kämpfe gegen sich selbst. Die verzweifelten inneren Kinder, die kein Gehör finden, die Not, die unter all dem eigentlich da ist.

Ich hab mich immer wieder gefragt, ob ich nicht gönnen kann, ob ich überall das Haar in der Suppe suche. Aber das war es nicht. Heute hat mein Empfinden Worte. Ich hab gespürt, dass da was grundsätzlich nicht stimmt. Ich sehe und fühle das Verlorensein in all dem und dass alles Tun und Streben nicht an der Wurzel ansetzt, sondern viel mehr von ihr wegstrebt, dass es nicht ums Wesentliche geht, dass die Wunden unter all dem weiter bluten.

Ich sehe und fühle das Eigentliche unter dem Offensichtlichen.

Warum ich das alles schreibe, weiß ich tatsächlich nicht. Es hat sich heute intensiv in mir bewegt und sich in dieser Deutlichkeit gezeigt, die ich jetzt hier teile. Im Grunde ein Selbstgespräch.


 

Mittwoch, 29. Oktober 2025

Das unerkannte Vermissen der inneren Heimat

Ich werde nicht müde, das alles immer wieder zu betonen und zu wiederholen. Diese Welt ist voll von "weg von - hin zu"-Bestrebungen, von Angeboten, die versprechen, endlich einen Wunschzustand zu erreichen, voll von Verurteilung, von antreibenden Slogans. Ich sehe so viele, die in diesem Streben gewaltvoll mit sich umgehen, ohne es zu bemerken, ja sogar ganz im Gegenteil der Meinung sind, sie würden gut für sich sorgen, die aber eigentlich nur mit dem inneren Kritiker auf sich schauen und sich nicht beobachten können, ohne sich gleichzeitig zu bewerten und zu verurteilen. Das Ganze ist so normal und allgegenwärtig, dass es ihnen nicht auffällt, dass die Gewalt daran nicht als solche erkannt wird.

Auf Deutsch: die Welt ist voll von Selbst-Gewalt, die aus dem Bestreben resultiert, anders sein zu wollen/müssen, voll von der Angst, "es" niemals zu schaffen. Der Angst, es nicht zu schaffen, sich selbst endlich leben zu können und deswegen voll von Härte, in dem Versuch es doch hinzubekommen.

Dieses "sich leben können" wird definiert über ein Wunschbild, wie man sein sollte, sein möchte oder eigentlich ist, aber es nicht auf die Straße bringt. Und das weicht meist gehörig von dem ab, wie es gerade tatsächlich ist.

Das ganze Tun ist ein einziges Streben weg von allem, was dem Menschen dabei scheinbar im Weg steht und hin zu allem, was der Erfüllung angeblich dient.

Das ganze Tun ist eine Flucht aus dem Moment und damit weg von all den heimatlosen Anteilen samt ihren Gefühlen, Nöten und emotionalen Katastrophen, mit denen sie schon in der Kindheit allein gelassen wurden.

Jedes "es anders haben wollen, als es gerade in mir drin ist" ist im Grunde ein weiterer Verrat an einem inneren Kind, das immer noch versucht, endlich wahrgenommen zu werden, endlich da sein zu dürfen, endlich bei jemandem landen zu können mit dem, was in ihm emotional gerade da ist. Mir dreht es alles um, wenn ich dann höre oder lese, dass das ja nur das Ego ist oder der innere Schweinehund oder der hinderliche Verstand, der wieder irgendwas will. Es könnte weiter nicht von der Wahrheit weg sein und es tut mir in der Seele weh, diese hochgradig verletzten Anteile so behandelt und so verkannt zu sehen.

Die wenigsten sind sich dessen bewusst, dass dieses Streben hin zu, eigentlich eine Flucht vor sich selbst ist, ein weiteres im Stich lassen der Anteile, die uns am dringendsten brauchen. Dass dieses "sich leben" erstmal und vor allem meint, da voll und ganz anzukommen, wo ich innerlich gerade bin. Bei meiner emotionalen Wahrheit. Die Suche im Außen kann aufhören, wenn ich innerlich bei mir selbst landen kann.

Ich muss nirgends mehr hin. Ich muss nicht anders werden, anders fühlen, nichts mehr schaffen. Ich darf erstmal alles anerkennen, was so lange nicht sein durfte.

Den meisten fehlt etwas, sie suchen nach "unbestimmt" und ihnen ist nicht klar, dass das, was es am meisten braucht, was dieses Fehlen ausmacht, eine innere Heimat für sich selbst ist, die wir als Kind nicht erlebt haben.

Ich begegne dieser inneren Zerrissenheit und den Anteilen in mir, die etwas empfunden haben und von außen aber die Botschaft bekommen haben, dass das nicht okay ist, in letzter Zeit sehr oft. Die Urwunde, wieder und wieder. Diese innere Spannung, die Not, die daraus entstanden ist, wenn das, was in mir fühlbar da ist, nicht zu dem passte, was mir meine Bezugspersonen rückgemeldet haben, dieses nicht wissen wohin damit in mir, mit mir, wenn ich in Kontakt mit den anderen bleiben möchte, ist kaum in Worte zu fassen. Unglaublich, mit was wir da als Kinder wieder und wieder konfrontiert wurden. Das waren keine einmaligen Angelegenheiten. Das war täglich Brot. Wiederholung in Dauerschleife. Ein Schrecken ohne Ende.

Diese Anteile brauchen endlich eine Anlaufstelle. Diese Anteile wollen endlich sein dürfen. Diese Anteile wollen nicht schon wieder hören, dass das, was sie fühlen nicht okay ist, dass sie besser anders sein sollten. Sie wollen, dass das Leid endlich aufhört und das tut es sofort, wenn ich sie sehe und endlich fühle, was sie damals gefühlt haben und dann erfahren haben in all der Zurückweisung, wenn sie endlich emotional bei mir landen können. Dann hat ihr Leid ein Ende und ich wieder mehr Entspannung und Frieden im System. Echten, natürlichen, nachhaltigen Frieden. Das Rennen und Streben, das Suchen und die Unruhe weichen. Die Wurzel all dessen ist erkannt und genau da kann der Wahnsinn endlich enden. Die Wüste ist zu Ende. Die Dürre, das Dürsten trifft auf lebendiges Wasser. Meine verlorenen Anteile kehren zurück nach Hause, an die Quelle der Liebe. Sie dürfen endlich, endlich mit ihrer gefühlten Wahrheit da sein.

Deswegen, ich werde nicht müde, das immer wieder zu betonen, darauf hinzuweisen. Es geht um zu viel. Für diese Anteile geht es um alles.

 

Nachtrag: 

Ich mag noch sagen, diese Anteile, die draufhauen, die beurteilen, bewerten, es anders haben wollen, sind auch Anteile, die unsere liebevolle Zuwendung und Offenheit brauchen. Auch sie sind entstanden, damit wir überleben konnten. Sie haben uns in der Kindheit durchgebracht und einen großartigen Job gemacht. Auch sie mag ich anerkennen und ehren und genauso erforschen wie alle anderen Anteile auch. Mit ihnen ist nichts verkehrt. Ich darf ihnen gut zuhören.



Samstag, 4. Oktober 2025

Echtes Forschen ist ergebnisoffen

Wenn ich mir selber wirklich und wahrhaftig auf die Schliche kommen will (das klingt schon fast grob), wissen will, was in mir wirkt und warum, wenn ich mich ganz und gar durchdringen und wirklich kennenlernen möchte - sowohl in meinem momentanen Ist-Zustand, als auch in meinem Urzustand - muss ich bereit sein, ALLES an mir entdecken zu dürfen.

Wenn ich mir selbst begegnen will - genau JETZT - dann darf es nichts geben, was nicht sein darf. Ich muss alles an mir (vor)finden dürfen. Eine echte Intimität mit mir selbst darf vor mir selbst nichts verbergen.

Wenn ich davon ausgehe - und das tue ich persönlich - dass das hier auf der Erde in erster Linie eine Forschungsreise ist, eine Ent-Deckungsreise in immer mehr Bewusstheit, dann braucht es vor allem Offenheit, sowohl Ergebnisoffenheit (ich weiß nämlich nicht, wo meine Reise mich hinführt und was dabei zutage kommt) als auch die Offenheit/Bereitschaft, allem ins Auge zu blicken, was derzeit existiert, vor allem IN mir.

Diese Nähe mit mir selbst während dieser Reise, diese tiefe Loyalität mir selbst gegenüber, diese Liebe und Milde, mit der ich auf mich schaue, mich halte und begleite, das wahrhafte Mitfühlen mit mir selbst und tatsächlich wirklich an meiner Seite stehen, mit mir stehen, für mich stehen und gehen, berührt mich immer wieder so sehr. Diese tiefe, echte Liebe zu mir in allen Umständen und Situationen, für alle Anteile und Gefühle, für jeden Gedanken und jeden Impuls, ist wohl das, was ich als bedingungslose Liebe mir selbst gegenüber bezeichnen würde. Ich selbst bin mein stärkster Verbündeter und mein größter Fürsprecher, mein eigener Freisprecher und Erlauber, mein größter Fan und mein sicherster Hafen. Dieses Gefühl von tiefster Verbundenheit mit mir selbst ist unbeschreiblich und erlaubt eine echte Reise.

In dieser Haltung kann ich wirklich und wahrhaftig ALLEM begegnen, sowohl in mir als auch im Außen, weil ich in mir gut damit sein kann, gut mit mir da sein kann.

Ich bemerke immer wieder staunend, wie viele Menschen ein bestimmtes Bild von sich haben, in das dann so viel nicht hineinpasst, was aber auch an und in ihnen ist. Ich beobachte die Gewalt, die Härte gegen sich selbst, wenn das auftaucht, was nicht sein darf. Ich sehe den Kampf gegen das Ungewollte und das verbissene Streben nach dem, was stattdessen sein soll. Ein wirkliches Entdecken der derzeitigen Verfassung und dann des reinen, ursprünglichen Wesens ist so unmöglich. Das Erreichen eines Idealbildes ist nun mal nicht das wahre Naturell.

Ich hab mich früher selbst mit großer Härte angefasst. Es ist nicht so, dass ich es nicht kenne. Ich hab das gemacht, weil ich dachte, ich müsste irgendwo reinpassen, in das mein Wesen aber so gar nicht wollte. Mich hat es über die Maßen erleichtert, mir endlich erlauben zu können, was eh da war, und nur andere an mir falsch fanden. Das meine ich gerade nicht.

Tatsächlich beobachte ich eine noch ganz andere Härte sich selbst gegenüber und die kenne ich selbst nicht. Nämlich, dass es vor sich selbst nicht sein darf, was aber da ist. Also der Maßstab sind nicht, wie bei mir früher, die anderen, sondern der Richter ist in denjenigen selber und die Dinge müssen vor sich selbst verborgen werden. Da hört das echte Forschen dann ganz schnell auf. Da gibt es Dinge, die dürfen unter keinen Umständen berührt werden.

Mir kommt es weiterhin so vor, dass dieses "sich selbst verurteilen" schon angefangen hat, bevor überhaupt auch nur ein prägender Kontakt mit einem Menschen hier auf der Erde stattgefunden hat und all die schrecklichen Erfahrungen, die dann kamen, tatsächlich schon Folgen des eigenen Grundurteils waren, des Sichselbstverlassens. Die Erfahrungen in der Kindheit sind nicht minder schlimm und dennoch ist diese Sachlage eine ganz andere, wenn es um Ursache und Wirkung geht, um echte, tiefe Heilung an der Wurzel und eben das ehrliche Hinschauen zu sich selbst, was für Heilung unabdingbar ist.

Sie wollen sich selbst nicht und doch ist es genau das, was sie ihr Leben lang am meisten und am schmerzvollsten vermissen. Es ist ein selbstgebauter Teufelskreis. Jede Selbstzuwendung eine Scheinzuwendung, die einem idealisierten Selbstbild dient. Es ist kein echtes Forschen hin zum eigenen Wesen, kein echtes Herausfindenwollen, wer und was man wirklich ist. Das Urteil steht ja schon und das tut so weh, dass wir da bitte nicht hinschauen. Alles, aber nicht das. Dass dieses Urteil über sich selbst schon eine Lüge ist, ein Irrglaube und nicht die Wahrheit über das wahre Wesen, ist ihnen bis dato unbekannt. Die Katze beißt sich wieder in den Schwanz.

Ich schreibe das, weil sich mir dieses Phänomen mehr und mehr erschließt und weil mir damit mehr und mehr klar wird, mit welchem Mysterium ich es in meiner Kindheit zu tun hatte und was das für mich als erwachsenen, sich selbst tief fühlenden Mitmenschen bedeutet. Ich verstehe damit immer mehr meine Chancenlosigkeit - früher und heute - und wo ich meine eigene Hinwendung zum anderen ganz schnell sein lasse, weil er sich selbst nicht will, sondern immerzu ein bestimmtes Selbstbild verteidigt, das ganz viel ausschließt, was aber da ist.

"Meine Klarheit ist meine Macht." Danke, Kathi, für diesen Satz.



Sonntag, 24. August 2025

Das schlimmste Sich-Verlassen?

Ist das schlimmste Sich-Verlassen das "etwas vor sich selbst verbergen"? Ich hatte nie die Strategie, etwas vor mir selbst zu verbergen. Wenn ich mein Innerstes auch nicht anderen zeigen konnte, in mir hab ich es bei mir gehabt. Ich war mit mir mit dem da. Bin dann lieber von anderen weg, damit ich in mir mit mir sein konnte.

In der Begleitung von Menschen begegnet mir immer wieder das Phänomen, innerlich von sich selbst wegzugehen und etwas tatsächlich vor sich selbst verbergen zu müssen. Etwas, das so ungeliebt ist, dass es nicht wahr sein darf, versteckt werden muss und zwar nicht nur vor anderen, sondern auch und vor allem vor sich selbst.

Ab da gilt alles der Aufrechterhaltung eines bestimmten Selbstbildes, das den versteckten Aspekt nicht beinhaltet und ein ganz starker Kampf im Innersten gegen sich selbst. DAS darf nicht entdeckt werden, schon gar nicht von sich selbst. DAS darf nicht wahr sein. Ich muss und will anders sein, als DAS.

Dieser beschriebene innere Kampf in einem Menschen ist in meinem Erleben der Grund, warum sie für mich unerreichbar sind. Sie sind im Krieg mit sich. Augen, die mich nicht sehen, weil sie nur unverwandt nach innen gerichtet sind, mit dem Kampf und dem "sich selbst täuschen" beschäftigt.

Ich hatte vor mir selbst nie etwas zu verbergen und konnte sehr lange Zeit nicht verstehen - überhaupt nicht verstehen - warum die meisten Menschen nicht einfach sagen, was los ist. Man kann doch mit allem umgehen. Ich wusste von diesem Phänomen des "etwas vor sich selbst verbergen müssens" lange nichts.

Mit diesem Wissen, dem so wertvollen Teilen von Betroffenen und dem Ergründen und Erfühlen der Hintergründe und Anteile, verstehe ich im Nachgang mal wieder sooo viel mehr in meinem Leben, kann Erfahrungen in Begegnung nochmal anders einordnen und verstehe einmal mehr, mit was ich als Kind und auch ganz oft als Erwachsene zu kämpfen hatte - mit den Kämpfen der anderen gegen sich selbst. Es hatte nichts mit mir zu tun. Überhaupt nichts! Und oft wurde an mir von ihnen das bekämpft, was sie an sich so gar nicht haben wollten. Wieder hat das nichts mit mir zu tun und natürlich hat etwas in mir es persönlich genommen und auf sich bezogen. Wie hätte ich es als Kind anders deuten sollen?

Ich hatte keine Chance da jemanden zu erreichen. Da durchzudringen. Gesehen zu werden. Angenommen zu werden wie ich bin. Der andere konnte und wollte sich ja noch nicht einmal selbst sehen und annehmen, wie hätte er es mir gegenüber leisten sollen? Halleluja!!! Da gehen ganze Kronleuchter an.

Die anderen waren im Krieg gegen sich selbst und sind nie daraus zurückgekehrt.



Samstag, 23. August 2025

Ich will wissen, wie es von alleine weitergeht

Immer wieder sind da Situationen, Umstände, Zustände, in denen ich mich befinde und wirklich keine Ahnung habe, wie DAS weitergehen soll. Ich weiß nur, dass es weitergehen wird. Von sich aus. Es wird anders. Das ist sicher.

Ich mag das, wo ich bin, nicht willentlich verändern. Ich mag keine Idee davon haben, dass es anders sein sollte und irgendwas in die Wege leiten. Meisten spüre ich direkt, dass eine Intervention eine wichtige Erfahrung vereiteln würde. Ich weiß zwar noch nicht welche, aber ich würde den Prozess mit meinem Handeln stören.

Und dann sind da eben manchmal Umstände, die muten echt schräg an und Ottonormalverbraucher würde mir raten, doch was zu unternehmen.

Nein.

Das Leben hat mich noch nie in etwas hineingeführt, was sich hinterher nicht als brillant und unglaublich wertvoll erwiesen hat, tatsächlich unersetzlich. Deswegen lasse ich es so und bin darin. Erforsche. Beobachte mich. Fühle, was es zu fühlen gibt. Höre die unterschiedlichen Wahrheiten in mir, die sich widersprechen können und doch gleichzeitig in mir lebendig sind. Verschiedene Ebenen. Multidimensionales Erfahren.

Ich lasse den Dingen ihren Lauf. Fließe mit. Gebe mich hin und bin ehrlich mit mir: So fühlt DAS also gerade für mich an. DAS wird in mir berührt. Ich weiß nicht, wo ich mich genau in diesem Prozess befinde, aber ich bin DA. Und ich bin unglaublich neugierig, wo DAS wohl hinführt und wie es von sich aus weitergeht.





Dienstag, 19. August 2025

Die Feuerfrauen

Da sind wir also wieder – in einem Kreis, in dem die Wahrheit das Gesetz ist, in unserem Kreis. Der heilige Kreis der Schwestern. Die Schwesternschaft ist gefühlt noch einmal anders wiedergeboren. Wiederbelebt. Zurückerobert. In der Meisterschaft. Mit aller Ernsthaftigkeit. Hat noch mehr Kraft und vor allem Stimme bekommen. Eine neue Stufe ist erreicht. Gott sei Dank!

Wir erzählen uns gegenseitig von der Wahrheit, wenn eine droht von der Lüge verschluckt zu werden. Wir erinnern uns an unsere Würde, wenn bei einer das alte Gift des Zweifels wieder wirkt und sie droht zu vergessen, wer sie in Wahrheit ist. Wir reichen uns gegenseitig die Hand, wenn eine strauchelt, behalten uns im Blick, setzen uns weinend zusammen, sind gemeinsam bestürzt, bezeugen gegenseitig das Unrecht, fühlen tief das Gesehene, das Geschehene und doch sind wir gleichzeitig wach, beobachtend, schlicht sehend, klar, neutral, bei uns. Niemand ist außer sich. Wir fühlen verankert, präsent und bewusst.

Wir retten nicht. Wir wollen es nicht ändern. Wir erlösen durch Seinlassen. Die Erlösung ist logische Konsequenz des Erkennens von einem Zweiten, des (Mit)Fühlens, des Benennens und Anerkennens.
Wir gehen nicht gemeinsam unter, ziehen uns nicht runter. Wir durchwandern und erschließen miteinander unsere Tiefen. Es braucht ein zweites, fühlendes Wesen da unten.
Wir jammern nicht. Wir fühlen das, was der Moment bereithält und erfordert, erwachsen durch.
Wir reden uns nicht nach dem Mund. Wir gleichen Wahrnehmung ab.
Wir folgen keinen Konzepten und wir bauen auch keine neuen. Wir erspüren die Energien im Raum, die Natur eines Wesens, die Qualität einer Verbindung, die energetischen Zusammenhänge eines Systems, das, was eben spürbar da ist.

Wir tun, was getan werden will. Gehen an die dunkelsten, unwirtlichsten Orte, weil wir spüren, dass es stimmt, dass es dran ist, dass das Leben das von uns will, oft ohne zu wissen, wozu das gut. Wir sind da und bereit.

Wir folgen nicht den Annehmlichkeiten, Bequemlichkeiten, Vorzügen, der Norm oder Etikette. Wir folgen nicht der kurzfristigen Erfüllung von unreflektiertem Begehren oder kindlichem Weghabenwollen. Wir folgen der Stimmigkeit, dem tiefen inneren Ruf, auch wenn es noch so unbequem wird.

Wir leben unsere Ganzheit, unser Feuer genauso wie unsere Sanftheit. Was wir sehen, was in uns wahrnehmbar ist, liegt in unserer Verantwortung und bedarf eines weisen Umgangs. Sprechen? Handeln? Schweigen? Sehen? Anerkennen? Je nachdem. Und doch ist gerade jetzt sehr oft unsere Stimme gefragt. Wir fordern Echtheit und Ehrlichkeit ein. Wir fordern Menschlichkeit ein. Wahrhaftigkeit. Die Kongruenz von Innen und Außen. Natürlichkeit. Wir benennen das, was nicht in der Ordnung ist. Wir benennen das, was nicht wahrhaftig ist. Was die anderen daraus machen, liegt nicht in unserer Hand. Wir können nur sagen: „Hier stimmt was nicht.“ Wo keine Bereitschaft zu Tiefe, Reinheit, wahrhafter Begegnung und Wesentlichkeit ist, gehen wir weg.

Wir diskutieren uns unser Feuer nicht weg. Wir beruhigen uns nicht gegenseitig. Wir erinnern uns gegenseitig an unser Feuer, feuern uns an, geben uns einander die Erlaubnis dafür, sprechen uns frei, erheben uns. Da ist Freude am Feuer, an der eigenen Kraft und Klarheit, am Klang der volltönenden Stimme, am Tosen und Toben, am Zürnen und ganz Verkörpern, da ist Bereitschaft zu jedem Aspekt des Seins, Annahme eines jeden Gefühls, ein Ja zu jeder Facette, Wissen um die Stärke, die aus der Ganzheit resultiert.

Mal sind wir der Sturm selber, mal das ruhende, sehende Auge des Sturms. Je nachdem, als was wir gebraucht werden, was unser innerer Ruf, unsere innere Wahrheit gerade ist.

Wir saugen uns gegenseitig das Gift aus, ziehen die Stachel aus dem Fleisch. Rücken die Dinge gerade, ins rechte Licht, beschauen gemeinsam, korrigieren unsere verzerrten Selbstbilder, finden zurück in die Wahrheit, in die Natürlichkeit, zu uns.

Wir sind einander reine Spiegel. Wir erkennen ineinander das Geschenk, das wir sind. Erkennen unsere Unschuld, unsere Reinheit, die Göttlichkeit, die Liebe, die wir sind, das wahre Wesen. Wir erkennen den Segen im jeweils anderen. Miteinander gehen zu können, dem anderen lauschen zu dürfen, die Felder durch einander erweitern zu können, ist Segen. Wir sind einander Licht und Wärme, Halt und Ermutigung, Erweiterung und Ergänzung.

In der zurückgewonnen, ursprünglichen Reinheit sind wir die unbefleckte Empfängnis, können das Leben selbst rein empfangen, die Dinge rein wahrnehmen, ohne Filter, ohne Verzerrung, ohne blinde Flecken. Wahre Ganzheit.

Damit sind wir Gradmesser für Menschlichkeit. Führend in unklaren Räumen und Beziehungen. Roh, direkt, am Puls des Moments, Seismografen, frei von Wissen, aus dem reinen Gefühl, aus dem unverfälschten Fühlen geben wir Rückmeldung, reagieren menschlich.

Wir haben uns wieder. Stehen nicht mehr alleine. Sind nun tief verstanden, gesehen und erkannt in den Herausforderungen dessen, was es heißt in dieser Welt die Liebe zu sein. Wir haben uns gegenseitig wahr werden lassen. Wir erschaffen mit jedem Schritt ins Ungewisse gemeinsam einen Weg, den wir eigentlich gar nicht kennen, Schritte aus tiefstem Herzen erfühlt und daher in allergrößter Sicherheit. Der Weg führte uns auf diese Weise zusammen. Wo er uns noch hinführt, werden wir sehen, beim Gehen. Auf jeden Fall hat unser Sein Bedeutung und Wirkkraft, ich glaube mehr als wir jetzt schon erahnen.

Danke, dass wir wieder da sind. Beieinander! Füreinander! Miteinander! Die Feuerfrauen.

"Dass wir das erleben dürfen, dass wir nicht so weit verstreut sind, dass wir einander jetzt nahe sein können und Kraft und Licht und Wahrheit halten können.“ Barbara

Ja, ein Wunder und doch so natürlich.

(Dieser Text ist im Grunde ein Gemeinschaftswerk aus unserem gemeinsamen Ergründen und Sprechen, Befühlen und Ergänzen, über Wochen beobachtet, zusammengetragen, erschlossen und jetzt von mir getippt. DANKE Barbara, DANKE Maike, DANKE Kathi!)



Mit einer übergeordneten Wahrheit wird ganz oft das eigene Feuer gelöscht

Mit einer übergeordneten Wahrheit von den eigenen Gefühlen wegzugehen, ist nicht spirituell und das ist auch nicht reif oder weise. Das ist Gewalt gegen mich selbst. Ich verlasse mich, wenn ich sofort zu dieser höheren Wahrheit gehe und nicht vollumfänglich erfasse, was eigentlich in mir los ist. Damit diskutiere ich mir quasi selbst meine eigenen, echten Gefühle weg, verpasse noch dazu eine Gelegenheit, mir tiefer zu begegnen, noch mehr über mich zu erfahren und - und das ist für mich fast das Schlimmste - ich gehe von meiner gesunden, angebrachten Wut weg, lösche mein eigenes Feuer und nehme mir meine eigene Autorität.

"Oh, er kann es halt gerade nicht besser." Verdammt noch mal. Ich wurde gerade von jemandem innerlich verlassen. Das tut weh. Das macht was mit mir. Und das gilt es wahrzunehmen. Für wahr zu nehmen, anzuerkennen und in mir fühlend bewusst zu haben. DAS bedeutet das gerade für mich. Ich kann den anderen nicht mehr erreichen. Ich bin alleine, obwohl jemand da ist. Es kann gerade keine Verbindung stattfinden und das liegt nicht an mir. Ich bin ohnmächtig und das Ganze ist tatsächlich furchtbar traurig. So richtig, richtig traurig. Und da ist der Wunsch in mir, dass es anders ist. Da ist das grundsätzliche Bedürfnis das so nicht zu wollen. Das ist nicht das, wie ich mir ein Miteinander vorstelle. Ich bin zu Präsenz in der Lage. Ich will mit Menschen sein, die das auch sind. Diese Präsenz ist gerade nicht da. Das ist nicht änderbar. Ich spüre in mir nach, was ich jetzt mit dieser Tatsache anfangen möchte. Ich könnte gehen. Ich könnte all das aussprechen. Ich könnte einfach sitzen bleiben und all das wahrnehmen und fühlen. Anerkennen, dass es jetzt gerade so ist und dass ich das dazu fühle, was ich eben fühle. Ich beobachte meine Gedanken, ohne sie zu zensieren. Ich bin bei mir. Und ja, der andere kann es gerade nicht besser, das heißt aber nicht, dass ich meine Gefühle nicht haben darf, dass ich nichts sagen darf, dass ich es hinnehmen muss und damit klarkommen muss, dass ich keine abweichenden Bedürfnisse haben darf. Auch wenn sie jetzt nicht erfüllbar sind, nehme ich wahr, dass sie da sind und bügel nicht über mich selbst drüber.

"Das sind ja auch Gottes Geschöpfe." Ja, das ist wahr. Aber sie verhalten sich gerade nicht so, als würden sie das wissen. Sie handeln aus der Trennung. Sie befinden sich in der Trennung und deswegen sind sie zu Gewalt in der Lage, ohne es zu bemerken. ICH bemerke diese Gewalt und das macht was mit mir. SO fühlt es sich an, wenn ich Gewalt beobachte, Unrecht, Unterdrückung, Ignoranz, Achtlosigkeit. Das geht nicht spurlos an mir vorüber. Ich bin ein fühlendes Wesen, das voll in der Verbindung ist und ALLES wahrnimmt, wie wenn es mir geschieht. So sind wir eigentlich angelegt und nur wenn ich mich selber abtrenne, verlasse und dumpf mache, von mir weg gehe, bin ich in der Lage zu sagen: Ach, das sind doch auch Gottes Geschöpfe. In dem Moment habe ich mich verlassen, wenn eigentlich Schmerz in mir ist. Wenn Wut in mir ist, die voll berechtigt ist. Seelenwut, die da ist, wenn etwas nicht in der Ordnung ist. Wenn es in mir brodelt und tobt, mir es schier das Herz zerreißt, bei dem Anblick, wenn zum Beispiel ein Vater sein weinendes Kind anschreit und fragt, ob es ihn eigentlich verarschen will. In solchen Momenten bin ich ganz bei mir. Fühle mich, während ich beobachte. Fühle und sehe die Not des Kindes, des Schutzbefohlenen, das hilflos ausgeliefert ist, das nicht verstanden wird, das null erfasst wird und niedergebügelt und dadurch noch mehr in Not kommt und darin wieder nicht erfasst wird. Ich sehe darin das, was mir so oft passiert ist, verstehe mich dadurch noch besser. Mit solchen krassen Situationen war ich tausendfach konfrontiert. DAS ist mir widerfahren. Jetzt sehe ich es von außen, vollziehe nach, begreife mich. Ich sehe dieses Kind. Ich sehe mich. Und ich kenne auch das Fühlen des Erwachsenen. Ich war früher genauso da. Dachte, dass Kinder einfach nur kleine Erwachsene sind und mich testen wollen, verarschen, mit Kalkül foppen und reizen und an der Nase herumführen können. Auch das nehme ich wahr und bin erschüttert, erinnere mich an Situationen mit meinen Nichten, bin betroffen und muss feststellen, ich wusste es nicht besser. Ich konnte es nicht besser. Das war damals meine Wahrheit. Und gleichzeitig bin ich jetzt betroffen darüber, sehe, fühle, was tatsächlich gewesen ist, was die Zwerge gebraucht hätten von mir, was mein Verhalten für sie bedeutet hat, erkenne nachträglich ihre Lage an, sehe meine Verblendung, meine Abtrennung, wie viele Lügen ich über Menschsein geglaubt hatte, erkenne meine Überforderung, meine Ängste, meine Engstirnigkeit, mein Kontrollbedürfnis, meine unfassbare Ohnmacht. Ja, so war es. Und in all dem bin ich in meiner Ganzheit da, ohne auch nur irgendwas von mir abzuschneiden.

Für mich ist es essentiell zu erfassen, was tatsächlich die Wahrheit des Moments ist. Wie geht es mir denn tatsächlich? Und wozu um Gottes Willen braucht es diese spirituelle Phrase wirklich? Wer in mir spricht? Will ich mich selbst beruhigen und meine Wut abmildern? Will ich damit meiner Ohnmacht begegnen?

Ich kann von mir sagen, dass es sau gut tut, voll im Feuer da zu sein. ALLES in mir zu fühlen, was gerade da ist und vor allem BEI mir und IN mir zu sein und zu bleiben, keinen Millimeter von mir wegzugehen. DAS bedeutet das gerade für mich. Verständnis für MICH zu haben. Und eins mag ich in dem Zuge noch ergänzen: So oft sind Trigger keine wahren Trigger, sondern gesunde, adequate Reaktionen auf krankes Verhalten von anderen mir gegenüber. Es gibt nichts zu integrieren oder anzuschauen, es gilt ganz klar Position zu beziehen und MIT dieser Wut FÜR meine Integrität, Würde und Bedürfnisse dazustehen. Ich mag mich nicht mehr abmildern und ich werde fuchsteufelswild, wenn ich bei anderen beobachte, wie sie ihre gesunde Wut wegargumentieren oder darin den Fehler suchen.



Samstag, 5. Juli 2025

Wahrnehmungsabgleich

zur Orientierung - was wirkt da wirklich?

Sonntag | 06.07. | 19 Uhr
Dienstag | 08.07. | 10 Uhr
via Zoom

Ich mag wieder zwei Räume aufmachen für einen Wahrnehmungsabgleich. Mir wird wieder und wieder deutlich gezeigt, wie essentiell es ist, mit feinfühligen, spürigen Wesen, die Felder wahrnehmen können, abzugleichen, was tatsächlich da ist.

So intensiv wurde uns unsere Wahrnehmung als Kind abgesprochen, so intensiv wird sie uns meistens als Erwachsene auch noch abgesprochen, wenn wir mit Menschen sind, die sich nicht gut spüren und uns ehrlich sagen können, wie sie gerade da sind. Meistens wissen wir, dass da was nicht stimmt und vielleicht auch, was da nicht stimmt und dennoch wirkt der Zweifel in uns.

Genauso kann der Zweifel da sein, was unser Innenerleben angeht, unsere körperliche Verfassung, unsere Umstände.

Wo stehst du gerade wirklich? Was ist jetzt tatsächlich relevant? Was wirkt in Beziehungen? Was will erkannt werden in Situationen, die dich einfach nicht mehr loslassen und immerzu beschäftigen?

Ich mag mit euch auf genau solche Situationen, Umstände und Zustände schauen, die euch herausfordern, die sich vielleicht wiederholen, in denen Verwirrung und Unsicherheit da ist. Ich mag Spiegel sein und meine Wahrnehmung zur Verfügung stellen, mit euch eintauchen und entwirren.

In einer kleinen Gruppe. Via Zoom.

Anmeldung für Sonntag, 06.07., 19 Uhr
Anmeldung für Dienstag, 08.07., 10 Uhr


Ich freu mich auf uns und alles, was sich offenbaren mag.
💖 Anja 💖


PS: Was wann an finanzieller Wertschätzung zu mir fließen soll, bitte ich dich im weisen, tiefehrlichen Hinspüren zu ergründen. Die Wahrheit jenseits von Gedanken und Ideen. Ich danke dir dafür.

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Samstag, 14. Juni 2025

Bin ich mit meinen Grenzen gewollt?

"Wer dich mit deinen Grenzen nicht liebt, profitiert davon, dass du keine hast." reBliss

"Wem nützt es, wenn du deine Grenze nicht wahrst?" reBliss

Der Satz und die Frage bewegen sich seit heute Morgen in mir. Gelesen habe ich sie in einem Artikel bei Facebook von reBliss. Es ging um starke, echte Beziehung und dass ich darin MIT meinen Grenzen gewollt bin. Menschen, die meine Grenzen nicht wollen bzw. wollen, dass ich sie übergehe, dienen ihren eigenen Zwecken. In solchen Beziehungen spiele ich mit meinem Wohlergehen keine Rolle. In solchen Beziehungen bin ich lediglich als Bedürfniserfüller gedacht.

Nun ist das Thema ja kein neues für mich. Und dennoch rückt es in mir durch den Satz und die Frage noch mal etwas gerade. Nochmal ein klarerer Blick auf bisherige Beziehungen und Begegnungen. Wann musste ich meine Grenzen verteidigen, mich begründen, rechtfertigen und was hatte der andere davon, wenn ich meine Grenzen und Bedürfnisse übergehe? Wann kamen Vorwürfe und Schuldzuweisungen und was hätte der andere in solchen Momenten gerne von mir/durch mich gehabt, was dann nicht stattgefunden hat? Wie wenn ich dadurch nochmal besser überprüfen könnte, was schräg ist, wenn sich etwas schräg anfühlt in Begegnung. Rückblickend und natürlich ab sofort für alles Kommende.

Es erweitert - mal wieder - meinen Blickwinkel. Ich prüfe - mal wieder - nicht nur mich, sondern nehme den anderen und seine Belange mit in den Fokus. Wie wenn es immer wieder erforderlich wäre, die Ursache für Unstimmigkeiten nicht nur in mir zu suchen, sondern alle Beteiligten mit ihren Absichten zu betrachten. Wie wenn es wieder einen Anteil in mir erreicht hätte, der bislang noch nicht den Kopf gehoben hat und mal ins Umfeld geschaut hat, weil er so sehr dabei war, sich selbst zu zerlegen und sich zu fragen, ob er seine Grenzen und Bedürfnisse überhaupt haben darf, dass er gar nicht auf die Idee kam, die Intention des anderen in Frage zu stellen. Wie gesagt - mal wieder.

Mit der Frage nach dem Nutzen und Profit für den anderen, den er hat, wenn ich mich übergehe, wird so schnell so viel deutlich. Ich kann sofort aufhören, mich in Frage zu stellen und mich für meine Grenzen und Bedürfnisse schuldig zu fühlen. Da gibt es einen Anteil in mir, der wirklich denkt, dass er den anderen mit den eigenen Grenzen und Bedürfnissen verletzt und dass ich damit gemein bin. Frage ich nach dem Nutzen für den anderen, wird damit sofort deutlich, dass sich der andere einen Scheiß um mich schert. Er verfolgt schlicht seine Ziele und mein Wohlergehen spielt darin keine Rolle. Die Gedanken, die ich mir um ihn mache, macht er sich nicht für fünf Cent um mich.

Ich will, dass es ihm UND mir gut geht. Er will nur, dass es ihm gut geht. Ich bin egal. Und wenn er seine Haut retten kann, werde ich immer geopfert werden. Es gibt kein Bewusstsein für ein Gemeinwohl oder einfach für einen anderen als eigenständiges Wesen mit eigenen Bedürfnissen.

Jemand, der will, dass ich mich übergehe und dabei noch an meine Solidarität und Güte appelliert, verfolgt vor allem seine Ziele ohne Rücksicht auf Verluste. „Du willst doch, dass es der Mama gut geht, oder?“ Ja, aber ohne, dass ich dabei vor die Hunde gehe und das ist in dieser manipulativen Frage impliziert. Emotionale Erpressung deluxe. Ja, ich will, dass es dem anderen gut geht. Will er auch, dass es mir gut geht? Dass ich integer sein kann? Dass ich meiner Anziehung und Abstoßung folge? Dass ich ehrlich Ja und Nein sage?

In mir wirkt gerade noch der Satz, den ich eben weiter oben geschrieben habe. Die kindliche Idee, dass ich mit meinen Grenzen und Bedürfnissen gemein bin. Dass ich damit andere verletze, dass sie dadurch „zu kurz kommen“. Halleluja. Was für eine perfide Verdrehung. Mal wieder eine „Opfer-Täter-Umkehr“ vom Feinsten, die in der Kindheit entstanden ist und als Erwachsene so subtil greifen kann. Hineinerzogen in den Missbrauch. Leckomio!!! Das darf wieder erstmal wirken und sacken. Eine weitere Runde in dem Spiel „So war es wirklich“. Wieder Schleier, die gehoben werden. Wieder mehr Klarheit und Erwachen. Wieder mehr im Bewusstsein. Wieder mehr durchschaut und erkannt. Korrigiert und richtiggestellt. DANKE!!! So wertvoll und wichtig.



Donnerstag, 5. Juni 2025

Ich bin bei mir, wie noch nie

Es ist das krasseste, intensivste und skurrilste Retreat, das ich je hatte. Langzeit. 24/7. Beziehung in allen Facetten und Schattierungen.

Mehr denn je geht es darum, mich selbst zu behalten, sich selbst zu behalten. In all den Irrungen und Wirrungen, Unklarheiten und Filtern dem inneren Kompass und dem Gefühl zu folgen, meiner Wahrnehmung zu trauen, bei mir zu bleiben, wissend, dass das, was ich wahrnehme im Raum, stimmt.

Wenn das Gefühl von Unstimmigkeit da ist, ist da Unstimmigkeit. Wenn ich fühle, dass etwas nicht gesagt wurde und ebenfalls mitschwingt, ist tatsächlich Ungesagtes im Raum, was aber relevant wäre. Ich kann mich so sehr auf mich verlassen, auf diese so feine Wahrnehmung, auf die inneren Bilder, auf die Sätze, die in mir aufsteigen.

Manchmal ist es erschreckend für mich, wie heftig ich mittlerweile "ausschlage", wie krass die Körperreaktionen sind, wenn ich merke, dass mein Gegenüber nicht wirklich da ist oder sich gerade selber übergeht. Es ist inzwischen so unnatürlich für mich und ich nehme die Gewalt darin wahr, die Gewalt, die der andere gegen sich selbst richtet, die Gewalt, die sich manchmal gegen mich richtet, wenn innere Anteile zwicken, mich verschrecken wollen, verletzen wollen.

Wie bin ich mit mir in all dem? Wie bin ich darin da? Wie kommuniziere ich? Was kommuniziere ich? Wie sind wir miteinander, wenn gerade unterschiedliche Wahrheiten da sind? Wie klären wir auf? Wie kommen wir wieder zusammen?

Es ist ein Wogen, ein Surfen der Wellen, ein Leben, das so krass nur im Moment entschieden und gelebt werden kann. Ist im einen Moment Wut und Abstoßung da, kann es fünf Minuten später wieder totale Anziehung und Kontaktwunsch geben. Alles ist stete Veränderung.

Ich registriere, wie stabil ich in mir bin. Ich bemerke, dass ich da stehe. Das Umfeld - und möge das Chaos noch so groß sein - führt nicht mehr dazu, dass ich mich in frage stelle. Mein Wesen wird dadurch nicht verändert. Ich nehme keinen Schaden. Führe keinen Krieg mehr gegen mich und auch nicht gegen den anderen.

Ich teile mit, was in mir los ist. Ich gebe allen Gefühlen Raum, die jeweils da sind. Das kann von Empörung über Wut hinzu Traurigkeit, Berührung und tiefstem Mitgefühl alles sein.

Ich verstehe so viel mehr von meinen Herausforderungen in der Kindheit, dem Leben in Beziehung bis hierhin, darf sehen, was hinter bestimmten, mir durchaus bekannten, Verhaltensmustern des Gegenübers für Wunden stecken.

Darf fühlen, was das alles für mich bedeutet hat, damals und jetzt, wie sich Verrat anfühlt, wie es ist, wenn ich gerade nur eine Story im Kopf des anderen bin, meine wahre Absicht nicht gesehen werden kann, wie es ist, "alleine" da zu sein, obwohl noch jemand im Raum ist, wie es ist wieder und wieder den anderen an alte Wunden zu "verlieren".

In all dem bin ich mitten drin. In mir. Bei mir. Keine kindliche Bedrohung mehr, nur erwachsener Schmerz oder ein schlichtes Registrieren, dass es so ist. Da ist Klarheit, wie ich sie noch nie hatte. Da ist eine Stabilität und Aufrichtung in mir, die sagenhaft ist. Ein Wahrnehmen von was auch immer ohne Urteil, ohne Not. Nur pures Gefühl und volles Verkörpern, von dem, was sich gerade in mir bewegt in der Begegnung.

Da ist - jetzt in diesem Moment - eine unglaubliche Dankbarkeit in mir. Für mich. Liebe. Tiefe Liebe. Für mich. Dass ich mich irgendwann mal so fühlen würde und so da sein könnte in "Konfrontation" mit all den Mustern, die in meiner Kindheit für mich die Hölle bedeutet haben, hätte ich nicht für möglich gehalten. Ich dachte immer, es ginge einfach darum, sie zu erkennen und solche Felder zu meiden. Niemals hätte ich gedacht, dass ich mal mit jemandem in einer tiefen Beziehung sein werde - und bleibe - und mit ihm den Weg aus genau diesen Wunden hinaus gehen würde. Das war für mich definitiv undenkbar. Nun, Gott hatte wohl andere Pläne.

Es ist kein Zuckerschlecken. So überhaupt nicht. Es ist ein Ackern. Für uns beide auf sehr individuelle Weise. Und gleichzeitig das einzige, das dran ist. Um nichts anderes geht es. Das krasseste "Bei-mir-bleiben-Training", das ich je hatte. Heilungsmomente im Sekundentakt, Erlösungen, Durchbrüche, wieder und noch mehr zueinander finden. Halleluja!

Danke für diese tiefe, feste Verbindung, die eine solche Begegnung und Auseinandersetzung mit all dem möglich macht. Danke für dieses Commitment. Danke für das Einhalten der Verabredung. Egal, was uns um die Ohren fliegt, wir bleiben und schauen hin, bezeugen, beweinen, benennen, erkennen, sind bestürzt und lieben letztlich.

🔥❤️❤️🔥



Montag, 12. Mai 2025

Ich bin von mir selbst nicht mehr wegzubekommen

Mit uns ist alles im Raum, was sie nicht wollen, was sie nicht wahrhaben wollen, was sie nicht sehen wollen, was sie nicht fühlen wollen, was sie nicht anerkennen wollen. Weil wir bewusst damit da sind.

Auf einmal sind da Schmerz und Verletzlichkeit, Weichheit, Offenheit, Tiefe, Komplexität, Vielschichtigkeit, Nähe, Intimität, Ohnmacht, Endlichkeit, Schwäche, Wunden, Missbrauch, Blut, Hingabe, Annahme, Geschehenlassen, Kontrollverlust, Seinlassen, Einlassen, Trauer, Tod, Vergänglichkeit, Bedürfnisse, Brauchen, Hilflosigkeit, rohe Natur, Wildheit, das Unbezähmbare, das Anschmiegsame, das Sehende, das Sehnende, das Fühlende, Göttlichkeit, brennende, lodernde Herzen. Liebe. Trotz allem. In all dem. Mit all dem. Aus all dem. Durch all das. Liebe zu uns selbst und zum Leben. Zutiefst. Geschliffene Diamanten. Große, reine Wesen, deren Schatten zum Fundament ihrer Kraft geworden sind. Weil gesehen und durchleuchtet. Weil hingeschaut, nicht weggeschaut. Weil gefühlt und integriert, was scheinbar unaushaltbar war.

Sind wir da, bebt die Erde. Rüttelt es an den Grundfesten, bleibt nichts verborgen, nichts ungesehen, nichts unbemerkt. Das Innerste kommt in Wallung. Rollen fallen. Masken bröseln. Institutionen wanken. Verdrängtes kommt zum Vorschein. Abgelehntes steht mitten im Raum. Mit uns. Durch uns. In uns. Fassaden sind nicht aufrechtzuerhalten. Schubladen und Schablonen, Konzepte und Normen versagen, wenn wir als ganzer Mensch da sind, als menschlicher Mensch, berührbar und berührend, im Selbstkontakt und auch beim Gegenüber einen Menschen fordern. Status und Besitz zählen nicht, beeindrucken nicht, zeigen keine Wirkung. Menschlichkeit ist gefragt und nichts anderes. Wir lassen es nicht gelten.

Früher hab ich mich dafür falsch gemacht. War darauf bedacht, niemanden unangenehm zu berühren. Hab mich leicht gemacht. Unkompliziert. Hab geschwiegen. Die anderen reden lassen. Mich versucht anzupassen. Nicht zu stören. Die Begrenzungen und Verbote, die Tabus und Regeln aus Nöten als meine Begrenzung akzeptiert. Mich dafür verraten. Obwohl mir kotzschlecht dabei war.

Heute ist das anders. Ich bleibe bei mir und für mich da, unterbreche Gerede, das gefühllos und wesenlos ist, sage, was ich fühle und was mein Körper zurückmeldet, freundlich, aber bestimmt, klar und deutlich, ohne Abmilderung oder Beschönigung. Ich lächle nicht, wenn ich es nicht fühle. Ich nicke nicht, wenn es nicht meine Wahrheit ist. Ich lache nicht über Dinge, die ich nicht witzig finde. Lasse mich nicht blenden, verwirren oder ablenken. Bleibe am Punkt. Bei dem, was fühlbar da ist. Meine Reaktionen sind direkt und ehrlich. Meine Antworten auch.

Ich gebe meinen Raum und meine Zeit nicht mehr sinnlos her. Halte nicht aus und halte nicht durch. Halte nicht still und bin nicht mehr still, nur damit sich niemand auf den Schlips getreten fühlt, der meterlang und -breit am Boden schleift, bestehend aus dem, was nicht berührt werden darf.

Meine Verantwortung gilt mir. Eine andere übernehme ich nicht mehr. Ich umschiffe keine Wunden mehr. Ich erlaube mir, sie zu berühren, wenn das dadurch geschieht, dass ich in meiner Wahrheit existiere, mein Innenerleben teile, nach meinem Empfinden handle, reinen Impulsen nachgehe, ausspreche, was ich wahrnehme, aufrichtig Ja und Nein sage, bei mir bleibe. Radikal. Unter allen Umständen. Das ist meine Wahl. Das ist mein Wille. DA sein. Gekommen, um zu bleiben. Unverrückbar. Ich bin von mir selbst nicht mehr wegzubekommen. Ich bleibe mit mir da. GANZ.

Danke, Barbara, für dein DaSein, für uns. 🔥❤️🔥




Sonntag, 27. April 2025

Die Pflicht wurde nicht erfüllt

„Wenn du in Beziehung bist, hast du nicht die Wahl, dich weiterzuentwickeln. Du hast die Pflicht!“ – Alexandra Köhler

Der Satz hat heute Morgen so richtig bei mir reingeknallt. Er war die Finalisierung einer Spurensuche in mir, die gestern Nacht begann. Dazu gleich mehr. Zurück zu diesem Ausspruch von Alexandra, der meine Welt vom Kopf auf die Füße gestellt hat.

Unter Weiterentwicklung verstehe ich in dem Fall vor allem Selbstbegegnung. Ich habe in Beziehung verdammt nochmal die Pflicht, mir selbst zu begegnen, meine Themen anzuschauen, die Verantwortung für meine Gefühle zu übernehmen und in mir aufzuräumen, unbequemen Wahrheiten über mich selbst und meinen Urwunden ins Auge zu sehen. Ich habe die Pflicht, alles, was mir in Beziehungen an Trauma um die Ohren fliegt, anzugehen, in Besitz zu nehmen, als das Meine anzuerkennen und mich auch tatsächlich darum zu kümmern. Meint, die aufgerissene Wunde tatsächlich in die Heilung zu bringen.

Ein Nein zu dieser Form der Selbstwerdung, der Selbstbegegnung, der Ent-wicklung ist eine Totalverweigerung von tatsächlicher Begegnung mit dem anderen. Ein Nein zu wahrer Intimität. Ein Nein zu echter Nähe. Im Grunde ist es Betrug. Ich betrüge den anderen um mich selbst und tue so, als würde ich Beziehung wollen.

Ich bin wie gesagt seit gestern Nacht auf Spurensuche. Ich bin einer Wut auf der Spur, einem Groll, einem Zürnen, das mit vergangenen „Beziehungen“ zu tun hat. Das Wort Beziehung muss ich tatsächlich in Anführungszeichen setzen, weil sich im Nachgang einfach rausstellt, dass in manchen Fällen genau die besagte Totalverweigerung stattgefunden hat unter dem Deckmäntelchen des Engagements, des Wollens und Tuns.

Ich muss feststellen, dass ich getäuscht wurde, mich hab täuschen lassen. Dass ich betrogen wurde, um den anderen. Dass mir falsche Versprechen gegeben wurden, die nur scheinbar eingehalten wurden. Mir wurde gesagt, dass der andere auch Beziehung will, in Beziehung sein will mit mir. Was dafür nötig war, nämlich mit sich selbst in Beziehung zu gehen, wurde nicht getan. In all dem „Machen und Tun“ und sich angeblich Bemühen und dem „Hinschauen“ hat echtes Hinschauen nicht stattgefunden. Die Begegnung mit dem eigenen Schmerz bis in die letzte Konsequenz ist nicht passiert. Der Tod wurde nicht gestorben. Die Wunden blieben bestehen und sollten berücksichtigt werden – von mir. Es sollte Wundenmanagement betrieben werden. Ich sollte Verständnis haben. Das Herz blieb zu. Der dunkle Keller verschlossen. Der Mensch unantastbar. Die Schatten weiter am Wirken.

Ich bin geblieben. Seeeehr lange. Ich hab mich blenden lassen, hatte falsches Verständnis für ihr „nicht besser können“, ihr Ausweichen, hab mir selbst Erklärungen geliefert, hab ihnen das scheinbare Bemühen abgekauft, hab unterstützt wo ich konnte, habe mich an jedem Krümel unverhältnismäßig gefreut, dachte dann noch ich wäre zu anspruchsvoll, zu harsch, zu fordernd. Hab den „Fehler“ bei mir gesucht. Hab mir erzählt, dass ich besser Raum geben muss, noch milder sein muss, weicher, wohlwollender.

Die Wut, der Groll, das Zürnen gilt ihnen wie mir gleichermaßen. Ich war da. Emotional erreichbar. Hab meine Arbeit wirklich gemacht. Sie waren nicht da. Emotional unerreichbar. Sind der wahren Arbeit ausgewichen. Ich bin geblieben. „Zu lange“. Was sich erst hinterher so anfühlt – zu lange. Es war natürlich genau richtig. Ich sehe erst jetzt klar. Und mit diesem Klarsehen kommen die zugehörigen Gefühle. Gott sei Dank! Die Wut ist so berechtigt und sie gehört genau in diese Beziehungen. Ich wurde getäuscht und missbraucht. Ich habe mich täuschen und missbrauchen lassen.

Es geht nicht um Schuld. Es geht um Erkennen und Benennen und darum, die Gefühle zu fühlen - meine. Es geht um Klarheit, um Richtigstellung, um Korrektur des verzerrten Blickes. Meines verzerrten Blickes. Jetzt sehe ich, was in Wahrheit da ist, da war, was ich bis dahin nicht sehen konnte und wollte.

Sie lagen mir am Herzen. Ich ihnen nicht. Sie lagen sich selbst am Herzen, haben die eigenen Vorteile und Annehmlichkeiten lieber genommen, als echte Begegnung. Haben Unangenehmes in sich nicht berühren wollen, sich selbst nicht berühren wollen und damit sich für mich unberührbar gemacht. Ich hatte keine Chance, obwohl mir diese in Aussicht gestellt wurde. Ich hatte nicht irgendwelche Forderungen. Ich wollte sie beim Wort nehmen. Sie haben ihr Wort gebrochen. Das gilt es anzuerkennen. Ich hab alles von mir reingegeben, mein ganzes Wesen, mein offenes Herz. Wie verabredet. Sie nicht. Ich wurde betrogen. Um sie. Um ihr wahres Wesen. Um versprochene Beziehung. Die beteuerte Bereitschaft für eine Beziehung mit mir blieb ein Lippenbekenntnis. Sie waren immer nur dann gerne mit mir, so lange es bequem für sie war, sie Vorteile hatten, die Wunden nicht berührt wurden.

Ich wurde benutzt. Hab mich benutzen lassen. Die ausgehängte Möhre, der ich nachgelaufen bin, war echte Nähe. Sie kam nie. Das darf ich jetzt begreifen und fühlen.



Donnerstag, 24. April 2025

Ich bin bereit, zu erleben, dass die anderen so da sind, wie ich

Einige würden sagen, ich bin unbeständig und unzuverlässig. Mal da. Mal weg. Mal antworte ich in Sekunden, dann wieder gar nicht.

Andere spüren darin die größte Zuverlässigkeit überhaupt. Ich bin bei mir. Also immer da. Rede, wenn es wesentlich ist und kann nicht reden, wenn es nichts zu sagen gibt.

Wenn es drauf ankommt, bin ich da. Wenn ich nicht da bin, kommt es nicht drauf an. Die, die das fühlen können, erleben es als Segen.

Einige würden sagen, ich kann nicht empfangen. Ich kann nichts annehmen. Ich wäre immer nur in der gebenden Position.

Andere sehen, dass ich nur empfangen kann, wo es etwas zu empfangen gibt. Nicht jedes "Hilfsangebot" beinhaltet etwas für mich, was ich wirklich gebrauchen kann. Eigentlich die wenigsten. Nicht jeder, der sagt, er ist gerne für mich da, kann es auch sein. Bei den wenigsten sagt mein System ja und lässt sich tatsächlich fallen, weil es spürt, dass ich ganz empfangen werden kann. Das hat nichts mit Kontrolle zu tun. Mein System weiß, wo ich in Gänze landen kann, weil Platz dafür ist.

Mir nützt es nichts, wenn ich aus der Hilfe des anderen erst noch seine Themen und Begrenzungen, Projektionen und Ideen aussortieren muss, um dann ein bisschen "Wahrheit" für mich zu bekommen. Da kommt sehr schnell und eindeutig ein Nein in mir und ich kann das sehr gut verstehen.

Manche erleben mich als unnahbar und bemerken nicht, dass sie mich auf einen Sockel gestellt haben und sich wünschen, ich möge heruntersteigen. Sie schreiben die Unerreichbarkeit mir zu. Andere erkennen, dass ich der nahbarste Mensch bin, dem sie je begegnet sind. Sie fallen nicht unbemerkt in Minderwertigkeit und Kleinheit oder in andere kindliche Verhaltensweisen und können erleben, wie nah ich sie an mich heran lasse, in mich hinein, in mein Innerstes.

Auch dieser Text kann wieder wunderbar als Selbstüberhöhung verstanden werden oder aber von denjenigen die mich erfassen und erleben, als schlichte Wahrheit. Ich kann ihn mit zweierlei Augen lesen. Beim Schreiben weiß ich schon, wo er falsch verstanden werden kann und ich kann nichts anderes tun, als meine Wahrheit ausdrücken, mein Erleben, auch wenn ich währenddessen schon um die Missverständnisse weiß.

Es ist für mich immer wieder eine der größten Herausforderungen, keine Nettigkeiten und Höflichkeiten liefern zu können. Meine Seele, mein Körper lässt mich nicht. Ich kann nicht ansatzweise "everybody's darling" sein. Mitgefühl auf jeden Fall. Tonnenweise. Aber keine Höflichkeiten, keine Abweichungen von meinem wirklichen Erleben in mir, um keine unangenehmen Gefühle im anderen auszulösen. Geht nicht. Gleichzeitig ist es mein größter Segen, in dieser Reinheit und Klarheit hier sein zu müssen. Das macht mein Leben sehr wesentlich und kraftvoll. Und letztlich ist es das, wie wir eigentlich gedacht sind: Echt. Natürlich. Pur. Direkt.

Ich kann nur Dinge tun und sagen, die ich wirklich meine. Es sind nur die wenigsten gewohnt, wenn jemand so da ist.

Ich frage mich oft, hinterfrage mich, ob ich es aushalten kann, wenn andere so da sind, wie ich es bin, also wie es für mich wäre, wenn es umgekehrt wäre und die Antwort ist immer die gleiche: Ja, unbedingt sogar. Ich will das so sehr und ich feier es über die Maßen, wenn ich es tatsächlich erleben darf, dass Menschen, die im Kontakt mit mir sind, 100% ihrer Wahrheit folgen und nur das tun und sagen, was sie wirklich fühlen. Eine unglaubliche Wohltat für mich.

Ja, dann bekomme ich keine Antwort auf eine Frage. Ja, dann höre ich drei Monate nichts von demjenigen. Ja, dann bekomme ich ein Nein auf einen Wunsch von mir. Und alles in mir ist erleichtert, dass der andere sich nicht für mich verlässt. Nichts über sich ergehen lässt, was er eigentlich nicht will. Ich muss auf denjenigen nicht "aufpassen", nicht für zwei fühlen. Er tut es selbst. Ich werde nicht ungewollt zum "Täter", also eigentlich wird der andere nicht zum Täter an sich selbst wegen mir. Hervorragend. HERVORRAGEND! Ja, bitte!

Ich bin bereit, zu erleben, dass die anderen so da sind wie ich. Nämlich bei sich, in der Verbindung mit sich, im Selbstkontakt, in der Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, in der Anbindung ans Göttliche und danach handelnd. Sehr bereit sogar.





Dienstag, 15. April 2025

Schreiben und sprechen im Selbstkontakt

Wenn ich im Prozess bin, ist schreiben oder sprechen oft der Weg, mir näher zu kommen. Dem Ausdruck zu geben, was da ist. Für mich. Hin zu mir. Auf den Kern zu. An die Wurzel. Sichtbar machen. Greifbar für mich selbst. Mich mir selbst erklären. Das Subtile bekommt plötzlich Form, Bilder und Namen. Ich verstehe, begreife, was da ist. Es steigt auf. Ich schaue hin.

Manchmal schreibe ich, weil ich schon weiß, was da ist, was der Kern ist, wer ich gerade bin, was mich bewegt und genau das eine Form will. In Worten da sein will. Außerhalb von mir da sein will. Ein Kind, das ich in die Welt gebäre. Ein Ausdruck von meinem "genau jetzt so sein". Das hat keine Absicht, außer zu sein. Es will nichts. Weder von mir noch von anderen.

Ich gehe weder beim Schreiben noch beim Sprechen weg von mir, weg vom Moment. Keine "Geschichte" führt weg von meinem Inneren. Ganz im Gegenteil. Das, was ich ausdrücke, ist das, was jetzt gerade spürbar, sichtbar da ist, aufsteigt in mir. Ich würde es nicht sagen, wenn ich es nicht jetzt gerade fühlen würde, wenn es mich nicht beschäftigen würde.

Der Unterschied ist für mich deutlich zu spüren, ob jemand ÜBER etwas redet und nichts davon fühlt oder ob das, was gesprochen wird, tatsächlich in dem Moment aus dem Selbstkontakt kommt, aus der inneren Lebendigkeit, aus der eigenen Berührtheit, aus der Verbindung mit sich selbst.

Bei ersterem werde ich sofort müde und will weg oder unterbrechen. Ich kann und will es nicht ertragen oder über mich ergehen lassen. Bei zweiterem bin ich hellwach und präsent und will mehr davon.

Auch wenn ich mal unwesentlich bin, werde ich sofort müde, kann Sätze nicht beenden, einen Gedanken nicht aussprechen. Ich unterbreche mich selbst. Halte inne. Schweige. Energetische Sackgasse. Nicht wichtig.

Warum ich das schreibe? Weil es gerade da ist in der Selbstbeoachtung, in der Außenbeobachtung, die der Selbsterkenntnis dient. Weil ich beobachte, welche Worte vom Menschen wegführen und welche hin. Wer aus der Berührung und dem Moment spricht und wer nicht. Wer das verkörpert, was er schreibt und wer nur davon redet. Und wie ich in all dem da bin. Eine Selbsterforschungsreise aus dem Moment...


 

Montag, 14. April 2025

Schlusspunkte wollen gesetzt werden

Manche Türen müssen zu. Ganz zu.
Nabelschnüre sauber getrennt werden. Energiefelder separiert werden.

Wenn Beziehungen erfüllt sind, sind sie erfüllt.
Es bringt nichts, diese beiden Felder danach weiter künstlich zu vermischen und damit eine Idee von Verbindung aufrecht zu erhalten. Oder die Idee von "erwachsen damit umgehen", "nett sein müssen", "man kennt sich ja und es war ja auch mal schön".

Was fertig ist, ist fertig. Trennung und tatsächliche Lösung, nichts mehr voneinander hören und sehen sind völlig natürlich. Sie sind Teil der Natur und essentiell.

Wie ich neulich schon sagte: "Wenn es weitergehen soll, muss das hier enden."

Das Leben hat dann eh schon entschieden, dass es fertig ist. Daran kann und werde ich nichts ändern. Ich würde nur die Natur stören, wenn ich versuche, im Herbst die Blätter wieder an den Baum zu kleben. Sie liegen zu lassen, ist weder undankbar noch ignorant. Es ist die Wahrheit. Das, was da ist. Was geschehen soll, damit es weitergeht. Baum und Blätter hatten ihre Zeit. Es ist alles getan. Die Wege gehen nicht mehr zusammen.

Ich mag saubere Schnitte. Ich mache sie nicht. Ich führe sie lediglich aus - die Wahrheit, die schon da ist. Die ist zu spüren. Seeehr deutlich für mich.

Da ist keine Anziehung. Da ist kein Interesse. Vielleicht sogar Langeweile. Da ist kein Wunsch nach Kontakt und nichts in mir kommt in Fluss. Da ist das klare Gefühl, dass es da gerade nicht weitergeht. Es wäre "Höflichkeit" und die Idee beim anderen vielleicht unangenehme Gefühle zu vermeiden, wenn ich mich dennoch melden würde.

Manche Türen öffnen sich wieder. Andere bleiben zu. Ich werde es merken.

Ich mag gerade tatsächlich für Trennungen sprechen. Für saubere Schnitte und klare Kante. Mir scheint es in all den Ideen von "Licht und Liebe" und "wir sind alle eins" ein wenig zu kurz zu kommen. Denn oft bemerke ich darin ein sich selbst übergehen und ein nicht Anerkennen von Abneigung, bis hin zu Selbstvergewaltigung und Bereitstellen zum emotionalen, energetischen Missbrauch. Die Idee jeden mögen zu müssen, dulden zu müssen, freundlich sein müssen und dabei Krieg gegen mich selber führen.

Abneigung, Abstoßung, weg wollen haben ihre Berechtigung und müssen genauso gelebt werden wie Anziehung und Verbindung. Es kann nicht nur das eine geben. Nicht jetzt und nicht hier.

Gefühlt ist gerade eine Zeitqualität, in der es extremst um Trennung geht. Was darf und MUSS jetzt ein Ende finden? In meinem Erleben geht diese Frage weit über Beziehungen hinaus und dennoch stehen diese gerade sehr im Fokus.

Schlusspunkte wollen gesetzt werden. Manchmal mit Ausrufezeichen. 💥👑🙏🏼😉



Samstag, 12. April 2025

Dafür wird mir gerade keine Energie zur Verfügung gestellt

Manche Dinge kann ich schlicht nicht tun. Es liegt nicht an den Dingen selbst. Das wechselt. Es liegt an der Energie, die in diesem Moment dafür nicht da ist.

Ich merke, dass ich dafür jetzt keine Kraft vom Leben zur Verfügung gestellt bekomme, dass keine Kraft darauf liegt.

Ich könnte sie natürlich trotzdem tun, diese Dinge, aus eigenen Kraftreserven, mit großer Anstrengung und Schwere. Quasi trotz der klaren Ansage vom Leben, dass es eigentlich nicht dran ist. Mach ich aber nicht.

In fünf Minuten kann es wieder ganz anders sein. Aber jetzt gerade nicht. Eine Momentaufnahme.

"Dafür wird mir gerade keine Energie zur Verfügung gestellt." Das könnte man ganz wunderbar als Ausrede benutzen, gell? Letztlich kann ich jeden Satz, der mal Wahrheit war, missbrauchen. Zum Ausweichen. Zum dahinter verstecken. Zum Selbstzweck. Für mich ist es keine Ausrede. Ich fühle das. Wenn ich etwas nicht tun WILL, dann sag ich genau das: "Ich möchte gerade nicht."

Die Frage ist immer, was tatsächlich meine Wahrheit ist. Also das, was wahrnehmbar da ist. Darum geht es für mich. Und da gibt es unglaublich viel sein zu lassen - also nicht zu tun - weil dafür keine Energie zur Verfügung steht.

Mein kleines Ich hätte es manchmal gerne anders. Mein großes Ich ist klar darin. Dann gilt es, die Stimmen zu hören, die es anders wollen, wahrzunehmen, welche Gefühle dazu da sind und mit all dem dennoch ergeben das zu tun, was stimmt.