Sonntag, 12. Juli 2026
Heil(ich)räume - via Zoom
Ich mag mich in dem Neuen erfahren, es/mich ausprobieren und erleben, euch begegnen, mit euch darin da sein, sitzen, fühlen, sprechen, ausdrücken, beobachten, Raum geben, Raum sein. Was auch immer. Schauen, was passiert, was passieren mag und soll. Es wahrnehmen und geschehen lassen. Uns geschehen lassen. Das Leben. Vielleicht sagen wir zwei Stunden kein einziges Wort und fühlen nur. Wer weiß das schon. Danach wissen wir es auf jeden Fall.
Ein Zusammenkommen ohne Absicht. Im Grunde nichts anderes als sonst und doch fühlt es sich anders an. Deswegen wird nichts anders sein und gleichzeitig irgendwie alles.
Ich bin ehrfürchtig, neugierig und eben voll von diesem Vibrieren.
Let’s do it. Ich fühle mich so sehr bereit dafür. Wer ist dabei?
Von Herzen
🩷 Anja 🩷
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👉🏼 Mein Wirken, dieser Raum, hat keinen festen Preis. Ich wünsche mir ein feines, aufrichtiges Erspüren der Stimmigkeit und Ordnung für Geldliebefluss, Wertschätzung, Ausgleich in meine Richtung.
Danke für dein Handeln nach Intuition! 🙏🏼
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PS: Wenn dich diese Art der Begegnung ruft, du allerdings das Gefühl hast, es müsste eine 1:1-Begegnung mit mir sein, dann melde dich gerne per Mail (mail@anja-reiche.de). Ich glaube nämlich, dass genau das auch wahr und dran ist.
Dienstag, 7. Juli 2026
Was könnte sinnvoller sein, als das eigene Menschsein komplett zu verkörpern
Man mag es meinen Texten zufolge, die sich oft mit der Erforschung der schmerzhaften Landschaften in mir befassen, vielleicht nicht glauben, aber ich lache unfassbar oft aus tiefstem Herzen Tränen. Das alles ist nicht schwer oder trübsinnig für mich. Ganz im Gegenteil. Es ist ein einziges Empowerment! Das Leben kann mir durch meine eigene Nähe zu mir so sehr nah kommen, in mich fließen und sich durch mich durch bewegen.
Töne, Klänge, Worte, Beobachtungen, alles findet direkt in mir drin statt. Die Schwingungen sind so stark und wogend wahrzunehmen und davon bin ich so schnell so berührt. Gleichzeitig stelle ich fest, dass Geräusche, die mich früher total gestört und wie weg von mir gebracht haben, diesen Effekt nicht mehr haben. Wie wenn dieses "mich dem ausgeliefert fühlen" durch die Begleitung der inneren Kinder eben ausgeheilt wird. Die Berührbarkeit nimmt extrem zu und das "dem Leben ausgeliefert sein" extrem ab, obwohl ich überhaupt nichts mehr unter Kontrolle habe.
Manchmal macht es mich traurig, naja eher betroffen, wie schnell sich Menschen von dieser tiefen Selbstbegegnung abgeschreckt fühlen, sich abwenden, es als unsinnig, schwermütig, als unnötiges Kreisen um immer das Gleiche betrachten oder gar als krank, lebens- oder weltfremd. Dabei könnten sie sich selbst dabei gewinnen. Eine Nähe, die unten drunter ja doch immer fehlt, egal, was materielle Erfolge vielleicht stattdessen erzählen. Ein Ich, das nicht nur in der Schönwetterlage von einem selbst gemocht wird. Was ist lohnenswerter und sinnvoller als sich selbst nah zu sein und das auch noch gerne, egal, was in mir los ist? Vor allem, was ist wahrhaftiger, als mit dem zu sein, was in mir wirklich gerade lebendig ist? Was ist ehrlicher, als genau das in den Kontakt mit anderen zu bringen? Und was ist sinnvoller, als sich selbst tatsächlich ganz und gar zu leben? Das eigene Menschsein komplett zu verkörpern und damit tatsächlich den Himmel auf die Erde zu bringen?
Ich mag da auf jeden Fall nicht mehr weg. Ich mag jede innere Landschaft in mir. Nichts in meinem Leben war je richtiger und wertvoller als genau das. Schick sieht das auf den ersten Blick freilich nicht aus. Aber für schick bin ich auch nicht hier, sondern für echt.
Eigentlich weiß ich gar nicht so recht, warum ich das schreibe. Wahrscheinlich weil das eben gerade in mir da war. Mehr Grund braucht es ja nicht.😉Auf jeden Fall zwinker ich innerlich all jenen verschmitzt und verschwörerisch zu, die gerade ganz genau verstehen, von was ich hier rede. Danke, dass es euch gibt.😊🙏❤
Samstag, 4. Juli 2026
Nein! Ich möchte mich selbst genießen...
"Nein! Ich möchte mich selbst genießen und du störst mich die ganze Zeit dabei."
Wie oft es in der Kindheit die Wahrheit gewesen wäre und so dran, diesen Satz zu den Erwachsenen zu sagen! Im Grunde ist genau das so oft in seligen Momenten passiert: Ich wurde in meinem wohligen mit mir sein gestört, rausgerupft und mit den Problemen der anderen behelligt. Probleme, die ich ohne die anderen gar nicht erst gehabt hätte.
Ich war und bin so gerne mit mir. Menschen, die mit sich selbst überhaupt nicht gut da sein können, stören meinen Genuss mit mir und ich darf in jedem Moment weise wählen, ob ich mein Mitmirsein stören lassen will.
Ich merke, wie ich es manchmal regelrecht einlade und dem Chaos Raum gebe mit Nachfragen, auf für mich völlig unverständliche Aussagen, auf Gewurschtel von Ideen und unerfassten Gefühlen. Statt einfach zu sagen: "Da kann ich gerade nichts mit anfangen."
Ich will die gewurschtelte Antwort, die es meistens nur noch schlimmer für mich macht, nämlich gar nicht hören und doch kommt so schnell eine Frage a la "Und was willst du jetzt damit sagen?" und dann schau ich den anderen auch noch auffordernd und abwartend an. Zack! Bin ich mittendrin im Chaos, das nicht mir gehört.
Und vielleicht ist es sogar wahrer, wenn ich sagen würde: "Da WILL ich gerade nichts mit anfangen. Ich will nämlich mich und mein Wohlsein mit mir genießen. Und da will ich gerade überhaupt nicht weg."
Ich weiß um die Teile, die bei Gewurschtel von anderen nur all zu gerne zugreifen. Die haben das Knäuel schneller in der Hand, als ich gucken kann. Sie wissen ja auch, dass sie sehr wohl verstehen können, wenn der andere sich nur klar bekommt und sie könnten sogar noch helfen zu klären und sie wollen ja auch soooo gerne Verbindung. Ich kann sie verstehen und doch möchte ich eine bewusste Wahl etablieren. Die Pause zwischen Gewurschtel und Zugreifen und prüfen, ob ich nicht viel lieber einfach Zeit mit mir verbringen mag.
Ein schlichtes "Nein, ich möchte nicht gestört werden" platzieren.
Nachtrag 05.07.2026:
Ich bemerke gerade, dass dieser Satz so ziemlich das andere Ende von "ich will durch den Kugelhagel zum anderen hin" ist. Krasse Entwicklung. Und natürlich möchte ich eigentlich Kontakt und Verbindungen, in denen ich mich weiterhin genießen kann, mit Menschen, die sich ebenfalls gerne selbst haben und sich genießen. Unter all dem ist Traurigkeit. Tiefe Traurigkeit, weil keine wohlwollende, freudvolle, lebendige, liebevolle Nähe möglich war. Nähe, in der ich mich hätte behalten dürfen. Nähe, in der ich nicht ständig angegriffen werde. Nähe mit jemanden, der sich selber liebt. Wenn ich mir vorstelle, wie sich eine Mutter angefühlt hätte, die sich selber liebt und wie sie dann mit mir umgegangen wäre, könnte ich Sturzbäche weinen. Das kommt nach all den Jahren der Selbstbegegnung zum ersten Mal so richtig bezüglich meiner Mutter durch. Zum ersten Mal ein Ansatz von Vermissen und Beweinen von dem, was nicht war und zum ersten Mal ein Gefühl dafür, wie es hätte sein müssen. Da bin ich vorher noch nie wirklich rangekommen. Das brennt ganz schön. Puh!
Kugelhagel - Mit aller Macht auf Abstand gehalten
Was ist dafür notwendig, außen vor zu sein? Wer steht da noch mittendrin?
Da ist eine Kleine, die im Kugelhagel der Mutter steht. Ihr direkt gegenüber. Die abgefeuerten Kugeln halten die Kleine auf Abstand. Sie kann der Mutter nicht näher kommen, so sehr sie sich auch dagegen stemmt.
Mein Problem ist das "da durch kommen wollen und endlich zu ihr hin". In dem Bild ist so deutlich zu erkennen, dass die Mutter diese Nähe gar nicht will. Sie würde wie Feuer brennen, also die Nähe. Sie würde mich im Leben nicht ganz nah lassen und schon gar nicht in sich hinein. Deswegen darf das Abfeuern auf mich nicht aufhören. Das ist ihre einzige Chance. Würde es eine kleine Pause oder Unterbrechung geben, eine geringere Dichte der Kugeln, würde ich mich sofort auf sie zu bewegen und ihr damit zu nah kommen.
Sie hält mich auf Abstand, wegen ihrem Schmerz, zu dem sie nicht will und schreit mich die ganze Zeit an, dass ich schuld bin an der Distanz, weil ich so unmenschlich, ignorant und kaltherzig bin, ihr ständig weh tue. Dabei stehe ich in ihrem Kugelhagel und sie hält mich fern. Sie will meine Nähe nicht wirklich. Nicht mit allem, was es bedeuten würde. Sie will meine Nähe, ohne ihren Schmerz fühlen zu müssen. Sie will mich ohne sich.
Diese Kleine sehe ich zum ersten Mal von außen, als Beobachter. Sonst hab ich wohl immer durch ihre Augen geschaut und eben - war mittendrin.
Die Kleine hat inzwischen innegehalten. Das Erkennen und Überreißen der ganzen Situation, der Blick von außen hat etwas verändert. Sie stemmt sich nicht mehr gegen den Druck und den Schmerz der Kugeln. Da ist kein Hinbewegenwollen zur Mutter mehr. Die Kleine steht einfach da. Die Kugeln fliegen immer noch. Sie scheinen sie auch noch zu treffen, aber irgendwie gehen sie eher durch, wie sie durch einen Geist gehen würden. Sie treffen nicht mehr auf Materie. Sie spürt sie kaum noch. Nur mehr ein Hauch, wenn überhaupt. Sie ist durchlässig dafür geworden. Sieht wie sie vorne „eintreten“ und hinten einfach wieder rauskommen, ohne dass etwas geschehen wäre. Kein Schmerz. Keine Relevanz für sie.
Jetzt fragt sie sich, warum sie überhaupt da steht. Es ist wie ein Aufwachen aus etwas, wieder zu Sinnen kommen und bemerken, wo man sich gerade befindet. Sie schüttelt kurz den Kopf, wie um ganz wach zu werden und die Sinne neu zu kalibrieren. „Das ist ja alles völlig verrückt“, denkt sie. Sie ist jetzt auch älter. Anfang zwanzig vielleicht.
Sie schaut zur Mutter. Sieht ihren leeren, wahnhaften, schmerzerfüllten, verzerrten Blick. Das Feuern findet statt, egal, wer da steht und ob da jemand steht. Es hat nichts mit mir zu tun. Sie, die Mutter, sieht mich nicht im Ansatz, nimmt keine Notiz von mir. Sie klagt die ganze Welt für ihren Schmerz an. Alles und jeder steht direkt unter Anklage durch bloße Existenz. Und nichts und niemand wird ihr nahe kommen dürfen, schon gar nicht sie selbst. Nur kann sie nicht ganz von sich weg und das ist das Problem. Der eigentliche Kampf gegen sich ist in ihr und davor kann sie nie flüchten. Er ist immer da und immer aktiv. Das Leid daraus wird rausgefeuert. Das ist das, was rund um die Uhr, Tag ein, Tag aus stattfindet. Die Hölle. In ihr.
Und meine Ich-Seite? Die junge Frau? Sie steht noch da und scheint sich irgendwie aufzulösen. Wie wenn sie aus dem Bild verblasst, verschwindet, wie ein Hologramm langsam unsichtbar wird. Es war nie wirklich Teil dieser Realität. Wohl irgendwie da, aber in Wahrheit nicht in der gleichen Dimension anwesend. Deswegen auch eigentlich unverwundbar und letztlich unbeeindruckt von allem, was da „passiert“ ist.
Jetzt ist sie ganz verschwunden meine junge Erwachsene. Die Mutter steht alleine. Es ist als wäre nie jemand da gewesen. Ich schaue nur noch als Beobachter von weiter weg und leicht oben. Meinen Anteil, der da gestanden hat, fühle ich in meiner Brust, im Herz, zurückgekommen. Es ist, als wäre nichts gewesen. Jetzt ist auch das Bild weg. Ich bin ich. Jetzt. Hier. Spüre die ehemals Kleine in mir. Warm. Wiedergekehrt von einer Reise. Voller Erfahrungen, die sie mitbringt, in sich trägt, in mich trägt.
Gänsehaut. Stille, friedliche Gänsehaut, die ein Ende bezeugt und irgendwie auch einen Anfang, ein Neu-Sein. Ruhe. Das Gewesene fühlt sich wie ein blasse Erinnerung von weit weg an. Ein vergilbtes Foto aus einer längst vergangenen Zeit, verschwommen, nicht richtig zu erkennen und auch total unwichtig für das Jetzt. Ein Windstoß wirbelt es auf und trägt es weg. Ich wende den Blick ab, dreh mich um und geh meiner Wege.
Freitag, 3. Juli 2026
Ohne Ich kein Wir - ein inneres Kind begreift
"Ich hab versucht, mit Menschen über ein Wir zu sprechen, die noch nicht mal im Ich angekommen waren."Die Erkenntnis hatte gerade eine Kleine von mir und die knallt so richtig rein. Also die Erkenntnis... Es wird so schnell so deutlich, was von Erwachsenen zu erwarten ist, die noch nicht mal bei sich selbst angekommen sind, die von einem Ich, IHREM Ich überhaupt gar nichts wissen, mit sich selbst Null Komma Null in Verbindung sind.
Wie sollen diese Menschen ein Gefühl für jemand anderen und einen gemeinsamen Raum haben, wenn sie noch nicht mal ein Gefühl für sich selbst haben? Wie sollen sie begreifen, um was es mir als Kind geht und was ich für meine Entwicklung brauche, wenn sie keine Idee davon haben, was sie eigentlich bräuchten und was ihnen fehlt und was das hier überhaupt alles soll dieses Leben?
Mit dem Anerkennen dessen, dass bei den Erwachsenen meiner Kindheit überhaupt keine Individuation stattgefunden hat, keine Selbstfindung, ist für die Kleine auf einmal so sonnenklar, dass da nichts zu wollen ist, nichts "zu holen", nichts zu erwarten, nichts Brauchbares da, weder für meine Entwicklung, noch für ein Wir, für gemeinsam Leben geschehen lassen.
Ohne Ich kein Wir. Ohne Ich kein Gott. Ohne Ich kein Fluss. Ohne Ich keine Anbindung. Ohne Ich keine Ordnung. Ohne Ich kein Raum. Ohne Ich kein höherer Sinn. Ohne Ich fehlt einfach ALLES. Das ALLES.
Die Kleine erlebt sich auf einmal nicht mehr als klein. Die Erwachsenen sind keine Erwachsenen mehr. Die Kleine hat verstanden, dass sie damals schon so viel weiter entwickelt war, als alle anderen zusammen. Die Größenverhältnisse haben sich verschoben. Die "Erwachsenen" sind miniklein. Meine Kleine hat sich hunderte Meter weit über alles ausgedehnt. DAS ist ihr Bewusstsein damals schon gewesen.
Alles, was diese "Erwachsenen" jemals von sich gegeben haben, erscheint plötzlich in ganz anderem Licht. Es ist fast lachhaft. Die Kleine schnaubt nur belustigt. Das Bild sieht aus, als würde sie auf eine kleine Lego-Landschaft schauen und die winzigen Figuren mit hohen Stimmchen aus der Ferne große Reden schwingen hören. Wer könnte das ernst nehmen? Meine Kleine auf jeden Fall nicht mehr. Sie ist völlig unbeeindruckt von all dem, hört gar nicht mehr hin und schaut auch gar nicht mehr hin. Sie hat das Interesse verloren. Das ist ja totenlangweilig, was die da brabbeln. Das Spiel ist langweilig. Da reizt nichts mehr dran.
Sie steht auf und geht. In ihr Leben, auf ihrem Weg. Im Gehen wird die Kleine erwachsen, wird älter, kommt in meinem jetzigen Alter an. Sie ist straight ihren Weg gegangen. Ohne Vertun. Ohne Kompromisse. Sie hat sich nicht aufhalten lassen. Von keinem einzigen Unkenruf, der von der Seite reingerufen wurde. Sie hatte ihren Blick auf etwas am Horizont gerichtet und darauf ging sie unentwegt zu, wie die Hirten damals dem Stern gefolgt sind.
Es ist, als hätte sie die Wahrheit am Horizont gesehen. Die Wahrheit über das Menschsein, über ein gesundes Ich, über Miteinander, über ein echtes Wir und das große Ganze hier. Das war ihr Leitstern. Und jetzt sitzt sie an ihrem Platz, im Schneidersitz, die Augen zu, total selig und beseelt, erfüllt, wissend, angekommen, satt, höchst zufrieden, empfangend, jedes einzelne neue Jetzt empfangend, präsent, warm, bereit, gelassen. Das verkörpernd, was sie schon immer geahnt hat.
Donnerstag, 2. Juli 2026
Sie hätten sich komplett auf mich einlassen müssen
Gerade vorhin bin ich einem Fehlen auf die Spur gekommen, etwas, das nicht war, aber hätte sein müssen. Es ist wieder und wieder herausfordernd, das klarzubekommen, zu greifen, zu benennen, was gefehlt hat.
Ich hätte es gebraucht, dass der andere sich komplett auf mich einlässt und von meinem Innenerleben berühren lässt. Sie hätten meines voll an sich ranlassen müssen, MICH voll an sich ranlassen, darauf eingehen, was in mir ist, es aufgreifen, durch sich durch bewegen. Sie hätten mit meinem im Vollkontakt sein müssen! Ein Wir-Raum, in dem meines durchbewegt werden kann, egal, was das gerade ist und vor allem dann, wenn es das Miteinander betrifft, darin entsteht.
Stattdessen waren sie auf der Flucht vor genau dem und letztlich natürlich eigentlich vor sich. Sie waren nicht in der Lage, liebender, fühlender, weiter Raum zu sein. Sie waren unberührbar für meines. Sie sind mit meinem Inneren nicht in Beziehung gegangen.
Hier geht es zur entsprechenden Audio: https://t.me/AnjaReiche_herzradikal/2718
Mittwoch, 1. Juli 2026
Es gibt keine Täter mehr
Der Weg hat sich so unfassbar gelohnt. Lohnt sich noch. Der Weg ins Sein. In die Ganzheit. In die Wahrheit. Jede durchwanderte, durchfühlte, erforschte, berührte, genommene, durchlebte und erlöste Untiefe. Jede Hölle, die im Anerkennen von allem, was sie für mich bedeutet hat, zum allergrößten Segen wurde und einer endlos tiefen Mitgefühlsbefähigung, wie nur das eigene Erfahren und Durchdringen es zu tun vermag.
Ganz in meinen Schuhen stehen, ganz bei mir und in meinem Erleben stehen. Frei von Schuldzuweisung an mich oder andere, frei von Vorwurf, mit einem wachen "so ist es gewesen". Was damals gewesen ist oder eben nicht gewesen ist, hat DAS - in vollem Ausmaß jetzt durchfühlbar - für mich bedeutet.
Und ich bemerke eine Veränderung. Der Weg wurde tatsächlich mehr und mehr zum Sein. Die Prozesse laufen weit schneller, der immer größer gewordene Fühlraum, die Reife, Tiefe und Weisheit kommen zum Tragen und tatsächlich ist eines am bemerkenswertesten: Es gibt keine Täter mehr.
So vollkommen und dermaßen das Meine anzuerkennen und komplett und immerzu erstmal Mitgefühl für mich zu haben, den Kleinen in mir Vorrang vor allem anderen zu geben, hat dazu geführt, dass meine Not nicht mehr die Sicht auf die Not hinter den "Taten" der anderen versperrt. Die so wertvollen Offenbarungen der Dynamiken und heftigen Nöte, Gefühle und Dilemmas, hinter den Handlungen, die als Kind die Hölle für mich bedeutet haben, die vor allem Christian und Miriam mir zuteil haben werden lassen, haben das Übrige dazu beigetragen.
Mit den echten Gefühlen hinter den Handlungen meines (damaligen) Gegenübers, die bis dahin immerzu so überhaupt nicht nachvollziehbar und höchst verwirrend für mich waren, hat ein Begreifen stattgefunden, wie noch nie. Und damit einhergehend eine Selbstbildkorrektur nach der anderen. Die kindlich falschen Rückschlüsse über mich und aber auch über die anderen wurden korrigiert, Urteile zurückgenommen und mit der Wahrheit des Moments ersetzt, die mir bis dahin noch nie jemand mit diesen Verwundungen und Überlebensstrategien gezeigt hat.
Nun ist da eine Art Vollständigkeit, die komplett neu ist. Ein Frieden und eine Entspannung, die nur da sein können, wenn es "da draußen" keinen "Feind" oder "Täter" mehr gibt. Da ist kein "die und wir" mehr, das eine unüberbrückbare Kluft zwischen sich trägt. Die beiden so dermaßen unterschiedlichen Innenwelten sind verbunden, die Trennung ist aufgehoben. Es ist geschaut und anerkannt und vor allem zutiefst verstanden und mitgefühlt.
Mein "safe place" ist jetzt überall. Natürlich erstmal in mir, aber es gibt "da draußen" nichts mehr, was mich ob des totalen Unverständnisses in Nöte bringt, weil ich nicht damit umzugehen wüsste. Schuldzuweisungen, Vorwürfe, Angriffe, Unnahbarkeit, innerlich abwesende Menschen - meine Kinder, die das erfahren haben, sind betreut UND ich kenne jetzt das "dahinter" und damit hat es per se seinen Schrecken für mich verloren.
Während ich das tippe, kommt eine unglaubliche Berührung, Demut und Dankbarkeit, so eine Ehrfurcht vor dem Weg vor der Bereitschaft, weil not-wendig, immer wieder dem scheinbaren Endgegner zu begegnen und zu bleiben, bis es tatsächlich durchdrungen, begriffen, erfasst und erlöst ist. Bis die Wahrheit offenbar ist. Mit der Wahrheit kommt direkt dieser enorme Frieden.
Keinen Millimeter von diesem fucking herausfordernden Weg würde ich hergeben wollen. Nichts hätte mich dahin bringen können, wo ich jetzt bin, als genau DAS und genau SO.
HALLELUJA!!! Wildes, brennendes, starkes Herz! 🔥❤️🔥 Danke an alle, die es dafür gebraucht hat.






