Dienstag, 13. April 2021

Ich bin mein einziger Guru

Egal, zu was ein Guru "rät", niemand zwingt die Menschen, es zu tun und dem zu folgen. Der Guru, der Lehrer, die Führungspersönlichkeit, der Coach ist nicht dafür verantwortlich, was Menschen aus den gesagten Worten machen, wie sie es verstehen und welche Handlungsableitungen sie daraus ziehen.

Ja, ich weiß, jetzt kommt das Argument, dass ein Guru eine gewisse Verantwortung hat und dass er ein gewisses Vertrauen genießt, dass solche Beziehungen dazu verleiten, dem Glauben zu schenken, was der Guru sagt. Schließlich war ja bisher auch alles brauchbar, was vom Guru kam, also muss DAS jetzt auch richtig sein. Und wenn es darum geht, sich eine Spritze abzuholen.

Alles richtig. Doch wenn Menschen einem anderen Menschen blind folgen, kann derjenige nichts dafür, dem man da folgt. Und wenn der Aufruf noch so deutlich und klar ist, "tu DIES und dann wirst du auf jeden Fall DAS...". Selber denken ist immer angesagt, egal mit wem man es zu tun hat.

Wenn man es genau nimmt, dann sind solche "Aufforderungen" zu irgendwas eigentlich ziemlich schlau von einem Guru, denn so zeigt sich ganz schnell, wer selber denkt und es wagt auch einen Guru in Frage zu stellen und wer blind folgt. Vielleicht ist es gut und das gerade JETZT, wenn die weisesten Menschen, sehr schräge Dinge äußern, denn der Weg geht definitiv und unweigerlich in die Selbstverantwortung.

Jede Anhaftung an jemand anderen, jede Ikonisierung und Glorifizierung muss aufhören. Die Menschen müssen lernen selbst zu denken und zu fühlen, ihre eigene innere Weisheit zu finden und da sind solche extremen Erschütterung einfach nur hilfreich und gut. Ent-Täuschung auf ganzer Linie, immer wieder zurückgeworfen werden auf sich selbst und die eigene Expertise. Radikal, wieder und wieder, bis die Menschen nur noch sich selbst trauen.

Ich danke einem jeden, der in diesen Tagen aufrüttelt und erschüttert, der ent-täuscht und empört. Genau das brauchen wir so dringend. Alles, was die Seele aufrüttelt, ist Glück.

Ich bin mein einziger Guru.

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

 

Donnerstag, 8. April 2021

Du bist nie nicht auf deinem Seelenweg

Der Stress entsteht erst dann, wenn wir uns erzählen, dass das, was gerade ist, falsch ist, dass es anders sein sollte, dass wir anders sein sollten, anders fühlen sollten.

Sätze wie "Oh, ich bin von meinem Weg abgekommen" oder "Ich möchte endlich auf meinen Seelenweg kommen" implizieren, dass man gerade nicht auf seinem Weg ist und etwas erfährt oder erlebt, was die Seele eigentlich nicht will.

Meine Erfahrung ist, dass das nicht geht. Wir können nichts erfahren, was falsch ist. Wir können nichts erfahren, was unsere Seele nicht will. Wir sind zu keinem Zeitpunkt am falschen Ort.

Ja, es gibt Erfahrungen, die fühlen sich so schräg und verquer an und man hat das Gefühl, dass da was nicht stimmt. Das ist völlig richtig. Die Erfahrung ist richtig. Ich darf nämlich wissen, wie es sich anfühlt, wenn ich mich zum Beispiel selbst verrate. Ich muss wissen, wie das ist. Meine Seele will wissen, wie sich diese Erfahrung in einem Körper anfühlt. Da läuft nichts falsch. Da läuft alles komplett richtig.

Diese Referenzerfahrung wird mir in Zukunft dienen, weil ich weiß, was in meinem Körper passiert, wenn ich gerade nicht meine Wahrheit lebe. Da wird der Magen eng. Da kommen Bauchschmerzen, die ich weder mit atmen, mit meditieren oder mit Globuli "wegbekomme". Diese Bauchschmerzen gehen erst, wenn ich eine Kurskorrektur vornehmen. Da ist eine Warnlampe angegangen und ich weiß ganz genau, was sie bedeutet.

Hätte ich vorher nicht herausgefunden, wann diese Lampe überhaupt angeht und wie eine "Reparatur" aussieht, wäre ich um eine wichtige Erfahrung ärmer. Ich kann viel schneller reagieren und Veränderungen vornehmen.

Es ist wie eine immer feiner werdende Justierung des inneren Navis. Aufgrund all der "schrägen" und scheinbar falschen Erfahrungen in meiner Vergangenheit inklusive dem "ich hab mich selbst komplett verloren", wurde ich immer feiner, bin mir immer näher gekommen. Es war alles 100% richtig und wichtig.

Wir sind hier in diesem Leben, um uns wieder zu finden, um uns zu erinnern. Zumindest kann ich das von mir und zig anderen Menschen sagen, denen ich bisher begegnen durfte. Um uns zu finden, müssen wir uns erstmal verlieren.

Ich will mir in diesem Leben komplett auf die Schliche kommen, mich komplett durchdringen, verstehen, durchleuchten, durchlichten und alles ablegen, was nicht meiner Essenz entspricht. Außerdem will ich mich ausprobieren, toben, spielen, mich als dieses und jenes erleben, sehen, was ich alles kann und bin. Da gehört es dazu, immer wieder Dinge zu tun, die eben nicht meiner Essenz entsprechen, die mir keinen Spaß machen, damit ich weiß, was ich aussortieren kann. Deswegen war das doch keine falsche Erfahrung.

Wenn ich Kleider anprobiere und schaue, was mir passt, was mir steht, was mein Wesen unterstreicht, mein Potential betont, dann sag ich doch auch nicht, dass der eine Rock, den ich da gerade anhatte voll der Fehler war. Da erzähl ich mir doch auch nicht, wie doof ich war, dass ich den überhaupt angezogen habe. Nein, ich wollte ihn ausprobieren. Hätte ja sein können, dass er mir steht und ich eine Facette im Kleidungsstil entdecke, die meine Figur noch mehr betont und noch vorteilhafter für mich ist.

Wenn ich die Dinge nicht ausprobieren, weiß ich nicht, was zu mir gehört. Und jeder Test, bei dem sich dabei rausstellt, dass das nicht wiederholungswürdig ist, ist eine absolut richtige und wichtige Erfahrung. Ich bin nach wie vor auf meinem Weg. Ich bin nach wie vor dabei, herauszufinden, wer ich bin. Und mein Gefühl sagt mir, dass dieser Prozess nie enden wird. Da kommt nicht irgendwann der Tag, an dem wir fertig sind und keine "Fehler" mehr machen.

Diese Entdeckung von uns selbst und was noch alles geht und möglich ist, zu was wir noch in der Lage sind, was wir brauchen, damit es uns so richtig richtig gut geht, dass wir erfüllt sind und beseelt, geht bis in die Unendlichkeit weiter, weil Entwicklung, Wachstum, Forschung, Neugierde, Ausprobieren, neue Erfahrungen machen wollen nie aufhört. Weil es so unfassbar viele Facetten gibt, so viel, was wir auch sein können, was wir auch tun können.

Keine einzige Erfahrung auf dieser Spielwiese ist falsch. Ein Erfahrungsfeld. Und vielleicht gibt es auf diesem Feld gar keinen Weg. Vielleicht geht es darum, da zu sein, wo wir sind und dieses Feld der Möglichkeiten, unser Potential, zu entdecken.

Ein Weg führt von A nach B. Eine Spielwiese ist ein Bereich, auf dem wir uns frei bewegen können, ohne irgendwo hinkommen zu wollen. Da geht es ums Da-Sein. Und beim Spielen und Forschen gibt es auch keine Fehler.

Wie ist es, ein Autor zu sein oder Redner? Wie ist es kein Geld zu haben? Wie ist es, mutig zu sein? Wie fühlt sich Ohnmacht an? Was passiert, wenn ich nur noch Impulsen folge und all die Regeln vergesse, die man mir beigebracht hat? Was passiert, wenn ich Dinge tue, von denen alle sagen, dass es nicht geht? Funktioniert Selbstheilung? Braucht es wirklich disziplinierten Sport, um einen gesunden, vitalen Körper zu haben oder geht das auch mit dem entsprechenden Bewusstsein? Wie geht Materialisieren? Wie geht Teleportation? Wo zieht mich meine Neugier als nächstes hin?



Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche





Sonntag, 4. April 2021

Göttlichkeit, die sich erkannt hat

Ein Satz, etwas verändert, aus meinem Text von gestern. Er wollte nochmal explizit hervorgehoben werden. Für mich ist es ein totaler Wirksatz, der in die Tiefe geht. Damit ist so viel zum Ausdruck gebracht.

Diese Haltung beinhaltet die bewusste Pause, bevor ich auf etwas "re-agiere". Aus dieser Haltung heraus agiere ich eigentlich nur noch, weil mein Handeln aus mir heraus kommt und nicht von außen gesteuert ist, nicht vom inneren Kind, nicht von Verletzungen, nicht von abgelehnten Anteilen, nicht von unerlösten Gefühlen. Es kommt aus der Essenz. Es ist Aktion, keine Re-Aktion.

Aus mir heraus bin ich präsent und handle im Gewahrsein darüber, wer ich bin. Da ist Klarheit, Wachheit, Kristallbewusstsein, Christusbewusstsein.

Nach der Versenkung in mich selbst hinein kommt ein Augenaufschlag. Ich tauche wieder auf. Wache Augen. Klare Augen. Wissende Augen. Ein tiefer Blick. Beseelt. Stark und sanft zugleich. Unumstößlich der eigenen Wahrheit folgend. Keine Fragen, nur Antworten. Göttlichkeit, die sich erkannt hat. Ich BIN Göttlichkeit, die sich erkannt hat.

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

 

Samstag, 3. April 2021

Tu die Dinge nicht mir zuliebe

Darum bitte ich wirklich jeden, der mir begegnet. Tu nichts mir zuliebe. Rein überhaupt gar nichts. Denn nichts schmeckt fahler als etwas zu bekommen, was sich der andere abringt oder weil er denkt, er wüsste mit dem Verstand, was jetzt gut für mich ist.

Tu die Dinge, weil dein Herz es möchte, also du selbst. Tu es, weil es für DICH stimmt, stimmig ist. Was wirklich aus der Intuition kommt, wird für mich automatisch auch stimmen und wenn es sich nicht gleich so anfühlt, dann ist es trotzdem richtig und für etwas gut. Dann gibt es da vielleicht noch ein Gefühl zu fühlen, einen Anteil zu integrieren oder es ist dran für mich aufzustehen und klar Stellung zu beziehen. Ich kann sagen, wenn es nicht für mich stimmt und ich werde sagen, wenn es nicht für mich stimmt. Auch das kann die Übung sein. Klar zu benennen, was ich gerade dazu fühle.

Du musst nicht auf mich aufpassen. Du musst nicht für mich sorgen. Du musst nicht Rücksicht auf mich nehmen. Du kannst mir nicht schaden. Du kannst mein Leben nicht auf eine Art beeinflussen, die meine Seele nicht gewählt hätte. Du kannst mir nichts antun.

Ich entlasse dich aus der Verantwortung für mich. Ich lasse dich frei. Ich sorge selbst für mich. Ich achte selbst auf mich. Ich bin voll und ganz in meiner eigenen Verantwortung für mich und mein Wohlergehen.

Mein einziger Beweggrund etwas zu tun, oder nicht zu tun, ist der: "Das war jetzt einfach dran bzw. nicht dran." Komplizierter ist mein Leben nicht. Und komplizierter soll dein Zusammensein mit mir auch nicht sein. Es soll einfach sein, so wie die Natur eben auch ist. Ganz schlicht und simpel, entspannt und gleichzeitig von kosmischer Intelligenz durchdrungen.

Wenn jeder das macht, was für ihn gerade passt, funktioniert die Symphonie des Lebens in Perfektion.

Sink hinein in dich selbst. Lass dich fallen in dein Innerstes und von da aus handle. Damit tust du alles, was durch dich getan werden will. Damit nimmst du ganz einfach deinen Platz ein, ganz gleich wie das in jedem Moment aussieht. Damit tust du anderen ganz nebenbei einen Gefallen, ohne dass du es mit dem Verstand hättest besser planen können.

Wir sind vernetzt, im Bewusstseinsfeld verbunden. Tu das Deine und ich das Meine und damit ist alles getan. Vertrau deinen Impulsen. Sie kommen von deiner Seele und vielleicht auch von meiner. 😉 Vertrau dir selbst. Vertrau dem Plan unserer Seelen. Sie wissen es weit besser als unser Tagesbewusstsein.

Da bin ich wieder bei dem ganzen einfachen Grundsatz: Gott durch mich. Immer! Gott durch dich. Immer! Ich begegne dir in vollstem Vertrauen, weil ich meiner Seele vertraue, weil ich deiner Seele vertraue.


Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Freitag, 2. April 2021

Das Mär über die bedingungslose Liebe

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es da ein riesiges Missverständnis gibt. Bedingungslose Liebe. Den anderen so sein lassen, wie er eben ist. So weit, so gut. Viele implizieren da aber, dass sie damit alles ertragen und erdulden müssen, was andere tun, dass sie alles über sich ergehen lassen müssen, zurückstecken, so lange an sich herumoptimieren, bis man den anderen sein lassen kann, bis man nicht mehr wütend wird, wenn der andere halt so ist, wie er ist.

Diese Idee ist ungefähr so schlau, wie die Hand ins Feuer zu halten und sich zu sagen, dass man nur lange genug meditieren muss, bis es nicht mehr weh tut. Jeder halbwegs vernünftige Mensch nimmt die Hand aus dem Feuer oder hält sie gar nicht erst rein. Meine Unversehrtheit und mein Wohlergehen dürfen bei dieser bedingungslosen Liebe schon durchaus einen Stellenwert finden. Dieses Bedingungslose-Liebe-Ding gilt nämlich auch mir selbst gegenüber.

Ja, für meine Begriffe ist bedingungslose Liebe tatsächlich, dass man den anderen komplett so lässt, wie er ist. ABER ich darf auch so sein, wie ich bin und aus dem So-Sein des anderen meine Konsequenzen ziehen. Ich muss nicht bleiben, mich verrenken und dann klein beigeben, nur damit ich auch auf jeden Fall und unter allen Umständen diese "verdammte" bedingungslose Liebe lebe. Aus meiner Sicht, ist das eine der größten Licht-und-Liebe-Fallen der spirituellen Welt. Eine herrliche Gelegenheit zur Selbstkasteiung im Namen des Gutmenschentums.

Von meinem Gegenüber kommt eine klare Ansage, dass er diese und jene Werte leben möchte, dass er dieses und jenes Verhalten von seinen Mitmenschen wünscht. Super. Wenn ich das aber nicht erfüllen kann und will, weil das bedeuten würde, dass ich mich dabei selbst verrate, Krieg gegen mich führe, mich verbiegen oder verstellen muss, anstrengen muss, oder in sonst irgendeiner Form, nicht ich sein kann, dann hat das seine Berechtigung. Wenn ich mir Zusammenleben und Beziehung ganz anders vorstelle, ist das eben auch so.

Meine Werte und Vorstellungen von einem Miteinander sind genauso anzuerkennen, wie die des anderen. Da stehen zwei gleichwertige Wesen und wenn da kein Konsens zustande kommt, der eine Win-Win-Situation ist, dann passt es eben nicht. Man muss sich nicht einigen. Man darf sich durchaus auch zweinigen. (Ich liebe dieses Wort von Vera F. Birkenbihl!)

Bedingungslos Liebe, die universelle Liebe, die Schöpfung, Gott, das Leben würde mich niemals dazu zwingen, mich selbst zu verraten.

Und nein, du wirst nicht einsam und alleine enden, weil du dann völlig inkompatibel bist und zu speziell und anspruchsvoll, zu komisch und eigen. Nein, du musst nicht von Glück reden, wenn es überhaupt jemand nur ansatzweise mit dir aushält. Du darfst den Anspruch haben, dich zu 100% zum Ausdruck zu bringen und keinen Millimeter verstellen zu müssen. Du darfst vollumfassend deine wahre Natur leben und es wird die Menschen geben, die dich genau dafür feiern und lieben und mehr davon wollen, die dich schätzen, ohne dass du einen Eiertanz vollführen musst.

Es gibt nicht nur die Wahl zwischen "Entweder verbiege ich mich und kann dann in Gemeinschaft sein" oder "Ich bin ich und bin dann halt alleine". Es gibt tatsächlich und wahrhaftig Variante drei: Ich kann ich sein UND in Gemeinschaft sein. Tataaaaaaa!

Ja, da mögen Beziehungen, Freundschaften, Nachbarschaften, Kollegschaften sich auflösen, aber es werden neue kommen. Wie soll dich deine Herde finden, wenn du dich nicht zeigst, mit dem, was dich ausmacht? Wie soll die gelbe Gruppe dich sehen können, wenn du dich ständig blau anmalst?

Bekenne Farbe, stehe zu deinem So-Sein, zeig dich damit und vertraue, dass es die gibt, die genauso schräg sind wie du, deren Dachschaden herrlich mit deinem harmoniert.😉

Sei bedingungslos und konsequent du. Alle anderen gibt es schon. Und vor allem, mach es nicht nur den anderen recht und erzähle dir, dass das bedingungslose Liebe wäre und ein heiliger Akt. Das ist nicht heilig, das ist scheinheilig. Anderen einen Gefallen tun mit etwas, das dir überhaupt nicht gefällt, ist Hochverrat an dir selbst, am Leben und dessen Schöpfungen, von denen du eine bist. Tu die Dinge dir zu Liebe, als Ausdruck deiner Achtung vor dir selbst.

DAS wollte wohl gerade dringend in die Welt. 😉❤ 

 

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche