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Mittwoch, 29. Juli 2026

Mein Leben hat endlich Platz!

Frei von irgendwelchen bindungstraumatischen Abhängigkeiten. Frei von irgendwie allem. Entheddert. Entmischt. Sortiert.

Nicht nur für eine kurze Zeit oder irgendwie nebenbei, trotz alle dem oder mit diesem "jetzt erst recht".

Der Raum muss nicht mehr erkämpft werden, mühevoll saubergehalten oder geteilt mit den Ansprüchen/Problemen der "Bezugspersonen". Ich brauche nichts mehr von ihnen, um in mein Leben zu kommen. Ich bin nicht mehr für die verantwortlich, die ich gebraucht hätte. Ich muss nicht mehr dafür sorgen, dass sie ihren Job machen oder überhaupt erst dazu befähigen.

Der Raum steht komplett mir zur Verfügung. Es gibt keine Notwendigkeit mehr, das Chaos, die Baustellen der Beziehungspersonen reinzunehmen. Ihre unbearbeiteten Akten landen nicht mehr auf meinem Schreibtisch. Niemand in mir hat noch einen Annahmeautomatismus oder eine Bearbeitungspflicht.

Es war auch diesbezüglich dieser 10. Juli. Ich hatte an anderer Stelle berichtet. Da hat das geendet. Ab da hatte ich endlich tatsächlich die Hände frei und Raum und komplett mich für mich. Mein Leben hing nicht mehr von irgendeiner Bewusstheit der anderen ab. Bis dahin gehörte mein innerer Raum nicht komplett mir und mein Leben irgendwie auch nicht.

Mir wurden wieder und wieder Akten zur Prüfung reingereicht, nur um wieder und wieder festzustellen, dass sie mir nicht gehörten. Der Zustrom hörte nicht auf. Dauerbeschäftigung. Das Ergebnis war immer das gleiche: Nicht meins. Und dennoch kamen neue und ich "musste" mich damit beschäftigen.

Bis zu diesem Tag.

Seither sprudelt es unablässig in mir. Pure Lebensfreude. Tatsächliche Freiheit. Der Raum gehört mir. Da ist nur mehr meins. Mein Leben gehört mir bzw. IHM. Hummeln im Arsch. Flausen im Kopf. Vorfreude, ohne zu wissen worauf. Einfach so.

Das ewige "mir mein Leben stehlen müssen", die Lücken finden, die schönen Momente stibitzen, bevor das Doofe, Schwere wieder kommt, mir Platz erkämpfen müssen, immer wieder "eingefangen" werden und das Damokles-Schwert "Du wirst schon noch sehen!" sind verschwunden.

Mein Leben gehört komplett mir! Zum allerersten Mal!!! Unbeeinflusst. Ganz und gar. Endlich hab ich tatsächlich einfach so Platz und Zeit und Raum für mich und meins.

ZUM ALLERERSTEN MAL! 🥲🥲🥲🙏🏼🙏🏼🙏🏼🙏🏼🙏🏼🔥🔥🔥🔥🔥


Sonntag, 26. Juli 2026

Ich hatte zwar mich...

Ich wusste als Kind und auch im weiteren Leben um mich. Ich wusste aber lange nicht, dass ich und Gott eins sind, dass das mich fühlen, meine Impulse, ER ist.

Ich hatte zwar mich, aber ich wusste nicht, dass das Gott ist und dass das alles ist, worauf es im Leben ankommt - dem zu folgen.

Damit habe ich so lange gehadert. Ich wollte doch nur meiner Wahrheit folgen und scheinbar hat mich das immer in Schwierigkeiten gebracht oder das Leben wollte offenbar was anderes von mir. Ich weiß noch, wann es angekommen ist, dass "auf mein Herz hören" gleich Gott folgen ist und dass mich das niemals ernsthaft in Schwierigkeiten bringen KANN, ja dass es überhaupt nichts anderes zu tun gibt.

Mich hatte ich. Gott lange nicht.

Ich und Gott sind eins.
Mich haben ist IHN haben.

Danke für den Raum heute. Im Nachgang hat es klick gemacht. Jetzt versteh ich auch, warum ich trotz der Tatsache, dass ich mich hatte, das Gefühl hatte, getrennt zu sein.





Samstag, 25. Juli 2026

Ich ringe nicht mehr um die Wahrheit

Ich berichte seit über 10 Jahren von meinem Weg, den Weg in die Wahrheit, die Wahrheit über mich, über das Leben, wie es gedacht ist.

Die ganze Zeit fühlte es sich an, als würde ich von unterwegs berichten, selbst nicht wissend, nur grob ahnend, wo er mich hinführt, was es dafür braucht, was das bedeutet, diesen Weg zu gehen. Ein Berichten von meinen Erfahrungen, Irrungen und Wirrungen, den Wendungen, Erkenntnissen, Korrekturen, den Durststrecken, Zweifeln und erneuten Durchbrüchen. Während ich selbst mittendrin war.

Seit ungefähr zwei Wochen fühlt es sich total verändert an. Als würde ich jetzt ganz anders von meinem Weg erzählen. Eher rückblickend. Das verkörpernd, wo er mich hingeführt hat, das Ziel kennend.

An diesem 10. Juli 2026 ist etwas passiert. Ich habe aufgehört, um die Wahrheit zu ringen und festgestellt, dass ich sie BIN. An diesem Tag ist nach gefühlt 500 Anteilen der letzte aus dem Krieg nach Hause gekommen, weil ich etwas begriffen habe. Ich hatte unzählige solcher Prozesse, aber nach dem fühlte sich etwas grundsätzlich komplett anders an.

Als Kind reichte es nicht, die Wahrheit zu sein, um die eigene innere Wahrheit und Unschuld zu wissen. Ich wurde dennoch völlig ungerecht wie die Schuldige an dem Leid meiner Mutter und aller anderen Erwachsenen behandelt. Abgestraft, ermahnt, verächtlich angeschaut, zur Räson gerufen, obwohl ich nichts Falsches getan hatte, meine Wut berechtigt war oder das, was ich sagte oder tat, gar nicht das meinte, was der andere darin sah. Ich wurde verkannt und hab die Welt nicht verstanden. Wie konnte es sein, dass der andere mich so komplett falsch wahrnahm, obwohl er erwachsen, bewusst und bei klarem Verstand war? Warum konnte er mich nicht fühlen?

Dass ich tatsächlich mit all dem, was fälschlicherweise über mich behauptet wurde, gar nicht gemeint bin, blieb mir unbekannt. Die Anklagen galten überhaupt nicht mir. Der andere sah das alles nicht wirklich in MIR. Er war weder erwachsen, noch reif, noch bewusst, noch nahm er MICH ansatzweise tatsächlich war. Er drückte seinen Schmerz völlig verkrüppelt und unreif in Aussagen über mich aus. Die Aussagen über mich waren emotional komplett aufgeladen mit Gefühlen, die überhaupt nicht zu mir gehörten, nicht in unsere Beziehung. Natürlich dachte ich, ich bin gemeint und der andere schreibt mir das tatsächlich zu, was er da von sich gibt.

Dass da vorher schon eine unfassbare Not war und in ganz anderen Situationen am Tag schon ausgelöst war, blieb mir ebenfalls unbekannt. Ich habe immer versucht, das, was dann aktuell passierte, die heftigen Gefühle des anderen und das, was ich "getan" oder gesagt hatte, überein zu bekommen und es gelang mir kein einziges Mal. Es machte hinten und vorne keinen Sinn. Und jedes Mal wollte ich die Anklage von mir weg haben, wollte, dass ich korrekt wahrgenommen wurde, dass es in die Ordnung kommt. Jedes Mal, jeden Tag zig Mal über so viele Jahre habe ich um die Wahrheit gerungen. Ich wollte das aufklären. Wieder und wieder. Wurde nie damit fertig. War mit nichts anderem beschäftigt. Hatte ständig dieses Chaos in der Hand, was nicht das meine war. Alles vergeblich. Alles unendlich unbefriedigend. Es stapelte sich meterhoch, hörte nicht auf? Es fand nichts anderes statt und vor allem nicht mein Leben.

Mit dem Begreifen, dass der andere das alles, was mir "vorgeworfen" wird, gar nicht wirklich an mir wahrnimmt, sondern sich einfach nur irgendwie Luft macht, weil da vorher schon unglaublich viel angetickt war, was überhaupt nicht kommuniziert wurde und schon gar nichts mit mir und der Gegenwart zu tun hat, hat etwas grundsätzlich verändert.

Auf einmal war Ruhe in mir. Kein Bedürfnis mehr, die Anklage abzuweisen. Es richtig zu stellen. Aufzuklären. Ich hab einfach nicht mehr reagiert, weil ich mich nicht angesprochen gefühlt habe. Wenn ich gar nicht gemeint bin, muss ich nichts korrigieren. Sonst hab ich mich immer direkt gemeint gefühlt. Zum ersten Mal erlebe ich es seither, dass nichts mehr in mir anspringt, obwohl ich scheinbar angesprochen werde.

In den Tagen danach habe ich erst gemerkt, wie sehr mich dieses mich so falsch verstanden fühlen, ständig angekackt werden für etwas, was ich nicht gemeint oder gemacht habe, dieses als Blitzableiter dienen, mich ständig wehren müssen, verkannt werden und die Welt nicht mehr verstehen untergründig traurig gemacht hat. Endlos traurig. Eigentlich mein Leben lang war da dieser traurige, betrübte, beschwerte Teil, der es einfach nie schön mit den engsten Vertrauten haben konnte. Nie waren die anderen mit ihm in der Gegenwart, nie in der Wahrheit. Ständig zwei unvereinbare Welten. Ich nie in meinem Leben.

Und nach diesem Erkennen und Begreifen am 10.07.26 (ich musste mir dieses Datum einfach aufschreiben) war ich plötzlich frei. Frei und vor allem unabhängig davon, ob ich richtig erkannt werde. Ich war auf einmal ganz bei mir und vor allem erleichtert, weil die "Wahrnehmungen" des anderen in Wahrheit gar nicht an mir zu finden waren. Ich war auf einmal in meiner Wahrheit, hatte irgendwie endlich recht bekommen und konnte so viel nachträglich verstehen und anders betrachten. Auf einmal war ich in meinem Leben. In meiner Leichtigkeit. In meiner Freude. Sie wird vom inneren Chaos der anderen nicht mehr getrübt. Ich bin da nicht mehr rauszureißen und vor allem bin ich nicht ständig damit beschäftigt, die Wahrheit zu benennen und den anderen damit erreichen zu wollen. Da ist Raum und Platz und Zeit für MICH und das Leben, das durch mich in die Welt möchte.

Ich ringe nicht mehr um die Wahrheit. Ich BIN sie. Und das reicht komplett, damit mein Leben stattfinden kann.

Tatsächlich kommt mir genau das vor, wie ein Finale. Da angekommen, wohin ich die ganze Zeit unterwegs war, ohne es hätte sagen zu können.

Jetzt erzähle ich anders von meinem Weg. Schaue anders auf die einzelnen Etappen und Herausforderungen. Wissend. Wissend wo er mich hingebracht hat. In mein Leben. In meinen Raum. In meine Wahrheit. In meinen Fluss. In meine Freude. In meine Tiefe. In meine Ganzheit. An meinen Platz. 




Sonntag, 19. Juli 2026

Wie der Raum des "Ich bin" wirkt

Es war wieder dran zu sprechen und ein Video aufzunehmen. Gut, dass ich wenigstens im Nachgang sagen kann, um was es geht. 😉 Vorher weiß ich das ja nicht.

Es war wie ein genaueres gezeigt bekommen, wie dieses "ich bin" wirkt, was ein präsenter Raum ausmacht und was einen präsenten Raum ausmacht. Wie relevant dieses "in mir sein" ist. Mehr Beschreibung will gerade nicht dazu.

(Diesmal ist der Ton bei weitem besser, weil ich extra deswegen am Handy über Zoom aufgenommen habe. Allerdings war zwischendurch wohl die Internetverbindung ruckelig und so ruckelt manchmal auch das Video. Seufz, gnampf, augenroll...🙄)



Dienstag, 7. Juli 2026

Was könnte sinnvoller sein, als das eigene Menschsein komplett zu verkörpern

Manchmal würde ich gerne transportieren, wie gut es mir in all dem geht. Wie wohltuend, satt und voll dieses Mitmirsein in allen Umständen und unter allen Umständen sich in mir drin anfühlt. Wie viel Lebenskraft, Berührbarkeit, Leichtigkeit, Zufriedenheit, Selbstintimität und Freude das alles freisetzt. Wie krass fein die Anbindung wird, wie klar die Antworten vom Leben IN mir zu spüren sind, wie viel Stabilität und Robustheit das mit sich bringt, genauso wie Flexibilität und Gelassenheit.

Man mag es meinen Texten zufolge, die sich oft mit der Erforschung der schmerzhaften Landschaften in mir befassen, vielleicht nicht glauben, aber ich lache unfassbar oft aus tiefstem Herzen Tränen. Das alles ist nicht schwer oder trübsinnig für mich. Ganz im Gegenteil. Es ist ein einziges Empowerment! Das Leben kann mir durch meine eigene Nähe zu mir so sehr nah kommen, in mich fließen und sich durch mich durch bewegen.

Töne, Klänge, Worte, Beobachtungen, alles findet direkt in mir drin statt. Die Schwingungen sind so stark und wogend wahrzunehmen und davon bin ich so schnell so berührt. Gleichzeitig stelle ich fest, dass Geräusche, die mich früher total gestört und wie weg von mir gebracht haben, diesen Effekt nicht mehr haben. Wie wenn dieses "mich dem ausgeliefert fühlen" durch die Begleitung der inneren Kinder eben ausgeheilt wird. Die Berührbarkeit nimmt extrem zu und das "dem Leben ausgeliefert sein" extrem ab, obwohl ich überhaupt nichts mehr unter Kontrolle habe.

Manchmal macht es mich traurig, naja eher betroffen, wie schnell sich Menschen von dieser tiefen Selbstbegegnung abgeschreckt fühlen, sich abwenden, es als unsinnig, schwermütig, als unnötiges Kreisen um immer das Gleiche betrachten oder gar als krank, lebens- oder weltfremd. Dabei könnten sie sich selbst dabei gewinnen. Eine Nähe, die unten drunter ja doch immer fehlt, egal, was materielle Erfolge vielleicht stattdessen erzählen. Ein Ich, das nicht nur in der Schönwetterlage von einem selbst gemocht wird. Was ist lohnenswerter und sinnvoller als sich selbst nah zu sein und das auch noch gerne, egal, was in mir los ist? Vor allem, was ist wahrhaftiger, als mit dem zu sein, was in mir wirklich gerade lebendig ist? Was ist ehrlicher, als genau das in den Kontakt mit anderen zu bringen? Und was ist sinnvoller, als sich selbst tatsächlich ganz und gar zu leben? Das eigene Menschsein komplett zu verkörpern und damit tatsächlich den Himmel auf die Erde zu bringen?

Ich mag da auf jeden Fall nicht mehr weg. Ich mag jede innere Landschaft in mir. Nichts in meinem Leben war je richtiger und wertvoller als genau das. Schick sieht das auf den ersten Blick freilich nicht aus. Aber für schick bin ich auch nicht hier, sondern für echt.

Eigentlich weiß ich gar nicht so recht, warum ich das schreibe. Wahrscheinlich weil das eben gerade in mir da war. Mehr Grund braucht es ja nicht.😉Auf jeden Fall zwinker ich innerlich all jenen verschmitzt und verschwörerisch zu, die gerade ganz genau verstehen, von was ich hier rede. Danke, dass es euch gibt.😊🙏❤



Freitag, 3. Juli 2026

Ohne Ich kein Wir - ein inneres Kind begreift

"Ich hab versucht, mit Menschen über ein Wir zu sprechen, die noch nicht mal im Ich angekommen waren."
Die Erkenntnis hatte gerade eine Kleine von mir und die knallt so richtig rein. Also die Erkenntnis... Es wird so schnell so deutlich, was von Erwachsenen zu erwarten ist, die noch nicht mal bei sich selbst angekommen sind, die von einem Ich, IHREM Ich überhaupt gar nichts wissen, mit sich selbst Null Komma Null in Verbindung sind.

Wie sollen diese Menschen ein Gefühl für jemand anderen und einen gemeinsamen Raum haben, wenn sie noch nicht mal ein Gefühl für sich selbst haben? Wie sollen sie begreifen, um was es mir als Kind geht und was ich für meine Entwicklung brauche, wenn sie keine Idee davon haben, was sie eigentlich bräuchten und was ihnen fehlt und was das hier überhaupt alles soll dieses Leben?

Mit dem Anerkennen dessen, dass bei den Erwachsenen meiner Kindheit überhaupt keine Individuation stattgefunden hat, keine Selbstfindung, ist für die Kleine auf einmal so sonnenklar, dass da nichts zu wollen ist, nichts "zu holen", nichts zu erwarten, nichts Brauchbares da, weder für meine Entwicklung, noch für ein Wir, für gemeinsam Leben geschehen lassen.

Ohne Ich kein Wir. Ohne Ich kein Gott. Ohne Ich kein Fluss. Ohne Ich keine Anbindung. Ohne Ich keine Ordnung. Ohne Ich kein Raum. Ohne Ich kein höherer Sinn. Ohne Ich fehlt einfach ALLES. Das ALLES.

Die Kleine erlebt sich auf einmal nicht mehr als klein. Die Erwachsenen sind keine Erwachsenen mehr. Die Kleine hat verstanden, dass sie damals schon so viel weiter entwickelt war, als alle anderen zusammen. Die Größenverhältnisse haben sich verschoben. Die "Erwachsenen" sind miniklein. Meine Kleine hat sich hunderte Meter weit über alles ausgedehnt. DAS ist ihr Bewusstsein damals schon gewesen.

Alles, was diese "Erwachsenen" jemals von sich gegeben haben, erscheint plötzlich in ganz anderem Licht. Es ist fast lachhaft. Die Kleine schnaubt nur belustigt. Das Bild sieht aus, als würde sie auf eine kleine Lego-Landschaft schauen und die winzigen Figuren mit hohen Stimmchen aus der Ferne große Reden schwingen hören. Wer könnte das ernst nehmen? Meine Kleine auf jeden Fall nicht mehr. Sie ist völlig unbeeindruckt von all dem, hört gar nicht mehr hin und schaut auch gar nicht mehr hin. Sie hat das Interesse verloren. Das ist ja totenlangweilig, was die da brabbeln. Das Spiel ist langweilig. Da reizt nichts mehr dran.

Sie steht auf und geht. In ihr Leben, auf ihrem Weg. Im Gehen wird die Kleine erwachsen, wird älter, kommt in meinem jetzigen Alter an. Sie ist straight ihren Weg gegangen. Ohne Vertun. Ohne Kompromisse. Sie hat sich nicht aufhalten lassen. Von keinem einzigen Unkenruf, der von der Seite reingerufen wurde. Sie hatte ihren Blick auf etwas am Horizont gerichtet und darauf ging sie unentwegt zu, wie die Hirten damals dem Stern gefolgt sind.

Es ist, als hätte sie die Wahrheit am Horizont gesehen. Die Wahrheit über das Menschsein, über ein gesundes Ich, über Miteinander, über ein echtes Wir und das große Ganze hier. Das war ihr Leitstern. Und jetzt sitzt sie an ihrem Platz, im Schneidersitz, die Augen zu, total selig und beseelt, erfüllt, wissend, angekommen, satt, höchst zufrieden, empfangend, jedes einzelne neue Jetzt empfangend, präsent, warm, bereit, gelassen. Das verkörpernd, was sie schon immer geahnt hat.



Donnerstag, 25. Juni 2026

Ich bin die, die beides kennt

Gerade sind sie mir begegnet. Ich konnte sie fühlen. All die Frauen aus meiner Ahnenlinie - stellvertretend für so viele andere - die ihr wahres Wesen nicht leben konnten. Vereinnahmt und gefangen im Tun, im Leisten, im Außen, im Bestimmt-Sein vom Materiellen, eingeschnürt von Druck. 

Für keine gab es Raum, weich zu sein, in sich zu hören, in sich hineinzuspüren. Kein Raum für den eigenen Rhythmus, Zyklen, Hingabe. Kein Leben von innen nach außen. Kein Platz für Innenwelten, Emotionen, Feinsinnigkeit, Übersinnliches, Informationen aus dem All-Sein, dafür, mit etwas schwanger zu gehen und es dann zu gebären, wenn es nun mal reif ist. Alles gesteuert von dem, was ihnen als Verstand und Vernunft erzählt wurde, als Verantwortung verkauft wurde. Alles gesteuert von einem Umfeld, dass in der Trennung existierte und diese Trennung als die Wahrheit anerkannt hatte.

Ich hatte in meinen Körper, in mein Wesen gespürt und diese Weichheit und Hingabe wahrgenommen, die pure Weiblichkeit, die um ihrer selbst und das Große weiß, um ihren Platz darin weiß. Das Wesen, das das Leben empfängt und gebiert. Das Wesen, das in seiner Kraft steht und keinen Millimeter von sich abrückt, bei sich bleibt und dafür steht, egal, was im Außen los ist, was jemand oder etwas stattdessen wollen würde. In tiefem, steten Selbstkontakt, das verkörpernd, was da ist, nichts anderes wollend.

Gleichzeitig nahm ich auch etwas wahr, das verhärtet, steif, verkümmert, vertrocknet, eng, rau, stumpf, ja regelrecht abgestorben und tot war. Es passte nicht zu meinem Wesen, dem Wesen, als das ich mich wahrnehme. Als ich fragte, was dieses Harte, Steife, Tote in mir ist, taten sich die Schleusen auf. Ich weinte bitterlich. Es fühlte sich wie das Erbe all meiner Ahninnen an, all der Frauen aus meiner Linie, die nicht in den Genuss dessen kamen, wo ich mich in mir befinde. Als wäre ihr „Schicksal“ noch als Erinnerung in mir da. Ich konnte beides gleichzeitig in mir befühlen. Sowohl das eine als auch das andere und was das Jeweilige bis in die letzte Konsequenz bedeutet. Alter Schwede!!! Es lag regelrecht als Fühlprobe nebeneinander.

Was für ein Kontrast!!! Ich hab geweint. So sehr geweint. All das beweint. Diese Verschwendung so zauberhafter Wesen, die die Erde schon verlassen haben und nie zum Ausdruck kommen konnten. Verloren in einer Maschinerie, dominiert von Lügen über sich und das Leben, nicht zur Erinnerung gekommen. Ich schau zu denen, die noch da sind, in einem Körper und von Weiblichkeit, diesem weiblichen, göttlichen Menschsein, das ich in mir fühle, überhaupt keine Ahnung haben. Keine Idee von Selbstmitgefühl, von Milde, von Raum für jede Emotion, davon heiligstes Schöpfungswesen zu sein. Vereinnahmt von Umständen, wahrer, tiefer Selbstkontakt nicht existent, die Verwundungen nicht erlöst, der Alltag ein Versuch, sie nicht zu berühren. Unbewusstes Wundenmanagement, der Versuch immerzu zu funktionieren, irgendwie die Kontrolle zu behalten, den Kopf über Wasser zu halten, sich an Identifikationen klammernd, die die echten, tiefen, heftigen Gefühle im Zaum halten sollen und die Illusion eines „guten“, sicheren Lebens aufrechthaltend. Machen. Leisten. Funktionieren. Tun. Wissen. Regeln. Selber machen.

Daneben der innere Ort, an dem ich mich befinde. Welten! Welten dazwischen! Andere Universen! Und auf einmal wird mir bewusst, was ich da vollbracht habe. WO ich mich da rausbewegt habe. Mir wird die Größe und Tragweite dessen total bewusst. Ich weine. Ich huste. Ich kotze energetisch. Ich habe mich da raus bewegt und nicht nur das: Ich stehe. In meinem So-Sein. In meinem Gewahrsein. Weich. Flexibel. Lebendig. Erfüllt. Von mir selbst erfüllt. Vom Leben erfüllt. Vom Fluss. Aufrecht. Aufgeweicht. Durchlebt und durchwirkt. Durchdrungen. Ich habe mich nicht nur auf den Weg gemacht, ich bin gelandet. In mir.

Ich bin die, die beides kennt. Die Lüge und die Wahrheit. Das Alte und das Neue. Die Trennung und die Verbundenheit. Das Harte und das Weiche. Kontrolle und Hingabe. Enge und Raum. Die Dominanz der Materie und das Leben aus dem Sein. Todes Vegetieren und pure Lebendigkeit. Ödnis und Göttlichkeit. Beides kann ich fühlen, die Bedeutung bis ins Letzte erfassen. Beides kenne ich aus dem Erleben und Erfahren. Es ist wahrlich in mir vereint.

Ich würde nie, nie, nie wieder zurückwollen. Das würde heißen, mich verlassen bzw. unterdrücken zu müssen, hart gegen mich selbst zu sein. Es würde heißen, meiner inneren Wahrheit nicht folgen zu können, ja sie noch nicht mal zu hören. Es würde heißen, dass Gefühle und das, was in mir lebendig ist, keinen Raum hat. Es würde heißen, dass ich mich dem Leben verwehre und ES nicht durch mich auf die Erde kann. Es würde heißen, Gott nicht zu verkörpern. Es würde heißen, mich außerhalb der Ordnung zu befinden. Es würde die absolute Sinnlosigkeit und Leere für mich bedeuten, den größten Schmerz überhaupt: Die Trennung. Von allem.

Ich habe die beweint, die sich selbst nie kennengelernt haben, sich nie in der Tiefe begegnet sind, nicht in den Genuss ihres zauberhaften, kraftvollen Wesens gekommen sind. Und ich habe mich geehrt, für das, was ich da vollbracht habe. Halleluja!

Ich bin tatsächlich die aus meiner Ahnenreihe, die beides kennt.

Demut. Staunen. Dankbarkeit. Ehrfurcht.

Ich knie nieder. Vor allen. Auch vor mir.



(Ich mag sagen, dass ich damit nicht zum Ausdruck bringen möchte, dass irgendein Weg besser oder schlechter ist oder dass daran etwas nicht stimmt. Jeder Weg war so, wie er hat sein sollen. Ist so, wie er sein soll. All die Frauen hätten sich nicht finden müssen. Es ist schlicht das, was sich mir vorhin offenbart hat, was in mir lebendig war, was ich befühlen und durch mich durch bewegen durfte.)



Sonntag, 14. Juni 2026

Über die kindliche Erfahrung, dass mein Sein keine Wirkung hat

Ich hab mal versucht, das, was ich gestern Abend geschrieben habe, noch weiter zu befühlen. Dann ist etwas aus meinem eigenen Prozess der letzten Tage in den Vordergrund getreten, was geteilt werden wollte: Die kindliche Erfahrung, dass mein Sein, die größte Kraft, die es gibt, die Göttlichkeit, keine Wirkung hat. Und am Ende schlug sich der Bogen dennoch zum Anfang meiner Nachricht.

Ich mag euch mitnehmen in mein Innerstes. 🙏🏼❤️✨💫✨

https://t.me/AnjaReiche_herzradikal/2694


 

Sonntag, 31. Mai 2026

Ich werde nicht weichen

Das ist gerade der absolut passende Ausdruck meines inneren Prozesses.


Als Kind musste ich dem gottlosen, unmenschlichen Wahnsinn des direkten Umfeldes meinen Raum überlassen. In Meinem sein konnte ich nur alleine. Ich musste also entweder darauf warten/dafür sorgen, dass mein Umfeld zu Sinnen kommt oder ich musste - sobald ich konnte - gehen.

Heute gibt es nicht mehr nur entweder oder. Heute gibt es die Möglichkeit in Meinem zu sein und zu stehen, egal wie das direkte Umfeld beschaffen ist. Niemand muss zu Sinnen kommen. Ich muss aber dem Wahnsinn auch nicht mehr Raum geben. Ich bleibe und stehe in Meinem. Diskussionslos und alternativlos gleichermaßen.

Ich werde nicht mehr weichen und dem Wahnsinn mein Feld überlassen. Ich muss nicht mehr weichen. Ich muss nicht alleine irgendwo hin. Mein Leben findet genau jetzt in mir statt und nichts und niemand kann es bewerkstelligen, dass ich meinen Raum vereinnahmen lasse. Meinen Raum erfülle, belebe und begeistere ich. Stopp und Nein sind meine steten Begleiter und auch die stehen nicht zur Diskussion.

🔥❤️🔥

Mittwoch, 25. März 2026

Klarheit bringt meine Grenzen zum Vorschein

In aller Klarheit kann ich recht einfach meinen Raum einnehmen und wahren. Meist ist es der Zweifel an mir und meinen Wahrnehmungen, der mich etwas erdulden lässt, was nicht stimmig für mich ist.

Umso mehr die Verwirrungen, Verdrehungen und Umkehrungen in mir aufgedeckt werden, umso weniger lasse ich mit mir machen, was mir nicht entspricht, umso weniger dulde ich im Umgang.

Mit der Klarheit und den inneren Korrekturen nimmt die Toleranz dessen ab, was mich zum Selbstverrat bewegen möchte. Die Toleranz dessen, dass ich unmenschlich und unwürdig behandelt werde und vor allem selbst gegen mein Innerstes agiere.

Wenn ich weiß, wo ich innerlich selbst stehe, gut im Kontakt mit mir bin, weiß, dass ich ein schützenswertes, liebenswertes Wesen bin und vor allem auch klar erkennen kann, wie mein Gegenüber gerade jetzt hier in der Gegenwart mit mir da ist, wird es sehr einfach, laut und deutlich Nein zu sagen, klar für mich einzutreten, Position zu beziehen, Stellung ZU MIR.

Klarheit bringt meine Grenzen ganz automatisch zum Vorschein.



Montag, 19. Januar 2026

Vom Wir-Wollen, ohne Ich-Wollen

Ich mag zu meinem letzten Post ergänzen, dass es noch ein ausgeprägteres Phänomen von ungesunder Selbstlosigkeit gibt:

Ich beobachte immer wieder unzählige Menschen, die schon fast manisch ein Wir anstreben, ohne sich nur ansatzweise selbst zu wollen. Sie wollen andere, aber sich selbst überhaupt nicht. Wollen Beziehung, ohne sich selbst begegnen oder berühren zu wollen. Reden von Selbstlosigkeit und Nächstenliebe, ohne dass sie dieses Selbst je gehabt hätten und ohne dass sie sich selbst in aller Gänze je geliebt oder überhaupt gekannt hätten.

Sie verweigern jede Selbstreflexion, jede Berührung mit dem eigenen Innersten und sehen allen Grund für Probleme nur beim anderen. Sie haben noch nicht mal die Idee einer Notwendigkeit, sich sich selbst zuzuwenden und externalisieren alles.

Sie halten sich oft für Gutmenschen, ein installiertes Selbstbild als Schutz vor all den ungeliebten Seiten in sich, und verhalten sich dabei eigentlich höchst "egoistisch", was aber aus dem hochgradig verletzten Ich resultiert. Auch da wäre der Weg der echten Selbstzuwendung, also zur Gesundung des Ichs, jedem Wir vornanzustellen. Und ich sage wäre, weil nichts und niemand im Außen ihnen das begreiflich machen kann, denn die ungeliebten Seiten darf niemand sehen, vor allem sie selbst nicht. Ihr wahres Ich ist unter Hochverschluss unberührbar.

Sie lösen sich in Gruppen nicht auf. Sie hat es noch nie gegeben und gleichzeitig dreht sich aufgrund ihres großen Mangels an eigentlich allem alles um sie, also ihr verletztes Ich.

Das alles hat keine Wertung. Ich sehe und benenne.

 


 

Das gesunde Ich kommt vor dem Wir

Es gibt Menschen, die lösen sich in Gemeinschaft regelrecht auf und richten all ihre Handlungen und Aussagen an den anderen aus, stellen ihre eigenen Bedürfnisse beiseite, ja nehmen sie vielleicht gar nicht mehr wahr. Nehmen sich als eigenes Wesen gar nicht mehr wahr. Sie schauen ganz automatisch, dass es vor allem den anderen gut geht. Ich komm da auch her.

Ein Relikt aus einer Kindheit, in der es galt zu funktionieren, nützlich zu sein, die unangenehmen Gefühle der anderen zu vermeiden, lieb zu sein, niemanden in den Erwartungen zu enttäuschen oder aufzubringen. Die Eltern, die Familie, der Betrieb, die Gesellschaft standen über allem und vor allem vor ihnen in der Relevanz und Wichtigkeit.

Erwachsene, die es in der Kindheit erlebt haben, dass alle anderen und alles andere vor ihnen kommen, existieren in Gruppen manchmal gar nicht mehr, können sie selbst nur alleine sein, können sich selbst nur alleine hören. Sie haben regelrecht ein schlechtes Gewissen, wenn sie eigene Bedürfnisse haben. Noch schlimmer wird es, wenn diese vielleicht gerade nicht mit den Bedürfnissen anderer harmonieren.

Doch der Weg der Selbstwerdung ist essentiell für ein gesundes Wir. Individuation ist essentiell für zuträgliche, menschliche, würdevolle Gemeinschaft. Es braucht das gesunde Ich, das sich selbst behalten darf, wenn andere zugegen sind. Dieses Ich ist ganz natürlich ein Beitrag. Für sich und für andere.

 


 

Freitag, 2. Januar 2026

Vom Segen, das eigene Innenerleben im Außen wiederzufinden

Es ist immer wieder erstaunlich, was es ausmacht, zutiefst verstanden und begriffen zu werden. Wenn jemand innere Erfahrungsräume beschreibt, die mir selbst total vertraut sind, von denen sonst nie jemand spricht, weil die wenigsten sie je betreten haben.

Mir ist es vertraut, dass ich meine Innenwelten kenne, wie die eigene Westentasche und ich so gut wie alleine damit bin. Ich verstehe mich zutiefst, habe Worte für all das und es ist eher selten, dass mir von außen Worte für mein Inneres gegeben werden können, die ich selbst nicht schon gefunden hätte.

Wenn das dann doch mal geschieht, spüre ich jedes Mal diese unglaublich magische Wirkung des Bezeugtwerdens. Dieses Gefühl, dass es da anscheinend noch mindestens ein anderes Wesen gibt, das mit mir Erfahrungshorizonte teilt. Nicht nur ansatzweise ähnliche, sondern die dafür verwendeten Worte könnten exakter und treffender nicht sein für die Welt, die ich in mir durchwandere und von der ich es bisher gewohnt war, darin alleine zu sein.

Mein Innenerleben tatsächlich außerhalb von mir wiedergespiegelt zu bekommen, mich auf diese Weise quasi von außen betrachten zu können, ist jedes Mal wie ein Stück nach Hause kommen, in die Welt kommen. Mein Innen ist im Außen wiederzufinden. Ich bin erkannt und damit ist mein Sein wieder noch vollständiger da. Wieder ist ein Teil der kindlichen Isolation durch das Fremdsein in der Welt aufgelöst.

Mein Innenerleben außerhalb von mir präzise benannt zu bekommen ist Heilung pur. Eine Form der Ganzwerdung, die ohne Gegenüber nicht möglich ist und die für meine Begriffe unersetzlich und unerlässlich ist, um ganz hier auf der Erde anzukommen, landen zu können, zu Hause zu sein. Etwas, was für eine gesunde Entwicklung in der Kindheit schon hätte passieren müssen, also was natürlicher Weise stattgefunden hätte, wenn ein gesundes Umfeld da gewesen wäre. Sauber und präzise wiedergespiegelt werden, sich im Außen tatsächlich selbst erkennen können, unverzerrt und vor allem mit dem Innenerleben in Kontakt mit anderen treten können, weil da auch bekannt.

Was für ein Segen und Geschenk, dass es jetzt geschehen kann. Was für ein großer Dienst am Nächsten. Dieses Erleben erstaunt und berührt mich immer wieder zutiefst und die Wirkung haut mich jedes Mal schier um, die Wirkung davon, mein komplexes, riesiges Innen genauso komplex und erschlossen da draußen zu sehen.


Nachtrag:
Ich bemerke gerade, wie sehr ich "verstanden sein" gleichsetze mit "fühlend begriffen". Was es ausmacht ist tatsächlich, dass jemand überreißt, was eine bestimmte Situation, ein Umstand, Zustand emotional gerade für mich bedeutet, wie ich mich darin, damit fühle, welche Konsequenzen das hat. Auf welche Innenwelten ein Geschehen bei mir trifft. Es geht um das "Bekanntsein" meiner inneren Landschaften, meiner Bewusstseinsweite, meines Wesens und ein Erfassenkönnen der (emotionalen) Kausalitäten zwischen mir und der Welt. Oder so ähnlich... 😉
 
Und all das fühle ich als gegeben, wenn jemand seine Innenwelten schildert und ich mich darin wiederfinden kann. Da spricht jemand von etwas, was sonst nur ich kenne. Ich fühle mich begriffen, obwohl der andere eigentlich gar nichts von "mir" weiß und begreift. Nur dadurch, dass da scheinbar noch jemand das kennt, was ich kenne, ohne dass wir uns kennen müssen. 😂


 

Donnerstag, 1. Januar 2026

Ich war nie ahnungsloser

Nicht auf diese Weise. Nicht zu vergleichen mit der Ahnungslosigkeit, in der ich weder wusste, wer ich bin, noch was das hier alles soll.

Diese Ahnungslosigkeit jetzt ist anders. Mir hat sich der Lebenssinn erschlossen, mein Sein, das Individuelle. Und es ist, als hätte ich all das wieder aus der Hand gelegt.

Wie ich neulich schon sagte: Es ist nichts mehr übrig. Alles, was mal so naheliegend war und so lange so stimmig für meinen Selbstausdruck war, zu meinem Wirken gehörte, fühlt sich nicht mehr relevant an. Das neue Jahr wird nicht einfach eine Fortsetzung oder logische Schlussfolgerung von dem, was bisher war.

Ich bin blank. Kein Wunsch. Keine Sehnsucht. Kein "Das will ich unbedingt erfahren und erleben." Kein Gefühl für irgendwas, was dran sein könnte, was noch zu tun wäre. Tatsächlich wüsste ich nicht im Ansatz, was nach all diesen Prozessen, Läuterungen und inneren Durchbrüchen kommen sollte. Wo und wie es weitergehen könnte in der Evolution, was da noch auf dem Zettel sein könnte und jetzt genau richtig und wichtig für mich. Und mit wissen meine ich immer spüren, fühlen, wahrnehmen vom Äther. Es geht schon lange nicht mehr ums Denken, Ausdenken, Überlegen und selber aus dem Hut zaubern.

Vom Anstehenden zeigt sich nicht der leiseste Fitzel. Ein leeres Blatt. Nein, eine leere, weite Ebene. Das Bisherige liegt in dem Bild hinter mir. Es ist durchwandert. Ich schaue in dieses Nichts vor mir, das noch keine Formen hat, keine Wege, keine Landschaft. Noch gilt es, keinen Schritt zu tun. Es wäre zu früh und dafür gibt es gerade auch keine Energie zur Verfügung gestellt. Ich kann nur da sein. An der Schwelle. Bereit. Was immer sich offenbaren mag. Was immer der Ruf sein wird. Bereit für alles, was das Leben von mir möchte und mag es noch so außergewöhnlich sein.


 

Sonntag, 30. November 2025

Die tiefe Übereinstimmung von Innen und Außen

Ich liebe dieses Gefühl von Kohärenz. Diese tiefe Übereinstimmung von Innen und Außen, von tief gefühlter Wahrheit und Handlung. Das tun oder eben nicht tun, was stimmt. Genau so. Nicht abgewandelt, nicht verzögert, nicht verwässert. Jetzt. Ich und das Jetzt. Pur. Direkt.

Dieser Einklang in mir und mit mir hat so eine stille Kraft. Unumstößlich. Ruhig. Unverrückbar. Es ist. Fühlende, ausführende Präsenz. Es fühlt sich an, wie der Raum und der Punkt gleichzeitig. Weit geöffnet und präzise, fokussiert zugleich. Wie Laser. Kraft ohne Mechanik. Gespeist aus dem Äther. Gebündelt in mir. Von mir empfangen und durch mich geschehen lassen.

Dieses Gefühl ist unendlich befriedigend, erfüllend, satt und gleichzeitig völlig unaufgeregt. In jeder Zelle wahrnehmbar. Ein leicht schwingendes, tiefes, volles Ja. Alle Seinsebenen von mir, in mir, durch mich in Harmonie.

Ich muss nichts von dieser Wahrheit deuten, ihr nichts beimessen, nicht wissen wieso, weshalb, warum, nur ausführen und wenn es was zu wissen und zu begreifen, zu erkennen, zu verstehen gibt, ist die Information inklusive und über kurz oder lang offenbar.

Meine Aufgabe ist Wachheit und Wahrhaftigkeit. Wahrnehmen und für wahr nehmen. Hinhören und danach handeln. 🔥❤️🔥

Samstag, 15. November 2025

Ich wollte die anderen, um mich zu bekommen

Ich mag euch mal wieder mitnehmen auf eine Innenreise von mir, durch die ich mich erst kürzlich geschrieben habe und die ich gerade so ergänzt habe, dass es hoffentlich nachvollziehbar ist. Es ist eine Innenreise, die fühlbar gezeigt hat, wie unfassbar wichtig und essentiell als Kind Schlüssigkeit und Verstehbarkeit der Erwachsenen ist und was es tatsächlich bedeutet, wenn das nicht gegeben ist. Angefangen hat es mit sehr kindlichen Sätzen, die immer wieder in mir aufgetaucht sind:

„Wenn ich den anderen nicht verstehe, hab ich das Problem. Wenn der andere nicht verstehbar ist, habe ich das Problem. Wenn ich nicht verstanden werde, hab ich das Problem.“

„Niemand setzt sich mit mir und damit auseinander. Ich bleibe verwirrt zurück.“

Wieso ist verstehen für diesen Teil so wichtig?

Das Begreifen der Welt. Transparenz. Schlüssigkeit. Mich in mir und dann, damit, in der Welt zurechtfinden. Ich muss mich und die Welt begreifen für einen sicheren Platz in mir und in ihr.

Mir wurde als Kind durch die Unverstehbarkeit der Erwachsenen tatsächlich die Verbindung zum Leben verwehrt. Mein Selbst, mein Rhythmus, mein Platz, das große Ganze, Verbundenheit, Sicherheit. Meine Göttlichkeit. Mein wahres Sein. Um das natürlich finden zu können, hätte ich Verbindung, Verstehen und Greifbarkeit gebraucht, Schlüssigkeit, Nachvollziehbarkeit, Stringenz. Die reife Präsenz der Erwachsenen. Ihre Stimmigkeit. Ihre eigene Anbindung an den Kosmos und ihren Platz darin. Darüber und dadurch hätte ich mich und meinen Platz, meine Verbundenheit mit allem, was ist, bekommen können.

Unstimmigkeiten und Widersprüchen kann ich als Kind nicht vertrauen und in mir selbst hatte ich noch keine Antworten. Das heißt, ich war völlig verloren, unsicher, im Grunde immerzu in Gefahr. Das Bisschen, was ich geglaubt hatte, verstanden zu haben, wurde mit dem nächsten Widerspruch in einer elterlichen Aussage wieder eingerissen. Ich stand wieder völlig entsetzt vor dem Nichts. Das hat sich tagtäglich immerzu wiederholt. Jeder Versuch, sie beim Wort zu nehmen, ernst zu nehmen, weil ich sie ernst nehmen können MUSS als Kind, ist gescheitert. Ich stand immerzu völlig verzweifelt vor meinen minütlich einstürzenden Welten. Keine Chance, mich in all dem zurechtzufinden, mich und die Welt zu verstehen. Die Vollkatastrophe für mich. Für die Eltern eine flüchtige Aussage, die im nächsten Moment schon wieder vergessen war.

"Du verwehrst mir nicht nur dich, sondern damit vor allem mir mich selbst!" ist der eigentliche Satz der Kleinen (vorwiegend) an die Mutter gerichtet.

Ich (der Anteil in mir) versuchte bis heute mit all meinem Verstehen wollen, nicht wirklich den anderen zu verstehen, sondern mich zu bekommen. Ich wollte im Grunde gar nicht den anderen. Ich wollte mich. Als Kind hätte ich die anderen wirklich dafür gebraucht. Jetzt, als die Erwachsene, die ich bin, hab ich mich ja schon. Der Anteil wusste das nur nicht.

Was für eine Erleichterung jetzt zu wissen, dass ich im Grunde nie wirklich die anderen erreichen wollte, sondern mit ihrer Hilfe mich selbst finden wollte. Ich wollte mich. Wenn also heute jemand nicht erreichbar ist, bedeutet das nicht automatisch, dass ich mich wieder nicht haben kann. Halleluja! Was für eine krasse, fiese, entsetzliche, kindliche Verknüpfung: „Wenn der andere (auf Dauer) nicht verstehbar/erreichbar ist, kann ich mich nicht haben.“ Wie gut, dass das nicht mehr die Wahrheit ist.

Ich brauch die Erreichbarkeit der anderen nicht mehr und schon gar nicht die Verstehbarkeit. Ich bin nicht mehr darauf angewiesen, dass sie "logisch" sind (und mir adäquat und korrekt die Welt erklären können). Ich bin auch nicht mehr darauf angewiesen, dass sie mir mich sauber spiegeln.

Ich hab mich ja schon längst. Ich hab meine Verbindung und Anbindung. Ich finde mich in mir und in der Welt hervorragend zurecht. Ich bin mit mir sicher. Ich hab das Problem der Kleinen im Grunde schon lange gelöst und jetzt auch ihre zugehörige Not beendet. Was für ein Gefühlssturm! Was für eine lange nicht erkannte Verzweiflung in all dem! Die Kleine, die so sehr auf die Verstehbarkeit der Bezugspersonen, auf das sichere Sichbeziehenkönnen, angewiesen war, wurde fühlend nach Hause geholt.

Danke für all die „fürchterlichen“ Auslöser und Fingerzeige, für all die schrecklichen Wiederholungen der Not, bis der Groschen endlich gefallen ist und die Zeit der Erkenntnis reif war. Puh!

 

Nachtrag:
Ich weiß nicht, ob ansatzweise zum Ausdruck kommt, was das alles für (m)ein Kind bedeutet, wie sehr es da tatsächlich um ALLES geht, um Leben und Tod, und zwar sein geistiges Leben, tiefste Heimat in sich selbst finden können, die Anbindung an die Schöpfung, also spirituelle Heimat, die eigene Wahrheit über das geistige Wesen. Es geht nicht nur um Zugehörigkeit und versorgt werden, also Überleben im körperlichen Sinne. Es geht auch nicht "nur" um emotionale Versorgung. Es geht um die komplette Existenz auf allen Ebenen. Darum hab ich verzweifelt gekämpft. Alter Schwede. Das ist so eine fette Hausnummer. Diese Not nochmal zu fühlen, diese Verzweiflung, diese Unmöglichkeit in all dem. Es unmöglich gemacht zu bekommen als Kind. Holy shit!


Donnerstag, 13. November 2025

Heiliges Mitmirsein

In mir bewegen sich Welten. Ach was! Universen!!! So krasse Durchbrüche durch Urwundennot! So viel Aufwachen in mich hinein, so viel Großes, Monumentales, Essentielles, Grundsätzliches, Bahnbrechendes, Heiliges, Heilsames.

Immer wieder steht mir innerlich der Mund vor Staunen offen. Immer wieder muss ich rückblickend neu auf mein Leben blicken, es mit dem Erkannten neu betrachten. Es ist so viel auf einmal. Es ist so komplex und vielschichtig. Ich würde das alles so gerne teilen, weil es so unfassbar wichtig ist, und doch kommt im Moment kein Wort.

Es fühlt sich ein wenig an, wie Wochenbett. Es gilt damit mit mir zu sein, mit all dem Neugeborenen. Realisieren. Integrieren. Verarbeiten. Begreifen. Bestaunen. Fühlen. Ganz Verkörpern. Es in Fleisch und Blut lassen.

Ich hab so ein Bedürfnis einfach nur bei mir, für mich zu sein. Ich spreche mit fast niemandem. Ich kann nicht. Da kommt nix. Eben kein Wort. Wie wenn mich im Moment alles nur DAVON wegbringen würde und das geht nicht. Auf keinen Fall.

Zwischendurch fühlt es sich an, als würde ich langsam wieder auftauchen und mit dem Neuen in mir mit anderen in Begegnung gehen wollen, mich erfahren, ausprobieren und vor allem all das teilen, mein eigenes Staunen in die Welt tragen und genau so schnell, wie der Moment kommt, geht er wieder. Zehn Minuten später will ich mich schon wieder einkuscheln, schweigen und mich genießen.

So ist es gerade. So lass ich mich.

 


Donnerstag, 23. Oktober 2025

Die Einheitserfahrung ist Bonus

Als ich losgegangen bin, zu mir hin, angefangen habe, jeden Stein auf links zu drehen und jeden Winkel meines Innersten zu erkunden, blieb es nicht aus, dass ich mich mit den größeren Fragen des Lebens auseinandersetzen musste.

Mir war klar, wenn ich mich wirklich begreifen will, muss ich das Bild größer fassen. Wenn "ich" einen Sinn ergeben soll, braucht es mehr als dieses Leben, mehr als die Materie, mehr als das, was mir vom Leben, von Gott, vom Menschsein erzählt wurde. Solange es Widersprüche gibt, ist entweder das Bild nicht vollständig oderund es sind Lügen am Start und so lange gebe ich keine Ruhe.

Parallel zur Erweiterung des "Ich-in-der-Welt-Bildes" fand das tief in mich Eintauchen statt. Ich begegnete allem in mir, nahm jeden Auslöser im Außen her, um das Ausgelöste in mir zu betrachten, zu fühlen, sich ent-wickeln und entfalten zu lassen. Selbstzuwendung als Grundhaltung, nicht als Notfallprogramm.

Ich wollte mich, mit Haut und Haaren, mit allen Abgründen, Anteilen, Farben und Facetten, und vor allem mit der vollen Wahrheit. Sowohl die Wahrheit über den jeweiligen - oft erschütternden, tief verletzten, verwahrlosten - inneren Ist-Zustand, als auch die Urwahrheit, mein wahres Wesen, mein Naturell, meine Gaben.

Unerschrocken - das trifft es nach wie vor. Ich war und bin unerschrocken beim Forschen und Hinschauen. Dieser Zug zu mir hin, dieses mich ganz und gar wollen, egal, was es dafür braucht, ist mir wohl in die Wiege gelegt, Gott gegeben, unverrückbar.

Nun, was soll ich sagen?

Die Suche nach mir hat mir mich und das ganze Universum beschert und mich unweigerlich zu Gott geführt, zum All-Bewusstsein, zu tiefer Verbundenheit mit mir und allem, was ist. Ich wollte weder Erleuchtung, noch Nirwana, noch Einheitserfahrung oder Transzendenz. Ich wollte mich in aller Konsequenz, ohne zu wissen, was das bedeutet und was dieser Weg mir abverlangen würde.

Die emotionale Heilung und Reifung ist kein Pappenstiel. Sie führt direkt hin zu und durch Wunden, Trauma, Bindungstrauma, die Urwunde. Wenn ich mich ganz will, gehört das dazu. Ganz heißt halt ganz.

Einheitserfahrung gibt es auch ohne die emotionale Selbstzuwendung und dennoch wird es niemals das Gleiche sein, niemals so warm, so erfüllend, so voll, so liebevoll und mitfühlend sich selbst und anderen gegenüber und vor allem niemals so verbindend mit sich, dem Leben und den Mitmenschen. Das ist so fühlbar für mich.

In wahre, tiefe Beziehung zu allem, was ist, komm ich nur durch die wahre, tiefe Beziehung zu mir selbst. Das weiß ich heute. Dass ich diesen Weg beschreiten sollte, war wohl Vorsehung. Ich hatte ja keine Ahnung. Aber eine sehr deutliche Stimme in mir, die wohl wusste, was ich hier soll. Gott sei Dank!

Warm ist es in mir und mit mir. Wunderbar warm, voll und satt. Ich mag mir nah sein, egal was ich fühle. 




Samstag, 13. September 2025

Ich bin der Schlüssel

Ich habe keinen Schlüssel mehr an meinem Schlüsselbund. Keinen Autoschlüssel. Keinen Haustürschlüssel. Keinen Wohnungsschlüssel. Nur mehr Schlüsselanhänger... Und es ist richtig so. Stimmig.

Gleichzeitig fühle ich mich, als hätte ich ALLES in meinen Händen. Zugang zu allem. Alle Möglichkeiten.

"Wir brauchen die äußere Welt nicht mehr, wenn sie in uns ist", sagt Kathi direkt. "Wie Noten, die man nicht mehr braucht, weil man das Stück auswendig kann, also in sich drin hat."

Ja. So wahr.

Ich habe die Schlüssel des Himmelreichs.

Ich BIN der Schlüssel.

Zwischen Himmel und Erde.
Für Gott.
Ich bringe den Himmel auf die Erde.
Ich bringe IHN auf die Erde.
Ich bin der Schlüssel für die Göttlichkeit hier auf der Erde.

Ich bin der Schlüssel.
"Ich bin" ist der Schlüssel.

Der Schlüssel zum Glück ist mein Sein, mein Ich-Sein und damit mein Gott-Sein.

Ich habe das Himmelreich in mir. Ich bin es. Es ist in mir und durch mich lebendig. Ich bin der lebendige Gott. Ich bin ALLES.


 

Mittwoch, 18. Juni 2025

Zur Hingabe gezwungen - zur Hingabe geboren

Ich weiß gar nicht, wo ich jetzt den Anfang finde. Da ist eine Gewissheit in mir. Seit gestern. Auf einmal ist da wieder mehr Klarheit und Verstehen von einem größeren Sinn.

Ich kenne so viele Menschen – tatsächlich meist Frauen und zu meiner großen Freude auch vereinzelt Männer – die über Jahre in sehr krassen Lebenssituationen sind. Da sind z. B. körperliche Zustände, die starke Einschränkungen mit sich bringen, nur langsam oder manchmal gar keine Bewegung zulassen. Zustände, die immer wieder starke Schmerzen mit sich bringen oder sogar dauerhaften Schmerz bedeuten. Medizinisch nicht erklärbar und mit allen Mitteln der eigenen Kunst nicht änderbar.

Da sind manchmal äußere Umstände, die alles andere als komfortabel sind, Wohnsituationen allgemein oder konkret mit Nachbarn oder sogar Partner, Familiensettings, die sich über Jahre schrecklich anfühlen, die im Geiste schon hundert Mal verändert bzw. verlassen worden sind, aber real nicht veränderbar erscheinen. Keine Schritte, keine Impulse, keine Idee, was stattdessen.

Da gibt es sich immer wieder wiederholende Erfahrungen der krassen Einsamkeit, niemand da oder nur kurz. Immer wieder nur sich selbst haben. Immer wieder auch verlassen werden. Nichts daran lässt sich wirklich ändern. Es bleibt das Alleinesein, mit sich sein, nur sich selbst haben.

All diese Menschen zweifeln immer wieder an sich, fragen sich, ob sie zu doof sind, ob sie was übersehen haben, ob sie sich das alles schönreden und sich selbst Ausreden erzählen, damit keine Veränderung passieren muss, ob sie einem Glaubenssatz erliegen, einen blinden Fleck haben, der sie unnötiger Weise in der Situation festhält.

All diese Menschen haben aber auch eine Gewissheit, dass das schon trotzdem alles richtig ist, dass da eine tiefere Weisheit darin ist, ein Sinn und dass das nicht für immer so sein wird und wenn eine Veränderung tatsächlich dran ist, sie auch geschehen wird, bemerkt wird, die Schritte dann tatsächlich gesetzt werden. Und nach jeder Runde Zweifel kommen sie beim Gleichen raus: Sie haben nicht mehr als ihre innere Wahrheit, ihre Impulse und sie können nur handeln, wenn von innen diese Impulse kommen. Es gibt keine andere Option, als in dem zu sein, wie es gerade ist und das zu nehmen, was immer es gerade mit sich bringt. Die Diskrepanz zwischen der inneren Gewissheit, dem Innenerleben, von dem, was sie als wahr fühlen und dem Außenerleben, dem was sie erfahren, könnte oft größer nicht sein. Und sie bleiben darin. Es gibt keine andere Wahl, keine eigene, keine vom kleinen Ich.

All diese Menschen erlebe ich als unglaublich tief und reif, weise und groß, mit uraltem Wissen gesegnet, hunderte Male hier gewesen auf der Erde, mit allen Wassern gewaschen, Seelen, die so ziemlich jede Erfahrung kennen. Ein feines Gespür, messerscharfe Klarheit, Selbstreflexion, die ihresgleichen sucht, voller Liebe und Wohlwollen für die Welt und ihre Geschöpfe und voll tiefempfundener Demut. Sie sind voller Güte und setzen gleichzeitig ihre Grenzen. Sie tragen das Herz auf der Zunge, sind direkt und konkret. Und dennoch sieht ihr Dasein für die meisten wie eine gescheiterte Existenz aus. Ihr Leben wird oft als Versagen gedeutet, ihr Verharren in den Umständen als Schwäche oder Unvermögen. Viele sagen ihnen nach, sie würden ihre PS nicht auf die Straße bringen oder ihre Gaben nicht leben. Materieller „Erfolg“ und Besitz oder das Streben danach ist bei ihnen tatsächlich selten zu finden oder eben nicht zu erlangen, auch wenn sie es noch sehr versuchen sollten.

Ihre klare Direktheit wird oft als Bedrohung erlebt. Ihre Weisheit als naiv betrachtet. Ihre Tiefe als zu ernst empfunden. Und eben ihre Hingabe an das, was ist, als Versagen. Alles unglaublich weit von dem entfernt, was sie für meine Begriffe tatsächlich verkörpern, was ich fühle, sehe, wahrnehme.

Und jetzt komme ich zu der eingangs erwähnten Erkenntnis meinerseits. Diese Wesen haben alle eins gemein: Sie wurden und werden zur Hingabe gezwungen. Vom Leben. Von diesen krassen Umständen und Zuständen, die nicht veränderbar sind. Es ist wie ein „vom Leben in die Knie gezwungen werden“ auf die krasseste Weise und davon nicht gebrochen werden, sondern wesentlich gemacht. Durchgeknatscht, ausgepresst, jedes „es anders haben wollen“, als das, was eben da ist, wird ausgemerzt. Jede Anhaftung stirbt. Jede Idee von Kontrolle gleich mit. Gott sei Dank. Es bleibt die Essenz. Es bleibt das wahre Wesen. Das Wesentliche. Die Hingabe an eine höhere Macht. Die Akzeptanz einer höheren Macht und Weisheit. Und das ist tatsächlich die größte Gabe, ihre größte Gabe und einzige Aufgabe hier. Sich dem Leben hingeben. Persönliches Wollen überwinden und das wollen, was das Leben von ihnen will. Sie haben keine andere Wahl und sie brauchen auch nichts anderes wählen. Sie sind zur Hingabe geboren. Nicht nur sich selbst hingeben, sondern auch alles, was im Leben ist und schauen, was davon wirklich bleibt und zu ihnen gehört. Bereit, alles zu verlieren. Bereit, alles zu empfangen.

Die Hingabe an das Leben, ohne selbst die Geschicke in eine bestimmte Richtung lenken zu wollen, ohne die Idee von gut oder schlecht, von erstrebenswert oder vermeidenswürdig, ist das, was die Welt gerade am dringendsten braucht. Das haben wir alle verlernt. Und das ist aber nach meinem Gefühl unser eigentliches Wesen. Die höhere Intelligenz, Gott, das All-Bewusstsein durch uns zu verkörpern.

Dieses Hineingezwungen werden in die Hingabe, ohne Kompromisse, nicht mehr ausgelassen werden, keinen Millimeter mehr dran vorbeikommen, nicht einen Fitzel funktionieren können oder selbst was „erschaffen“ wollen, hat es auch bei mir gebraucht. Ich hätte freiwillig nicht die Füße stillgehalten und mich vom Leben auf diese Weise führen lassen, wie ich es jetzt zu „tun“ in der Lage bin. Das Training war - und ist manchmal noch - hardcore. Das ist kein Zuckerschlecken. Aber wenn etwas verlernt werden soll, was über Jahrtausende geprägt wurde und stattdessen etwas Neues bzw. das Ursprüngliche wieder etabliert werden soll, dann braucht das Disziplin und tatsächlich irgendwie Training. Die Trainingseinheiten denke aber nicht ich mir aus, die kommen vom Leben höchstpersönlich und sind so perfekt auf jeden Einzelnen zugeschnitten, dass man sich das nie und nimmer hätte selber ausdenken können.

Diese von mir beschriebenen Menschen werden radikal dahin geführt, wo im Grunde jedes menschliche Wesen seinem Ursprung und seinem Sein nach hingehört: In den Moment. Ins Wesentlichsein. In das Handeln, das ausschließlich aus einem inneren Impuls kommt, aus der Anbindung. Es ist ein tiefliebender Dienst. Das Persönliche ist 100% dem Größeren untergeordnet, was immer das gerade bedeuten mag. Wo immer der Weg lang geht und lang gehen soll. Was immer das für Erfahrungen bringt.

Die ganze Aufwach-Szene schreit nach diesem Zustand, versucht ihn durch Praktiken, durch Methoden, durch Substanzen zu erreichen. Der Moment ist aber immer schon da. Ihnen gefällt meistens nur nicht, was sie da vorfinden.

Diese von mir beschriebenen Menschen, die dafür geboren sind, die Hingabe hier wieder zu etablieren, scheinen die Letzten zu sein, wenn man mit den alten Ansichten draufschaut. Und sie sind für mich definitiv die Ersten, wenn es um das ursprüngliche, hingebungsvolle Sein im Moment geht, das Geführtwerden und Sichführenlassen, das Akzeptieren und Daseinlassen von ALLEM.

Was der Moment von ihnen, von uns will – ich zähle mich dazu - ist nicht immer rosarot. Was wir erfahren und fühlen sollen, was durch uns geschehen soll, entspricht so gut wie nie einem Hochglanzmagazin. Es ist das volle, pralle Leben mit allen Erfahrungen, allen Aspekten, allen Gefühlen, allen erdenklichen und unerdenklichen Facetten und Tiefen.

Die äußeren Umstände erzählen nichts aber auch schon rein gar nichts über das wahre Wesen von solchen Menschen. Die Umstände verändern das Wesen nicht. Sie verändern ihr Wesen nicht. Sie sagen nichts über uns aus. Über die, die wir wirklich sind. Wir sind in dieser Welt, aber nicht von ihr. Wir verlieren uns nicht im Materiellen. Wir definieren uns nicht über das Materielle. Wir sind damit nicht zu verführen und nicht zu bedrohen, nicht von uns wegzubringen. Wir sind für die Hingabe gekommen, die Hingabe an das, was sein soll. Erst gezwungen dazu und dann mehr und mehr, durch und durch freiwillig. Für nichts anderes sind wir hier. Das ist unsere größte Gabe. Unser Dienst. Das, was wir hier verankern. Das, wofür wir stehen. Und wir können in all dem stehen. Aufrecht. Zu uns. Für uns ein und auf. Im Feuer tausendfach geschmiedet. Verbrannt und wieder auferstanden. Phönixe.

Ich liebe die Schönheit dieser Wesen. Ich liebe es, sie anzuschauen, mit ihnen sein zu dürfen. Die klaren Linien, das Griffige, das Konkrete, diese Bereitschaft, die Kraft, die Präsenz, die Tiefe, die Ruhe, das Unaufgeregte, das Volle, das Hingebungs-Volle.

DANKE! Danke für einen jeden von euch, von uns. Danke für diesen riesigen Dienst, der so oft so verkannt wird. DANKE! Und danke an das große, wundervolle Wesen, dem ich gestern ganz neu begegnen durfte, durch das mir all das so sehr bewusst geworden ist. Danke, Susanne!