Freitag, 10. April 2026

Ich kann nirgends anders hin und will nirgends anders hin

Ich mag euch mitnehmen, wie es nach diesem Auftun des Abgrundes weiterging, wie die Zeit der totalen Destabilisierung war und wo ich jetzt bin.
Eine Erkenntnis aus dem inneren Schwimmen

Mir wurde noch einmal extremst bewusst, dass die "Wahrnehmung" meiner Mutter von mir letztlich über alles bestimmt hat. Ich wurde nach ihrer Fasson behandelt und nicht danach, wer ich wirklich bin. Was sie in mir gesehen hat - die Bestätigung ihrer Wunde - hat sie zu meinem SoSein erklärt.

Die Rückmeldungen von ihr an mich als Kind, Jugendliche, als junge Erwachsene waren, ich bin falsch und unehrlich. Ich spiele ein falsches Spiel. Ich bin scheinheilig. Zu allen kann ich scheiß freundlich sein, nur bei ihr zeig ich mein wahres Gesicht. "Außen hui, innen pfui", ein Ausspruch, der sehr oft von ihr kam. Immer mit diesem unkenden, vorwurfsvollen, anklagenden "Du wirst schon noch sehen"-Tonfall. Und gefühlt war auch Verachtung dabei. 

Etwas in mir wollte in diesem ganzen Prozess der letzten Tage immer wieder - natürlich -, dass dieses fiese Gefühl der Isolation aufhört. Der absoluten Ohnmacht. Des Entsetzens. Dieses "Ich kann nicht machen, dass ich anders fühle, der andere muss doch zur Besinnung kommen"-Entsetzen".

Es zeigte sich ein inneres Bild. Eine 16-Jährige, die einen blutverschmierten Giftstachel zwischen Daumen und Zeigefinger hält. Sie hatte ihn sich schon rausgezogen, fragte sich, was sie jetzt damit machen soll. Etwas in ihr zögerte. Sie konnte ihn nicht einfach wegschmeißen. Etwas Schlimmes könnte passieren. Sie wollte gerade Gott fragen, was sie damit machen soll, ob sie ihn weglegen dürfte, da war er schon da, nahm ihr den Stachel aus der Hand, zertrat ihn nachdrücklich und vehement, riss sie in ihre Arme und sagte leise und unendlich gütig: "Hör auf mit dem Scheiß."

Was diese 16-Jährige hat zögern lassen, dieses drohende Schlimme, wollte dennoch noch erforscht werden. Es fühlte sich soooo groß an. Also schrieb ich mich durch.

"Was passiert, wenn ich den Giftstachel wegschmeiße?

Wäre das leichtfertig? Darf ich das? Verpasse ich was? Vermassel ich mir was? Geschieht dann etwas irreparables für mich? Vertue ich eine einmalige Chance?

Die könnten etwas wissen, was ich nicht weiß. Und nur über sie komme ich an die wichtigen "Informationen". Als ob sie vielleicht zu etwas Zugang hätten, was mir verborgen ist und nur über sie erreichbar ist. Den Zugang zum Leben. Den Zugang zur Wahrheit. Zur Wahrhaftigkeit. Den Zugang zu meinem Leben. Zu meinem Glück. 🔥🔥🔥 Da geht's lang!

Das ewige Damoklesschwert meiner Mutter: "Du wirst schon noch sehen, was du davon hast! Irgendwann denkst du an mich."

Als wenn ich es irgendwann schrecklich bereuen müsste, nicht auf sie gehört zu haben."


Sie (alle, die diesen Zweifel in mir berührt haben) sprechen aus der Trennung, nicht aus der Quelle. Ihre Augen sind kalt. Es herrscht kriegerische Atmosphäre. Da ist keine Wärme. Da ist kein Wohlwollen mir gegenüber. Alles, was sie mir "sagen", wird förmlich ausgespuckt, mir entgegen geschleudert. Der Ton ist messerscharf. Vorwurf und Anklage schwingen mit.

Da wird mir (der 16-Jährigen) klar, meine Mutter war nicht ansatzweise mit sich verbunden. Meinem Teeny gehen die Augen auf. Sie spürt aus welchem "Raum" das kommt und dass daraus keine Wahrheit kommen KANN. Sie kann die Ursache für den Nichtgleichklang zum ersten Mal im anderen verorten. Der andere ist getrennt von sich.

Dann klingelt es ganz gewaltig:

Ich war/bin schon da, wo sie mich hätten hinbringen sollen (bzw. mir helfen, mich darin zurecht zu finden) und dann sagen sie mir: "Du wirst schon sehen!"

Ich gehe tiefer.

Ist es im Grunde die Verunsicherung, ob ich wirklich bei mir, bei Gott und wahrhaftig bin? Genau das!

Christian sprach mir in erwähntem Moment meine Wahrhaftigkeit ab. Meine Mutter tat genau das. Sie hat mich ständig im ganz Grundsätzlichen für falsch erklärt. DAS ist der Giftstachel gewesen, der da "installiert" wurde. Ich hab dennoch getan, was für mich stimmig ist und gleichzeitig war immer wieder der Zweifel, der schwelte. Eben das drohende, unkonkrete, namenlose Unheil, das mir immer prophezeit wurde. Christian hat mir diesen Stachel, der schon so oft berührt wurde, final gezeigt. Gott sei Dank!

Was da als Kind geschieht ist eigentlich unsäglich und im Ausmaß nur fühlend zu begreifen: Sie sagt mir, dass ich woanders hin muss, als ich gerade bin, nämlich bei mir. Damit bin ich falsch. Da soll ich weg. Das bringt mich als Kind in eine unglaubliche, unmögliche, unmenschliche Situation und eine riesige, existenzielle Not, die mit einem (Über)Leben jenseits jeglicher materieller Versorgung zu tun hat: Mein Sosein wird für falsch erklärt! Mein Beimirsein für unmenschlich erklärt und für eine Zumutung für andere. Mir wird orakelt, dass mich genau das in Teufelsküche bringen wird, ohne zu wissen, was das bedeutet, aber es wird unweigerlich so sein. Als ob das nicht schon arg genug wäre, führt es eben auch zu absoluter Isolation. Damit ist keine Verbindung zur Mutter möglich. Außerdem ist da dauerhaft in mir allergrößtes Unverständnis, wie das alles zusammenpassen soll. Ständig Fragen, Diskrepanz von innen und außen. Die Rückmeldungen von außen passen überhaupt nicht zu meinem Inneren. In all dem werde ich alleine gelassen und noch mehr für falsch erklärt, für aufsässig, unmöglich, kalt. Ich habe nie verstanden, was sie meint und was sie da von mir will, was mir vorgeworfen wird, wo ihr Problem ist (oder das mir zugedachte). Bis heute hat dieser Anteil versucht, das Problem der anderen ernsthaft zu verstehen. Vergeblich. Bis jetzt.

Christian sagte mir in grandioser Reinszenierung genau das, was meine Mutter im Grunde immerzu vermittelt hat, dass ich nicht bei mir bin und dass ich nicht bei Gott bin. Er sprach mir in dem Moment das bei mir sein ab, meine Verbindung mit mir und er wüsste ganz genau wo ich bin (weg) und dass ich das Problem habe, dass ich der Grund für unsere Dissonanz bin. Mein Beimirsein fühlte sich für ihn unstimmig an, nicht wahr.

Die Wahrheit ist und war es in dem Moment auch: Ich kann nirgends anders hin und ich will nirgends anders hin. Das Dilemma meiner Kindheit komplett auf den Punkt wiederholt und zum ersten Mal benannt, zutiefst begriffen und den Giftstachel ursächlich identifizieren können, dessen Gift ich schon so oft begegnet bin. Zum ersten Mal den ursprünglichen Horror bewusst gefühlt und in mir halten können, darin bei mir sein und tief verstehen und letztlich mit dem Licht der Wahrheit anerkennen können.

Nach dem Begreifen und dem tiefen Fühlen, was da als Kind von mir verlangt wurde, was das für mich im Erleben bedeutet hat, dass da immer noch dieser Giftstachel des Zweifels war und welcher ganz grundsätzlichen, essentiellen Natur dieser Zweifel war, nach dieser Prüfung, wo ich jetzt verortet bin und der wiederholten Antwort "in mir", ist da Ruhe. Ich bin da, wo ich sein soll. Da, wo sie mich hätten hinbringen sollen, aber selber nicht waren. Ich bin gut mit mir, in mir. Ich hab mit mir, in mir, kein Problem, keinen Widerspruch. Ganz im Gegenteil. Da ist ein sattes, tiefes, friedliches Wohlgefühl. Es ist wahr, dass ich nirgendwo anders hin will und auch gar nicht kann. Und wenn alles um mich herum wegbricht deswegen: Da geh ich nicht weg! Nicht weg von mir. Nicht aus meiner Verbindung. Für nichts und niemanden. Damals nicht für meine Mutter. Und auch jetzt nicht für Christian.

Danke für die so intensive Revision.



Dienstag, 7. April 2026

Die Mutterwunde, die bisher nicht fühlbar war

Prozess-Schreiben von mehreren Tagen

Ein riesiger Abgrund der Kindheit tut sich im Miteinander mit Christian auf. Meine extremen und absoluten Formulierungen sind Zeitzeugen meiner Kindheit. Wie viel davon tatsächlich in die Gegenwart gehört, kann ich gerade nicht einschätzen. Ich habe es unzensiert so geschrieben, wie ich es im Inneren gefühlt habe. Beim Schreiben wechselte es immer wieder zwischen „ihm“ (Christian) und „ihr“ (Mutter). 


04.04.26

Ich hab keine Ahnung, was mir gilt, was er von seinen nachträglichen, aufgestauten Rückmeldungen über mich wirklich ernst meint. Auf einmal ist nichts mehr, wie ich bis dahin dachte, dass es ist. Nämlich von meiner Seite in Ordnung, geklärt, aufgeräumt. Nun muss ich feststellen, dass jede meiner Handlungen und Aussagen in jedem Moment irgendwo falsch einsortiert worden sein könnten und werden könnten, ohne dass ich davon weiß.

Es ist ein schreckliches Gefühl, nicht zu wissen, woran ich bin, als was ich jeweils gesehen wurde und werde. Es geschah kein Wahrnehmungsabgleich. Ein Raum, ohne ehrliche Rückmeldung. Was wirklich in ihm vorging, wurde nicht kommuniziert. Im Verborgenen geht anscheinend ständig etwas vor sich, von dem ich nichts weiß und mitbekomme. Nichts ist das, was es zu sein scheint. Ich werde ohne mein Wissen immerzu be- und verurteilt. Es ist ein Scheinfrieden. Der Bezug, den ich mal glaubte zu haben, ist auf einmal weggebrochen. Die von mir empfundene Beziehung nicht mehr da. Im Untergrund brodelt es. Ich bin in Gefahr und wusste es nicht.


Da ist ein Teil in mir, der will Klarheit, Transparenz, ehrliche Rückmeldung, die Offenlegung des Inneren, den anderen beim Wort nehmen können, Zuverlässigkeit der Aussagen.


Das Gefühl, Projektionsfläche zu sein und nichts daran ändern zu können. Das Gefühl, verabscheut zu werden. Das Gefühl, als Peiniger, Feind, Verbrecher zu gelten. Dauerhaft angeklagt und immer wieder neu angeklagt. All der Hass und Frust für was auch immer schlagen MIR entgegen.

Ich werde ständig unbemerkt beäugt, bewertet und verurteilt. Ständig wird auf Widersprüchlichkeiten gewartet, Beweise für das längst gefällte Urteil, von dem ich nichts weiß und was doch im Miteinander ständig schwingt. Kein Wunder, dass ich so viele Fragen stelle, mich versichern will.

Ich fühle mich nicht mehr sicher bei ihm. Überhaupt nicht. Irgendwas hat zu gemacht. Ist wie erstarrt. Verweigert sich. Will nichts mehr sagen. Will keinen Kontakt. Nicht mehr aufmachen. Nichts mehr zeigen. Alle Offenheit meinerseits wird irgendwann missbraucht. Ich kann nicht unbedarft da sein. Ich bin im kalten Krieg und wusste es nicht. 


Der Schwenk in die Kindheit:

Wir waren nicht im gleichen Team. Ich war ein Gegner für sie. Sie war damit eine einzige, tatsächliche Gefahr für mich. Gift. Den ganzen Tag Gift und falsche Informationen über sie und über mich. Gaslighting von früh bis spät. Demontage von mir.

Ein Kampf in ihr gegen sich selbst, der nach außen verlagert wurde. Sie ist ihr eigener Peiniger.

Wenn jemand so sehr gegen sich selbst kämpft, weil er glaubt, dass er muss, ist er auch bereit gegen mich zu kämpfen. Das ist das, was rund um die Uhr geschehen ist.

Ich hab diesen Kampf nie nach innen verlegt, nie gegen mich selbst gerichtet. Ich habe im Außen FÜR mich gekämpft, weil ich mich behalten wollte. Ich wehrte mich gegen meine Peiniger. Sie machte sich selbst zum Peiniger „wegen der anderen“ und hasst die anderen dafür, dass sie sich bekämpfen musste.

Die Anklage, die wir in der Ursprungsfamilie ständig gehört haben, lautete: "Ihr tut mir das an!" Mir schießt plötzlich ein, sie müsste eigentlich lauten: "Wegen euch muss ICH MIR das antun!" Das ist ihre tiefste Wahrheit. Eine über sich selbst geglaubte Lüge, die ALLES im Miteinander beeinflusst, dominiert, zersetzt, durchdringt.

Auf einmal macht ALLES Sinn. Alles, was ich mit ihr erlebt habe. Dieser nach innen verlegte Kampf gegen sich selbst. Eine Mischung aus Schuldzuweisung nach außen und die anderen mit hineinzwingen wollen, in das eigene Korsett. „Ich muss folgen, dann ihr auch! Ich muss leiden, dann ihr auch.“

Ich und die ganze Welt stehen unter dieser Anklage und unter diesem ihren inneren Zwang zum Gehorsam, doch ist der einzige, der ihr tatsächlich weh tut, sie selbst. 


Es weint unfassbar in mir, beweint mit dem Verstehen, was da eigentlich an mir ausagiert wurde, beweint meine Situation damals, die Chancenlosigkeit, das Drangsal. Meine Empfindungen haben auf einmal den richtigen Kontext. Ich verstehe. Ich hab den Krieg bis dahin nie verstanden. Die Anklage war mir immer unbekannt und nicht verständlich. Die Übermacht, der sie selbst unterliegt. Alles Nachfragen brachte nur noch mehr Verwirrung, haarsträubende Widersprüche, und noch mehr Unverständnis, noch mehr Verwirrung und das ewige Gefühl von "hier stimmt was gewaltig nicht" und ich soll schuld sein. Die Wurzel des Problems wurde wieder und wieder mir zugesprochen.

Die echten Gefühle und Empfindungen unter den Handlungen wurden nie kommuniziert. Alles wurde blindwütig ausagiert. Mit den echten Gefühlen verstehe ich auf einmal alles, hätte damals verstanden.



06.04.26

Mir kommt es vor, als möchte jeder von uns beiden, seinem Peiniger die Augen öffnen. 


Mir wird himmelangst, wenn ich höre, wie er auf mich schaut, was er da glaubt zu sehen. Etwas in mir glaubt, wenn er mich wirklich sieht, kann ich den Schmerz verhindern. Ich möchte verhindern, dass das "dafür büßen" wieder anfängt, der ganze Frust auf die Welt, an mir abgelassen und ausagiert wird, dass sie sich an meinem Schmerz labt. Unterdrückung. Absichtliches Wehtun mit dem Gedanken "schau, so geht's mir auch". Sadismus? 


Die Wahrheit ist, es ist schon geschehen. Genau DAS ist schon geschehen. Ich wurde schon bestraft. Ich konnte niemanden erreichen. Ich konnte mich nicht für sie fühlbar machen. Das gilt es jetzt anzuerkennen und zu fühlen. Das, was mit dem Kampf für mich verhindert, verändert werden sollte.

Es war nicht meine Aufgabe, sie erreichbar zu machen. Es war nicht meine Aufgabe, mich für sie fühlbar zu machen. Beides habe ich versucht. Natürlich vergeblich. Beides wäre ihre Aufgabe gewesen. Sie blieb unerreichbar für mich und ich unfühlbar für sie. Es ist nicht gelungen.

Im Grunde führt jeglicher Aspekt von all dem (auch im Miteinander mit Christian) eigentlich genau zu einem: Ich habe mit aller Kraft versucht, jeden Tag, jede Minute, den anderen irgendwie zur Besinnung zu bringen, in die gleiche Wahrnehmungsrealität, und damit für mich ansprechbar zu machen, mich wahrnehmen könnend. Ich wollte mich immer nur in Sicherheit bringen und in Sicherheit bin ich nur, wenn der andere sich mitbekommt und als Kind vor allem auch mich mitbekommt, meine Lage wirklich einschätzen und fühlen kann, in meine Welt kann, mich in meinem Erleben tatsächlich erfasst.

Wenn der andere mich nicht fühlen kann, bin ich am Arsch. Ich WAR am Arsch. Und zwar sowas von.



Alle Aussagen des anderen über mich reduzieren mich. Sie werden mir nicht im Ansatz gerecht. Es ist eine Tat mir gegenüber darin. Die Aussage bewirkt eine Erhöhung des anderen. Ich werde klein gemacht. Es ist kein Wohlwollen mir gegenüber zu spüren. Der Blick ist kalt und unerbittlich. Die Worte werden mir förmlich entgegengeschleudert. Es geht in der Aussage über mich überhaupt nicht wirklich um mich. Es geht dem anderen um sich selbst. Er schaut nicht wirklich zu mir hin, sondern gewaltig an mir vorbei. Wie im eigenen Universum, komplett anderer Film, der mit meinem Erleben überhaupt nichts zu tun hat.

„Er muss doch merken, wie absurd er gerade da ist!“ Etwas in mir wartet auf den Moment der Einsicht, darauf dass er sagt, dass er es so nicht gemeint hat. Auf die erlösende Auflösung der Schrägigkeit, wieder beide in der gleichen Wahrnehmungswelt zu spüren. Auf das Ende der so gruseligen Trennung. Auf die Erleichterung, dass das alles nicht wahr ist. Auf das Ende des Alptraums.

"Da muss doch mal jemand auftauchen und erreichbar sein, zum Vorschein kommen." Diese Anteile warten heute noch darauf, dass aus dem fürchterlichen Chaos aus Maschen und Mustern endlich ein Mensch auftaucht.

Ich bin in all dem völlig alleine. Horrormäßige, schreckliche Einsamkeit und Isolation. Wenn der andere nicht zur Besinnung kommt, bleibe ich da. Nur er kann mich aus dieser Hölle befreien. Er kann machen, dass das alles aufhört.


Ich sage immer "der andere", dabei geht es eigentlich um meine Mutter. Tatsächlich fühlt es sich aber genau so unpersönlich an wie "der andere". Ich hab nie ein (Mutter)Wesen zu spüren bekommen. Da war nur immer jemand, etwas, nichts Konkretes und eben schon gar kein Wesen, keine Mutter, keine Ganzheit.


Da ist das Gefühl, gleich verrückt zu werden. Ich beginne innerlich zu verschwimmen. Ich weiß nicht mehr, was über mich stimmt, wer ich tatsächlich bin. Ihre Aussagen vermischen sich mit meiner Wahrnehmung, meinem Gefühl. Das Gift wirkt. Mein Wesen scheint zerfressen zu werden, zu zerfallen. Ich verliere die Orientierung in mir. Die ständigen, so unstimmigen Rückmeldungen zu mir (aus dem dreckigen Spiegel) zeigen nach und nach ihre Wirkung.


Zweifel kommen auf. Könnte vielleicht doch stimmen, was sie über mich sagen? Bin ich so daneben mit meiner Selbstwahrnehmung, mit meinem Gefühl für mich? Seh ich das alles einfach nur nicht, was sie in mir sehen, was sie über mich so überzeugt behaupten? Wer sind "sie"? Das ganze "Dorf", alle Erwachsenen aus meinem Umfeld der Kindheit? Es ist irgendwie nur meine Mutter gemeint und stellvertretend all jene danach, die in ihren Aussagen über mich genauso meilenweit an mir vorbeigeschaut haben.

Könnten sie recht haben? Was wäre wenn? Es wäre nicht mit meinem Innersten vereinbar, mit meinem tiefsten, wahren Wesen! Das, was sie sagen, finde ich nicht in mir, sie vermitteln mir aber, dass es deutlich zu sehen ist. Wenn sie recht hätten, wäre ich verloren, weil ich damit kein korrektes Gefühl für mich hätte, keine eigene Referenz in mir. Ich könnte mich nicht auf mich verlassen. Auf meine Wahrnehmung. Ich wäre im Grunde lebensunfähig, wenn deren "Wahrheiten" über mich wahrer wären als meine.


Es geht nicht darum, dass ich nur nicht wahrhaben will, was sie sehen, also es grundsätzlich nicht an mir haben will, nicht so sein will. Es geht um diese riesige Diskrepanz zu meinem eigenen Gefühl für mich selbst. Zu meiner überprüften Integrität. Zu meiner Selbstprüfung. Zu meinen erkundeten, erforschten Innenwelten. Zu meinem Wesen, wie ich es selbst in mir fühle. Zu meinem Sein.

Ich will kein Bild erzeugen. Ich will mich behalten, verdammt noch mal!

Was der andere glaubt, über mich zu wissen, entspricht mir ganz und gar nicht. Der andere behandelt mich aber weiterhin so, als hätte er über mich rechter als ich. Er ignoriert VÖLLIG, was ich von mir selbst zu sagen habe. Hardcore!!! 😱😱😱😱😱😱😱



Kontakt mit Barbaras Feld. Mein System kalibriert sich plötzlich wie von alleine an ihrem göttlichen Wesen. Ich sehe innerlich, wie sie mich anschaut. Alles in mir fühlt sich gesehen. Der Raum ist groß genug für alles von mir. Meine Ganzheit. Die Antwort in ihrem Blick stimmt mit meiner Selbstwahrnehmung überein. Hier bin ich tatsächlich erkannt. Da ist unermessliche Erleichterung. DAS ist der Blick, der damals den Horror sofort beendet hätte und jetzt ein Stück weit befriedet. Es weint unendlich erlösend in mir. So hätte es sich anfühlen müssen, wenn (m)eine Mutter mich anschaut!

Ein Blick aus solchen (präsenten, göttlichen, wachen, sehenden) Augen hätte genügt.

Etwas in mir wartet immer noch auf genau diesen Blick!!!!!!!! Die sehenden Augen! Ich weiß, wie ein sehender Blick aussieht und sich anfühlt (Jesus)! Barbara hat ihn. Gott sei Dank!



Meine Mutter. Ein Deal mit der Schlange: Sie hört nicht zu. Sie redet nur. Das Gift kommt aus dem Mund!

Jetzt weiß ich, was dieser komische, leicht süßliche, muffige Geruch an mir in den letzten Tagen ist. So hat sie gerochen. Ich mochte es nie. Es war abstoßend für mich.

Ich dünste sie aus!!! 🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮🤮 Das Gift kommt raus!

Mein Darm entleert ständig. Ich esse nur wenig. Mir ist immer wieder übel und ich kotze energetisch, huste, schleime ab. Der ganze Mist kommt raus.



07.04.26

Ich will kein neues Gift reinbekommen!!! Ich halte dem nicht dauerhaft stand. Ich will nicht aufmachen! Ich muss sie draußen halten! Ich MUSS sie draußen halten!

Alles von mir, von meinen Innenwelten, meinem Gefühlserleben wurde zerrupft, missinterpretiert, in einen anderen Kontext sortiert, verzerrt und am Ende gegen mich verwendet. Zum Beweis meiner Schlechtigkeit, Schuldigkeit, Fehlbarkeit, Gemeinheit. Mein heiligstes Innerstes wurde völlig verdreht zur Waffe gegen mich gemacht.

Ich will ihr nichts mehr von mir offenbaren, mache ihr gegenüber dicht, entziehe mich, will keine Fragen beantworten, keinen Blickkontakt, überhaupt keinen Kontakt. Ich will sie am liebsten nicht sehen und als Kind hasse ich es, wenn ich sie doch für irgendwas brauche.


Mal war da Wärme und Erreichbarkeit und dann von jetzt auf gleich Krieg und Angriff von ihr. Mir wurde erzählt, das läge an meinem Verhalten. Ich bin selber schuld, dass sie mich jetzt so behandeln muss, dass sie kalt und strafend ist. Was für eine schreckliche Lüge für mich als Kind. Als ob ich es tatsächlich in der Hand hätte, dass sie erreichbar ist. Was für ein grausamer Akt, mir die Verantwortung für ihre plötzliche Unzugänglichkeit zu geben, für den Liebesentzug, für den Angriff.

Es ist ein unfassbar widerliches Gefühl, dann vom Peiniger in die Arme genommen zu werden und zwar nur dann, wenn ich meine Sünde anerkannt habe und wieder brav bin. Meine Sünde, die keine war. Es ist der blanke Hohn, dass mir ausgerechnet von so einem „Feld“ Scheinheiligkeit unterstellt wurde. Die Sünde war das berechtigte Wehren und Aufbegehren gegen ihre Unaufrichtigkeit, all die Täuschungen und Vortäuschungen, all die Blendung und das Verstecken von sich selbst, das wilde Ausagieren ihrer Gefühle an mir, die Willkür, die Erbarmungslosigkeit, gegen die Maskerade, gegen den Krieg gegen mich. Da war ein ungerechtes, nicht fassbares Nichts, das aber Zugriff auf mich hatte. Sie hat mich zu Packen bekommen. Ich sie nie. Meine Verzweiflung und unbeschreiblich schrecklichen Gefühle darin waren mein Vergehen.

Nun fühle ich den ganzen Horror von damals in neuer Tiefe und Entsetzlichkeit mit dem ganzen Bild und zum ersten Mal auch mit einer Ahnung davon, was hätte sein sollen. Es macht einen riesigen Unterschied. Den Schmerz im Licht der Wahrheit zu fühlen. Da sind noch so einige Kinder, die gerade zum ersten Mal richtig wahrgenommen werden, zum Großteil schaue ich noch durch ihre Augen, kann sie noch gar nicht wirklich von außen wahrnehmen. Ich bin fühlend an dem Punkt der Kinder, die ihre Überlebensstrategien darin entwickelt haben, die diese horrormäßigen Gefühle hatten und dann Entscheidungen getroffen haben, wie sie sich schützen können und müssen.


Ich bin mittendrin. Es ist jetzt fühlend in mir lebendig, wie unfassbar schrecklich es damals war. Die Mutterwunde, die ich nie in mir finden konnte. E voilà! 

Sonntag, 5. April 2026

Alle Aufbrüche führten näher zu mir

Den ganzen Tag hab ich schon überlegt und hingespürt, warum mir denn der 05.04. so besonders erscheint, ein Datum von Bedeutung. Also nicht speziell heute sondern etwas Spezielles, was ich mit diesem Datum verbinde.

Jetzt eben hat es klick gemacht und ich hab mir innerlich die Hand auf die Stirn geklatscht: Am 05.04.2022 bin ich losgefahren, aufgebrochen und nie zurückgekehrt. Dieser Tag hat ein Ende besiegelt, von dem ich zu der Zeit noch nichts wusste. The point of no return. Wohlgemerkt einer von so einigen.

Und wie jedes Mal wusste ich nicht, wo mich das alles hinführt. Ich wusste nur, ich muss es tun. Ich muss los. Ich muss weiter. Ob das damals die Unterzeichnung des Aufhebungsvertrages eines unkündbaren Jobs war, ob das der Wegzug aus der alten Heimat war, das "mich selbst entlassen" aus dem Krankenhaus ohne die empfohlene OP, oder eben heute vor 4 Jahren das Verlassen jeglichen festen Zuhauses und aller bis dahin gekannter "Sicherheiten" und "Planbarkeiten" inklusive Partnerschaften und Beziehungen.

Nie wusste ich, was kommt. Nie gab es ein wirkliches Ziel, ein konkretes Stattdessen. Es gab nur "das nicht (mehr)". Und es ist jedes Mal verdammt gut gewesen, dass ich nicht die leiseste Ahnung hatte, was da auf mich zukommt und was dieser Weg tatsächlich bedeutet, was er mir abverlangt, was ich innerlich alles zu bewältigen hatte. Wahrlich kein Zuckerschlecken und dennoch das Erfüllendste, was es für mich gibt: Ganz und gar MEIN Leben mit genau EINER Sicherheit. Das Leben selbst, das für mich ist, weil es für sich ist. Leben, das nach Leben strebt und in dem immer alles für mich ist, Sinn hat, ich gewollt bin, ich ES zum Ausdruck bringe.

Ich bin mir selbst endlos dankbar für jeden Aufbruch, für jedes Weiterziehen und Tiefergehen, jegliches Dranbleiben, auch wenn es noch so unkomfortabel war. Und das hat ja kein Ende. Das gilt heute genau so.

Mein Sinn ist klar. Meine Führung ist klar, das, was über allem steht. Ich bin darin klar verortet, weiß um meinen Platz und die Zusammenhänge. Damit ist jeder Umstand annehmbar. Auch im größten Nebel bin ich IN mir verortet und darin wiederum gehalten im Großen. Ich muss im Außen nichts sehen. Ich sehe in mir. Ich fühle. Ich höre innerlich.

All meine Aufbrüche und Bewegungen im Außen haben diese Sinne geschärft, mich nach innen geführt. Ich bin immer "nur" zu mir unterwegs gewesen. Der beste Ort, an dem ich je angekommen bin.