Samstag, 14. März 2026

"Glücklich der, der überhaupt ein Symptom hat"

 

"Die Entfremdung ist so groß, dass noch nicht mal mehr ein Konflikt empfunden wird, wenn etwas fehlt. Glücklich der, der überhaupt ein Symptom hat." 

 frei nach Erich Fromm 


Diese sinngemäße Aussage von Erich Fromm hat neulich voll bei mir eingeschlagen. So kurz und doch Tiefenwirkung bei mir. Er spricht von den "Normalen", den Angepassten, die funktionieren können, ohne dass in ihnen etwas in einen Konflikt gerät.

Ich hab mich oft gefragt, wie Menschen "so etwas" über sich ergehen lassen können. Die Antwort ist einfach, logisch und entsetzlich zugleich: Die Entfremdung von sich selbst ist groß genug.

Da gibt es kein natürliches Empfinden mehr dafür, wie sich Menschlichkeit anfühlen müsste, keine Sensibilisierung für psychische, emotionale, verbale, ja oft sogar körperliche Gewalt, für Unmenschlichkeit, wenn sie ihnen passiert.

Es geht nicht um Gewalt, Unmenschlichkeit und Ungerechtigkeit "da draußen in der Welt". Es geht um das, was ihnen jetzt gerade im Miteinander tatsächlich widerfährt.

Gesunde Menschen reagieren mit Empörung, mit einem Stopp, innerem und/oder äußerem Widerstand, wenigstens mit körperlichen Symptomen und "Krankheit", die laut Fromm von Gesundheit zeugt. Hier ist die Entfremdung von sich selbst nicht so weit fortgeschritten. Hier wird - Gott sei Dank - noch ein innerer Konflikt empfunden. Etwas meldet, dass hier etwas falsch läuft, grundsätzlich falsch und wider die menschliche Natur.

Ich mag es nochmal mit meinen eigenen Worten formulieren:

"Die Entfremdung von sich selbst
ist bei den meisten so groß, dass noch nicht mal mehr ein innerer Konflikt empfunden wird, wenn Unmenschliches geschieht."

Ein Hoch auf die Menschen mit Symptomen, inneren Konflikten, innerem Aufruhr, die eben nicht alles mitmachen können, mit sich machen lassen können. Die nicht einfach funktionieren können, die Fragen haben und auch stellen. Die Stopp sagen (müssen), weil der Körper streikt. Deren Körper und Psyche aufbegehren.

Es sind die Aufschreie der Überreste der Menschlichkeit. Der Würde. Der Urnatur. Es ist die letzte Bastion, der Teil in uns, der die Fahne des wahren Selbstes weiter hoch hält. Und er wird stehen bleiben. Wir sind nicht für Entfremdung gekommen. Ganz im Gegenteil. Wir sind für die Rückerinnerung hier.


 

Das Anerkennen des Nichts

Die Begegnung gestern mit dem Teil, der die Unfähigkeit der anderen nicht akzeptieren wollte, hat mich an einen Punkt gebracht, der völlig neu für mich ist. Es ist, als würde ich zum allerersten Mal tatsächlich sehen und anerkennen können, wie die Mutter meiner Kindheit tatsächlich beschaffen war, jenseits aller Strategien und Masken.

Ich mag euch mitnehmen auf diese Erkundungsreise in mir, der neuen Begegnung mit ihr und der Wahrheit hinter all dem.

Hier geht es zur Audio: https://t.me/AnjaReiche_herzradikal/2659



Donnerstag, 12. März 2026

Schreibende Selbsterforschung

Vom Teil in mir, der die Unfähigkeit der Erwachsenen schlicht nicht akzeptiert

Ich hab gerade einen Teil in mir gefunden, der die Unfähigkeit der "Erwachsenen" nicht akzeptiert und auch nicht akzeptieren will. Er beharrt darauf, mit dem Erwachsenen sprechen zu können, spricht auch nur den Erwachsenen an.

Obwohl klar ersichtlich ist, dass mein Gegenüber gerade aus dem Schmerz, aus der Wunde, aus dem verletzten Kind spricht und überhaupt kein innerer Erwachsener zugegen ist, völlig klar ist, dass ein Gespräch, ein Miteinander so unmöglich ist, bleibt der Teil in mir da und akzeptiert genau das, was eh schon ist, nicht. Er akzeptiert nicht die kindlichen Antworten, das kindliche Verhalten, die kindliche Beschränkung des anderen.

Er ist unglaublich stur und unnachgiebig. Er weiß genau, dass es anders geht, dass es möglich wäre, dass da irgendwo tief drin im anderen ein Erwachsener ist, sein MUSS. Dieser Teil ist gereizt und genervt von dem ständigen "Mimmimmimmi", der Unsicherheit, der Unentschlossenheit, dem Nichtwissen, was sie wollen, dem Sichnichtkennen der anderen, dem Leidigen, dem Ohnmächtigen, davon, dass deren Not ALLES beeinflusst, dominiert und überlagert.

Dieser Teil empfindet auch Verachtung und Geringschätzung. Immerzu scheint er zu sagen: "Ich kann es doch auch. Ich bin der Beweis, dass es geht. Ich krieg mich doch auch mit, kann logisch und nachvollziehbar sein, greifbar und konkret. Was ich sage, meine ich und weiß auch noch, dass ich es gesagt habe. Ich bin stringent, mir meiner bewusst. Hör auf rumzueiern und komm mal in die Puschen! Butter bei die Fische! Können wir jetzt endlich das nehmen, was eh schon laut schreiend mitten im Raum ist? So schwer kann das doch nicht sein?! Erwachsen und moralisch überlegen tun, gleichzeitig die fetteste Überforderung und Unzulänglichkeit überspielen, von mir Respekt fordern, von mir den Erwachsenen fordern und selbst nicht erwachsen sein können. Das ist brutal unehrlich! Ein riesiges, mieses Theater und genau davon hab ich die Nase gestrichen voll. Du willst erwachsen behandelt werden? Dann SEI erwachsen! Du willst für voll genommen werden? Dann nimm dich selbst (für) voll!"

Es ist die Tatsache, dass der andere seine Schwäche, die so deutlich spürbar ist, nicht zugeben will. Es darf nicht benannt werden. Es wird abgewehrt, überspielt und wenn ich dann wütend reagiere, wird mit dem Finger auf mich gezeigt und gefragt, wie ich nur so sein kann. Er tut erwachsen. Ich darf den Erwachsenen aber nicht einfordern. Ich hab auf die Schwäche des anderen kein Urteil. Das hat er selber und zwar übelst. Dem Teil in mir geht die Hutschnur über das Theater hoch, nicht wegen der Schwäche an sich.

Gerade frage ich mich, was der Teil braucht. Er steht da wie paralysiert, scheint sich nicht von der Stelle bewegen zu können, starrt auf den anderen und faucht wie wild. Er hat noch gar nicht wahrgenommen, dass ich ihn wahrnehme. Er steht da in diesem ewig aussichtslosen Kampf, der noch nie was gebracht hat, außer Frust. Alles Fordern hat nie etwas gebracht. Alles „wissen, dass es möglich wäre“ hat nichts genützt. Alles „es vormachen und zeigen, dass es geht“ hat nichts beim anderen verändert.

Jetzt verändert sich die Atmosphäre von dem inneren Bild. Die Anspannung weicht. Er nimmt den Blick vom anderen weg, kickt gefrustet und resigniert ein Steinchen mit dem Fuß weg. Da ist Traurigkeit unter dem Frust, Einsamkeit, Hilflosigkeit und Ohnmacht. Die Wahrheit ist, dass er daran nichts machen, nie was machen konnte. Wenn sich der andere verschanzen will, dann will er sich verschanzen. Der Teil scheint sich jetzt abgewandt zu haben. Der Fokus liegt auf ihm selbst und seinen Gefühlen. Er ist jetzt ganz mit sich, schaut im Außen nichts mehr an. Er schaut nach innen. Fühlt sich wohl mit sich in all diesen Gefühlen. Da ist ein Frieden in all dem. Auf einmal scheint es völlig irrelevant, ob jemand da ist. Er hat sich. Satt und voll und ganz. Vollkontakt mit sich selbst. Größtmögliche Nähe und Wohlsein in sich selbst. Jeder noch so krasse Anteil ist herzlich willkommen und sie wissen darum.

Dieses vorwurfsvolle an die anderen gerichtete „ich kann es doch auch“ von vorhin wird zum milden, selbstzugewandten „ich kann es und das reicht völlig“. Was für ein Segen, dass ich es kann, dass ich so für mich und mit mir da sein kann, nichts vor mir selbst verbergen muss, alles in mir willkommen ist und ein Zuhause hat. Jetzt scheint mir der Teil zuzuzwinkern. Er weiß, dass ich ihn gesehen habe, bedankt sich für den Raum und das „so sein dürfen“. Er ist höchst zufrieden und befriedet.

Halleluja! 


Nachtrag:

Irgendwas in mir hat nochmal angefangen zu wuseln. Es rumort. Es möchte den anderen am liebsten zerrupfen. Da ist Angriffslust. Es möchte provozieren. Den anderen durch Provokation herauslocken, zum Ausbruch echter Gefühle bringen, die Unerreichbarkeitsschale knacken, die Kontrollmauer zum Einsturz bringen. Diese fuck Kontrolle! 

Der Teil hat die Scheinsouveränität so endlos satt. Dieses aalglatte Ausweichen und "nicht greifbar sein". Dieses Verstecken. Diese fuck leere Hülle ohne Substanz. Dieses Labbrige, Verschreckte. 

Beim letzten Wort überschwemmt mich gerade Mitgefühl. Verschreckt! Der andere ist zutiefst verschreckt! Höchst verängstigt und schwerstverletzt. Total überfordert mit sich selbst, komplett am Umfeld ausgerichtet. Ausgelöscht. Aufgelöst. Eben: Substanzlos. Im Grunde gibt es ihn gar nicht, hat es nie gegeben. Da ist nichts, was mir im Ansatz die Stirn bieten könnte. Alle "Stärke" resultiert aus Machtdemonstration aufgrund von Hierarchie und Rollen. Aus Unterdrückung von mir. Aus künstlichem, anstrengenden, angestrengtem Aufplustern. Aus "sich entziehen". Ohne Rolle, ohne Hierarchie, ohne Unterdrückung bleibt da genau nichts. Ein hilfloser Wurm. Ich meine das nicht abwertend. Überhaupt nicht. Sie wissen um den Wurm, glauben das als letzte Wahrheit, nichts entgegen zu setzen zu haben und wollen genau das vor sich und anderen um jeden Preis verbergen. Sich entziehen ist der einzige Selbstschutz, den es für sie gibt. 🤯😱 Aaaalter! 

Der letzte Satz knallt gerade richtig rein!!! Diese Wahrheit! 

Gefühlt landet das gerade alles bei meinem wütenden Anteil und das macht was. Da ist ein Staunen. Ein Innehalten. Ein Neuschauen. Rückblickend nochmal Situationen betrachten. Mitgefühl. Milde. Betroffenheit. Tränen steigen auf. Es möchte um sie weinen. Aufrichtiges Beweinen. Puh! Was für eine Achterbahn! 🎢


Dienstag, 10. März 2026

Menschsein kommt vor dem "Frausein"

Mit der Rückkehr zu meiner Menschlichkeit, zum Menschsein, zu mir selbst, zum radikalen Selbstkontakt, zum tiefen Fühlen, zur Berührbarkeit, zur Ganzheit, kommen die Erinnerungen daran, wie es eigentlich gedacht ist, von ganz von alleine. Jede Zelle weiß. Hinter dem Schmerz der Verletzung liegt die Wahrheit über die Urnatur, liegen die ureigenen Impulse und alle Weisheit des wahren Wesens.

Hab ich mich als gesamtes Wesen nicht, brauch ich mir über die Eigenheiten meines Geschlechts überhaupt keine Gedanken machen. Wenn ich mein Wesen habe, auch nicht mehr, weil ich dann bin, wie ich gedacht bin. 😉


 

Das Entsetzen der Lüge löst sich aus dem Körper

Ich mag euch weiter mitnehmen auf die 🦷-Heilreise. Es zeigt und erlöst sich so viel. Was da an altem Schmerz und Entsetzen abgespeichert wurde - Halleluja! Und dann letzte Nacht Entspannung in tiefsten Schichten des Körpers, von denen ich nicht mal wusste, dass da Spannung sein könnte.

Mir scheint, als löst sich das Entsetzen der Lüge über das Leben, das Entsetzen der Trennung aus dem Körper.

Hier geht es zur Audio:
https://t.me/AnjaReiche_herzradikal/2654



Freitag, 6. März 2026

Über Träume von schmutzigen Toiletten und zerbröckelnden Zähnen

Es gibt zwei Arten von Träumen, die sich Zeit meines Lebens immer wieder wiederholen/wiederholt haben. Es scheint mir als würden beide eine ganz grundsätzliche Kindheitsnot zum Ausdruck bringen. Wie ich feststellen durfte, hab nicht nur ich diese Art Träume.

Ich trage mich schon länger mit dem Gedanken, das alles mit euch zu teilen. Heute ist es dran.

Die Träume, in denen ich dringend eine Toilette brauche, kann ich Stand heute voll nachvollziehen. Die Träume, in denen mir die Zähne zerbröckeln oder einzelne ganz lose sind, erforsche ich noch.

Ich lade euch ein mit mir einzutauchen.

Hier geht es zur Audio: https://t.me/AnjaReiche_herzradikal/2653


 

Dienstag, 3. März 2026

Eine Reise durch meine Zahnprozesse - erlösende Kapitulation

Das Thema Zähne und die Wahrheit über Zähne und deren Symptome beschäftigt mich schon seit vielen Jahren. In den letzten Wochen war es immer wieder sehr intensiv da. Alter Schmerz, kindliche Nöte, totale Überforderung. Ich hab mich durchgefühlt. Schicht um Schicht. Die Erkenntnisse sind so essentiell für mich.

Gerade heute gab es eine Art tiefste Kapitulation in dem Zusammenhang. Ein innerer Anteil hat aufgegeben.

Ich mag euch mitnehmen auf meine innere 🦷-Reise der letzten Wochen bis zum Ergeben heute. Ich lade euch ein. ❤️

PS: Ich merke gerade wie die Audio im Grunde eine Erweiterung und Fortsetzung zu meinem Text von gestern ist. "In Gott wurzeln"...

Hier geht es zur Audio:  https://t.me/AnjaReiche_herzradikal/2652

 


Montag, 2. März 2026

In Gott wurzeln

Ich hab DICH vermisst. In der Kindheit. Unendlich vermisst. Konnte DICH nirgends da draußen finden. Nichts hätte ich mehr gebraucht, als DEINE Gegenwart, den Raum, der DU bist, gelebt, präsentiert durch Menschen, zu finden in meinem Zuhause der Kindheit.

Aber da warst DU nicht. Ich konnte DICH in keinem antreffen. Niemand hat DICH verkörpert. In keinem konnte ich DIR begegnen. DU hast mir so gefehlt. Nirgends hatte ich den Halt, um meine Wurzeln zu schlagen. Nirgends fester Grund. Nur Geröll. Nur notdürftige Scheinstabilität. Leere. Substanzlosigkeit. Gottlosigkeit. Der Schmerz darüber im Kiefer gespeichert, die Zähne symbolisch ohne Wurzeln, ohne gutes Fundament.

Jetzt hab ich DICH wieder und kann umso mehr spüren, wie sehr DU mir als Kind gefehlt hast, wie sehr ich DICH vermisst habe, wie sehr ich es gebraucht hätte, in DIR zu wurzeln.

In Gott wurzeln. Mit DIR und in DIR groß werden, DEINEN Halt spüren, DEINE Liebe, DEINE Wärme, DEIN Michumgeben, eingebettet sein in DIR, zu jeder Zeit um DICH wissen, DICH spüren und hören.

Ich weine. Ich weine für die Haltlosigkeit der Kleinen. Ich weine für die Leere von damals. Ich weine, weil das Vermissen, das Fehlen von früher endlich einen Namen hat. Ich weine vor Erleichterung, weil jetzt alles richtig ist, ich endlich wieder in DICH hineingesunken da sein kann.

In Gott wurzeln. Nachträglich. Rückwirkend. Die Kleine kommt heim. Zurück zu DIR. Zu mir. Die Dunkelheit und Düsternis von damals haben ein Ende. Licht und Wärme ziehen ein in das Kinderherz, in das Kinderzimmer. Da ist nicht mehr nur ein Schutzengelbild an der Wand und darüber hinaus graue, kalte, beängstigende Einsamkeit und Unstimmigkeit. Jetzt ist alles erfüllt von DIR. Die Kleine weiß und fühlt die Wahrheit, DEINE Wahrheit, DEINE Gegenwart, DEINE Liebe, DEIN Wohlwollen, DEINE Wärme, Güte und Weisheit.

Dieses Mädchen geht sicher und stabil in der Welt, ihren Weg, DEINEN Weg. Sie leuchtet regelrecht und strahlt, sie ist erfüllt und ihre Augen funkeln wissend. Endlich hat alles den Sinn, die Ordnung, um die sie immer irgendwie gewusst hat, sie aber nirgends in der Welt, in ihrem Umfeld, in ihrem Leben finden konnte.

In Gott verwurzelt. Sie. Endlich. Zu Hause. Danke für diese heilige Korrektur.