Freitag, 30. Januar 2026

Geliebte des Lebens

Ich gehöre dem Leben. Niemandem sonst.
Ich bin verheiratet. War es im Grunde schon immer. Mit der Schöpfung selbst.

Meine Hingabe und völlige Ergebung gilt meinem Ursprung, dem Ursprung von allem. Das ist, in tiefer Beziehung zu mir selbst, die tiefste Beziehung, die ich "nach außen" habe. Kein Mensch, kein Mann kann diesen Platz je einnehmen. Nichts und niemand kommt da dazwischen.

Ich bin vergeben. Ich bin ergeben. Ich empfange das Leben selbst. Setze es um.

Ich bin, mich selbst habend, darin eingebettet. Getragen und dienend zugleich. Treu über alles hinaus. Meine Loyalität ist. Das steht über allem.

Da ist meine Führung.
Darin ist meine Erfüllung.

Ich - erkannt - im Einssein.
Liebend und geliebt.

Geliebte des Lebens.
Hier, das zu sein.



Montag, 19. Januar 2026

Vom Wir-Wollen, ohne Ich-Wollen

Ich mag zu meinem letzten Post ergänzen, dass es noch ein ausgeprägteres Phänomen von ungesunder Selbstlosigkeit gibt:

Ich beobachte immer wieder unzählige Menschen, die schon fast manisch ein Wir anstreben, ohne sich nur ansatzweise selbst zu wollen. Sie wollen andere, aber sich selbst überhaupt nicht. Wollen Beziehung, ohne sich selbst begegnen oder berühren zu wollen. Reden von Selbstlosigkeit und Nächstenliebe, ohne dass sie dieses Selbst je gehabt hätten und ohne dass sie sich selbst in aller Gänze je geliebt oder überhaupt gekannt hätten.

Sie verweigern jede Selbstreflexion, jede Berührung mit dem eigenen Innersten und sehen allen Grund für Probleme nur beim anderen. Sie haben noch nicht mal die Idee einer Notwendigkeit, sich sich selbst zuzuwenden und externalisieren alles.

Sie halten sich oft für Gutmenschen, ein installiertes Selbstbild als Schutz vor all den ungeliebten Seiten in sich, und verhalten sich dabei eigentlich höchst "egoistisch", was aber aus dem hochgradig verletzten Ich resultiert. Auch da wäre der Weg der echten Selbstzuwendung, also zur Gesundung des Ichs, jedem Wir vornanzustellen. Und ich sage wäre, weil nichts und niemand im Außen ihnen das begreiflich machen kann, denn die ungeliebten Seiten darf niemand sehen, vor allem sie selbst nicht. Ihr wahres Ich ist unter Hochverschluss unberührbar.

Sie lösen sich in Gruppen nicht auf. Sie hat es noch nie gegeben und gleichzeitig dreht sich aufgrund ihres großen Mangels an eigentlich allem alles um sie, also ihr verletztes Ich.

Das alles hat keine Wertung. Ich sehe und benenne.

 


 

Das gesunde Ich kommt vor dem Wir

Es gibt Menschen, die lösen sich in Gemeinschaft regelrecht auf und richten all ihre Handlungen und Aussagen an den anderen aus, stellen ihre eigenen Bedürfnisse beiseite, ja nehmen sie vielleicht gar nicht mehr wahr. Nehmen sich als eigenes Wesen gar nicht mehr wahr. Sie schauen ganz automatisch, dass es vor allem den anderen gut geht. Ich komm da auch her.

Ein Relikt aus einer Kindheit, in der es galt zu funktionieren, nützlich zu sein, die unangenehmen Gefühle der anderen zu vermeiden, lieb zu sein, niemanden in den Erwartungen zu enttäuschen oder aufzubringen. Die Eltern, die Familie, der Betrieb, die Gesellschaft standen über allem und vor allem vor ihnen in der Relevanz und Wichtigkeit.

Erwachsene, die es in der Kindheit erlebt haben, dass alle anderen und alles andere vor ihnen kommen, existieren in Gruppen manchmal gar nicht mehr, können sie selbst nur alleine sein, können sich selbst nur alleine hören. Sie haben regelrecht ein schlechtes Gewissen, wenn sie eigene Bedürfnisse haben. Noch schlimmer wird es, wenn diese vielleicht gerade nicht mit den Bedürfnissen anderer harmonieren.

Doch der Weg der Selbstwerdung ist essentiell für ein gesundes Wir. Individuation ist essentiell für zuträgliche, menschliche, würdevolle Gemeinschaft. Es braucht das gesunde Ich, das sich selbst behalten darf, wenn andere zugegen sind. Dieses Ich ist ganz natürlich ein Beitrag. Für sich und für andere.

 


 

Mittwoch, 14. Januar 2026

Echter Genuss braucht für mich Sinn

Ich brauch die übergeordnete Wahrheit für echte, tiefe Erfüllung. Die Wahrheit über mich, mein Wesen, die Zusammenhänge, das Leben, Gott.

Keine Theorie. Keine Konzepte und Konstrukte. Ich meine die Wahrheit, tief aus dem Herzensgrund vernommen, mit jeder Zelle schwingend erfasst. Die Wahrheit, in der das ganze Wesen resoniert und vibriert, bevor ich nur einen Gedanken gedacht habe. Die Wahrheit, die immer schon da war, ist und sein wird, an die ich mich "nur" fühlend erinnern brauch.

Echter Genuss braucht für mich Sinn. Tiefen Sinn. Den weiten Horizont. Alle Ebenen des Seins. Das durchlebte, durchfühlte, erspürte Begreifen. Das Wissen um das Nichtsichtbare. Das Erleben meiner Selbstwirksamkeit in dieser riesigen Intelligenz.

Faszination und Genuss sind für mich automatisch da, wenn mir all das bewusst ist, wenn das Bild groß genug ist, die Augen sehend sind, das Herz um den großen Takt weiß. Eben, wenn ich mich an die Wahrheit erinnert habe.

 


 

Mittwoch, 7. Januar 2026

BegegnungsRaum - du & ich

Ich hab gerade ein bisschen Schnappatmung und ganz schön Respekt vor diesem Post, aberund: Ich kann nicht anders. Es hat sich innerlich geformt und steht jetzt mitten im Raum, wie ein riesiger, rosa Elefant, den ich unmöglich übersehen kann.

Die letzten Monate war so viel Innenschau und Einkehr bei mir dran, ich mag fast gar nicht in Erwägung ziehen, dass es tatsächlich dran sein könnte, wieder mehr in Begegnung zu gehen und gleichzeitig fühlen sich die Räume der 1:1-Begegnung gerade so kraftvoll und heilig an. So groß und weit und tief und relevant.

Was immer geschehen soll, was immer dran ist. Was immer die Begegnung von uns will. Ich mag mit dir präsent im Moment sein und gemeinsam erforschen und erspüren, es passieren lassen, uns passieren lassen, mit dir DA sein. Gewahr. Wach. Aus dem Innen heraus das Jetzt sichtbar machen. Der Stimmigkeit folgen. Pur. Roh. Wahrhaftig.

Ich bin gespannt, wer sich gerufen fühlt und ich bin gespannt, wie es dann in mir darauf reagiert, wo ein Ja auftaucht und wo vielleicht auch ein Nein. Melden kannst du dich unter mail@anja-reiche.de, dann sehen wir weiter.


Jetzt atme ich nochmal tief durch und klicke auf "posten". Mögen die Dinge ihren Lauf nehmen.

✨💖✨

(Bezüglich Geld kann ich gerade gar nichts sagen, in letzter Zeit immer weniger. Wie wenn es gar nicht mehr bei mir liegt, in irgendeiner Form Einfluss zu nehmen oder mich dazu zu äußern. Da kommt immer nur ein Schulterzucken in mir. Ein "ich weiß es nicht".)



Freitag, 2. Januar 2026

Vom Segen, das eigene Innenerleben im Außen wiederzufinden

Es ist immer wieder erstaunlich, was es ausmacht, zutiefst verstanden und begriffen zu werden. Wenn jemand innere Erfahrungsräume beschreibt, die mir selbst total vertraut sind, von denen sonst nie jemand spricht, weil die wenigsten sie je betreten haben.

Mir ist es vertraut, dass ich meine Innenwelten kenne, wie die eigene Westentasche und ich so gut wie alleine damit bin. Ich verstehe mich zutiefst, habe Worte für all das und es ist eher selten, dass mir von außen Worte für mein Inneres gegeben werden können, die ich selbst nicht schon gefunden hätte.

Wenn das dann doch mal geschieht, spüre ich jedes Mal diese unglaublich magische Wirkung des Bezeugtwerdens. Dieses Gefühl, dass es da anscheinend noch mindestens ein anderes Wesen gibt, das mit mir Erfahrungshorizonte teilt. Nicht nur ansatzweise ähnliche, sondern die dafür verwendeten Worte könnten exakter und treffender nicht sein für die Welt, die ich in mir durchwandere und von der ich es bisher gewohnt war, darin alleine zu sein.

Mein Innenerleben tatsächlich außerhalb von mir wiedergespiegelt zu bekommen, mich auf diese Weise quasi von außen betrachten zu können, ist jedes Mal wie ein Stück nach Hause kommen, in die Welt kommen. Mein Innen ist im Außen wiederzufinden. Ich bin erkannt und damit ist mein Sein wieder noch vollständiger da. Wieder ist ein Teil der kindlichen Isolation durch das Fremdsein in der Welt aufgelöst.

Mein Innenerleben außerhalb von mir präzise benannt zu bekommen ist Heilung pur. Eine Form der Ganzwerdung, die ohne Gegenüber nicht möglich ist und die für meine Begriffe unersetzlich und unerlässlich ist, um ganz hier auf der Erde anzukommen, landen zu können, zu Hause zu sein. Etwas, was für eine gesunde Entwicklung in der Kindheit schon hätte passieren müssen, also was natürlicher Weise stattgefunden hätte, wenn ein gesundes Umfeld da gewesen wäre. Sauber und präzise wiedergespiegelt werden, sich im Außen tatsächlich selbst erkennen können, unverzerrt und vor allem mit dem Innenerleben in Kontakt mit anderen treten können, weil da auch bekannt.

Was für ein Segen und Geschenk, dass es jetzt geschehen kann. Was für ein großer Dienst am Nächsten. Dieses Erleben erstaunt und berührt mich immer wieder zutiefst und die Wirkung haut mich jedes Mal schier um, die Wirkung davon, mein komplexes, riesiges Innen genauso komplex und erschlossen da draußen zu sehen.


Nachtrag:
Ich bemerke gerade, wie sehr ich "verstanden sein" gleichsetze mit "fühlend begriffen". Was es ausmacht ist tatsächlich, dass jemand überreißt, was eine bestimmte Situation, ein Umstand, Zustand emotional gerade für mich bedeutet, wie ich mich darin, damit fühle, welche Konsequenzen das hat. Auf welche Innenwelten ein Geschehen bei mir trifft. Es geht um das "Bekanntsein" meiner inneren Landschaften, meiner Bewusstseinsweite, meines Wesens und ein Erfassenkönnen der (emotionalen) Kausalitäten zwischen mir und der Welt. Oder so ähnlich... 😉
 
Und all das fühle ich als gegeben, wenn jemand seine Innenwelten schildert und ich mich darin wiederfinden kann. Da spricht jemand von etwas, was sonst nur ich kenne. Ich fühle mich begriffen, obwohl der andere eigentlich gar nichts von "mir" weiß und begreift. Nur dadurch, dass da scheinbar noch jemand das kennt, was ich kenne, ohne dass wir uns kennen müssen. 😂


 

Donnerstag, 1. Januar 2026

Ich war nie ahnungsloser

Nicht auf diese Weise. Nicht zu vergleichen mit der Ahnungslosigkeit, in der ich weder wusste, wer ich bin, noch was das hier alles soll.

Diese Ahnungslosigkeit jetzt ist anders. Mir hat sich der Lebenssinn erschlossen, mein Sein, das Individuelle. Und es ist, als hätte ich all das wieder aus der Hand gelegt.

Wie ich neulich schon sagte: Es ist nichts mehr übrig. Alles, was mal so naheliegend war und so lange so stimmig für meinen Selbstausdruck war, zu meinem Wirken gehörte, fühlt sich nicht mehr relevant an. Das neue Jahr wird nicht einfach eine Fortsetzung oder logische Schlussfolgerung von dem, was bisher war.

Ich bin blank. Kein Wunsch. Keine Sehnsucht. Kein "Das will ich unbedingt erfahren und erleben." Kein Gefühl für irgendwas, was dran sein könnte, was noch zu tun wäre. Tatsächlich wüsste ich nicht im Ansatz, was nach all diesen Prozessen, Läuterungen und inneren Durchbrüchen kommen sollte. Wo und wie es weitergehen könnte in der Evolution, was da noch auf dem Zettel sein könnte und jetzt genau richtig und wichtig für mich. Und mit wissen meine ich immer spüren, fühlen, wahrnehmen vom Äther. Es geht schon lange nicht mehr ums Denken, Ausdenken, Überlegen und selber aus dem Hut zaubern.

Vom Anstehenden zeigt sich nicht der leiseste Fitzel. Ein leeres Blatt. Nein, eine leere, weite Ebene. Das Bisherige liegt in dem Bild hinter mir. Es ist durchwandert. Ich schaue in dieses Nichts vor mir, das noch keine Formen hat, keine Wege, keine Landschaft. Noch gilt es, keinen Schritt zu tun. Es wäre zu früh und dafür gibt es gerade auch keine Energie zur Verfügung gestellt. Ich kann nur da sein. An der Schwelle. Bereit. Was immer sich offenbaren mag. Was immer der Ruf sein wird. Bereit für alles, was das Leben von mir möchte und mag es noch so außergewöhnlich sein.