Mittwoch, 19. Juni 2024

Die traumatische Situation ist bereits geschehen

Ihr Lieben, es gab so viele Stränge, Fäden, Erkenntnisse, Begebenheiten, Fragen aus der Gruppe rund um innere Anteile, Gefühle fühlen, Selbstbegleitung, Trauma.

Ich hab das jetzt mal alles zusammengepackt und mit eigenen Erfahrungen der letzten Tage - für meine Begriffe sehr eindrücklich - untermalt.

▪️Es geht im Jetzt um die Gefühle zu Situationen, die bereits geschehen sind
▪️Die Situation jetzt ist stellvertretend und dazu da, das Alte abzuschließen, nicht um im Jetzt gelöst zu werden
▪️Ich wende mich dem Anteil zu, der damals die Situation erlebt hat, die entsprechenden Gefühle hatte, die keinen Raum hatten und jetzt wieder auftauchen. Dieser Anteil wird mir alles sagen, zeigen, was wichtig ist.

Hier geht es zur Audio: https://t.me/AnjaReiche_herzradikal/2046


 

Montag, 17. Juni 2024

Ich will einfach nur heilen

"Ich will einfach nur heilen." Der Satz war heute Mittag dann einfach da. Klar. Kraftvoll. Unumstößlich.

Ich hatte den ganzen Morgen damit zugebracht, mich selbst zu beobachten in einem hin und her zwischen wach und schlafen. Es war diese bleierne Müdigkeit, wie ich sie aus meiner Kindheit kenne und auch aus meinem Leben als junge Erwachsene. Sie ist zäh und klebrig und zieht mich immer wieder hinüber in den Schlaf, der eigentlich eine Flucht ist.

Eine Flucht vor der Welt. Wenn ich wach werde und aufstehe, dann werde ich absorbiert vom Umfeld, muss Dinge tun, die ich nicht will, muss funktionieren. Jeder Schritt ein Stich in meine Innereien. Jede Tat gegen mich selbst, weil ich nicht tun darf, was ich will, was mir wichtig ist. Weil ich nicht seingelassen werde. Weil ich tun muss, was andere von mir wollen. Und selbst wenn ich Dinge für mich tue, weiß ich, dass die Pflicht nur aufgeschoben ist. Sie hängt wie ein Damoklesschwert omnipräsent über mir. Sitzt mir immer im Nacken. Echter Genuss sieht anders aus.

Wach werden und aufstehen hieß damals, ein weiterer Tag ohne mich. Ein weiterer Tag als Hülle, die funktioniert. Ein weiterer Tag, mich selbst verlassen müssen. Einen weiteren Tag irgendwie überleben, möglichst unbeschadet durchkommen und den Abend herbeisehnen. Ein weiterer Tag in Einsamkeit. Mich nicht haben. Keinen anderen haben. Keine Arme, die mich einfach nur halten und behüten, ohne was zu wollen. Die MICH wollen, fördern, unterstützen. Niemand ansprechbar, der wirklich da ist.

Ich hatte unfassbar lange "Probleme" mit dem Aufstehen und Wachwerden. Heute weiß ich, warum. Das hatte mehr als einen guten Grund. Der Schlaf war meine Zuflucht. Das Bett der einzige Ort, an dem ich für mich sein konnte, sicher war. Abends im Bett war es endlich geschafft. Wie schrecklich, wenn dann der nächste Tag kam und alles von vorne losging. Ich hatte doch gerade erst "überlebt".

Nun war ich also heute Morgen mit diesen Gefühlen und meinen Anteilen, die nicht wach werden wollen und sich gegen dieses Leben sträuben. Ich kann sie so gut verstehen. Das Leben war kein Abenteuer, das es zu entdecken gab und für das man freudig aus dem Bett hüpft. Das Leben war lange Zeit gefühlt eine Bürde.

Als ich dann bei Christian lag und ihm davon erzählte, weinte, hatte ich das Gefühl, diese Anteile niemals nach Hause holen zu können.  Und dann sagte ich diesen Satz: "Ich will einfach nur heilen."

Ich will meine Ruhe und das machen können, auf was es gerade wirklich für mich ankommt und das ist Heilung. Ich mag mich voll und ganz darauf konzentrieren. Dafür darf alles da sein. Alles andere ist zweitrangig.

Plötzlich war da Frieden in mir. Ruhe. Klarheit. Kraft. Ausrichtung.

Auf einmal ging es weder ums "Business", noch ums Geld verdienen, nicht darum, anderen zu helfen, Anforderungen von außen zu erfüllen, nicht ums Reisen, nicht um coole Events oder tolle Locations. Völlig irrelevant.

Mein Leben ist gerade der Heilung gewidmet. Sehr intensiv und ich geh nicht mehr weg von mir. Ja, ich begegne Menschen und dann heilen wir gemeinsam. Das mag dann vielleicht aussehen, als hätte ich geholfen, aber in Wahrheit hab ich mir geholfen, heile mit den Menschen zusammen, begegne mir im anderen. Ich bin wie er/sie auf meinem Weg zu mir. Ich bin eine von ihnen, von jenen, die ebenfalls heilen wollen, die sich selbst wieder haben wollen und alles danach ausrichten.

Plötzlich kann ich dem Leben wieder antworten, kann klar Entscheidungen treffen und sagen, was ich will und nicht will, was dran ist und was nicht, gemessen an diesem Richtwert.

Alles, um zurück zu mir zu kommen. Alles, wobei ich mich behalten kann. Das tue ich und das braucht keinen Namen, keine große Überschrift. Das ist mein Ruf. Meine Berufung. Es ruft mich zurück zu mir in meine Urnatur. Das will ich zusammen mit anderen leben und erleben. Mit ihnen reise ich in unsere Innenwelten und erforsche, wo wir stehen, wie das Leben eigentlich gedacht ist, was es bedeutet, unsere Göttlichkeit zum Ausdruck zu bringen, was es heißt in Mitgefühl, Wohlwollen und Liebe miteinander zu sein.
 
Mein Leben und alles, was darin stattfindet, ist ein einziger Heil(ich)raum!

 


 

Donnerstag, 13. Juni 2024

Wie sieht die Lösung FÜR mich aus?

Ich brauche Hilfe. Das ist eine Wahrheit. Dieses Leben ist nicht alleine zu leben. Als Erwachsener nicht und als Kind schon gar nicht. Manche Dinge kann ich nicht. Manche Dinge will ich nicht. Manche Dinge liegen nicht in meinem Einflussbereich. Ich bin angewiesen auf andere, das Umfeld, das Leben selbst.

Das Ding ist, dass meine Hilfsbedürftigkeit als Kind selten prickelnd für mich ausgegangen ist.

Adäquate, angebrachte Unterstützung? *hüstel* Meistens waren es die, die mir hätten helfen sollen, die meine Not erst verursacht haben oder noch größer gemacht haben.

Ich hätte die richtige Hilfe gebraucht, in Angelegenheiten, die ich mit Unterstützung hätte schaffen können.

Ich hätte aber vor allem Hilfe in der Abwendung/Abnahme der „Probleme“ gebraucht, bei denen die Sache an sich schon gar nicht in meiner Verantwortung war oder schlicht zu groß für mich und meine derzeitigen Fähigkeiten, Ressourcen, Mittel. Es gab und gibt tatsächlich für mich unlösbare Dinge.

Mir wurden als Kind oft Aufgaben übertragen, die zu groß für mich waren, zu viel Verantwortung bedeuteten, mich überforderten. Mir wurden viele Aufgaben übertragen. Also war manchmal die Menge das Problem.

Ich wurde in Situationen geworfen, von denen ich die Gesamtsituation und Tragweite nicht überreißen konnte.

Mir hätte es gar nicht erst gegeben werden dürfen oder abgenommen werden müssen.

Überforderung und Überreizung, Anspannung, Erwartungsängste, Unmut waren Dauerzustände für mich.

Ein Nein war undenkbar. Der Laden musste laufen.

Die Folge, ich versuchte mich, wo es nur ging, zu entziehen, zu verweigern.

Die Erfahrung war, dass ich mich ja doch nur kurz entziehen konnte, dann erwischten "sie" mich eh wieder und dann war alles noch schlimmer als vorher. Strafen, ausgeschimpft werden, Zusatzaufgaben, Vorwürfe. Wieder alles überfordernd und unlösbar. Noch unlösbarerer als eh schon. Von den zusätzlichen Gefühlen der Scham, Wut, Ohnmacht, Angst, mit denen ich ebenfalls allein gelassen wurde, mal ganz abgesehen.

Die Erfahrung war also, dass ein mich - berechtigter Weise - entziehen alles nur noch schlimmer macht. Mein Nein zu etwas, was ich nicht will, macht alles nur noch schlimmer. Krasse Erfahrungen. Krasse Gefühle. Krasse Umstände für ein Kind, das in Abhängigkeit ist.

Warum ich das alles erzähle? Weil sich das in meinem Erwachsenenleben wiederholt. Situationen, die genau stellvertretend dafür sind und sich genauso anfühlen wie damals. Die, die mir eigentlich helfen sollen, bringen mich überhaupt erst in „Schwierigkeiten“. Z. B. eine Krankenkasse, die mich zu Beiträgen zwingt, für etwaige Hilfe, die für mich überhaupt nicht adäquat ist. Ein Entziehen – nicht bezahlen – macht es nur noch schlimmer. Sie erwischen mich doch. Vollstreckungsandrohung.

Das Kind in mir, das schlicht Hilfe gebraucht hätte, gibt es noch. Es zeigt sich jetzt. Ich erkenne die Verdrehungen. Sehe, dass meine Überforderung damals total verständlich war. Dass es Dinge gab, die zu groß und komplex für mich waren, die mir hätten abgenommen werden müssen. Die gespeicherten Ableitungen, dass ich mit allem alleine dastehe, es unschaffbar ist, ich eh verliere, letztlich keine andere Wahl habe, als mich zu fügen, stimmten damals, aber heute nicht mehr.

Wichtig ist für mich immer, alles anzuschauen, was die herausfordernde Situation in mir hochspült. Welche Gefühle sind da? Woher kenne ich das? Welche Gedanken kommen? Wie fühlt sich mein Körper in all dem an?

Wäre da nicht ein Geschenk für mich drin, würde sich das Problem nicht als Problem anfühlen. Dann wäre die Situation überhaupt nicht der Rede wert, weil alles in mir klar ist, weil die Erwachsene da ist, die weiß, wer sie ist und wie das Leben gedacht ist.

Meine Wahrheit ist, ich bekomme die richtige Hilfe und Unterstützung zur rechten Zeit. Ich muss nichts machen, was mir total widerstrebt oder mir so gar nicht liegt. Es gibt immer den Menschen, der das vielleicht gerade gerne macht und für mich übernimmt oder das „Problem“ fühlt sich einfach nicht mehr als Problem an und ich kann es doch bewerkstelligen, oder das „Problem“ löst sich auf eine Weise, die ich mir im Leben nicht hätte ausdenken können. Und zwar dann, wenn es nicht mehr zu meinem Wachstum, zu meiner Bewusstwerdung bzw. zum Abschließen von alten Erfahrungen gebraucht wird.

Das „Problem“ bleibt für meine Begriffe so lange, wie es tatsächlich zuträglich und nützlich für mich ist im übergeordneten Sinne. Nämlich im Sinne der Selbsterkenntnis.

Meine Wahrheit ist, das Leben ist für mich. Die Situation ist für mich. Die Erfahrung ist für mich. Alle weiteren Erfahrungen sind für mich. Welche immer das sein mögen.

Eine Auflösung, Klärung, weitere Entwicklung ist FÜR mich, also in meinem Sinne. Und: Das Leben löst es für MICH, übernimmt das Seine, ist der Helfer, den ich brauche. Ich tue das Meine, in dem ich mich mir zuwende, mein Innerstes höre, meinen Impulsen folge, mich „dadurch“ leiten lasse.

Deshalb sind die folgenden Fragen ans Leben einfach nur „logisch“:

Wie sieht die Lösung FÜR mich aus? In meinem Sinne? Zu meinem höchsten Wohl? Meiner Natur und meinem Wesen entsprechend? Was gilt es zu erkennen? Worin liegt das Geschenk? Was braucht es jetzt von mir? Wie sieht die Heilung der gefühlten Bedrohung aus?

Und dann gilt es „zuzuhören“. Phasen der Lösungslosigkeit zu ertragen. Die Wellen zu surfen. Zu Forschen. Zu Beobachten, ohne es zu fixieren. Wahrnehmend sein lassen. Alle Anteile anzuschauen, die es eben nicht sein lassen können, die sich gestört fühlen, etc… Same procedure as every time. You know.

Was Gott nicht will, wird nicht sein. Was Gott will, ist eh schon geschehen. Ergebnisoffen. Bereit alles zu erfahren. Auch eine Kontopfändung.



Mittwoch, 12. Juni 2024

Ich kann nicht machen, dass die anderen mich wollen

„Wenn ich den anderen wichtig wäre, würden sie mir wahrhaft begegnen wollen. Ich bin ihnen egal. Sie verweigern sich mir.“

„Ich kann nicht machen, dass die anderen mich wollen.“

Diese Sätze von inneren Kindern waren die Tage einfach da.

Ich konnte noch nie wirklich was ausrichten. Alle kindlichen Anstrengungen und Versuche Verbindung zu bekommen, den anderen in Kontakt zu bringen, waren von Anfang an chancenlos. Eine Illusion. Die Ohnmacht in dieser Angelegenheit ist wahr und existent. Damals wie heute. Ich habe es nicht in der Hand, ob der andere sich mir wirklich zuwendet und wie er sich mir zuwendet. Ich kann mich nicht liebbar machen, wie Barbara einmal so schön gesagt hat.

Die Idee, etwas tun zu können, war die Überlebensstrategie. Hätte ich damals die Ohnmacht erkannt und anerkannt, wäre ich gestorben oder verrückt geworden, dessen bin ich mir sicher. Lieber hab ich mir erzählt, dass ich es schaffen kann, wenn ich nur genug liebe, brav bin, mich anstrenge, alles so mache, wie es die anderen wollen, mich deutlich genug ausdrücke, die Bedürfnisse der Bezugspersonen schon im Voraus erahne und erfülle, etc.

Das gab wenigstens Hoffnung, auch viel Enttäuschung klar, aber ICH hatte es scheinbar in der Hand.

Diesem Anteil, der denkt, er kann Verbindung "machen", bin ich in den letzten Tagen begegnet. Ich hab ihm die Wahrheit gesagt und wir sind gemeinsam gestorben, haben alles gefühlt, was diese Wahrheit bedeutet.

Eben die Ohnmacht, die Wut, die Leere, das Entsetzen, die Traurigkeit, die Sinnlosigkeit, das nicht mehr leben wollen, das Vakuum der Einsamkeit und Isolation, das stumme Implodieren im Verlorensein, das Ungehörtsein, das emotionale Verhungern und Verdursten, das nicht erreichen können, die Trennung von allem.

Und dann die Erleichterung, nichts mehr tun zu müssen, weil eh nicht können.

Ich kann nicht machen, dass die anderen mich wollen. Das ist wahr. Puh! Ausatmen. Aufatmen.

Ich kann nicht machen, dass die anderen MICH wollen????

Ich kann nicht machen, dass die anderen SICH wollen!!! Das ist ebenfalls wahr, sogar noch wahrer irgendwie.

Wieder Erleichterung. Das hat gar nichts mit mir zu tun. Das ist nicht persönlich zu nehmen. Menschen, die echte, tiefe Begegnung (mit mir) wollen, müssen sich selber wollen, sich selbst begegnen wollen, bei sich sein. Jeder kann mir nur so tief begegnen, wie er sich selbst begegnet ist.

Ich kann immer nur selbst da sein. Mehr geht nicht. So bewusst ich eben in dem Moment bin, bereit in der Begegnung noch bewusster zu werden, mehr über mich zu erfahren, mich zu ergründen, zu hinterfragen und zu beobachten. Den anderen wahrnehmen. Ihm wie mir zuhören. Mich fühlen, während ich ihn fühle. So kann und will ich da sein. Bei mir. Mit mir. Für mich. Bereit für echte Begegnung. Offen. Präsent. Was der andere damit anfängt und ob er überhaupt etwas damit anfängt, liegt nicht in meinem Einflussbereich.

Ich will Vollkontakt. Ja. Absolut. Und gleichzeitig ist ein Nichtwollen oder Nichtkönnen vom anderen keine Verweigerung oder Ablehnung mir gegenüber (und selbst wenn). Kein Kontakt, keine Verbindung haben können, weil der andere "nicht da ist", ist auch nicht lebensbedrohlich, oder sonst wie gefährlich. Auch diese kindliche Wahrheit hat lange in mir gelebt.

Die Bedrohung von damals, gibt es nicht mehr. Diese falschen Schlussfolgerungen jetzt auch nicht mehr. Es gibt allerhöchstens den Schmerz von all dem. Dem kann ich begegnen. Die traumatischen Situationen hab ich schon überlebt. Das Fühlen und Realisieren überlebe ich auch noch. 😉

Was für eine Reise in die Freiheit!

PS: Danke an alle, die diesen Vollkontakt mit sich und mir ebenfalls wollen, leben, zelebrieren, feiern. DANKE!!!!!! Ein wahres Fest und ein Hochgenuss!



Freitag, 7. Juni 2024

Dienstag, 4. Juni 2024

Wut braucht Wirkung

Eine sich abgrenzen wollende Wut, eine Wut über Ungerechtigkeit, eine Wut über erfahrene Missstände, eine Wut wegen Nichterfüllung von Bedürfnissen bräuchte als Kind Wirkung, damit sich das Kind gesund entwickeln kann. Diese Wut ist da und verlangt eigentlich Veränderung, anderes Verhalten der Erwachsenen, der Bezugspersonen. Diese Wut zeigt an, dass da was nicht stimmt in der Versorgung, im System, in der Natur des Miteinander. Dafür ist diese Wut da. Gott gegeben und völlig zweckmäßig und richtig.

Meine Wut hat als Kind keine Wirkung gezeigt. All meine Versuche, auf o. g. Missstände aufmerksam zu machen, verliefen im Sande, prallten ab oder wurden gar verurteilt und bestraft. Ich wurde damit stehengelassen, nicht ernst genommen. Die Wut war aber da, diese Energie, die Wirkung fordert, die vor allem eigentlich Selbstwirksamkeit erfahren lässt und das Erleben ermöglichen sollte, sich wehren zu können, etwas einfordern zu können, etwas bewegen zu können, etwas verändern zu können. Folge war das Gefühl und Erleben von entsetzlicher Ohnmacht.

Ich hab sie gegen mich gerichtet diese Wut (und immer wieder auch gegen andere, gegen die ich mir Chancen ausrechnen konnte), um überhaupt etwas damit zu machen und in irgendeiner Weise Selbstwirksamkeit zu erfahren.

Auch in anderen Situationen von Ohnmacht kam dann diese rasende Wut, die nie Platz hatte an der richtigen Stelle, die nie Wirkung fand, wo sie eine hätte finden müssen und mit der ich nicht umzugehen wusste. Diese krasse Energie, die nicht unverrichteter Dinge bleiben möchte, die bewegen will. Ich hab Fingernägel gekaut, an der Nagelhaut geknippelt bis es blutete, Grinde abgekratzt, später mit Vorliebe Pickel gedrückt. Mit all dem hab ich mich ein Stück abreagiert, diese Wut kanalisiert, verwendet und mich dabei selbst verletzt. Eine sehr schräge Form, Selbstwirksamkeit zu erleben. Damals die einzig mögliche.

Ich bemerke diese Neigung zur Selbstverletzung heute noch. Stück für Stück bekommt die selbstverteidigende, Missstände anzeigende Wut einen konstruktiven Platz in meinem Leben. Da, wo sie hingehört. Wird von mir weg als Schutzschild verwendet, vor mich gestellt, wo sie hingehört, und nicht nach innen gegen mich gerichtet.

Meine Kleine erfährt, dass wir was ausrichten können. Die angestaute Wutladung baut sich ab, der Druck lässt nach. Es kommt mehr und mehr Gelassenheit. Ich hab zwar damals erfahren, dass ich nichts ausrichten kann, aber das ist nicht die letzte Wahrheit über das Leben selbst. Ich habe aus diesen kindlichen Erfahrungen der Ohnmacht die falschen, generalisierten Schlüsse gezogen.

Die Wahrheit ist: Meine Wut hat Wirkung. ICH habe Wirkung. Mein Nein zählt und wird gehört. Ein Stop wird akzeptiert. Das Benennen von Missständen wird gehört und ich erfahre Veränderung im Miteinander. Alles kommt wieder in die Natürlichkeit.

Halleluja! DAS ist die Wahrheit!



Schau hin, so war's!

Es ist, als würde mir das Leben diesen Satz in den letzten Wochen und Monaten dauerhaft zurufen. In den letzten Tagen nochmal um so intensiver.

Schau hin, so war's!!!!!

Situationen, Bemerkungen, Erfahrungen im Jetzt holen Erinnerungen und Gefühle an früher hoch. Wie wenn erkannt werden will, ausgelöst durch eigentliche Fliegenschisse in der Gegenwart, was damals für krasse Sachen erfahren wurden. Realisation deluxe. Oft verbunden mit Entsetzen, Fassungslosigkeit, Trauer, Wut, Schock.

Es ist, als würden jetzt die Gefühle gefühlt werden können, zu denen ich damals nicht in der Lage war. Jetzt, wo ich in Sicherheit bin und es tatsächlich vorbei ist, zeigt sich das wahre Erleben in Gänze. Jetzt brauche ich keine Überlebensstrategien mehr, keine Abspaltung, keine Kompensation, keine Negierung, kein Verdrängen.

Jetzt kann ich hinschauen, weil ich gehalten bin.

Mir kommt es vor, als würden damit die Erfahrungen von damals endlich ihre Vollendung finden. Das, was tatsächlich passiert ist, kann ich nun auch fühlen. Damit ist die Erfahrung abgeschlossen und das Leben muss mir im Außen nicht ständig etwas präsentieren, um mich daran zu erinnern, dass es so was auch in mir gibt und zwar noch unvollendet und ungesehen.

Ich bezeuge mich selbst in dem, was ich in all diesen früheren Situationen erlebt, erfahren, gefühlt habe. Meine Gefühle von Wut, Ohnmacht, Überforderung, Erstarrung, Sinnlosigkeit, Leere, Verzweiflung, Not waren alle komplett richtig und adäquat für die Begebenheiten.

Ich gebe mir recht in meinem Erleben und sage: "Ja, so war es!"

Ja, da war keine passende Unterstützung. Ja, da war kein emotionaler Halt. Ja, da war, was auch immer mir gerade gezeigt wird. So war es wirklich!

Ich habe mir nichts eingebildet. Ich war nicht zu empfindlich. Ich hab mich nicht dumm angestellt. Ich hab mich nicht zu wenig angestrengt. Es waren krasse Situationen, die für ein Kind, eine Jugendliche, einen jungen Erwachsenen, einen älteren Erwachsenen heftig sind, intensivste Gefühle auslösen, die zu Recht da sind, die erstmal gehalten werden wollen, gesehen, verarbeitet, durcherlebt.

Es ist ein Nachverarbeiten, ein Bezeugen, ein Wahrmachen durch Anerkennung dessen. Es ist Heilung pur. Es ist Vollendung. Es ist Ganzwerden und Richtigwerden im Sinne von Erkennen, nie falsch gewesen zu sein. Es ist Gnade pur. Es ist zum Kotzen. Es ist anstrengend, herausfordernd und gleichzeitig so herrlich klärend, erlösend, befreiend und befriedend.

Alter Schwede. Ich ziehe meinen Hut vor all jenen, die gerade auch diesen Pfad beschreiten. Ich kenne einige. Ich verneige mich vor euch, vor uns, vor dieser Courage, vor dieser Selbstbekenntnis, vor dieser Hinwendung zu sich und dem was wirklich war. Danke fürs Hinschauen. Danke für die Entschlossenheit und das Ja zu uns selbst.

Danke an alle, die mich ebenfalls bezeugen, mit mir weinen, da sind, mir zuhören, mich sehen, benennen können, was ist und wirkt. Allen voran Maja und Barbara. Danke an alle, die mir diese herausfordernd heilsamen Situationen im Jetzt schenken, die mich das von damals zu Ende bringen lassen. Manchmal hasse ich euch und am Ende liebe ich euch eh wieder - vielleicht auch dann eher aus der Ferne.

Christian, keiner tickt mich so intensiv an wie du. Keiner wirft mich so sehr rein in die alten Erinnerungen, die noch nicht fertig sind. Und gleichzeitig hält mich keiner so sehr wie du, wenn es mich dann schüttelt. Was für eine Challenge für uns beide. Du willst mich und du willst dich - so sehr. Danke für deinen unerschütterlichen Willen, dir selbst zu begegnen. Danke für deine radikale, so tiefe und ehrliche Selbstreflexion. Danke für all die Erlösung, bei mir, bei dir. Ich verneige mich.



Freitag, 31. Mai 2024

Da, ohne zu erfahren, wer ich bin

Da ist wieder diese unglaubliche Angst, dass der andere das Seine nicht nimmt. Ich nehm meins zu mir und dann? Schweigen vom anderen. Ich weiß nicht wie ich dran bin. Übergehen zum Alltag als wäre nichts gewesen.

Da ist Übelkeit. Der Magen zieht sich zusammen. Dieses Nichtwissen. Nichts greifen können. Keine Kommunikation vom anderen. Kein Einblick in die Innenwelten. Außen vor gelassen werden. Kein Reflektieren. Kein Offenbaren. Wenn überhaupt, nicht fühlbare Erklärungen, aber kein Empfinden, das mitgeteilt wird.

Leere. Ich greife ins Nichts. Greife noch nicht mal mehr. Stehe, sacke zusammen. Kauer am Boden. Starrer Blick. Fassungslos. Haltlos. Aussichtslos. Allein. Verlassen. Ausgeschlossen. Unberührt.

Der andere lässt mich nicht rein, lässt mich nicht nah kommen, nah sein.

Mauern. Masken. Pokerface. Meterdicke Schutzwälle. Für mich undurchdringbar. Chancenlos von Anfang an.

Chancenlos von Anfang an!!!

Ich konnte nie wirklich was tun. Weder das Richtige noch was Falsches. Nie. Zu keiner Zeit. Mich als Wesen gab es nie in dieser Beziehung. Ich kam nicht vor in der Gleichung.

Da sitze ich. Jeglicher Versuch umsonst und gar nicht nötig. Warum bin ich so lange geblieben und gegen verschlossene Türen gerannt? Habe gehofft, geredet, erklärt, noch mehr geliebt? Hatte Verständnis, habe geschrien? Engelszungen und rasende Wut im Wechsel. Verzweiflung und wieder der Versuch zu akzeptieren.

Alles nichts gebracht und ich bin geblieben...

Hoffnung, dass es endlich gut wird, dass ein Einsehen kommt, Öffnung, Zuwendung, Nähe. Endlich Verbindung. Echte, tiefe Verbindung.

Umsonst.
Umsonst gewartet.
Umsonst gehofft.
Außen vor geblieben.

Und jetzt? Heute? Es ist anders definitiv.
Erlebt. Erfühlt. Erfahren.
Geliebt. Gewollt. Gesehen.

Und etwas in mir hat Angst, Angst, dass ich wieder hingehalten werde mit leeren Worten. Angst, alles zu investieren, alles zu geben und nichts zu bekommen.
Angst, mich doch zu täuschen. Angst, dass es an einem bestimmten Punkt, doch nicht weiter geht, endet. Wie so oft.

Angst vor dieser scheiß Leere, dem Nichts, der Unnahbarkeit, der Einsamkeit mit Menschen, dem emotionalen abgeschnitten sein.

Angst vor der erneuten Trennung von der Schöpfung, vom Leben selbst!!!
Dem nicht beantwortet sein.
Mich nicht erkennen können im anderen.
Nicht wahrhaftig gespiegelt werden oder wenn nur völlig verzerrt.

Angst vor der Hölle auf Erden.
Dem Urschmerz.
Dem Tod im Körper.
Dem Nichtsein im Körper.
Nicht existent, obwohl ich da bin.
Isoliert. Mich nicht erfahren könnend, weil niemand wirklich rein mit mir interagiert.

Da, ohne zu erfahren, wer ich bin.
Jetzt hat die Übelkeit einen Namen.




Dienstag, 28. Mai 2024

Was heißt es, Wahrhaftigkeit zu leben?

Seit langem mal wieder ein Podcast, den ich alleine aufgenommen habe.

Ich wurde gefragt, wie ich es geschafft habe, immer mehr meine Wahrhaftigkeit zu äußern, mich zu klären, was meine Themen, meine Wunden sind und was nicht.

Da diese Frage für mich nicht in drei Sätzen zu beantworten ist, kam mir die Idee, dazu einen Podcast aufzunehmen.

Ich lade euch ein, mit auf meine Reise ins Innen zu kommen.

https://podcasters.spotify.com/pod/show/anja-reiche/episodes/Was-heit-es--Wahrhaftigkeit-zu-leben-e2k6uoe



Montag, 27. Mai 2024

Das genügt mir nicht

Im Grunde ist das, was da jetzt kommt, eine Fortsetzung von meinem Text von vorhin. Ich wollte schon so lange darüber schreiben, über dieses "das genügt mir nicht" und irgendwie war es nicht dran.

Jetzt schon. Und jetzt weiß ich auch warum. Da fehlte etwas Entscheidendes. Die Wut musste vorher stattfinden. Ohne die Wut hätte ich den zweiten Schritt vor dem ersten gemacht.

Mir meiner Ansprüche, Werte, Maßstäbe und Bedürfnisse klar zu sein, ist essentiell. Und da geht es vor allem gerade um die Ansprüche in Begegnung, im Miteinander, in Beziehung.

In den letzten Tagen und Wochen klackert und rattert es nur so in mir und ich stelle fest, mit wie wenig ich mich zufrieden gegeben habe, weil ich das für normal gehalten habe, weil ich es so gewohnt war. In der Rückschau gab es bis vor zwei Jahren im privaten/familiären Umfeld zu 98% Kontakt mit Menschen, die eigentlich gar nicht wirklich da waren, die in alten Mustern und Konventionen gelebt haben, vielleicht schon ein bisschen offen waren für andere Sichtweisen, Hinterfragen, Hinwendung zu sich und dennoch im Hamsterrad unterwegs waren.

An den Stellen, an denen es für mich gerade mal anfing spannend zu werden im Erforschen, Tieftauchen, Hinterfragen, Großdenken, etc, war bei ihnen Schluss. Ich hab mich an den seltenen Momenten, in denen es vielleicht doch mal tiefer ging, erfreut, war dankbar für immerhin das. Ich war es gewohnt, so sehr gewohnt, dass der Punkt kommt, sehr schnell sogar, an dem es eben nicht weitergeht. Das war normal für mich. Kannte ich doch fast nichts anderes. Dabei hab ich völlig übersehen, dass ich mehr gebraucht hätte. Weit mehr. Viiiiieeeel mehr.

Dabei hab ich ebenfalls völlig übersehen, dass das Oberflächliche unnatürlich ist. Ich habe lange Zeit gedacht, ich bin halt speziell mit meinem Tieftauchenwollen. Dabei ist dieses Tieftauchen, die Bewusstwerdung und dann das BewusstSEIN eigentlich menschliche Natur. Dahin würden wir uns ganz automatisch entwickeln, wenn wir gesund aufwachsen würden. Verdrängung und Unbewusstheit sind Folge von Trauma und damit krankhaft im Sinne von - zuwider unserer eigentlichen Natur.

Das, was ich über lange Jahre an "Beziehung" erlebt habe, reichte mir nicht im Ansatz. Eigentlich bin ich geistig verhungert und verdurstet. Emotional erst recht.

Das kann ich aber erst im Nachgang feststellen. Jetzt, wo ich ganz andere Beziehungen pflege, ganz anderen Umgang und Tiefgang erlebe, ganz andere Begegnung. Nämlich echte Begegnung. Nähe, Nahbarkeit, Intimität.

Jetzt merke ich, was mir eigentlich alles gefehlt hat, was ich mir schöngeredet habe, was ich kompensiert habe. Ich sage nicht, dass falsch war, ich sage nur, dass es so war. Eine Wahrheit, die mich oft genug erschüttert.

Da waren Ideen, den anderen ja so zu lassen wie er ist. Da waren die Gedanken, dass sie es halt noch nicht besser können. Da war die Idee, dass ich anstrengend bin und froh sein kann, wenn ich geduldet werde. Da waren Ideen, dass ich den anderen ja helfen kann, mit sich in Kontakt zu kommen, damit sie dann mit mir in Kontakt kommen können.

Ich habe festgestellt, dass es da etwas in mir gab, das nicht sagen durfte, dass mir das nicht genügt, dass ich mehr brauche und will. Da war die Idee, dass das den anderen verletzen würde, dass ich dann gemein bin. Da war die Idee, dass ich nicht gehen darf, dass ich bleiben muss, dass ich diese Menschen nicht im Stich lassen darf, ich tu ihnen doch gut. Die haben mir ja nichts getan. Das sind doch gute Menschen.

Und mit genau diesen Überzeugungen kam die Wut. Nicht genug bekommen, aber bleiben müssen. Den anderen nicht befähigen können und dürfen, aber bleiben müssen. Damit ging ich voll gegen mich und meine Bedürfnisse. Selbstverstümmelung. In all dem hatte ich mit meinem wahren Sein, mit meinen Ansprüchen und Werten, mit meinem Tiefgang und dem Wunsch nach echter Begegnung überhaupt keinen Platz.

Die Wut durfte ich nicht äußern als Kind. Und ich war zurecht wütend. Das, was ich bekam, reichte mir nicht. Hinten und vorne nicht. Emotional. Menschlich. Geistig. Wüste.

Jetzt kommt diese Wut hoch. Meine Bedürfnisse bekommen Formen, Kontur und Worte. Meine Ansprüche dürfen sein. Ich erkenne sie und erkenne sie als absolut berechtigt an. Und ich weiche nicht mehr davon ab. Keine faulen Kompromisse mehr. Keine Halbherzigkeiten. Kein Runterregulieren. Kein einseitiges Zuhören und Eintauchen in deren Welt. Ich mag in meiner Welt bleiben und mit denen sein, die da eh schon sind.

Es zeigt sich, dass ich denen, die genauso unterwegs sind, nämlich überhaupt nichts erklären muss. Da ist es selbstverständlich sich so zu begegnen. Wenn ich mich also erst erklären muss, bzw erklären muss, was echte Begegnung heißt, ohne dass da wirklich Interesse beim anderen dafür ist, bin ich nicht am richtigen Platz. Ja, das mögen liebe Menschen sein, herzensgut im Kern und gleichzeitig mag ich sie nicht im näheren Umfeld haben, weil mir das, was an "Tiefgang" möglich ist, nicht genügt. Mich zieht es woanders hin und das ist gut so.

Alles andere kann ich (jetzt) mit einem einfachen "das reicht mir nicht" sein lassen. Was für eine Erleichterung.



Wahrhaftigkeit oder gar nichts

Ich hab's so satt. Ich hab's so satt, wenn mein Gegenüber sich versteckt. Mir wird gerade bewusst, wie perfide das vonstatten geht.

Ich teile mich mit. Ich bin mit dem da, was ich gerade fühle, was mich bewegt. Oder ich stelle eine Frage, weil ich etwas nicht ganz verstanden habe in der Schilderung des anderen. Und dann kommt:

Ein "kesser" oder gar blöder Spruch. Ein "guter" Ratschlag. Eine ach so tolle Lebensweisheit. Eine Allgemeinposition. Eine Gegenfrage, die wieder auf mich zurückführt. (Ich stelle auch oft Gegenfragen, allerdings mit der Intention noch besser zu verstehen und dann antworten zu können, aber nicht mit der Intention von mir abzulenken.)

Ich könnte kotzen bei einem solchen Verhalten und mir wird bewusst, dass das in meiner Kindheit und eigentlich im Großteil meines Erwachsenenlebens so war. Und ja, ich war auch so. Genau so. Abwehrstrategie. Niemanden an mich ranlassen. Mich nicht angreifbar machen, in dem ich zeige, was wirklich in mir los ist. Mich nur nicht offen und verletzlich zeigen. Gar keine Frage. Ich kenn das zu gut. Und ich hab mich auf den Arsch gesetzt und die Wahl getroffen, dass ich MIR radikal begegnen möchte. Das geht. Das ist unbequem. Aber sowas von. Aber das geht, weil ich will.

Hier geht es deswegen mal gerade nicht um das Verständnis für die anderen und ich will gerade auch nichts von "die können es halt nicht besser" hören. Ich realisiere gerade die ganze Scheiße in vollem Ausmaß. Da ist Entsetzen, weil das als normal gilt und eigentlich so krass unnatürlich und unmenschlich ist. Ich würde sogar sagen krank.

Was hab ich als Kind über mich ergehen lassen müssen und musste trotzdem in Verbindung bleiben, ja sogar körperliche Nähe und Zuwendung von diesen Menschen "nehmen", die eigentlich überhaupt nicht da waren. Fremde, obwohl ich den ganzen Tag mit ihnen zusammen war. Versteckt. Niemand greifbar. Kein Funken Offenheit, kein Fitzel Selbstoffenbarung und wenn dann kombiniert mit Schuldzuweisungen, dass ich ich jetzt an den "schlechten" Gefühlen schuld bin. Nie wissend, wann der nächste verbale Angriff kommt. Nie sicher. Nie wirklich sicher.

Ich konnte nicht artikulieren, was da schief läuft, ich wusste nur, dass da was nicht stimmt. Menschen, die sich nicht zeigen. Nicht ums Verrecken. Die nur austeilen, nur beim anderen sind, nur da rumdoktern und all ihre unterschwelligen Gefühle auf diese Weise irgendwie zum Ausdruck bringen. Ihre Brocken den anderen hinwerfen und die Verantwortung für sich selbst gleich mit. Total verdreht und verquer. Kein Satz passte zu dem, was da fühlbar war. So viel, was zu meinem Problem erklärt wurde, war es nicht.

Nun passiert mir das heute, jetzt mit dieser Bewusstheit, in der ich begreife und benennen kann, was da eigentlich läuft und es kommt eine Scheißwut. Ja, Wut ist in letzter Zeit eigentlich ein Dauerbegleiter. Und ich kann's so gut verstehen. Es kommt all die gesunde Wut. Es kommen jetzt all die gesunden Reaktionen durch, die wegerzogen waren.

Es kommt die Wut nachträglich für früher und es kommt die Wut, die genau in die Jetztsituationen gehört. Deswegen schreibe ich hier genau jetzt diese Worte in dieser Wut.

Mir können alle gestohlen bleiben, die nicht zum Ausdruck bringen, was in ihnen gerade los ist. Ich brauch keine Floskeln, leeren Worte, blöden Witze, guten Tipps und auch keine Kalendersprüche. Ich will keine Geschichten über andere oder die Welt.

Ich will wissen, was genau DAVOR oder DABEI in dir los ist.
Was veranlasst dich zu dem, was du sagst? Was bewegt sich da in dir? Was ist denn vor dem dummen Spruch in dir los? Vor der Weisheit? Was ist die Intention deiner Aussage?

Willst du mir was geben? Was nehmen? Willst du dich schützen? Von dir ablenken?

Ich sag dir was:
Ich will DICH.
Pur.
Bei dir.
Mit dir verbunden und von dir sprechend.
Dich selbst offenbarend.
Egal, was da gerade los ist, in welche Untiefen das führt.
Ich will dich genauso pur, wie ich eben auch da bin.

Ich hab keine Lust mehr, mich auf den Maßstab derer zu reduzieren, die das nicht können. Krümel rauszupicken, mühevoll rumpuhlen, damit mal ein Fitzelchen sichtbar wird vom anderen. Verständnis. Bla. Oder noch schlimmer, dieses Theater über mich ergehen lassen. Und am allerschlimmsten: Deren Brocken aussortieren und schauen, ob davon nicht doch was meins ist. Schluss. Ende. Aus. Habe fertig!

Ich hab als Kind so oft die Zähne zusammenbeißen müssen (die reagieren gerade auffällig), schlucken müssen, meine Wut runterdrücken, damit ich überhaupt noch in Verbindung bleiben konnte. Ich könnte kotzen, wenn ich heute an diese Widerwärtigkeit denke. Da kommt Ekel und eben Wut. Zu Recht. Das gehört genau da hin.

Ich wurde gebrochen. Wieder und wieder. Hineingezwungen. Musste alle Ungerechtigkeiten über mich ergehen lassen, weil ich eben nicht gehen konnte. Ich hatte keine Worte dafür. Heute hab ich sie. Heute verstehe ich die Wirkprinzipien, sehe die Verdrehungen. Heute kann ich gehen. Heute kann ich es benennen. Heute kann ich STOP sagen. Heute kann ich wütend sein - für damals gleich mit. Gott sei Dank!!!!

Und heute kann ich meinen Standard setzen, kann mich an meinem Maßstab orientieren und mich ganz gezielt mit den Menschen umgeben, die den gleichen Anspruch haben. Menschen, die tatsächlich als Mensch da sind. Greifbar. Fühlbar. Warm. Mitfühlend. Offen. Nahbar. Ehrlich zu mir und sich selbst. Ehrlich im Sinne von, das ausdrückend, was wirklich gerade jetzt in ihnen da ist. Hinspürend. Forschend. In der Eigennverantwortung für ihr Innenerleben.

Ich bin so froh und erleichtert, dass es die gibt. Dass sie da sind. Dass ich den krassen Unterschied dadurch noch deutlicher fühlen kann. Dass dadurch eben der ganze alte Mist klar wird, sichtbar und durchs Erkennen Frieden findet. Der Scheiß hat wirklich stattgefunden. Das war keine Einbildung. Und hier und heute endet er. So wahr ich hier stehe.

Ausatmen. Erleichterung. Klarheit. Es wird ruhiger in mir. Puh! Danke!



Samstag, 25. Mai 2024

Spätstück oder ganz was anderes

Es arbeitet und bewegt sich heute schon den ganzen Tag in mir. Echte Begegnung, so richtig zum Anfassen. Face to face. Da will was passieren. Also öffne ich einen Raum, ein Feld, gebe eine Möglichkeit, bin eine Einladung.

Irgendwie spüre ich zwei Frauen, die gemeinsam zu mir kommen. Gleichzeitig bin ich offen, dass es ganz anders kommt. Vielleicht wird es auch ein Spätstück mit mir & Christian. Vielleicht eine Kaffeerunde statt Spätstück. Wir werden sehen.

Auf jeden Fall ist es auch ein Heil(ich)raum. Sowieso. Wahrhafte Begegnung. Benennen und sprechen, was dran ist. Fühlen. Erkennen. Tieftauchen. Beflügeln. Witze reißen. Gott einladen. Forschen. Bewusstwerdung. Klärung. Seelenlesen. Essenz erinnern. Nach Hause kommen.

Was immer passieren mag, soll sein. Das Zeitfenster ist ein Richtwert. Das Setting, wer mit wem und wann, wird sich finden. Der finanzielle Ausgleich wird mit dem Herzen erspürt (ein Teil in mir hat total Lust richtig viel Geld zu bekommen).

Ich bin mega gespannt, wer den Ruf hört. Einfach eine Mail an mail@anja-reiche.de. Alles weitere besprechen wir dann.

 



Mittwoch, 22. Mai 2024

Vom Belohnungssystem in die wahre Versorgung

Versorgung ist keine Belohnung für richtige Taten. In seinem Urwesen, stellt mir das Leben alles zur Verfügung, was ich brauche, damit ich wachsen, gedeihen, erblühen kann. Alles, damit ich jede Erfahrung machen kann, die ich hier machen soll. Alles, damit ich das hier sein kann, was ich hier sein soll. Alles, damit ich wirken kann.

Wir wurden aber anders konditioniert. Uns wurde beigebracht, dass das Leben bestimmtes/richtiges Verhalten belohnt. Gute Gefühle haben Zuspruch erfahren. Manchmal wurden sogar schlechte Gefühle mit Belohnung wettgemacht bzw. weggemacht. Bei Traurigkeit gabs nen Lolli. Bei Krankheit endlich Zuwendung.

Viel Geld haben, heißt nicht automatisch etwas richtig machen.
Wenig Geld haben heißt nicht, etwas falsch machen.
Leiden und sich abmühen zieht keine Entschädigung nach sich.

Ich muss nicht erst etwas tun, sein, um "meinen Lebensunterhalt" zu verdienen. Weder mich anstrengen, noch glänzen. Ich muss nicht nur genug leiden und ich muss auch nicht brav genug sein, um Versorgung verdient zu haben.

Die meisten von uns leben aktuell (noch) in einem künstlichen, heißt unnatürlichen, Belohnungssystem, in dem andere entscheiden, wann ich etwas richtig gemacht habe, wann ich also etwas dafür bekomme und was. Und eigentlich stimmt das schon nicht, dass wir in diesem System leben. Dieses System lebt in uns, weil die meisten eben genauso geprägt wurden. Und viele, die sich scheinbar aus dem System gelöst haben, tragen es nach wie vor in sich und rekonstruieren es im goldenen Scheinfreiheitsmäntelchen andernorts wieder. Das Prinzip aber bleibt gleich. Was machen und dafür etwas bekommen.

In so vielen wirken Sätze wie:
Bin ich "krank", mach ich was falsch.
Hab ich wenig Geld/Materielles/Besitz, mach ich was falsch.
Hab ich keinen Partner, mach ich was falsch.
Bin ich wütend, mach ich was falsch.
Bin ich unruhig, mach ich was falsch.
Bin ich verspannt, mach ich was falsch.

Es wäre ja anders, wenn ich ES richtig machen würde (ohne zu wissen, was ES ist).

Wenn ich erst erleuchtet bin, dann...
Wenn ich erst meine Berufung gefunden habe, dann...
Wenn ich mich genug selbst liebe, dann...

So verbringen viele ihr Leben mit Fehlersuche, durchforsten ihr Innenleben nach Selbstsabotageprogrammen (als ob sich das Leben selbst sabotieren würde) und versuchen sich zu optimieren in der Hoffnung, endlich belohnt zu werden, in der Hoffnung, dass sich das endlich auszahlt. All die Mühen... Das muss doch endlich mal was bringen! Ich nehme mich da nicht aus.

Tatsache ist aus meiner Sicht, dass eine völlig falsche sprich unnatürliche Grundannahme unter all dem liegt. Nämlich dieses Wenn-Dann-Ding.

Ich bekomme Muttermilch/Nahrung nicht erst, wenn ich gewachsen bin. Ich bekomme Muttermilch, DAMIT ich wachsen kann. Dieses Leben ist ein DAMIT-Ding.

Die Natur stellt zur Verfügung. Ganz ohne Leistung, weil sie will, dass ich gedeihe. (Wobei mir klar ist, dass auch da schon verdrehte Erfahrungen gemacht wurden, weil ich als Baby erst weinen und schreien musste, um etwas zu bekommen. Aus meiner Sicht ebenfalls unnatürlich.)

Für mich ist es total wahr, dass immer alles da ist, was ich für mein Wachstum und meine Erfahrungen brauche, DAMIT ich all das erleben kann. Das heißt auch, dass manches manchmal eben NICHT da ist, dass schräge Sachen passieren, dass ich Dinge tue oder eben genau nicht tue und mich selber wundere.

Es gibt da keinen Fehler zu finden. Den Fehler, den du suchst, gibt's nicht.

Wie es gerade ist, ist es perfekt und unterliegt einer krassen Intelligenz. Wie es ist, ist es gut und richtig. Wofür es gut ist, wird sich zeigen.

Einmal mehr entspannt sich mein System noch tiefer. Ich KANN gar nichts falsch machen, verpassen, whatever. Und ich werde auch nicht vom Leben vergessen. Ich bin auf dem Weg in meine Urnatur, in den Urzustand, der Rückerinnerung und das Leben wird alles tun, damit ich das kann. Das Leben strebt nach Leben. Das Leben strebt nach mir wie ich gedacht bin.



Samstag, 18. Mai 2024

Lesen im Feld & Zeitqualität 18.05.2024

Ihr Wundervollen, es ist so unfassbar dicht an Erkenntnissen und Prozessen, an Realisation und Beobachtung. Eigentlich dachte ich, ich könnte mehr von den Erkenntnissen teilen, das Leben wollte aber stattdessen, dass ich die Zeitqualität befühle und ins Feld eintauche.

Ich lade euch ein, wer immer sich gerufen fühlt. ❤️❤️❤️

Hier geht es zur Audio: https://t.me/AnjaReiche_herzradikal/2018 



Nichts unter Kontrolle

Mhmmm... 🥰🥰🥰 Ich mag die Frage von mir sehr. 

"Willst du Schöpfer sein, um die Dinge zu kontrollieren oder willst du Schöpfer sein um die Schöpfung durch dich geschehen zu lassen, frei von Kontrolle?"

Was für ein rohes, pures, forderndes und gleichzeitig leichtes (von einfach war nie die Rede) Leben. Lebendigkeit in Reinstform. Keine Kontrolle oder Beeinflussung. Keine Vermeidung oder ausschließliche Zielsetzung.

Offen. Weit.

Jede Antwort vom Leben, jede Ansage darf sein. Jeder Ruf, was jetzt stimmt und in der Ordnung ist, wird gehört und umgesetzt bzw. wird ganz oft etwas sein gelassen, weil es eben nicht stimmt. Da ist öfter Gefühle fühlen angesagt und das ist gut so. Her damit! Da geht's lang.

Es zeigt sich, was in mir, in uns, noch schlummert. Anteile, die es lieber anders hätten, als es ist. Überlebensstrategien, die einst dienlich waren. Hinderliche Glaubenssätze. Und eben abgelehnte, weggepackte Gefühle. Das alles darf und soll ins Bewusstsein. Darf ins Licht geholt und geschaut werden. Heilige Heilung und Ganzwerdung! Frei und rein werden.

So viele Momente gibt es, in denen tatsächlich das leere Blatt da vor mir liegt, vor uns liegt, und das wirklich lange. Kein Impuls für den ersten Pinselstrich. Eindeutige Aufforderung, die Füße still zu halten. So it is.

Ich will dem Leben nicht erzählen, was ich jetzt angeblich brauche oder richtiger wäre. Ich mag viel mehr dem Leben zuhören und mir sagen lassen, was tatsächlich richtig ist für mich, stimmig, in der Ordnung und das dann durch mich in die Welt bringen, das verkörpern, damit da sein, was ist.

Erfolg ist jeder präsente Moment. Einer reiht sich an den nächsten - Erfolg wie Moment 😉. Mehr als den jeweiligen Moment habe ich nicht. Da will ich sein. Ganz. Mit jeder Faser.

Das ist für mich erfolgreiches, lebenswertes, sinnvolles, tiefes, wahrhaftes, wesentliches, nährendes Leben. Für alles andere stehe ich nicht zur Verfügung. 🔥❤️🔥

Christian, mein Herz, mein Gefährte, mein Mann. So wesentlich und präsent, so sehr bei dir, so sehr bei Gott, so sehr genau so an meiner Seite, so sehr DA. So fein im Spüren, so bereit durchzutauchen, hinzuschauen, hinzuhören, auszuführen, sein zu lassen. So sehr bereit für dieses wesentliche, lebenswerte L(i)eben. DANKE! 🙏🏼🔥❤️ Es gibt keine Worte für meine Dankbarkeit dafür. Heilung pur! Auf so vielen Ebenen!

 


 

 







 

 

Samstag, 4. Mai 2024

Heil(ich)räume

Es ist mal wieder so weit. Ich mag Räume aufmachen. Diesmal gleich drei in Folge und es geht schon heute Abend los. 😉😎

Einem Wink mit dem Zaunpfahl von Meryem folgend, war eine Namensänderung dran. Tatsächlich bin ich selbst nicht draufgekommen, die Zoom-Räume genauso zu nennen, wie unsere Gruppe hier bei Telegram.

Ab sofort mach ich also auch via Zoom Heil(ich)räume auf. 😍😍😍 Und endlich hat das, was da stattfindet, eine adäquate Bezeichnung. 🎉🎉🎉

Ein Raum der wahrhaften Begegnung, des offengelegten Lebens, des Mitteilens, der Selbsterforschung, des Seinlassens, des Bezeugens und Begleitens. Ein Raum, in dem alles Platz hat, was in uns lebendig ist.

Wie immer zahlst du, was stimmt und stimmig ist, was dein Herz dir zuflüstert, bevor der Verstand auch nur einen Gedanken fassen kann.

Hier die Anmeldelinks für
heute, Samstag, 04.05., 20 Uhr
morgen, Sonntag, 05.05., 13 Uhr
Montag, 06.05., 11 Uhr

Ich freu mich auf uns und alles, was passieren mag. 😊💫❤️🔥





Deine Zahlung kannst du auf mein Bankkonto schicken oder per PayPal senden.

Raiffeisenbank Thurnauer Land eG
IBAN: DE48 7706 9739 0000 4163 80
BIC: GENODEF1THA

www.paypal.me/AnjaReiche

Mittwoch, 1. Mai 2024

Grenzen setzen ist kein Angriff auf andere

Ich hab noch nie so viel und wohltuend gefaucht wie derzeit. Ich fauche alles und jeden an, der mir "begegnet" und wider die Natur, wider das Leben und wider der göttlichen Ordnung ist.

Der das Leben nicht achtet und ehrt, der sich verrät, unaufrichtig ist. Jeden, der mir erklären will, wie Leben überhaupt funktioniert und auf was es ankommt und der selber keinen Schimmer hat, weil er sich nicht im Ansatz selbst begegnet ist. Weder sich noch der Schöpfung. Dem jede Demut fehlt, jedes Gefühl, jeder Feinsinn, jeder Weitblick und jegliche Tiefe.

Ich weiß nicht, wie oft ich in den letzten Tagen innerlich mit der Faust auf den Tisch gedonnert habe und im wahrsten Sinne des Wortes ein Machtwort gesprochen habe. FÜR mich. FÜR die Schöpfung. FÜR meinen Dienst hier. FÜR meinen Weg. FÜR mein Empfinden.

Es fühlt sich an wie ein Wegbeißen. Der Löwe beißt die Hyänen weg. Verteidigt sein Revier und macht aber mal eine ganz klare Ansage. Hier ist Feierabend!

Ich hab in mancher Hinsicht zu viel mit mir machen lassen, war zu nett, zu verständnisvoll, hab Dummschwätzern, Unwesentlichem und Unwahrem zu viel Raum gegeben und hab mein Innenerleben schön geredet. Den Widerstand ignoriert, der sich ganz natürlich in mir geregt hat, immer mit dem überdimensionierten Verständnis für den anderen.

Ich hab so viel in meinen Räumen, in meinem direkten Umfeld geduldet, meine Maßstäbe nach unten korrigiert, mein Licht gedimmt, meine Größe geleugnet und irgendwie damit Gott verleugnet, weil ich es so sehr gewohnt war, mich für andere zur Verfügung zu stellen und weil es so sehr in mir verankert war, dass das Ziehen meiner Grenzen ein Angriff auf den anderen ist. Die größte Verdrehung überhaupt. Die größte Lüge, die Tür und Tor für Missbrauch öffnet.

Eine gesunde Wut, ein klares Stop, ein klares Nein, wenn jemand meine Grenzen überschreitet - und Grenzüberschreitung geht auch emotional und energetisch - ist KEIN Angriff auf den anderen. Es ist ein natürliches Einstehen für mich. Ich bin deswegen kein Täter!!!

Ich könnte ausflippen, wenn in der Licht und Liebe Szene jegliche Art von Wut verpönt wird, weggeatmet werden soll oder als eindeutiger Hinweis gilt, dass ich getriggert bin und ein Thema habe. Ich könnte kotzen, wenn erzählt wird, dass das niedrig schwingt und sofort wieder gute, hochschwingende Gefühle her müssen. Mehr Krieg gegen mich selber könnte ich gar nicht führen, als dass ich mir verbiete, meinen Raum zu wahren, meine natürliche Reaktion von Wut auf Übergriffigkeit und Missbrauch nicht zum Ausdruck zu bringen.

Und innerlich donner ich schon wieder mit der Faust auf den Tisch. Himmel Herr Gott nochmal, wie verdreht kann's denn sein? Das ist Erziehung und Anleitung zum Missbrauchenlassen. Das ist Manipulation und emotionale Erpressung vom Feinsten.

Ich sehe so viele großartige, warmherzige, reflektierte, bewusste Menschen, die am Limit sind, ausgelutscht, frustriert und erschöpft, weil sie sich scheinbar nicht wehren dürfen. Ausgesaugt und noch mit einem schlechten Gewissen versehen, weil sie einmal nicht geliefert haben und zur Stelle waren bei Menschen, die immerzu nur einfordern und beliefert werden wollen. Bei Menschen, die den Schatz dieser wundervollen Wesen überhaupt nicht erkennen, die Wahrhaftigkeit und Reinheit nicht erkennen, selbst wenn man sie ihnen auf den Bauch binden würde.

Am liebsten würde ich rufen: "Geht weg! Geht weg und tut euch das nicht mehr an! Ihr habt das nicht verdient und so ist es nicht gedacht! Ihr lasst sie nicht im Stich. Diese Menschen haben sich selber im Stich gelassen. Ihr seid nicht Schuld an deren Misere. DAS ist nicht eure Verantwortung. GEHT WEG! Ihr dürft das."

Ich weiß nicht, warum ich das schreibe. Ich musste es einfach zum Ausdruck bringen. Das musste gesagt werden. Ich will nichts damit. Außer der Energie Raum geben, die in mir lebendig ist. Sichtbar machen, was in mir los ist.

Und nein, ich brauche keine Diskussion, keine Tipps und keine Therapie. DAS ist meine Therapie und Heilung. Mein Wesen, mein Innenerleben, meine Wut im Ausdruck. 🔥❤️🔥

Danke, Christian, dass du da mit mir stehst und fauchst. 🔥🦁🦁🔥