Dienstag, 27. August 2019

So geht Schöpfung

Kürzlich hab ich einen ganz wunderbaren Spruch gelesen: "Wenn du aufhörst, bedürftig zu sein, kann das zu dir kommen, was du nicht mehr begehrst."

Genau so paradox funktioniert dieses Leben, zumindest ist das meine Erfahrung. Umso mehr ich Dinge will, umso deutlicher signalisiere ich dem Leben, dass ich sie nicht habe und dieses Nichthaben wird verstärkt. Das Mangelgefühl ist der Antrieb der Schöpfung. Die Aufmerksamkeit liegt auf dem Nicht-Vorhanden-Sein. Quasi auf der Lücke.

Wenn wir etwas in unserem Leben haben wollen, was bislang noch nicht da ist, dann reicht es, eine bloße Entscheidung dafür zu treffen. Mehr ist es nicht. Mehr braucht es nicht. Und dann dürfen wir das Leben machen lassen.

Diese Entscheidung dürfen wir mit dem Bewusstsein treffen, dass das ausreicht, dass wir ausreichen, dass es so einfach ist. Diese Entscheidung darf rein sein, aus einer Neutralität heraus getroffen werden. Es gilt, damit nichts zu vermeiden oder irgendetwas ausweichen zu wollen. Wenn wir etwas haben wollen, um etwas anderes zu erreichen, also "um zu...", dann ist die Entscheidung nicht rein. Dann geht es uns nicht um die Sache an sich, sondern um das, was wir damit erreichen bzw. vermeiden wollen, wie unangenehme Gefühle zum Beispiel. Viele wollen Geld, damit sie die Unsicherheit nicht spüren müssen, wollen gesund sein, damit sie wieder leistungsfähig sind, etc.

Etwas begehren und etwas wählen sind für mich zwei komplett unterschiedliche Qualitäten. Begehren hat etwas Fanatisches für mich, etwas Bedürftiges, da ist irgendwie Mangel zu spüren, als würde das Leben davon abhängen, das zu bekommen, was man begehrt.

Wenn ich dagegen etwas wähle, dann hat das etwas Erhabenes, Weises und auch Neutrales. Da ist weder Widerstand gegen das, was ich nicht wähle, noch eine Abhängigkeit von dem, was ich wähle. Es ist einfach eine Wahl zwischen zwei oder mehreren Dingen, die im Wert gleich sind. Ich entscheide einfach, mit was ich jetzt Erfahrungen machen möchte. Fertig. Ganz unaufgeregt und ruhig, klar und ausgerichtet, aus meiner Mitte heraus, in meiner Größe.

Schöpfung und sein Leben gestalten ist so viel einfacher als wir glauben. Wir sind so viel größer und machtvoller als uns meist klar ist. Wir sind göttlich.

Göttlichkeit gepaart mit tiefster Demut und Weisheit bringt die schönsten Schöpfungen zustande. Und der Satz ist schon wieder ein extra Bild wert.

Foto: Canva
Text und Gestaltung: Anja Reiche

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