Montag, 26. Februar 2024

Wenn Abstoßung nicht sein durfte

Ich habe so viel über mich ergehen lassen müssen. Vor allem das Zuhören müssen. Da bin ich echt geschädigter als ich bisher dachte. Auch die Pflicht mit Menschen sein zu müssen, die ich nicht mag, spült es gerade nochmal hoch. Und unter all dem brodelt das Verbot, jemanden nicht mögen zu dürfen und eben keine Zeit mit ihm verbringen zu wollen. Ich durfte nie jemanden nicht mögen. Ich konnte das zwar äußern, aber hin musste ich trotzdem. Dafür gab es nämlich Gründe.

▪️"Das ist doch deine Tante/Patin/Mutter/dein Cousin/Onkel/Opa!"
▪️"Mit denen hast du doch konfirmiert!"
▪️"Der freut sich doch, wenn du kommst!"
▪️"Der Junge hat doch dieses schlimme Handicap."
▪️"Dem würde das total gut tun!"
▪️"Geh da bloß hin, sonst beschweren die sich bei uns!"

In all dem war es egal, wie diese Menschen so drauf waren, wie scheußlich sie sich mir gegenüber verhalten haben. Es war egal, wie es mir damit ging. Wie ich mich fühlte. Was ich wollte.

Verpflichtet zum Wohlgefallen der anderen da zu sein, derer, die ich am schrecklichsten fand, schlicht abstoßend, egal was das für mich bedeutet. Lächeln, zuhören, Fragen beantworten, was Neues erzählen (und bitte das Richtige), mit den Kindern spielen, Interesse zeigen.

Da ist die Kleine in mir, die weint und wimmert und mich anfleht, sie da nie wieder hinzuschicken. Nie wieder zu Menschen, bei denen ihr Befinden, ihr Wille keine Rolle spielt. Nie wieder zu Menschen, bei denen sie sich schlicht nicht wohl fühlt, die sie beliefern soll, für die sie sich aufgeben muss, alles mit sich machen lassen muss.

Sie mag einfach mal JEMANDEN nicht mögen dürfen, das sagen und dieses Nein soll mal gelten und akzeptiert werden. Sie mag einfach mal ETWAS nicht mögen und damit sein gelassen werden. Sie mag andere unterbrechen und sagen dürfen, dass sie das nicht hören will.

Die Kleine hat so recht mit diesen Ansprüchen. Und ich bin diejenige, bei der dieses Nein an erster Stelle stehen darf. Wir zusammen - sie und ich - dürfen üben, ein Nichtgefallen auszudrücken. Eine Abneigung haben zu dürfen und ihr direkt zu folgen. Ohne mich selber innerlich hineinzudiskutieren. Mich selbst zum Hingehen, Zuhören, Bleiben zu überreden.

Hui! Eine Kunst, das von Angesicht zu Angesicht in Echtzeit zu machen. Eine Herausforderung, die mir wieder und wieder das Herz klopfen lässt. Eine große Übung. Und so not-wendig.

Es muss auch die Abstoßung ihren natürlichen Platz haben. Viel zu lange durfte sie nicht sein. Ich mag ihr genauso folgen wie der Anziehung.


Samstag, 24. Februar 2024

Gib dem Aufmerksamkeit, was wachsen soll?

Echt? Warum?

Ich halte es für "sinnvoll", weil natürlich, wohlwollend mir selbst gegenüber und authentisch, dem Aufmerksamkeit zu geben, was sich zeigt, was damit auch gesehen und benannt werden will, was in die Bewusstheit möchte, sonst wäre es nicht da. Durch das Hinschauen und Hinspüren muss es nicht mehr unerkannt im Untergrund sein Unwesen treiben, bis es endlich bemerkt wird und ins Licht der Erlösung darf. Es kann aufhören immer wieder anzuklopfen und darf seinen Platz einnehmen in der Ganzheit meines Seins.

Ich gebe dem Aufmerksamkeit, was eh schon da ist, in mir lebendig. Es wird nicht verschwinden, in dem ich es ignoriere und mich dem "Licht" zuwende.

Und bei dir? Wer in dir möchte sich denn unbedingt aufs "Gute" konzentrieren, damit es sich mehren möge? Wer in dir möchte denn das "Schlechte" unbedingt vermeiden und was ist dieses Schlechte überhaupt? Ist es ein Teil, der Angst vor Mangel, Krankheit, der ewigen Depression, dem inneren Schweinehund, Armut, Ohnmacht, Kontrollverlust hat? Angst vor dem Hass, dem Biest in dir, der Anteil, der Angst vor der Angst selbst hat? Der Anteil, der endlich richtig sein möchte, gemocht, anerkannt, erfolgreich, belohnt, gut?

Ich kann's verstehen. Ein altes Programm. Ein innerer Anteil, der den Auftrag hat, dafür zu sorgen, das du die Erwartungen der anderen erfüllst, um endlich zu bekommen, was du so dringend brauchst, an was es dir als Erwachsener immer noch mangelt. Die Lücke gibt es wirklich. Nur schließt sie sich dadurch nicht, das "Böse" zu verbannen. Die Lücke schließt sich durch liebevolle Zuwendung dir selbst gegenüber in einem jeden Zustand und mit jedem Gedanken. Radikale Annahme von allem in dir.

Sag mir eins: Bringt dich dieses "sich aufs Gute konzentrieren" - was immer dieses Gute sein mag - hin zu dir, in die liebevolle Verbindung mit dir, wie du gerade bist oder führt es dich weg von dir und dem, was gerade tatsächlich in dir stattfindet? Bringt es dich näher an dein wahres Sein, deine Natur oder eher zu einem gewünschten Scheinbild von dir, das erst noch werden muss und dem du seit Jahren hinterher läufst wie der Esel der Karotte?

Fühlt es sich anstrengend an oder entspannt sich alles in dir und du kannst ausatmen? Musst du es künstlich aufrecht erhalten, dieses Gute im Fokus zu behalten oder fällt es dir leicht? Wird dieser Fokus schnell gestört und du musst "falsche" Gedanken immer wieder wie lästige Fliegen abschütteln?

Ich halte nicht viel von einem Fokus auf etwas, das nicht mit dem übereinstimmt, was in mir da ist. Wenn da Angst ist, ist da Angst. Wenn da Trauer ist, ist da Trauer. Wenn ich jemanden nicht mag, mag ich ihn nicht. Wenn ich fluche, fluche ich. Wenn ich lache, lache ich.

Ich mag dich einladen, dich sein zu lassen und wenn das nicht geht, zu beobachten, was dann da in dir los bricht. Die Stimmen zu hören, die dich vielleicht antreiben wollen, die dich und deine Gefühle und Gedanken korrigieren wollen. Beobachten, ohne etwas damit machen zu müssen. Vielleicht alles aufschreiben, was es da in dir spricht und denkt und fühlt. Ohne Wertung und wenn da Wertung ist, auch die wahrnehmen und notieren.

Ich mag dich einladen, dich zu erforschen anstatt dich zu verbiegen. Dich anzuschauen statt zu korrigieren. Ich mag dich ermutigen, zu deinem wahren Wesen zurückkehren, zu deiner Ganzheit und die Aufmerksamkeit auf das zu richten, was wirklich wachsen und erblühen soll, was wirklich wesentlich ist: Du selbst.

Donnerstag, 22. Februar 2024

Jeder Widerstand war richtig

Gezwungen zu werden, auf eine externe Autorität zu hören und damit meine eigene, innere Autorität zu übergehen, erzeugt automatisch, zu Recht und völlig natürlich Widerstand. Die adäquate Reaktion auf Fremdbestimmung und damit Grenzüberschreitung. Dafür angeklagt zu werden und meine natürliche Gegenwehr, mein für mich eintreten als Grenzüberschreitung und Verletzung des anderen zu betiteln ist eine Verdrehung der Tatsachen, eine Verdrehung der Tat, die "berühmte" Opfer-Täter-Umkehr.

Bei mir sackt das gerade nochmal tiefer. Das Thema Fremdbestimmung, die ich in der Kindheit so krass erlebt habe, ist die letzten Tage sehr präsent.

Es ist natürlich, niemandem folgen zu wollen, der meinen Takt nicht hört, mich nicht sieht und es in dem Folgensollen nur um die Befindlichkeiten des anderen geht. Ich kam darin nicht vor. Ich wurde nicht gefragt, was ich brauche, was ich möchte, wie es mir in all dem geht. Ich sollte hören und funktionieren, brav sein, fleißig, vernünftig, nützlich. Die Mitteilung meiner eigenen Bedürfnisse wurden als Störung empfunden, als lästig, als zuviel. Zumindest hab ich die Reaktionen meiner Eltern als Kind so gedeutet. Ich habe nicht erlebt, dass mir gerne geholfen wurde.

Ich war in einem Feld, in dem jeder die anderen für die eigenen inneren Zustände verantwortlich gemacht hat. Keiner hat seins genommen. Die grünen, emotional aufgeladenen Giftwolken sind umhergewabert oder wurden einander um die Ohren gepfeffert. Ein energetischer Giftcocktail, in dem ich bleiben musste. Wut, Beschimpfungen, Frust, Stress, Enttäuschung, Vorwürfe, Schuldzuweisungen, Bissigkeit, Gehässigkeit, Missgunst und durchaus auch Intrigen, Unwahrheiten, Manipulation. Für all das hab ich auch immer wieder als Blitzableiter herhalten müssen. Andere haben sich an mir reguliert. Ich musste zur Verfügung stehen. Emotionaler Missbrauch.

Im Grunde bin ich im Krieg groß geworden. Immer auf Angriff vorbereitet. In einer Dauerüberreizung und Überforderung. Nie zur Ruhe kommen können. Immer in Hab-Acht-Stellung. Die Ohren gespitzt. Immer im Versuch, es irgendwie zu handeln, für mich abzumildern. Es gab keine Verschnaufpause.

Diese immense Überreizung, die Ohnmacht, die Verzweiflung, den Ekel spült es in den letzten Tagen hoch und aus dem System. Entladungen im Körper finden statt. Anteile, die damals eingefroren sind im Entsetzen, zeigen sich und "tauen" im Fühlen und Gesehenwerden wieder auf. Ich begreife, was ich da Kolossales kompensiert habe, gönne mir alles, was ich jetzt brauche, um mich gut begleiten zu können, um gut für mich da zu sein.

Es ist ein tiefes Befrieden der Nöte von damals. Ausatmen. Von mir selbst gesehen und verstanden werden. Begreifen. Jede Empfindung war richtig. Jeder Widerstand. Jedes mich verweigern. Ich war immer richtig. Mich hat nur keiner gesehen.

Der Wunsch, meiner eigenen, inneren Autorität zu folgen war damals richtig und ist es heute. 🙏🏼✨💫✨ Das eigene Wesen sein wollen, ist unsere Natur. Wesentlich sein dürfen, ist als Kind von den Erwachsenen abhängig. Heute ist die gefühlte Abhängigkeit ein Relikt aus der Vergangenheit. Gott sei Dank.


Dienstag, 20. Februar 2024

Wer in mir fühlt sich denn gerade so?

Eigentlich, glaube ich, dass es reicht, zu fühlen und zu bemerken, was in mir gerade los ist, ohne dem groß Namen zu geben, ohne wissen zu wollen, ohne einzusortieren. Mit dem sein, was da ist. Wahrnehmen, mich darin begleiten.

Gleichzeitig weiß ich wie essentiell es für mich ganz, ganz oft war und ist, zu realisieren, WER in mir sich gerade so fühlt, das denkt, was es in mir denkt. Zu bemerken, welcher Anteil da gerade aktiv ist, um ihn zu sehen, ganz konkret zu begleiten und für ihn/mich auf diese Weise da zu sein.

Einmal ist es eine ganz andere Tiefe der Bewusstwerdung und zum anderen, brauchten es so viele Anteile eben endlich wirklich gesehen und angenommen zu werden. Da hätte ein anonymes Fühlen nicht den gleichen Effekt. Diese Anteile wurden so lange übersehen, gar nicht gesehen und eben nicht benannt, dass die "Heilung" - im Sinne von ganz werden/sein - darin liegt, dass sie vollumfänglich erkannt werden, um endlich nach Hause kommen zu können. In mein Herz.

Meine Anteile zeigen sich, wenn sie so weit sind. Ich dränge nicht. Ich sitze und fühle "anonym", bin parallel auf Empfang, in der Achtsamkeit und beobachte in mir, ob etwas zum Vorschein kommt.

Die Frage "Wer in mir fühlt sich denn gerade so?" schwingt eigentlich unausgesprochen immer mit in der Selbstbegegnung. So selbstverständlich mittlerweile, dass ich es jetzt nur so konkret formulieren kann, weil es im Austausch mit Maja zutage trat. Die Frage öffnet mir einen wunderbaren Erfahrungsraum, einen Raum der inneren Begegnung. Er lädt ein, wen oder was auch immer in mir, sichtbar zu werden.

Diese Frage hat einen weiteren wunderbaren Effekt. Es wird total schnell klar, dass das Gefühl in mir schon länger da ist und in der aktuellen Situation nur "auftaucht". Heißt, dass das Gefühl zu einem hohen Prozentsatz in eine andere Situation und zum Kontakt mit einer anderen Person gehört, in einen anderen Erfahrungshorizont. Meist in die Kindheit, manchmal aber auch ins Ahnenfeld, zu einer früheren Inkarnation oder gar ins Kollektiv. Manchmal stimmt auch alles auf einmal. Wir sind halt nun mal multidimensionale Wesen und hier zeigt es sich besonders deutlich, was das heißt. 😉

Es können sich auch mehrere Anteile mit ganz unterschiedlichsten Gefühlen und Gedanken gleichzeitig zeigen. Auch eine "nette" Variante und ähnlich anspruchsvoll in der Begleitung für mich. Wenn der Wust in mir zu groß ist und ich zu verheddert bin in all dem, dann hol ich mir Unterstützung und Sortierungshilfe.

Das klingt jetzt irgendwie alles ziemlich abgeklärt und einfach. Das sind manchmal ganz schön raue Nummern und ich weiß im wahrsten Sinne des Wortes wirklich nicht mehr, wer ich bin, wenn ja wie viele und warum überhaupt. Ein Teil stellt dann alles in Frage und andere sind sich total sicher, dass das schon alles passt.

Irgendwie auch cool, so viele gleichzeitig zu sein. Intrinsisches Schwarmwissen sozusagen und ich treff ständig neue Leute. 😂

Ihr Lieben, ich weiß nicht warum, aber irgendwie wollte das gerade mal gesagt werden. Das ist ja dann hiermit erledigt. 😉

Liebste Grüße zu euch und euren Vielen. 😎



Samstag, 17. Februar 2024

Inspirationsgespräch #5 mit Sylvia Dallhammer

Aus dem Nichts war heute klar, dass wir uns begegnen wollen und sollen. Ein gemeinsames Eintauchen in das Jetzt. Vorhin habe ich versucht, das Gespräch zu beschreiben, ein paar Stichpunkte zu finden, die wir beleuchtet und befühlt haben. Ich merke, dass das immer weniger geht, sich anstrengend anfühlt. Diese Begegnungen sind Begegnungen in Wahrhaftigkeit, ein Schwingen und Sein im Moment, aufgreifen, was gerade da ist. Es geht um eine Haltung, eine Art des Miteinanders, um die Frequenz und tatsächlich weniger um die Themen als solche. Damit werden aber die genau dann gehaltvoll.

Nun darf sich angezogen fühlen, wer immer sich angezogen fühlt. Schwingung lügt nicht. Einem jeden, den es ruft, den wir rufen, wünsche ich ganz viel Freude und Genuss beim Lauschen.

https://podcasters.spotify.com/pod/show/anja-reiche/episodes/Inspirationsgesprch-5-mit-Sylvia-Dallhammer-e2ftg8g



Freitag, 16. Februar 2024

Reiches Lauschgold #9

Juhuuuuuuu!!!!!!!! 😍😍😍 Nach über drei Monaten sind Meryem und ich endlich wieder zusammengekommen. Der Ruf erfolgte punktgenau und wurde von beiden erhört. Die Wiedersehensfreude zeigte sich deutlich in unserer Ausgelassenheit am Anfang. 😉 Gleichzeitig führte uns unsere Begegnung wie gewohnt sehr schnell in die Tiefe, die Essenz, zum Wesentlichen, zum Wesen des Moments.

Wir sprechen unter anderem
▪️über den Mut, "es" auf seine Weise zu tun
▪️über eine liebevolle Art der ergebnisoffenen Selbsterforschung
▪️über den notwendigen Raum für jeden Aspekt in uns
▪️über die unbewussten Programme, "richtig" sein zu wollen
und viiiiiiiieeeeeles mehr.

Wir laden euch ein zum goldigen Lauschen. 😊❤️

https://podcasters.spotify.com/pod/show/anja-reiche/episodes/Reiches-Lauschgold-9-e2fs9db



Donnerstag, 15. Februar 2024

Die Rettung des Wesenskerns

Es gibt Menschen, die verlangen von mir, dass ich mich übergehe. Die verlangen von mir, ihnen gut zu tun, für sie da zu sein, und fragen nicht danach, wie ich mich dabei fühle. Sie erwarten einfach, dass ich zur Verfügung stehe. Und wenn ich das nicht möchte, dann brauche ich dafür gute Gründe. Fakten. Etwas, das bei ihnen gilt.


Nur ist diese "Begründung" bei mir ein Gefühl. Dass ich ihnen zwar gut tue, mir die Begegnung aber nicht gut tut, zählt nicht und ist auch gar nicht recht ausdrückbar. Ich für mich hab das klar. Ich weiß, warum es mir nicht gut tut.

Ich werde nicht gesehen, muss viele Teile von mir und vor allem viel Tiefe aussparen. Ich muss für ein wenig Kontakt in deren Welt(bild) eintreten und meine, mich dafür verlassen. Sie können meine Welt, meine Bewusstseinsweite nicht betreten.

Das wäre an sich kein Problem. Eine Begegnung müsste ja nicht stattfinden, nur gibt es einen Teil in mir, der früher dazu gezwungen wurde, doch in Kontakt zu gehen. Emotionale Erpressung. Ich bin dafür verantwortlich, dass es den anderen gut geht, egal wie es mir dabei geht. Ich habe da zu sein. Etwas in mir hat diese falsche Verantwortung noch in der Hand. Ich habe die Pflicht, dafür zu sorgen, dass es den anderen gut geht, denen, die Druck ausüben, darf ich mich nicht entziehen.

"Ich will dich mal wieder sehen. Von dir hört man ja überhaupt nichts mehr."
"Ach, dich sieht man auch mal wieder?"
"Hast uns wohl vergessen."
"Ich brauch mal einen vernünftigen Menschen zum Reden."

Oder diese Variante:
"Willst du, dass die Mama traurig ist?"
"Geh da hin, sonst..."
"Hab dich doch nicht so."
"Du kannst doch mal eben..."
"Das sind doch deine Eltern, da kannst du doch nicht... Da musst du doch..."

Doch was ist die Bedrohung?
Vorwürfe. Schuldzuweisungen. Anklagende Blicke. Enttäuschung. Ich bin schuld an den Gefühlen der anderen, die mein Nein auslöst. Ich bin dann auch dafür verantwortlich, dass das wieder in Ordnung kommt. Ich muss es wieder gut machen.

Das heißt, das Problem ist für mich schon fertig, wenn eine Anfrage kommt, weil Nein sagen ja nicht geht. Die Anfrage an sich bedeutet schon, dass ich mich entweder verlassen muss oder dann Schuld habe, wenn ich mich eben nicht verlasse. Not gegen Elend.

Zumindest für den Anteil in mir, der das alles noch glaubt. Dieser Anteil startet dann tatsächlich Notprogramme. Der Körper wird sofort aktiv und holt mich mit akuten, heftigen Bauchschmerzen raus. Körperliche Missstände sind nämlich als Nein anerkannt bei den erpressenden anderen. Das zählt. Das weiß dieser Anteil, der alles dafür tut, dass mein innerster Kern bewahrt wird. Würde es mir gut gehen, müsste ich liefern.

Die hartnäckigsten, heftigsten Symptome sind meine besten und treusten Freunde. Die werfen sich wie eine Löwenmutter vor mich und beschützen mich wirklich. Die pauken mich raus, wo ich es nicht kann/darf und wo es eben auch kein Erwachsener früher getan hat. Es hat sich niemand zu 100 Prozent an meine Seite gestellt oder gar schützend vor mich. Ganz im Gegenteil. Die, die mich schützen hätten sollen, haben mich ja eben emotional missbraucht.

Da blieb nichts anderes, als mich selbst zu schützen. In diesem Fall mit körperlichen Symptomen. So unfassbar clever. So, so clever.

Mein innerster Kern ist tatsächlich unversehrt. Ich seh ihn da sitzen. Er ist weit weg von all dem Lärm, dem Getöse, den anderen, den Gefahren. Er wartet bis die Luft rein ist. Bis das Umfeld wohlwollend und sicher ist. Dann kommt er zum Vorschein.

Die Anteile in mir, die dafür gesorgt haben, dass der Kern unversehrt bleibt, die brauchen ein Gesehenwerden, ein Anerkennen und vor allem Begleitung in ihrer Not. Sie leben noch in der Gefahr, in der Vergangenheit. Für sie ist die Bedrohung von damals noch wahr. Man könnte meinen, dass sie heute überzogen reagieren, aber diese Heftigkeit und Vehemenz war damals total richtig und nötig.

Sie haben es so gut gemacht. So unfassbar gut. 🙏🏼😊 Ich bin froh um die Bewusstwerdung. Dieses Beobachten und Erkennen der inneren Abläufe und Anteile. Und vor allem bin ich dankbar für diesen Schutz! 🙏🏼❤️


 

Dienstag, 13. Februar 2024

Vor dem Geben muss ich haben

Ohne ein Ich, gibt es kein Wir. Wer oder was sollte auch in ein Wir gehen, wenn das Ich nicht erforscht und bekannt ist? Wer oder was sollte in Kontakt gehen können? Wem könnte ich in einem Wir begegnen, wenn da kein anderes Ich ist?

Bevor ich mich "vergesse", mit jemandem verschmelze, mich auflöse in etwas Größerem, muss es mich erstmal geben. Voll und ganz. Komplett.

Bevor ich teile, gebe, muss ich erstmal etwas haben. Selber haben dürfen. Satt sein. Um aus der Fülle zu geben und nicht aus dem Mangel oder aus Angst, darf ich mir gewahr sein, dass ich habe, tatsächlich aus den Vollen schöpfen kann, aus dem eigenen Vollsein, Vollständigkeitsein. Weil ich mir selbst alles zugestehe, das Hellste und das Dunkelste, weil ich befriedigt, zufrieden bin. Weil ich ganz Mensch bin. Ein Ganz-Mensch. Rund. Und gleichzeitig darüber hinaus um die wahre Quelle weiß. Sie ebenfalls bin. Ich bin Überfluss. Ich bin alles. Dafür muss ich erstmal wirklich alles sein dürfen.

Ein Glas läuft von alleine über, wenn es voll ist. Es gibt ohne Anstrengung. Das Geben geschieht im ausreichend Empfangen. Will ich aus einem halbvollen Glas geben, braucht es einen Kraftaufwand.

Ich beobachte gerade in der spirituellen Szene und in den verzerrten Religionen, dass ein Geben gefordert wird, das einen selbst vergisst. Ein Sein, das gewisse Aspekte ausschließt. Ein Aufopfern. Ein Märtyrertum. Ein Martyrium.

Diese Art des Gebens schmeckt für mich extrem sauer. Ist bitter. Widerlich und eklig. Klebrig. Von diesem Geben will ich nichts bekommen. Diese Geber wollen vielmehr etwas von mir. Sie lechzen innerlich still nach Anerkennung, nach gesehen werden, nach Liebe. Dieses Geben ist hohl. Es ist unbeseelt und lieblos. Es ist kein sich selbst Hingeben, weil es noch nie ein Selbst gegeben hat, das sich da hingeben könnte. Da wirft sich eine ausgehungerte Hülle hin, die eigentlich selbst nach Liebe schreit.

Der erste Schritt, komplett ICH zu werden/sein, kann nicht übersprungen werden. Selbst satt sein, ist unabdingbar für reines Geben. Ein Kind das wirklich auf allen Ebenen genährt ist, gibt von selbst. Gier entsteht für meine Begriffe - völlig zu Recht und natürlich - aus einer Form der Unterernährung/Unterversorgung, des "nicht ganz da sein dürfens". Meist handelt es sich um emotionale Unterversorgung, aber eben auch, wenn zu früh geteilt werden musste und das "selber etwas haben dürfen" nicht stattfinden durfte. Wenn der Teil, der selber etwas möchte und braucht - völlig zu Recht - nicht sein durfte.

Die eigene Gier existiert zu Recht, doch sie zählt zu den dunkelsten Schatten, die kaum jemand an sich selbst haben will. Sie sucht sich dennoch ihre Bühne. Süchte aller Art, Essen, Sex, Medien, Geld, Arbeit, Konsum, Extremsport, etc. Da ist sie halbwegs anerkannt die Gier. Gesellschaftsfähig. Das Habenwollen. Aber das alles stopft nicht das Loch im Herzen oder im Bauch, das energetisch vorhanden ist. Das alles füllt nicht die Lücke in uns. Bringt nicht den Anteil zurück, der nicht sein durfte.

Letztlich glaube ich, wir vermissen uns schlicht selbst in unserer Ganzheit. Unser Sosein mit allen Farben. Ein Angenommensein mit jedem Aspekt.

Wir dürfen haben wollen. Wir dürfen haben. Vor allem uns selbst. Und uns behalten, so lange wir das wollen. In jedem Zustand. Wir dürfen ein Ich sein. Wir müssen nicht selbstlos werden, wenn wir damit gegen unser Innerstes gehen und wieder den Anteil übergehen, der noch nie etwas haben durfte. Wir können auch gar nicht selbstlos werden, wenn es noch kein ganzes Selbst gibt.

Ganz zu "werden", ganz sein dürfen, ist unsere Aufgabe. Das kann uns keiner abnehmen. Das kann im Außen nicht kompensiert werden. Alle Anteile in den inneren Kreis zu holen, rund sein, vollständig. Auch den Anteil nach Hause holen, der das Brauchen verhindern will, der deswegen keinen Ärger will, der sich dafür schämt, der alles alleine können will. Auch den gibt es meistens. Auch der braucht uns. Wahrscheinlich noch mehr, als der an sich brauchende.

Dann haben wir tatsächlich ein ganzes Ich, das wir geben könnten. Vielleicht. Irgendwann.


 

Sonntag, 11. Februar 2024

Zoooom live

Sonntag | 11.02.2024 | 19 Uhr
Dienstag | 13.02.2024 | 19 Uhr


Selbstbegegnung. Sein lassen. Sich erforschen. Sich zeigen. Den inneren Anteilen eine Stimme geben. Sie sein lassen. Sie sprechen lassen. Mich für sie sprechen lassen. Zusammenhänge und Wirkprinzipien erkennen und verstehen. Da sein dürfen. Mit all dem in Kontakt gehen dürfen. Es in Kontakt bringen.

Ein Raum für all das. Ein Raum für das, was ist.

Ich wurde in den letzten Tagen geschult, habe mich geschult, schulen lassen. So viele Groschen sind gefallen, was mein Wirken angeht, was DAS angeht, was diese Räume so heilig und heilvoll macht.

Hinter so vieles, was ich in den letzten Jahren auf unterschiedlichste Art mit den unterschiedlichsten Menschen erforscht habe, wurde in den letzten Tagen nochmal ein Ausrufezeichen gesetzt. Mein Blick wurde noch mehr geschärft, die Zusammenhänge noch detaillierter aufgezeigt. Auch davon mag ich berichten.

Ich lade euch von Herzen ein zu gemeinsamen Forschungsreisen, zu gemeinsamem Sein mit ALLEM, was in uns gerade lebendig ist und freu mich auf wahrhafte Begegnungen.

 🔥 😊

Zur Anmeldung für heute, Sonntag: https://us06web.zoom.us/meeting/register/tZUkcu2tqzkrHN1lxoQM5B9pqEIQhVoi75Uw

Zur Anmeldung für Dienstag: https://us06web.zoom.us/meeting/register/tZUld-yrrzgsHdJ3jLp6_2fxkKnAeFUH7J_U

(Du entscheidest, wie viel Geld zu mir fließen soll. Die Daten findest du in der Bestätigungsmail nach der Anmeldung.)



Samstag, 10. Februar 2024

Die Monster sind FÜR uns

Dass uns etwas fehlt, ist nicht unser Verschulden. Unsere Wunden und Bedürftigkeiten, unsere "Unarten" und "Endgegner" sind keine Unzulänglichkeiten von uns. Wir stellen uns nicht dumm an und wir sind auch nicht "selber schuld". Dass da Defizite sind und dass wir deswegen etwas brauchen, ist tatsächlich berechtigt. Die Lücken gibt es wirklich. Rein biologisch logisch und immer noch da, weil in den meisten Fällen keine Nachnährung stattgefunden hat.

Wir sind nicht verkorkst auf die Welt gekommen. Wir wurden vom Umfeld geformt, verformt und verbogen, (v)erzogen und verzerrt. Das haben nicht wir gemacht. Das wurde erstmal MIT uns gemacht.

Die wenigsten wurden ausreichend genährt und gesehen. Haben genug emotionales Futter, Zuwendung, Aufmerksamkeit, Körperkontakt bekommen. Die wenigsten durften in ihrer Ganzheit da sein. Da war immer etwas, was wir nicht durften und da war immer etwas, was wir unbedingt sollten.

Und diese Messlatten haben wir in uns aufgenommen, zu unseren eigenen Richtschnüren gemacht. Was anfangs von anderen mit uns gemacht wurde, haben wir irgendwann selber mit uns gemacht. Aus gutem Grund. Wir mussten irgendwie überleben. Das war alles richtig clever von uns.

Im Prinzip können wir uns für all das danken und anerkennen, was wir da geleistet haben. Jede Abspaltung, jede Kompensation, jede Ausweichstrategie, jede Flucht, jede Sucht, jede Auffälligkeit, jede Störung. Alles total (bio)logisch und sinnvoll. Weise und bemerkenswert.

Und da sind wir nun mit all den unterschiedlichen Stimmen in uns, die oft genug Krieg gegen einander und manchmal scheinbar auch gegen uns selbst führen. Da sind wir nun mit den Lücken und auch den anerzogenen Wucherungen, die gar nicht zu uns gehören, mit den Verbiegungen und Verziehungen. Da sind wir mit den Monstern und Dämonen in uns, mit dem Engel links und dem Teufel rechts auf der Schulter.

Jetzt ist es an uns, damit zu sein. Uns zu erforschen und zu begleiten, die inneren Stimmen zu hören, egal, welchen Ursprung sie haben. Es ist an uns, zu bezeugen, was da gerade ist und DASS es da ist. Es ist okay. So wie es jetzt gerade ist, ist es okay.

Wir müssen nicht anders werden und dürfen doch. Wir müssen nirgends hinkommen, außer da, wo wir eh gerade sind. Da dürfen wir sein. Mit uns. Egal in welchem Zustand.

Ich liebe diese Art der Liebe. Die Liebe, die mich sein lässt. Eine Liebe, die mich nicht anders haben will. Eine Liebe, die mich nimmt, wie ich bin. Sie wohnt in mir (neben all den anderen Geschöpfen 😉). Sie ist auch da. Immer schon gewesen. Sie sitzt immer mit am Tisch, wenn ich mal wieder mit einem meiner "Monster" Tee trinke und Kekse esse, ihm lausche und höre, was es mir zu sagen hat. Sie ist da und bezeugt, wenn ich mal wieder einen völlig verwahrlosten oder zutiefst verletzten, wütenden Anteil in mir finde. Sie ist da, wenn ich keinen Bock mehr habe. Sie ist da, wenn ich mich selbst vergesse. Sie ist da und bleibt, egal wie ich bin.

Die Liebe liebt. Fertig. Ob ich es merke oder nicht. Und irgendwie füllt diese Art des mit mir Seins meine Lücken von damals. Lässt die Wucherungen abfallen, die nicht zu mir gehören. Lässt all die bunten Anteile in mir nebeneinander da sein und holt die nach Hause, die ich fortschicken musste.

Ich liebe mich zurück ins Leben und irgendwie liebt ES mich zurück ins Leben, indem ich nichts mehr anders haben will, selbst wenn ich etwas anders haben will.

Danke an all die Zauberwesen, die sich begegnen und erforschen, die sich lassen und damit alles verändern.

Danke, dass du mit deinem Monster sitzt und dass du's lässt, wenn du's hasst.



Freitag, 2. Februar 2024

Der göttliche Dirigent

oder
Fantasy is nix dagegen

Heute vor einem Jahr, am 02.02.2023, hat sich mir mein Mann offenbart. (Er hat an dem Tag selbst erst aus der geistigen Welt erfahren, dass ich seine Frau bin. Eine sehr prompte universelle Lieferung würde ich sagen...😉)

Seit einem Jahr ist mir demnach die Verkörperung der Energie bekannt, mit der ich wiederum im Jahr davor, am 06.02.2022, völlig unerwartet in einem stundenlangen inneren Prozess verheiratet wurde. Crazy holy shit!

Letztes Jahr um diese Zeit war also Christian bei mir. Wir kannten uns genau eine Woche. In meinem Beisein wurde ihm wie gesagt in einer ausführlichen inneren Offenbarung gezeigt, dass ich seine Frau bin. Danach sprach er Sätze zu mir, die einen Groschen nach dem anderen bei mir fallen ließen. Mit jedem Satz wurde deutlicher, WEN ich da vor mir habe. Nicht im Leben hätte ich damit gerechnet.

Mit all dem hab ich ja grundsätzlich überhaupt nicht gerechnet. Hätte ich es nicht selbst erlebt, würde ich sagen, das ist ne geile Story für eine Fantasy-Schnulze, mehr aber auch nicht.

Genauso ist das aber tatsächlich passiert. In einer Eindeutigkeit und Eindrücklichkeit, die keinen Raum für den leisesten Zweifel ließ/lässt.

Nun gehen wir seit einem Jahr als Mann und Frau den Weg zusammen. Als Mann und Frau, die definitiv von Gott zusammengepackt wurden. Er ist der Chef, in jeglicher Hinsicht.

Dieses Jahr war krass intensiv. Halleluja! Und weiß Gott (er weiß es wirklich, er war ja live dabei), ich hätte beide - Gott und meinen Mann - in regelmäßigen Abständen an die Wand klatschen können, nur um fünf Minuten später (oder drei Tage) unfassbar dankbar für beide zu sein und vor Liebe, Demut und Staunen überzufließen.

Nun liege ich hier auf der Couch und schaue auf das letzte Jahr zurück, auf die letzten beiden Jahre. Mein Leben hätte sich nicht krasser verändern können. Sowohl äußerlich als auch innerlich haben sich Universen bewegt.

Tatsächlich gibt es zwei Qualitäten, die sich extrem herausgebildet, verstärkt, etabliert haben, zwei Qualitäten, die in meiner Wahrheit unsere Grundbedürfnisse, unsere Urnatur sind: Freiheit und Verbundenheit.

Ich hab mich in dieser Zeit rasend schnell immer mehr aus dem heraus bewegt, was mich, mein wahres Wesen, begrenzt hat und gleichzeitig immer mehr in das hinein bewegt, was mich wirklich trägt und hält und mein wahres Wesen zum Erblühen bringt. (Das klingt jetzt so easy, gell? Da wurde aber sauber jede Taste auf der ganzen Klaviatur gespielt. 🎹🎢)

Freiheit von Irrglauben, Verletzungen und Anhaftungen.
Verbundenheit mit der wahren Quelle, Gott, meiner Essenz und allen Wesen, die das mit mir gemeinsam zum Ausdruck bringen. Weggefährten aus der Ewigkeit. Darunter mein Mann.

An dem Punkt vor einem Jahr war es essentiell, dass Christian und ich zusammengeführt wurden. Für unser beider Entwicklung ging es ab da nur gemeinsam weiter. Das war der eine universell-göttlich logische nächste Schritt. Ein meisterhafter Schachzug wie wir finden. 😉🥰🙏🏼✨💫✨

Nichts von all dem hätte ich mir nur ansatzweise ausdenken können.
Nicht A N S A T Z W E I S E !!! Kosmisch orchestriert. Und ich bin unfassbar froh, dass da diese Instanz in mir ist, die anscheinend den Dirigenten versteht und auch noch den Mumm hat, das zu tun (oder zu lassen), was eben dieser Dirigent so vorgibt. Was für ein Segen!

WAS FÜR EIN SEGEN!

Danke, Christian! Danke, dass du ebenfalls diesem göttlichen Dirigenten folgst. Danke, dass wir das so kraftvoll, vehement und liebend seit einem Jahr gemeinsam tun. Ich bin so froh um uns. Ich liebe uns auf diesem Weg! Sehr!!! 🙏🏼😊❤️