Ich hab DICH vermisst. In der Kindheit. Unendlich vermisst. Konnte DICH nirgends da draußen finden. Nichts hätte ich mehr gebraucht, als DEINE Gegenwart, den Raum, der DU bist, gelebt, präsentiert durch Menschen, zu finden in meinem Zuhause der Kindheit.
Aber da warst DU nicht. Ich konnte DICH in keinem antreffen. Niemand hat DICH verkörpert. In keinem konnte ich DIR begegnen. DU hast mir so gefehlt. Nirgends hatte ich den Halt, um meine Wurzeln zu schlagen. Nirgends fester Grund. Nur Geröll. Nur notdürftige Scheinstabilität. Leere. Substanzlosigkeit. Gottlosigkeit. Der Schmerz darüber im Kiefer gespeichert, die Zähne symbolisch ohne Wurzeln, ohne gutes Fundament.
Jetzt hab ich DICH wieder und kann umso mehr spüren, wie sehr DU mir als Kind gefehlt hast, wie sehr ich DICH vermisst habe, wie sehr ich es gebraucht hätte, in DIR zu wurzeln.
In Gott wurzeln. Mit DIR und in DIR groß werden, DEINEN Halt spüren, DEINE Liebe, DEINE Wärme, DEIN Michumgeben, eingebettet sein in DIR, zu jeder Zeit um DICH wissen, DICH spüren und hören.
Ich weine. Ich weine für die Haltlosigkeit der Kleinen. Ich weine für die Leere von damals. Ich weine, weil das Vermissen, das Fehlen von früher endlich einen Namen hat. Ich weine vor Erleichterung, weil jetzt alles richtig ist, ich endlich wieder in DICH hineingesunken da sein kann.
In Gott wurzeln. Nachträglich. Rückwirkend. Die Kleine kommt heim. Zurück zu DIR. Zu mir. Die Dunkelheit und Düsternis von damals haben ein Ende. Licht und Wärme ziehen ein in das Kinderherz, in das Kinderzimmer. Da ist nicht mehr nur ein Schutzengelbild an der Wand und darüber hinaus graue, kalte, beängstigende Einsamkeit und Unstimmigkeit. Jetzt ist alles erfüllt von DIR. Die Kleine weiß und fühlt die Wahrheit, DEINE Wahrheit, DEINE Gegenwart, DEINE Liebe, DEIN Wohlwollen, DEINE Wärme, Güte und Weisheit.
Dieses Mädchen geht sicher und stabil in der Welt, ihren Weg, DEINEN Weg. Sie leuchtet regelrecht und strahlt, sie ist erfüllt und ihre Augen funkeln wissend. Endlich hat alles den Sinn, die Ordnung, um die sie immer irgendwie gewusst hat, sie aber nirgends in der Welt, in ihrem Umfeld, in ihrem Leben finden konnte.
In Gott verwurzelt. Sie. Endlich. Zu Hause. Danke für diese heilige Korrektur.
