Donnerstag, 23. April 2026

Den anderen erreichen wollen und mich dafür verlassen

Mein persönliches Kryptonit: Den anderen erreichen wollen! Es ist die allergrößte Versuchung, mich dafür zu verlassen. Dabei kann ich mir den Umweg sparen. Ich darf mich direkt behalten, direkt bei mir bleiben, auch und gerade, wenn mich der andere nicht versteht.

Oder wie Jutta es mal so treffend formuliert hat: Für meine Wahrheit braucht es keinen verstehenden Empfänger. (Mit Wahrheit ist das eigene Innenerleben gemeint)

Ich bemerke die Kinder in mir, die endlich landen wollen, die gehört und begriffen werden wollen, die jemanden tatsächlich erreichen wollen, weil sie endlich erfasst werden wollen. Und zwar richtig, ohne Interpretation, ohne Unterstellungen, ohne falsche Urteile, ohne Bewertung, ohne dafür bekämpft zu werden, für das, was sie empfinden, ohne als Feind, Angreifer oder Bedrohung empfunden zu werden, die man in den Griff bekommen muss.

Die Kinder, die einfach sagen wollen, wie sie sich in der Beziehung (mit den Eltern) fühlen und dass es ihnen damit und darin überhaupt nicht gut geht. Sie wollen erleben, dass das einfach Raum hat und es anerkannt wird.

Und jetzt als Erwachsene, kann ich direkt bei mir bleiben. Es geht gar nicht mehr darum, den anderen zu erreichen. Meine inneren Kinder, die das noch wollen, begleite ich.