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Freitag, 10. April 2026

Ich kann nirgends anders hin und will nirgends anders hin

Ich mag euch mitnehmen, wie es nach diesem Auftun des Abgrundes weiterging, wie die Zeit der totalen Destabilisierung war und wo ich jetzt bin.
Eine Erkenntnis aus dem inneren Schwimmen

Mir wurde noch einmal extremst bewusst, dass die "Wahrnehmung" meiner Mutter von mir letztlich über alles bestimmt hat. Ich wurde nach ihrer Fasson behandelt und nicht danach, wer ich wirklich bin. Was sie in mir gesehen hat - die Bestätigung ihrer Wunde - hat sie zu meinem SoSein erklärt.

Die Rückmeldungen von ihr an mich als Kind, Jugendliche, als junge Erwachsene waren, ich bin falsch und unehrlich. Ich spiele ein falsches Spiel. Ich bin scheinheilig. Zu allen kann ich scheiß freundlich sein, nur bei ihr zeig ich mein wahres Gesicht. "Außen hui, innen pfui", ein Ausspruch, der sehr oft von ihr kam. Immer mit diesem unkenden, vorwurfsvollen, anklagenden "Du wirst schon noch sehen"-Tonfall. Und gefühlt war auch Verachtung dabei. 

Etwas in mir wollte in diesem ganzen Prozess der letzten Tage immer wieder - natürlich -, dass dieses fiese Gefühl der Isolation aufhört. Der absoluten Ohnmacht. Des Entsetzens. Dieses "Ich kann nicht machen, dass ich anders fühle, der andere muss doch zur Besinnung kommen"-Entsetzen".

Es zeigte sich ein inneres Bild. Eine 16-Jährige, die einen blutverschmierten Giftstachel zwischen Daumen und Zeigefinger hält. Sie hatte ihn sich schon rausgezogen, fragte sich, was sie jetzt damit machen soll. Etwas in ihr zögerte. Sie konnte ihn nicht einfach wegschmeißen. Etwas Schlimmes könnte passieren. Sie wollte gerade Gott fragen, was sie damit machen soll, ob sie ihn weglegen dürfte, da war er schon da, nahm ihr den Stachel aus der Hand, zertrat ihn nachdrücklich und vehement, riss sie in ihre Arme und sagte leise und unendlich gütig: "Hör auf mit dem Scheiß."

Was diese 16-Jährige hat zögern lassen, dieses drohende Schlimme, wollte dennoch noch erforscht werden. Es fühlte sich soooo groß an. Also schrieb ich mich durch.

"Was passiert, wenn ich den Giftstachel wegschmeiße?

Wäre das leichtfertig? Darf ich das? Verpasse ich was? Vermassel ich mir was? Geschieht dann etwas irreparables für mich? Vertue ich eine einmalige Chance?

Die könnten etwas wissen, was ich nicht weiß. Und nur über sie komme ich an die wichtigen "Informationen". Als ob sie vielleicht zu etwas Zugang hätten, was mir verborgen ist und nur über sie erreichbar ist. Den Zugang zum Leben. Den Zugang zur Wahrheit. Zur Wahrhaftigkeit. Den Zugang zu meinem Leben. Zu meinem Glück. 🔥🔥🔥 Da geht's lang!

Das ewige Damoklesschwert meiner Mutter: "Du wirst schon noch sehen, was du davon hast! Irgendwann denkst du an mich."

Als wenn ich es irgendwann schrecklich bereuen müsste, nicht auf sie gehört zu haben."


Sie (alle, die diesen Zweifel in mir berührt haben) sprechen aus der Trennung, nicht aus der Quelle. Ihre Augen sind kalt. Es herrscht kriegerische Atmosphäre. Da ist keine Wärme. Da ist kein Wohlwollen mir gegenüber. Alles, was sie mir "sagen", wird förmlich ausgespuckt, mir entgegen geschleudert. Der Ton ist messerscharf. Vorwurf und Anklage schwingen mit.

Da wird mir (der 16-Jährigen) klar, meine Mutter war nicht ansatzweise mit sich verbunden. Meinem Teeny gehen die Augen auf. Sie spürt aus welchem "Raum" das kommt und dass daraus keine Wahrheit kommen KANN. Sie kann die Ursache für den Nichtgleichklang zum ersten Mal im anderen verorten. Der andere ist getrennt von sich.

Dann klingelt es ganz gewaltig:

Ich war/bin schon da, wo sie mich hätten hinbringen sollen (bzw. mir helfen, mich darin zurecht zu finden) und dann sagen sie mir: "Du wirst schon sehen!"

Ich gehe tiefer.

Ist es im Grunde die Verunsicherung, ob ich wirklich bei mir, bei Gott und wahrhaftig bin? Genau das!

Christian sprach mir in erwähntem Moment meine Wahrhaftigkeit ab. Meine Mutter tat genau das. Sie hat mich ständig im ganz Grundsätzlichen für falsch erklärt. DAS ist der Giftstachel gewesen, der da "installiert" wurde. Ich hab dennoch getan, was für mich stimmig ist und gleichzeitig war immer wieder der Zweifel, der schwelte. Eben das drohende, unkonkrete, namenlose Unheil, das mir immer prophezeit wurde. Christian hat mir diesen Stachel, der schon so oft berührt wurde, final gezeigt. Gott sei Dank!

Was da als Kind geschieht ist eigentlich unsäglich und im Ausmaß nur fühlend zu begreifen: Sie sagt mir, dass ich woanders hin muss, als ich gerade bin, nämlich bei mir. Damit bin ich falsch. Da soll ich weg. Das bringt mich als Kind in eine unglaubliche, unmögliche, unmenschliche Situation und eine riesige, existenzielle Not, die mit einem (Über)Leben jenseits jeglicher materieller Versorgung zu tun hat: Mein Sosein wird für falsch erklärt! Mein Beimirsein für unmenschlich erklärt und für eine Zumutung für andere. Mir wird orakelt, dass mich genau das in Teufelsküche bringen wird, ohne zu wissen, was das bedeutet, aber es wird unweigerlich so sein. Als ob das nicht schon arg genug wäre, führt es eben auch zu absoluter Isolation. Damit ist keine Verbindung zur Mutter möglich. Außerdem ist da dauerhaft in mir allergrößtes Unverständnis, wie das alles zusammenpassen soll. Ständig Fragen, Diskrepanz von innen und außen. Die Rückmeldungen von außen passen überhaupt nicht zu meinem Inneren. In all dem werde ich alleine gelassen und noch mehr für falsch erklärt, für aufsässig, unmöglich, kalt. Ich habe nie verstanden, was sie meint und was sie da von mir will, was mir vorgeworfen wird, wo ihr Problem ist (oder das mir zugedachte). Bis heute hat dieser Anteil versucht, das Problem der anderen ernsthaft zu verstehen. Vergeblich. Bis jetzt.

Christian sagte mir in grandioser Reinszenierung genau das, was meine Mutter im Grunde immerzu vermittelt hat, dass ich nicht bei mir bin und dass ich nicht bei Gott bin. Er sprach mir in dem Moment das bei mir sein ab, meine Verbindung mit mir und er wüsste ganz genau wo ich bin (weg) und dass ich das Problem habe, dass ich der Grund für unsere Dissonanz bin. Mein Beimirsein fühlte sich für ihn unstimmig an, nicht wahr.

Die Wahrheit ist und war es in dem Moment auch: Ich kann nirgends anders hin und ich will nirgends anders hin. Das Dilemma meiner Kindheit komplett auf den Punkt wiederholt und zum ersten Mal benannt, zutiefst begriffen und den Giftstachel ursächlich identifizieren können, dessen Gift ich schon so oft begegnet bin. Zum ersten Mal den ursprünglichen Horror bewusst gefühlt und in mir halten können, darin bei mir sein und tief verstehen und letztlich mit dem Licht der Wahrheit anerkennen können.

Nach dem Begreifen und dem tiefen Fühlen, was da als Kind von mir verlangt wurde, was das für mich im Erleben bedeutet hat, dass da immer noch dieser Giftstachel des Zweifels war und welcher ganz grundsätzlichen, essentiellen Natur dieser Zweifel war, nach dieser Prüfung, wo ich jetzt verortet bin und der wiederholten Antwort "in mir", ist da Ruhe. Ich bin da, wo ich sein soll. Da, wo sie mich hätten hinbringen sollen, aber selber nicht waren. Ich bin gut mit mir, in mir. Ich hab mit mir, in mir, kein Problem, keinen Widerspruch. Ganz im Gegenteil. Da ist ein sattes, tiefes, friedliches Wohlgefühl. Es ist wahr, dass ich nirgendwo anders hin will und auch gar nicht kann. Und wenn alles um mich herum wegbricht deswegen: Da geh ich nicht weg! Nicht weg von mir. Nicht aus meiner Verbindung. Für nichts und niemanden. Damals nicht für meine Mutter. Und auch jetzt nicht für Christian.

Danke für die so intensive Revision.



Sonntag, 5. April 2026

Alle Aufbrüche führten näher zu mir

Den ganzen Tag hab ich schon überlegt und hingespürt, warum mir denn der 05.04. so besonders erscheint, ein Datum von Bedeutung. Also nicht speziell heute sondern etwas Spezielles, was ich mit diesem Datum verbinde.

Jetzt eben hat es klick gemacht und ich hab mir innerlich die Hand auf die Stirn geklatscht: Am 05.04.2022 bin ich losgefahren, aufgebrochen und nie zurückgekehrt. Dieser Tag hat ein Ende besiegelt, von dem ich zu der Zeit noch nichts wusste. The point of no return. Wohlgemerkt einer von so einigen.

Und wie jedes Mal wusste ich nicht, wo mich das alles hinführt. Ich wusste nur, ich muss es tun. Ich muss los. Ich muss weiter. Ob das damals die Unterzeichnung des Aufhebungsvertrages eines unkündbaren Jobs war, ob das der Wegzug aus der alten Heimat war, das "mich selbst entlassen" aus dem Krankenhaus ohne die empfohlene OP, oder eben heute vor 4 Jahren das Verlassen jeglichen festen Zuhauses und aller bis dahin gekannter "Sicherheiten" und "Planbarkeiten" inklusive Partnerschaften und Beziehungen.

Nie wusste ich, was kommt. Nie gab es ein wirkliches Ziel, ein konkretes Stattdessen. Es gab nur "das nicht (mehr)". Und es ist jedes Mal verdammt gut gewesen, dass ich nicht die leiseste Ahnung hatte, was da auf mich zukommt und was dieser Weg tatsächlich bedeutet, was er mir abverlangt, was ich innerlich alles zu bewältigen hatte. Wahrlich kein Zuckerschlecken und dennoch das Erfüllendste, was es für mich gibt: Ganz und gar MEIN Leben mit genau EINER Sicherheit. Das Leben selbst, das für mich ist, weil es für sich ist. Leben, das nach Leben strebt und in dem immer alles für mich ist, Sinn hat, ich gewollt bin, ich ES zum Ausdruck bringe.

Ich bin mir selbst endlos dankbar für jeden Aufbruch, für jedes Weiterziehen und Tiefergehen, jegliches Dranbleiben, auch wenn es noch so unkomfortabel war. Und das hat ja kein Ende. Das gilt heute genau so.

Mein Sinn ist klar. Meine Führung ist klar, das, was über allem steht. Ich bin darin klar verortet, weiß um meinen Platz und die Zusammenhänge. Damit ist jeder Umstand annehmbar. Auch im größten Nebel bin ich IN mir verortet und darin wiederum gehalten im Großen. Ich muss im Außen nichts sehen. Ich sehe in mir. Ich fühle. Ich höre innerlich.

All meine Aufbrüche und Bewegungen im Außen haben diese Sinne geschärft, mich nach innen geführt. Ich bin immer "nur" zu mir unterwegs gewesen. Der beste Ort, an dem ich je angekommen bin.



Donnerstag, 26. Februar 2026

Wenn ein "Ich möchte nicht" nicht sein durfte

Die Genialität der Überlebensstrategien wird dich retten. Dein Innerstes lässt dich nicht im Stich. Wenn ein "Ich möchte nicht" früher nicht gegolten hat, wird es zum "Ich kann nicht" kommen.

Etwas in dir wird dafür sorgen, dass der Verrat an dir durch die Bezugspersonen (der unweigerlich mit der Zeit zum Selbstverrat wird), die dein Nein hätten akzeptieren müssen, ein Ende finden wird. "Bis hierhin und nicht weiter", wird dieser Anteil sagen, "wir haben uns schon genug übergangen. Jetzt ist Schluss."

Der Anteil, der nicht mehr kann, hat so sehr seine Berechtigung. Er will dich nicht an deinem Leben hindern. Er will dich schützen - vor dem Schmerz, den es bedeutet, gegen sein Innerstes gehen zu müssen, vor dem Sichverlassen, Sichübergehen, vor dem Benutztwerden.

Unter der "Erschöpfung" liegt Schmerz, Wut, Traurigkeit und vor allem so viel Lebensenergie, die dieser Teil nie mehr gegen sich verwenden möchte.



Samstag, 15. November 2025

Ich wollte die anderen, um mich zu bekommen

Ich mag euch mal wieder mitnehmen auf eine Innenreise von mir, durch die ich mich erst kürzlich geschrieben habe und die ich gerade so ergänzt habe, dass es hoffentlich nachvollziehbar ist. Es ist eine Innenreise, die fühlbar gezeigt hat, wie unfassbar wichtig und essentiell als Kind Schlüssigkeit und Verstehbarkeit der Erwachsenen ist und was es tatsächlich bedeutet, wenn das nicht gegeben ist. Angefangen hat es mit sehr kindlichen Sätzen, die immer wieder in mir aufgetaucht sind:

„Wenn ich den anderen nicht verstehe, hab ich das Problem. Wenn der andere nicht verstehbar ist, habe ich das Problem. Wenn ich nicht verstanden werde, hab ich das Problem.“

„Niemand setzt sich mit mir und damit auseinander. Ich bleibe verwirrt zurück.“

Wieso ist verstehen für diesen Teil so wichtig?

Das Begreifen der Welt. Transparenz. Schlüssigkeit. Mich in mir und dann, damit, in der Welt zurechtfinden. Ich muss mich und die Welt begreifen für einen sicheren Platz in mir und in ihr.

Mir wurde als Kind durch die Unverstehbarkeit der Erwachsenen tatsächlich die Verbindung zum Leben verwehrt. Mein Selbst, mein Rhythmus, mein Platz, das große Ganze, Verbundenheit, Sicherheit. Meine Göttlichkeit. Mein wahres Sein. Um das natürlich finden zu können, hätte ich Verbindung, Verstehen und Greifbarkeit gebraucht, Schlüssigkeit, Nachvollziehbarkeit, Stringenz. Die reife Präsenz der Erwachsenen. Ihre Stimmigkeit. Ihre eigene Anbindung an den Kosmos und ihren Platz darin. Darüber und dadurch hätte ich mich und meinen Platz, meine Verbundenheit mit allem, was ist, bekommen können.

Unstimmigkeiten und Widersprüchen kann ich als Kind nicht vertrauen und in mir selbst hatte ich noch keine Antworten. Das heißt, ich war völlig verloren, unsicher, im Grunde immerzu in Gefahr. Das Bisschen, was ich geglaubt hatte, verstanden zu haben, wurde mit dem nächsten Widerspruch in einer elterlichen Aussage wieder eingerissen. Ich stand wieder völlig entsetzt vor dem Nichts. Das hat sich tagtäglich immerzu wiederholt. Jeder Versuch, sie beim Wort zu nehmen, ernst zu nehmen, weil ich sie ernst nehmen können MUSS als Kind, ist gescheitert. Ich stand immerzu völlig verzweifelt vor meinen minütlich einstürzenden Welten. Keine Chance, mich in all dem zurechtzufinden, mich und die Welt zu verstehen. Die Vollkatastrophe für mich. Für die Eltern eine flüchtige Aussage, die im nächsten Moment schon wieder vergessen war.

"Du verwehrst mir nicht nur dich, sondern damit vor allem mir mich selbst!" ist der eigentliche Satz der Kleinen (vorwiegend) an die Mutter gerichtet.

Ich (der Anteil in mir) versuchte bis heute mit all meinem Verstehen wollen, nicht wirklich den anderen zu verstehen, sondern mich zu bekommen. Ich wollte im Grunde gar nicht den anderen. Ich wollte mich. Als Kind hätte ich die anderen wirklich dafür gebraucht. Jetzt, als die Erwachsene, die ich bin, hab ich mich ja schon. Der Anteil wusste das nur nicht.

Was für eine Erleichterung jetzt zu wissen, dass ich im Grunde nie wirklich die anderen erreichen wollte, sondern mit ihrer Hilfe mich selbst finden wollte. Ich wollte mich. Wenn also heute jemand nicht erreichbar ist, bedeutet das nicht automatisch, dass ich mich wieder nicht haben kann. Halleluja! Was für eine krasse, fiese, entsetzliche, kindliche Verknüpfung: „Wenn der andere (auf Dauer) nicht verstehbar/erreichbar ist, kann ich mich nicht haben.“ Wie gut, dass das nicht mehr die Wahrheit ist.

Ich brauch die Erreichbarkeit der anderen nicht mehr und schon gar nicht die Verstehbarkeit. Ich bin nicht mehr darauf angewiesen, dass sie "logisch" sind (und mir adäquat und korrekt die Welt erklären können). Ich bin auch nicht mehr darauf angewiesen, dass sie mir mich sauber spiegeln.

Ich hab mich ja schon längst. Ich hab meine Verbindung und Anbindung. Ich finde mich in mir und in der Welt hervorragend zurecht. Ich bin mit mir sicher. Ich hab das Problem der Kleinen im Grunde schon lange gelöst und jetzt auch ihre zugehörige Not beendet. Was für ein Gefühlssturm! Was für eine lange nicht erkannte Verzweiflung in all dem! Die Kleine, die so sehr auf die Verstehbarkeit der Bezugspersonen, auf das sichere Sichbeziehenkönnen, angewiesen war, wurde fühlend nach Hause geholt.

Danke für all die „fürchterlichen“ Auslöser und Fingerzeige, für all die schrecklichen Wiederholungen der Not, bis der Groschen endlich gefallen ist und die Zeit der Erkenntnis reif war. Puh!

 

Nachtrag:
Ich weiß nicht, ob ansatzweise zum Ausdruck kommt, was das alles für (m)ein Kind bedeutet, wie sehr es da tatsächlich um ALLES geht, um Leben und Tod, und zwar sein geistiges Leben, tiefste Heimat in sich selbst finden können, die Anbindung an die Schöpfung, also spirituelle Heimat, die eigene Wahrheit über das geistige Wesen. Es geht nicht nur um Zugehörigkeit und versorgt werden, also Überleben im körperlichen Sinne. Es geht auch nicht "nur" um emotionale Versorgung. Es geht um die komplette Existenz auf allen Ebenen. Darum hab ich verzweifelt gekämpft. Alter Schwede. Das ist so eine fette Hausnummer. Diese Not nochmal zu fühlen, diese Verzweiflung, diese Unmöglichkeit in all dem. Es unmöglich gemacht zu bekommen als Kind. Holy shit!


Donnerstag, 23. Oktober 2025

Die Einheitserfahrung ist Bonus

Als ich losgegangen bin, zu mir hin, angefangen habe, jeden Stein auf links zu drehen und jeden Winkel meines Innersten zu erkunden, blieb es nicht aus, dass ich mich mit den größeren Fragen des Lebens auseinandersetzen musste.

Mir war klar, wenn ich mich wirklich begreifen will, muss ich das Bild größer fassen. Wenn "ich" einen Sinn ergeben soll, braucht es mehr als dieses Leben, mehr als die Materie, mehr als das, was mir vom Leben, von Gott, vom Menschsein erzählt wurde. Solange es Widersprüche gibt, ist entweder das Bild nicht vollständig oderund es sind Lügen am Start und so lange gebe ich keine Ruhe.

Parallel zur Erweiterung des "Ich-in-der-Welt-Bildes" fand das tief in mich Eintauchen statt. Ich begegnete allem in mir, nahm jeden Auslöser im Außen her, um das Ausgelöste in mir zu betrachten, zu fühlen, sich ent-wickeln und entfalten zu lassen. Selbstzuwendung als Grundhaltung, nicht als Notfallprogramm.

Ich wollte mich, mit Haut und Haaren, mit allen Abgründen, Anteilen, Farben und Facetten, und vor allem mit der vollen Wahrheit. Sowohl die Wahrheit über den jeweiligen - oft erschütternden, tief verletzten, verwahrlosten - inneren Ist-Zustand, als auch die Urwahrheit, mein wahres Wesen, mein Naturell, meine Gaben.

Unerschrocken - das trifft es nach wie vor. Ich war und bin unerschrocken beim Forschen und Hinschauen. Dieser Zug zu mir hin, dieses mich ganz und gar wollen, egal, was es dafür braucht, ist mir wohl in die Wiege gelegt, Gott gegeben, unverrückbar.

Nun, was soll ich sagen?

Die Suche nach mir hat mir mich und das ganze Universum beschert und mich unweigerlich zu Gott geführt, zum All-Bewusstsein, zu tiefer Verbundenheit mit mir und allem, was ist. Ich wollte weder Erleuchtung, noch Nirwana, noch Einheitserfahrung oder Transzendenz. Ich wollte mich in aller Konsequenz, ohne zu wissen, was das bedeutet und was dieser Weg mir abverlangen würde.

Die emotionale Heilung und Reifung ist kein Pappenstiel. Sie führt direkt hin zu und durch Wunden, Trauma, Bindungstrauma, die Urwunde. Wenn ich mich ganz will, gehört das dazu. Ganz heißt halt ganz.

Einheitserfahrung gibt es auch ohne die emotionale Selbstzuwendung und dennoch wird es niemals das Gleiche sein, niemals so warm, so erfüllend, so voll, so liebevoll und mitfühlend sich selbst und anderen gegenüber und vor allem niemals so verbindend mit sich, dem Leben und den Mitmenschen. Das ist so fühlbar für mich.

In wahre, tiefe Beziehung zu allem, was ist, komm ich nur durch die wahre, tiefe Beziehung zu mir selbst. Das weiß ich heute. Dass ich diesen Weg beschreiten sollte, war wohl Vorsehung. Ich hatte ja keine Ahnung. Aber eine sehr deutliche Stimme in mir, die wohl wusste, was ich hier soll. Gott sei Dank!

Warm ist es in mir und mit mir. Wunderbar warm, voll und satt. Ich mag mir nah sein, egal was ich fühle. 




Dienstag, 16. September 2025

Schwächt es dich oder stärkt es dich

Schwächt es dich oder stärkt es dich? Ich meine langfristig. Manche Erfahrungen/Situationen/Umstände scheinen auf den ersten Blick abstrus, anstrengend, herausfordernd und dennoch stärken sie auf längere Sicht.

Auch wenn es zwischendurch echt haarsträubend ist, so dienen sie dem Wachstum, der Erkenntnis, der Heilung, der Bewusstwerdung und ich kann immer wieder deutlich spüren, wie sie mich reifen lassen, meinen Blick schärfen, mich begreifen und verstehen lassen. Wie ich immer selbstbewusster, ganzer, voller, aufgerichteter, klarer und kraftvoller werde.

Ja, es gibt Umstände und Situationen, die sind insgesamt über kurz oder lang schlicht zu verlassen, wenn ich die Prämisse habe, ganz zu mir zu kommen, in meine Kraft, und dennoch wird es auch da erst möglich sein, wenn jede Erfahrung gemacht ist und die "Anziehung", das Bleibenwollen, das Wiederhingehen aufhört, "von alleine", nach dem alles erledigt ist, wenn ich wach darin da bin. (Also dieses „von alleine“ beinhaltet, dass die Lernaufgaben gemacht sind.😉) Dann verlasse ich genau genommen nicht wirklich Umstände und Situationen, sondern bin schlicht fertig mit der Erfahrung und die Umstände verlassen mich.

Die entscheidende Frage ist also: Bin ich in meinem Erleben wach und bewusst? Da, wo ich mich befinde? Bin ich tatsächlich da, wo ich mich befinde, bei meinen Gefühlen und dem, was wirklich geschieht oder bin ich in einer Geschichte und ignoriere mein echtes Fühlen und Empfinden?

Keine Erfahrung ist an sich verkehrt. Keine Erfahrung stärkt oder schwächt per se. Die Frage ist, ob ich darin ganz da bin, mich mitbekomme, für mich sorgen kann, mich selbst begleiten und halten. Das entscheidet darüber, ob sie mir dient oder mir schadet. Ob sie mich stärkt oder schwächt. Nicht die Erfahrung an sich, sondern wie ich darin da bin: mit mir oder ohne mich.

Es gibt aus meiner Sicht im übergeordneten Sinne keine sinnlosen Erfahrungen, keine überflüssigen, keine, die zu lange dauern oder nicht hätten sein sollen. Irdisch, menschlich bedeutet das halt dann entsprechend was, je nach Bewusstheit, je nach übergeordneter Wahl, je nach irdischer Wahl.

Das Leben bringt mich niemals in Schwierigkeiten. Es führt mich dahin, wo ich wachsen kann/könnte und hält mich so lange, bis der Prozess vollendet ist. Wie bin ich darin da? Führt mich gerade das kleine Ich und möchte kurzfristig ein gutes Gefühl, gelenkt von Absicht und Ergebnissen, von Angst, innerhalb einer Geschichte oder führt mich die höhere Weisheit? Was ist der Maßstab? Wachstum, Reflexion, Bewusstwerdung, Selbsterkenntnis, Reifung, Veränderung, Leben, langfristige Erstarkung? Oder Vermeidung, Kontrolle, Angst, Anhaftung, Behaltenwollen, Wegschauen, Ignorieren, Selbstbetrug, Überleben, Selbstgewalt?

Das beobachtende, präsente Bewusstsein, der Blickwinkel, die Haltung entscheiden darüber, was ich in der Erfahrung erfahre, ob sie mich bereichert oder auslaugt. Ob ich wachse oder verkümmere. Ob ich fühle oder leide. Ob ich mich selbstwirksam oder ohnmächtig erlebe, frei oder gefangen.

Und ich mag nochmal sagen, keine dieser Erfahrungen ist zu verurteilen. Kein Bewusstheitsgrad ist besser oder schlechter als der andere. Es ist. Unterschiedliche Blickwinkel, unterschiedliche Erfahrungen, gleich gültig. Ursache, Wirkung. Ausrichtung, Konsequenz.



Sonntag, 10. August 2025

Wir haben gerade nichts miteinander zu schaffen

Ich hab das immer wieder in mir bewegt, diese Sache mit dem "selbstverständlichen" Kontakt mit der Familie, mit "Freunden" und Bekannten von früher oder allen möglichen anderen Lebensbereichen. Irgendwie will mir das nicht so richtig in den Sinn. Irgendwas stimmt da grundsätzlich für mich nicht. Ich mag meine Gedanken mal mit euch teilen.

Ich verstehe Leben so, dass ich mit den Menschen bin, mit denen es gerade relevant und wesentlich ist, mit denen es etwas zu bewegen, beleuchten gibt, mit denen es Fäden hin und her zu reichen gibt, mit denen gerade Vereinbarungen spürbar aktiv sind, nichts Ausgedachtes, sondern Wahrnehmbares. Da ist Anziehung. Da ist Zug drauf. Da liegt Kraft drauf. Da wird im Miteinander so richtig was bewegt. Da soll ich sein. Da geschieht das Leben durch mich. Da bin ich an meinem Platz.

Und wie von all dem unberührt und unbeeindruckt scheint es so was wie ein ungeschriebenes Gesetz zu geben, dass "man" als Erwachsener mit der biologischen Familie und "Freunden" Feste feiert, sich regelmäßig trifft, telefoniert und Sachen unternimmt. Egal, ob das stimmig ist oder nicht, ob mich das erfüllt oder nicht, ob das dran ist oder nicht: Das wird so gemacht. Das gehört sich so. Das wird nicht in Frage gestellt. Es kommt mir vor wie eine Parallelwelt.

Ich kann damit nichts anfangen. Aber so was von gar nichts. Und ich kann es auch nicht so tun, nicht mitmachen.

Welchen Sinn sollte das haben? Also selbst wenn mich meine Familie bis ins Tiefste verstehen und begreifen würde und wir uns wirklich und wahrhaftig begegnen könnten, so könnte ich dennoch nur mit ihnen Kontakt haben, wenn es was zu schaffen gäbe und nicht weil "man" halt einfach Kontakt hat.

Es gibt gerade nichts zu tun und damit meine ich im übergeordneten Sinne. Tatsächlich fühlt es sich seit Langem auch so an, wie wenn die Beziehungen erfüllt sind und alles getan ist, wofür wir uns einst verabredet haben. Grundsätzlich sagt mir mein Gefühl, dass unserer Natur nach dieses Eltern-Kind-Setting tatsächlich irgendwann erfüllt ist. Es ist vollbracht.

In den meisten Fällen meiner Beobachtung kommt es mir allerdings so vor, als hätte die natürliche Abnabelung, die Initiation ins Erwachsen- und Entwachsensein nie stattgefunden. Als würde da künstlich etwas weiter am Leben erhalten werden, was eigentlich schon lange überlebt und überdauert ist, nicht mehr in der Ordnung. Als würden sich die meisten über diese Sicherung durch Gemeinschaft in ihrem Bewusstsein nicht hinausentwickeln. Nie wirklich hinaus ins Leben gehen. Nie wirklich von der Familie unabhängig werden und sich selbst in Gottes Hand geben. Nie wirklich reif werden.

Wie gesagt, in meinem ganz persönlichen Fall kann ich sagen, dass es sich für mich bezüglich meiner Ursprungsfamilie seit geraumer Zeit fertig anfühlt. So richtig vollendet. Mission completed.

Es gibt nichts zu schöpfen, nichts miteinander zu schaffen. Wir haben nichts miteinander zu schaffen, nichts zu ERrschaffen. It's done. Vielleicht ändert sich das mal wieder. Ich werde es merken. Gerade würde ich sagen nein.

Ich bin mit den Menschen, mit denen ich Wesentliches tue, wesentlich bin. Das ist veränderlich, wogt und bewegt sich. Verbindungen werden intensiver dann wieder weniger intensiv. Immer wie es stimmt. Fließend, lebendig und immer kraftvoll, weil genau richtig. Nirgends anders soll ich jeweils sein. So ist es in der Ordnung. Das ist das, was für mich zählt. Über der Ordnung steht für mich nichts. NICHTS. Auch nicht die Familie. Der Ordnung unterliegt für mich alles.

Soweit meine Gedanken, meine Beobachtungen, mein Spüren und Erspüren in diesem Moment.



Donnerstag, 5. Juni 2025

Für echte, tiefe Beziehung muss ich mich selber wollen

Ich kenne viele Menschen, die wirklich eine Beziehung wollen, sich eine Partnerschaft wünschen, den anderen wollen und genau an einem Punkt scheitern: an sich selbst. Sie wollen zwar jemand anderen, aber irgendwie sich selbst nicht. Nicht in der Tiefe.

Für echte, tiefe Beziehung müssten sie sich selbst begegnen, ihren Wunden, ihren Schatten, ihren verletzten Anteilen, ihren größten Ängsten und Nöten. Und da hört es ganz oft auf. Der Punkt, an dem es dann nicht weitergeht - zumindest nicht mit jemandem, der bereit ist, in alle Tiefen zu tauchen und sich mit weniger nicht mehr zufrieden gibt. Der Punkt, an dem über kurz oder lang eine Trennung kommen wird. Wenn es wieder und wieder unbequem wird, die Trigger berührt werden, auf einmal heftigste Gefühle und Überforderung da sind, die alten Verteidigungs- oder Angriffsmechanismen greifen, die Überlebensstrategien abgespult werden und dann die Bedrohung durch den anderen letztlich zu groß wird. Nicht erkennend, dass die Bedrohung eigentlich in ihnen selbst ist und nicht wirklich vom anderen ausgeht.

Es wird nicht ausbleiben, dass in einer Beziehung Bindungstrauma berührt wird. Mir ist noch niemand begegnet, der nicht auf die ein oder andere Weise ein gebranntes Kind ist, selbst wenn er noch so beteuert hat, dass die Kindheit großartig war und er die besten Eltern der Welt hat. Beim genaueren Hinsehen waren die Abgründe dann doch erschreckend groß.

Wenn ich nicht bereit bin, dem in mir zu begegnen und tatsächlich der Wahrheit über meine tiefsten Bindungsprägungen ins Auge zu sehen, wird eine Beziehung nur an der Oberfläche bleiben können, keine Intimität möglich sein und es sich im Miteinander letztlich nur um Wundenmanagement handeln, das Regeln braucht.

Dass sich der andere wirklich selbst will, kann ich nicht machen. Der Wunsch nach sich selbst muss für meine Begriffe schon vor der Beziehung da sein und sogar über dem Wunsch nach Partnerschaft stehen. Dann kann die Beziehung der Selbstbegegnung dienen. Ganz wunderbar sogar. Dann kann sie all die Geschenke entfalten, die eine Begegnung mit einem anderen wachen Wesen mit sich bringen kann. Das volle Potential des Miteinanders kann sich entfalten. Dann kann wirklich Heilung passieren. Wenn Selbstbegegnung und das Hinwollen zu sich, zum wahren Wesen, zum Kern, zur Essenz an erster Stelle stehen, passiert Intimität und echte Verbindung ganz von alleine. Sie sind quasi Bonusmaterial zum eigenen Selbst.

Ich mag nur mehr mit Menschen sein, die sich auch selbst wollen, mit Haut und Haar und jedem blinden Fleck. Alles berührbar. In ihm. In mir. Alles darf angeschaut und angefasst werden. Alles hinterfragt und erforscht werden. Gegenseitig. Keine Tabus. Kein Aussparen von Themen. Kein Umschiffen. Alles auf den Tisch, was eben gerade da ist. Gemeinsam sein in aller Offenheit, mit allem Respekt für den Weg des anderen. Den gemeinsamen Raum erspürend und gestaltend. Immer wieder auch klärend. Irritationen benennen. Sprechen aus dem Jetzt. Wahrnehmungen teilen. Körperreaktionen offenbaren. Über sich selbst staunen, vielleicht auch entsetzt sein. Gemeinsam Freude am Selbst haben, was immer dieses Selbst gerade empfindet, denkt oder fühlt. Das wollend, was lebendig ist.



Sonntag, 27. April 2025

Die Pflicht wurde nicht erfüllt

„Wenn du in Beziehung bist, hast du nicht die Wahl, dich weiterzuentwickeln. Du hast die Pflicht!“ – Alexandra Köhler

Der Satz hat heute Morgen so richtig bei mir reingeknallt. Er war die Finalisierung einer Spurensuche in mir, die gestern Nacht begann. Dazu gleich mehr. Zurück zu diesem Ausspruch von Alexandra, der meine Welt vom Kopf auf die Füße gestellt hat.

Unter Weiterentwicklung verstehe ich in dem Fall vor allem Selbstbegegnung. Ich habe in Beziehung verdammt nochmal die Pflicht, mir selbst zu begegnen, meine Themen anzuschauen, die Verantwortung für meine Gefühle zu übernehmen und in mir aufzuräumen, unbequemen Wahrheiten über mich selbst und meinen Urwunden ins Auge zu sehen. Ich habe die Pflicht, alles, was mir in Beziehungen an Trauma um die Ohren fliegt, anzugehen, in Besitz zu nehmen, als das Meine anzuerkennen und mich auch tatsächlich darum zu kümmern. Meint, die aufgerissene Wunde tatsächlich in die Heilung zu bringen.

Ein Nein zu dieser Form der Selbstwerdung, der Selbstbegegnung, der Ent-wicklung ist eine Totalverweigerung von tatsächlicher Begegnung mit dem anderen. Ein Nein zu wahrer Intimität. Ein Nein zu echter Nähe. Im Grunde ist es Betrug. Ich betrüge den anderen um mich selbst und tue so, als würde ich Beziehung wollen.

Ich bin wie gesagt seit gestern Nacht auf Spurensuche. Ich bin einer Wut auf der Spur, einem Groll, einem Zürnen, das mit vergangenen „Beziehungen“ zu tun hat. Das Wort Beziehung muss ich tatsächlich in Anführungszeichen setzen, weil sich im Nachgang einfach rausstellt, dass in manchen Fällen genau die besagte Totalverweigerung stattgefunden hat unter dem Deckmäntelchen des Engagements, des Wollens und Tuns.

Ich muss feststellen, dass ich getäuscht wurde, mich hab täuschen lassen. Dass ich betrogen wurde, um den anderen. Dass mir falsche Versprechen gegeben wurden, die nur scheinbar eingehalten wurden. Mir wurde gesagt, dass der andere auch Beziehung will, in Beziehung sein will mit mir. Was dafür nötig war, nämlich mit sich selbst in Beziehung zu gehen, wurde nicht getan. In all dem „Machen und Tun“ und sich angeblich Bemühen und dem „Hinschauen“ hat echtes Hinschauen nicht stattgefunden. Die Begegnung mit dem eigenen Schmerz bis in die letzte Konsequenz ist nicht passiert. Der Tod wurde nicht gestorben. Die Wunden blieben bestehen und sollten berücksichtigt werden – von mir. Es sollte Wundenmanagement betrieben werden. Ich sollte Verständnis haben. Das Herz blieb zu. Der dunkle Keller verschlossen. Der Mensch unantastbar. Die Schatten weiter am Wirken.

Ich bin geblieben. Seeeehr lange. Ich hab mich blenden lassen, hatte falsches Verständnis für ihr „nicht besser können“, ihr Ausweichen, hab mir selbst Erklärungen geliefert, hab ihnen das scheinbare Bemühen abgekauft, hab unterstützt wo ich konnte, habe mich an jedem Krümel unverhältnismäßig gefreut, dachte dann noch ich wäre zu anspruchsvoll, zu harsch, zu fordernd. Hab den „Fehler“ bei mir gesucht. Hab mir erzählt, dass ich besser Raum geben muss, noch milder sein muss, weicher, wohlwollender.

Die Wut, der Groll, das Zürnen gilt ihnen wie mir gleichermaßen. Ich war da. Emotional erreichbar. Hab meine Arbeit wirklich gemacht. Sie waren nicht da. Emotional unerreichbar. Sind der wahren Arbeit ausgewichen. Ich bin geblieben. „Zu lange“. Was sich erst hinterher so anfühlt – zu lange. Es war natürlich genau richtig. Ich sehe erst jetzt klar. Und mit diesem Klarsehen kommen die zugehörigen Gefühle. Gott sei Dank! Die Wut ist so berechtigt und sie gehört genau in diese Beziehungen. Ich wurde getäuscht und missbraucht. Ich habe mich täuschen und missbrauchen lassen.

Es geht nicht um Schuld. Es geht um Erkennen und Benennen und darum, die Gefühle zu fühlen - meine. Es geht um Klarheit, um Richtigstellung, um Korrektur des verzerrten Blickes. Meines verzerrten Blickes. Jetzt sehe ich, was in Wahrheit da ist, da war, was ich bis dahin nicht sehen konnte und wollte.

Sie lagen mir am Herzen. Ich ihnen nicht. Sie lagen sich selbst am Herzen, haben die eigenen Vorteile und Annehmlichkeiten lieber genommen, als echte Begegnung. Haben Unangenehmes in sich nicht berühren wollen, sich selbst nicht berühren wollen und damit sich für mich unberührbar gemacht. Ich hatte keine Chance, obwohl mir diese in Aussicht gestellt wurde. Ich hatte nicht irgendwelche Forderungen. Ich wollte sie beim Wort nehmen. Sie haben ihr Wort gebrochen. Das gilt es anzuerkennen. Ich hab alles von mir reingegeben, mein ganzes Wesen, mein offenes Herz. Wie verabredet. Sie nicht. Ich wurde betrogen. Um sie. Um ihr wahres Wesen. Um versprochene Beziehung. Die beteuerte Bereitschaft für eine Beziehung mit mir blieb ein Lippenbekenntnis. Sie waren immer nur dann gerne mit mir, so lange es bequem für sie war, sie Vorteile hatten, die Wunden nicht berührt wurden.

Ich wurde benutzt. Hab mich benutzen lassen. Die ausgehängte Möhre, der ich nachgelaufen bin, war echte Nähe. Sie kam nie. Das darf ich jetzt begreifen und fühlen.



Dienstag, 15. April 2025

Schreiben und sprechen im Selbstkontakt

Wenn ich im Prozess bin, ist schreiben oder sprechen oft der Weg, mir näher zu kommen. Dem Ausdruck zu geben, was da ist. Für mich. Hin zu mir. Auf den Kern zu. An die Wurzel. Sichtbar machen. Greifbar für mich selbst. Mich mir selbst erklären. Das Subtile bekommt plötzlich Form, Bilder und Namen. Ich verstehe, begreife, was da ist. Es steigt auf. Ich schaue hin.

Manchmal schreibe ich, weil ich schon weiß, was da ist, was der Kern ist, wer ich gerade bin, was mich bewegt und genau das eine Form will. In Worten da sein will. Außerhalb von mir da sein will. Ein Kind, das ich in die Welt gebäre. Ein Ausdruck von meinem "genau jetzt so sein". Das hat keine Absicht, außer zu sein. Es will nichts. Weder von mir noch von anderen.

Ich gehe weder beim Schreiben noch beim Sprechen weg von mir, weg vom Moment. Keine "Geschichte" führt weg von meinem Inneren. Ganz im Gegenteil. Das, was ich ausdrücke, ist das, was jetzt gerade spürbar, sichtbar da ist, aufsteigt in mir. Ich würde es nicht sagen, wenn ich es nicht jetzt gerade fühlen würde, wenn es mich nicht beschäftigen würde.

Der Unterschied ist für mich deutlich zu spüren, ob jemand ÜBER etwas redet und nichts davon fühlt oder ob das, was gesprochen wird, tatsächlich in dem Moment aus dem Selbstkontakt kommt, aus der inneren Lebendigkeit, aus der eigenen Berührtheit, aus der Verbindung mit sich selbst.

Bei ersterem werde ich sofort müde und will weg oder unterbrechen. Ich kann und will es nicht ertragen oder über mich ergehen lassen. Bei zweiterem bin ich hellwach und präsent und will mehr davon.

Auch wenn ich mal unwesentlich bin, werde ich sofort müde, kann Sätze nicht beenden, einen Gedanken nicht aussprechen. Ich unterbreche mich selbst. Halte inne. Schweige. Energetische Sackgasse. Nicht wichtig.

Warum ich das schreibe? Weil es gerade da ist in der Selbstbeoachtung, in der Außenbeobachtung, die der Selbsterkenntnis dient. Weil ich beobachte, welche Worte vom Menschen wegführen und welche hin. Wer aus der Berührung und dem Moment spricht und wer nicht. Wer das verkörpert, was er schreibt und wer nur davon redet. Und wie ich in all dem da bin. Eine Selbsterforschungsreise aus dem Moment...


 

Freitag, 21. März 2025

Mir mehr glauben als den anderen

Es ist das eine, zu wissen wer und was ich bin. Das andere ist, es auch zurückgespiegelt zu bekommen, gesehen und erkannt zu sein, entsprechend behandelt zu werden.

Die letzten Monate gab es immer wieder Gelegenheit zu erfahren und zu fühlen, wie es ist, wenn ich von schmutzigen Spiegeln reflektiert werde. Eins der größten Probleme der Kindheit. Vielleicht sogar DAS größte. Das, was tiefste Wunden schlägt, zu größter Irritation und Verunsicherung führt und ein super verzerrtes, schmerzendes Selbstbild entstehen lässt. Einen Krieg mit uns selbst beginnt. Denn etwas in uns weiß, dass da etwas nicht stimmt und dennoch bin ich aufgrund der Abhängigkeit gezwungen, das irgendwie zu kompensieren. Auf unsere Kosten. Wir mussten uns verleugnen, abspalten, uns selbst bekämpfen, dämpfen, runterregulieren, (maß)regeln. Als Kind nicht sauber gespiegelt worden zu sein, ist daher auch eins der größten Probleme im Erwachsenenleben.

Ich habe angefangen zu glauben, dass der Schmutz im Spiegel der anderen der meine wäre. Ich kann mich nicht richtig sehen. Ich weiß überhaupt nicht wer ich wirklich bin. Ich glaube die allergrößten Lügen über mich.

Deswegen könnte ich ausflippen, wenn ich generalisierte Sätze höre wie: "Alles, was du siehst, ist auch in dir". Eine spirituelle Wahrheit, die allerdings im falschen Kontext große Verwirrung und Leid bringen kann. So einfach und immer eindeutig ist der Satz für meine Begriffe nicht zu nehmen.

Ich weiß, was es bedeutet, in unklaren Feldern zu sein und nur Projektionen als Rückmeldung über mich zu bekommen. DAS sind ganz bestimmt nicht meine Baustellen. Meine Baustelle ist, zu erkennen, dass es nicht meine Baustelle ist, dass es schmutzige Spiegel gibt, dass ich mit Filtern betrachtet werde und nicht wirklich gesehen werde. Dass der Dreck, den ich sehe, nicht mir gehört.

Ich kenne den Unterschied im Körpergefühl, wenn mir tatsächlich sauber ein Schatten von mir gespiegelt wird oder aber wenn ich verkannt werde. Ein himmelweiter Unterschied im Innenerleben, in den Körperreaktionen. Das Problem beim schmutzig gespiegelt werden ist - und das ist dann tatsächlich meine Baustelle - dass ein Großteil in mir weiß, dass ich verkannt werde, ein kleiner Teil aber glaubt bzw. befürchtet, der andere könnte doch recht haben. Das ist ein unglaublich großer Schmerz. Ein großer innerer Konflikt zwischen Anteilen. Eine große Diskrepanz zwischen meiner tiefsten inneren Wahrheit und der Rückmeldung von außen. Da stimmt etwas gewaltig nicht.

Wenn dann so eine spirituelle Weisheit daherkommt, die sagt, dass ich DAS bin, dass der andere Recht hat, dann gehe ich einen Krieg gegen mich selbst ein, gegen mein Wesen, meine Integrität, meine innere Weisheit, mein Gefühl für mich selbst.

Ja, ich bin natürlich alles, aber habe ich das gerade in dem Moment mit dem anderen in der Begegnung wirklich zum Ausdruck gebracht??? Ich MUSS in Erwägung ziehen, dass ich gerade nicht adäquat und sauber gespiegelt werde. Ich muss mir als Internalisierer und Jedes-Problem-in-mir-finden-Woller erlauben, dass ich mir mehr glaube, als den anderen, den Externalisierern und Jedes-Problem-beim-anderen-finden-Wollern.

Ich darf mich um die Anteile kümmern, die sich noch verunsichern lassen, die Anteile, die Lügen glauben. Ich darf den Schmerz anerkennen - und alle anderen Gefühle, die damit einhergehen wie Wut, Enttäuschung, Trauer - den es bedeutet, nicht überrissen zu werden, verkannt, verurteilt, Projektionsfläche zu sein, nicht wahrgenommen zu werden, im Umgang mit anderen, in Beziehungen nicht erfahren zu können, wer und was ich wirklich bin. Ich darf mein Selbstbild korrigieren. Ich darf den Wunsch wahrnehmen, von dieser Welt, meinem Umfeld, dem Leben selbst, sauber gespiegelt zu bekommen, wer und was ich bin.

Es ist hoch an der Zeit, mir selbst über mich mehr zu glauben, als den anderen.



Dienstag, 18. Februar 2025

Selbstsicher

Ich genüge mir.
Bin sicher in und mit mir.
Das heißt nicht, dass ich nichts und niemanden mehr brauche. Das tue ich sehr wohl.
Es heißt vor allem, dass ich mich in der Lage fühle, aus mir heraus, alles zu wissen und tun zu können, was für mich relevant ist.

Ich vertraue meiner Anbindung zutiefst. Meiner inneren Führung. Der mir innewohnenden Weisheit und Kraft, der durch mich wirkenden kosmischen Intelligenz, der Macht, die mich durchströmt und belebt.

Ich vertraue mir und meinen Impulsen.
Ich bin mir meiner sicher.
Vertraue meiner Wahrnehmung.
Vertraue dem großen Ganzen, dessen Teil ich bin.

Alles wird zur rechten Zeit da sein, wenn ich da bin. Wahrnehmend. Spürend. Achtsam. Online. Tuned.

Auf mich kommt es an. Mich selbst im Wesen erkannt. Wissend wer und was ich bin, in was eingebettet. Der Rest ergibt sich.

Deswegen.
Ich genüge mir.
Bin alles, was ich wirklich und zuerst brauche.
Alles andere erfolgt daraus.
Aus mir.
Durch mich hindurch.

Ein Segen diese Tatsache. 



Ich hab mich - das reicht

Stille.
Schweigen.
Mit mir sein.
In mir.
Mich fühlen.
Mich hören.
Mich sehen.
Reflektieren.
Realisieren.
Verstehen.

Höchstens etwas rausgeben.
Nichts aufnehmen.
Kommunikation und Austausch auf Null.

Keine Impulse für Handlungen.
Nichts zeichnet sich ab, keine Tendenz wie und wo es weitergeht.

Da, wo ich bin, ganz sein.
Bis es fertig ist.
Dieses scheinbare Nichts.
Ohne ein Morgen.
Nur jetzt.
Abgetaucht.
Füße still halten.
Geschehen lassen.

Ich werde wissen, wann es abgeschlossen ist und etwas anderes sein soll. Bis dahin muss ich nichts anderes wissen. Kein Stück.

Ich verkörpere meine gefühlte Wahrheit.
In jedem Moment.

Jetzt gerade heißt diese Wahrheit vom Schweigen zu schreiben, von der Leere, die so voll ist, aus der heraus es aber nichts zu tun gibt.

Ich bin da.
Sehr wach.
Beobachtend.
Lassend.
Gleich-gültig.
Schweigsam.
Annehmend.
Nicht wissend und doch verstehend.
Tief sehend.
Zustimmend.

Ja, so ist es gerade.

Ich hab mich.
Ganz.
Nah.

Das reicht.
Voll. 



Freitag, 29. November 2024

Emotionale Reife ist nicht einfach nur eine Neigung

Emotionale Reife ist keine Neigung, kein Hobby, kein Interesse, das man eben hat oder nicht. Ob man emotionale Reife erlangen kann und wie gut, ist auch nicht vom Geschlecht abhängig. Sie ist eine logische Folge vom tatsächlichen Erwachsenwerden.

Ein echtes Gegenüber sein, seine Innenwelten kennen, Gefühle wahrnehmen und im Miteinander benennen können, anderen zuhören und sie erfassen können, weil man sich selbst erfasst hat, etwas aufgreifen können, auf den anderen eingehen können, ihn tatsächlich hören und sehen, begreifen und nachempfinden können, Mitgefühl, Regungen und Stimmungen des anderen registrieren und mit einbeziehen, sprechen und gleichzeitig fühlen können, denken in Ursache und Wirkung, Weitsicht, Achtsamkeit, authentische Interaktion, Erlebtes in Bezug zu sich setzen können, Bedürfnisse wahrnehmen, sie ausdrücken können und ob der Umstände priorisieren können...

Das alles ist ein schlichtes Zeugnis von emotionaler Reife. Das alles kann ein natürlich erwachsen gewordener Mensch unabhängig vom Geschlecht. Das alles zu wollen ist nicht zu viel verlangt. Das wäre unser aller Natur, wenn wir sie denn ungestört hätten entfalten können. Das alles können sowohl Männer wie Frauen. Das alles entsteht nicht nur, wenn man Psychologie als Hobby hat.

Ich hab mich so lange, so unfassbar lange dafür falsch gemacht, wenn mir DAS in Begegnung gefehlt hat. Ich hab mich so lange abspeisen lassen mit "für mich ist das nichts", "ich kann das nicht", "Männer sind anders", "das wurde dir in die Wiege gelegt, ich hab das nicht", "du bist halt hochsensibel", "das interessiert mich alles nicht", "das brauche ich nicht", "das ist mir zu anstrengend", usw.

Heute morgen war da eine Wut, eine unfassbare Wut, als mir so richtig, richtig deutlich geworden ist, dass ich immer recht hatte, dass es wahr ist, dass da was Grundsätzliches fehlte, was da eigentlich sein müsste und dass es weder zu viel verlangt ist, noch ich zu hohe Ansprüche habe. Ich wollte einfach nur einen echten Erwachsenen, Geschlecht egal. Ich hab schlicht einen reifen Menschen vermisst. Und jede der Aussagen im vorherigen Absatz sagt eigentlich: Ich weigere mich, erwachsen zu werden.

Dieses Erkennen tut auf der einen Seite total gut, weil da endlich Klarheit ist. Gleichzeitig ist es schmerzhaft, weil ich die Verzweiflung der Kindheit nochmal krasser begreife, weil ich Krieg gegen mich selbst führen musste, mich jahrzehntelang runterregulieren, weil etwas nicht da war, was eigentlich naturgegeben wäre. Da ist Fassungslosigkeit. Ich erinnere mich an so viele Situationen, in denen ich zurecht "unzufrieden" war und keine Worte dafür hatte, versuchte mir das irgendwie schön zu reden, den Fehler bei mir zu suchen, hab mich für meine Unzufriedenheit verurteilt.

Natürlich ist mir klar, dass niemand etwas für Trauma und die daraus resultierende unvollständige emotionale Entwicklung kann. Versteh ich alles, aber sowas von. Ich komm da her. Und gerade jetzt mag ich ganz und gar in meinen Schuhen stehen und fühlen und erfassen, was das für MICH bedeutet hat und manchmal immer noch bedeutet.

Alter Schwede! Manchmal erschreckt es mich, wenn dann doch wieder ein X auftaucht, das ich mir für ein U hab verkaufen lassen.


Sonntag, 17. November 2024

Gott macht sexy!

Gott macht sexy! Aber so was von. Und unfassbar attraktiv, anziehend, magnetisch. Diese Echtheit, diese Tiefe, diese Reife, diese Hingabe an etwas Größeres und alles dafür liegen und stehen zu lassen, alle persönlichen Annehmlichkeiten, die vielleicht ganz nice wären. Wenn es nicht relevant ist, ist es nicht relevant. Wenn es gerade nicht wesentlich ist, ist es nicht wesentlich. Die Übereinstimmung mit dem Größeren zählt.

Menschen, die so da sind, in dieser Harmonie und vor allem in dieser Vehemenz und Radikalität, in dieser inneren Stärke, die wahrlich nicht von ihnen selbst stammt, sondern durch sie durch fließt, die erregen mich auf eine Art und Weise, die kaum Worte findet. Begegnungen mit ihnen sind das Leben pur. Lebendigkeit durch und durch. DAS ist für mich sexy. So was von.

Mein ganzer Körper kommt in Vibration und Wallung und hat ekstatische Zustände. Diese Begegnungen bringen eine Sattheit und Befriedigung, die bloßer Sex nie bringen könnte. (Sex in diesem Gewahrsein, das ich meine, vielleicht schon. 😎)

Diese Form von Attraktivität, dieses wahrhaft mit Gott gehen beinhaltet, das volle, ganze Leben zuzulassen. Sich selbst zu begegnen. ALLES fühlen zu wollen. ALLES in sich sehen zu wollen. ALLES an sich haben zu wollen. Weil das Leben, Gott, ALLES ist.

Mit Gott gehen heißt für mich nicht, dass alles nur noch rosarot ist und eine glitzernde Fügung sich an die nächste reiht und nur noch "tolle Sachen manifestiert" werden. Ja, das passiert alles auch. Keine Frage. Wer allerdings ernsthaft zu Gott will, zu sich selbst, der darf sich vor allem auch den Fügungen hingeben, die den alten Schmerz anticken, die in den Keller führen, die unterdrückte Gefühle hochholen, verletzte inner Kinder zu Tage fördern. So was fühlt sich vielleicht erstmal an, wie der größte Griff ins Klo. Daran ist allerdings nichts falsch. GAR nichts. Das ist so was von richtig und es sind auch Fügungen. Perfekte Fügungen, die mich zu mir zurück führen. Können. Wenn ich denn bereit bin, mir anzuschauen, was das mit mir macht, wenn ich darin mir begegne.

Wenn ich wahrhaft mit Gott gehen will, dann darf ich erstmal ein reiner Kanal werden, mich läutern und alles anschauen, was da tatsächlich in mir aktiv ist, was ich vielleicht nicht sein möchte, was ich unbedingt sein möchte, wo ich verdreht bin, wo ich Lebenslügen glaube, die den krassesten Schmerz verursachen, den ich dann wiederum verdrängen musste als Kind und es heute dran ist, ihn zu fühlen. Das ist keine sehr verführerische Geschichte. Wachstum furzt echt keinen Rosenduft. Für Menschen, die gerne nur Glitzer haben, ist das wenig attraktiv. Für mich, die ich das pralle, satte, volle Leben will, ist das das Wunderschönste überhaupt. Anziehung pur.

Nach Menschen auf diesem Weg lecke ich mir die Finger. Ich koste jede Sekunde mit ihnen. Trinke das pure Leben. Meine eigene Lebendigkeit potenziert sich. Mhmmm.... Gott macht so sexy!!!



Donnerstag, 24. Oktober 2024

Seelenlesen live

Zwei neue Räume für alles, was geschehen will, gesprochen werden, gesehen.

Ich sitze hier und merke, dass ich gar nichts weiter dazu schreiben kann. Wie wenn das, was da passiert, sowieso keine Worte hat. Spüren ist das Gebot der Zeit. Die, die sich gerufen fühlen, werden es wissen. "Seelenlesen" ist auf jeden Fall die Untertreibung des Jahrhunderts. 😅

Ich freu mich auf euch und uns und alles. ❤️

Hier der Anmelde-Link für Freitag, 10 Uhr: https://us06web.zoom.us/meeting/register/tZAsc--urT8oE9XVfLh4T402zLaAnj2DVwlV

Hier der Anmelde- Link für Samstag, 11 Uhr: https://us06web.zoom.us/meeting/register/tZModeygqTMiE9QFq2mXv0NBsdGd8UKvncnD

Ach ja und wie immer auch die Bezahlung nach Gespür. 😉

Raiffeisenbank Thurnauer Land eG
IBAN: DE48 7706 9739 0000 4163 80
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Freitag, 18. Oktober 2024

Ich bin eine Urgewalt

Die Tage nehme ich wahr, wie sehr ich eine Urgewalt bin. Sprudelnd. Tief. Wild. Hoch. Feurig. Sprühend. Rüttelnd. Schnell. Heraus-Fordernd. Wenn ich mich ganz und gar geschehen lasse, strömt eine unglaubliche Kraft und Menge an Energie durch mich.

Ich tauche gefühlt im Sekundentakt in unterschiedliche Themen, Felder, Gefühle aller Art, begegne Anteilen, Wunden, anderen Menschen, in der gleichen Intensität wie mir. Ich frage, erkenne, verknüpfe, frage neu. Ein Feuerwerk. Kaum zu beschreiben.

Gestern waren diesbezüglich alte Gefühle und Befürchtungen da: Ich überfordere damit. Das hält keiner aus. Ich mach die anderen kaputt. Bin anstrengend. Müsste mich zurücknehmen, mal wieder Ruhe geben. Da kann keiner mitgehen. Da ist niemand, der genauso feurig sprudelnd ist, wie ich. Ich muss das auf mehrere verteilen. Einer kann das nicht "leisten". Usw.

Ich mag mich nicht (mehr) zurücknehmen. Ich mag mich nicht (mehr) dosieren, mir aus falscher Rücksichtnahme etwas verkneifen. Ich mag mich komplett geschehen lassen. Da sein in dieser meiner Urkraft.

Bestimmt bin ich manchen zu intensiv, zu schnell, zu radikal, zu was auch immer. Ich tanze meinen Tanz. Ungehemmt. Für mich. Nur für mich. Ich will damit nichts. Ich bin. Fertig.

Etwas in mir hat sich verändert, gelöst. Wie wenn ich mich selber nicht mehr dafür verurteilen würde, wenn ich andere unangenehm berühre. Wenn mich andere ablehnen.

Ja, ich bin im wahrsten Sinne des Wortes eine Zumutung. Mich muss man erstmal "vertragen". Und es ist ok, wenn Menschen mich lieber meiden und besser nichts von mir hören wollen, mir skeptisch mit Sicherheitsabstand zuschauen.

Ich darf nicht gemocht werden. Ich darf verlassen werden. Ich darf zu viel sein. Jaaaaaaa!

Ich BIN viel. Und ich mag nicht mehr dahin gehen, wo es mir zu eng zum Tanzen ist. Ich nehme Platz ein. Natürlich. Meinen. Ganz und gar. Nichts anderes macht für mich Sinn. Damit nehme ich anderen nichts weg. Sie haben die gleiche Möglichkeit, ihren eigenen Platz. Ich mache nichts und niemanden kaputt. Die Macht habe ich gar nicht. "Kaputt" geht nur, was überlebt ist oder in Wahrheit nie wirklich Substanz hatte.

Ich bin eine Urgewalt und ich will sie sein, sie voll und ganz verkörpern. So wie ich gedacht bin. In der Ordnung. In Ordnung.

Ich tanze mich. Wer tanzt sich und mit?



Dienstag, 8. Oktober 2024

Seelenlesen live - via Zoom

Von der Magie erkannt zu werden

Mittwoch, 09.10., 19 Uhr
Donnerstag, 10.10., 10 Uhr

Ihr Lieben,
mir wird gerade nochmal so sehr bewusst, wie unabdingbar und essentiell es ist, erkannt und gesehen zu sein. Und zwar in der Essenz, im wahren Wesen, ohne Verzerrung und Projektion. Adäquat gespiegelt und erfasst zu werden.

Es ist, als gäbe es uns vorher nicht wirklich. In der Kindheit ist das bei den meisten nicht wirklich passiert und ich stelle fest, wie wichtig es ist, das jetzt im Erwachsenenleben zu erfahren, von Menschen tatsächlich gelesen und gesehen zu werden.

Ob es ist, dass wir in unserer Not endlich erkannt werden. Ob es ist, dass unser Wesen endlich gesehen wird. Ob es ist, dass etwas, was in uns wirkt, endlich einen Namen bekommt und benannt wird. Es gibt der Möglichkeiten so viele und ich sehe gerade Bedarf.

Deswegen mag ich mal wieder zwei Räume zum Seelenlesen aufmachen. Mag euch einladen und mich anbieten.

Ich mag in dein ganz persönliches Feld eintauchen und meine Wahrnehmung teilen. Und ich mag es in der Gruppe tun, weil ich um die Geschenke weiß, die in jedem Seelenlesen auch für andere sind.

Die Aussicht auf diese beiden Räume macht mich jetzt schon ganz demütig und verbreitet wohlige Wärme in meinem Bauch. Ich bin sehr gespannt, wer den Ruf hört und dabei sein mag.

Herzensgrüße von mir zu euch. ❤️😊🙏🏼


Hier ist der Anmeldelink für morgen, Mittwoch, 19 Uhr:
https://us06web.zoom.us/meeting/register/tZUld-usrjIpE9z4_oAo0s-p4uggSvWd1k26

Hier ist der Anmeldelink für Donnerstag, 10 Uhr:
https://us06web.zoom.us/meeting/register/tZYqfuyhrT8pHNG8ASNJmqUC9q0w6yUp1OFd


PS: Für deine Teilnahme erspürst du, was an Geld zu mir fließen soll, was stimmig ist, in der Ordnung und für dich passt. Danke schon jetzt für dein Handeln nach Intuition. 😊🔥❤✨

Deine Zahlung kannst du auf mein Bankkonto schicken oder per PayPal senden.

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Dienstag, 1. Oktober 2024

Was dient der Entwicklung?

"Welcher Umgang damit könnte der Entwicklung dienen?"
Anna Thekla Eckert

Dieser Satz von Anna hat gerade unglaublich viel in mir bewegt. Es ist eigentlich egal, um welches Thema, welche Situation es gerade geht, welche Gefühle, Lebensumstände oder Ereignisse.

Was dient der Entwicklung?
Meiner persönlichen. Der des großen Ganzen.

Diese Frage bringt ganz andere Antworten, eröffnet ein ganz anderes Feld, als vielleicht die Frage nach Heilung oder einer" leichten" Lösung. Nach der goldenen Zeit, nach Geld, der Berufung oder Beziehung. Nach gut oder böse.

Was dient jetzt der Entwicklung?

Ich kann alles direkt ganz anders betrachten. Es gibt kein besser oder schlechter mehr und auch keine Wunschvorstellung, wie etwas weiter gehen soll, was passieren darf und was nicht. Es gibt nichts mehr zu vermeiden und nichts mehr unbedingt zu erzielen.

Was geschieht und noch geschehen wird, ist das, was anscheinend gerade der Entwicklung am besten dient, sonst wäre es anders.

Was bisher geschehen ist, ebenfalls.

Auf einmal ist alles richtig. Da wirkt Weisheit, bei der es um Entwicklung geht, Bewusstwerdung, Ausdehnung. Persönlich wie universell.

Die Umstände waren und sind unter diesem Blickwinkel immer perfekt.

Plötzlich ist da Ruhe in meinem System. Über nichts, rein gar nichts, gibt es ein Urteil zu fällen. Weder über mich, mein Erleben, meine Taten, meine Erfahrungen, noch über irgendwen oder irgendwas in der Welt.

Rumms! Alles dient der Entwicklung. Alles ist richtig. War es immer, ist es, wird es immer sein.

Ja, menschlich, irdisch gesehen bisweilen unglaublich anspruchsvoll und mit krassen Gefühlen und Empfindungen verbunden. Keine Frage. Oft eben wirklich unmenschlich. Und ich komme beim gleichen raus. Ein Dienst für die Entwicklung. Auf lange Sicht auf jeden Fall. Wir sprechen schließlich von der Entwicklung auf die Ewigkeit bezogen.


 

Sonntag, 22. September 2024

Aus der Ruhe heraus in die Stille gehen

Ich brauche die Stille und das Alleinsein nicht (mehr), um mich endlich wieder zu haben. Es ist kein Not-wendiger Schritt mehr, weil ich mich in Begegnung zu lange verlassen musste, mich nicht hören konnte, mich im Außen, im Tun, im Lärm verloren habe.

In den Begegnungen der letzten Tage konnte ich mich behalten. Miteinander sein und jeder bei sich. Kein Impuls muss übergangen werden, jedes Gefühl hat Platz. Wir sortieren uns so wie es jeweils stimmt.

Natürlich ist da manchmal das Bedürfnis nach Stille, aber ohne Not, ohne dass es einen inneren Druck gäbe, wie früher, der sich mehr und mehr aufbaut, weil ich das, was in mir gerade lebendig ist, nicht mit in das Miteinander nehmen kann. Es ist komplett anders.

Aus der Ruhe heraus in die Stille gehen.

Der Satz war gerade einfach da und er stimmt total für mich. Und wenn ich dann aus der Stille und dem Mitmirsein wieder in Kontakt gehe, dann behalte ich mich weiterhin.

Ich muss in der Stille nicht mehr Kraft sammeln, um mich wieder für einige Zeit übergehen zu können. Gott sei Dank!

Mir wird gerade bewusst, WAS das für eine Erleichterung und große Veränderung in meinem Leben ist. Ich hab mich nicht mehr nur kurz in den kostbaren Momenten des Alleineseins. Ich hab mich auch in Begegnung. Dafür musste ich wirklich lange üben, Bindungstrauma heilen, inneren Kindern die Traumalügen korrigieren, Muster erkennen und verändern.

Das macht mich sehr dankbar und demütig. Vor allem bin ich dankbar für die Menschen, mit denen das geht, die sich spüren, die sich mitteilen, mit denen gemeinsam ein Raum in Harmonie gestaltbar ist. Die genauso da sein wollen und können.

Heilsamste, wundersamste Erfahrungen, was auf engstem Raum möglich ist. Wie groß und weit sich eine Einraumwohnung mit drei Personen anfühlen kann. Und wie eng im Gegensatz dazu ein ganzes Haus, wenn die Mitmenschen sich nicht spüren und leben und ich unverstanden bin, nicht die gleiche Basis da ist, keine wirkliche Verbindung.

Im Miteinander bei mir sein. Alleinsein, das einfach geschieht, weil sich jeder in Leichtigkeit dahinsortiert, wo er gerade hin will. Leben in Harmonie. Leben in der Ordnung. Das ist echt in Ordnung. 😉❤️🎉🔥