Samstag, 14. September 2019

Totale Hingabe

Ich will mich nicht schützen. Ich will nicht auf mich aufpassen müssen. Ich will mein Herz nicht zumachen.

Ich will hier sein. Komplett offen. Ganz. In völliger Hingabe. Absolut ohne jegliche Kontrolle. Keinen Fitzel mehr will ich kontrollieren, mich vor nichts mehr in Acht nehmen. Ich will nichts und niemandem ausweichen. Ich will mich da, wo ich gerade bin, rundum wohlfühlen.

Ihr mögt mich für verrückt halten. Für leichtsinnig. Es ist mir egal. Diese totale Hingabe ist meine tiefste Wahrheit. Alles in mir schreit: "Ja!!!! Genau so!"

Gerade habe ich mich verschlingen lassen. Gefühlt von der letzten Gefahr, die mir wirklich noch gedroht hat. Der "Gefahr", die augenscheinlich da war, wenn ich mit Menschen zusammen bin, die eher unbewusst durchs Leben gehen, die so gar nicht auf meiner Wellenlänge sind, die mir meinen Raum "wegnehmen", meine Grenzen nicht wahren, mich aussaugen, anzapfen. Detox!

Ich habe befürchtet, dass sie meine Schwingung stören, dass sie mich aus meiner Mitte werfen, dass sie mich benutzen, dass ich da besonders gut auf mich aufpassen muss, zumachen muss, dem ausweichen muss. Ich hab mich eng gemacht, zurückgezogen, zugemacht.

Darauf hab ich keine Lust mehr. Deswegen meine radikale Entscheidung, das einfach nicht mehr zu machen. Ich bleibe offen. Ich bleibe bei mir. Nichts und niemand kann mich aus meiner Mitte werfen, wenn ich es nicht zulasse. Nichts und niemand kann mich wirklich aussaugen oder vergiften. Ich treffe die Wahl, dass es mir überall gut geht, dass ich mich überall wohlfühle, dass sich mein Umfeld so an mich anpasst, dass das geht, dass ich durchlässig bin für jegliche Schwingung, die nicht die meine ist. Ich bin überall sicher. Wo ich bin, ist Liebe. Fertig!

Ich habe mich gerade verschlucken lassen. Bin diesen Tod gestorben. Einen Tod, der sich so dermaßen nach Freiheit anfühlt, wie selten einer zuvor. Aufgeben ist einfach das Großartigste, was es gibt.

Probier es aus, wenn du magst. Nimm die größte Gefahr in deinem Leben, das, was dir am meisten Angst macht, das wovor du dich augenscheinlich am meisten schützen musst, das, was dich am allermeisten bedroht, nimm innerlich Kontakt auf, stell es dir vor und dann lass dich davon verschlucken. Ergib dich komplett und völlig. Gib auf, gib den Kampf auf, gib das Schützen müssen auf. Gib die Illusion auf, dass dich dieses Etwas tatsächlich bedrohen kann, dir gefährlich sein kann.

Lass zu, dass es existiert, dass es da ist. Es muss nicht verschwinden. Das Nein dazu muss verschwinden.

Lass zu, dass es dich verschlingt. Die Bereitschaft, dich davon "fressen" zu lassen, wird bewirken, dass es dich wieder ausspuckt und du bemerkst, dass das Monster nie ein Monster war - außer in deinem Kopf.
Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche


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