Donnerstag, 23. Januar 2020

Geld im Wandel - Bezahlung und Produkte neu betrachtet

Mir ist in den letzten Tagen Entscheidendes bewusst geworden gerade was Geld angeht, die Preisgestaltung für meine Arbeit, Preise für Coaching-Angebote von anderen, die Beschreibung meiner Arbeit, die Beschreibung der Arbeit, des Ansatzes von anderen "Kollegen".

Ich beobachte seit Längerem und hatte immer wieder das Gefühl, dass ich da irgendwas noch nicht ganz durchdrungen hatte. Heute Morgen ist der Groschen gefallen.

Weiterhin werde ich keine Versprechungen abgeben. Weiterhin werde ich keine bestimmten Coaching-Pakete schnüren, mit ganz bestimmten Tools werben oder Karotten anderer Art vor die Nasen der Hilfesuchenden hängen. Ich arbeite auch nicht auf einer ganz einzigartigen Frequenz, die es NUR bei mir gibt und die gaaaanz krasse Sachen bewirkt.

Naja irgendwie schon. ;) Ich bin ja schließlich einzigartig in meiner Schwingung. Aber diese einzigartige Schwingung hat JEDER und ich kann nicht versichern, dass meine Schwingung zusammen mit deiner Schwingung es bewerkstelligt, dass du übermorgen ein krasses Herzensbusiness am Start hast. ;)

Das ganze Thema ist so komplex und meine Einsichten für mich so befreiend, dass ich dazu einen Podcast aufnehmen musste. Tippen hätte eindeutig den Rahmen gesprengt. ;) Also los - here it is: https://anchor.fm/anja-reiche/episodes/Geld-im-Wandel---Bezahlung-und-Produkte-neu-betrachtet-eac63p

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Mittwoch, 22. Januar 2020

TiefenTalk & SofaSatsang 29.02.2020

TiefenTalk & SofaSatsang live und zum Anfassen bei mir zu Hause 🤩🤩🤩

Nach nur 4 Stunden Schlaf hat mich die Idee heute Morgen im Bett ereilt. Ich lade euch zu mir nach Hause ein, auf mein Sofa. Zum TiefenTalk im real life. Zum SofaSatsang im Wohnzimmer.

Satsang - Zusammenkunft in Wahrhaftigkeit - so definiere ich das zumindest, also ein TiefenTalk der Extragüte.

Diese Welt braucht uns echt. Diese Welt braucht uns tief und wahrhaftig. Die Zeitqualität fordert genau das ein und zwar ziemlich gnadenlos. Radikalität ist gefragt. Radikal echt sein. Aufrichtig. Aufgerichtet. Einzigartig. Begnadet und begnadigt.

Lasst uns zusammenkommen und das in Gemeinschaft erforschen. Lasst uns das Wunder entdecken, das ein jeder ist in seiner Echtheit. Lasst es uns erlebbar und erfahrbar machen, dass du genau so wie du bist, mit allem, was dich ausmacht, mit allen Emotionen, Träumen, Visionen, Besonderheiten richig bist, dass du SO SEIN darfst, ja sogar sollst.

In Gemeinschaft zu erleben, dass du richtig bist, dass du angenommen bist, kann bis in die tiefste Zelle heilsam sein, ja sogar alte Traumata löschen, dein ganzes System beruhigt sich, neue Referenzerfahrungen werden geschaffen.

Ich bin da mit meiner ganzen Präsenz, mit meinen feinen Antennen, lese im Feld, was gerade dran ist, wo du gerade stehst, was gesehen werden will, was gelebt werden will.

An einem Tag, der nur alle 4 Jahre stattfindet, außerhalb von Raum und Zeit quasi, öffne ich genau dafür mein Zuhause. Am Samstag, den 29.02.2020 von 11-17 Uhr darf sich zeigen, was gerade dran ist, darf Platz haben, was Platz braucht. Lasst uns gemeinsam unsere Einzigartigkeit feiern, das Wunder, das du bist. 💗

Ich koch uns einen Pott voll schönem Gemüsesüppchen für die Seele und stelle Obst, Nüsse, Rosinen, Wasser, Tee, Kaffee zur Verfügung. Wer mag kann seine eigene Verpflegung mitbringen oder sich hier auch was beim Pizzablitz bestellen. Einfach einfach halt... 😉

Preis pro Person 200 EUR
Zahlung vorab
Anmeldung an mail@anja-reiche.de
max. Teilnehmerzahl: 12 Personen
Ort: Kiebitzgrund 68a, 49477 Ibbenbüren


Dienstag, 21. Januar 2020

Das Leben braucht dich genau so

Umbau, Neuverschaltung, mehr und mehr Wachheit und Bewusstwerdung. Kein Tag vergeht in dieser krassen Zeit, an dem es nicht in die Tiefe geht, ans Eingemachte. Überholtes zeigt sich und will entlassen werden. Gleichzeitig sind unfassbar viele neue Impulse da, Ideen, ein mega Schub nach vorne.

Wir spielen zwischen den Welten. Wir verabschieden allumfassend das Alte und wirken schon im Neuen. Parallel.

Kein Wandel passiert von heute auf morgen. Wir dürfen in die neue Welt hineinwachsen, uns rantasten, ausprobieren, erforschern, herausfinden. Will vom Alten doch etwas mitgenommen werden? Es war ja nicht alles schlecht. Vielleicht will es nur anders genutzt werden?

Wenn wir unser komplettes bisheriges Leben als Ausbildung betrachten, die uns perfekt und hervorragend darauf vorbereitet hat, in der neuen Welt unseren Platz einzunehmen und zu wirken, wenn jedes Ereignis, jede Herausforderung, jede Begegnung, die wir jemals hatten, ein Modul unserer Ausbildung war, was könnte dann die neue Welt von dir wollen? Oder diese Phase des Umbruchs?

Mehr denn je geht es darum, uns zu erkennen, uns zu schauen, das Wunder zu erblicken, das wir sind, in dem Wunder anzukommen, das wir sind, dieses Wunder komplett zu beseelen, zu durchdringen, zu durchlichten und zu begreifen, wie großartig wir sind. Es darf in jede Zelle einsickern, dass das Leben uns will, DICH, mit allem, was zu dir gehört, mit deiner scheinbar verkorksten Vergangenheit, mit deinen "Lastern", mit deiner Besonderheit.

Wenn das Leben dich genau so, wie du jetzt bist, gebrauchen kann, eine Aufgabe für dich hat, wie könnte diese dann aussehen? Stell dir vor, du blickst aus der Vogelperspektive auf dich, dein Leben, deine Vergangenheit, deine Ursprungsfamilie, dein Umfeld, diese Welt. Du hast Zugriff auf den übergeordneten Plan, bist dir der Zahnrädchen bewusst, die so perfekt ineinandergegriffen haben, all die Jahre. Weshalb bist du jetzt genau da, wo du bist und für was könnte das gut sein? Auf was wurdest du vorbereitet? Worin liegt in deiner Existenz das Geschenk für andere? In welcher Hinsicht bist du für andere eine Bereicherung mit deiner Geschichte?

Das Leben macht keine Fehler. Dir ist noch nie wirklich ein Fehler passiert. Es ist vielmehr eine perfekte Aneinanderreihung genau passender Momente und Erfahrungen, die JETZT wichtig werden. JETZT ist es dran auf diese Schätze zurückzugreifen und dich der Welt zu schenken. Erblicke das Wunder, das du bist und stelle dich dem großen Ganzen zur Verfügung. Du wirst gebraucht. JETZT.

Deine größten Fehler, deine größten Herausforderungen, die Momente der größten Verzweiflung und wie du all das gemeistert hast, ist das, was du der Welt zu schenken hast. Du bist wichtig und genau richtig!!! 💗

PS: Vielleicht wirst du auch gerade auf dem Sofa gebraucht, weil für dich Ausruhen dran ist. Dann ist das DEIN Platz, an dem du gerade richtig bist, an dem du der Welt mit deiner Selbstfürsorge einen riesigen Gefallen tust.

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Samstag, 18. Januar 2020

Empathen stehen auf

Nach wie vor ist Wut Thema, sie externalisieren, ihr Ausdruck und Raum geben, sie als Lebensenergie FÜR sich nutzen und sie nicht gegen sich richten.

Wut möchte und kann nicht weggeatmet oder wegmeditiert werden. Das hab ich gestern vergeblich versucht. 😉 Sie will gelebt werden, fließen dürfen.

Grenzen setzen, für sich einstehen, stop sagen, sich wütend zeigen.

Gerade Empathen haben über die letzten Jahre und Jahrzehnte viel mit sich machen lassen, sind nur allzu gerne über ihre Grenzen gegangen, haben immer erst an andere gedacht und dann irgendwann an sich.

Viele gehen sogar davon aus, dass Beziehungen nur funktionieren, wenn wir das alles mit uns machen lassen. Wir sind quasi dazu verpflichtet, wenn wir nicht einsam und alleine enden wollen. Diese Muster und Überzeugungen dürfen jetzt enden, erlöst werden.

All das ist bei mir im Feld und ich will euch davon berichten. Deswegen ist
 
 
Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche
 

Freitag, 17. Januar 2020

Ich bin dabei - Onlinekongress "Neuorientierung im Job"

Juhuuuu! Ich darf mal wieder bei einem Kongress dabei sein. Gestern habe ich mein Interview gegeben. Plötzlich und ganz spontan, weil die wundervolle Kerstin Werner - Die Herzöffnerin, die ebenfalls als Speakerin dabei ist, mich vorgeschlagen hat.

Marlis Galinski veranstaltet zum Thema "Neuorientierung im Job" ihren ersten Kongress. Was für ein spannendes Feld und ob ich dazu was zu sagen habe. 🤩🤩🤩 Das zu finden, wofür ich hier bin und wirklich zu verstehen, was dieses Ding mit der Berufung eigentlich tatsächlich ist, war für mich ein langer Weg. Naja, vielleicht auch verhältnismäßig kurz, gemessen an den tausend Leben Vorarbeit. 😉

Viele stehen in Sachen Beruf gerade an einem Wendepunkt und eins ist klar: So wie es aktuell ist, kann es auf keinen Fall weitergehen. Doch was stattdessen? Das eine ist es nicht mehr, aber wie geht es weiter? Gefühlt ist im Moment eine riesige Welle von Menschen genau mit dieser Frage konfrontiert. Wir bewegen uns in neue Zeiten und keiner weiß genau, wie das aussehen kann, was für einen selbst stimmig ist, was dran ist, wie sich das alles gestalten soll. Da ist so ein Kongress natürlich genau richtig, vor allem JETZT.

Am 21. Januar geht es auch schon los. Und HIER könnt ihr euch kostenlos anmelden und auch reinschauen, wer sonst noch alles als Experte dabei ist. Habt ganz viel Freude. 💗

Danke Marlis, für deine Spontanität und dein aufrichtiges Interesse. Danke für dein Wirken. So wichtig! 💗 Es war mir ein Fest! 💗 Danke Kerstin, für diese Zusammenführung, du Schatz!!!!

Kongressfoto von Marlis Galinski

Dienstag, 14. Januar 2020

Die Natur ist verschwenderisch - Ein Experiment

Ich will ein Experiment wagen, spielen, ausprobieren und ihr seid eingeladen, mitzumachen. 😉

Die Natur ist verschwenderisch. Die Natur ist Fülle. Sie verschleudert ihre Gaben und ihre Schönheit regelrecht. Die Natur ist Überfluss.

Sie würde nie auf die Idee kommen, irgendwas künstlich knapp zu halten. Sie würde nie auf die Idee kommen, nur etwas zu geben, wenn sie vorher dafür was bekommen hat. Die Natur geht vertrauensvoll in Vorleistung.

Neulich kamen bei mir mal wieder Zweifel auf, ob ich mich zu doof anstelle beim Geldverdienen, ob ich zu viel kostenlos rausgebe, ob ich für meinen Podcast oder meine Texte in irgendeiner Form Geld nehmen sollte. Aber diese Gedanken haben sich einfach nur schwer angefühlt. Ich hatte das innere Bild, dass ich damit Mauern um mich baue, dass ich damit meinen eigenen Fluss behindere, dass ich mich damit beschränke. Es fühlte sich entgegen meiner Natur an. Die Freude beim Tun ist sofort weg, wenn ich mir darum Gedanken machen sollte, wie ich es technisch umsetzen könnte, für meine Texte oder meinen Podcast Einnahmen zu generieren.

Ich will sprechen. Ich will schreiben. Ich will die Dinge in dem Moment raushauen, in dem sie da sind. Ich will mich versprühen. Ich will mich verteilen. Ich will ganz frei und leicht das in die Welt bringen, was gerade in die Welt möchte. DAS fühlt sich richtig an und die Natur macht es vor.

Wenn sich ein Gedanke von mir schwer anfühlt, dann entspricht er nicht meiner Wahrheit. Wenn mich ein Gedanke lähmt, kann er nicht wahr sein. Also bin ich mal wieder so schräg und mache es anders, als alle "Marketingexperten" es tun würden. Sie würden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber so bin ich nun mal. Anders. 😉

Viele von euch kennen meinen TiefenTalk, den ich immer mal wieder anbiete. Ein Zoom-Meeting, eine Videokonferenz mit ganz zauberhaften Menschen. Eine Begegnung, die krass in die Tiefe geht. Ihr kennt mich. Ich bringe die Dinge auf den Punkt. Ich bin radikal ehrlich. Die Akupunkturnadel in Sachen Bewussstheit. Ich sehe die Essenz von Menschen, kann Dinge benennen für die dir vielleicht gerade die Worte fehlen und ich bin krass. 😉 Thema ist alles, was gerade präsent ist. Das, was dich gerade bewegt und im Feld ist. Alles ist richtig.

Bislang habe ich für 3 Stunden Videokonferenz zwischen 50 und 100 EUR pro Person genommen. Ich weiß, dass es das allemal wert ist, aber sowas von. Die Rückmeldungen sprechen für sich. Nun mein Experiment.

Ich gehe in Vorleistung. Du bezahlst hinterher per PayPal, was immer du dafür zahlen willst, was es dir wert ist und zwar nicht mit dem Verstand gemessen, sondern mit dem Herzen. Geiz hat keinen Platz. Verschwenden wir uns.

Der TiefenTalk findet am kommenden Sonntag, 19.01.2020, 13 - 16 Uhr statt. Deine verbindliche Anmeldung schick mir bitte per Mail an mail@anja-reiche.de
Wer ganz crazy drauf ist, kann mir auch vorab schon per PayPal an diese Mailadresse Geld schicken. 😉
Teilnehmerzahl: Max. 8 Personen

Ich bin gespannt! 💗🎉🎉🎉🎉

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Montag, 13. Januar 2020

Ich entscheide mich für die erlöste Form der Beziehung

Diesen Satz kann man eher fühlen als erklären. Er war vorhin einfach in meinem Kopf. Plötzlich da und so wahr und kraftvoll.

Bei vielen tauchen in letzter Zeit krasse Beziehungsthemen auf. Wachstum und Befreiung deluxe sind angesagt. Manchmal scheint gar nichts mehr zu retten zu sein. Verstrickt, verheddert, verworren.

Genau dann könnte diese Entscheidung helfen.

Stell dir vor, du würdest deinem Partner, deiner Partnerin begegnen, und alle Themen sind erlöst, gelöst, jenseits von karmischen Verstrickungen, befreit, ohne Rollen. Wie fühlt sich das an? Ihr steht euch gegenüber und blickt euch in die Augen, das Spiel völlig durchschaut, wach, erwacht.

Keine Verabredung mehr, ANeinander zu wachsen und sich zu piksen sondern MITeinander das Leben zu feiern und sich gemeinsam zu freuen.

Ich stell das einfach mal so in den Raum. Ein Gedankenspiel. Ein Experiment. Eine Entscheidung, die du treffen kannst, falls sie sich stimmig für dich anfühlt. Der Satz war da und wollte raus in die Welt. 💗 Viel Freude damit! 💗

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Samstag, 11. Januar 2020

Spiegelgesetz und Widerstände mal anders betrachtet

In jeder Begegnung, Situation, Erfahrung, die uns trifft und damit irgendwie be-trifft, die uns aufrüttelt und beschäftigt, ist ein Geschenk versteckt. Davon bin ich überzeugt. Nichts im Leben passiert umsonst und aus meiner Sicht ist tatsächlich ALLES für etwas gut. FÜR mich. Das Leben ist IMMER FÜR mich.

Gerne sprechen wir in solchen Situationen dann von Triggern. Unsere Gefühle kommen in Wallung und meist sind es keine schönen bzw. angenehmen.

Gerade Menschen, die sich immer bewusster werden und immer mehr in Richtung Freiheit und Leichtigkeit bewegen, neigen dazu, nur allzu schnell ein "Thema" zu wittern, noch einen Schatten zu vermuten und zu denken, dass das, was der andere gerade macht, nur darauf hinweist, dass es bei ihnen selbst noch etwas zu lösen gibt. Davon nehme ich mich nicht aus. ;)

Allerdings gibt es da aus meiner Sicht einiges zu differenzieren. Über die Jahre habe ich Folgendes für mich entdeckt:

Das Spiegelgesetz ist nicht eins zu eins anwendbar.

Ich verstehe den Aspekt des Spiegels und Schöpfers durchaus etwas weiter gefasst. Es ist meiner Ansicht nach nicht immer direkt zu übertragen. Ja, ich bin Schöpfer, keine Frage. Ja, ich habe die Situation mitkreiert. Ja, sie ist gut für mich. Ja, da gibt es ein Geschenk und Potenzial zum Wachsen. Ich greife aber weiter.

Wenn mich zum Beispiel jemand ausnutzt, dann ist nicht direkt die Frage, wo ich andere ausnutze, oder ich mich selbst ausnutze. Vielleicht ist es eher dran zu erkennen, dass ich hier ganz klar STOP sagen darf, dass diese Situation dazu da ist, in meine Größe zu kommen, verdeckte Schuldgefühle zu erkennen, die mich dazu bewegt haben, mich ausnutzen zu lassen.

Vielleicht gibt es die Situation, damit ich endlich meiner eigenen Wahrnehmung traue und bemerke, dass da beim anderen ein destruktives Muster läuft und ich mich da über Jahre hab reinziehen lassen, weil ich dachte, das gehört so. Dabei habe ich immer mein eigenes Gefühl übergangen, das von Anfang an Alarm geschlagen hat und ich ihm nur nicht getraut habe.

Vielleicht gilt es, hinderliche Überzeugungen zu erkennen, die mir sagen, dass der Ausnutzer immer glücklich und zufrieden sein muss und ICH dafür zuständig bin.

Vielleicht gilt es einfach (blockierte) Gefühle zu fühlen und endlich mal die Wut zuzulassen, sie in Mut zu wandeln und für mich einzustehen. Wut bedeutet nicht automatisch, dass da ein Schatten ist. Wut ist gesund und normal.

Vielleicht ist es aber auch einfach nur an der Zeit, diesen Menschen aus meinem Leben zu entlassen und das ist das Einzige, was es da an "Thema" gibt.

Vielleicht ist der Widerstand kein Widerstand, sondern eine absolut gesunde Reaktion von meinem System, das mir meldet, dass mir dieser Mensch nicht mehr gut tut, dass da ein Übergriff stattfindet oder dass ich einfach gerade das Bedürfnis nach Ruhe habe.

Vielleicht ist der "Widerstand" einfach nur ein Hinweis darauf, dass ich das, was da gerade stattfindet, nicht mehr wählen will, dass es überholt ist und nicht mehr ausdrückt, wer ich wirklich bin.

Vielleicht ist es einfach nur normal, dass man manche Menschen nicht mag oder schlicht nicht mit ihnen kann. Das heißt noch lange nicht, dass ich da überhaupt ein "Thema" habe.

Vielleicht gibt es nicht mehr zu tun, als mich mit dem, was da gerade ist, einfach sein zu lassen. Was für ein Geschenk. 💗 DAS Geschenk überhaupt.

ŸWir können uns nämlich auch zu Tode spiegeln.

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Freitag, 10. Januar 2020

Willst du mir deine Ansicht mitteilen oder mich verändern?

Da wurde mir doch neulich gesagt, ich würde nicht über den Tellerrand hinausschauen. Ich würde überhaupt keine Kritik annehmen und nur dulden, wenn man mir nach dem Mund redet. Alles klar... Gut, dass das mal besprochen ist. ;)

Für andere Meinungen bin ich immer offen. Ich liebe andere Ansichten. Ich will wissen, was jemand wirklich denkt, auch über mich.

Was ich nicht haben kann, ist, wenn mir jemand seine Meinung aufdrücken will, wenn es ums Rechthaben geht, wenn ein anderer daherkommt und mich verändern will, mir erzählen will, dass ich etwas falsch mache oder anders machen müsste. Klar, das ist auch nur eine Meinung... Stimmt genau.

Aber ganz ehrlich? Davon hab ich in meinem Leben genug gehabt. Genug von den Menschen, dir mir erzählen wollten, wie ich mein Leben zu leben habe, wie es geht, wie ich es besser machen könnte, wie ich besser wäre. Ich bin damit groß geworden und hab viel zu oft und viel zu schnell an mir gezweifelt, hab versucht mich anzupassen, zu gefallen, ES richtig zu machen - für die anderen.

Darauf hab ich tatsächlich keinen Bock mehr. Ich war viel zu offen für die Ansichten der anderen, hab angefangen meinem Gefühl zu misstrauen, die Wahrheit außerhalb von mir gesucht. Ich hab viel zu viel Kritik angenommen und dabei ganz vergessen, wer ich überhaupt wirklich bin.

Jeder darf mir seine Meinung sagen. Sehr gerne sogar. Was ich mir davon annehme und ob ich mir davon überhaupt etwas annehme, entscheide immer noch ich. Ich hab nämlich auch eine Meinung. Die ist wandelbar, manchmal sekündlich. Da ist nichts in Stein gemeißelt. Meine Meinung darf aber auch so bleiben, wenn ich das für gut befinde und gleichberechtigt neben der Meinung des anderen stehen. Deswegen muss ich kein schlechtes Gewissen haben oder befürchten, dass ich ein Unmensch bin.

Ich musste erst wieder lernen, eine gesunde Sturheit an den Tag zu legen, um mir treu zu bleiben bzw. es überhaupt zu werden. Ich musste erst wieder begreifen, dass meine Meinung gleichwertig ist. Ich komme also genau aus der anderen Richtung

Für mich ist es generell ein großer Unterschied, ob mir jemand seine Sicht der Dinge, seine Wahrnehmung, seine Erfahrungen mitteilt, oder Kritik äußert. Bei Kritik stellt sich mir eine Frage: Wieso braucht es der andere so dringend, dass ich anders bin? Was nebenbei bemerkt eine sehr gute Gegenfrage wäre, wenn überhaupt Interesse besteht, ein solches Gespräch fortzuführen. Umdrehen und gehen passt nämlich auch ganz gut. ;)

Synonyme für kritisieren sind übrigens beanstanden, bemängeln, beurteilen.
 
Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche
 

Mittwoch, 8. Januar 2020

2020 - Erntezeit

Erntezeit - dieses Wort steht seit drei Tagen ganz groß als Losung in meinem Taschenkalender. Empfangen ist angesagt. Alles kommt zu mir. Es geht um Geborgenheit, es geht darum, sich in den Schoß von Mutter Erde fallen zu lassen. Gehalten, getragen, geliebt, versorgt. Es geht um neue Gemeinschaft. Bedingungslosigkeit. Freiheit. Urvertrauen. Geschehen lassen.

Es hat etwas gedauert, bis ich in diesem neuen Jahr angekommen bin. Die ersten Tage war ich noch ordentlich "zwischen den Jahren", konnte noch nicht richtig greifen, was 2020 von mir will.

Nun wird es immer klarer. Das Ganze ist so komplex und irgendwie anders als die Jahre davor, dass ich es nicht schreiben konnte, sondern sprechen musste. Deswegen gibt es nun eine Podcast-Folge dazu.

Wie ich dieses Jahr wahrnehme, die Zeitqualität, was das Leben von mir/uns will und welche körperlichen Themen sich dabei zeigen können, erzähle ich euch in dieser Folge.

https://anchor.fm/anja-reiche/episodes/2020---Erntezeit-ea298b

Danke Maja Siebel, mal wieder! Danke, dass du mit mir bis spät in die Nacht oder besser gesagt bis in die frühen Morgenstunden Themen durchdrungen hast, zerpflückt und aufgedröselt. Mir wieder so einige Aha-Momente und tieferes Verstehen beschert hast. DANKE!!!!! Ich liebe unser Wirken und unsere Forschungsverabredung. 💗 
 
Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche
 

Dienstag, 7. Januar 2020

Ich bin ent-schuldigt!

Wow! Es zeigt sich wirklich ALLES, in einer Dichte und Schnelligkeit, was auch nur ansatzweise noch hinderlich sein könnte, für ein freies, leichtes Leben.

Vor wenigen Tagen habe ich die alte Überzeugung in mir gefunden, dass ich verwantwortlich dafür bin, dass Beziehungen funktionieren. Ich muss Verständnis haben. Ich muss mich kümmern. Ich muss mich anstrengen. Ich muss mich interessieren, den Kontakt pflegen. Ich muss mich verrenken und mir ein Bein ausreißen.

Heute wurde mir der Umkehrschluss bewusst und auch diese Überzeugung scheint wohl noch in meinen Zellen gespeichert gewesen zu sein: Wenn eine Beziehung dann nicht funktioniert, bin ICH schuld. Logisch, wenn ich dafür sorgen muss, dass Beziehungen funktionieren, bin ich auch dafür verantwortlich, wenn sie nicht funktionieren.

Die Tragweite wurde mir eben erst klar. Es geht um Schuld. Es geht um das Mädchen, das schuld daran war, dass keine Nähe zur Mutter möglich war. Wenn es Streit gab, war ich das Problem. Ich war zu anstrengend, zu empfindlich, zu kalt, zu anspruchsvoll, zu kleinlich, zu kompliziert. Schwierig eben. Wenn es irgendwie zwischen mir und meiner Mutter Spannungen gab, dann war ich schuld. Folglich hatte ich gespeichert, dass ich auch schuld bin, wenn jegliche andere Beziehung nicht funktioniert.

Als mir das gerade aufging, hat mein ganzer Körper reagiert. Da will Schuld aus den Zellen entlassen werden. Da schreit etwas nach Befreiung. Ich darf mein inneres Kind entlasten, ent-schuldigen. Es hatte nie den Hauch einer Chance, es richtig zu machen. Es konnte nur scheitern.

Und tatsächlich habe ich damals jede Diskussion, jeden Konflikt "verloren". Meine Mutter hat sich nie entschuldigt, nie zuzugeben, dass sie etwas falsch verstanden hat, dass sie sich z. B. versprochen hat. ICH war das Problem. Ich war/bin schuld, dass wir keine Nähe haben können. ICH muss die Mauern einreißen. ICH muss meine Hausaufgaben machen. ICH muss endlich verstehen, einsehen und zulassen, dass sie mich ja so sehr liebt. Ich lass mich ja nur nicht lieben. Wenn ich anders wäre, wäre endlich alles gut.

Sie liebt mich nicht im eigentlichen Sinne. Sie liebt nur die Version von mir, die sie beliefert, die sich kümmert. Die will sie wieder haben. Die, die funktioniert. Sie liebt nicht die, die ich bin, die gut mir für MICH ist. Sie liebt die Version, die gut für SIE ist. Alles andere zählt nicht. Was ich will, mag, was mich begeistert, zählt nicht. Es zählt nur das, was für sie dabei rausspringt. Die Menschen in ihrer Umgebung werden nur danach gescannt, in welchem Maß sie liefern können, ich welchem Maß sie nützlich sind. Sie sieht keine Menschen, sie sieht Bedürfniserfüller.

Mir geht es nicht darum, zu schimpfen, zu verurteilen, zu jammern oder mit dem Finger auf sie zu zeigen. Keineswegs. Mir geht es darum, noch tiefer für mich zu begreifen, was mein inneres Kind damals angefangen hat zu glauben und diese Illusionen zu entschleiern. Es tut mir gut, mir nochmal klar zu machen, dass ich nie eine Chance hatte, dass ich nicht schuld bin, dass ich mich eben nicht mehr hätte anstrengen müssen. Diese Ent-schuldigung mir selbst gegenüber tut gut.

Ich finde es so krass, dass das alles jetzt nochmal hochkommt. Ende 2013, Anfang 2014 habe ich das erste Mal von Narzissmus gehört und mir fiel es wie Schuppen von den Augen. Seither ist mir so viel klar geworden und ich bin heiler und heiler geworden, habe die Dinge rückblickend in neuem Licht gesehen. Was für eine Wohltat. Das Thema hatte immer weniger Ladung.

Anscheinend führt meine Spirale der Entwicklung jetzt noch einmal daran vorbei und ich darf wieder draufschauen, wieder aus einer neuen, noch weiter ent-wickelten Warte, mit noch mehr Abstand und Reife.

Ich darf die Schuld aus meinem System entlassen, die Illusion der Schuld. Ich darf mein inneres Kind freisprechen. Ich darf mich freisprechen. Ich darf mich begnadigen.


Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Montag, 6. Januar 2020

Du bist der Raum, in dem das Leben geschieht

Lass dich frei!
Lass dich zu!
Lass dich geschehen!
Lass dich sein!

Wenn ich das sage, dann meine ich damit ALLES an dir.
Alles, was gerade aus dir herausbrechen möchte, auch wenn es noch so unreflektiert scheint, so gar nicht spirituell und weise, so richtig Nicht-Gewaltfreie-Kommunikation.

Lass die Wut doch mal zu. Lass die Trauer doch mal zu, die Enttäuschung, den Frust. Sag dem andern doch mal wirklich, was du über ihn denkst, dass du gerade so gar nicht gut auf ihn zu sprechen bist, dass du ihn so gar nicht gerne um dich hast, dass er wegbleiben soll.

Ich selbst neige dazu - wie kürzlich schon erwähnt - immer ganz viel und ganz schnell für alles und jeden Verständnis zu haben. So einfach kann ich mir erklären, warum der andere jetzt gerade nicht besser kommunizieren kann, warum er gerade über meine Grenzen geht, warum er so barsch ist, so verschlossen, so unfähig, über Gefühle zu reden, so unfähig, sich zu reflektieren, so unfähig, bei sich zu bleiben. "Ach, er/sie kann es halt nicht besser."

Dieses ganze Verständnishaben hat kurz vor Weihnachten bei mir zu einer gewaltigen Explosion geführt. Dieses Verständnishaben hat nämlich bei mir dafür gesorgt, dass ich mir meine Wut nicht zugestanden habe, dass ich sie weggedrückt habe, wegdiskutiert, weil ich allzu schnell damit beschäftigt war, Verständnis für den anderen zu haben, statt mich um meine Wut zu kümmern und ihr Raum zu geben.

Gefühlt stehen gerade ganz viele am gleichen Punkt: Das Maß ist voll. Der Deckel kann nicht mehr auf dem brodelnden Kessel gehalten werden. Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat, ist gefallen. Der Fluss ist nicht mehr aufzuhalten. Es ist genug. Wir dürfen und sollen explodieren.

Freilich muss dabei keiner körperlich zu Schaden kommen. Freilich kann man auch dabei noch so bedacht sein, dass wir keinen niederschlagen. Aber wir können auf Kissen eindreschen, wir können schreien und brüllen, Hassbriefe schreiben, die wir auch gar nicht abschicken müssen, Plüschtiere als Stellvertreter anschreien und das Ganze einfach mal rauslassen. Ob die auslösende Person das mitbekommt oder nicht, ist erstmal egal. Hauptsache all diese geballte Kraft, die so lange in uns blockiert war, angestaut war, kommt endlich wieder in Wallung, darf mal raus. Raus aus uns.

Dann wird wieder Platz in uns. Das gibt Raum frei. Raum, den das Leben braucht, damit es sich entfalten kann. Der ganze Müll und Rotz muss raus. Vielleicht hast du ja wirklich gerade ordentlich Schnupfen oder Husten oder sogar Durchfall. Es darf Platz gemacht werden auf jede erdenkliche Weise. Vielleicht mistest du auch deine Freundesliste aus oder den Kleiderschrank.

Raus damit! Raus mit dem alten Schmodder. Wir haben zu lange geschluckt. Wir waren zu lange die braven, verständnisvollen Kinder und haben all unseren Gram geschluckt. Die Enttäuschung, den Schmerz darüber, dass wir andere immer "sehen", sie uns aber nicht. Das ist gerade als Kind wahrlich zum Kotzen. Und als Erwachsene nichts besser, schon gar nicht, wenn diese alte Wunde von früher noch da ist.

Ich habe mir ganz ausdrücklich erlaubt, so richtig uncoachig zu sein, auch mal ungefiltert einfach rauszuknallen, was da gerade in mir ist. Ich habe mir erlaubt, rumzuschnauzen und vor allem mal für mich Verständnis zu haben. Mir hat das enorm gut getan. Ich muss das nicht immer wählen und zum Ausdruck bringen, aber ich kann, wenn ich will. Ich habe mir die Erlaubnis dazu gegeben so richtig, richtig Mensch zu sein, so richtig zu menscheln.

Ich lasse mich zu. Ich lasse alles frei in mir und um mich. Ich lasse MICH frei. Und damit bekommt das Leben den Raum, in dem es sich entfalten kann, in dem es geschehen kann. Dann ist da nämlich wieder Platz für Schöpfung. Dann haben wir uns Luft gemacht. Wir können wieder atmen, ganz tief. Der Kloß im Hals wird überflüssig. Der Knoten im Magen auch.

Lass dich frei. Lass dich von den Ketten. Hör auf, dich zu zügeln und zu beherrschen und all die Wut gegen dich selbst zu richten. Hör auf unbedingt Frieden wahren zu wollen und stattdessen einen Krieg in dir heraufzubeschwören. Hör auf nur ja keinen verletzen zu wollen, nur niemanden in seine Prozesse stürzen zu wollen. Alle haben gewählt. Du kannst niemanden wirklich verletzen. Du zeigst nur, dass die Verletzung schon lange da war und hältst deine Verabredung ein, dem anderen genau das zu zeigen.

Lass dich geschehen und damit das Leben.

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Sonntag, 5. Januar 2020

Keine Beziehung muss gerettet werden

In meinem Text von gestern ging es um Liebe, was sie ist und was sie nicht ist. Klar, im höheren Sinne ist alles Liebe, keine Frage. Allerdings ging es mir ganz explizit um Liebe zwischen Menschen, die irdische Form von Liebe.

Im weiteren Austausch auf meinem Facebook-Profil kam die Frage, ob eine Beziehung mit einem Braucher gerettet werden kann. Meine Antwort war direkt da:

❗️Keine Beziehung muss gerettet werden❗️

Eine Beziehung ist eine Verabredung zum Wachsen. Sie läuft nicht nur dann "gut", wenn alles harmonisch ist. Sie läuft auch dann gut, wenn es knallt, wenn wir uns aneinander reiben. Dazu sind Beziehungen da. Wir arbeiten uns aneinander ab. Wir arbeiten unsere Themen ab. Bekommen wieder und wieder die Möglichkeit, in Heilung zu gehen, Muster zu erkennen, Verhaltensweisen zu erlösen, ganz zu werden, abgelehnte Anteile und Gefühle zu integrieren, verdeckte Glaubenssätze sichtbar zu machen, uns im anderen zu erkennen.

Die Frage ist nicht, kann eine Beziehung gerettet werden, sondern eher, kann ich in der Beziehung noch wachsen. Ist noch Wachstum für mich drin oder kann ich weiterziehen? Können wir getrost getrennte Wege gehen? Würde ein Beieinanderbleiben eher Stagnation bedeuten? Sind wir "fertig" miteinander? Ist alles getan, was wir zusammen erfahren wollten? Ist unsere Beziehung erfüllt? Erfüllt in dem Sinne, dass wir alle Geschenke gefunden haben, dass wir alles erfahren haben, für das wir uns hier auf dieser Erde verabredet hatten?

Frage ich mein Herz nach all diesen Dingen, kann es mir sofort sagen, ob ich in der Beziehung noch richtig bin. Das Herz weiß sofort, ob da noch etwas für mich drin ist oder nicht. Die Situation, die Beziehung mag noch so absurd sein, das Herz weiß, wann es gilt zu bleiben. Das Herz weiß, wo mein Platz ist. Das Herz weiß, wo das perfekte Umfeld für meine nächsten Wachstumsschritte ist. Das Herz kennt die Antwort.

Danke Maja, danke Christiane für unser gemeinsames Durchdringen von Themen, für das Aufschlüsseln, Hinspüren, Klären. Danke euch beiden für die so wertvollen Ansätze. Wieder und wieder! Gefühlt seid ihr Teil von einem jeden Text von mir. Eure Gedanken fließen mit ein. Immer. Ihr seid immer dabei. Danke für unser gemeinsames Gehen. Danke für diese wunderbare Möglichkeit, in unserer Beziehung so grandios zu wachsen.

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Samstag, 4. Januar 2020

Liebe ist

Es gibt Menschen in unserem Leben, die werden nicht müde, uns zu versichern, wie sehr sie uns lieben. Sie geben uns scheinbar viel, lesen uns augenscheinlich fast jeden Wunsch von den Lippen ab, gerade was materielle Dinge angeht. Sie schenken uns Sachen, die wir mögen, bezahlen für uns die Einkäufe, kochen das Lieblingsessen.

Das kann der Partner sein, ein Elternteil, eine Freundin. Sie geben und geben, reißen sich schier ein Bein aus, nur um es uns recht zu machen. Und doch bleibt ein fader Beigeschmack. Irgendetwas in uns sagt uns, dass da was nicht stimmt und völlig schräg läuft. Aber was?

Diese Dinge, die wir da bekommen, fühlen sich klebrig an, zäh. Da ist ein Ziehen und Zerren zu spüren, ein Brauchen, eine Erwartungshaltung des anderen. Diese betonte Liebe fühlt sich nicht nach Liebe an. Dieses Geben fühlt sich eher wie Missbrauch an, die Liebe erdrückend, einengend, erstickend.

An jedes Geben ist eine meist unausgesprochene Forderung geknüpft. Sie erwarten eine Gegenleistung. Sie erpressen uns förmlich mit ihrem Geben, machen uns ein schlechtes Gewissen, weisen wieder und wieder darauf hin, was sie nicht alles für uns tun, dann könnten wir doch wenigstens etwas zurückgeben. Es geht um Schuldgefühle. Es geht um einen Handel. Es geht um Bedürfnisbefriedigung. Es geht darum, dass wir den Mangel des anderen ausgleichen sollen. Es geht hier um alles, nur nicht um Liebe.

Manche Menschen tun das eben nicht aus Liebe, sondern aus Bedürftigkeit. Sie haben keine Liebe für uns, nicht mal für sich, sie wollen unsere Liebe, weil sie selbst keine empfinden. Sie tun etwas, weil sie dafür etwas bekommen wollen. Sie sind ausgehungert, leer, irgendwie verloren und wissen nicht um die Quelle der Liebe in sich selbst. Sie haben kein eigenes Selbstwertgefühl. Sie wollen sich über Leistung Liebe und Anerkennung verdienen, Zuwendung, Aufmerksamkeit, Zugehörigkeit.

Ich verurteile diese Menschen nicht. Viel mehr sehe ich den Schmerz, die Leere, den Mangel, die Verzweiflung, die Einsamkeit. Und gleichzeitig darf ich im Umgang mit solchen Menschen unglaublich gut auf mich achten, den Retter in mir wahrnehmen und ihm sagen, dass wir hier keinen Auftrag haben. Helfen kann ich nur dann, wenn der andere in der Eigenverantwortung ist und erkennt, dass er sich nur selbst retten kann.

Ich darf meiner Wahrnehmung trauen, diesem faden Beigeschmack. Ja, da läuft etwas schief. Ja, es hat seinen guten Grund, dass sich das alles so seltsam anfühlt. Ich bilde mir das nicht alles ein. Ich bin nicht zu empfindlich. Ich mache nicht aus einer Mücke einen Elefanten. Ich muss mich nicht noch mehr anstrengen, dass der andere glücklich ist, dass die Beziehung funktioniert. Ich muss nicht über meine Grenzen gehen, damit der andere nicht in seinen Schmerz kommt. Ich muss den anderen nicht vor seinen Prozessen bewahren. Ich darf den anderen enttäuschen. Ich bin nicht undankbar, kalt oder herzlos. Ich spüre lediglich, dass das alles nicht das ist, als was es verkauft es wird. Es handelt sich tatsächlich nicht um Liebe.

Liebe drängelt nicht. Liebe stellt keine Forderungen. Liebe erwartet keine Gegenleistung. Liebe erpresst nicht. Liebe klebt nicht. Liebe redet keine Schuldgefühle ein. Liebe muss nicht ständig beteuern, dass es Liebe ist. Liebe muss kein schlechtes Gewissen machen. Liebe muss keinen Druck ausüben. Liebe hat keine Erwartungen. Liebe droht nicht. Liebe weist nicht ständig darauf hin, was sie alles tut. Liebe ist nicht beleidigt. Liebe hinterlässt keinen faden Beigeschmack. Liebe drängt sicht nicht auf.

Liebe macht weit und warm. Liebe ist leicht. Liebe gibt, weil sie einfach geben will. Liebe lässt frei. Liebe lässt Raum. Liebe lässt dem anderen eine Wahl. Liebe entspannt. Liebe ist.

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Sonntag, 29. Dezember 2019

Freiheit ist eine Wahl

Freiheit da erleben, wo ich gerade bin
Freiheit erleben, egal, wem ich begegne

Diese Thematik ist bei mir gerade sehr präsent. In meinem letzten Podcast "Für deine Freiheit braucht es nur dich" geht es genau darum. Freiheit erleben in der Partnerschaft. Freiheit erleben in den Familien. Freiheit überhaupt in Beziehungen erleben.

In den letzten Tagen habe ich dahingehend unfassbar viele, kraftvolle Entscheidungen getroffen. Ich will Freiheit in JEDER Beziehung erleben, in jeder Begegnung. Das ist meine Wahl. Ich wähle es, überall meinen Raum zu haben, überall in meiner Größe sein zu können. Ich weiche nicht mehr zurück. Ich verstecke mich nicht. Ich nehme meinen Raum wieder komplett ein und zwar auch denn, wenn ich von anderen umgeben bin, von "Nichtgleichgesinnten". Die anderen müssen nicht anders sein, sich nicht anders verhalten, damit das möglich ist. Ich brauche nichts von anderen, damit das geht. Ich brauche nur mich.

Mir wurde das nochmal soooo deutlich. Es braucht tatsächlich nur mich und die Tatsache, dass ich das erkenne. Die Freiheit ist immer schon da. Sie ist nie nicht da. Selbst wenn ich mich unfrei und klein fühle, eingeengt und ausgeliefert, ist die Freiheit gleichzeitig da. Die Freiheit, eine neue Wahl zu treffen. Die Freiheit zu erkennen, dass das alles nur in mir stattfindet. Es sind MEINE Gefühle. Es ist MEIN Empfinden und nicht DIE allumfassende Wahrheit.

Wenn Gedanken eng machen, darf ich mich auf die Suche nach der übergeordneten Wahrheit machen.

Ich will es hier auch nochmal schreiben, was ich in meinem Podcast schon gesprochen habe. In Situationen, in denen ich mich klein, ohnmächtig, eingeengt, ausgeliefert, verheddert und verstrickt fühle, treffe ich folgende Entscheidungen:

🔸Ich enscheide mich dafür, die Situation loszulassen.
🔸Ich entscheide mich dafür, die Wahrheit außerhalb dieser Verstrickungen und Illusionen zu sehen.
🔸Ich entscheide mich dafür, frei zu sein.
🔸Ich entscheide mich dafür, meine Größe zu erfahren und zwar IN der Begegnung.
🔸Ich entscheide mich dafür meine Freiheit IN der Begegnung zu erfahren.
🔸Ich entscheide mich dafür, meinen Raum IN der Begegnung zu haben, genug Platz für mich und mein Sein.
🔸Ich nehme meine Macht zu mir zurück, die ich dem anderen über mich gegeben habe, denn nichts anderes hat unwissentlich stattgefunden. Ich habe Macht abgegeben. Nur so kann ich Ohnmacht, Enge und Kleinheit überhaupt erfahren.

Egal, wo ich jemals das Gefühl hatte, keinen Platz zu haben, falsch zu sein, keine Luft zum Atmen zu haben, ich gehe da wieder hin und diesmal treffe ich vorher diese ganzen Entscheidungen.

An Weihnachten hab ich damit schon Großartiges in Begegnung mit der Familie meines Partners erlebt. Nun fahren wir über Silvester in meine alte Heimat und es wird Begegnungen mit meiner Ursprungsfamilie geben. Ich weiß, dass es diesmal ganz anders sein wird, weil ich nochmal ganz anders schwinge, einen ganz anderen Blick habe und vor allem, weil ich neu gewählt habe.

Witzigerweise fällt mir ein, dass ich dieses Jahr in der Vorweihnachtszeit extrem oft im Trubel unterwegs war. Große Kaufhäuser, Märkte, Menschenmassen. Lange Zeit konnte man mich mit sowas jagen. Dieses Jahr hab ich das richtig gut haben können und es sogar genossen, weil ich es wollte. Ich hatte die Wahl getroffen, mich davon nicht mehr beeindrucken oder beeinflussen zu lassen. Freiheit in der Begegnung eben. Frei in der Menge. Frei, egal wo ich bin.

Freiheit unter Gleichgesinnten zu erfahren, ist relativ einfach. Freiheit, Raum und Wohlgefühl da zu erfahren, wo ganz viele anders sind, anders ticken, ist ein Meisterstück und ich glaube, dass genau das jetzt dran ist. Das Gefühl der Freiheit findet nur in uns statt. Freiheit ist eine Wahl.

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Freitag, 27. Dezember 2019

Für deine Freiheit braucht es nur dich

Was für eine Erkenntnisdichte in den letzten Tagen! Was für Befreiungsschläge! Gerade was das Thema Familie, Partnerschaft, Beziehungen angeht hab ich noch einmal richtig, richtig aufgeräumt. So viel wurde hochgespült, was sowas von überholt ist. Passend zu Weihnachten und den vielen Begegnungen in den Familien...

Das Gefühl keinen Platz zu haben, nicht gesehen zu werden, nicht verstanden zu werden, keinen Raum zu haben, nicht gewollt zu sein, dass sich niemand für mich interessiert, eine Zumutung zu sein, sich fügen zu müssen, etc... Himmel!!!! Der Körper hat auch so richtig ausgemistet und gefühlt fand eine Explosion nach der nächsten statt. Energetisches Kotzen quasi.

Ich nehme euch mit auf meine Reise und schildere euch die letzten Tage dieser rasanten Fahrt. Rausgekommen bin ich in meiner Freiheit und zwar ganz ohne, dass jemand in meinem Umfeld irgendwas anders gemacht hat. Es hat ALLES nur in mir stattgefunden. Immer wieder habe ich meine Macht zu mir zurück genommen und mich für die Wahrheit entschieden, fernab jeglicher Schleier und Illusionen, habe Freiheit gewählt.

Hört also gerne rein in meine neueste Podcast-Folge. 💗 Teilen absolut erlaubt und erwünscht! 💗

Donnerstag, 26. Dezember 2019

Ehrlichkeit ist ein Geschenk

"Wenn ich immer ehrlich bin, bin ich anstrengend."

Auf diese Überzeugung bin ich die Tage gestoßen. Ich kam mir ganz oft vor, wie wenn ich ständig nur am Meckern wäre. Immer was auszusetzen. Immer Extrawünsche. Nie zufrieden. Besserwisserisch. Immer eine Meinung. Zu allem was zu sagen. Für die anderen eine Zumutung.

Bei näherer Betrachtung ist mir aufgefallen, dass ich einfach nur ehrlich bin. Immer sage, was ich wirklich denke. Tatsächlich eine Meinung habe, weil ich mich schon mit so Vielem auseinandergesetzt habe.

Mein Eindruck, dass mich das anstrengend macht, wurde dadurch verstärkt, dass so viele anders sind. So viele halten die ehrliche Meinung zurück. Mal aus Angst. Mal aus falscher Rücksichtnahme. Mal deswegen, weil sie selbst gar nicht wissen, was ihre Meinung überhaupt ist.

Wenn ich dann also zu allem eine Meinung habe und eigentlich immer weiß, was ich will und was ich nicht will, dann richten sich meistens die nach mir, die keine Meinung haben. Ich komme mir vor, wie wenn ich dann die anderen übergehe, ständig bestimme, alles kontrolliere.

Dabei stimmt das kein Stück. Ich denke und fühle meistens sogar noch für die anderen mit, bin viel zu vorsichtig und voll oft deswegen in den Angelegenheiten der anderen unterwegs, die mich eigentlich gar nichts angehen, weil ich keinen übergehen möchte. Ich will niemanden bedrängen oder zu etwas überreden. Ich will nicht einfach meinen Willen durchdrücken und die Meinungslosigkeit der anderen ausnutzen. Um so schrecklicher komme ich mir vor, wenn ich ständig weiß, was ich will, andere sagen "ist mir egal" und dann das passiert, was mir am besten passt. Ich komme mir herrisch vor.

Dabei kann ich nichts dafür, wenn andere keine Meinung haben. Ich kann nichts dafür, wenn andere Angst haben, ehrlich zu sein. Ich kann nichts dafür, wenn sich andere nach mir richten, aus welchen Gründen auch immer. Ich kann nichts dafür, wenn mir der andere nicht die Stirn bietet.

Ich selbst schätze selbst-bewusste Menschen sehr, Menschen, die ganz klar wissen, was sie brauchen, wollen, die zu allem eine Meinung haben bzw finden und reflektiert sind. Sie sind mir sogar die liebsten. Ich will ungefiltert hören, was andere denken. Mich muss keiner schonen. Ich will vor allem auch hören, was sie über mich denken. Ganz aufrichtig die ehrliche Meinung.

Mein Fazit?

▪️Mir bleibt nichts anderes übrig, als ehrlich zu sein. Das ist ein Wert, den ich lebe und weiterhin leben werde.

▪️Ich darf aufhören für andere mitzudenken. Jeder ist für sich verantwortlich. Jeder hat die gleiche Chance, seine Meinung zu sagen. Tut es jemand nicht, ist es nicht meine Schuld. Ich lade immer dazu ein, lasse den Raum, biete die Möglichkeit. Was der andere damit anfängt, liegt nicht in meiner Hand.

▪️Nur weil ich weiß, was ich will und andere sich anpassen, bin ich noch lange nicht herrisch. Und gleichzeitig darf ich es mir erlauben, herrisch zu sein. Ich bin immer alles.

▪️Ich persönlich empfinde es tatsächlich als anstrengend, wenn jemand NICHT weiß, was er will. Also genau das Gegenteil von meiner überholten Ausgangsüberzeugung. Also bin ich wohl ein Geschenk, wenn ich immer ehrlich bin. 😉 Die Ansicht gefällt mir auch viel besser. Die nehm ich. 😁

Meine Ehrlichkeit ist ein Geschenk. Meine Ehrlichkeit ist eine Erleichterung für andere. Dass ich weiß, was ich will, dass ich gut für mich sorge, ist eine Erleichterung für andere.

PS: Bevor jetzt wieder die ganzen Abers kommen, dass ich ja nicht immer einfach alles sagen muss, was ich ehrlich denke und dass Taktgefühl und Klappe halten ja auch mal ganz gut ist - um diesen Aspekt geht es mir erstens gerade nicht, zweitens hab ich da ein sehr gutes Gefühl dafür und drittens heißt immer ehrlich sein nicht, dass ich alles sage, was ich wahrnehme. Wenn ich aber etwas sage, bin ich ehrlich.

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Freitag, 20. Dezember 2019

Das Leben führt uns in die Liebe zu uns selbst

Erkenntnis des Tages: "Ich erschaffe es mir, nicht gesehen zu werden."

Himmel hat es mich heute gebeutelt. Was für eine krasse Zeit. Ich glaube wirklich, dass gerade nochmal ganz krass alter Mist aus unserem System katapultiert wird. Mein Körper machte sich und mir heute mit heftigsten Entladungen Luft. Wut ohne Ende, Krämpfe, Weinen.

Es fühlt sich nach einer explosionsartigen Befreiung an und die Erkenntnisse purzeln.

Das Leben hat mich mal wieder zu einem inneren Kind von mir geführt. Zu dem Kind, das immer Verständnis für die anderen haben musste. Wie oft habe ich den Satz von meinem Papa gehört "Du weißt doch wie sie ist. Die änderst du nicht mehr." Gemeint war meine Mutter und die Aussage kam immer dann von meinem Vater, wenn ich mich mit ihr gestritten hatte, wenn ich lautstark auf Ungerechtigkeit hingewiesen habe, wenn ich wie so oft kund getan habe, dass da etwas verdammt schief läuft. (Über Narzissmus und emotionalen Missbrauch habe ich schon öfter geschrieben.)

Doch ich machte die Erfahrung, vor eine Wand zu laufen. Erst bei meiner Mutter und im Nachgang auch noch bei meinem Vater. Ich musste immer Verständnis für die Unzulänglichkeiten der anderen haben. Ich musste immer die Klügere sein, alles hinnehmen. Meine Bedürfnisse zählten nicht. Keiner fragte, wie es mir dabei geht. Was ich bräuchte. Ich war quasi unsichtbar. Wurde übersehen oder nur dann gesehen, wenn ich für die Bedürfniserfüllung der anderen wichtig war.

Dieser Schmerz hat sich heute Bahn gebrochen. Über Jahre hatte ich immer wieder heftige Koliken, schneidende Schmerzen im Bauchraum. Es fühlte sich an, wie wenn Steine in mir explodieren. Heute wieder. Doch heute war es ein Befreiungsschlag. Heute habe ich zum ersten Mal verstanden, dass das der Schmerz von früher ist. Der stumme Schrei des kleinen Mädchens nach innen gerichtet, weil es im Außen sowieso keiner hörte. Ich hatte all die Wut über diese Ungerechtigkeit gegen mich gerichtet.

Tatsächlich erlebte ich es immer wieder, noch bis vor wenigen Tagen, dass ich in Beziehungen einfach nicht gesehen werde, dass Menschen, Freunde, Familie immer nur dann Kontakt zu mir aufnehmen, wenn sie etwas von mir brauchen. Dass mich keiner fragt wie es mir geht oder nur als kurze, rhetorische Einleitung, um dann ihr Anliegen loszuwerden.

Und ich? Ich hatte immer Verständnis, hab mir gedacht, dass sie es eben nicht besser können. Ich hatte Mitgefühl und dennoch einen faden Beigeschmack. Wo blieb das Mitgefühl und Verständnis für mich? Ja, natürlich verstehe ich, dass es manche nicht besser können. Im Verstehen der anderen bin ich Meister. Ich musste es ja, um zu überleben. ICH musste immer alles tun, um die Beziehung zu meinen Eltern zu erhalten. ICH musste zurückstecken, mich verbiegen, schweigen, obwohl mir zum Schreien war. Ja, im Verständnis für andere haben bin ich super. Da lief tatsächlich das unbewusste Programm, dass ich die Beziehung am Laufen halten muss.

Heute wurde mir klar, dass ich vor allem Mitgefühl und Verständnis für mich haben darf. Es tut scheiße weh, nicht gesehen zu werden, wenn es um Menschen geht, die einem eigentlich nahe stehen. Das darf ich anerkennen. Ich darf gut für mich sorgen und muss in solchen Beziehungen nicht bleiben, so wie früher. Beziehung ist keine Einbahnstraße. Ich bin nicht alleine dafür zuständig, dass sie funktioniert.

Ich habe auch begriffen, dass die anderen nicht anders sein müssen. Ich darf mich erstens umdrehen und gehen und zweitens darf ich aufhören, mir solche Erfahrungen zu erschaffen. Das ist echt überholt und hat ausgedient. Das Mädchen von damals hatte angefangen eine Lüge zu glauben. Nun wurde sie erkannt und muss nicht mehr in Dauerschleife wiederholt werden. Ich habe mir das kreiert. Nun treffe ich eine neue Wahl.

Ich wähle Wertschätzung in meinen Beziehungen. Ich wähle es, gesehen zu werden. Ich wähle es, geachtet zu werden. In erster Linie selbstverständlich von mir und gleichzeitig auch von anderen. Ich bin es mir wert.

Alles dient immer noch mehr Freiheit und Leichtigkeit, Frieden und Bewusstheit. Das Leben führt uns zuverlässig in die Liebe zu uns selbst. (Danke, Edda, für diesen geilen Satz!)

Foto: Canva
Text: Edda Ullrich
Gestaltung: Anja Reiche

Donnerstag, 19. Dezember 2019

Alles ist nur eine Momentaufnahme


Gestern habe ich ja schon darüber geschrieben, dass es unsinnig ist, das Gestern auf morgen zu projizieren. Vorwiegend habe ich Beispiele gemacht, die die Gesundheit betreffen oder Geld.

Inge Elsen kam mit der wunderbaren Ergänzung ums Eck, dass das Gleiche für Beziehungen gilt. Auch da ist es unfassbar heilsam, wieder im Moment anzukommen, in diesem einen JETZT und den Menschen zu begegnen, als hätte es kein gestern gegeben. Welch wunderbare Chance, wenn da keine fertigen Meinungen über den anderen im Raum stehen, wenn man sich eben nicht sagt "Ja, der ist so und so". Es gilt mehr denn je keine generellen Aussagen zu treffen, sondern einzig und allein den Moment zu nehmen. Mehr nicht.

Wie sollte es anders sein, als dass ich genau diese Erfahrung gestern machen durfte. Es ist nochmal so viel tiefer gerutscht, welche Freiheit in dieser Haltung wartet, gerade auch die Freiheit für das Gegenüber. Das hat Potential für Wunder und Magie.

Was das Ganze für mich in der Partnerschaft bedeutet und dass für Gefühle, die gerade da sind, nichts anderes gilt, erzähle ich euch in meinem neuen Podcast. Ich bin selbst noch ganz fasziniert von diesen Ansichten. Da passiert richtig was.

Fühlt euch eingeladen!!!! 💗 Teilen selbstverständlich erlaubt und erwünscht. 😉

Mittwoch, 18. Dezember 2019

Es zählt nur das JETZT

Nie war es mir klarer, was es bedeutet ausschließlich im Moment zu leben. Nie war mir klarer, wie ich jahrelang immer wieder mein Gestern auf morgen übertragen habe. Wie ich immer wieder hingegangen bin und meine alten Erfahrungen als Grundlage für meine neuen Erfahrungen genommen habe. Immer davon ausgehend, dass das, was da ist, fortgeführt wird und wie in unserer sorgenvollen Art üblich, selbstverständlich alles immer schlechter wird.

So viele, inklusive mir, wurden darauf getrimmt.

"Du bist krank? Du musst sofort Medikamente nehmen, sonst wird es nur noch schlimmer."

"Wenn es dir mit 40 körperlich schon so schlecht geht, wie soll es dann erst mit 80 sein?"

"Was, das Geld wird weniger auf dem Konto? Wenn das so weitergeht, bin ich in einem Monat pleite."

"Oh Gott, ich bin jetzt schon seit Tagen antriebslos. Wenn sich das nicht bald ändert, dann rutsche ich bestimmt in eine Depression."

"Mann, ich kann nicht einschlafen. Wenn ich jetzt nicht bald schlafen kann, dann bin ich morgen den ganzen Tag hundemüde."

Uns wurde eingetrichert, dass wir die Dinge nicht ihrem Lauf überlassen können, schon gar nicht, wenn es sich um etwas handelt, dass wir nicht so gerne haben. Wir müssen sofort was dagegen tun. Wir müssen dem Einhalt gebieten. Wehret den Anfängen, wie der Deutsche so gerne sagt. Lass das bloß nicht einreißen.

Wenn wir uns einfach dem Leben überlassen, dann nimmt es ein schlimmes Ende. Geht ja gar nicht anders. Wenn da ein Symptom ist, dann müssen wir was tun, damit es weggeht. Wenn es Phasen gibt, in denen der Kontostand sinkt, müssen wir was tun, damit das wieder anders wird. Das können wir doch nicht einfach so sein lassen. Und im Kopf malen wir uns fleißig alle schrecklichen Folgen aus.

Das Ganze resultiert aus einem Denkfehler. Wir schreiben die Geschichte in Gedanken fort. Wenn wir uns das Symptom oder den Kontostand als eine Grafik vorstellen, eine Kurve, dann gehen wir davon aus, dass die Kurve weiterhin nach unten geht, wenn wir nicht eingreifen. Schließlich spricht die Tendenz ja dafür, dass der Verlauf so sein wird. Gestern war es ja auch schon so.

Was, wenn das aber so nicht stimmt? Was, wenn es nicht mehr ist, als eine Momentaufnahme? Ja, hier und heute, ist da ein Symptom. Wer sagt, dass das morgen immer noch da sein muss, nur weil es gestern auch schon da war? Wer sagt, dass der Kontostand morgen weiter nach unten geht, nur weil er das gestern getan hat? Hier, jetzt, in diesem Moment, ist Stand x. Lasse ich die Vergangenheit, das Gestern und meine bisherigen Erfahrungen außen vor und nehme nur HEUTE, dieses JETZT, dann ist da einfach ein gewisser Umstand, Zustand. Der kann im nächsten Moment wieder ganz anders sein. Wieso sollte ich mit meinem Erbsenverstand wissen, was das Universum morgen leistet?

Ach ja, da war ja was. Wenn wir zu optimistisch an die Sache rangehen, dann sind wir blauäugig und naiv. Wenn wir positive Prognosen abgeben, dann wird sofort gefragt, wie das denn bitteschön gehen soll. Merkt ihr was? Finde den Fehler.

Wenn ich ganz neutral das wahrnehme, was JETZT gerade da ist und mir keine Geschichte dazu erzähle, wie gruselig das weitergehen wird, dann gibt es keinen Grund für Drama und Sorge. Ja, die Dinge sind gerade so. Das ist in Ordnung. Es sagt allerdings überhaupt nichts darüber aus, wie sie morgen sein werden.

Vor allem darf uns wieder klar werden, dass die Dinge stetig im Wandel sind. Alles bewegt sich in Wellen. Auf und ab. Nichts bleibt für die Ewigkeit und keine Welle geht nur nach unten. In diesem einen JETZT darf einfach alles so sein, wie es gerade ist. Frei von Prognosen. Wir dürfen aufhören, uns seltsame Geschichten über die Zukunft zu erzählen. Schon gar nicht mit dem Verstand.

In diesem einen JETZT ist unsere Welt meistens ins Ordnung. JETZT gerade sitze ich am PC. Ich habe ein Dach über dem Kopf. Es ist warm. Der Kühlschrank ist voll. Diese Worte wollen jetzt getippt werden. Der Kontostand ist völlig unwichtig. Gerade JETZT geht es meinem Körper gut. Gerade jetzt hier in diesem Moment ist ALLES in Ordnung.

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Montag, 16. Dezember 2019

Sei du das Präsent

Mehr braucht es nicht und was immer aus dieser Präsenz heraus entsteht, ist wahrhaftig, echt, aus der Liebe geboren, aus dem Moment. Gelebte Schöpfung. So kann sich das Leben durch dich entfalten. So kannst du dich der Welt schenken. 💗 

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Samstag, 14. Dezember 2019

Ich bin nicht hier, um mich in Wohlgefallen aufzulösen

Ich stehe ja voll auf dieses Erdenleben!! All das "wir haben kein Ich", "wir müssen unser Ego loswerden" oder "wer ist dieses Ich?" kommt mir sowas von zum Hals raus. Wir sind für meine Begriffe göttliche Individuen, die es gewählt haben, ein Selbst zu haben. Deswegen haben wir uns den Erfahrungsplaneten Erde ausgesucht. Wir wollten uns individualisieren. Wir wollten einen Körper, alle Sinne, damit wir Sinnlichkeit erfahren können.

Also ich bin hier, um dieses Leben zu rocken, zu feiern, zu genießen. Ich liebe die Materie, das Materielle und es zu erfahren, zu erleben wie sich Dinge materialisieren. Ich liebe es, damit zu spielen und mich auszuprobieren, mich als Schöpfer zu erleben. Sensationell! Einfach sensationell! Ich geh jetzt die Materie feiern und ihr?

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Ich kann um Hilfe bitten und dennoch König sein

Heute Morgen habe ich bei Facebook dieses Bild gepostet:

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche
Und eigentlich wollte ich nichts weiter dazu sagen und es wirken lassen. Nach den ersten Kommentaren war aber klar, dass ich das nicht kann. 😉

Deswegen ist nun dieser Artikel entstanden:

Sich auf andere verlassen, ohne sich dabei selbst zu verlassen

Nur weil ich mich auf andere verlasse, heißt das nicht automatisch, dass ich mich damit selbst verlasse. Ich sehe da einen enormen Spielraum. Es ist so wichtig, Hilfe anzunehmen und auch mal etwas abzugeben. Sich fallenzulassen, sich auf das Leben zu verlassen, auf all die Unterstützung, die uns immer zur Verfügung steht. Wir müssen nicht alles alleine schaffen. Dabei finde ich es wichtig, in der Eigenverantwortung zu bleiben. Hilfe anzunehmen, ohne die Verantwortung für sich selbst abzugeben.

Eigenverantwortung hat bei Weitem nichts damit zu tun, alles alleine bewältigen zu müssen, voller Anstrengung und Mühe, immer stark zu sein und zu lächeln, obwohl man eigentlich gerne zusammenbrechen möchte.

Eigenverantwortung hat damit zu tun, dass wir uns unseres Tuns und Seins komplett bewusst sind, dass wir wissen, dass alles in unserem Leben Teil unserer Schöpfung ist, unsere Kreation. Eigenverantwortung hat für meine Begriffe ganz viel damit zu tun, zu wissen, wer ich bin, in einem höheren Sinne. Wie ich eingebunden bin in dieses Universum, welche Rolle ich darin spiele. Die Spielregeln dieses Erfahrungsplaneten zu kennen. Zu wissen, dass ich Schöpfer bin. Zu wissen, dass ich vom Leben geliebt bin. Zu wissen, dass alles immer nur zu meinem höchsten Wohl passiert. Zu wissen, dass ich getragen bin, Teil der Natur und ich ein Geburtsrecht auf Freude, Leichtigkeit und Wohlstand habe, auf Fülle und Genuss, auf das bunte, pralle Leben.

Wir sind hier in Sicherheit. Daran dürfen wir uns wieder erinnern. Das Leben ist sicher, wenn wir uns selbst haben, unsere eigene göttliche Anbindung und diese nicht verlassen, uns nicht verlassen. Wenn wir in dieser göttlichen Anbindung sind, dann können wir uns auf andere verlassen, Hilfe annehmen, uns tragen lassen, weil wir eben wissen, dass wir sicher sind. Dann ist das keine Hilfe aus einer Opferhaltung heraus, sondern Hilfe aus der Stärke heraus. Die Stärke, die wir auch dann in schwachen Momenten haben, weil wir uns unserer Göttlichkeit bewusst sind, weil wir uns dessen gewahr sind, dass wir empfangen dürfen als Teil dieser Natur. Die Stärke, Macht und Größe, die es uns erlaubt, demütig zu empfangen.

Wenn ich sage, dass ich mich nur auf andere verlasse, wenn ich mich damit nicht selbst verlasse, dann nehme ich sehr wohl Hilfe an. Sehr gerne sogar. Ich lebe in Leichtigkeit und weiß genau, wo ich einen Auftrag habe und wo nicht. Was von mir gemacht werden will und was nicht. Ich gebe meine Macht nicht an andere ab. Wenn ich Hilfe annehme, dann immer aus meiner Größe heraus und nicht als Opfer. Ich kann um Hilfe bitten und dennoch König sein. Ich kann mich auf andere verlassen und gleichzeitig in meiner Eigenverantwortung bleiben. Das eine widerspricht nicht dem anderen.

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Donnerstag, 12. Dezember 2019

Wenn jeder nur noch das macht, was er will...

Bock auf eine Challenge? 😉

Da war sie heute wieder, diese eine Frage, die so oft kommt, wenn es darum geht, seinen Impulsen zu folgen, echt zu sein, nur noch der Freude zu folgen.

"Ja, geht das denn? Ich hab Familie. Da kann doch nicht jeder einfach machen, was er will."

So viele befürchten das heillose Chaos, nicht nur in der Familie, sondern auch in der Gesellschaft. Man geht davon aus, dass das öffentliche Leben zusammenbrechen würde, dass niemand mehr den Müll abholen will, keiner mehr eine öffentliche Toilette putzen will, wenn er nicht durch einen Vertrag dazu verpflichtet wird. Man geht davon aus, dass alles verdreckt, keiner mehr was arbeiten will, jeder Verkäufer im Supermarkt sofort zu Hause bleiben würde, sich niemand mehr ans Fließband in einer Fabrik stellen würde. Es wird befürchtet, dass wir verhungern müssen, im Dreck ersticken, dass nichts mehr funktioniert.

Und auch im Kleinen, in den Familien geht man davon aus, dass das gleiche passiert. Niemand räumt mehr die Spülmaschine ein oder aus, niemand bringt den Müll weg, niemand kümmert sich ums Haustier. Alles kommt zum Erliegen, wenn da nicht einer ist, der die Oberaufsicht hat, alles unter Kontrolle und jeden an seine Pflichten erinnert.

Aber stimmt das denn? Ist der Mensch wirklich so gestrickt? Oder besser, sind die anderen wirklich so gestrickt? Weil wir selber würden ja alles prima in Ordnung halten. Aber die anderen... tststs... 😉

Ich glaube ja, dass sich alles neu sortiert und wunderbar fügt. Ich glaube, dass von ganz alleine eine wunderbare Harmonie entsteht. Sicherlich mag es beim Übergang ruckeln, wie immer wenn sich etwas neu sortiert, aber es wird sich fügen. Das ist meine Wahrheit. In der Natur muss auch keiner dem Gras sagen, dass es jetzt bitte wachsen soll, weil es sonst zu spät ist.

Um das Ganze mal zu testen, hab ich folgenden Vorschlag. Probiert es doch einfach mal im kleinen Rahmen aus. Als Experiment, als Challenge, als Spiel. In der Familie. Mit dem Partner. In der Wohngemeinschaft. Jeder soll mal eine oder zwei Wochen wirklich nur noch das machen, worauf er wirklich wirklich Lust hat, was jetzt dran ist, was ihm leicht von der Hand geht, wo die Energie drauf liegt und dann schaut einfach mal was passiert.

Ich für meinen Teil lebe mit meinem Partner tatsächlich so. In unserem Haushalt macht keiner etwas, wozu er keine Lust hat. Und Überraschung: Wir ersticken nicht im Dreck. 😉 Irgendwann ist es nämlich immer dran, dass einer von uns beiden freiwillig und liebend gerne den Staubsauger in die Hand nimmt, weil es einfach dran ist. Irgendwann hat einer Lust das Klo zu putzen. Irgendwann räumt einer die Spülmaschine ein oder aus. Und bis der Impuls kommt, ist es völlig in Ordnung, dass es nicht gemacht ist. Wir können es liegen sehen. Es ist in Ordnung, dass Dinge schmutzig sind und nicht soooofort sauber gemacht werden.

Es ist wie mit allem. Beide Seiten sind gleich-gültig. Es ist ok, wenn die Dinge sauber und ordentlich im Schrank stehen. Es ist aber auch ok, wenn sie benutzt sind und schmutzig. Es gehört dazu. Das eine ist nicht besser als das andere. Wir leben in diesem Haus. Es ist normal, dass wir Geschirr benutzen, dass die Dusche nicht jeden Tag aussieht wie aus dem Ei gepellt. Für alles gibt es die richtige Zeit und dann geht es leicht und ist in fünf Minuten passiert und keiner muss zu irgendwas gezwungen werden.

Unser oberstes Gebot ist, dass keiner etwas tut, worauf er nicht wirklich absolut Lust hast und es funktioniert herrlich, einfach herrlich. Also eine Einladung an euch, wenn ihr mögt: Wo kommen wir denn hin, wenn jeder nur noch das macht, was er will? Challenge accepted? 😉


Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Mittwoch, 11. Dezember 2019

Ich bin nichts für schwache Nerven

Ich glaube wirklich, dass ich für manche ziemlich erschreckend, ja sogar abschreckend bin. Ich glaube, dass manche sogar Angst vor mir haben, Angst vor meiner krassen Ehrlichkeit.

Ehrlichkeit sind viele noch nicht gewöhnt. Aufrichtige Worte direkt ins Gesicht gesagt zu bekommen, gerade wenn diese Wahrheit nicht beinhaltet, dass ich den anderen super gut finde, muss man erstmal aushalten können. Da kommen Gefühle hoch, die vielleicht erstmal nicht so prickelnd sind.

Ich bin wirklich nichts für schwache Nerven und mir ist das vollkommen bewusst. Bei mir muss man immer damit rechnen, dass ich etwas ausspreche, was lieber nicht auf den Tisch sollte, was noch nicht angeschaut werden will. Die Schatten, die so lange verdrängt wurden, werden in meiner Nähe nur allzu schnell sichtbar. Die meisten spüren, dass ich mehr sehe und fühle als andere. Dass ich tiefer blicke, dass man mir nichts vormachen braucht. Sie fühlen sich durchschaut und dadurch bedroht. Viele weichen mir deswegen aus und ich kann es nur allzu gut verstehen.

Früher war ich selber eine von jenen, die die schonungslose Wahrheit nicht hören wollen. Ich wollte mir nicht begegnen. Ich wollte nicht von anderen hören, was sie wirklich über mich denken, wie sie mich finden. Ich wollte keine ehrliche Meinung. Ich fühlte mich klein, unfähig, schämte mich für mich, hatte null Selbstbewusstsein, konnte fast niemandem in die Augen schauen. Wenn jemand dagegen sehr selbstbewusst war, direkt, offen, frei, dann bin ich ausgewichen, hab mich noch unsichtbarer gemacht, als ich eh schon war. Ich wollte mit diesen Menschen keinen Kontakt, weil es so gefährlich war. Und gleichzeitig wollte ich nichts mehr, als von diesen Menschen gut gefunden zu werden. Ich wollte doch eigentlich genauso taff sein wie sie, so selbstbewusst, so beliebt, so offen. Eine Zerreißprobe.

Da ich mit mir so gar nicht zufrieden war, hab ich natürlich alles als Angriff erlebt, als Bedrohung. Ich habe alles persönlich genommen und auf mich bezogen. Jeder andere Mensch war eine potentielle Gefahr. Ich hätte mich ja in ihm wiedererkennen können, in dem, was er mir spiegelt und das wollte ich lieber nicht sehen.

Deswegen kann ich einen jeden verstehen, der mir ausweicht, der mich meidet, der nicht direkt mit mir sprechen will, sondern sich lieber über fünf Ecken über mich erkundigt, wenn überhaupt. Ich bin für viele eine tickende Zeitbombe. Ich trigger. Ich polarisiere. Ich nehme kein Blatt vor den Mund. Ich hab krasse Ansichten und ich dulde keine Ausreden. Nie. Ich bin rhethorisch geschickt, kann jedes Scheinargument zerlegen, die größeren Zusammenhänge in Sekunden erfassen. Ich rieche Unwahrheiten fünf Kilometer gegen den Wind. Ich weiß sofort, wenn sich jemand selbst in die Tasche lügt und meistens weiß ich mehr über den anderen als er selbst über sich. Das kann verdammt unangenehm sein.

Das alles ist mir bewusst. Ich bin nichts für schwache Nerven. Gar nichts. Ich bin für Fortgeschrittene. ;)


Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche