Mittwoch, 16. Januar 2019

Wir dürfen uns auch zweinigen

Was für eine Erleichterung diese Erkenntnis für mich war. Wenn ich in einem Gespräch, in einem Kontakt merke, dass mein Gegenüber und ich so gar nicht zusammen kommen, dann kann ich das mittlerweile einfach so stehen lassen. Seine Wahrheit. Meine Wahrheit. Fertig. Beide dürfen nebeneinander existieren.

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich früher angestrengt versucht habe, den anderen von meiner Sicht, meiner Meinung zu überzeugen und für mich erst alles gut war, wenn der andere zumindest gesagt hat, dass er meine Ansicht nachvollziehen kann, auch wenn er sie nicht teilt.

Diese Freiheit, Dinge auch einfach mal stehen lassen zu können, genieße ich sehr. Und vor allem dieses Nichteinigen auch offen auszusprechen und klar zu kommunizieren.

Vera F. Birkenbihl hat das mal ganz großartig in Worte gefasst und das Wort "zweinigen" kreiert. Herrlich!!

Genau, wir müssen uns nicht einigen. Wir können uns auch zweinigen. Gegebenenfalls darf man dann auch getrennte Wege gehen. Kein Kontakt, und mag er noch so alt sein, muss zwanghaft aufrecht erhalten werden, wenn die Weltbilder nicht (mehr) kompatibel sind.

Foto: Canva 

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