Montag, 29. Juni 2026

Es gibt genau eine echte Verantwortung

Es gibt genau eine Verantwortung, die ich habe: Ich habe die Verantwortung für meine Bewusstheit, die Verantwortung für mein Bewusstsein, die Verantwortung für meine Reifung und Ganzwerdung, die Verantwortung für meine Anbindung, die Verantwortung für ein Leben aus der Anbindung. Ich habe die Verantwortung für den Ausdruck meines wahren Wesens. Das ist die einzige Verantwortung, die ich dem Leben gegenüber habe - die Verantwortung mein wahres, göttliches Wesen zu sein.

Verantwortung, die Druck und Pflichten meint, die vom Außen vorgegeben sind, ist keine Verantwortung. Verantwortung meint nicht, brav sein und anderen nutzen. Verantwortung meint nicht, sich selbst komplett zu vergessen und nur für andere da zu sein. Verantwortung meint nicht, keinen eigenen Willen und keine eigenen Gefühle haben zu dürfen. Verantwortung heißt nicht, die anderen vor mich selbst zu stellen, dem „Gemeinwohl“ zu dienen und dabei selbst drauf zu gehen. Das alles wollen Menschen von anderen, wenn sie selbst nicht verbunden sind, nicht in sich zu Hause, nicht mit der Quelle eins. Das ist eine Idee von Verantwortung, die der Trennung entspringt. Wenn ich mich selbst nicht gehalten und versorgt fühle, sicher und geborgen, dann will ich das andere dafür sorgen, dass ich mich so fühle.

Damit bin ich immer vom Außen abhängig. Und damit geht automatisch einher, dass ich das Außen kontrollieren will, dass ich es dazu bringen will, dass meine Erfüllung geschieht. Das kann niemals die letzte Wahrheit sein. Das ist alles, nur keine Freiheit, kein Frieden, keine Eigenmacht und vor allem keine eigene Größe. Darin weiß ich nicht, wer und was ich eigentlich wirklich bin. Das ist nicht Ausdruck von „wer und was ich wirklich bin“. Das wird meinem wahren Wesen nicht im Ansatz gerecht.

Ich sehe Frauen, die meinen sie bräuchten Sicherheit von einem Mann, damit sie erblühen können und ein ruhiges Nervensystem haben. Ich sehe Männer, die meinen sie bräuchten einen 100% sicheren, authentischen Raum von einer Frau, damit sie endlich mit all ihren Gefühlen da sein können. Beide Bedürfnisse gehören für mich komplett in die Kindheit. Da stimmt das. Da gehört das hin und da hätte das sein müssen. Als Erwachsene/r ist das aber nicht mehr wahr. Mein sicherer Raum ist da, wo ich ganz da bin. Nur weil jemand mit meinen Gefühlen nicht umgehen kann und dadurch in Not kommt, heißt das nicht, dass ich nicht da sein kann. Doch kann ich sehr wohl. Deswegen muss ich es nicht verdrängen und mich auch nicht verlassen. Das Gefühl muss nicht weg. Der andere muss nicht weg. Ich muss nicht weg. Ich kann bei mir und meinem Innenerleben bleiben, auch wenn der andere deswegen angetickt ist und es gerne anders hätte. Solange keine Gefahr für Leib und Leben besteht, kann ich in diesem Raum mit meinen Gefühlen da sein. Mit mir darin sein.

Ich brauche vielleicht für den Heilungsweg als Überbrückung sichere Räume, aber nicht grundsätzlich, um als Erwachsene/r mein Leben leben zu können, mich entfalten zu können, da sein zu können, meine Gefühle zum Ausdruck bringen zu können. Daran kann ich mich letztlich nur selbst hindern.

Es ist nicht wahr, dass Frauen etwas grundsätzlich von Männern brauchen, damit sie erblühen können. Es ist nicht wahr, dass Männer grundsätzlich etwas von Frauen brauchen, damit sie da sein können. Da gibt es faktisch keine naturgegebene Abhängigkeit. Jungs brauchen etwas von ihrer Mutter. Mädchen brauchen etwas von ihrem Vater. Wenn diese inneren Kinder nachträglich versorgt sind, können sich Männer und Frauen in einer nie gekannten, neuen, freien Weise begegnen, ganz ohne Ansprüche und Brauchen. Reif und in sich ganz.

Und bis dahin kann jede Begegnung nur dazu hergenommen werden, die inneren Kinder aufzuspüren, die noch unerfüllte Bedürfnisse haben. Beziehungen dienen nicht dazu, endlich das perfekte Umfeld zu bekommen, das ich als Kind gebraucht hätte. Es gilt nicht einen bestimmten Status Quo zu erhalten und deswegen Ausschau zu halten nach dem Mann oder der Frau, die mir endlich das gibt, damit ich mich leben kann.

Das Einzige, nach dem ich immer und überall Ausschau halte, bin ich. Ich nehme alles her, um mich selbst zu erkennen, das Unbewusste bewusst zu machen, Fehlendes aus der Kindheit zu ergründen, das zu erkennen, was gar nicht ich bin. Umso mehr ich in mir lande, umso mehr lande ich in der Anbindung zu allem und einer so enormen Grundsicherheit, die mir nichts und niemand im Außen geben könnte.

Das ist die einzige Verantwortung die ich wirklich habe. Ich in meinem Gewahrsein über mich. Ich in der Quelle. Ich aus der Quelle. Ich, die Quelle selbst.


(Und diese Verantwortung habe ich vor allem dann, wenn ich Kinder habe. In dieser Bewusstheit, Reife, feinen Tieffühligkeit und Freiheit werde ich automatisch und intuitiv alles tun, was das Kind für seine Entfaltung braucht. Es geht gar nicht anders. Diese Reife lässt mich komplett im Moment sein und der weiß alles.)