Donnerstag, 21. Februar 2019

Ich darf im Herz bleiben

Ich kenne es nur zu gut aus meiner eigenen Zeit, als ich angefangen habe, Dinge zu hinterfragen. Dinge wie die "sichere" Rente, dass es nun mal so ist, dass man irgendeinem Job nachgehen muss, dass man nicht so einfach aussteigen kann, dass das Leben eben kein Ponyhof ist, dass man immer wieder Kröten schlucken muss und dass man nicht einfach seiner Freude folgen kann. Wo kämen wir denn da hin? Stell dir nur vor, das würde einfach jeder machen. Ts...

Die Stimme meines Herzens wurde lauter und lauter und sie hat mir ganz andere Dinge gesagt, als das, was ich da so gemeinhin in der Gesellschaft gesehen habe. 

So oft hab ich mich einschüchtern lassen, bin eingeknickt, habe angefangen wieder an mir zu zweifeln, habe meine Wünsche, Sehnsüchte und Träume verheimlicht und bin so manches Mal zu dem Schluss gekommen, dass mit mir irgendwas falsch sein muss. Irgendwie hatte ich da noch das Gefühl, dass der andere einfach "rechter" hat, dass ich es bin, die falsch liegt.

Auf die Idee, dass meine Meinung und meine Sicht genau gleichwertig ist, dass wir trotz Meinungsverschiedenheit auf Augenhöhe sein könnten, dass beide Wahrheiten nebeneinander existieren können und dass ich mich mit meiner Wahrheit nicht verstecken muss, bin ich lange nicht gekommen. Ich hab mich immer wieder angepasst und mich entweder ganz zurückgezogen oder habe große Teile von mir ausgeblendet.

Gestern habe ich mir ein Interview mit Christoph Fasching angeschaut. Auf die Frage, wie man in so einer Situation reagieren soll, wenn ein Verstandesmensch auf einen Herzmenschen trifft, kam sinngemäß diese Aussage: Du möchtest im Verstand bleiben. Respektiere bitte, dass ich im Herz bleiben möchte.

BÄHM! Das hat bei mir nochmal voll eingeschlagen. Plötzlich ist man in so einer Begegnung in seiner Kraft. Plötzlich ist da Augenhöhe. Plötzlich ist da ein ganz klares Statement von mir, eine ganz klare Ansage, dass ich mich bestimmt nicht verbiegen werde und auch nichts von mir verstecken werde. Da stehe ich mit meiner Meinung und das kann gut dazu führen, dass das Gespräch an dieser Stelle beendet ist, weil man so gar nicht mehr zusammenkommt. Und das ist in Ordnung.

Weil ich weiß, wie schrecklich ich mich früher oft gefühlt habe, wollte ich diese Aussage, diese Sicht der Dinge unbedingt mit euch teilen. Ich glaube, dass sie dem ein oder anderen seeeehr gut tun wird.


Much love!!! 💕

Text und Gestaltung: Anja Reiche


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