Dienstag, 5. Februar 2019

Heilung ist, ganz zu sein

Heilung ist, ganz zu sein, heil, vollständig, komplett, nichts mehr abzulehnen, nichts mehr als falsch zu bewerten. Ob es dabei um seelische Dinge, Gefühle, Umstände oder körperliche Symptome geht, ist egal. Heil sein bedeutet, das zu sein, was man schon ist. Genau jetzt!

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Ich dulde keine Ausreden mehr

Genau jetzt ist es gerade mal wieder so weit. Und witzigerweise sitze ich tatsächlich mal wieder im Bademantel vor dem Laptop und habe genau das Gefühl, das ich da vor eineinhalb Jahren hatte. Es ist kurz nach fünf Uhr morgens und dieser Bums hat mich aus dem Bett getrieben. 💥

Ich kann die Ausreden nicht mehr hören. Mir kommen sie im Moment tatsächlich zu den Ohren raus. Dieses "Ich würde ja gerne, aber..."

Wenn ich wirklich was will, dann geh ich dafür und dann gibt es einen Weg. Wenn ich etwas nicht will, dann finde ich Gründe und ein "Ja, aber...". Wenn ich dieses "Ja, aber..." finde, dann will ich nicht wirklich, dann will ich in Wahrheit jammern und betüttelt werden.

Eins kann ich wahrlich sagen, ich bin diesen verdammten Weg gegangen, hab manchmal das schier Unmögliche möglich gemacht. Ich erzähl hier nicht vom grünen Klee. Ich bin diesen fuck Weg gegangen, durch den Schlamm, durch den Dreck, durch meine persönliche Hölle. Ich hab meinen Job gekündigt, weil es nicht mehr ging. Ich habe mich auf Selbstfindung begeben, weil ich aus tiefstem Herzen wissen wollte, wer ich bin und was ich hier soll. Ich habe mir meine tiefsten Abgründe angeschaut, hab dunkle Stunden durchgestanden, Existenzängste gelitten, Panikattacken gehabt, körperlich gelitten wie sonst war, war pleite, krank, orientierungslos und hatte irgendwie immer eine andere Meinung als alle anderen. Gefühlt stand ich immer alleine da mit meiner Sicht der Dinge. Ich wollte mich nicht operieren lassen, ich wollte mir nicht irgendeinen Job suchen, nur damit Geld reinkommt. Ich wollte meine Wahrheit leben, mich leben und zwar komplett, ohne faule Kompromisse.

Ich bin dran geblieben, hartnäckig, radikal, stur, obwohl mir alle Welt gefühlt entgegen kam und ich der Geisterfahrer war. Ich bin für mich gegangen. Ich war entschlossen und ich wollte! Und dann hab ichs gemacht. Ohne Ausreden. Und es ging. Woher ich wusste, dass ich es schaffe? Ich wusste es nicht, ich wollte es. Und genauso funktioniert das Leben. Wenn du willst, geht's. Fertig!

Wenn du wirklich etwas verändern willst, dann bin ich für dich da und helfe dir, mit allem, was mir an Fähigkeiten zur Verfügung steht, um dich auf deinem Weg zu begleiten. Dann schmeiß ich mich mit allem rein und bin für dich da, unterstütze, helfe dir, deine blinden Flecken zu sehen. Aber du musst sie sehen wollen. Du musst wirklich hinschauen wollen.

Wenn du Ausreden finden willst oder jammern oder bemitleidet werden willst, dann bin ich nicht für dich da, dann stehe ich nicht zur Verfügung. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass ALLES geht, wirklich ALLES. Ich kenne meinen eigenen Weg, der wahrlich kein Zuckerschlecken war und ich kenne die sensationellen Wege von so vielen Menschen, die auch wollten und wollen. Ich sehe was wirklich möglich ist, wenn jemand für sich geht und entschlossen ist. Es gibt unzählige Beispiele. Egal, was du willst, da draußen sind welche, genau jetzt, die machen es schon. Sei einer davon!!!

Die äußeren Umstände sind nie das Problem. NIE! Wenn du bis hierher gelesen hast, dann wünsche ich dir jetzt viel Freude mit meinem Video. Dann kannst du das "aushalten". ;) 

Montag, 4. Februar 2019

Jede Welle strandet einmal

Es ist eine Illusion, wenn wir glauben, dass wir immer ganz oben auf der Welle sind, dass wir ewig eine Welle reiten können und niemals wieder ein Tief haben. Das wäre völlig unnatürlich. Jede Welle strandet einmal. Das Meer rollt ans Ufer, zieht sich zurück, um dann neuen Anlauf zu nehmen, sich neu aufzubauen. Keine Welle dauert ewig. Die Sonne scheint nicht durchgehend. Niemand möchte einen immerwährenden Orgasmus. Es braucht den Wechsel der Gezeiten. Es braucht das Hin und Her zwischen oben und unten. Alles andere ist gegen unsere Natur. Wir leben in Rhythmen, in Zyklen, in Phasen. Nichts, aber auch gar nichts bleibt für die Ewigkeit. 

Wenn wir glauben, erst dann ein gutes Leben zu haben, wenn wir nur noch oben sind, wenn wir 24 Stunden Glückseligkeit, 7 Tage die Woche haben, dann werden wir aus dem Rennen und Hasten, Verbessern wollen und Optimieren nie herauskommen. Wir werden nie „ankommen“, weil wir nicht merken, dass wir schon da sind. Da im Leben, mitten in der prallen Fülle von Allem-Was-Ist. Wer das Leben nur feiern kann, wenn er oben auf der Welle ist, wenn die Sonne scheint, der verpasst ziemlich viel. Erstens wird dann ganz viel als „falsch“ eingestuft, als „das darf so nicht sein“ und wir sind unzufrieden, wenn es dann doch so ist und zweitens kommen wir aus der Anspannung nicht heraus, weil es immer gilt, etwas zu vermeiden.

Die Welle wirklich reiten kannst du erst, wenn du auch weißt, wann du rausschwimmen musst, wenn du erkennst, wann sie sich aufbaut, wenn du ihren Rhythmus kennst, wenn du oft genug runtergefallen bist, wenn du lange genug geforscht hast, wenn du das Meer studiert hast, den Wind, das Wetter, die Strömung. Und du kannst erst richtig Wellenreiten, wenn du weißt, wann die Welle vorbei ist, wenn du weißt, wann du abspringen kannst von deinem Brett, wenn du weißt, welche wirklich „deine“ Welle ist und welche vielleicht jemand anderem gehört. Wenn du weißt, wann für dich vielleicht gerade ausruhen angesagt ist, zuschauen, anfeuern.

Wirklich Wellenreiten kannst du dann, wenn du ALLES daran magst. Jede Phase, jeden Bestandteil und wenn du dir nicht dazu zu schade bist, auch nass zu werden und ins Wasser zu fallen.


Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Umgib dich mit Menschen, die dich wachsen sehen wollen

Wie ihr wisst, bin ich ein sehr "hygienischer" Mensch, wenn es darum geht, mein Umfeld, mein Profil, meinen Blog "sauber" zu halten. Und damit meine ich, dass ich mich echt schnell "entfreunde", gerade auch auf Facebook.

Mir ist das sehr wichtig und vor allem merke ich, dass es mir so richtig gut tut. Menschen, die mir nicht wohlgesonnen sind, kann ich nicht gebrauchen. Gerade überlege ich, ob ich das so krass schreiben will, aber ja, ich will. Weil es wichtig ist und weil da viele selbst noch zögern. Das kann "man" ja nicht machen. So hart kann man ja nicht sein. Eigentlich ist er/sie ja ganz nett. Ihr versteht sicher, was ich meine und warum ich es gerade deswegen so klar sage.

Was für mich genauso wichtig ist, wenn nicht fast noch wichtiger, ist die Frage, mit wem ich mich stattdessen umgebe. Es ist immer großartig zu wissen, was man nicht möchte. Genauso wichtig ist es, zu wissen, was ich möchte.

Was will ich denn stattdessen? Wer tut mir gut? Welche Begegnung nährt mich? Bei welchem Austausch geh ich mit mehr Energie raus als ich rein bin (und das ist im Optimalfall auf beiden Seiten so)?

Was bei mir in den letzten Monaten und Jahren wirklich den Turboboost ausgelöst hat, waren die richtigen Menschen in meinem Umfeld, die, die mich wachsen sehen wollen. Die, die es ertragen, wenn man neben ihnen größer wird. Die, die das schon leben, wo ich gerne hin will oder zumindest ebenfalls unterwegs sind. Die, die mich unterstützen und feiern, die wollen, dass es mir richtig gut geht, dass es leicht geht, die Verrückten, die an das Unmögliche glauben, die groß denken, Leichtigkeit als ihr Ziel erklärt haben.

Die, die für sich selbst gehen, die eine gewisse Radikalität an den Tag legen, die Dinge hinterfragen, die selbst denken, sich ihre eigene Meinung bilden und die auch äußern, Träumer, Visionäre, wohlwollende Menschen, die mit sich und dem Leben zufrieden sind, die ihren Fokus ganz klar auf das Gute in der Welt ausgerichtet haben. Die, die immer ehrlich sagen, was sie denken. Die, die nicht urteilen, die einfach alles stehen lassen können, wertfrei.

Die mich so nehmen, wie ich bin, die mich nicht verändern wollen und wenn, dann nur zu meinem eigenen Besten, nämlich zu dem, was ich für MICH will und nicht zu dem, wie sie es gerne hätten oder wie es für sie besser wäre. Menschen, die ihre eigenen Grenzen, nicht zu den meinen machen, sondern die helfen, meine eigenen Grenzen zu sprengen. Menschen, die immer wieder über den eigenen Tellerrand hinausschauen, die bereit sind Neues zu wagen, die das Unbekannte begrüßen, bei denen ein "das geht nicht" nicht gilt.

Menschen die großzügig sind, die geben und genauso gut nehmen können, Menschenfreunde, Lebensbejaher. Menschen, die sich und das Leben feiern, die neugierig sind, Entdecker, Pioniere, die, die die Dinge anders machen, die, die den Unterschied machen. Die, die dir ein warmes Gefühl im Bauch machen. Die, die dich wirklich sehen. Die, bei denen es gar keine Worte braucht. Die sind es, die dir gut tun, die dich beflügeln, inspirieren, die dich befruchten können.

Wenn du dich mit Menschen umgibst, die jeden Tag in ihrem eigenen kleinen Kosmos unterwegs sind, die keine Veränderung wollen, die jammern, nur das Negative sehen, dich ständig kritisieren, bremsen, klein halten wollen. Die dir ständig ihre Grenzen überstülpen wollen und dir erzählen, was geht und was nicht, was man darf und was nicht, die selbst keine Träume haben, die sich selbst nicht feiern, die das Leben nicht feiern, die sind es nicht wert, dass man Zeit mit ihnen verbringt. Vor allem dann nicht, wenn du selbst ganz anders tickst.

Schau dir an wo du hin willst in deinem Leben und dann schau dir genau an, wer dafür förderlich ist. Schau dir an, wer dir wirklich gut tut, wer dir wohlgesonnen ist, wer dich wirklich in deiner Größe sehen will, wer das für dich will, was du für dich willst: die nächstbeste Version von dir, deine höchste Vision von dir. Dein Licht, dein Leuchten, dein Strahlen, deine Essenz. Da bist du richtig. Dort kannst du wachsen. Das ist ein nährendes Umfeld. Und die finde, kompromisslos! Sie sind da draußen. Es gibt sie. Überall.

Zeig dich! Zeig dich mit deiner Vision, mit deinen Träumen, mit deiner Leidenschaft, mit deiner Wahrheit. Rede darüber, erzähl von dir. Vielleicht ist es der Bäcker von nebenan. Vielleicht die Frau vom Zahnarzt. Vielleicht ist es die Nachbarin, die seit Jahren Tür an Tür mit dir wohnt. Wenn du dich nicht zu erkennen gibst, kann dich keiner finden. Finde die, die dich wachsen sehen wollen, die mit der gleichen Mission unterwegs sind.

Bild: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Sonntag, 3. Februar 2019

Wahre Schönheit kommt von innen

Wisst ihr eigentlich, dass ich mich früher eklig fand? Ich dachte, dass meine bloße Existenz eine Zumutung für andere ist. Wenn mir jemand nahe kam, weil er mich vielleicht zur Begrüßung umarmte oder mir sogar einen Kuss auf die Wange gab, dann wäre ich gerne im Erdboden versunken. Hab innerlich gehofft, dass ich nicht nach Schweiß rieche, dass er sich nicht von meiner trockenen Haut abgestoßen fühlen möge, dass hoffentlich keine Schuppen von mir auf seinen Pulli gefallen sind.

Überhaupt, dass mir jemand vielleicht ein Küsschen geben wollte, konnte nur ein Versehen sein. Niemand will mir doch freiwillig nahe kommen. Ich hatte unfassbar oft und richtig heftig Herpes. Nicht nur an den Lippen sondern oft auch an der Nase, richtig großflächig und auffällig. Es hat genässt und gebrannt, war gerötet und irgendwann hat es ja angefangen sich zu schälen. Was hab ich mich dafür immer geschämt. Ich fühlte mich, wie wenn ein riesiger Leuchtpfeil über mir blinken würde, auf mich weisend, der rief: "Schaut euch dieses Ekelpaket an! Ist sie nicht widerlich?"

Jedesmal, wenn ich Herpes hatte und das war wirklich oft, hatte ich das Gefühl, dass alle Welt nur darauf achtet, dass ich noch sichtbarer bin mit meiner Ekligkeit, dass noch deutlicher wird, dass man lieber Abstand von mir hält.

Und tatsächlich kann Herpes ein Ausdruck des Ekels sein, den man sich selbst gegenüber empfindet. Er hält die Menschen wirklich auf Abstand, ist ansteckend und fast jeder, der Herpes hat, lässt Menschen in der Zeit nicht sehr nahe an sich ran. Man trinkt nicht aus dem gleichen Glas, man küsst sich nicht, etc.

Von dem Umstand, dass ich mich selbst eklig fand bis zu dem Punkt, dass ich mich in meiner Haut pudelwohl fühle, mich hübsch fühle, mich als Geschenk für die Welt empfinde, war es ein Stück des Weges.

Letztlich kann ich gar nicht sagen, was genau den Umschwung verursacht hat. Es waren wahrscheinlich tausend kleine Minischritte auf meinem Weg zurück zu mir. Das Wichtigste war wahrscheinlich, mir dessen bewusst zu werden, dass ich so vernichtend über mich denke.

Irgendwann hab ich dann bemerkt, wie ich anderen gegenüber reagiere, die vielleicht Herpes haben oder Ausschlag und da war nicht annähernd die Abneigung, die ich immer bei anderen vermutet habe, wenn ich Herpes hatte. Also ja, da war jemand, der hatte Ausschlag im Gesicht. Ja, das fällt auf. Aber das macht ihn noch lange nicht hässlich oder abstoßend oder eklig.

Und dann kam der Moment, wo ich wieder Herpes hatte, in den Spiegel schaute, das Leuchten meiner Augen sah, meine innere Schönheit, mein Strahlen und mir war klar, dass nichts und niemand mir diese Schönheit abnehmen kann, auch kein Herpes. Ich bin auch mit Herpes wunderschön. Meine Seele, meine inneren Werte bleiben doch davon völlig unberührt, ja sogar unbeeindruckt.

Ich bin wunderschön. Ich liebe mich aus tiefstem Herzen. Ich liebe das Leuchten in meinen Augen. Ich liebe jeden Zentimeter an meinem Körper, auch die mit Cellulite. Ich liebe mich mit unrasierten Beinen. Ich liebe mich mit verstrubbelten Haaren morgens nach dem Aufstehen. Ich liebe mich mit Pickeln. Ich überschminke nichts. Ich schminke mich gar nicht. Nichts im Außen kann etwas an meiner inneren Schönheit, an meinem Strahlen und Leuchten ändern. Nichts kann es mir geben und nichts kann es mir nehmen.

Es gibt da diesen herrlichen Spruch: "Um morgens im Bad Zeit zu sparen, bin ich von Natur aus schön." Ganz meine Rede! Davon wollte ich euch heute einfach mal erzählen. UND der Artikel darf selbstverständlich geteilt werden.


Foto: Wolfgang Menger
Text und Gestaltung: Anja Reiche


Samstag, 2. Februar 2019

Geborgenheit

Heute floss mal wieder alter Schmerz. Ich konnte diesen Druck aus der Kindheit spüren, diese Anspannung, das Gefühl, wie es war, liefern zu müssen, mich anzupassen, mich hinten anzustellen mit meinen Bedürfnissen.

Diese innere Anspannung, dieser Unmut, wenn ich wusste, dass ich gleich noch was erledigen muss, eine Pflicht, die mir auferlegt wurde und eigentlich überhaupt keine Lust hatte. Dieses Gefühl wenn mir etwas total zuwider war und ich es trotzdem tun musste.

Da war dieses Brennen in meiner Seele, das immer dann da war, wenn ich einfach nur SEIN wollte. Wenn ich mich danach sehnte, dass mein bloßes Sein reichen würde. Ich wollte nichts müssen. Ich wollte nichts machen. Ich wollte einfach nur sein.

Da lag ich heute Nachmittag auf dem Sofa, eingekuschelt in eine Decke und dennoch war mir kalt, richtig von innen heraus kalt. Ich spürte die Wärme der Decke, die Weichheit und plötzlich wurde mir klar, was ich damals gebraucht hätte: Geborgenheit! Einen Ort, an dem ich einfach nur sein hätte können. Ohne Anforderungen, ohne Ansprüche, ohne Leistungserwartung, ohne Druck, ohne Pflichten, ohne Strafen. Ich hätte einfach nur sein wollen und so damit genug sein wollen für meine Familie.

Ich hab den Schmerz bewusst da sein lassen, hab geweint, gegähnt (ein sicheres Transformationszeichen bei mir), mein kleines Mädchen gehalten und nach 10 Minuten war es auch wieder gut.

Diesen Ort, an dem ich sein kann, an dem ich diese Geborgenheit heute erfahre, den habe ich in mir. Das wurde mir nochmal richtig bewusst. Ich habe über die letzten Jahre ausgemistet. Habe alles MÜSSEN rausgeworfen. Ich bin jetzt diejenige, die mich sein lässt, die mich annimmt, mit allem, auch mit dem Schmerz von früher. Ich bin diejenige, die mir jetzt erlaubt, komplett ich zu sein. Und das tue ich wirklich und wahrhaftig. Daran gibt es nichts mehr zu rütteln. Da bin ich konsequent und radikal. Da gibt es keine Kompromisse mehr auf meine Kosten.

Ich sorge für mich, schaffe mir meinen Raum, in dem ich mich rundum wohl fühle. Ich bin mir genug. Ich bin genug. Mehr als genug. 

Geborgenheit ist ein Ort in mir, den ich selbst erschaffe.

Bild: Anja Reiche

Freitag, 1. Februar 2019

Vom Optimierungswahn und unserem Hang zur Selbstaufgabe

"Wir erkennen uns im anderen."
"Die anderen spiegeln uns unsere Themen."
"Wenn uns etwas triggert, können wir nur bei uns schauen, dann gibt es da noch was zu heilen."
"Erst, wenn uns in Begegnung mit anderen, nichts mehr triggert, haben wir all unsere Themen fertig bearbeitet."

Das ist schon alles schön und gut und sicher auch richtig. Wir können wirklich immer nur bei uns selbst schauen. Diese ganze Thematik birgt aber auch eine große Gefahr, nämlich die Gefahr, dass wir uns zu Tode optimieren, uns selbst auflösen und jede emotionale Regung als "Trigger" sehen, als einen Hinweis auf eine Wunde.

Manchmal "triggert" uns aber auch etwas ganz anderes. Manchmal regen sich nämlich auch einfach mal unsere eigenen Bedürfnisse und Ansprüche. Manchmal fühlen wir uns in Begegnungen unwohl, weil wir Dinge über uns ergehen lassen, die uns nicht gut tun. Und dann glauben wir, wir würden uns unwohl fühlen, weil da ein Thema für uns drin steckt. Dann müssen wir nur so lange an uns arbeiten, uns optimieren und heilen, bis wir so geschmeidig sind und diesem Menschen wieder begegnen können, ohne dass es etwas mit uns macht.

Was für eine Illusion! Was für ein Schmarrn (wie der Bayer sagt)!!!! Wenn da zum Beispiel jemand ist, der dich permanent zutextet, ständig über deine Grenzen geht, der dich als Mülleimer benutzt und dich als Menschen überhaupt nicht mehr sieht und du dich in dieser Begegnung unwohl fühlst, dann ist das eine verdammt gesunde Reaktion von dir. Dann gibt es da nichts mehr zu heilen bei dir. Dann hat das genau so viel mit dir zu tun, dass du dich umdrehen darfst und gehen darfst. Das ist alles, was es da zu tun gilt. Du musst nicht so lange an dir rumbasteln, bis du diesen Menschen ertragen kannst. NEIN!!!!!!! Hör bitte auf mit sowas.

Du übergehst damit völlig deine Grenzen. Du nimmst dir selbst die Würde. Du lässt dir deinen Raum nehmen. Du sagst dir mal wieder, dass mit dir was nicht stimmt, sonst könntest du ja diesem Menschen begegnen. Wenn dieser Mensch aber nunmal so gar nicht auf deiner Frequenz ist, dann ist es sogar ziemlich gut, dass du die Begegnung mit ihm nicht haben kannst.

Es ist nicht das Ziel, so lange an dir rumzuschrauben, bis du angepasst genug bist. Es ist das Ziel, Menschen zu finden, die dich so nehmen wie du bist. Bei denen du dich wohl fühlst, ohne erst ein Optimierungsprogramm zu absolvieren. Das Ziel ist, deine Herde zu finden. Und die gibt es!

Ich hab soooo viele Jahre gedacht, dass mit mir irgendwas nicht stimmt. Immer war ich die Komische. Egal, um welche Gruppe Menschen es ging, irgendein Teil von mir, war immer scheinbar inkompatibel. Irgendwas fühlte sich immer unrund an. Irgendwie gehörte ich schon dazu, aber nie so ganz. Und ich versuchte mich anzupassen, zu verändern, versteckte manche Ansichten in den Begegnungen, nur um nicht anzuecken, nur um nicht schon wieder die Komische zu sein, die Anstrengende, die, die Dinge hinterfragt, die, die die Dinge einfach anders sieht, die nichts als gegeben hinnimmt, die auch einfach mal schweigen will, die nicht immer Action braucht, die in die Tiefe gehen will, die Träume und Visionen hat, die Menschen in ihrer Essenz erleben will.

Da war diese unstillbare Sehnsucht in mir, endlich irgendwo dazuzugehören, endlich Meinesgleichen zu finden. In einer medialen Coaching-Session kam es dann auf den Punkt raus: Ich suche nach meiner Herde! Und die gute Nachricht: Diese Herde gibt es tatsächlich. Meine Sehnsucht war völlig begründet UND diese Sehnsucht ist so menschlich und normal, so natürlich, ein Grundbedürfnis von einem jeden, das wir haben dürfen und das nach Erfüllung strebt. Immer!

Wir müssen uns nicht verbiegen, um irgendwo dazuzugehören. Wenn wir uns verbiegen müssen, dann ist es nicht unsere Herde. Wenn wir einen Teil von uns verbergen müssen, dann ist es nicht unsere Herde.

Tatsächlich hab ich meine Herde gefunden. Erst kamen vereinzelte Mitglieder in mein Leben, so nach und nach, weit verstreut. Und seit gut eineinhalb Jahren rennen sie mich schier über den Haufen und scheinen hinter jeder Ecke vorzuspringen. WAS FÜR EIN GESCHENK!!!! Diese Herde ist so ein Gottesgeschenk! Endlich bin ich richtig. Endlich kann ich komplett und in jeder Sekunde so sein wie ich bin. Endlich gestehe ich mir diese Ansprüche zu. Endlich mache ich keine faulen Kompromisse mehr. Die Befürchtung, dass ich am Ende alleine dastehe, wenn ich so hohe Ansprüche habe, hat sich in Luft aufgelöst. Viel mehr weiß ich jetzt, dass genau diese Ansprüche dafür gesorgt haben, dass ich die Herde finde, denn wenn ich nicht zu mir und dem, was ich brauche stehe, dann kann es auch nicht in mein Leben kommen.

Heute kann ich sagen: Drunter mach ich es nicht mehr!!! Entweder, ich kann in einer Begegnung alles von mir zeigen, oder ich lass es sofort und gehe meiner Wege. Alles andere ist Zeitverschwendung. Entweder ich fühle mich pudelwohl, oder ich drehe mich um und gehe. (Natürlich hab ich vorher gecheckt, ob irgendwas davon mein Thema ist. 😉 )

Diese Herde endlich zu haben, ist eins der größten Geschenke überhaupt. Diese Zugehörigkeit erleben zu dürfen, macht mich demütig. In dieser Herde komplett ich sein zu dürfen und dafür auch noch gefeiert zu werden - unbezahlbar!

Es gibt diese Herde auch für dich!!!

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche


Donnerstag, 31. Januar 2019

Erwecke den Magier in dir!

Gestern ist dieses Bild unten entstanden. Ich wollte eigentlich etwas ganz anderes bei Canva machen. Und dann ergab eins das andere, ein Klick hier, ein Klick da und fertig war es, ohne genau zu wissen, was es bedeuten soll.

Gleichzeitig weiß ich ganz genau was es bedeuten soll. Ich glaube, das ist für viele gerade dran. In jedem von uns schlummert dieser Magier. Er ist da, schon immer da gewesen. Wir sind magische Wesen, Geistwesen, kraftvolle Schöpfer. Wir sind Schwingung. Wir sind Frequenz. Wir sind Bewusstsein.

Wisst ihr, dass jedes Atom zu ca. 99,9999 % aus Schwingung besteht? Ist das nicht verrückt? Nur ungefähr 0,0001 % eines jeden Atoms erscheinen fest, sind tatsächlich grobstofflich. Stell dir das mal vor! Ein Fels zu 99,9999 % aus Schwingung... Und nur 0,0001 fest. Krass, oder? Dabei erscheint es genau anders herum.

Das gleiche gilt für unseren Körper, für den Stuhl, auf dem wir sitzen, für einfach alles. Wir sind so viel mehr mit allem verbunden, als wir immer dachten. Wir sind Schwingung, im wahrsten Sinne des Wortes. ALLES ist Schwingung.

Fühl mal den Stuhl, auf dem du sitzt, mit diesem Bewusstsein, dass er zu 99,9999 % aus Schwingung besteht genau wie dein Körper, der auf diesem Stuhl sitzt. Merkst du, was dieser Blickwinkel für einen Unterschied macht? Ihr seid plötzlich ein und dasselbe. Plötzlich ist da keine Trennung mehr.
Es ist jetzt an der Zeit, uns das wieder ins Bewusstsein zu rufen. Wir dürfen uns wieder erinnern, dass nicht wir der Materie unterliegen, sondern die Materie unserem Geist, also uns, unterliegt. Sie entsteht aus unserem Geist. Aus Gedanken werden Dinge. Alles, was es gibt, wurde irgendwann "erdacht". Allem wohnt eine Intelligenz inne. Alles hat Bewusstsein.

Was, wenn wir wieder anfangen, mit den Dingen zu kommunizieren? Was, wenn wir uns wieder mit allem und jedem bewusst verbinden, in Kontakt treten, in Beziehung treten? Was, wenn diese bewusste Verbindung der Schlüssel zur Magie ist? Was, wenn ein absichtsloses, wertfreies Betrachten von allem, dazu führt, dass es zurück in seinen Urzustand fallen kann, zurück in die göttliche Ordnung? Was, wenn sich mit diesem Bewusstsein alles reguliert, alles heilt, alles wieder an seinen Platz zurückfällt, auch du? Was, wenn die allumfassende, bedingungslose Liebe die Frequenz ist, auf der ALLES möglich ist? Was, wenn diese Liebe unser Zauberstab ist und die Absichtslosigkeit alles möglich macht?

Was, wenn wir einfach nur einen Raum öffnen müssen, einen inneren Raum, grenzenlos und uns dort dem Leben zur Verfügung stellen "müssen"? Jede Zelle in uns kommt mit einem bestimmten Auftrag zur Welt. Eine Leberzelle hat eine andere Funktion und Aufgabe als eine Zelle der Lunge. Und jede Zelle kennt ihre ursprüngliche Aufgabe. Eigentlich...

Manchmal kommt da etwas ins Ungleichgewicht, weil wir ins Ungleichgewicht kommen, weil wir unsere wahre Natur vergessen, unseren Rhythmus missachten, vergessen wer wir sind.

Was, wenn ein jeder von uns genauso einen ursprünglichen Auftrag hat, wie eine jede Zelle ihn hat und wir ihn nur vergessen haben? Was, wenn wir uns lediglich erinnern brauchen, die Information wieder zulassen können, in dem wir diesen absichtslosen Raum aufmachen, in dem alles in seinen Urzustand zurückfällt? In dem wir in unseren Urzustand zurückfallen können? Was, wenn das die Magie des Lebens ist und mit dieser Einstellung alles magisch wie von alleine passiert?

Mein Herz sagt mir, dass es genau so ist! 🙏🧙‍♂️🧚‍♀️🧞‍♂️💫🔮






Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Mittwoch, 30. Januar 2019

Herzensweg oder Holzweg?

Gestern durfte ich einen Menschen ein Stück begleiten, der voll und ganz auf seinem Herzensweg ist. Dennoch ruckelt und schüttelt es im Moment so heftig in seinem Leben, dass er sich ernsthaft gefragt hat, ob das überhaupt sein Weg ist.

Ich glaube viele von uns kennen genau das. Wir gehen für unseren Traum, wir tun alles für unsere Vision und dennoch scheinen wir aus dem Stolpern und Straucheln nicht herauszukommen. Das Leben scheint uns einen Stein nach dem anderen in den Weg zu legen und es ist alles, nur nicht leicht, die Gefühle fahren Achterbahn.

Da ist die Frage wirklich berechtigt, was denn da eigentlich los ist. Die wertvolle Essenz unseres Gespräches will ich so gerne mit euch teilen. Sie ist einfach zu wertvoll, als dass ich sie für mich behalte.

1. Wenn wir beginnen, unseren Weg zu gehen, immer mehr uns selbst zu leben, in die innerliche Freiheit und Selbstbestimmung zu gelangen, dann kommen all die alten Gefühle, Denkmuster, Glaubenssätze und Anteile hoch, die uns zeigen, wo wir eben noch nicht wir selbst sind. All das kommt dann zum Vorschein, damit es gesehen und erlöst werden kann. In diese Freiheit zu kommen, bedeutet ja genau, all das Alte loszulassen und dafür muss es uns bewusst werden. Wenn wir dann also in Situationen kommen, in denen wir uns klein, ohnmächtig, überfordert, unfähig, wertlos, etc. fühlen, dann oftmals nur, damit wir uns dessen bewusst werden, damit das alles gefühlt werden darf, was wir vielleicht lange verdrängt hatten und mit diesem Fühlen gehen darf. Wir sehen es jetzt, wir sind in der Lage, die Gefühle anzunehmen, durchzufühlen und sie zu erlösen. An unserer Vision ändert das alles nichts. Die bleibt die gleiche, nur werden wir in solchen heftigen Momenten noch mehr zu dem, der zu dieser Vision passt. Wir kommen mit dieser Erlösung der Schwingung wieder ein Stück näher, die auch unser Traum hat. Wir passen uns langsam aber sicher der Frequenz an.

2. Manchmal haben wir unbewusst vor unserer Größe und der vielleicht anstehenden Veränderung so einen Heidenrespekt, dass es einen Teil in uns gibt, der vielleicht sabotiert, der viel lieber im alten, gewohnten Umfeld bleiben will. Auch das ist möglich. Schau also hin. Gibt es da etwas in dir, dass lieber doch keine Veränderung will? Ist da ein ängstlicher Teil in dir, der unbewusst verhindern will, dass das Neue kommt, das Ungewissen, dass du dich zeigst wie du bist, dass du sichtbar wirst?

3. Es kann auch sein, dass wir wieder und nochmal eine kraftvolle Entscheidung für unsere Vision treffen dürfen. Ich kenne das von meinem Weg, von meinen eigenen Visionen. Nehmen wir zum Beispiel mein tiefes inneres Wissen, dass ich freiberuflich arbeiten möchte, dass ich nie mehr in eine Festanstellung will. Ganz tief in mir wusste ich immer, dass das mein Weg ist, dass das das Leben ist, welches ich möchte. Frei, selbstbestimmt meine Gabe in die Welt bringen. Doch wie oft hab ich daran gezweifelt? Wie oft war ich so verunsichert von den Umständen, vom Umfeld, von meinen eigenen alten Überzeugungen, dass ich doch wieder überlegt habe, ob ich mir nicht einen kleinen Bürojob suche. Nur für den Übergang selbstverständlich. Bis das andere da ist. 😉 In solchen Momenten sind wir nicht fokusiert. Ich wankte, ich strauchelte, ich verlor meinen Willen, meine Zuversicht, meinen Glauben. Was wird uns das Leben wohl liefern, wenn wir so drauf sind? Das ist wie eine Bestellung im Restaurant zu stornieren. Wir hatten eigentlich schon gesagt, was wir essen wollen und dann fragen wir uns doch wieder: "Ach, geht das wirklich? Ob das tatsächlich passt und möglich ist? Das ist bestimmt zu aufwendig. Und schmeckt mir das überhaupt? Soll ich vielleicht doch lieber was anderes nehmen? Naja, bis der Hummer geliefert wird, kann ich ja Pommes essen. Aber die schmecken mir eigentlich nicht und Sodbrennen krieg ich auch davon." Der Kellner steht da und wird alles tun, nur dir NICHT deine ursprüngliche Bestellung bringen. Er wird warten bis du klar bist und ihm deutlich sagst, was du willst. Und genauso funktioniert das Leben. Es wartet bis du klar bist. Wenn du dich also entschieden hast, vergiss die Alternativen. Bleib fokusiert und ausgerichtet und hör um Gottes Willen auf, ständig beim Kellner nachzufragen, wann denn der Hummer endlich kommt. Er wird kommen, wenn er fertig ist.😉




4. Wenn du dann diese Wahl getroffen hast und bereit bist, sie mit allen Konsequenzen, radikal und entschlossen auszuleben, alles danach auszurichten und dafür zu gehen, dann lass dich auch nicht von etwaigen "Hindernissen" abhalten. In den seltensten Fällen verläuft der Weg schnurgerade und ohne Stolpersteine, ohne Hinfallen oder Umwege. Eine jede Erfahrung auf dem Weg ist wichtig, ändert aber am Ziel nichts. Gedanklich, innerlich bist du nämlich schon da. Dein tiefes inneres Wissen sagt dir, dass es nicht die Frage ist, OB du es schaffst, sondern lediglich wann. Dieses tiefe innere Wissen erzeugt deine Realität. Kennst du die Übung, mit der bloßen Faust ein Brett durchzuschlagen? Du konzentrierst dich in der Vorbereitung, in der du deine Gedanken sammelst und dich fokusierst, nicht etwa auf das Brett. Nein! Weit gefehlt. Die ganze Aufmerksamkeit liegt auf dem Raum unter dem Brett, der Raum NACH dem Hindernis. Da schaust du hin, dieses Gefühl des "schon da sein" ist es, auf das du dich ausrichtest. In Gedanken bist du schon durch das Brett durch. Das Brett gibt es gar nicht mehr und es spielt überhaupt keine Rolle mehr. Ich bin schon durch. Ich bin schon da. Es ist schon passiert, bevor ich die Hand auch nur angehoben habe, um zuzuschlagen. Und wenn ich das fühlen kann, wenn all meine Power in diesem Zielzustand liegt, dann schlag ich zu und meine Hand gleitet durch das Brett wie durch Butter. Kein Hindernis ist wirklich ein Hindernis, wenn du, dein Gefühl, deine tiefste innere Weisheit das Ziel kennt.

5. Ein weiterer Aspekt, den ich ebenfalls aus eigener Erfahrung kenne, ist die Angst, dass es vielleicht doch eine höhere Macht geben könnte, die mich von meiner tiefsten Lebenswahrheit abhalten könnte. Die Angst, dass doch etwas passieren könnte, was ich nicht beeinflussen kann und das mich dann daran hindert, meine Vision zu leben, meinen größten Traum, meine Wahrheit, das wofür ich hier bin. Nun ist es immer ratsam, bereit sein zu sterben. Also in dem Fall, dass es eben auch passieren darf, dass der Traum nicht gelebt werden kann. Und bei dem Gedanken rebelliert alles in dir. Bei dem Gedanken, deine Vision nicht leben zu können, wird dir schlecht, die Nackenhaare stehen zu Berge, zu spürst ein riesiges NEIN in dir, alles wehrt sich, Widerstand ohne Ende. Du kannst und willst es nicht akzeptieren, dass du diesen Traum nicht leben darfst, kannst, sollst, weil sich das wie der Tod selbst anfühlt. Es nimmt dir Leben. Es ist nicht deine höchste Freude. Ich kenne das soooo gut. Diese eigene Wahrheit vielleicht doch nicht leben zu können, die bloße Vorstellung von einem anderen Leben, von einer Alternative, einem Kompromiss ist der blanke Horror und fühlt sich wie sterben an, innerlich absterben. Herzlichen Glückwunsch! Wenn dein Traum oder eben das eventuelle Platzen des Traums diese Gefühle in dir auslöst, kannst du sicher sein, dass es wirklich ein Herzenswunsch ist und keine Ego-Geburt. Das ist das eine.

Das andere ist die Angst vor der höheren Macht. Im letzten Frühjahr als ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt habe, eventuell ungewollt schwanger zu sein (was für mich genau diese Horrorvorstellung ist), habe ich bemerkt, dass ich genau vor so einer höheren Macht Angst hatte. Ich habe hingespürt, nachgeforscht und irgendwann festgestellt, dass ich befürchtete, meine Mutter, die es einfach nicht akzeptieren kann, dass ich keine Kinder will, könnte diese Macht haben und mir dazwischenfunken. Sie hat es sogar einmal fertig gebracht und ihren sehnlichen Wunsch, von mir Enkelkinder zu bekommen, an einen Barbarazweig zu hängen. Ich hatte totalen Schiss, dass sie es, wie auch immer, schaffen könnte, hier Einfluss zu nehmen. Ich habe bemerkt, dass ich hier meine Macht abgegeben hatte. Ich habe ihr, wohl schon in Kindertagen, Macht abgegeben. Immer wieder habe ich es als Kind erlebt, dass es eine höhere Macht gibt, der ich mich fügen muss, dass mir etwas/jemand dazwischenfunken kann. Ich habe es so oft erlebt, dass ich etwas tun musste, was ich nicht wollte. Und genau vor dieser höheren Macht hatte ich Angst. Sie sollte mich nicht von meinem größten Traum abhalten, in absoluter Freiheit meinem Ruf zu folgen. Ich bin meiner Mutter auf Seelenebene begegnet und habe alles zu mir zurückgenommen, was ich jemals abgegeben habe. Ich habe meine Macht und meine Verantwortung zu mir genommen und auf dieser Ebene gemerkt und tief gespürt, dass eine "Macht" nur dann Einfluss haben kann, wenn ich sie nicht selbst in Anspruch nehme. Frage dich also gerne, ob du irgendwann, irgendwo, an irgendwen Macht abgegeben hast. Wem oder was traust du zu, dass er dir dazwischenfunken könnte? Wem sprichst du mehr Schöpferkraft zu, als dir selbst?

Damit will ich es erstmal belassen. Ich glaube, das ist vorerst wieder genug Stoff zum Denken, Spüren, Fühlen und Verarbeiten. Ach und Teilen absolut erlaubt und erwünscht. Wie immer.








Foto, Text, Gestaltung: Anja Reiche

Dienstag, 29. Januar 2019

Was will noch integriert werden?

Heute bin ich wieder sanft, tief, liebevoll, weich. Ich liebe es all diese Facetten zu haben, zu spüren, auszuleben. Ich liebe dieses hin und her, diesen Tanz zwischen den Polen, das Auskosten der vollen Bandbreite. Gestern diese extreme Power, die Kraft, das eher Derbe und heute ganz mild und zart und fein.

Ich bin das alles. Laut und leise, stark und schwach, derb und liebevoll, verwirrt und klar. Da gibt es keinen Aspekt, der besser wäre als der andere. Ich will alles, alles will mich.  

Vorgestern hat sich dann auch bezüglich meiner Oma und der extremen Grantigkeit herrliche Klarheit eingestellt. Im Prinzip zeigt ihr Leben nämlich ganz deutlich was passiert, wenn man eben nur eine Seite lebt. Erst in den jungen Jahren dieses ständige Fügen und Anpassen, alles über sich ergehen lassen, sich unterordnen, alles schlucken, sich nicht wehren (können). Und dann fordert das Leben Ausgleich. Wir können nie dauerhaft nur die eine Seite leben. Das Leben will alles. Und dann kommt der extreme Umschwung in die andere Richtung. Dann kam bei ihr dieser machtvolle Part, andere in die Schranken weisen, Unterwerfung fordern, das Sagen haben wollen, jedem sagen, was er zu tun und zu lassen hat. Ganz knallhart und ohne Rücksicht auf Verluste, die Meinung kundtun. 

Für mich war es plötzlich so klar. Es war, wie wenn ich von außen drauf schaue und mir das Leben einen Film zeigt. Kein Aspekt, kein Gebaren ist besser oder schlechter als das andere. Es ist in Ordnung, sich manchmal zu fügen und unterzuordnen. Es ist in Ordnung, bei anderer Gelegenheit klar für sich einzustehen und lautstark seine Meinung zu vertreten. Gefügig sein ist genauso in Ordnung wie gallig und giftig sein.  

Ich glaube, wenn wir dieses Wogen annehmen, dieses hin und her, dieses auf und ab, das hell und dunkel, schwer und leicht, derb und sanft, groß und klein und alles bereitwillig ausleben und zulassen, dann werden, sind und bleiben wir gesund. 

Ich glaube, es ging wirklich nur noch einmal darum, alle Aspekte zu sehen, zu fühlen und zu integrieren, auch in unser Familiensystem. Die Grantigkeit wieder in den Kreis aufzunehmen, alles Verurteilte und Abgelehnte wieder reinholen, wieder an die Hand nehmen, wieder reinlassen, zulassen, sich dafür zu öffnen. 

Es ist ein Bild von Gestalten, die im Kreis stehen. Eine jede Figur steht für einen Wesenszug, für einen Anteil, für ein Gefühl. Manche wurden im Laufe der Zeit ausgeschlossen aus diesem Kreis, wurden verbannt, an den Rand gestellt oder ganz aus dem Raum geschickt. Vielleicht, weil "sowas" in der Familie noch nie geduldet wurde, vielleicht, weil ich persönlich irgendwann beschlossen habe, so aber nicht sein zu wollen. Diese Anteile dürfen jetzt wieder in den Kreis aufgenommen werden. Liebevoll und aus tiefstem Herzen darf hier Vergebung stattfinden und dürfen alle Urteile zurückgenommen werden.  

Es gibt nichts zu verurteilen. Die Frage ist eher, wo kann ich genau diesen Aspekt gut gebrauchen? Wo kann ich - in diesem Fall - diese Galligkeit gut gebrauchen? Wann ist es sinnvoll, dem anderen so richtig deutlich die Meinung zu sagen? Das ist nicht immer verkehrt. Es ist sogar sehr gesund, wenn man es kann. Es gilt also, sich hier die berühmte Scheibe abzuschneiden. Es gilt den Kreis wieder zu vervollständigen.  

Dieser Blick macht sanft. Dieser Blick macht verständnisvoll. Dieser Blick öffnet für die vielen bunten Farben des Lebens. Er macht weit für die Fülle an Seinszuständen, für die Fülle, aus der wir wählen können. Dieser Blick nimmt jedes Urteil zurück. Dieser Blick macht ganz und heil. ❤️🙏❤️

Foto: Canva

Montag, 28. Januar 2019

Marketing ohne Marketing


Uiuiuiuiuiui! Da wollte aber mal wieder was in die Welt. Mein Gott! Schnallt euch schon mal an, ich war grad voll in Fahrt. Zum Thema Business, Marketing und Professionalität "MUSSTE" ich unbedingt ein paar Takte sagen, das ging jetzt wirklich nicht anders.

Da braucht es keine Mailingliste, kein Businessnetzwerk, keine Kaltakquise. Das Professionellste ist, wenn wir echt sind, authentisch, ehrlich, pur!

Viel Freude mit meinem Bums und teilt das Video gerne! 🤩💥💪

Sonntag, 27. Januar 2019

Wir sind versorgt

Wo wir gerade bei den Tagen sind, die etwas mehr herausfordern als andere. (Das hab ich doch jetzt schön formuliert, oder? 😁😂) 

In dem Buch von Dain Heer "Sei du selbst und verändere die Welt" erzählt er eine so wunderbare und heilsame Geschichte. Diesen Ansatz, diese Idee dahinter will euch unbedingt weitergeben. 

Dain erzählt von einem älteren Mann, dessen Tochter eine Frühchen-Geburt erwartet. Der Mann fragt Dain wie er denn dieses Frühchen, seine Enkelin, am besten unterstützen könnte. Dain meint, er solle es berühren und dem Kind sagen, es solle sich alles von ihm nehmen, was es braucht, um seinen Weg weitergehen zu können. Ob das nun bedeutet, dass es lebt oder den Körper direkt wieder verlässt, wäre gleichbedeutend. Er solle dem Kind sagen, dass es sich, egal wie es sich entscheidet, richtig entscheidet.  

Der Mann hat genau das getan, als das Frühchen zur Welt kam. Er hat es berührt und ihm gesagt, dass es sich alles von ihm nehmen kann, was es für seinen Weg braucht, wie auch immer dieser Weg aussehen mag. Das Kind lebt und der Erzählung zu Folge, hat es mehr Leben in sich als viele andere Kinder. 

Was mich so berührt hat, war die Idee, dass da "jemand" ist, der bereit ist, uns alles zur Verfügung zu stellen, was wir für unseren Weg brauchen, dass wir uns nehmen können, was wichtig ist. Jeder sollte so einen "jemand" haben. Und tatsächlich haben wir das auch. Wir haben Mutter Erde. 

Stell dir vor, sie berührt uns genau so liebevoll und weise wie dieser Großvater es getan hat. Stell dir vor, sie lässt uns alles zufließen, was gerade wichtig für uns ist. Kannst du diese tiefe Verbindung, diese tiefe Liebe spüren? 

Gerade an Tagen, an denen es uns nicht so gut geht, an denen wir nicht klar sind, an denen wir zweifeln, an denen wir uns schwach und klein und vielleicht auch ohnmächtig fühlen, können wir uns genau daran erinnern. Da gibt es ein Wesen, das unser Bestes will und egal, welche Wahl wir treffen, dieses Wesen unterstützt uns mit allem, was wir brauchen und wir dürfen es getrost nehmen. Wunderbar, oder?

Foto: Canva

Auch Phasen der Lösungslosigkeit dürfen sein

Heute ist mal wieder so ein richtig seltsamer Tag. Diese Tage gibt es immer mal wieder. Irgendwas will ins Fließen kommen, braucht Aufmerksamkeit. UND ich bin riiiichtig scheiße drauf.

Die ganze Nacht hatte ich fiese Nervenschmerzen in den Flanken. Sie sind alte Bekannte. Ich kenne sie seeeehr gut und auch die Thematik ist mir vertraut. Es geht mal wieder um das "Erbe" väterlicherseits. Immer wieder darf ich mir das "Wesen" meiner Oma anschauen. Ich weiß, dass ich angetreten bin, um dieses Erbe, was schon über zig Generationen einfach weitergegeben wurde, zu unterbrechen, die Themen zu erlösen, die Schatten zu integrieren, die EMotionen in Fluss zu bringen.

Die letzten Tage kam es immer mal wieder vor, dass ich diese krasse Grantigkeit meiner Oma gespürt habe, ihre Verbitterung, ihre Gereiztheit, ihren uralten Groll. Es gab einen Tag, da war ich so brastig, so unzufrieden, so mürrisch, so sauer, so gallig und giftig, dass ich echt dachte: "Krasses Pferd! So fühlt sie sich also fast jeden Tag. Kein Wunder, dass sie alles und jeden anranzt, dass es ihr niemand recht machen kann. Wenn man so verbittert und vergiftet ist, dann kann nichts passen." Ich konnte spüren, warum sie so geworden ist, wie viel Enttäuschung sie erlebt habt, wie oft sie erniedrigt wurde, wie oft sie zutiefst ungerecht behandelt wurde, wie oft sie sich fügen musste, ohne es zu wollen, wie oft sie gegen sich selbst handeln musste.

Meine eigene Kranktheitsgeschichte, die ganze Sache mit der Galle, das war alles dieses Ding der Ahnen von der väterlichen Seite. Und ich bin hier, um mich dem zu stellen und eben nicht wegzulaufen, es zu verdrängen, auszusitzen oder dem gar "zum Opfer zu fallen". Das alles darf ein Ende finden. Und als ich da so saß und so giftig war, da kam irgendwann der Gedanke, sie (die Oma) solle doch ihren ganzen Rotz einfach nehmen und damit zurück ins Licht gehen. Man möge es mir nachsehen...

Manchmal hilft es aber tatsächlich, die Themen einfach an ihre Absender, an ihre eigentlichen "Besitzer" zurückzugeben. So vieles übernehmen wir, saugen wir auf, obwohl es nicht das unsere ist. "Ist das meins?" ist eine Frage, die ich mir oft stelle. In diesem Fall weiß ich, dass es nicht meins ist und irgendwie ja wieder doch, weil ich dieses Erbe ja nun schon auf körperlicher Ebene erfahren habe. Es ist also doch irgendwie an mir, es zu erlösen.

Und an Tagen wie heute, wo sich die Gedanken im Kreis drehen, wo ich die Dinge drehe und wende und nichts schlauer bin, da lass ich das alles dann einfach so. Ich weiß, dass ich nichts weiß. Diese Phasen der Verwirrung und der Lösungslosigkeit, die dürfen sein. Diese Tage, an denen mich Transformation echt nervt. Diese Tage, an denen ich mich frage, ob das nie aufhört. Wo ich mich frage, ob ich noch unbewusst an dem alten Mist festhalte und er deswegen da ist, oder ob es wirklich wieder einfach nur ein weiterer Schritt in die Heilung ist, weil etwas integriert, gefühlt, angenommen werden will.

So what? Es ist gerade wie es ist. Ich bin heute scheiße drauf. Ich bin gerade unklar und lass es einfach so. Eins weiß ich nämlich sicher, nichts, aber auch wirklich gar nichts, bleibt für die Ewigkeit. Jeder Zustand ändert sich wieder. Alles ist vorübergehend. Und wer sagt, dass es nicht morgen schon wieder ganz anders ist? Oder heute Abend? Oder gleich? 😉



Mit diesem Nichtwissen und dem gleichzeitigen Wissen, dass immer alles möglich ist, wünsche ich euch einen präsenten Sonntag! 💓


Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche



Samstag, 26. Januar 2019

Das, wonach ich mich sehne, sehnt sich auch nach mir.

Kennt ihr diese heiligen Momente, wenn man plötzlich einfach weiß, was der nächste Schritt ist, was JETZT dran ist? Dieses tiefe Wissen, was das Leben von dir will? Wo es dich als nächstes hinhaben will?

Ich liebe sie diese Momente und ich liebe es, sie so klar wahrnehmen zu können, sie zu hören. Ihr Flüstern ist kein Flüstern mehr, wie früher (oder ein Schweigen wie noch früher 😂), sondern eine klare, deutliche, kraftvolle Stimme, die ich schon lange nicht mehr anzweifle. Zu oft habe ich jetzt schon erlebt, wie sich meine Visionen erfüllen, wie ein tiefes inneres Wissen plötzlich zur Wirklichkeit wird. Auch wenn es manchmal Jahre gedauert hat, so ist es dennoch wahr geworden.

Wer wäre ich also, dass ich dieser göttlichen inneren Stimme nicht vertraue? Wer wäre ich also, dass ich MIR nicht vertraue, denn diese Stimme, das bin ich. Meine Seele kennt immer den Weg, immer. Nur glaubt unser Verstand manchmal, er wüsste viiiieeel besser, was jetzt wichtig und richtig ist. Pustekuchen! Unser Verstand kann von der Zukunft nichts wissen, weil er nur auf Erfahrungen zurückgreifen kann, auf "alte" Daten. Er kann sich nichts neues Ausdenken, nichts, was nicht schon mal dagewesen ist.

Unsere Seele hingegen, die kann das, die greift auf das universelle Bewusstsein zu, auf das ALL-WISSEN, das ALL-BEWUSSTSEIN. Die kennt das große Unbekannte, die kennt das scheinbar Unmögliche, das noch nie Dagewesene. Ich wäre ja doof, diese Standleitung nicht zu nutzen.

Den ganzen Januar hab ich kein einziges Coaching gegeben. Von außen betrachtet könnte man sagen, dass kein Geld rein kam. So die sachliche, verstandesmäßige Betrachtung. Stattdessen hab ich Texte rausgehauen ohne Ende und war gefühlt den ganzen Tag auf Facebook (oder mit Fühlen beschäftigt, mit Transformation). Ich war und bin so im Flow. Ständig inspiriert mich etwas anderes, dass wie aus dem Nichts der nächste Text sprudelt. Dem Ganzen hab ich mich hingegeben, ohne zu werten. Ich hab es einfach nur genossen, dass da diese wundervollen Worte kamen, dass ich so viele Menschen damit berühren durfte, dass da beim Schreiben, das Leben durch mich in die Welt fließt. Ich wusste, ich tue in jedem Moment genau das Richtige. Wo es hinführt? Keine Ahnung. Das werde ich dann schon irgendwann sehen. Nämlich genau heute morgen.

Wer hätte denn schon gedacht, dass ich genau heute morgen aufwache und plötzlich den Titel für mein zweites Buch im Kopf habe, das gestern noch so gar nicht auf dem Programm stand? Jetzt weiß ich auch, warum ich noch so viel schreiben "musste". Anscheinend hat da noch was gefehlt. Ich weiß, wie das Cover aussehen soll. Das werde ich wahrscheinlich noch malen. Den Klappentext hab ich auch gerade geschrieben. Ich habe schon ein grobes Gefühl dafür, wie das jetzt alles vonstattengeht. Aber selbst das wäre nicht wichtig. Der eine nächste Schritt, den ich gehen kann, der ist nämlich immer da.

Die Erkenntnis ist reif, wenn die Erkenntnis reif ist. Nicht früher und nicht später. Weil ich das weiß, hab ich diese Ruhe in allem, was ich tue oder eben nicht tue.

Jeden Moment da sein und das Leben durch mich durchfließen lassen - um mehr geht es hier nicht. Das, wonach ich mich sehne, sehnt sich auch nach mir. (Danke Lilia Christina Martiny für diesen magischen Satz!!!!) Eine magnetische Wirkung, an der ich gar nicht vorbeikomme. Herrlich!!!

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

Freitag, 25. Januar 2019

Erlaube dir, so zu sein wie du bist

So viele kennen es. Was "muss" man sich nicht alles anhören.

Man wäre komisch geworden. Man wäre nicht fleißig genug. Man wäre überempfindlich, schwierig, anstrengend, kalt, würde dieses und jenes nicht richtig machen, zu wenig machen, zu viel machen. Man wäre unzuverlässig, ständig krank, zu nichts zu gebrauchen, egoistisch, würde sich anstellen.

Ständig "muss" man sich rechtfertigen, erklären, verteidigen. Muss man wirklich?

Ich bin früher auch immer wieder in diese Schiene gerutscht. Immer wieder hatte ich das Bedürfnis, mich zu erklären, fühlte mich angegriffen, missverstanden, völlig verkannt.

Und dabei gibt es da doch eigentlich überhaupt nichts zu erklären. Ich bin wie ich bin. Punkt. Trotzdem erschien es mir so wichtig, Dinge klar zu stellen, ins richtige Licht zu rücken. Ich wollte verstanden werden, wollte so sein dürfen, wollte angenommen werden.

Wer, wenn nicht ich sollte mir die Erlaubnis geben, so sein zu dürfen, wie ich bin? Diese Erlaubnis kann nicht von außen kommen. Niemand kann uns das abnehmen.

Umso selbstverständlicher mein "so sein" für mich wurde, umso weniger wollte ich mich erklären und - Überraschung! - umso weniger wurde ich angegriffen. Verrückt, oder?

Vielleicht finden diese scheinbaren Angriffe von außen ja nur statt, weil wir uns innerlich selbst angreifen, verurteilen, kritisieren? Vielleicht ist es gar nicht so sehr das Problem, was andere sagen, sondern dass ein kleiner Teil in uns befürchtet oder sogar sicher ist, dass sie recht haben? Vielleicht treffen diese Menschen ganz einfach nur zielsicher unsere Wunden?

Eins weiß ich mittlerweile sicher, angreifbar bin ich nur, wenn ich nicht zu 100 Prozent hinter mir stehe, wenn ich vielleicht noch versuche Anteile, Eigenarten, Gefühle von mir zu verbergen, auszumerzen. Wenn ich mir meiner komplett bewusst bin und zu mir stehe, dann kann mich niemand auf dem falschen Fuß erwischen.

Heute habe ich zum Beispiel überhaupt kein Problem mehr damit, zu erzählen, dass ich bis mittags im Bett war, an einem "Werktag" wohlgemerkt. ;) Früher hab ich mich nicht mal getraut, das meinem Partner zu erzählen. Ich hab mich fürchterlich geschämt. Und wehe, mich hat jemand drauf angesprochen. 😱 Heute kann man mir so ziemlich alles an den Kopf "knallen" und es macht (meistens ;) ) nichts mehr mit mir.

Das Problem ist wirklich niemals, was die anderen sagen, das Problem ist immer in uns. Wir fürchten, sie könnten recht haben. Sie holen Gefühle hoch, die wir lieber nicht fühlen würden. Das ist alles. Wenn wir in uns aufgeräumt haben, wenn wir klar mit uns sind, kann alle Welt reden was sie will.

Text und Gestaltung: Anja Reiche

Donnerstag, 24. Januar 2019

Du darfst dich anderen zumuten

Was ich in den letzten Tagen so an Texten rausgehauen habe, was ich da so geäußert habe an krasser Meinung, hätte ich mich früher niemals getraut.

Viel zu sehr hatte ich Angst, dass ich vielleicht nicht mehr gemocht werde. Dass sich jemand auf den Schlips getreten fühlt. Dass ich vielleicht zu weit gegangen sein könnte. Dass ein Shitstorm über mir hereinbricht.

Vor allem als ich mich dann wirklich auf den Weg zurück zu mir gemacht habe, Dinge plötzlich hinterfragt habe und dann auch angefangen habe, sie wirklich anders zu machen, aufgehört habe, einfach zu funktionieren, da hatte ich die meiste Angst vor Ablehnung. Der bisherige Freundeskreis, die Menschen, die quasi mein altes Ich kannten, was sollten die denn wohl denken? Oh Gott, wenn die mitbekommen, wie ich jetzt drauf bin, dann erklären sie mich für bescheuert, dann bin ich unten durch.

Irgendwann fing ich an zu bloggen, fing an, meine Geschichte auch noch öffentlich zu erzählen. Ich hatte so oft Schnappatmung, hatte so viele Bedenken, dass ich schlecht über meine Familie reden könnte, wenn ich meine Wahrheit erzähle. Ich hatte Angst vor fiesen Kommentaren und natürlich davor, dass ich anderen dadurch lästig sein könnte.

Menschen, die anfangen umzudenken, können für andere tatsächlich lästig sein. Die, die einfach alles beim alten belassen wollen, fühlen sich schnell bedroht. Da rüttelt plötzlich jemand an den Grundfesten ihres Lebens. Da hört plötzlich jemand auf, zu funktionieren. Da ist plötzlich ein Quertreiber, ein Querulant. Das ist ungemütlich.

Tatsächlich hat man mehrmals vermutet, ich wäre in einer Sekte. Tatsächlich kamen manchmal fiese Kommentare. Tatsächlich ist es mal passiert, dass ein damals guter Freund zu mir sagte, entweder würde ich aufhören, so anstrengende Sachen zu posten oder er müsste mich bei Facebook ausblenden. Das waren aber wirklich eher die Ausnahmen.

Fakt ist, dass wir uns oft viel zu viele Gedanken umsonst machen. Das ist das eine.

Das andere ist, für mich gab es irgendwann keine Alternative mehr. Ich MUSSTE raus mit meiner Geschichte. Ich MUSSTE und wollte es in Kauf nehmen, dass vielleicht die ein oder andere Freundschaft zerbricht, dass mich manche nicht mehr mögen, nichts mehr mit mir anfangen können. Ich wäre erstickt, hätte ich mich deswegen verleugnet.

Umkehren war und ist keine Option. Für andere auf meine Wahrheit verzichten, ist keine Option. Mich der Welt nicht zuzumuten, ist keine Option. Nicht echt sein, ist keine Option. Lieber laufe ich Gefahr, eine Zumutung zu sein, als mich noch einmal zu verleugnen.

Foto: Canva

Mittwoch, 23. Januar 2019

Fuck off, Erleuchtung!

Himmel nochmal! Gerade packt es mich wieder. Wie oft ich schon gelesen und gehört habe, dass Menschen anstreben, sich von der Wut lösen zu wollen, von irdischen Begehrlichkeiten, vom Ego, vom Geldsystem, von Abhängigkeit, von, von, von... Die Palette ist endlos weiterzuführen. Eben von allem "Schlechten", von allem "Unangenehmen", von allem Verurteilten. Erleuchtung ist angeblich das große Ziel. 24 Stunden Licht und Liebe und nur ja niemanden verletzen oder krumm anschauen.

 Ganz ehrlich? Das ist für mich der größte Humbug. Da soll einfach mal wieder was weggemacht werden, was sich nicht so geil anfühlt, was verurteilt wird, womit man nicht so recht umgehen kann. Und das Gegenteil davon ist dann das große Ziel.

Also ich persönlich hab mich ja wohl irgendwann für ein Leben auf dieser Erde entschieden. Fakt ist, ich bin Mensch, ich bin gerade hier auf dieser sich drehenden Kugel und die Kugel mit ihren Menschen drauf, ist gerade wie sie ist. Das wird wohl seinen Grund haben, dass ich mir dieses Setting ausgesucht habe.

Dann nehm ich doch gleich das pralle Leben, das volle Paket und nicht nur die Light-Version. Wieso manche Gefühle loshaben wollen? Wieso Geld abschaffen wollen? Wieso materielle Begehrlichkeiten verteufeln? Wieso das Ego vernichten? Lernen wir in diesem Spiel namens Leben doch erstmal mit all dem umzugehen! Lernen wir doch erstmal den gesunden Umgang mit unangenehmen Gefühlen, mit Geld, mit materieller Fülle, mit dem Ego. Also ich mag das alles und zwar so richtig.

Meistens soll doch alles nur "weg", weil wir eben noch nicht damit umgehen können oder im Fall vom Geld, weil wir es nicht haben oder angeblich nicht genug. Wut ist nicht schlecht. Wut lässt dich volles Rohr deine Kraft spüren. Es geht nicht darum, dieses Gefühl auszumerzen und es nie mehr spüren zu dürfen. Es geht nicht darum das böse Geld abzuschaffen, wegen dem es angeblich so viel Gier und Korruption gibt. Geld haben ist geil und Geld an sich ist nicht schlecht. Es geht nicht drum dieses hinterhältige Ego zu besiegen und zu vernichten. Der Verstand leistet uns immer wieder Mammutdienste.

Es geht darum, das alles anzunehmen und da sein zu lassen, damit umgehen zu lernen und zwar zum höchsten Wohl aller (da gehört übrigens mein eigenes höchstes Wohl dazu - wie egoistisch ;) ).

Diese fuck Erleuchtung kann uns ganz schön ins Bockshorn jagen. Vor lauter Licht und Liebe ziehen wir in den nächsten Krieg. Innerlich, gegen uns selbst. Der einzige, der verliert, wenn wir die ach so schlechten Gefühle und Begehrlichkeiten ablehnen, sind wir selbst. Wir lehnen damit einen Teil von uns ab. Verurteilen uns selbst. Machen uns damit krank. Rauben uns Kraft. Bekämpfen uns selbst.

Wenn für mich etwas erstrebenswert ist und den Namen Erleuchtung verdient hat, dann das Bewusstsein, dass ALLES richtig ist. Das ALLES sein darf. Dass nichts grundsätzlich gut und schlecht ist. Dass alles ganz einfach und schlicht IST.

Erleuchtung ist für mich, das Wunder Leben mit all seinen Facetten zu feiern und vor allem mich selbst mit allem, was mich ausmacht, anzunehmen und sein zu lassen, mich auch zu feiern, einfach alles zu feiern. Schatten und Licht. Nichts mehr weghaben wollen, sondern einfach annehmen. Das bunte Leben mit all seinen Möglichkeiten ausprobieren, spielen, toben, experimentieren und die Dinge erforschen, zutiefst durchdringen und sie als das zu erkennen, was sie sind: in ihrem Wert neutral.

So, das musste mal gesagt werden, verdammt nochmal! (Ach ja, fluchen ist ja auch so richtig unerleuchtet. ;))

Foto: Canva

Dienstag, 22. Januar 2019

Freiheit ist ein Zustand kein Umstand

Wir müssen nicht auswandern. Wir müssen nicht aussteigen. Wir müssen nicht in eine einsame, verlassene Hütte im Wald ziehen.

 Das zu leben, wer wir wirklich sind, können wir genau hier und genau jetzt.

Wir glauben, wenn wir gehen, wäre alles einfacher. Dann wäre da niemand mehr, der uns angreift, behindert, verurteilt, einengt, über uns bestimmt.

Aber das ist eine Lüge.

Wir wollen nur weg von den unangenehmen Gefühlen, die solche Begegnungen und Erfahrungen in uns auslösen. Wir wollen die Ohnmacht nicht mehr fühlen, die Kleinheit, die Verunsicherung.

Das Problem ist nicht, was andere sagen oder machen. Das Problem ist, dass ein kleiner Teil in uns denkt, sie könnten recht haben. Was, wenn wir doch falsch sind? Was, wenn wir nie irgendwo dazu gehören? Was, wenn wir uns immer einer höheren Macht unterwerfen müssen? Diese Fragen mit den damit verbundenen Gefühlen sind es, vor denen wir weglaufen wollen.

Solange wir glauben und erfahren, dass andere noch Macht über uns haben, dass andere mehr recht haben als wir, solange sind wir noch in der Opferrolle. Solange wir glauben, die Welt müsste anders sein, damit wir darin existieren können, solange geben wir noch unsere Macht ab, sind wir im Widerstand.

Wenn wir in diesem Zustand und aus der Grundhaltung der Flucht in den Wald ziehen, nehmen wir uns und unsere Opfergedanken mit. Dann ist da im Wald in der Hütte nichts anders und wir werden es wieder erleben - innerlich - das wir nicht frei sind, dass wir nicht dazu gehören, dass wir falsch sind.

Die Wahrheit ist, wenn wir uns wirklich und wahrhaft frei fühlen, dann können wir das überall sein. Immer! Genau jetzt!

Freiheit ist ein Inside-Job!

Foto: Canva

Montag, 21. Januar 2019

Ich bin bunt

Es ist immer wieder so schön, sich mit Menschen auszutauschen und dabei solche Perlen rauszuhauen. 😁🎉😍🤩🎯

Auszug aus einem Kommentar zum Thema Berufung und "Ich muss mich doch irgendwann mal entscheiden!":

"Ich hab auch ganz lange gedacht, dass ich mich entscheiden müsste, dass ich doch endlich mal wissen müsste, was ich denn nun will im Leben. Bis ich gemerkt habe, dass ich einfach bunt bin, dass ich es schrecklich finde, mich für eine Sache zu entscheiden und die anderen als "Hobby" abzutun. Das fühlte sich voll schräg an. Jetzt weiß ich, dass alles seine Phasen hat und eine jede Leidenschaft unbedingt ihren Platz haben darf. Die Frage ist immer "Was will JETZT durch mich auf die Welt fließen? Wo will mich das Leben jetzt haben? Wo (wie) bin ich gerade am wertvollsten?" Wir müssen uns nicht entscheiden. Wir müssen keine Nische finden. Wir sind die Nische, weil wir eh schon Unikate sind."

Bild: Anja Reiche

Samstag, 19. Januar 2019

Du bist Liebe

Mich beeindruckt es nicht, dass du kratzt und beißt, dass du schimpfst, die Zähne fletschst, wild um dich schlägst vor Schmerz, aus Angst.

Es beeindruckt mich nicht, dass du depressiv, manisch, schizophren oder gar ein Mörder bist. Es beeindruckt mich nicht, dass du Drogen nimmst, trinkst oder dich ritzt.

Es beeindruckt mich nicht, wenn du sagst du kannst nicht. Wenn du sagst, du würdest ja gerne, aber...

Es beeindruckt mich nicht, dass du sagst, du bist zu schwach, zu klein, zu wertlos, zu faul, falsch.

Du kannst gerade sein, was immer du willst. Du kannst alles mögliche getan haben oder eben auch nicht getan haben. Du kannst so viele Rollen und Masken haben, wie du willst. Es hält mich nicht von dir ab. Es schreckt mich nicht ab. Es blendet mich nicht.

Ich sehe dich! Ich sehe das, was unter all dem Schmodder wirklich ist. Unter der Angst, unter der Härte, unter der Kleinheit, unter den Verletzungen, unter der Verzweiflung, unter der Wut, unter der Verwirrung. Ich blicke dir direkt ins Herz, in deine Seele, in deine Essenz. Deine Geschichte, deine Vergangenheit ist irrelevant.

Du bist Liebe! Immer! Auch in deiner dunkelsten Stunde bist du Liebe. Und das sehe ich - sehe dich! In all deiner Schönheit und Größe. Blick mir in die Augen und erkenne dich!

Foto: Canva

Ich bin sicher!

Früher war ich von dieser Aussage meilenweit entfernt. Ich war quasi so weit davon weg, wie man nur weg sein kann. Ich war immer misstrauisch, habe überall Gefahr gewittert, immer das Haar in der Suppe gesucht, an allem den Haken. Veränderungen waren meine größte Bedrohung.

Dann kam irgendwann mein Aufbruch zu mir selbst. Irgendwas musste passieren. Ich wusste, dass das irgendwie nicht alles sein konnte. Irgendetwas in mir hat gesagt, dass das Leben eigentlich gar nicht gefährlich ist, dass Vertrauen viel natürlicher ist als Misstrauen. Irgendetwas in mir hat es plötzlich "gewusst".

Nur fühlen konnte ich es deswegen noch lange nicht. So richtig fühlen kann ich es erst seit nicht mal einem Jahr.

Heute kann um mich herum das größte Chaos ausbrechen und ich weiß, dass ich sicher bin. Auf der Welt kann und darf alles passieren. Ich bin mir all der Dinge bewusst. Ich verdränge weder Hunger, noch Krieg, noch Tod, Krankheit, Naturgewalten oder andere "Katastrophen". Es darf alles sein und ich kann gleichzeitig, daneben existieren und bin sicher.

Alles, was mir passiert, ist FÜR mich. Also kann mir nichts Schlimmes passieren. Selbst wenn es für mich dran ist, dass ich eine "Katastrophe" erleben soll, ist sie immer zu meinem höchsten Wohl und das kann ich hier und heute aus tiefster Seele sagen. Und das fühlt sich richtig, richtig gut an.

Ich bin sicher! Immer und überall! ❤️🙏❤️

Foto: Canva

Freitag, 18. Januar 2019

Ich bin richtig

Wir durchlaufen gerade so einen krassen Prozess. Die letzten Wochen hab ich so viel geschlafen (oder eben auch nicht, weil mitten in der Nacht hellwach). Ganz viel Rückzug und Ruhe ist angesagt. Auch heute wieder bis um 11 Uhr im Bett und irgendwie jetzt immer noch nicht so richtig von dieser Welt.

Ich glaube, wir dürfen milde mit uns sein. Wir haben im letzten Jahr so viel bewegt, verändert, erlebt. Also ich brauch gerade echt Zeit für innen, für den Körper, für meine eigenen Prozesse.

Gefühlt werden wir mal wieder umgebaut, neu ausgerichtet, gereinigt. Nochmal wieder löst sich Altes. Wir werden wieder noch ein Stück freier, gehen noch tiefer, kommen noch mehr bei uns, in uns an.

Ich für mich stelle fest, dass dieses bloße Sein in jedem Moment, dieses ganz da sein und in jedem Augenblick das nehmen, was da ist, so kraftvoll ist. Das Leben will gar nicht mehr von mir. Das reicht. Ich weiß nicht, wann ich mich überhaupt schon mal so tief verbunden, so getragen, wohlig, tröstlich, geliebt, heimelig, geerdet, willkommen und vollkommen gefühlt habe. Herrlich!!! ❤️❤️❤️ So wie ich in jedem Moment bin, bin ich richtig! Immer! Mit allem!

Ich liebe diese klaren, heiligen Momente.

Foto: Canva

Mittwoch, 16. Januar 2019

Wir dürfen uns auch zweinigen

Was für eine Erleichterung diese Erkenntnis für mich war. Wenn ich in einem Gespräch, in einem Kontakt merke, dass mein Gegenüber und ich so gar nicht zusammen kommen, dann kann ich das mittlerweile einfach so stehen lassen. Seine Wahrheit. Meine Wahrheit. Fertig. Beide dürfen nebeneinander existieren.

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich früher angestrengt versucht habe, den anderen von meiner Sicht, meiner Meinung zu überzeugen und für mich erst alles gut war, wenn der andere zumindest gesagt hat, dass er meine Ansicht nachvollziehen kann, auch wenn er sie nicht teilt.

Diese Freiheit, Dinge auch einfach mal stehen lassen zu können, genieße ich sehr. Und vor allem dieses Nichteinigen auch offen auszusprechen und klar zu kommunizieren.

Vera F. Birkenbihl hat das mal ganz großartig in Worte gefasst und das Wort "zweinigen" kreiert. Herrlich!!

Genau, wir müssen uns nicht einigen. Wir können uns auch zweinigen. Gegebenenfalls darf man dann auch getrennte Wege gehen. Kein Kontakt, und mag er noch so alt sein, muss zwanghaft aufrecht erhalten werden, wenn die Weltbilder nicht (mehr) kompatibel sind.

Foto: Canva 

Montag, 14. Januar 2019

Shit happens

Und auch das ist mir am Wochenende wieder passiert in diesem fetten Prozess (und natürlich schon unzählige Male davor 😂🙈).

Gerade in der Kommunikation mit meinem Partner ist das manchmal wie verhext. Ich weiß, dass das, was mir auf der Zunge liegt, so gaaar nicht produktiv ist, eher im Gegenteil, und dann hab ich es auch schon gesagt. Zack! Draußen!

Da kannste manchmal einfach nix machen. Wenigstens krieg ich es mit. Ich steh ja schließlich kopfschüttelnd neben mir und schau mir fasziniert zu. 😂👀

Und wisst ihr was? Scheiß drauf! Wir sind halt einfach Menschen. Wir sind auf dem Weg, auf unserer Reise und wo gehobelt wird, fallen Späne. Ich hab hinterher auch überhaupt keinen Stress damit, zu sagen: "Sorry, Baby! Das war grad daneben." (Gleich nach der Phase, in der ich das nie und nimmer zugeben würde. 😁😜)

Also so what? Shit happens! Rein ins pralle Leben. Da gehören solche Sachen einfach dazu.

Foto: Canva