Dienstag, 11. Juni 2019

Triff aus der Gleich-Gültigkeit heraus eine neue Wahl

Es muss dir gleichgültig sein, was passiert. Es muss gleich gültig sein. Es muss die gleiche Gültigkeit haben, den gleichen Wert. Nur dann kann wirklich eine freie Wahl getroffen werden.

Erst wenn ich bereit bin tatsächlich zu sterben, im übertragenen wie im tatsächlichen Sinne, dann kann ich mich wertneutral FÜR das Leben entscheiden. Erst wenn es auch ok wäre, arm zu sein, kann ich mich frei und neutral und ohne Widerstand für Reichtum entscheiden.

Erst wenn wirklich das passieren darf, was ich so unbedingt vermeiden will, erst wenn ich bereit bin, auch das zu erleben, kann ich wählen und mich FÜR das entscheiden, was ich stattdessen erleben will.

Erst wenn es ok ist, krank zu sein, weil es den gleichen Wert hat wie Gesundheit, kann ich wirklich aus tiefstem Herzen Gesundheit wählen. Erst wenn ich mich nicht mehr GEGEN etwas entscheide, gegen etwas, gegen das ich innerlich noch kämpfe, kann ich mich wahrlich FÜR eine neue Erfahrung entscheiden.

Ich bin sie gestorben diese tausend Tode. Immer und immer wieder hat mich das Leben aufgeknackt, mich weich und bereit gemacht für all das, was ich auf keinen Fall wollte. Erst als ich bereitwillig auch das angenommen habe, wirklich bejahend, konnte es eine Wende geben.

Erst als ich mir erlaubt habe, krank zu sein, konnte ich gesund werden. Erst als ich mir erlaubt habe, kein Geld zu haben, konnte Geld in mein Leben kommen. Erst als ich wirklich bereit war, den Tod zu wählen, auch sterben zu dürfen, als die Panikattacken über mich hinwegrollten, erst dann konnte ich mich wirklich FÜR das Leben entscheiden. Erst als ich bereit war, Ohnmacht anzunehmen, zu fühlen, da sein zu lassen, anzuerkennen, konnte ich in meine Macht finden.

Diese Bereitschaft wirklich alles erleben zu dürfen - sei es eine Trennung, der Verlust eines liebgewonnenen Menschen, der Verlust der äußeren Sicherheit, Krankheit, Armut, Schwäche, Ohnmacht, Angst - macht erst wirklich frei. Dann ist nämlich auf einmal nichts mehr falsch und ich kann aus meinem tiefsten inneren eine Wahl treffen. Frei, offen, ohne das zu verurteilen, was ich nicht wähle.

Diese Freiheit schafft letztlich den Boden für Urvertrauen. Dann kann ich mich meiner Seele übergeben, ihrer Führung. Ich muss nichts mehr kontrollieren, weil alles passieren darf. Alles, was sie erleben will, bin ich bereit auch zu erleben. Es ist ein Trugschluss, dass uns unsere Seele in Schwierigkeiten bringt. Sie schüttelt uns nur so lange, bis wir loslassen, bis wir zulassen, bis wir davon ablassen, kontrollieren zu wollen.

Hören wir auf zu kontrollieren, hört sie auf zu schütteln. Dann sind wir unerschütterlich. Dann ruhen wir in uns. Dann ist alles gleich gültig. Dann haben wir aufgehört, zu urteilen. Dann haben wir angefangen, wirklich frei zu wählen und zwar das, was unsere Seele für uns will.

Ich bin bereit, schon lange. Meine Seele führt, schon lange. Ich bin meine Tode gestorben und lebe umso mehr. Die Bereitschaft zu sterben, innerlich, immer wieder, wie auch äußerlich, macht letztlich frei fürs Leben. DAS ist Freiheit für mich. Nur aus der Gleich-Gültigkeit heraus können wir wirklich eine Wahl treffen.

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Montag, 10. Juni 2019

Du bist dein schärfster Richter

Dein eigenes Urteil ist es, das dir das Leben so schwer macht. Du erzählst dir tagein, tagaus, was nicht sein darf, was schon längst sein müsste und was um Gottes Willen nie passieren darf.

Du erzählst dir, dass du auf keinen Fall schwach sein darfst, dass du andere nicht verletzen oder gar enttäuschen darfst. Dass du mehr Geld verdienen solltest, dich mehr anstrengen müsstest, nur etwas mehr Disziplin an den Tag legen müsstest.

Dass deine spirituelle Entwicklung echt schneller gehen sollte, dass du dich nur nicht immer so anstellen bräuchtest. Dass du zu langsam bist, zu doof für "Schöpfersein", dass du es einfach nicht auf die Kette kriegst. Dass alle anderen an dir vorbei rauschen, die es besser können, die einfach mehr auf dem Kasten haben.

Wenn es dir mal wieder nicht so gut geht und du erschöpft bist, weinen musst, wenn mal wieder ein Thema hochkommt, dann machst du dich fertig, weil das jetzt echt nicht mehr passieren sollte. Und die Zipperlein, die dein Körper so hat, über die müsstest du auch echt schon lange hinweg sein. Irgendwas machst du eindeutig falsch. Du bist einfach zu blöd.

Merkst du was? Du bist es, der sich das den lieben langen Tag erzählt. Kein anderer. Das sind deine Stimmen im Kopf. Du machst dich immerzu fertig. Würdest du mit deinem besten Kumpel, deiner liebsten Freundin auch so reden? Oder wärst du da etwa milde? Verständnisvoll? Nachsichtig? Oder gar liebevoll und wohlwollend?

Würdest du vielleicht darauf hinweisen, was derjenige schon alles geschafft und gemeistert hat? Aus was er sich schon befreit hat? Was er oder sie schon alles geheilt und auf links gedreht hat in seinem Leben?

Was wäre denn, wenn du einfach mal mit dir zufrieden wärst, mit dem, was du schon alles geleistet hast? Was wäre denn, wenn du mal all die Urteile und Richtersprüche zurücknehmen würdest? Was wäre denn, wenn du mal geduldig mit dir wärst, anerkennend, wertschätzend, so wie du auch zu anderen bist? Was wäre denn, wenn der innere Richter mal durch die innere beste Freundin, den besten Freund ersetzt wird? Hör mal hin, was die so zu sagen hätten zu deinen vermeintlichen Unzulänglichkeiten. Ist angenehmer, oder?


Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Sonntag, 9. Juni 2019

Welches Umfeld brauchst du?

Bei Pflanzen ist es für uns selbstverständlich, dass sie das optimale Umfeld brauchen, um richtig gut gedeihen zu können. Wir schauen ganz genau wo der richtige Standort ist, ob sie Sonne verträgt, wie oft sie gegossen werden soll, welche Pflanzen in der Umgebung gut dazu passen, welche sich vielleicht nicht so gut vertragen, ob der Boden der richtige ist. Wir wollen ja, das beste Ergebnis, die volle Blüte oder gute Ernte und dafür sorgen wir.

Und was ist mit uns? Schaffen wir für uns ebenso selbstverständlich die optimalen Bedingungen? Ein Umfeld, in dem wir wachsen und gedeihen können, uns entwickeln und entfalten? In dem wir zur vollen Blüte kommen, die beste Ernte einfahren?

Was tut uns wirklich gut? Welche Mitmenschen sind förderlich? Versorgen wir uns mit den richtigen Nährstoffen, körperlich wie geistig? Bekommen wir genug Licht? Auch im übertragenen Sinne? Sind da vielleicht Schädlinge, die uns aussaugen oder Krankheiten, die an einem anderen "Standort" weggehen würden?

Vielleicht darfst du auf dein zartes Pflänzchen besser achtgeben. Was brauchst du JETZT, um dich genau in diesem Moment wohl zu fühlen? Was brauchst du generell, um dich optimal entwickeln zu können? Was braucht deine Pflanze für eine Pflege?

Samstag, 8. Juni 2019

Welche Werte willst du leben?

Wenn es um die Frage geht, was ich in meinem Leben will, dann geht es für mich meistens um Werte. Welche Werte will ich leben? So richtig deutlich gemacht, greifbar hat das Mischa für mich. Er hat dem Kind einen Namen gegeben, das in Worte gefasst, was ich unbewusst schon die ganze Zeit gemacht habe. Ich habe Werte für mich festgelegt. Immer wieder. Neu.

In Zeiten, in denen es mal wieder rüttelt und ich einige Fragezeichen habe, Dinge sich neusortieren, prüfe ich meine Werte. Passt das noch zu mir, für was ich mich mal entschieden haben?

Heute Morgen habe ich mir wieder meine Werte notiert. Welcher Mensch will ich sein? Wer will ich für mich und auch für andere sein?

Mitgefühl ist eins meiner höchsten Güter, ja schon fast mein Markenzeichen. Liebe auf zwei Beinen, Mama für Erwachsene. Ja, das macht mich aus. Ja, das kann ich. Ja, das will ich. Frei von Aufopferung. Frei von Mitleid. Einfach ein weit offenes Herz haben, den anderen wirklich sehen, einen Raum aufmachen, in dem er einfach sein darf und kann und gesehen wird - von Herz zu Herz.

Auf meiner Liste stehen auch Güte, Freude, Leichtigkeit, Verbundenheit, Hingabe, Offenheit, Echtheit, Großzügigkeit, Neugier, Erfüllung, Wertschätzung, Milde, Berührung, Weichheit, Verletzlichkeit, Humor, Einklang von Körper, Geist und Seele. Das Forschen steht ebenfalls auf dieser Liste. Ich bin Entdecker, Forscher, Erklärer, Sichtbarmacher, Wortefinder.

Das sind Messwerte. Daran kann ich mich orientieren. Das hilft bei Entscheidungen. Was dem nicht enspricht, hat in meinem Leben nichts verloren.

Oft machen wir uns Stress, weil wir uns fragen, was unsere Berufung ist, für was wir hier sind. Wir meinen ein Business auf die Beine stellen zu müssen. Wir meinen einen Beruf wählen zu müssen, alles in enge Schubladen packen zu müssen. Was, wenn wir lediglich Werte wählen brauchen? Qualitäten, die wir leben wollen?

Was mir auch immer wieder hilft, ist, mich dafür zu entscheiden, ALS WAS ich mich erleben will, WAS ich erleben und erfahren will. Ich habe mich dafür entschieden, jemand zu sein, der anderen die Hand reicht auf ihrem Weg in ihre Größe. Ich habe mich dafür entschieden, ein Geschenk für die Welt zu sein mit dem, was ich bin. Ich habe mich dafür entschieden, mich als Werkzeug des Lebens zur Verfügung zu stellen und dem Plan meiner Seele zu folgen. Ich habe mich dafür entschieden, dass ich es erleben will, Seminare zu geben, Seminarleiter zu sein. Ich habe mich dafür entschieden, Autorin zu sein. Ich werde erfahren, wie es ist einen Bestseller veröffentlicht zu haben (mindestens). Ich will mich auf Bühnen erleben, in größeren Hallen. Ich will Postkarten von mir in der Welt sehen. Interviews geben, fürs Reden bezahlt werden, dafür, dass andere mir zuhören. Und auch für die Millionärin hab ich mich entschieden. Auch das will und werde ich erleben und erfahren.

Wie sich das alles jeweils zeigt und zum Ausdruck bringt, wie es dazu kommt, werde ich sehen. Meine Wahl ist getroffen und ich werde immer wieder neu wählen, immer wieder korrigieren, wenn es nötig ist. Vieles davon ist ja schon da. Anderes wiederum steht noch an und OB das passiert ist nicht die Frage, sondern lediglich wann.

Als was willst du dich erfahren? Welche Werte willst du leben? Wer willst du für andere sein?

Text und Gestaltung: Anja Reiche

Mittwoch, 5. Juni 2019

Heilsein ist Fluss

Wann immer mein Körper in letzter Zeit Aufmerksamkeit möchte, durch Schmerzen, Symptome, Auffälligkeiten, mache ich folgende innere Reise, führe diesen inneren Dialog, geh in dieses innere Bild.

"Ich fühle meinen Körper, die Stelle, die sich gerade bemerkbar macht. Ich nehme sie wahr, wohlwollend, spüre hin und schicke ihr ein inneres Lächeln. Alles in mir entspannt sich. Ich mache mich weit, mache auf und lasse alles fließen, was sich an dieser Stelle angestaut hat. Alles, was dieses Symptom, diesen Schmerz erzeugt hat, kommt in Fluss. Alles, womit ich es genährt und erschaffen habe, fließt zurück zu mir, in meine Mitte, zurück zum Schöpfer, in den Alchemie-Kessel, der alles verwandelt. Dieser Kessel befindet sich in Höhe des Solarplexus. Hier fließt sie hin, meine Macht, meine Schöpferkraft, hier sammelt sie sich wie flüssiges Gold. Hier darf neu entstehen, was der Liebe entspricht, der göttlichen Ordnung, dem Plan meiner Seele. Es ist, als würde ich Gold in mir einschmelzen und neu gießen, ihm eine neue, zuträgliche Form geben. In diesem Kessel entsteht das, was meinem Urzustand entspricht. Die Zellen erinnern sich, sie kennen ihre eigentliche Aufgabe. Gesund, vital, pulsierend, lebendig, in höchster Liebe schwingend tun sie ihren Dienst. Heil, ganz, vollständig. Jetzt und immer."

Mit dieser Herangehensweise, die eines Nachts zu mir kam, werden wir immer lebendiger, unsere Zellen werden wiederbelebt, erfüllt mit unserer Liebe und Energie. Wir nehmen wieder Kontakt auf und erkennen an, was unser Bewusstsein kann. Unser Bewusstsein IST Leben. Alles, was wir mit unserem Bewusstsein versorgen, lebt. Alles, was fließt, lebt und ist gesund. Das Leben ist Fluss.

So oft haben wir aus Unwissenheit den Kontakt zu unserem Körper verloren, haben die Verantwortung für die Symptome abgegeben und er hat das getan, was nur logisch ist. Er hat angefangen zu sterben, sich zu verformen, zu kranken. Ihm fehlt unsere Liebe und dass wir komplett in ihm wohnen. Ihm fehlt unser Bewusstsein, unsere Aufmerksamtkeit, unsere Liebe, die durch ihn fließt. In jede Zelle. Ziehen wir wieder ein in unser Haus, in unser Gefährt, in unseren Körper.

Bringen wir alles in Fluss, was sich angestaut hat, lieben wir, was vernachlässigt wurde. Versorgen wir ihn mit Zuneigung, Freundlichkeit und Zuwendung. Er ist unsere Schöpfung. Er sieht so aus, weil wir ihn entsprechend behandeln.

So oft glauben wir, dass wir bei körperlichen Beschwerden einer höheren Macht ausgeliefert sind, dass wir da nichts machen können, dass die Problematik auf materieller Ebene gelöst werden muss und das am besten von einem Arzt. Ohnmacht ist an der Tagesordnung. Wir fühlen uns klein und unfähig, da irgendwas beeinflussen zu können. Beein-fluss-en. Da ist der Fluss drin, das Fließen. Wir können beein-fluss-en, ins Fließen bringen. Wer, wenn nicht wir selbst?

Wie mag sich unser Körper wohl entwickeln und verändern, wenn wir an jeder Stelle, die ziept, die Energie wieder in Fluss bringen, wenn wir das beeinflussen? Wie mag er sich verändern, wenn wir ihn jeden Tag freudig lieben, mit allem, was gerade an ihm dran ist oder nicht dran ist? Wie mag er sich entwickeln, wenn wir ihm immer wieder, an jeder Stelle ein inneres Lächeln schenken oder ihn vielleicht sogar gedanklich und tatsächlich streicheln? Wie gut tut Zuneigung einem Wesen? Unser Körper ist einfach ein Wesen, das Liebe braucht, wie die Luft zum Atmen, das uns braucht, unser Bewusstsein.

Einen Versuch ist es wert, oder?

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche










Dienstag, 4. Juni 2019

Echtes Selbstbewusstsein ist mit allem sein dürfen

Selbstbewusstsein - viele werden jetzt sagen, davon hab ich eine ganze Menge. ;) Ja, irgendwie stimmt das und irgendwie nicht so ganz. Ich hab da meine ganz eigene Definition.

Selbstbewusstsein ist für mich nicht einfach nur, cool rüberzukommen und immer alles scheinbar im Griff zu haben, schlagfertig und tough zu sein, keine Schwäche zu zeigen und immer kontern zu können.

Mein Selbstbewusstsein resultiert aus einer anderen Quelle. Ich will eben keine Schwächen verbergen. Ich will nichts im Griff haben. Ich will nichts vermeiden oder beweisen. Was ich will und was ich auch tue und zwar IMMER ist, mich echt zu zeigen. Für mich gibt es kein Tabu. Ich rede über ALLES. Du kannst mir jede Frage stellen und du wirst eine Antwort bekommen, egal wie scheinbar "intim" das Ganze ist.

Wenn ich Videos aufnehme, wenn ich Veranstaltungen gebe, wenn ich rede, dann komplett offen, ohne Kontrolle, ohne Erwartungen, ohne Konzept, ohne Plan, ohne Festhalten und kontrollieren wollen. Ich bin offen und sage auch, wenn ich etwas nicht weiß, wenn ich ratlos bin. Ich gebe mich hin. Ich lasse geschehen. Ich folge den Impulsen. Ich vertraue mir und dem, was da kommen mag. Ich zeige mich in all meiner Verletzlichkeit, mit allem, was gerade da ist.

Wenn da Verwirrung ist, dann sag ich das. Wenn da Angst ist, dann sag ich das. Wenn da Kleinheit ist, dann sag ich das. Wenn da Ratlosigkeit ist, dann sag ich das. Wenn mich etwas bewegt oder betroffen macht, dann sag ich das. Auch auf einer Bühne, auch in einem Video und auch in meinen Texten. Ich warte nicht, bis ich wieder in einem souveränen Zustand bin, nein, das kommt alles ungefiltert und unzensiert.

Selbstbewusstsein entsteht nicht, weil ich Schwächen ausmerze. Selbstbewusstsein entsteht, wenn alles sein darf, wenn vermeintliche Schwächen benannt werden, gezeigt, offenbart, integriert, gelebt werden. Wenn Angst Platz bekommt, wenn Unsicherheit sein darf, wenn nichts mehr versteckt werden muss. Das witzige ist, dass ich dann genau mit all dem trotzdem sicher wirke und auch bin, weil mich nichts mehr verunsichern kann. Es ist ja eh alles richtig.

Dieses Selbst-Bewusstsein, mir meiner komplett bewusst zu sein, liebe ich. Das ist es, was echt macht und echt ist. Das ist es, was anziehend wirkt. Das ist es, was überhaupt wirkt. Echtheit! Pur sein! Ehrlich sein! Radikal! Immer! Nicht zumachen, sondern aufmachen. Nicht auf Abstand halten, sondern ganz nah ranlassen. Nicht vermeiden, sondern zulassen.

Dann ist alles richtig. Dann passiert nie mehr etwas, was nicht sein darf. Dann gibt es keine Missgeschicke und kein Scheitern. Dann ist nichts peinlich. Es IST einfach. Mehr nicht. Und ich sage es. Lass es SEIN. Lasse mich sein. Fernab jeglicher Kontrolle. Fernab jeglicher scheinbaren Sicherheit und das gibt die eigentliche Sicherheit.

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Sonntag, 2. Juni 2019

Die Last der Verantwortung ist eine Illusion

Gerade was die finanzielle Situation betrifft, haben wir ganz schnell Schnappatmung, wenn es darum geht, die Verantwortung für uns zu übernehmen. Wir überlegen vielleicht den Job zu kündigen, ob wir uns wirklich "Fixkosten" ans Bein binden, weil es ein Auto bräuchte, Reparaturen könnten fällig werden, die Wohnungsmiete ist jeden Monat fällig.

Unser gesamter Kosmos schrumpft auf uns zusammen. ICH muss jetzt wissen wie es weitergeht. ICH trage die ganze Last. Nur ICH kann das jetzt lösen, muss es wissen, regeln, richten, muss vernünftig sein und die Arschbacken zusammenkneifen. Alle Last auf meinen Schultern.

So kannte ich das auch von mir. Bis ich den Fehler im System gefunden habe. Das alles ist schlicht und ergreifend eine Lüge. Verantwortung ist keine Last, an der ich schwer trage, unter der ich zusammenbreche.

Verantwortung heißt für mich zu erkennen, dass ich für alles, was in meinem Leben ist, verantwortlich bin in dem Sinne, dass ich es irgendwie kreiert habe. Irgendwas hab ich mit all den Umständen zu tun. Irgendwie habe ich es hinbekommen, dass das jetzt alles so ist wie es ist und damit kann ich es auch ändern.

Verantwortung übernehmen heißt für mich, für mich zu stehen, mein Wesen als Schöpfer anzuerkennen und zu bemerken wie kraftvoll ich bin. Da gibt es keine Macht über mir, die mich in die Knie zwingt. Auch das Geld nicht. Wenn ich das erlebe und solche Erfahrungen mache, dann darf ich mal ganz genau hinschauen, wo noch das Opferbewusstsein in mir schlummert, wo ich die Ohnmacht noch nicht fühlen will, wo ich uuuunbedingt unabhängig sein will.

Unabhängigkeit ist für viele gleichbedeutend mit "Ich muss es alleine schaffen." Mit Unabhängigkeit verknüpfen viele, nichts von anderen anzunehmen, weil das sofort mit Schuld und Bedingungen verbunden ist. Diese Form der Unabhängigkeit schneidet dich vom Leben ab. Du wehrst dich mit Händen und Füßen gegen das Empfangen, weil du es satt hast, diese Bedingungen zu erfüllen.

Also bleibst du alleine zurück und musst dann zusehen wie du zurecht kommst. Du bist komplett ALLEINE für dich verantwortlich. Und dann macht diese Verantwortung total Druck.

Ich verrate euch was. Wir sind nicht hier, um es alleine zu schaffen. Wir sind soziale Wesen. Wir sind Netzwerker. Wir sind für Gemeinschaft gemacht und vor allem sind wir Teil der Natur und werden schon alleine deswegen versorgt.

Es geht meistens gar nicht um die Verantwortung an sich, die so schwer ist. Wir wollen nur nichts von anderen annehmen, weil wir uns nicht schuldig machen wollen. Und deswegen wollen wir auch vom Leben nichts annehmen.

Das Leben aber stellt keine Bedingungen. Das Leben schreibt keine Schuldscheine. Das Leben trägt uns, wenn wir es zulassen, endlich zulassen. Wenn wir verstehen, wer wir wirklich sind, wenn wir in unsere Größe kommen, unser wahres Wesen wieder anerkennen, erkennen, dass wir eine Wahl haben. Wenn wir uns fallen lassen, weil wir wissen, dass wir gefangen werden, wenn wir dahingehend in unsere Verantwortung kommen und uns nicht mehr abschneiden, wenn wir weit aufmachen, uns tragen lassen und uns als Teil der Natur wiedererkennen. DAS ist unsere Verantwortung. Zu erkennen, wer wir wirklich sind.


Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Samstag, 1. Juni 2019

Wer bin ich, wenn es plötzlich leicht ist?

Sei ehrlich! Wie sehr füllen dich deine Probleme aus? Wie sehr erfüllen dich auch deine Probleme? Wie viele versteckte Vorteile hat deine Krankheit? Was wäre, wenn plötzlich alles in Ordnung wäre? Wer bist du dann?

Plötzlich ist da Platz, Freiheit, Leichtigkeit. Du kannst dich um dich kümmern. Was bleibt von dir übrig? Was fängst du mit der Freiheit an? Was ist dann deine Daseinsberechtigung? Bist du dann noch wertvoll? Bist du wertvoll, wenn du dich nicht anstrengen musst? Wenn du Spaß hast? Wenn du gesund bist? Bekommst du dann noch Zuwendung und Aufmerksamkeit?
Und jetzt sag noch mal, dass du dir nichts sehnlicher wünschst, als gesund zu sein, keine Probleme mehr zu haben. Wirklich?

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche