Freitag, 15. März 2019

Auf einem Spielplatz kann man keine Fehler machen

Sei bereit, zu scheitern. Sei bereit, Fehler zu machen. Wieder und wieder und wieder. Woher kommt eigentlich dieser Hang zur Perfektion?

Warum glauben wir, schon lesen und schreiben können zu müssen, wenn wir in die Schule kommen? Warum glauben wir, schon perfekt Englisch sprechen zu müssen, wenn wir einen Kurs belegen? Warum glauben wir, dass wir versagt haben, wenn es in der Beziehung knallt, wenn es streit gibt, Reibung, Diskussion? Warum glauben wir, erst unser Wirken in die Welt bringen zu können, wenn wir "fertig" ausgebildet sind, wenn wir gut genug sind, wenn wir alles wissen und können, wenn unsere eigenen Themen durch sind? Warum glauben wir, auf dem Weg in die Bewusstheit versagt zu haben, wenn wir wieder getriggert werden, wenn uns wieder jemand hochschießen kann?

Dieses Leben ist ein einziges Probieren, ein Erfahrung sammeln, ein Spielen, Forschen, Entdecken. Wir sind NIE fertig! Diese Entwicklung wird NIE aufhören.

Ist das nicht großartig? Diese wundervolle Entdeckungsreise, dieses Wachstum und neu werden, es hört nie auf!!! Worauf sollen wir also warten?

Lasst uns da raus gehen und Fehler machen. Lasst uns die Welt entdecken, jeden Tag neu. Lasst uns Beziehungen und Freundschaften erforschen. Lasst uns neue Dinge versuchen und gnadenlos untergehen. Lasst uns hinfallen und dann wieder einen neuen Versuch starten. Irgendwann haben wir den Dreh schon raus. Wenn es links rum nicht funktioniert, dann halt rechts rum, oder mitten durch. Scheiß egal, irgendwann haben wir es durchschaut. Irgendwann haben wir das Rätsel gelöst.

Irgendwann haben wir rausgefunden, wie die Beziehung mit diesem oder jenem Menschen funktioniert. Irgendwann haben wir rausgefunden, wie diese wiederkehrende Herausforderung mit unserem Kind zu handeln ist. Irgendwann ahnen wir, wie wir gerade Wirken wollen. Irgendwann können wir die Fremdsprache.

Und dann suchen wir uns neue Aufgaben, neue Herausforderungen. Alles andere wäre langweilig und würde nicht unserer Natur entsprechen. Das heißt, dass wir ständig irgendwo in unserem Leben neu anfangen. Es gibt immer wieder Dinge, die wir noch nicht kennen, die wir zum ersten Mal machen.

Wieso sollten wir von Anfang an wissen, wie es geht? Wieso sollten wir nicht versuchen dürfen? An einem Zauberwürfel schraubt man mitunter Jahre. Und? Ist das schimm? Nein, es ist spannend.

Lasst uns das Leben wieder zu dem machen, was es wirklich ist: Ein riesiger Abenteuerspielplatz, auf dem wir nichts falsch machen können. Spielen und Ausprobieren kann man nicht falsch. Lasst uns die Knie aufschlagen. Lasst uns hinfallen. Lasst uns die Klamotten dreckig machen und dabei den Spaß unseres Lebens haben.

Ich bin am Start und du?


Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche




Donnerstag, 14. März 2019

Über die Überheblichkeit


Mit diesem Thema durfte ich mich auf meinem Weg schon des öfteren beschäftigen. Gerade wenn man sich mit der Wahrnehmung von Dingen befasst, die eben nicht greifbar, sichtbar, beweisbar sind, kommt schnell die Frage auf: Bin ich jetzt überheblich, weil ich dem anderen Sachen über sich sage, die er vielleicht gerade nicht in Worte fassen kann? Weiß ich es jetzt besser als er? Ist das jetzt anmaßend, wenn ich äußere, was ich wahrnehme und wie ich glaube, fühle, dass die Dinge gelagert sind? Kann ich jetzt einfach daherkommen und ihm auf den Kopf zu sagen, wo der Hase im Pfeffer liegt?

Eins ist mir auf diesem Weg schon länger klar, wenn sich jemand überhaupt die Frage stellt, ob er überheblich ist, dann ist er es meistens eh nicht. Schon alleine in der Lage zu sein, sich diese Frage zu stellen, zeigt, dass man reflektiert und sich selbst hinterfragt. Das nur mal am Rande...

Weil das Thema im Moment wieder allgegenwärtig scheint, wollte ich nochmal tiefer einsteigen.
Heute habe ich das Wort "Überheblichkeit" tatsächlich mal nachgeschlagen. Was macht denn nun Überheblichkeit aus? Es geht vor allem darum, dass der Mensch, der sich überheblich zeigt, sich über andere stellt, es besser weiß, dahingehend, dass er andere Meinungen nicht akzeptieren kann, andere erniedrigt, damit er sich größer fühlt. Um das Selbstwertgefühl von solchen Menschen ist es meist nicht gut bestellt. Dieses Verhalten dient häufig dazu, die eigene, gefühlte Unzulänglichkeit zu kaschieren. Aha, interessant.

Und wie ist das jetzt bei mir?

1. Ich stelle fest, an Selbstwertgefühl mangelt es mir schon mal nicht.

2. Ich brauche es nicht, andere zu erniedrigen, ganz im Gegenteil, mir ist daran gelegen, ihnen ihre Größe zu zeigen.

3. Nur weil ich meine Wahrheit spreche, hinspüre und sage, was ich fühle, heißt das nicht, dass ich überheblich bin. Ich spreche nur für mich. Der andere darf eine ganz andere Wahrnehmung haben. Beides ist richtig. Ich bin in der Lage, und das gerade in Coachings, eine Fährte, eine Idee sofort wieder fallen zu lassen, wenn ich merke, dass es der andere gerade überhaupt nicht nehmen kann, es nicht andockt sozusagen. Deswegen ist meine Wahrheit nicht falsch. Wir haben gerade nur nicht die gleiche und in der Arbeit mit Menschen geht es vor allem darum, deren Wahrheit zu finden, nicht meine. Ich gehe mit ihnen auf Entdeckungsreise.

4. Außerhalb von Coachings hab ich diese meine feine Wahrnehmung natürlich trotzdem. Das bin ich einfach. Das kann und will ich nicht abspalten oder ausblenden. Ich sehe Themen und gleichzeitig habe ich nicht den Anspruch, diese immer auszusprechen. Wenn ich das dann doch tue, spüre ich vorher hin, ob das gerade meine Aufgabe ist. Wenn nicht, bin ich still. Hier gilt es weise zu handeln. Hört sich gut an, oder? Gelingt mir aber nicht immer. Dann höre ich mich reden, obwohl ich mir gerade gesagt habe, dass ich die Klappe halten sollte.

5. Im Laufe der Zeit habe ich mir erlaubt, auch überheblich sein zu dürfen. Manchmal habe ich wirklich das Gefühl, es besser zu wissen als der andere. Gerade in meiner Partnerschaft passiert mir das wieder und wieder. Lange habe ich mich dafür verurteilt und gescholten. Irgendwann dachte ich mir, dass das ja auch nichts bringt. Aus dem Widerstand heraus gibt es nun mal keine positive Veränderung. Das alte Lied... Ja, manchmal bin ich überheblich. Ich bin ein Mensch. Und das darf so sein. Es gibt ja schließlich auch immer noch mein Gegenüber, das mich dann wirklich gerne darauf hinweisen darf. Und das bringt mich zum nächsten Punkt.

6. Hier hat mir meine Freundin Silvia vorhin den entscheidenden Wink gegeben. Danke dafür!!! Ob ich mich nun absichtlich oder unabsichtlich über andere stelle, eins ist entscheidend: Das geht nur, wenn es der andere mit sich machen lässt. Und schon ist da die ganze Tragik draußen. Schon brauch ich nicht mehr groß überlegen und jedes Wort auf die Goldwaage legen, übertrieben vorsichtig sein. Ich kann nur Täter sein, wenn der andere bereitwillig die Opferrolle übernimmt. Wenn meine Größe, meine Wahrheit alleine dazu ausreicht, dass sich der andere klein fühlt, dann liegt das nicht in meiner Hand. Und ich bin weiß Gott achtsam und feinfühlig und gleichzeitig manchmal auch die Dampfwalze. Mensch eben. Wichtig ist, dass ich bei mir bleibe.

7. Betrachten wir mal die umgekehrte Situation. Wann erlebe ich Menschen als überheblich? Ganz ehrlich? Gar nicht mehr. Zumindest nicht in Bezug auf mich. Wenn jemand mir gegenüber seine Wahrheit spricht oder mich kritisiert, dann reflektiere ich, prüfe die Kritik darauf, ob ich mir etwas davon annehmen möchte. Und wenn das nicht der Fall ist, dann ist das nicht der Fall. Mit jeder Kritik, mit jeder Wahrheit von anderen legt mir jemand einen Stift hin und ich kann entscheiden, ob ich ihn zu meinem mache und einstecke oder ob ich ihn einfach liegen lasse. Ist der andere deswegen überheblich? Nein. Weil ich ihn nicht dazu mache. Damit Überheblichkeit möglich wird, braucht es immer zwei. Den, der sich in seiner Größe zeigt (ob gespielt oder echt ist erstmal egal), mit seiner Wahrheit zeigt und den, der sich daneben klein macht oder fühlt. Bleiben beide in ihrer Größe, mit ihrer Wahrheit, stehen da einfach zwei Große. Fertig.

Und mein Fazit? Ich bin ein Mensch. Ich bin bunt. Ich bin ALLES und von allem auch das Gegenteil. Ich bin nicht hier, um perfekt zu sein. Ich bin hier, um Erfahrungen zu machen. Überheblichkeit hin oder her, letztlich ist es einfach eine Erfahrung.

Vielleicht hat euch mein Exkurs ein wenig geholfen. Vielleicht aber auch gar nicht oder vielleicht sogar getriggert. Man weiß es nicht. Auf jeden Fall ist das meine aktuelle Sicht der Dinge und die kann morgen schon wieder ganz anders sein.
 
Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche


Mittwoch, 13. März 2019

Zeit heilt keine Wunden

Heute morgen bin ich über einen Artikel zu emotionalem Missbrauch "gestolpert". Tatsächlich bin ich gestolpert, denn ich bin gedanklich hängen geblieben und habe inne gehalten.

Ich selbst habe emotionalen Missbrauch erlebt. Man mag es nicht glauben, aber es ist so. Erst kürzlich hat mir jemand gesagt, dass er gar nicht glauben kann, dass so etwas Teil meiner Geschichte sein soll. Jemand, der so lebensbejahend ist, wie ich, kann unmöglich emotionalen Missbrauch erlebt haben. Doch. Genau das habe ich erlebt. Mehr über meine Erfahrungen könnt ihr hier lesen.

Und heute morgen habe ich mich daran erinnert und durfte feststellen, dass dieses Thema überhaupt kein Thema mehr für mich ist. Es spielt überhaupt keine Rolle mehr. Es beeinflusst mich nicht mehr, nicht im Geringsten. Mal wieder darf ich erfahren, dass wir aussteigen können aus unseren alten Geschichten, egal, was wir erlebt haben. Es gibt immer einen Weg der Heilung. Dieser Weg muss nicht lange dauern. Er muss nicht umso viel mehr Zeit brauchen, je größer die Verletzung war.

Zeit spielt keine Rolle. Der Grad der Verletzung spielt keine Rolle. Bewusstheit spielt eine Rolle. Unsere Entschlossenheit spielt eine Rolle. Unser Glaube spielt eine Rolle. Fühlen wir uns in der Lage, uns aus den alten Geschichten zu befreien? Fühlen wir uns stark genug, machtvoll genug?
Fakt ist, dass wir die Macht besitzen. Ein jeder von uns. Wir tragen alles in uns, um die Veränderung zu bewirken, um Frieden zu machen, um frei zu werden bzw. zu begreifen, dass wir frei SIND. Immer.

Nicht die Vergangenheit hält uns fest, sondern höchstens wir die Vergangenheit. Wir sind jeden Moment nur einen Wimpernschlag von einer neuen Wirklichkeit entfernt, einen Gedanken von der Freiheit.

Nicht Zeit heilt Wunden, unsere Bewusstheit tut es.

Geliebter Mann, ich verneige mich vor dir!

Geliebter Mann, ich verneige mich vor dir, gehe vor dir auf die Knie und biete dir meine empfindlichste Stelle dar - meinen Nacken. Ich tue das, weil ich dir vertraue, weil ich weiß, dass du mir nichts tun wirst. Ich tue es, weil es an der Zeit ist. Ich lege dir mein Vertrauen zu Füßen, wissend, dass du achtsam damit umgehst, wissend, dass du dir der Kostbarkeit bewusst bist.

Ich will dich in Liebe loslassen, alles loslassen an Vorstellungen und Erwartungen. So oft habe ich gezogen und gezerrt, bin vorgeprescht und habe dir meine Wahrheit erzählt, bevor du überhaupt in der Lage warst, dir ein eigenes Bild zu machen. Du darfst Zeit haben, Zeit und Raum für dein eigenes Tempo, deine eigene Wahrheit.

Wir sind unterschiedlich du und ich. Ich weiß nicht viel von deinem bisherigen Weg, von deinem Schmerz, von deinen Herausforderungen, von deinen Kämpfen, die du ausgetragen hast, den Kämpfen in dir. Ich kann nur ahnen, dass das nicht immer leicht gewesen ist. Ich weiß nicht viel von deinen Sehnsüchten, Träumen, deinen tiefsten Wünschen. Ich weiß nicht viel von dem, was du wirklich brauchst. Wir wissen manchmal so wenig voneinander.

Hier und heute lasse ich das Bild fallen, das ich von dir zu haben glaubte. Ich sehe dich an und nehme neu Maß. Ich sehe dich mit Augen, die dich zum ersten Mal sehen und wahrnehmen. Frei von alten, meist überlieferten Filtern.

Du bist ein König, warst es immer. Nur hat man es dir wahrscheinlich nie gesagt. Genau so wenig, wie man mir gesagt hat, dass ich eine Königin bin. Vielleicht hab ich mich einfach schneller erinnert und meinte dann, dir helfen zu müssen. Ich weiß es nicht...

Was ich aber weiß ist, dass ich dir vertrauen kann und vor allen Dingen will. Deswegen knie ich hier, deswegen lasse ich los. Du und ich wir können es nicht falsch machen. Wir können es neu machen in tiefster Liebe und größtem Vertrauen, mit Achtung und Respekt, Wertschätzung und Eigenverantwortung und damit kann es nur richtig sein. Und jetzt gehe ich, lasse dich, lasse mich, lasse uns. Mehr gibt es nicht zu tun, alles andere geschieht von alleine, weil es gar nicht anders geht.

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche




Dienstag, 12. März 2019

Von der positiven Kraft des inneren Wissens

Gerade muss ich schmunzeln. Diese Ruhe nach einem seelischen Sturm ist einfach herrlich und wenn sich die Wogen wieder geglättet haben, dann fragt man sich manchmal rückblickend, was denn jetzt eigentlich genau das Problem war. 😉 So auch jetzt.

Eigentlich weiß ich im übergeordneten Sinne nämlich immer, wo auf der Landkarte ich mich gerade befinde. Da gibt es eine Quelle in mir, die mir ganz klar sagt, wo ich gerade stehe. Nur wenn gerade Alarm im System ist, fragt man sich schon manchmal, ob man sich das alles nur einbildet.
NEIN! Das ist keine Einbildung. Wir dürfen uns da echt vertrauen. Ich will euch mal erzählen, wie oft mir dieses innere Wissen schon den Arsch gerettet hat.

Vor ein paar Jahren hatte ich in einer Meditation plötzlich das Bild von mir mit 86 Jahren. Ich als alte Frau. In dem Moment war ich komplett mein älteres Ich. Ich konnte fühlen, wie sie sich fühlt, die alte Frau, die ich mal sein werde. Da war diese komplette Zufriedenheit, tiefe Ruhe, ein verschmitztes Grinsen im Gesicht. Diese Frau hatte bis dahin ihr Leben so richtig gefeiert. Sie hatte es geschafft, sich selbst zu leben, ihren Leidenschaften zu folgen, ihren Ruf zu leben, das in die Welt zu bringen, was sie sich vorgenommen hatte, in die Welt zu bringen. Sie war vital, gesund, zutiefst zufrieden, beseelt, glücklich und mega entspannt. Diese Frau haute so schnell nix vom Hocker. Diese Frau BIN ich. Auf einer gewissen Ebene bin ich schon sie. Es passiert ja doch alles gleichzeitig, nicht nacheinander.

Nun gab es eine Zeit, in der ich echt fertig war. Ich hatte immer wieder Panikattacken. Ich fragte mich, ob meine körperliche Heilung wirklich Heilung war oder ob ich mich sukzessive umbrachte. Beruflich stand ich voll auf dem Schlauch. Eines nachts lag ich im Bett und es überrollte mich wieder eine Panikattacke. Herzrasen, die Brust wurde eng, ich hatte das Gefühl, dass ich jeden Moment ersticken würde, obwohl mir bewusst war, dass ich Luft bekam. Ich dachte wirklich, dass es das jetzt war. Herzinfarkt und ab dafür. In diesem Moment hab ich mich an meine innere alte Frau erinnert, an mein älteres Ich. Und plötzlich wusste ich, dass ich nicht sterben werde. Ich wusste, dass ich ja mindestens 86 werde. Die Panik legte sich sofort. Alles entspannte sich. Und siehe da, ich bin tatsächlich nicht gestorben. 😁


Dieses Bild, dieses innere Wissen, dieses Lebensgefühl, das diese alte Frau hat, hat mir so oft Halt und Orientierung gegeben, gibt es mir noch. Ich wusste, dass ich gesund werde. Ich weiß, dass mein Körper vital bleiben wird, dass ich mit 86 wahrscheinlich fitter bin, als jetzt. 😉 Ich weiß, dass ich mich und meine Lebensaufgabe überhaupt nicht verfehlen kann. Diese alte Frau ist nämlich so richtig zufrieden und hat alles hinbekommen, was sie sich je vorgenommen hat. Sie ist rundum erfüllt.
Egal, welches "Drama" scheinbar in meinem Leben aufploppt, ich kann total gelassen sein. An dieser meiner "Zukunft" komm ich nicht vorbei.

Diese übergeordnete Sicht hilft mir auch in der Partnerschaft. Ich weiß um die Verabredung, die ich mit meinem Partner habe. Auch da kann es stürmen, an unserer Verabredung kommen wir nicht vorbei. Kein noch so großes Unwetter ist im Moment in der Lage, uns zu trennen. Wir haben noch so einiges vor. Wenn es dann mal knallt, dann macht mich dieses Wissen ruhig, gibt mir Sicherheit, denn an unserer Verbindung wird das nichts ändern. Ich weiß um so manche Verabredung mit wundervollen Menschen, die ich gerade in meinem Leben habe. Da gibt es Deals und wir sind hier, um sie einzuhalten.

Mit diesem Wissen hat eigentlich kein Drama mehr eine Chance. Wenn es gerade drückt und zwickt ist es lediglich ein Teil unseres Weges, unserer Vereinbarung, unseres größeren Planes. Ist das nicht herrlich entspannend?
 

Montag, 11. März 2019

Wenn die Schleier gefallen sind

Wenn die Schleier gefallen sind, ist der Blick plötzlich klar. Du siehst die Welt wieder noch ein Stück mehr so, wie sie wirklich ist und nicht so wie du bisher warst. Mal wieder sind Schichten abgefallen, wurden Filter entfernt.

Dieser Prozess, er hat Angst gemacht. Er gleicht dem Gefühl, sterben zu müssen. Und es ist auch ein Tod, der Tod der Illusion. Diesen Tod zu sterben, ist so wichtig für die Freiheit, für dein wahres ICH. Dieser Tod ist so wichtig für echte Nähe und Liebe. Dieser Tod, eins ums andere Mal, ist es, der letztlich dich zum Vorschein bringt. Deine Essenz, das, was du eigentlich wirklich bist. 

Plötzlich kannst du sie sehen, deine Größe. Plötzlich kannst du sie spüren. Plötzlich ist es nicht mehr nur eine Sehnsucht. Plötzlich BIST du das. Das, was du so lange im Außen gesucht hast, hast du gefunden - in dir. Das, was du so lange vermisst hast, schmerzlich vermisst hast, lag in dir. Die ganze Zeit. Du hast es nur nicht gesehen, hast an den falschen Stellen danach Ausschau gehalten. Und wenn dir jemand gesagt hat, dass du es schon hast, dann konntest du es nicht glauben, wurdest wütend, weil sich irgendwas falsch anfühlte, nicht echt.

Die eigene Schönheit kann nicht erkannt werden, nur weil es die anderen sagen. Die eigene Schönheit und Größe kann nur in dir selbst gefunden und von dir selbst gefühlt werden. Das kann nicht von außen kommen, auch wenn wir das so oft so gerne hätten.

Der Schmerz der Trennung ist nun vorbei. Die Trennung von dir selbst. Du bist angekommen - in dir, bei dir, tief in deinem eigenen Herzen hast du endlich Heimat gefunden, Zuflucht, Geborgenheit, Vertrauen. Du bist jetzt alles, was du zum Leben brauchst. Nichts fehlt dir mehr.

Du hast die Schleier der Täuschung, der Trennung, der alten Muster und Wunden durchschritten. Wie einen Vorhang hast du sie zur Seite geschoben und bist einfach durchgegangen. Es war wirklich einfach. Ein kurzer Schmerz des Erkennens, ein kurzer Schmerz darüber, sich so lange so sehr getäuscht zu haben, nochmal kurz die alte Wunde und dann war es geschehen. Es ist vorbei. Die alte Wunde gibt es nicht mehr. Du bist frei. Du bist da. Klar, rein, groß, geläutert, wertvoll, selbstbewusst, dankbar, demütig, berührt. Bereit, endlich dein Licht der Welt zu schenken.

Danke für dich! Danke für deinen Mut, dich dir selber zu stellen. Danke, dass du dich gefunden hast.

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche









Sonntag, 10. März 2019

Hast du alles getan, was in deiner Macht steht?

Manchmal befinden wir uns in Situationen, die wirklich herausfordernd sind. Umstände, die uns viel abverlangen, die schmerzhaft sein können. Sie kommen bisweilen unverhofft, völlig unerwartet. Wir reflektieren, wir analysieren, wir fühlen Gefühle, wir schauen uns alles an, was damit zusammenhängt, drehen und wenden alles von links nach rechts. Wir finden unseren Anteil daran. Erkennen, durchdringen, verstehen.

Oft reicht das und die Situation dreht sich wieder. Es kann aber auch vorkommen, dass sich die Lage vielleicht gar nicht groß verändert hat, durch all unser Engagement und dennoch wissen wir: Es ist alles getan. Alles, was in meiner Macht steht, habe ich getan. Mehr sehe ich nicht. Mehr kann ich gerade nicht leisten. Alles andere liegt nicht mehr in meiner Hand. Und jetzt?

Die Umstände scheinen nach wie vor verfahren und gleichzeitig kann ich augenscheinlich nichts mehr tun. In solchen Momenten übergebe ich mich komplett der inneren Führung, meiner Seele, meinem höheren Ich, dem größeren Plan. Ich gebe auf, ich gebe mich hin. Ich lasse alle Vorstellungen davon los, wie es zu sein hätte, damit es besser ist. Ich weiß in dem Moment einfach nicht mehr was wirklich besser oder schlechter ist. Ich übergebe mich an das All-Bewusstsein, an die tiefe Weisheit, die einer jeden Lage innewohnt. Für irgendwas wird es gut sein. Es hat seinen Grund, dass es genau so ist und ich höre auf, noch mehr verstehen zu wollen.

Und gleichzeitig treffe ich seit neuestem eine ganz wichtige Entscheidung. Ich nehme meine komplette Macht zurück zu mir. Alle Energie, die dazu beigetragen hat, die Situation zu erschaffen, nehme ich zurück zu mir. Alle Macht, die ich oft unwissentlich in die Erschaffung dieser Lage gesteckt habe, hole ich zurück zu mir, mache sie mir wieder zu eigen. Damit entziehe ich dem Ganzen die Grundlage der Existenz. Keine Macht, keine Schöpfung. Es ist, wie wenn man aus einem Luftballon plötzlich die Luft rauslässt. Er kann dann nicht mehr aufgeblasen existieren, er schnorrt zusammen, wird irrelevant. Ich nehme meine ganze Verantwortung zurück zu mir, auch Verantwortung, die ich vielleicht unterschwellig an andere übergeben habe. Manchmal ist einem das gar nicht bewusst.

Dieser Akt findet auf allen Ebenen statt, über alle Zeiten hinaus, in allen Dimensionen. Er schließt alles mit ein, was damit in Verbindung steht, auch wenn ich das gerade nicht benennen könnte. Ich muss es nicht wissen, die Entscheidung reicht.

Es ist ein heiliger Akt der Heilung. Und damit habe ich wirklich alles getan, was in meiner Macht steht. Dann stehe ICH wieder in meiner Macht.

Danke Karin Margit Reischl für die wunderbare Erweiterung meines Werkzeugkoffers, für diese herrliche Sicht, für diese Macht.



Samstag, 9. März 2019

Ich bin die Konstante in meinem Leben

Gerade wenn es stürmt im Leben, dann ist die Frage: Woran kann ich mich festhalten? Was hält mich, wenn so vieles im Aufruhr ist oder gar wegzubrechen droht? Was bleibt, wenn mir alles um die Ohren fliegt, wenn der Wind der Veränderung bläst?

So oft schon bin ich durch stürmische Zeiten gegangen. So oft stand kein Stein mehr auf dem anderen. So oft wurde ich schon in meine Prozesse gestürzt, wurden mir Wunden gezeigt, fiel ich in die tiefsten Tiefen. Immer wieder passierten Dinge, die ich doch eigentlich vermeiden wollte. Ja, was bleibt in solchen Zeiten?

ICH! Wieder und wieder wurde ich auf mich zurückgeworfen. Wieder und wieder kam ich bei mir raus. Gott sei Dank! Ich bin die Konstante in meinem Leben. Ich bin die, die immer für mich da ist. Ich bin die, die mich hält und auffängt, die mich berät und trägt. Ja, ich hatte immer wundervolle Seelen in meinem Umfeld, die mich ebenfalls gestützt haben. Keine Frage. Das ist wieder und wieder eine großartige Erfahrung. Allerdings kann dir kein anderer deine Gefühle abnehmen, deine Entscheidungen. Niemand geht den Weg für dich. Das kannst nur du alleine. Du bist derjenige, der immer übrig bleibt, der immer da ist, der immer mit dabei ist, überall.

Über all die Jahre habe ich gelernt, und das manchmal schmerzlich, dass ich das Wichtigste in meinem Leben bin. ICH muss mir jeden Morgen im Spiegel in die Augen schauen. ICH gehe jeden Abend mit mir ins Bett. ICH bin diejenige, die 24 Stunden bei mir ist. Da tut es wirklich gut, wenn ich dieses ICH richtig gut leiden kann. Und das kann ich tatsächlich. Jetzt schon. Früher nicht.

Früher konnte ich mit mir nichts anfangen. Ich mochte mich nicht sonderlich, konnte mir tatsächlich nicht im Spiegel in die Augen schauen, oder mich überhaupt betrachten. Ich suchte nach Ablenkung, bin vor mir weggelaufen, habe Gefühle verdrängt und überspielt, wollte meinem Schmerz nicht begegnen, wollte mir nicht begegnen.

Umso schöner, dass ich mich heute so schätze, dass ich mich heute so sicher mit mir fühle, dass ich mich so auf mich verlassen kann, dass ich wirklich das Gefühl habe, wenn ich mich habe, habe ich alles, was ich brauche. Da kann der Sturm noch so fegen, ich bin mit mir in besten Händen. Ich sorge gut für mich. Ich stehe zu mir und für mich ein. Ich liebe mich, achte mich und bin mir selbst der beste Freund, den ich haben kann. Ich bin mir genug! Wirklich und tatsächlich genug. Wenn ich mich gut leiden kann, ist alles in Ordnung. Mit mir an meiner Seite bin ich in bester Begleitung.



Donnerstag, 7. März 2019

Ist Gott noch hinderlich für dich?

Gott möchte, dass ich mit euch spreche und zwar über ihn. Ohne Witz. Seit heute morgen liegt er mir damit in den Ohren. Erst hab ich noch überlegt, ob das überhaupt nötig ist. So viele bewusste Menschen sind schon unterwegs und gerade in meinem Netzwerk. Da dachte ich wirklich: "Ach komm, das Thema Gott ist echt durch." Aber es lässt mich nicht los. ER lässt mich nicht los. Und bei genauerem Betrachten ist das Thema wirklich nicht durch.

Wir sind dabei immer mehr in unsere Schöpfermacht zu kommen. Wir erkennen immer mehr, wie machtvoll wir eigentlich wirklich sind, steigen aus, aus dem Opferbewusstsein. Wir werden größer, können unsere Größe immer besser annehmen. Wir sehen immer klarer, dass der Gott, von dem in der Kirche erzählt wird, nicht existiert. Und genau da hakt es, oder?

So viele glauben, sich vom Gott der Kirche gelöst zu haben, sind vielleicht sogar aus der Kirche ausgetreten, weil sie mit all dem nichts anfangen können. Doch ist man dann tatsächlich frei? Auch innerlich? Oder hat man immer noch das Gefühl, ein schlechter Mensch zu sein, weil man dies oder jenes nicht tut oder eben doch tut? Haben wir wirklich all den alten Ballast abgelegt, der uns jahrelang gebetsmühlenartig erzählt wurde über die Sünde, die Gebote, die Vertreibung aus dem Paradies? Haben wir diesen Richter, den wir lange Zeit in Gott gesehen haben, nicht schon längst in uns?

Für die meisten ist zwar klar, dass der Gott, wie ihn die Kirche beschreibt, nicht existiert. Aber was ist stattdessen da? Nichts? Oder gibt es da doch eine höhere Intelligenz, die wirkt?
 
Gibt es diesen richtenden Gott wirklich wirklich nicht? Sind wir tatsächlich vollumfängliche Schöpfer mit einem freien Willen? Gibt es wirklich keine Gebote, keine Regeln, die da eine Obrigkeit im Himmel, eine übergeordnete Macht ge-macht hat? Können wir wirklich tun und lassen, was wir wollen, ohne dass von "da oben" über uns gerichtet wird? Also ich meine nicht das deutsche Rechtssystem. Da gibt es sehr wohl Regeln und Gesetze. Ich meine eine übergeordnete, spirituelle Instanz, eben einen Gott.

Dieses Machtding macht uns Angst. An was sollen wir uns denn orientieren? Was ist denn dann gut und schlecht? Was darf ich denn dann und was nicht? Ein bisschen Parkplatz manifestieren ist ja ganz lustig. Aber mehr? Größere Dinge? Teure Dinge? Einflussreichere Dinge? Was darf "man" denn da? Worauf darf "man" denn Einfluss nehmen? Wo fängt es an, wo hört es auf?
 
Und wenn es diesen Gott nicht gibt, wer "macht" denn dann das ganze Leid, den Krieg? Sollen wir damit etwa etwas zu tun haben? Sollen wir da etwa selber dran "schuld" sein? Es irgendwie erschaffen haben? Irgendjemand muss es ja erschaffen haben. Und wenn es Gott nicht war, wer dann?
Was, wenn nun jeder in seiner Macht ist und tun und lassen kann, was er will? Wo kommen wir da hin? Droht uns dann nicht wieder Gefahr, weil jemand die Macht missbraucht? Dann wollen wir die Macht lieber doch nicht, nicht dass wir jemandem schaden.

Mit Macht will umgegangen sein. Macht bedeutet Verantwortung. Macht bedeutet Respekt vor derselben. Macht bedeutet Weisheit, tiefste Weisheit.

Ich soll euch was ausrichten:

1. Macht ist nichts Schlechtes und es ist nur richtig, dass wir Menschen sie endlich wieder zu uns nehmen, annehmen, sie uns wieder zurechnen und vor allem bewusst nutzen. Wir haben diese Macht nämlich schon immer, ein jeder von uns, und wir nutzen sie auch, nur eben meist unbewusst. Die meisten Menschen erschaffen, handeln, denken aus alten Verletzungen heraus, aus dem Opferbewusstsein, das kann nur zu Krieg, Leid und Unterdrückung führen.

2. Gott gibt es. Aber nicht als richtende Instanz, sondern als All-Bewusstsein. Er will für uns, was wir für uns wollen. Wir haben den freien Willen. Gut und böse gibt es nicht. Er erlaubt sich kein Urteil. Er ist nicht dazu da, irgendetwas zu verhindern, auch das vermeintlich Schlechte nicht. Er erlaubt jeder Seele ihre eigenen Erfahrungen in der vollen Bandbreite. ER erfährt sich dadurch. Wir dürfen unsere Urteile zurücknehmen. Das "Schlechte", das "Böse" annehmen und anerkennen als Teil der Schöpfung, unserer Schöpfung. Es gibt nichts zu verdammen, zu verbannen. Egal, was du getan hast, du bist kein schlechter Mensch und du hast immer noch das Beste verdient. JEDER hat das Beste verdient. Gott liebt jeden Menschen gleich.

3. Aus dieser Annahme heraus hört der Kampf auf. Plötzlich ist alles richtig, darf alles sein und dann kann eine neue, wirklich freie Wahl getroffen werden. Das Leid hat ein Ende.

4.Die Menschheit kommt immer mehr dahin, die Schöpfermacht bewusst zu nutzen, aus der Liebe heraus, zum höchsten Wohle aller. Die Menschen werden bewusster und bewusster. Das Opfer-Täter-Spiel läuft aus. Es wird durchschaut und damit überflüssig. Es wird über kurz oder lang nicht mehr nötig sein, Schmerz zu erschaffen.

5. Wir können mit dieser Macht, mit dieser Verantwortung ganz leicht umgehen. Uns wurde ein Navi eingebaut. Unser Bauchgefühl, unsere Intuition, die Sprache unserer Seele, die Sprache der Liebe. Dieses Bauchgefühl weiß immer, was für uns gut ist und gleichzeitig dem höchsten Wohle aller dient, auch wenn es im ersten Moment vielleicht nicht danach aussieht. Wenn wir aus höchster Liebe zu uns selbst handeln, immer, dann handeln wir automatisch zum höchsten Wohle aller. Anders geht es gar nicht. Dann kann diese Symphonie entstehen, in der jeder an seinem Platz ist. Dann entsteht automatisch Harmonie, alles sortiert sich von ganz von alleine neu. Gesetze werden tatsächlich überflüssig. Es braucht keine Gerichte mehr. Eine neue Welt entsteht.

6. Dieses Bauchgefühl ist es auch, was großartige Schöpfungen möglich macht. Dieses innere Wissen, was für uns dran ist, richtig ist, erzeugt letztlich unsere Wirklichkeit. Folgen wir diesem Gefühl, folgen wir unserem Seelenplan. Dann ist ALLES möglich.
 
Ja, wir sind Schöpfer. Ja, wir haben einen freien Willen. Ja, es gibt einen Seelenplan. Ja, es gibt einen Gott. Ja, wir sind Gott. Jeder von uns. Ja, wir sind gleichzeitig Individuen. Und nein, das alles widerspricht sich nicht. Wir sind alles und nichts. Eins und getrennt. Frei und doch mit Plan. Sowohl als auch, statt entweder oder. Liebe ist die Antwort. Immer.

Wenn deine Vorstellung von Gott noch hinderlich für dich ist, dann ist sie nicht richtig. Gott will dich nicht bremsen. Gott will dich frei!


Du kannst dich nicht verpassen

Manchmal haben wir Angst, dass wir es nie schaffen werden. Manchmal haben wir Angst, dass wir uns verpassen, dass wir es doch nicht hinbekommen, unser wahres Wesen zum Ausdruck zu bringen, dass wir nicht herausfinden können, wofür wir hier sind. Manchmal haben wir Angst, dass wir wieder in die alte Kleinheit, in das "alte" Leben zurückrutschen, in die alte Schwere. Manchmal befürchten wir, dass alles nur ein Traum ist, aus dem wir irgendwann aufwachen werden.

Ich glaube diese Befürchtungen sind es, die dazu führen, dass wir uns von Menschen bedroht fühlen, die nicht aufwachen wollen, die mit ihrem 08/15-Job zufrieden sind, die sich gerne über Krankheiten, Altersvorsorge, die "großkopferten" Politiker, Krieg und andere Katastrophen unterhalten. Wir haben manchmal das Bedürfnis, diese Menschen auf biegen und brechen aufwecken zu wollen, wachrütteln. Wir spüren fast schon Jähzorn, wenn es darum geht, eine bessere Welt zu erschaffen. Eigentlich ist es manchmal schon fast Krieg. Natürlich mit dem besten Ansinnen. 

Die anderen müssen sich ganz dringend verändern, sonst ist mein eigenes Weltbild bedroht, mein eigener Weg, meine Sehnsucht. Und das ist das, was da eigentlich dahintersteckt. Die eigene Angst. Die Angst davor, dass es etwas geben könnte, was mich an meinem Weg hindert. Die Angst, äußeren Einflüssen zu erliegen, die stärker sind als ich. Darin steckt so viel Opferbewusstsein. Es zeigt so deutlich, dass ich mich eigentlich noch gar nicht sicher auf dieser Welt fühle. Es muss erst was anders werden, damit ich mich sicher fühlen kann. Es drückt nicht ansatzweise aus, dass ich Schöpfer bin.

Stell dir vor, die Welt und alle Menschen dürfen so bleiben wie sie sind. Alles darf weiterhin existieren. Krieg, Gewalt, Unfrieden, Katastrophen, unbewusste Menschen und du kannst trotzdem deine Freiheit und deinen Frieden leben, dein Licht leuchten lassen, dein Ding machen. Was, wenn dich nichts und niemand davon abhalten könnte, das genau JETZT zu tun, weil es für dich dran ist? Was, wenn du trotz oder neben dem System existieren kannst? Was, wenn wir dabei sind eine parallele Welt zu erschaffen und alles andere auch da sein darf? Was, wenn wir nichts bekämpfen oder ausmerzen müssen? Was, wenn es eben keine einflussreiche andere Macht gibt, die dir dazwischenfunken kann? Was, wenn alle Erlebnisse, die dir diese höhere Macht suggerieren, selbst erschaffen sind, weil du noch irgendwo im Opferbewusstsein bist, in der Kleinheit, in der Verunsicherung?

Was, wenn es einfach darum ginge, dir voll und ganz zu vertrauen? Deiner Macht und Kraft zu vertrauen? Was, wenn dich eigentlich wirklich nichts daran hindern kann, du zu sein, außer du selbst?
Du kannst dich in Wahrheit gar nicht verpassen! Dazu sehnst du dich viel zu sehr nach dir selbst. Vertrau dir und deiner Kraft!


Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Mittwoch, 6. März 2019

Mittendrin statt nur dabei

Wie soll ich denn wohl beschreiben, wie es mir heute geht? Ich fühle mich wie frisch gewaschen, neu geboren. Wie ein Krokus, der nach der langen Zeit unter der Erde, nach all der Entwicklung und Reifung nun endlich durchgebrochen ist und die ersten Sonnenstrahlen fühlt. Die Blätter räkeln sich. Er breitet sich aus. Entfaltet sich. Der Winterschlaf ist um!

Was für eine Energie!!! Und tatsächlich ist ja heute Neumond und er soll angeblich sehr kraftvoll sein. In solchen Sachen bin ich nicht so bewandert und ganz gleich, was Sonne, Mond und Sterne so treiben, meine Power und mein Zustand sind nicht von der Hand zu weisen. 

Heute Nacht in meinen Träumen ist nochmal richtig was passiert. Meine Güte. Transformation vom Allerfeinsten. Ein Frühjahrsputz der Extraklasse und gefühlt für mein Umfeld gleich mit. Einmal so richtig durchfegen, Müll rausbringen und frischen Wind bis in die letzten Ecken bringen. Sperrmüll wurde auch gleich abgeholt, die Fenster sind geputzt, der Boden ist wie geleckt. So hab ich mich heute morgen beim Aufwachen gefühlt. BÄHM!!! 💥 Augen auf und da war ich! 🤩 Frisch gebacken!

Mein inneres Kind reibt sich diebisch grinsend die Hände und freut sich wie Bolle. Was fressen wir als nächstes aus? Was ist noch alles möglich? Wie einfach und genial kann das alles noch sein? Was gibt es noch alles zu entdecken, zu erfahren, zu erleben? Wo ist der nächste Spielplatz? Geht es endlich los?

Dieses Leben ist so eine grandiose Spielwiese. Wir können so viele bunte Erfahrungen machen. Gleich welcher Art. Ohne Wertung schöpfen wir aus den Vollen. Es wird immer noch besser. Es gibt immer eine noch bessere Version von uns selbst, eine noch geilere. Und diese Entwicklung endet nie.

Das alles mit dieser Bewusstheit zu erleben und gleichzeitig immer noch bewusster zu werden, das Leben immer noch intensiver durch die Adern rauschen zu spüren, ist der Oberhammer! Ich glaube, in diesem Jahr werde ich noch das ein oder andere Mal die Ohren anlegen und auch die Kinnlade läuft Gefahr, dauerhaft offen zu stehen.

Also mitten rein ins pralle Leben. Ich bin bereit!

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Dienstag, 5. März 2019

Wenn die Berufung zur Falle wird

Vielleicht kommt es euch schon zu den Ohren raus, aber ich muss dieses Thema "Berufung" einfach nochmal aufgreifen. Wir Menschlein sind nämlich ganz lustige Wesen. Es gibt ja nicht nur die, die (noch) keine Ahnung haben, was ihre Berufung sein könnte und sich deswegen verrückt machen. Es gibt auch die, die eigentlich genau wissen, warum sie hier sind, den Mut aber nicht finden, endlich damit rauszugehen. Die machen sich auch verrückt. Und dann gibt es auch noch die, die zwar auch wissen, was sie hier sollen, das aber gerde nicht zum Ausdruck bringen und sich deswegen geißeln.

Um das letztere Phänomen soll es hier gehen. Da kommt einer daher und weiß von sich, dass er im tiefsten Herzen Schriftsteller ist, Autor. Er hat schon viel geschrieben. Großartig! Nur schreibt er im Moment nicht. "Scheiße!", denkt er, "was ist mit mir falsch?". Und schon ist die Panik perfekt.

Wieso neigen wir eigentlich dazu, aus den Dingen so schnell ein Dogma zu machen? Wieder stülpen wir uns eine Rolle über, wo wir doch gerade dabei sind, all die Rollen abzustreifen. Meistens war sogar der Weg in die Berufung, das Abstreifen einer Rolle. Wir wollten zum Beispiel raus aus dem Hamsterrad in der Wirtschaft. Rein in die Freiheit. Juhu! Endlich Schriftsteller sein und das leben, davon leben. Und zack hängen wir drin in der nächsten Rolle, im nächsten Gefängnis. Wir haben eine genau Vorstellung davon, wie das auszusehen hat. Ein Schriftsteller sitzt tagein tagaus am Laptop und schreibt wie verrückt, macht Nächte durch, weil es einfach nur so sprudelt. Der Rubel muss rollen. Man muss davon leben können, sonst ist man kein richtiger Schriftsteller.

Und dann kommt eine Phase, da hat dieser Schriftsteller mal keine Lust zu schreiben. Und jetzt? Alarm auf allen Ebenen. Was läuft denn da nur falsch? Warum schaffe ich es nicht, meine Berufung zu leben? Warum schreibe ich nur nicht?

Hallo? Merkt ihr was? Diesen Schuh haben wir uns selbst angezogen. Wir können ihn auch wieder ausziehen.

Ja, ich schreibe viel im Moment. Ja, ich habe tatsächlich auch schon ein Buch geschrieben. Bin ich deswegen Schriftstellerin? Gerade jetzt, vielleicht. Aber generell? Es ist ein Teil von mir. Ein Ausdruck dessen, was mich ausmacht. Manchmal bin ich Fotografin, manchmal Künstlerin und male. Manchmal bin ich Coach und manchmal bin ich Speakerin und rede über meine Themen. Manchmal bin ich Putzfrau, manchmal Köchin. Manchmal bekommt die Seminarleiterin in mir ihre Bühne und manchmal der Clown. Mal bin ich Furie, mal die ganz Stille und will mit niemandem sprechen. All das sind Facetten von mir. Ich bin all das. Immer. Nur kommt nicht immer alles gleichzeitig zum Ausdruck.

Alles in allem bin ich ich. Immer. Ich bin Mensch. Ich bin bunt. Manchmal kenne ich mich. Manchmal lerne ich mich ganz neu kennen. Entdecke einen weiteren Aspekt von mir. In jedem Moment bin ich aber vor allem eines: richtig!

Es ist der Tod jeden Fortschritts, jeder Entwicklung, wenn wir glauben etwas oder jemanden zu kennen. Wenn wir festlegen, dass wir jetzt dies oder jenes sind, dann hat plötzlich so vieles keinen Raum mehr, dann kann so vieles nicht mehr entdeckt werden. Dann ist auch so vieles falsch, weil das eben nicht zu dieser Rolle gehört, zu diesem Bild, das wir davon haben.

Dann kann es passieren, dass wir uns die größte Leidenschaft vermiesen, dass das Leuchten aus unseren Augen verschwindet, weil wir uns auf einmal dazu zwingen, auch wenn wir gerade keine Lust darauf haben. Oder wir vermiesen uns die Leidenschaft, weil sie plötzlich zum Beruf ernannt wurde und Geld abwerfen muss. Auch nicht viel besser.

Macht die Käfigtür wieder auf. Lasst euch die Freiheit, ALLES zu sein und zu tun. Hört auf, euch in Rollen zu zwängen und schaut mal, was sich entfaltet, wenn plötzlich wieder Platz da ist. Erlaubt euch, bunt zu sein.

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Montag, 4. März 2019

Das Ding mit der Berufung

Mein Post vor ein paar Tagen "Wofür bist du angetreten?" hat einige ziemlich getriggert und ein paar Fragezeichen mehr auf den Plan gerufen. Ein flaues Gefühl im Bauch hinterlassen. Eine alte Sehnsucht angefacht.

So oft habe ich gehört: "Ja, das wüsste ich auch gerne!". Ich glaube wir machen uns dieses Ding mit der Berufung manchmal ziemlich schwer. Ich glaube, es wird verkompliziert und viel zu hoch gehängt.

Ja, ich bin der festen Überzeugung, dass jeder hier eine Aufgabe hat, aber wie die aussieht, da sollten wir mal drüber sprechen. Das muss nämlich nicht der ganz große Wurf sein, das ganz große WOW! DIE Karriere, DER mega Erfolg und Knaller. Nicht jeder ist ein Schriftsteller, Künstler, begnadeter Musiker.

Die Aufgabe kann so still und unauffällig sein, ohne Berühmtheit und großen Rummel, ohne Business und den Anspruch, "davon" leben zu können. Die Aufgabe kann sein, Liebe in eure Familie zu bringen. Die Aufgabe kann sein, von Herzen Mutter zu sein. Die Aufgabe kann sein, mit absoluter Hingabe im Supermarkt die Regale einzuräumen. Heimlich die Blumenbeete der Stadt zu bepflanzen. Dem Obdachlosen in der Fußgängerzone ein Lächeln zu schenken.

Im Prinzip ist es so einfach. Es geht darum in jedem Moment du zu sein, echt und damit die Menschen zu berühren. Was immer das bedeuten mag. Jeder, der sich erlaubt, er selbst zu sein, sich voll und ganz zu zeigen, mit allem, immer, pur, der beschenkt die Welt. Der folgt in jedem Moment seinem inneren Ruf. Der lebt in jedem Moment seine Berufung. Der gibt damit allen Menschen, denen er begegnet, die Erlaubnis, das auch zu tun. Der öffnet der bedingungslosen Liebe Tür und Tor.

Ob das ganze unter einer übergeordneten Überschrift stattfindet und einen Sinn ergibt, in das Bild passt, das man von sich hat, oder nicht, das ist ganz egal. Ja, ich weiß von mir, dass ich mein Leben in den Dienst der Menschen gestellt habe. Ja, ich habe klar, dass es meine Aufgabe ist, mein Ruf, Menschen in ihre Größe zu helfen, zu helfen, sich selbst wieder zu erkennen. Ja, es tut gut, dass ich diesen roten Faden habe und ja, es tut gut, zu wissen, zu fühlen und zu erleben, dass ich meinen Platz gefunden habe.

Und gleichzeitig kenne ich die Zeiten nur zu gut, in denen ich das nicht wusste. In denen ich überhaupt nicht wusste, welchem großen Ziel ich folge. Da war nur meine innere Stimme, die mir jeden Moment zugeflüstert hat, was JETZT dran ist. Lange hatte ich nicht den Mut, dem zu folgen, denn es hat ja keinen "Sinn" gemacht. Zumindest nicht in dem Moment. Rückblickend aber schon und zwar sowas von. Rückblickend kann ich sagen, dass es sogar meine Berufung war, krank zu sein. Es war alles komplett richtig. Ich habe in jedem Moment das Richtige getan und das werde ich auch in Zukunft tun.

Deswegen kann ich euch nur ans Herz legen, in jedem Moment das zu tun, was für euch dran ist und wenn es noch so verrückt, unsinnig, unlogisch, klein, unscheinbar oder abgefahren ist. Macht es einfach. Hört auf im Voraus verstehen zu wollen. Vertraut einfach darauf, dass eure Seele schon weiß, wo genau jetzt ihr sein sollt und was genau jetzt dran und richtig und förderlich ist.

Du musst das große Ziel nicht kennen. Der eine nächste, noch so kleine Schritt reicht. Du lebst in jedem Moment, in dem du deinem inneren Ruf folgst, deine Berufung, und wenn das bedeutet, dass du gerade ein Nickerchen brauchst.



Sonntag, 3. März 2019

Beziehung 2.0


In so vielen Partnerschaften fliegt gerade der Hut. Da finden Neusortierungen statt. Das, was bisher gelebt wurde, funktioniert irgendwie nicht mehr.

Die Illusion von steter Harmonie bricht weg. Zeiten der falschen Rücksichtnahme sind vorbei. Es knallt. Alles, was bisher unausgesprochen war, kommt hoch. Es geht gar nicht mehr anders, als dass die Partner anfangen gnadenlos ihre Wahrheit zu sprechen, auch wenn das den anderen in seine tiefsten Tiefen stürzt.

Genau das ist jetzt dran. Die Wunden können nicht mehr umschifft werden. Unsere eigene Wahrheit kann nicht mehr verdrängt werden. Dem anderen zuliebe etwas tun, was uns gar nicht entspricht, geht nicht mehr. Entweder meine ich das, was ich tue und sage ernst, oder es hat keinen Bestand.

Wenn zwei Menschen anfangen, rigoros zu sich selbst zu stehen, dann kommt es unweigerlich zu Reibung. Dann kommt es aber auch unweigerlich zu Heilung. Wenn wir den Mut haben, unsere Wahrheit zu sprechen, auch auf die Gefahr hin, dass das das Ende der Beziehung bedeutet, dann sind wir wirklich in unserer Größe. Eine Beziehung, die nur bestehen kann, weil ich einen Teil von mir verleugne, ist sowieso nicht echt, sie basiert auf einer Lüge, meiner Lebenslüge.

Mann und Frau erheben sich. (Verzeiht mir, dass ich hier ganz klassisch unterwegs bin, das ist gerade mein Auftrag und soll nicht heißen, dass jede andere Form von Beziehung davon nicht betroffen ist, ich hab da nur keine Ahnung von.) Wir kommen nicht mehr an uns selbst vorbei. Alles, was nicht in der Liebe zu uns selbst ist, sprengt weg.

Diese Treue, von der immer die Rede ist, "man soll dem anderen treu sein", "man soll in einer Beziehung treu sein" gilt in Wahrheit uns selbst. Beziehung, Partnerschaft kann nur funktionieren, wenn ich MIR treu bin. Ich muss niemand anderem treu sein. Nur mir, immer, radikal. Wenn beide Partner SICH treu sind, dann kann man sich begegnen, dann kann man schauen, wer da wirklich ist und entscheiden, ob man damit leben kann und möchte. Alles andere zieht Entscheidungen aufgrund falscher Tatsachen nach sich. Alles andere ist Schauspiel.

Diese Zeit, in der wir gerade sind, duldet kein Schauspiel mehr. Diese Zeit fordert Echtheit und wenn hier überhaupt ein Eheversprechen eingegangen wird, dann doch bitte eines mit sich selbst. Ich kann die Hochzeit mit mir feiern. Ich kann mir versprechen, dass ich mich achte und ehre, dass ich zu mir stehe, in guten wie in schlechten Zeiten, dass ich mir treu bin, bis dass der Tod uns scheidet (mich und meinen Körper). Das ist alles, was ich wirklich versprechen kann und das ist auch alles, was ich dem Partner versprechen kann. Alles andere ist nicht das Gebot der Stunde.

Wir dürfen Beziehung und Partnerschaft echt neu definieren. Wir betreten Neuland. So sehr viele vor uns haben das noch nicht gemacht, noch nicht gelebt. Das heißt, es gibt fast keine Erfahrungswerte. Wir dürfen ausprobieren, spielen, eigene Erfahrungen sammeln. Und vor allem dürfen wir den Krieger und die Kriegerin entfesseln. Die Anteile in uns, die rigoros für uns einstehen.

Es darf Streit geben in einer Beziehung. Und damit meine ich nicht den Kinderkram, in dem es um alte Bedürftigkeit geht. Ich meine den Streit, der dazu dient, seine Wahrheit zu vertreten, dem anderen die Stirn zu bieten, weil es um die Liebe zu mir selbst geht. Das meine ich. Nicht einfach nachgeben, um des lieben Frieden Willen, sich nicht überbügeln lassen. Nur weil ein Sturm weht, muss ich nicht einknicken. Ich darf im Sturm stehen bleiben und selber Wind machen. Das klärt. Das heilt.

Beziehung 2.0 ist für mich, wenn sich beide in ihrer wahren Größe begegnen. Das ist nicht immer bequem, aber ehrlich und aufrichtig.

Foto: pixabay
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Freitag, 1. März 2019

Wofür bist du angetreten?

Die Frage macht was mit dir, oder? Es gibt da im weitesten Sinne eine Aufgabe, die du gewählt hast. Du hast dich mal entschieden. Du hast mal eine Wahl getroffen. 

Drückt es in letzter Zeit immer mehr? Plagt dich die Sehnsucht immer intensiver? Wird die Stimme in dir immer lauter? Schreit sie dich schon fast an? 

Da ist gerade ein enormer Schub. Das Leben will dich endlich auf deinem Platz haben. Das Leben braucht dich jetzt genau da. Für das, wofür du angetreten bist. 

Die Menschen, die ich gerade erreichen soll, wissen haargenau, dass ich sie meine. Das trifft dich, oder? Das berührt. Da regt sich was in dir. 

Was hält dich denn noch? Wo hakt es denn vermeintlich noch? Bist du nicht weit genug? Noch nicht bereit? Noch nicht fertig? Oder gibt es andere Gründe, die eigentlich keine sind? Du weißt genau, dass das im Grunde alles nur Ausflüchte sind, oder? 

Du hast den Schiss deines Lebens. Du hast Schiss vor deinem Licht. Vor deiner Größe. Schiss davor, dich zu zeigen, sichtbar zu werden. Was sollen denn die anderen denken, wenn du plötzlich da stehst und von dir behauptest, dass du dies oder jenes kannst? Was, wenn das gar nicht stimmt? Was, wenn sie herausfinden, dass das nur leere Versprechungen sind? Du den Mund zu voll genommen hast? Nicht halten kannst, was du so großspurig behauptet hast? 

Mal ehrlich, du weißt, dass du es verdammt nochmal drauf hast! Du weißt, was du zu bieten hast, wofür du angetreten bist. Du weißt, dass du brillant bist. Aber du traust dich nicht, das rauszuhauen. Das macht man nicht! Und wenn es dann die anderen machen, einfach so, vor dir, sich zeigen und vielleicht was machen, was du schon so lange selbst machen wolltest, dann packt dich der Neid. Wie können die nur? Das wolltest doch du machen. 

Wie lange willst du dieses Spiel noch treiben? Gehst du dir nicht allmählich gehörig selber auf den Senkel? Auf was willst du denn noch warten? Wer sollte dir denn die Erlaubnis geben? Wer muss kommen und dir deine Genialität bescheinigen? Ich sag dir was. Da kommt keiner. Überraschung! Das darfst du schön selbst machen.  

Das blöde ist, du betrügst dich nicht nur selbst. Du betrügst auch die Welt. Du betrügst die Welt um das Geschenk, das du bist. Du hast da mal was versprochen. Lange bevor du hier angetreten bist. Du hast versprochen, hier deinen Teil beizutragen. Du hast gewählt. Gaben, Talente, Fähigkeiten. Und jetzt tust du es einfach nicht. Du nutzt sie nicht. Lässt sie brach liegen. Das ist echt nicht nett. Das Leben wartet auf dich. Das Leben will dich. Die Welt will dich. Die Menschen wollen dich. 

Wann schenkst du dich uns endlich? Wann löst du endlich dein Versprechen ein? Ich würde sagen JETZT ist echt ein guter Zeitpunkt.

Foto: Canva

Donnerstag, 28. Februar 2019

Männer und Frauen und die Sache mit der Heilung

Ich glaube Männer und Frauen heilen größtenteils unterschiedlich. Das ist mir heute wieder extrem bewusst geworden. Es hat geknallt. So richtig. Zwischen Mischa und mir. Kaum zu glauben, aber wahr.

Die Erkenntnisse daraus sind so heilsam für uns beide, dass ich euch davon erzählen will.

Wenn ich meine eigene Heilung rückwirkend betrachte, dann kann ich feststellen, dass ich immer weiter zurückgegangen bin. Erst habe ich mich mit der aktuellen Gegenwart beschäftigt. Damals, als es dringend notwendig war, meinen Job zu kündigen. Ich habe mir das alles angeschaut, verstanden, gefühlt, durchdrungen, Muster erkannt. Dann bin ich weiter zurückgegangen. Kindheit, Schulzeit, Teenyphase. Weiter zurück - Schwangerschaft, die Zeit im Mutterleib, die Phase vor der Inkarnation, die Geburt. Gefühlt, erkannt, verstanden, durchdrungen. Und dann weiter zurück. Frühere Leben. Immer dann, wenn es wichtig war.

Es war im Prinzip immer das gleiche. Hinschauen, fühlen, verstehen, umschreiben. Ich habe die Situationen im Nachhinein verändert, mit meinem inneren Kind geredet, Abläufe in früheren Leben verändert. Nicht willentlich, sondern durch absichtsloses Hinschauen. Ich habe meine Vergangenheit im Prinzip komplett neu geschrieben. Das ist meine Art, die für mich super funktioniert. Ich wollte immer sehen und verstehen, was da war, das meine Gegenwart unbewusst gestaltet hat. Da sind Muster entstanden in der Vergangenheit, die mein JETZT gestaltet haben und die habe ich gefunden und verändert.

Das alles hat sich mehr oder weniger ergeben. Es ist passiert. War stimmig für mich in Meditation solche Prozesse zu begehen. Vieles davon habe ich hier auf meinem Blog festgehalten, für mich, für andere.

Für meinen Partner zum Beispiel funktioniert das überhaupt nicht. Wie oft haben wir uns deswegen in der Wolle gehabt. Wie oft habe ich ihm vorgeworfen, dass er ja nur nicht hinschauen will. Aber es war und ist einfach nicht sein Ding.

Kürzlich habe ich mich mit einem anderen Mann genau über diese Art und Weise des immer wieder Zurückgehens unterhalten. Er war der Auffassung, dass man damit nur immer wieder in altem Schmerz wühlt und nichts verändert. Es wäre wichtig, zu verstehen, dass das alt ist, dass das mit dem Jetzt nichts mehr zu tun hat. Es wäre wichtig nach vorne zu gehen und sich die Geschichte nicht wieder und wieder zu erzählen. Es ginge darum, das JETZT zu leben.

Der Unterschied ist, dass ich mir nicht leidend die Geschichte wieder und wieder erzähle. Ich heile rückwirkend, fühle bejahend, erkenne an und verändere. Die Geschichte ist damit durch und muss eben nicht mehr wiederholt werden. Weder damals noch heute. Für mich ein gravierender Unterschied. Meine Heilung hat genau so funktioniert. Deswegen kann ich jetzt so frei sein.

Und dann heute die Sache mit Mischa. Ich habe mich erinnert an frühere Leben, daran, dass wir uns schon so oft Schmerz zugeführt haben, uns sogar umgebracht haben, weil wir den anderen als Bedrohung empfanden, nicht neben uns akzeptieren konnten. Die Erinnerungen waren einfach da. Ich habe nicht danach gesucht. Ich wollte nicht im "alten Dreck" wühlen. Es ist passiert und es war wichtig für mich, das zu erkennen. Es hilft mir, unser jetziges Verhältnis zu verstehen, unsere Aufgabe, um das zu verstehen, was hier gelebt werden will.

Ich habe es ihm erzählt, wollte ihn teilhaben lassen und er wollte es einfach nicht wissen. Es ginge darum, das JETZT zu gestalten. Das ganze Alte wäre irrellevant. So zumindest kam es bei mir an. BOOM! Das saß. Und da kam die Wut. Die Wut darüber nicht anerkannt zu werden mit meinen Wahrnehmungen, mit meiner Wahrheit. Die Wut darüber, dass mein Weg, meine Art und Weise anscheinend weniger wert sind, nicht von Bedeutung. Es war das Gefühl, dass sein Weg offensichtlich der richtigere ist und ich wieder einen Teil von mir verbergen müsste, damit das mit uns funktioniert.

Der ganze alte Rotz, der früher dazu geführt hat, dass wir uns gegenseitig beseitigt haben, war plötzlich wieder da. An diesem Punkt waren wir schon so oft. Und jetzt geht es darum es genau anders zu machen.

Seine Art und Weise nach vorne zu gehen und die Vergangenheit die Vergangenheit sein zu lassen, hat ihm den Arsch gerettet. Er hat sich das angeschaut, was auf dem Weg nach vorne hochkam, gefühlt werden wollte. Er hat deswegen auch nicht weggeschaut. Keinesfalls. Nur anders hingeschaut. Er ist die Sache komplett anders angegangen. Auch er hat sich geheilt. Und zwar sowas von. Das war sein Weg. Das, was für ihn super funktioniert hat. Für ihn ist alles andere tatsächlich Zeitverschwendung.

Und meine Heilung hat ganz anders stattgefunden. Beides darf nebeneinander existieren. Wir haben uns vorhin gegenseitig nochmal in den tiefsten Schmerz geführt. Wir waren beide bereit, alles zu verlieren, unser gemeinsames Wirken aufzugeben, wenn es nötig gewesen wäre, damit wir mit unserer Wahrheit stehen bleiben konnten. Wir waren nicht mehr bereit, einzuknicken, nur um es dem anderen recht zu machen oder ihn vor seinen Gefühlen zu schützen. Wir standen da, wild entschlossen, uns selbst treu zu bleiben, auch wenn das zur Trennung führen würde.

Das war der Moment der Heilung. Da standen wir in unserer vollen Größe. Jeder hatte auf seine Weise recht und es gab nicht mehr zu tun, als den anderen damit anzuerkennen. Für mich war es wichtig, das Alte zu verstehen. Für ihn war es wichtig, nach vorne zu gehen, sich auf die Ressourcen zu konzentrieren. Beides ist absolut gleichwertig. Beides ist absolut richtig.

Jetzt haben wir auch die Rollenverteilung in unserem Wirken. Er steht für das nach vorne gehen, für Stärken finden, weitergehen, egal, wie die Vergangenheit ausgesehen hat. Stark, klar, entschieden, ohne Kompromiss. Und mit mir kann man nochmal nach hinten schauen und verstehen, rückwirkend heilen, erkennen.

Es geht nicht darum, sich dem anderen anzupassen. Es geht darum, in der Andersartigkeit, in der Unterschiedlichkeit die Stärke und die Erweiterung zu sehen. Was haben wir für ein Komplett-Paket? Und damit dürfen wir jetzt spielen und schauen, auf wem gerade die Kraft liegt und wer besser die Schnauze hält. Vorangehen oder nochmal zurückschauen. Herrlich.

Männlich und weiblich vom Allerfeinsten. Gleichzeitig dürfen wir hin und her switchen und auch mal im "Revier" des anderen wildern. Ich kann nach vorne treiben und er bremsen und bedächtig sein. Alles ist möglich. Und alles, was der andere vielleicht besser kann, ist ein Riesengewinn für uns beide.

Ich kann akzeptieren, dass manche Dinge, die mir wichtig sind, für ihn nicht relevant sind. Und manche Dinge sind für mich nicht relevant, die für ihn entscheidend sind. Gleichzeitig dürfen wir den anderen dennoch anerkennen. Mehr ist es nicht. Sein lassen. Die Stärken nutzen. Nichts ist besser oder schlechter.

Was für ein heiliger Prozess!!! Was für eine Heilung! So geht für mich dieses Ding zwischen Mann und Frau. Danke, Mischa, dass du mit mir im Feuer stehen geblieben bist. Danke, dass ich jetzt darüber schreiben darf. 

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Mittwoch, 27. Februar 2019

Es gibt keine Fragen mehr

Was ich mache? Ich staune! Und staune! Und staune! Es klackert und sickert. Es rutscht noch tiefer. Unfassbar, dass man immer noch mehr ankommen kann. Immer noch tiefer fühlend verstehen kann. Immer noch tiefer eindringen kann in die Essenz allen Seins, ins All-Bewusstsein. 

Wir sind Alles-was-ist. Wir wissen ALLES. Wir tragen das ganze Universum in uns über alle Zeiten, in allen Formen, mit allem Wissen, mit allem, was jemals war und jemals sein wird. Was könnten wir daher nicht wissen? Was sollten wir noch lernen? Wir brauchen uns doch nur zu erinnern. 

Was gäbe es zu tun, was nicht unserer Essenz entspricht? Zu welchem Zweck sollte das geschehen? Was hätte es für einen Sinn, Dinge zu tun, mit denen wir nicht 100 % konform gehen? Es wäre verschwendete Zeit. Wie hat Dana Brocks neulich so schön geschrieben? Es ist nicht so, dass es viel zu tun gibt. Es gibt vor allem viel zu lassen. 

Das schafft letztlich den Raum, in dem das entstehen kann, was wirklich zu uns gehört. Ein wunderbares Vakuum, das das anzieht, was da wirklich sein will.  

In diesem wunderbaren Zustand der völligen Hingabe und Aufgabe, der Verschmelzung mit dem Moment, gibt es keine Fragen mehr. Nur noch Antworten! 

Danke Mischa, für deine grandiose Inspiration.

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Liebe geht weit über die Partnerschaft hinaus

Liebe ist bei weitem nicht nur für die Partnerschaft reserviert. Liebe ist bunt und vielfältig wie das Leben an sich. Ich liebe mein Patenkind anders als meinen Neffen. Liebe meinen Partner anders als meine Schwester. Und dennoch liebe ich sie alle. Ich liebe so unfassbar viele Menschen und jeden auf eine ganz eigene Art.

Warum ich davon erzähle? Weil sich viele genau für solche Gefühle verurteilen, die nicht ihrem Partner gelten. Ich liebe total viele Menschen, die weder blutsverwandt sind noch mein Partner sind. Ich liebe Männer und Frauen, die ich bis vor zwei Jahren noch nicht mal kannte. Ich berühre diese Menschen. Wir umarmen uns minutenlang, halten uns. Wir blicken uns tief in die Augen, kommunzieren so ohne Worte. Wir fassen uns an den Händen. Wir kuscheln. Wir küssen uns. Wir sagen uns, dass wir uns lieben. Aus tiefstem Herzen.

Wir sind uns so nah. Jeder darf sein wie er ist. Da ist die vollkommene Annahme des anderen. Da ist eine Verbindung, die so tief geht, dass es dafür keine Worte gibt.

Ich setze jetzt noch einen drauf. Es passiert mir sogar, dass mein Unterleib reagiert, anfängt zu pulsieren, wenn ich einem Mann begegne, der voll und ganz da ist, präsent, in seiner Kraft, in seiner Balance, der weiß, wer er ist. Meine Weiblichkeit erkennt die echte Männlichkeit. Das hat nichts damit zu tun, dass ich Sex mit diesem Menschen haben will. Das hat einfach etwas damit zu tun, dass mein System andockt. Da findet Erkennen statt. Ich finde diesen Menschen anziehend, attraktiv, weil Selbstbewusstsein im eigentlichen Sinne attraktiv IST. Die innere Schönheit macht es aus.

Immer öfter bemerke ich, dass ganz viele Menschen eigentlich auch diese Impulse und Gefühle haben und sie sich nicht zugestehen, ja sich sogar davon bedroht fühlen, oder sich dafür verurteilen. "Das geht doch nicht! Was soll denn der Partner denken? Ich bin doch in einer Beziehung, da kann ich doch keinem anderen Mann/keiner anderen Frau sagen, dass ich ihn/sie liebe! Oder sie gar anfassen, länger umarmen, als es bei einer Begrüßung üblich ist. Diese ganze Anziehung ist überhaupt generell nicht in Ordnung." So denkt es in vielen Köpfen.

Doch! Das alles ist völlig in Ordnung. Das ist das eigentlich Normale. So geht zwischenmenschliche Beziehung eigentlich wirklich. Das hat uns nur keiner gesagt. Zumindest ist das meine Wahrheit.
Versteht mich nicht falsch. Ich selbst habe für mich die Monogamie gewählt. Alles andere geht für meinen Partner und mich nicht. Und gleichzeitig haben wir diese engen und innigen Beziehungen zu anderen Menschen. Das eine schließt das andere nicht aus. Es ist eine Erweiterung. Eine unfassbare Bereicherung. Die Welt wird weiter, bunter, größer, vor allem die Gefühlswelt.

Dieses Thema triggert. Ich weiß das. Wir können damit uns in vielleicht krasse Prozesse stürzen und wir können damit unsere Partner in fette Prozesse stürzen. Prozesse, die wahrscheinlich nötig sind.
Die Frage ist: Was will denn mein Herz?

Was ist meine eigene tiefste Wahrheit? Gibt es da Sehnsüchte und Impulse, die ich unterdrücke? Wie will ich zwischenmenschliche Beziehungen wirklich leben? Nach was schreit es in mir? Was darf ich mir erlauben? Wo will ich mich öffnen? Was ist Liebe überhaupt für mich?

Da mutig hinzuschauen, lohnt sich so sehr. Da aufzumachen und sich von diesen wunderbaren Gefühlen fluten zu lassen, macht so reich. Liebe will nicht rationiert werden, beschränkt, eingedämmt. Liebe will fließen. Liebe ist Überfluss. Umarmungen heilen. Nähe ist Nahrung. Nehmt euch das nicht. Verbietet es euch nicht. Das alles ist so wertvoll.


Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche




Dienstag, 26. Februar 2019

Selbstliebe - lass es sein!

Selbstliebe, was für ein großes Wort. Schon alleine dieses Wort führt so oft dazu, dass wir uns verurteilen, weil wir es eben nicht können - uns selbst lieben.

Dieses Thema scheint gerade extrem im Feld. Es begegnet mir quasi an jeder Ecke. Und ich mag was dazu sagen. ;) Wie viele Ratgeber es alleine zur Selbstliebe gibt. Und dabei reicht vielleicht ein einziger, neuer Blickwinkel. 

Oft denken wir, dass wir uns auf keinen Fall so zeigen können, wie wir wirklich sind. Wenn der andere nämlich sehen würde, wie wir tatsächlich sind, mit all unseren Ecken und Kanten, Fehlern und Mängeln, absurden Ideen, Wünschen, Träumen, Ängsten, Sorgen, mit unserer Kleinheit, dann, ja dann würde er direkt merken, dass wir gar nicht liebenswert sind. Dann würde er einsehen, dass er sich getäuscht hat und sich von uns abwenden. Das ist die einzige logische Konsequenz für uns. Etwas anderes können wir uns nicht vorstellen. 

Wir haben genau das so oft erlebt als Kind. Ständig haben wir erfahren, dass etwas an uns nicht richtig ist. Die Gefühle, die gerade da waren. Das, was wir gemacht haben.  

"Du brauchst doch keine Angst haben."
"Hör jetzt auf zu bocken!"
"Na den Vogel hast du aber nicht schön gemalt. Da fehlt ja ein Flügel."
"Du bist aber nicht schön, wenn du wütend bist."
"Jetzt hast du Mama traurig gemacht."
"Guck mal, der Teddybär weint, wenn du nicht aufisst." 

Ich könnte jetzt ewig weitermachen. Kennt ihr solche Sätze? Sie scheinen so lapidar und sind gleichzeitig so vernichtend. 

Wir haben gelernt, dass wir nur in bestimmten Situationen richtig sind. Dass nur bestimmte Gefühle richtig sind. Dass wir etwas falsch machen, wenn wir eben gerade nicht so sind. Diese Erfahrungen sind es, die das größte Hindernis darstellen, wenn es ums authentisch sein geht, ums echt sein. Wir durften nie echt sein, weil wir von unseren engsten, liebsten Menschen dafür verurteilt wurden. 

Wir haben gelernt, zu verstecken, zu verbergen, zu verdrehen, zu verdrängen, zu verurteilen. Und jetzt? Jetzt stehen wir da, unfähig uns im Spiegel in die Augen zu schauen. Unfähig, uns unserem Partner wirklich zu öffnen. Unfähig, uns selbst gut zu finden. Unfähig, uns zu lieben. Diese verdammte Selbstliebe und dass wir sie nicht beherrschen, macht uns fertig. Das nächste Urteil: Selbst dazu sind wir anscheinend zu blöd.  

Für meine Begriffe geht es ums "sein lassen". Sich sein lassen. Wir müssen uns nicht super großartig und toll finden. Wir dürfen uns einfach sein lassen. Mit der Angst, verlassen zu werden. Mit der Angst, nicht zu genügen. Mit all den Verurteilungen. JETZT! Genau jetzt darf alles sein. Genau JETZT sind wir gut genug. Egal, was sich in diesem JETZT zeigt. 

Die Vorstellung, dass wir uns erst dann lieben können, wenn das alles wegoptimiert ist, ist eine Illusion. Das macht Druck und Stress und führt uns noch weiter weg von uns.

Selbstliebe ist es, sich nicht lieben zu dürfen. Selbstliebe ist es, sich scheiße finden zu dürfen. Selbstliebe ist es, verzweifelt sein zu dürfen. Selbstliebe ist es, den Widerstand gegen sich selbst zu erlauben. Selbstliebe ist es, sich sein zu lassen. Immer, mit allem. Selbstliebe ist es, dich dir selbst zu erlauben, ganz. Dein "so sein" zu erlauben.

Foto: Canva

Donnerstag, 21. Februar 2019

Ich darf im Herz bleiben

Ich kenne es nur zu gut aus meiner eigenen Zeit, als ich angefangen habe, Dinge zu hinterfragen. Dinge wie die "sichere" Rente, dass es nun mal so ist, dass man irgendeinem Job nachgehen muss, dass man nicht so einfach aussteigen kann, dass das Leben eben kein Ponyhof ist, dass man immer wieder Kröten schlucken muss und dass man nicht einfach seiner Freude folgen kann. Wo kämen wir denn da hin? Stell dir nur vor, das würde einfach jeder machen. Ts...

Die Stimme meines Herzens wurde lauter und lauter und sie hat mir ganz andere Dinge gesagt, als das, was ich da so gemeinhin in der Gesellschaft gesehen habe. 

So oft hab ich mich einschüchtern lassen, bin eingeknickt, habe angefangen wieder an mir zu zweifeln, habe meine Wünsche, Sehnsüchte und Träume verheimlicht und bin so manches Mal zu dem Schluss gekommen, dass mit mir irgendwas falsch sein muss. Irgendwie hatte ich da noch das Gefühl, dass der andere einfach "rechter" hat, dass ich es bin, die falsch liegt.

Auf die Idee, dass meine Meinung und meine Sicht genau gleichwertig ist, dass wir trotz Meinungsverschiedenheit auf Augenhöhe sein könnten, dass beide Wahrheiten nebeneinander existieren können und dass ich mich mit meiner Wahrheit nicht verstecken muss, bin ich lange nicht gekommen. Ich hab mich immer wieder angepasst und mich entweder ganz zurückgezogen oder habe große Teile von mir ausgeblendet.

Gestern habe ich mir ein Interview mit Christoph Fasching angeschaut. Auf die Frage, wie man in so einer Situation reagieren soll, wenn ein Verstandesmensch auf einen Herzmenschen trifft, kam sinngemäß diese Aussage: Du möchtest im Verstand bleiben. Respektiere bitte, dass ich im Herz bleiben möchte.

BÄHM! Das hat bei mir nochmal voll eingeschlagen. Plötzlich ist man in so einer Begegnung in seiner Kraft. Plötzlich ist da Augenhöhe. Plötzlich ist da ein ganz klares Statement von mir, eine ganz klare Ansage, dass ich mich bestimmt nicht verbiegen werde und auch nichts von mir verstecken werde. Da stehe ich mit meiner Meinung und das kann gut dazu führen, dass das Gespräch an dieser Stelle beendet ist, weil man so gar nicht mehr zusammenkommt. Und das ist in Ordnung.

Weil ich weiß, wie schrecklich ich mich früher oft gefühlt habe, wollte ich diese Aussage, diese Sicht der Dinge unbedingt mit euch teilen. Ich glaube, dass sie dem ein oder anderen seeeehr gut tun wird.


Much love!!! 💕

Text und Gestaltung: Anja Reiche


Mittwoch, 20. Februar 2019

Ich habe Worte für das Unaussprechliche


Ich höre immer wieder, dass ich Dinge benenne, für die anderen die Worte fehlen, dass ich ausdrücken kann, was andere nicht richtig greifen können, nur schemenhaft wahrnehmen. Gerade in den letzten Tagen und Wochen bedanken sich immer wieder Menschen bei mir, dass ich das schreibe und sage, was in ihnen vorgeht.

Das hat gerade dazu geführt, dass ich mich erinnert habe, wie mein Weg so anfing, was ihn vor allem auszeichnet. Ich rede mit allem und jedem. Ich rede mit meinen Organen und Körperteilen, mit Symptomen und meiner Seele. Ich rede mit meinen Gefühlen. Ich rede mit meinem inneren Kind, mit Gott, Mutter Erde, den Drachen, anderen Seelen, Pflanzen, dem Bach vor der Haustür, ja selbst mit Gegenständen.

Wenn ich eintauche in etwas, in eine Situation, in die Energie eines Menschen, in die Energie eines Wesens, in die Zeitqualität, in mich, in meine Gefühle, dann ist das, wie wenn ich im Kino sitzen würde. Alles nimmt Gestalt an. Gefühle, Organe sind plötzlich Persönlichkeiten. Vor mir entspinnt sich ein Film, ich sehe eine Szene und muss einfach nur beschreiben, was da los ist. Wer mit wem und warum. Was wie zusammenhängt. Ich spreche in Bildern, weil ich diese Bilder sehe. Ich erzähle einfach, was vor meinem inneren Auge geschieht, drücke aus, wer sich wie fühlt, was wer braucht. Ich sehe das System, die Zusammenhänge, halt eben das, was jetzt genau gesehen werden will, wo der Schuh drückt, was gerade da ist.

Es ist eine Momentaufnahme, eine Standortbestimmung und gleichzeitig können durch dieses bloße Hinsehen und Beoachten die Dinge in ihre natürliche Ordnung zurückfallen. Absichtslose Beobachtung ist Heilung.

Schon so oft war ich in diesen inneren Bildern von anderen unterwegs, als Beobachter, Dolmetscher. Ich übersetze die Sprache der Seele. Manchmal "stand" ich selber staunend da und habe mich gefragt, wie da jetzt noch der Dreh reinkommen soll, weil die Situation so festgefahren schien. Und ich habe weiter beobachtet, diese Phase der Lösungslosigkeit einfach sein lassen. Es kommt immer der Moment, wo die Dinge wieder in Bewegung kommen. Es geht immer von ganz von alleine weiter. Manchmal hilft auch die richtige Frage, manchmal einfach die Stille, das Seinlassen. Aber der Dreh kam letztlich immer.

So hat alles bei mir selbst angefangen, in meiner eigenen inneren Welt. Die Wut eine Katze, die Angst eine Schlange, der Mangel eine Fledermaus, die Ohnmacht ein Schimpanse usw. Ich bin ihnen wieder und wieder begegnet in meinem inneren Film und habe geschaut was passiert, habe Fragen gestellt, bin in den Dialog. So geschah Heilung in der Tiefe, so hab ich so vieles verstanden über das Leben und mich.

Dieser Zugang zu mir hat mir den Zugang zu anderen eröffnet. Ich lese in Menschen wie in offenen Büchern, wenn ich die Richtige dafür bin. Und so kommt es, dass ich meist Worte finde, wo sie anderen fehlen. Ich habe Worte für das Unaussprechliche, für das Körperlose, für die Energien, die Zustände und Umstände. Ich spreche die Sprache der Seele, die Sprache der Herzen.

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Dienstag, 19. Februar 2019

Ich spreche meine Wahrheit

Mal wieder... Mal wieder ist es diese Herausforderung. Und ich bemerke wie ruhig ich dabei bin. Viel entspannter als noch im April letzten Jahres, als dieses Bild entstanden ist. 

Meine Wahrheit spreche ich mittlerweile schon fast selbstverständlich. Manchmal bemerke ich noch ein kleines Zucken, ein mildes Zögern. Aber wirklich abbringen lasse ich mich nicht mehr. Manchmal kostet es mich noch ein wenig Überwindung, aber ich tue es trotzdem, bereit einen etwaigen Sturm auszuhalten. Ich weiß, dass dieser Sturm nicht wirklich etwas mit mir zu tun hat. Es sei denn, der Sturm "trifft mich", macht mich betroffen. Dann betrifft er mich. Dann darf ich hinschauen. Wenn das alles nichts mit mir macht, ist er nicht meine Angelegenheit.  

Ich habe vielleicht jemanden ent-täuscht oder vermeintlich verletzt, habe ihn in seine Prozesse gestürzt. Und das ist ok. Wir können und müssen die anderen nicht vor ihren Gefühlen bewahren. Das ist nicht meine Aufgabe. Wenn ich in völliger Achtsamkeit und Wertschätzung mir gegenüber, meine Wahrheit spreche, ist das alles, was ich für den Moment tun kann. Was damit beim anderen passiert, liegt nicht in meiner Hand. 

Diese Ruhe in mir festzustellen, diese Selbstverständlichkeit ist großartig. Ich bin wieder noch mehr in meiner eigenen Verantwortung angekommen, noch mehr im Frieden mit mir.   Genau dafür sind diese Schleifen nötig. Immer mal wieder kommen wir am gleichen Thema vorbei und jedes Mal können wir wieder mit ganz anderen Augen drauf schauen. In jeder neuen Runde sind wir weiser, reifer, heiler, standhafter. 

Dafür sind diese Schleifen. Wir dürfen unseren eigenen Prozess bestaunen und bemerken wie sehr wir uns ent-wickelt haben.

Foto: Canva

Montag, 18. Februar 2019

Ich entscheide mich wieder und wieder für mich

Anscheinend darf ich nochmal eine Runde drehen. Mal wieder eine Runde auf dem Karussell das da heißt "Sag ja zu dir selbst!". Und zwar in Bezug auf meinen Wert und Geld.

Staunend beobachte ich, dass ich in letzter Zeit fast nur noch Anfragen von Menschen bekomme, die zwar meine Hilfe wollen und brauchen, mir aber im gleichen Atemzug sagen, dass sie kein Geld haben, um mich zu bezahlen. Interessant.

Noch vor einigen Wochen lief es wie am Schnürchen. Fülle von vorne bis hinten, Aufträge, die richtig gut bezahlt wurden. Ich wurde wertgeschätzt in Form von Geld. Meine eigene Wertschätzung mir gegenüber, drückte sich auch in materieller Fülle aus. Perfekt! Man hätte vermuten können, ich wäre "durch" mit dem Thema. Ob dieser Vermutung liegt das Leben gerade lachend am Boden und amüsiert sich köstlich. 😉


Mir ist schon klar, dass manchmal die ein oder andere Schleife einfach nötig ist, damit Erkenntnisse und Einsichten nochmal tiefer rutschen dürfen, damit wir noch gerader stehen können, damit wir noch sicherer werden, in dem, was wir fühlen und wirklich authentisch handeln können, absolut selbst-bewusst sein können. Damit wir uns wieder und wieder und wieder für uns selbst entscheiden.

Anscheinend ist auch bei mir hier nochmal eine Festigung dran. Na gut... Dann schauen wir mal hin. Ich darf nochmal wieder mehr lernen, nein zu sagen und damit ein ganz klares JA zu mir selbst auszusprechen. Noch einmal mehr darf ich mir bewusst machen, dass meine Arbeit verdammt wertvoll ist, dass ich Geld verlangen DARF. Ich muss nicht Mutter Theresa spielen. Ich muss niemanden retten. Es ist nicht verwerflich, solche Anfragen abzulehnen. Niemand würde auf die Idee kommen, den Dachdecker anzurufen und davon auszugehen, dass der kein Geld dafür will, unser Dach wieder dicht zu machen. Niemand geht in den Supermarkt und erwartet, dass der volle Einkaufswagen unbezahlt zum Auto geschoben werden kann. Auf die Idee kämen wir gar nicht.

Wieder darf ich mir bewusst machen, dass diese "nicht sichtbare" Arbeit wertvoll ist. Vielleicht sogar wertvoller als ein dichtes Dach. Aber ich will nicht in die Bewertung gehen. Letztlich ist jede Art von Wirken wertvoll und jeder einzelne darf entscheiden, wofür er sein Geld ausgeben will.

Gerade habe ich zu dem Thema auch noch einmal eine Drachenkraft-Energiekarte gezogen von der wunderbaren Gaby Shayana Hoffmann. Ich wollte sichergehen, dass ich nicht irgendeinen blinden Fleck übersehen habe. 😉 Und was hab ich gezogen? Die Karte "NEIN" mit dem kurzen Text "Mein Nein zu anderen ist ein JA zu mir selbst." Hach, ich liebe die Drachen einfach. Ganz meine Rede.

Ich werde mich nicht mehr unter Wert verkaufen. Das habe ich früher nur all zu oft gemacht und ich blieb immer mit einem schalen Gefühl zurück. Ich bin weder Feuerwehr noch Seelsorge und wie gesagt auch nicht Mutter Theresa. Meine Arbeit kostet Geld und daran gibt es nichts zu rütteln. Ich weiß, was ich kann. Ich weiß, wie wertvoll mein Wirken ist. Ich gebe so viel gratis und das wirklich gerne. Und wer mit mir arbeiten will, der darf mich bezahlen. Ganz einfach. Damit bin ich weder unverschämt, noch überheblich, noch lasse ich Menschen im Stich. Ein schlechtes Gewissen brauche ich deswegen nicht zu haben. Ich darf un-verschämt zu mir stehen. Ich sorge für mich. Ich stehe für mich ein. Ich erkenne meinen Selbstwert an. Ich entscheide mich nicht gegen die anderen, sondern für mich! Wieder und wieder und wieder.

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche