Freitag, 31. Mai 2024

Da, ohne zu erfahren, wer ich bin

Da ist wieder diese unglaubliche Angst, dass der andere das Seine nicht nimmt. Ich nehm meins zu mir und dann? Schweigen vom anderen. Ich weiß nicht wie ich dran bin. Übergehen zum Alltag als wäre nichts gewesen.

Da ist Übelkeit. Der Magen zieht sich zusammen. Dieses Nichtwissen. Nichts greifen können. Keine Kommunikation vom anderen. Kein Einblick in die Innenwelten. Außen vor gelassen werden. Kein Reflektieren. Kein Offenbaren. Wenn überhaupt, nicht fühlbare Erklärungen, aber kein Empfinden, das mitgeteilt wird.

Leere. Ich greife ins Nichts. Greife noch nicht mal mehr. Stehe, sacke zusammen. Kauer am Boden. Starrer Blick. Fassungslos. Haltlos. Aussichtslos. Allein. Verlassen. Ausgeschlossen. Unberührt.

Der andere lässt mich nicht rein, lässt mich nicht nah kommen, nah sein.

Mauern. Masken. Pokerface. Meterdicke Schutzwälle. Für mich undurchdringbar. Chancenlos von Anfang an.

Chancenlos von Anfang an!!!

Ich konnte nie wirklich was tun. Weder das Richtige noch was Falsches. Nie. Zu keiner Zeit. Mich als Wesen gab es nie in dieser Beziehung. Ich kam nicht vor in der Gleichung.

Da sitze ich. Jeglicher Versuch umsonst und gar nicht nötig. Warum bin ich so lange geblieben und gegen verschlossene Türen gerannt? Habe gehofft, geredet, erklärt, noch mehr geliebt? Hatte Verständnis, habe geschrien? Engelszungen und rasende Wut im Wechsel. Verzweiflung und wieder der Versuch zu akzeptieren.

Alles nichts gebracht und ich bin geblieben...

Hoffnung, dass es endlich gut wird, dass ein Einsehen kommt, Öffnung, Zuwendung, Nähe. Endlich Verbindung. Echte, tiefe Verbindung.

Umsonst.
Umsonst gewartet.
Umsonst gehofft.
Außen vor geblieben.

Und jetzt? Heute? Es ist anders definitiv.
Erlebt. Erfühlt. Erfahren.
Geliebt. Gewollt. Gesehen.

Und etwas in mir hat Angst, Angst, dass ich wieder hingehalten werde mit leeren Worten. Angst, alles zu investieren, alles zu geben und nichts zu bekommen.
Angst, mich doch zu täuschen. Angst, dass es an einem bestimmten Punkt, doch nicht weiter geht, endet. Wie so oft.

Angst vor dieser scheiß Leere, dem Nichts, der Unnahbarkeit, der Einsamkeit mit Menschen, dem emotionalen abgeschnitten sein.

Angst vor der erneuten Trennung von der Schöpfung, vom Leben selbst!!!
Dem nicht beantwortet sein.
Mich nicht erkennen können im anderen.
Nicht wahrhaftig gespiegelt werden oder wenn nur völlig verzerrt.

Angst vor der Hölle auf Erden.
Dem Urschmerz.
Dem Tod im Körper.
Dem Nichtsein im Körper.
Nicht existent, obwohl ich da bin.
Isoliert. Mich nicht erfahren könnend, weil niemand wirklich rein mit mir interagiert.

Da, ohne zu erfahren, wer ich bin.
Jetzt hat die Übelkeit einen Namen.




Dienstag, 28. Mai 2024

Was heißt es, Wahrhaftigkeit zu leben?

Seit langem mal wieder ein Podcast, den ich alleine aufgenommen habe.

Ich wurde gefragt, wie ich es geschafft habe, immer mehr meine Wahrhaftigkeit zu äußern, mich zu klären, was meine Themen, meine Wunden sind und was nicht.

Da diese Frage für mich nicht in drei Sätzen zu beantworten ist, kam mir die Idee, dazu einen Podcast aufzunehmen.

Ich lade euch ein, mit auf meine Reise ins Innen zu kommen.

https://podcasters.spotify.com/pod/show/anja-reiche/episodes/Was-heit-es--Wahrhaftigkeit-zu-leben-e2k6uoe



Montag, 27. Mai 2024

Das genügt mir nicht

Im Grunde ist das, was da jetzt kommt, eine Fortsetzung von meinem Text von vorhin. Ich wollte schon so lange darüber schreiben, über dieses "das genügt mir nicht" und irgendwie war es nicht dran.

Jetzt schon. Und jetzt weiß ich auch warum. Da fehlte etwas Entscheidendes. Die Wut musste vorher stattfinden. Ohne die Wut hätte ich den zweiten Schritt vor dem ersten gemacht.

Mir meiner Ansprüche, Werte, Maßstäbe und Bedürfnisse klar zu sein, ist essentiell. Und da geht es vor allem gerade um die Ansprüche in Begegnung, im Miteinander, in Beziehung.

In den letzten Tagen und Wochen klackert und rattert es nur so in mir und ich stelle fest, mit wie wenig ich mich zufrieden gegeben habe, weil ich das für normal gehalten habe, weil ich es so gewohnt war. In der Rückschau gab es bis vor zwei Jahren im privaten/familiären Umfeld zu 98% Kontakt mit Menschen, die eigentlich gar nicht wirklich da waren, die in alten Mustern und Konventionen gelebt haben, vielleicht schon ein bisschen offen waren für andere Sichtweisen, Hinterfragen, Hinwendung zu sich und dennoch im Hamsterrad unterwegs waren.

An den Stellen, an denen es für mich gerade mal anfing spannend zu werden im Erforschen, Tieftauchen, Hinterfragen, Großdenken, etc, war bei ihnen Schluss. Ich hab mich an den seltenen Momenten, in denen es vielleicht doch mal tiefer ging, erfreut, war dankbar für immerhin das. Ich war es gewohnt, so sehr gewohnt, dass der Punkt kommt, sehr schnell sogar, an dem es eben nicht weitergeht. Das war normal für mich. Kannte ich doch fast nichts anderes. Dabei hab ich völlig übersehen, dass ich mehr gebraucht hätte. Weit mehr. Viiiiieeeel mehr.

Dabei hab ich ebenfalls völlig übersehen, dass das Oberflächliche unnatürlich ist. Ich habe lange Zeit gedacht, ich bin halt speziell mit meinem Tieftauchenwollen. Dabei ist dieses Tieftauchen, die Bewusstwerdung und dann das BewusstSEIN eigentlich menschliche Natur. Dahin würden wir uns ganz automatisch entwickeln, wenn wir gesund aufwachsen würden. Verdrängung und Unbewusstheit sind Folge von Trauma und damit krankhaft im Sinne von - zuwider unserer eigentlichen Natur.

Das, was ich über lange Jahre an "Beziehung" erlebt habe, reichte mir nicht im Ansatz. Eigentlich bin ich geistig verhungert und verdurstet. Emotional erst recht.

Das kann ich aber erst im Nachgang feststellen. Jetzt, wo ich ganz andere Beziehungen pflege, ganz anderen Umgang und Tiefgang erlebe, ganz andere Begegnung. Nämlich echte Begegnung. Nähe, Nahbarkeit, Intimität.

Jetzt merke ich, was mir eigentlich alles gefehlt hat, was ich mir schöngeredet habe, was ich kompensiert habe. Ich sage nicht, dass falsch war, ich sage nur, dass es so war. Eine Wahrheit, die mich oft genug erschüttert.

Da waren Ideen, den anderen ja so zu lassen wie er ist. Da waren die Gedanken, dass sie es halt noch nicht besser können. Da war die Idee, dass ich anstrengend bin und froh sein kann, wenn ich geduldet werde. Da waren Ideen, dass ich den anderen ja helfen kann, mit sich in Kontakt zu kommen, damit sie dann mit mir in Kontakt kommen können.

Ich habe festgestellt, dass es da etwas in mir gab, das nicht sagen durfte, dass mir das nicht genügt, dass ich mehr brauche und will. Da war die Idee, dass das den anderen verletzen würde, dass ich dann gemein bin. Da war die Idee, dass ich nicht gehen darf, dass ich bleiben muss, dass ich diese Menschen nicht im Stich lassen darf, ich tu ihnen doch gut. Die haben mir ja nichts getan. Das sind doch gute Menschen.

Und mit genau diesen Überzeugungen kam die Wut. Nicht genug bekommen, aber bleiben müssen. Den anderen nicht befähigen können und dürfen, aber bleiben müssen. Damit ging ich voll gegen mich und meine Bedürfnisse. Selbstverstümmelung. In all dem hatte ich mit meinem wahren Sein, mit meinen Ansprüchen und Werten, mit meinem Tiefgang und dem Wunsch nach echter Begegnung überhaupt keinen Platz.

Die Wut durfte ich nicht äußern als Kind. Und ich war zurecht wütend. Das, was ich bekam, reichte mir nicht. Hinten und vorne nicht. Emotional. Menschlich. Geistig. Wüste.

Jetzt kommt diese Wut hoch. Meine Bedürfnisse bekommen Formen, Kontur und Worte. Meine Ansprüche dürfen sein. Ich erkenne sie und erkenne sie als absolut berechtigt an. Und ich weiche nicht mehr davon ab. Keine faulen Kompromisse mehr. Keine Halbherzigkeiten. Kein Runterregulieren. Kein einseitiges Zuhören und Eintauchen in deren Welt. Ich mag in meiner Welt bleiben und mit denen sein, die da eh schon sind.

Es zeigt sich, dass ich denen, die genauso unterwegs sind, nämlich überhaupt nichts erklären muss. Da ist es selbstverständlich sich so zu begegnen. Wenn ich mich also erst erklären muss, bzw erklären muss, was echte Begegnung heißt, ohne dass da wirklich Interesse beim anderen dafür ist, bin ich nicht am richtigen Platz. Ja, das mögen liebe Menschen sein, herzensgut im Kern und gleichzeitig mag ich sie nicht im näheren Umfeld haben, weil mir das, was an "Tiefgang" möglich ist, nicht genügt. Mich zieht es woanders hin und das ist gut so.

Alles andere kann ich (jetzt) mit einem einfachen "das reicht mir nicht" sein lassen. Was für eine Erleichterung.



Wahrhaftigkeit oder gar nichts

Ich hab's so satt. Ich hab's so satt, wenn mein Gegenüber sich versteckt. Mir wird gerade bewusst, wie perfide das vonstatten geht.

Ich teile mich mit. Ich bin mit dem da, was ich gerade fühle, was mich bewegt. Oder ich stelle eine Frage, weil ich etwas nicht ganz verstanden habe in der Schilderung des anderen. Und dann kommt:

Ein "kesser" oder gar blöder Spruch. Ein "guter" Ratschlag. Eine ach so tolle Lebensweisheit. Eine Allgemeinposition. Eine Gegenfrage, die wieder auf mich zurückführt. (Ich stelle auch oft Gegenfragen, allerdings mit der Intention noch besser zu verstehen und dann antworten zu können, aber nicht mit der Intention von mir abzulenken.)

Ich könnte kotzen bei einem solchen Verhalten und mir wird bewusst, dass das in meiner Kindheit und eigentlich im Großteil meines Erwachsenenlebens so war. Und ja, ich war auch so. Genau so. Abwehrstrategie. Niemanden an mich ranlassen. Mich nicht angreifbar machen, in dem ich zeige, was wirklich in mir los ist. Mich nur nicht offen und verletzlich zeigen. Gar keine Frage. Ich kenn das zu gut. Und ich hab mich auf den Arsch gesetzt und die Wahl getroffen, dass ich MIR radikal begegnen möchte. Das geht. Das ist unbequem. Aber sowas von. Aber das geht, weil ich will.

Hier geht es deswegen mal gerade nicht um das Verständnis für die anderen und ich will gerade auch nichts von "die können es halt nicht besser" hören. Ich realisiere gerade die ganze Scheiße in vollem Ausmaß. Da ist Entsetzen, weil das als normal gilt und eigentlich so krass unnatürlich und unmenschlich ist. Ich würde sogar sagen krank.

Was hab ich als Kind über mich ergehen lassen müssen und musste trotzdem in Verbindung bleiben, ja sogar körperliche Nähe und Zuwendung von diesen Menschen "nehmen", die eigentlich überhaupt nicht da waren. Fremde, obwohl ich den ganzen Tag mit ihnen zusammen war. Versteckt. Niemand greifbar. Kein Funken Offenheit, kein Fitzel Selbstoffenbarung und wenn dann kombiniert mit Schuldzuweisungen, dass ich ich jetzt an den "schlechten" Gefühlen schuld bin. Nie wissend, wann der nächste verbale Angriff kommt. Nie sicher. Nie wirklich sicher.

Ich konnte nicht artikulieren, was da schief läuft, ich wusste nur, dass da was nicht stimmt. Menschen, die sich nicht zeigen. Nicht ums Verrecken. Die nur austeilen, nur beim anderen sind, nur da rumdoktern und all ihre unterschwelligen Gefühle auf diese Weise irgendwie zum Ausdruck bringen. Ihre Brocken den anderen hinwerfen und die Verantwortung für sich selbst gleich mit. Total verdreht und verquer. Kein Satz passte zu dem, was da fühlbar war. So viel, was zu meinem Problem erklärt wurde, war es nicht.

Nun passiert mir das heute, jetzt mit dieser Bewusstheit, in der ich begreife und benennen kann, was da eigentlich läuft und es kommt eine Scheißwut. Ja, Wut ist in letzter Zeit eigentlich ein Dauerbegleiter. Und ich kann's so gut verstehen. Es kommt all die gesunde Wut. Es kommen jetzt all die gesunden Reaktionen durch, die wegerzogen waren.

Es kommt die Wut nachträglich für früher und es kommt die Wut, die genau in die Jetztsituationen gehört. Deswegen schreibe ich hier genau jetzt diese Worte in dieser Wut.

Mir können alle gestohlen bleiben, die nicht zum Ausdruck bringen, was in ihnen gerade los ist. Ich brauch keine Floskeln, leeren Worte, blöden Witze, guten Tipps und auch keine Kalendersprüche. Ich will keine Geschichten über andere oder die Welt.

Ich will wissen, was genau DAVOR oder DABEI in dir los ist.
Was veranlasst dich zu dem, was du sagst? Was bewegt sich da in dir? Was ist denn vor dem dummen Spruch in dir los? Vor der Weisheit? Was ist die Intention deiner Aussage?

Willst du mir was geben? Was nehmen? Willst du dich schützen? Von dir ablenken?

Ich sag dir was:
Ich will DICH.
Pur.
Bei dir.
Mit dir verbunden und von dir sprechend.
Dich selbst offenbarend.
Egal, was da gerade los ist, in welche Untiefen das führt.
Ich will dich genauso pur, wie ich eben auch da bin.

Ich hab keine Lust mehr, mich auf den Maßstab derer zu reduzieren, die das nicht können. Krümel rauszupicken, mühevoll rumpuhlen, damit mal ein Fitzelchen sichtbar wird vom anderen. Verständnis. Bla. Oder noch schlimmer, dieses Theater über mich ergehen lassen. Und am allerschlimmsten: Deren Brocken aussortieren und schauen, ob davon nicht doch was meins ist. Schluss. Ende. Aus. Habe fertig!

Ich hab als Kind so oft die Zähne zusammenbeißen müssen (die reagieren gerade auffällig), schlucken müssen, meine Wut runterdrücken, damit ich überhaupt noch in Verbindung bleiben konnte. Ich könnte kotzen, wenn ich heute an diese Widerwärtigkeit denke. Da kommt Ekel und eben Wut. Zu Recht. Das gehört genau da hin.

Ich wurde gebrochen. Wieder und wieder. Hineingezwungen. Musste alle Ungerechtigkeiten über mich ergehen lassen, weil ich eben nicht gehen konnte. Ich hatte keine Worte dafür. Heute hab ich sie. Heute verstehe ich die Wirkprinzipien, sehe die Verdrehungen. Heute kann ich gehen. Heute kann ich es benennen. Heute kann ich STOP sagen. Heute kann ich wütend sein - für damals gleich mit. Gott sei Dank!!!!

Und heute kann ich meinen Standard setzen, kann mich an meinem Maßstab orientieren und mich ganz gezielt mit den Menschen umgeben, die den gleichen Anspruch haben. Menschen, die tatsächlich als Mensch da sind. Greifbar. Fühlbar. Warm. Mitfühlend. Offen. Nahbar. Ehrlich zu mir und sich selbst. Ehrlich im Sinne von, das ausdrückend, was wirklich gerade jetzt in ihnen da ist. Hinspürend. Forschend. In der Eigennverantwortung für ihr Innenerleben.

Ich bin so froh und erleichtert, dass es die gibt. Dass sie da sind. Dass ich den krassen Unterschied dadurch noch deutlicher fühlen kann. Dass dadurch eben der ganze alte Mist klar wird, sichtbar und durchs Erkennen Frieden findet. Der Scheiß hat wirklich stattgefunden. Das war keine Einbildung. Und hier und heute endet er. So wahr ich hier stehe.

Ausatmen. Erleichterung. Klarheit. Es wird ruhiger in mir. Puh! Danke!



Samstag, 25. Mai 2024

Spätstück oder ganz was anderes

Es arbeitet und bewegt sich heute schon den ganzen Tag in mir. Echte Begegnung, so richtig zum Anfassen. Face to face. Da will was passieren. Also öffne ich einen Raum, ein Feld, gebe eine Möglichkeit, bin eine Einladung.

Irgendwie spüre ich zwei Frauen, die gemeinsam zu mir kommen. Gleichzeitig bin ich offen, dass es ganz anders kommt. Vielleicht wird es auch ein Spätstück mit mir & Christian. Vielleicht eine Kaffeerunde statt Spätstück. Wir werden sehen.

Auf jeden Fall ist es auch ein Heil(ich)raum. Sowieso. Wahrhafte Begegnung. Benennen und sprechen, was dran ist. Fühlen. Erkennen. Tieftauchen. Beflügeln. Witze reißen. Gott einladen. Forschen. Bewusstwerdung. Klärung. Seelenlesen. Essenz erinnern. Nach Hause kommen.

Was immer passieren mag, soll sein. Das Zeitfenster ist ein Richtwert. Das Setting, wer mit wem und wann, wird sich finden. Der finanzielle Ausgleich wird mit dem Herzen erspürt (ein Teil in mir hat total Lust richtig viel Geld zu bekommen).

Ich bin mega gespannt, wer den Ruf hört. Einfach eine Mail an mail@anja-reiche.de. Alles weitere besprechen wir dann.

 



Mittwoch, 22. Mai 2024

Vom Belohnungssystem in die wahre Versorgung

Versorgung ist keine Belohnung für richtige Taten. In seinem Urwesen, stellt mir das Leben alles zur Verfügung, was ich brauche, damit ich wachsen, gedeihen, erblühen kann. Alles, damit ich jede Erfahrung machen kann, die ich hier machen soll. Alles, damit ich das hier sein kann, was ich hier sein soll. Alles, damit ich wirken kann.

Wir wurden aber anders konditioniert. Uns wurde beigebracht, dass das Leben bestimmtes/richtiges Verhalten belohnt. Gute Gefühle haben Zuspruch erfahren. Manchmal wurden sogar schlechte Gefühle mit Belohnung wettgemacht bzw. weggemacht. Bei Traurigkeit gabs nen Lolli. Bei Krankheit endlich Zuwendung.

Viel Geld haben, heißt nicht automatisch etwas richtig machen.
Wenig Geld haben heißt nicht, etwas falsch machen.
Leiden und sich abmühen zieht keine Entschädigung nach sich.

Ich muss nicht erst etwas tun, sein, um "meinen Lebensunterhalt" zu verdienen. Weder mich anstrengen, noch glänzen. Ich muss nicht nur genug leiden und ich muss auch nicht brav genug sein, um Versorgung verdient zu haben.

Die meisten von uns leben aktuell (noch) in einem künstlichen, heißt unnatürlichen, Belohnungssystem, in dem andere entscheiden, wann ich etwas richtig gemacht habe, wann ich also etwas dafür bekomme und was. Und eigentlich stimmt das schon nicht, dass wir in diesem System leben. Dieses System lebt in uns, weil die meisten eben genauso geprägt wurden. Und viele, die sich scheinbar aus dem System gelöst haben, tragen es nach wie vor in sich und rekonstruieren es im goldenen Scheinfreiheitsmäntelchen andernorts wieder. Das Prinzip aber bleibt gleich. Was machen und dafür etwas bekommen.

In so vielen wirken Sätze wie:
Bin ich "krank", mach ich was falsch.
Hab ich wenig Geld/Materielles/Besitz, mach ich was falsch.
Hab ich keinen Partner, mach ich was falsch.
Bin ich wütend, mach ich was falsch.
Bin ich unruhig, mach ich was falsch.
Bin ich verspannt, mach ich was falsch.

Es wäre ja anders, wenn ich ES richtig machen würde (ohne zu wissen, was ES ist).

Wenn ich erst erleuchtet bin, dann...
Wenn ich erst meine Berufung gefunden habe, dann...
Wenn ich mich genug selbst liebe, dann...

So verbringen viele ihr Leben mit Fehlersuche, durchforsten ihr Innenleben nach Selbstsabotageprogrammen (als ob sich das Leben selbst sabotieren würde) und versuchen sich zu optimieren in der Hoffnung, endlich belohnt zu werden, in der Hoffnung, dass sich das endlich auszahlt. All die Mühen... Das muss doch endlich mal was bringen! Ich nehme mich da nicht aus.

Tatsache ist aus meiner Sicht, dass eine völlig falsche sprich unnatürliche Grundannahme unter all dem liegt. Nämlich dieses Wenn-Dann-Ding.

Ich bekomme Muttermilch/Nahrung nicht erst, wenn ich gewachsen bin. Ich bekomme Muttermilch, DAMIT ich wachsen kann. Dieses Leben ist ein DAMIT-Ding.

Die Natur stellt zur Verfügung. Ganz ohne Leistung, weil sie will, dass ich gedeihe. (Wobei mir klar ist, dass auch da schon verdrehte Erfahrungen gemacht wurden, weil ich als Baby erst weinen und schreien musste, um etwas zu bekommen. Aus meiner Sicht ebenfalls unnatürlich.)

Für mich ist es total wahr, dass immer alles da ist, was ich für mein Wachstum und meine Erfahrungen brauche, DAMIT ich all das erleben kann. Das heißt auch, dass manches manchmal eben NICHT da ist, dass schräge Sachen passieren, dass ich Dinge tue oder eben genau nicht tue und mich selber wundere.

Es gibt da keinen Fehler zu finden. Den Fehler, den du suchst, gibt's nicht.

Wie es gerade ist, ist es perfekt und unterliegt einer krassen Intelligenz. Wie es ist, ist es gut und richtig. Wofür es gut ist, wird sich zeigen.

Einmal mehr entspannt sich mein System noch tiefer. Ich KANN gar nichts falsch machen, verpassen, whatever. Und ich werde auch nicht vom Leben vergessen. Ich bin auf dem Weg in meine Urnatur, in den Urzustand, der Rückerinnerung und das Leben wird alles tun, damit ich das kann. Das Leben strebt nach Leben. Das Leben strebt nach mir wie ich gedacht bin.



Samstag, 18. Mai 2024

Lesen im Feld & Zeitqualität 18.05.2024

Ihr Wundervollen, es ist so unfassbar dicht an Erkenntnissen und Prozessen, an Realisation und Beobachtung. Eigentlich dachte ich, ich könnte mehr von den Erkenntnissen teilen, das Leben wollte aber stattdessen, dass ich die Zeitqualität befühle und ins Feld eintauche.

Ich lade euch ein, wer immer sich gerufen fühlt. ❤️❤️❤️

Hier geht es zur Audio: https://t.me/AnjaReiche_herzradikal/2018 



Nichts unter Kontrolle

Mhmmm... 🥰🥰🥰 Ich mag die Frage von mir sehr. 

"Willst du Schöpfer sein, um die Dinge zu kontrollieren oder willst du Schöpfer sein um die Schöpfung durch dich geschehen zu lassen, frei von Kontrolle?"

Was für ein rohes, pures, forderndes und gleichzeitig leichtes (von einfach war nie die Rede) Leben. Lebendigkeit in Reinstform. Keine Kontrolle oder Beeinflussung. Keine Vermeidung oder ausschließliche Zielsetzung.

Offen. Weit.

Jede Antwort vom Leben, jede Ansage darf sein. Jeder Ruf, was jetzt stimmt und in der Ordnung ist, wird gehört und umgesetzt bzw. wird ganz oft etwas sein gelassen, weil es eben nicht stimmt. Da ist öfter Gefühle fühlen angesagt und das ist gut so. Her damit! Da geht's lang.

Es zeigt sich, was in mir, in uns, noch schlummert. Anteile, die es lieber anders hätten, als es ist. Überlebensstrategien, die einst dienlich waren. Hinderliche Glaubenssätze. Und eben abgelehnte, weggepackte Gefühle. Das alles darf und soll ins Bewusstsein. Darf ins Licht geholt und geschaut werden. Heilige Heilung und Ganzwerdung! Frei und rein werden.

So viele Momente gibt es, in denen tatsächlich das leere Blatt da vor mir liegt, vor uns liegt, und das wirklich lange. Kein Impuls für den ersten Pinselstrich. Eindeutige Aufforderung, die Füße still zu halten. So it is.

Ich will dem Leben nicht erzählen, was ich jetzt angeblich brauche oder richtiger wäre. Ich mag viel mehr dem Leben zuhören und mir sagen lassen, was tatsächlich richtig ist für mich, stimmig, in der Ordnung und das dann durch mich in die Welt bringen, das verkörpern, damit da sein, was ist.

Erfolg ist jeder präsente Moment. Einer reiht sich an den nächsten - Erfolg wie Moment 😉. Mehr als den jeweiligen Moment habe ich nicht. Da will ich sein. Ganz. Mit jeder Faser.

Das ist für mich erfolgreiches, lebenswertes, sinnvolles, tiefes, wahrhaftes, wesentliches, nährendes Leben. Für alles andere stehe ich nicht zur Verfügung. 🔥❤️🔥

Christian, mein Herz, mein Gefährte, mein Mann. So wesentlich und präsent, so sehr bei dir, so sehr bei Gott, so sehr genau so an meiner Seite, so sehr DA. So fein im Spüren, so bereit durchzutauchen, hinzuschauen, hinzuhören, auszuführen, sein zu lassen. So sehr bereit für dieses wesentliche, lebenswerte L(i)eben. DANKE! 🙏🏼🔥❤️ Es gibt keine Worte für meine Dankbarkeit dafür. Heilung pur! Auf so vielen Ebenen!

 


 

 







 

 

Samstag, 4. Mai 2024

Heil(ich)räume

Es ist mal wieder so weit. Ich mag Räume aufmachen. Diesmal gleich drei in Folge und es geht schon heute Abend los. 😉😎

Einem Wink mit dem Zaunpfahl von Meryem folgend, war eine Namensänderung dran. Tatsächlich bin ich selbst nicht draufgekommen, die Zoom-Räume genauso zu nennen, wie unsere Gruppe hier bei Telegram.

Ab sofort mach ich also auch via Zoom Heil(ich)räume auf. 😍😍😍 Und endlich hat das, was da stattfindet, eine adäquate Bezeichnung. 🎉🎉🎉

Ein Raum der wahrhaften Begegnung, des offengelegten Lebens, des Mitteilens, der Selbsterforschung, des Seinlassens, des Bezeugens und Begleitens. Ein Raum, in dem alles Platz hat, was in uns lebendig ist.

Wie immer zahlst du, was stimmt und stimmig ist, was dein Herz dir zuflüstert, bevor der Verstand auch nur einen Gedanken fassen kann.

Hier die Anmeldelinks für
heute, Samstag, 04.05., 20 Uhr
morgen, Sonntag, 05.05., 13 Uhr
Montag, 06.05., 11 Uhr

Ich freu mich auf uns und alles, was passieren mag. 😊💫❤️🔥





Deine Zahlung kannst du auf mein Bankkonto schicken oder per PayPal senden.

Raiffeisenbank Thurnauer Land eG
IBAN: DE48 7706 9739 0000 4163 80
BIC: GENODEF1THA

www.paypal.me/AnjaReiche

Mittwoch, 1. Mai 2024

Grenzen setzen ist kein Angriff auf andere

Ich hab noch nie so viel und wohltuend gefaucht wie derzeit. Ich fauche alles und jeden an, der mir "begegnet" und wider die Natur, wider das Leben und wider der göttlichen Ordnung ist.

Der das Leben nicht achtet und ehrt, der sich verrät, unaufrichtig ist. Jeden, der mir erklären will, wie Leben überhaupt funktioniert und auf was es ankommt und der selber keinen Schimmer hat, weil er sich nicht im Ansatz selbst begegnet ist. Weder sich noch der Schöpfung. Dem jede Demut fehlt, jedes Gefühl, jeder Feinsinn, jeder Weitblick und jegliche Tiefe.

Ich weiß nicht, wie oft ich in den letzten Tagen innerlich mit der Faust auf den Tisch gedonnert habe und im wahrsten Sinne des Wortes ein Machtwort gesprochen habe. FÜR mich. FÜR die Schöpfung. FÜR meinen Dienst hier. FÜR meinen Weg. FÜR mein Empfinden.

Es fühlt sich an wie ein Wegbeißen. Der Löwe beißt die Hyänen weg. Verteidigt sein Revier und macht aber mal eine ganz klare Ansage. Hier ist Feierabend!

Ich hab in mancher Hinsicht zu viel mit mir machen lassen, war zu nett, zu verständnisvoll, hab Dummschwätzern, Unwesentlichem und Unwahrem zu viel Raum gegeben und hab mein Innenerleben schön geredet. Den Widerstand ignoriert, der sich ganz natürlich in mir geregt hat, immer mit dem überdimensionierten Verständnis für den anderen.

Ich hab so viel in meinen Räumen, in meinem direkten Umfeld geduldet, meine Maßstäbe nach unten korrigiert, mein Licht gedimmt, meine Größe geleugnet und irgendwie damit Gott verleugnet, weil ich es so sehr gewohnt war, mich für andere zur Verfügung zu stellen und weil es so sehr in mir verankert war, dass das Ziehen meiner Grenzen ein Angriff auf den anderen ist. Die größte Verdrehung überhaupt. Die größte Lüge, die Tür und Tor für Missbrauch öffnet.

Eine gesunde Wut, ein klares Stop, ein klares Nein, wenn jemand meine Grenzen überschreitet - und Grenzüberschreitung geht auch emotional und energetisch - ist KEIN Angriff auf den anderen. Es ist ein natürliches Einstehen für mich. Ich bin deswegen kein Täter!!!

Ich könnte ausflippen, wenn in der Licht und Liebe Szene jegliche Art von Wut verpönt wird, weggeatmet werden soll oder als eindeutiger Hinweis gilt, dass ich getriggert bin und ein Thema habe. Ich könnte kotzen, wenn erzählt wird, dass das niedrig schwingt und sofort wieder gute, hochschwingende Gefühle her müssen. Mehr Krieg gegen mich selber könnte ich gar nicht führen, als dass ich mir verbiete, meinen Raum zu wahren, meine natürliche Reaktion von Wut auf Übergriffigkeit und Missbrauch nicht zum Ausdruck zu bringen.

Und innerlich donner ich schon wieder mit der Faust auf den Tisch. Himmel Herr Gott nochmal, wie verdreht kann's denn sein? Das ist Erziehung und Anleitung zum Missbrauchenlassen. Das ist Manipulation und emotionale Erpressung vom Feinsten.

Ich sehe so viele großartige, warmherzige, reflektierte, bewusste Menschen, die am Limit sind, ausgelutscht, frustriert und erschöpft, weil sie sich scheinbar nicht wehren dürfen. Ausgesaugt und noch mit einem schlechten Gewissen versehen, weil sie einmal nicht geliefert haben und zur Stelle waren bei Menschen, die immerzu nur einfordern und beliefert werden wollen. Bei Menschen, die den Schatz dieser wundervollen Wesen überhaupt nicht erkennen, die Wahrhaftigkeit und Reinheit nicht erkennen, selbst wenn man sie ihnen auf den Bauch binden würde.

Am liebsten würde ich rufen: "Geht weg! Geht weg und tut euch das nicht mehr an! Ihr habt das nicht verdient und so ist es nicht gedacht! Ihr lasst sie nicht im Stich. Diese Menschen haben sich selber im Stich gelassen. Ihr seid nicht Schuld an deren Misere. DAS ist nicht eure Verantwortung. GEHT WEG! Ihr dürft das."

Ich weiß nicht, warum ich das schreibe. Ich musste es einfach zum Ausdruck bringen. Das musste gesagt werden. Ich will nichts damit. Außer der Energie Raum geben, die in mir lebendig ist. Sichtbar machen, was in mir los ist.

Und nein, ich brauche keine Diskussion, keine Tipps und keine Therapie. DAS ist meine Therapie und Heilung. Mein Wesen, mein Innenerleben, meine Wut im Ausdruck. 🔥❤️🔥

Danke, Christian, dass du da mit mir stehst und fauchst. 🔥🦁🦁🔥



Dienstag, 30. April 2024

Ein Anteil, zum benutzt werden geboren

Zwei Wochen war es nun seeehr still um mich. In mir umso lauter. Es hat sich ein Feld aufgetan, eine Wunde gezeigt, die ich so nicht vermutet hätte.

Ein Anteil kam zum Vorschein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Papa glücklich zu machen, dessen einziger Grund der Existenz genau das hatte und nichts anderes.

Dieser Anteil war zum benutzt werden geboren. Anderen - vorwiegend Männern - gut tun. Immer Verständnis dafür haben, dass ich nichts bekomme, gar nicht wahrgenommen werde, mit meinen Bedürfnissen.

Ich bin gefühlt noch mitten drin und dennoch mag ich euch schon mal ein Stück mitnehmen. 🔥❤️🔥

Hier geht es zur Audio: https://t.me/AnjaReiche_herzradikal/2008


 

Dienstag, 16. April 2024

Unverstanden

Wenn die Botschaft keinen Empfänger findet
 
Ich mag zwei krasse Erfahrungen/Erkenntnisse von heute mit euch teilen.

Das Thema "nicht verstanden sein", "vom anderen nicht gesehen/gehört werden", "sich nicht mitteilen können, nicht verständlich machen" war nochmal sehr präsent.

Ich durfte am eigenen Leib erfahren, wie es sich in mir zugetragen hat, dass eine Information vom anderen bei einem Teil von mir nicht landen konnte.

Was daraus für Erkenntnisse entstanden sind und welch unerwartetes Geschenk ich noch bekommen durfte, erzähle ich euch in der Audio. https://t.me/AnjaReiche_herzradikal/2007

Da hier wieder extremst die Herausforderungen von Begegnungen in unterschiedlichen Bewusstseinsentwicklungsstufen erfahrbar waren, mag ich nochmal auf meine Podcast-Folge hinweisen, in der ich die ausführlich bespreche.
https://open.spotify.com/episode/3eHBqZeYP4phpzZA5FQDdi?si=90duqNBRSSKPa8u86X1M2w
 
 

Montag, 15. April 2024

Reiches Lauschgold #12/1 und #12/2

Die zwölfte Folge besteht aus zwei Teilen. Das Leben hat es so entschieden und hinterher wussten wir auch warum. Es fühlte sich an wie Theorie im ersten Teil und gleich darauf folgte die Praxis.

Wie geht denn Selbstbegleitung und Selbsterforschung im gelebten "Alltag"? In Schöpfungsprozessen? In Begegnungen? Wie gehe ich mit mir um im ganz "normalen" Leben? Wie bringe ich mich selbst durch Prozesse?

Im zweiten Teil wurden wir von einem eben solchen Prozess überrascht. Meryem und ich haben uns durchführen lassen, haben ihn gemeinsam erspürt und durchlebt.

Wir wollen genau das mit euch teilen. Wir laden euch ein in unseren heiligen Raum des Miteinanders.

Teil 1: https://podcasters.spotify.com/pod/show/anja-reiche/episodes/Reiches-Lauschgold-121-e2idvit
Teil 2: https://podcasters.spotify.com/pod/show/anja-reiche/episodes/Reiches-Lauschgold-122-e2ie07m



Freitag, 12. April 2024

Das Dilemma der Kindheit - Beziehung als unlösbare Aufgabe

Ein Versuch, zu verdeutlichen, wie die Vergangenheit die Gegenwart beeinflusst und einfärbt. Auf wie vielen Ebenen das stattfindet und wie ich mich da durch begleite.

💠

Situation aus dem Jetzt – Ich als Erwachsene im Kontakt mit meinem Vater:

Ein verpasster Anruf auf meinem Handy. Eine Textnachricht von ihm hinterher: „Hallo, mein Liebling, warum gehst du nicht ans Telefon?“

Ein kurzer Satz. Scheinbar eine einfache Frage. Unterschiedlichste Botschaften in einer Aussage. Unterschiedlichste Gefühle werden in Millisekunden in mir ausgelöst. Es fühlt sich an, als würde es nicht um das gehen, nach dem gefragt wird. Auf welcher Ebene antworte ich?

Eine unfassbare Wut kommt hoch. Ich hab die Schnauze voll von dieser verdrehten, verkorksten, unklaren und für meine Begriffe unterschwelligen Kommunikation. Was soll ich verdammt nochmal mit dieser Frage anfangen? Es fühlt sich an als müsste ich mich erklären. Es fühlt sich an, als müsste ich zur Verfügung stehen. Alles scheinbar enthalten in dieser kurzen Frage. Echt, geht es jetzt wirklich darum, weshalb ich nicht ans Telefon gehe? Ich hab das Handy lautlos. Seit Jahren. Hab ich hundert Mal gesagt. Bist du jetzt zufrieden? Ist es wirklich das, was du wissen wolltest?

Ich könnte kotzen. Tippe wütende Worte und dann kommt die Ernüchterung.

Meine Wut und Verzweiflung würden nicht verstanden werden. Wurden sie nie. Ohnmacht.

Soll ich mich dennoch in Kontakt bringen, auch wenn es der andere nicht versteht? Mir doch egal, wenn er damit nichts anfangen kann.

Ich lese die Frage nochmal. Lese sie neutral, wie wenn ich sie irgendwo in einem Buch lesen würde. Lese sie, als würde der andere sich wirklich dafür interessieren, wieso ich nicht ans Telefon gehe. Was faktisch stimmt. Ich lösche meine Worte. Ich tippe neu.

„Ich geh äußerst selten ans Telefon. Es ist seit Jahren lautlos gestellt. Wenn ich also nicht zufällig das Handy in der Hand habe und sehe, dass jemand anruft, krieg ich es Gott sei Dank nicht mit. Zurückrufen tu ich auch fast nie. Ich mag das sehr. Meistens passt nämlich der Anruf nicht zu dem, mit was ich mich gerade befasse und was in mir lebendig ist und würde daher stören. Ich mach nur das machen, was wirklich stimmig ist. Danke für die Frage.“

Ich spüre Erleichterung, es genau so zu sagen, wie ich es eben empfinde. Wie es für mich stimmt. Sollen die anderen doch mal damit klarkommen, wie ich bin und nicht umgekehrt, ich immer mit dem klarkommen, wie die anderen eben sind und was sie brauchen. Die Erleichterung ist nicht lange da.

Da ist die Stimme, die mir sagt. „Schau mal, er interessiert sich doch für dich. Will Kontakt mit dir. Das wolltest du doch immer. Und jetzt gibst du ihm keine Möglichkeit mit dir zu sprechen. Er meint es doch nur gut.“ Schuldgefühle kommen hoch. Gewissensbisse. Ist das ungerecht? Ich stelle mir vor, wie das Gespräch laufen würde. Interesse ist vielleicht da, aber an Dingen, auf die es mir nicht ankommt. Materiell, oberflächlich und nicht zwischenmenschlich. Die Dinge, die mich interessieren haben darin keinen Platz. Und das, was ihn beschäftigt, will ich nicht hören. Es langweilt mich zu Tode. Alte Suppe. Schimpfen. Nichts daran ändern. Immer wieder das Gleiche. Wieso sollte ich mich dazu zur Verfügung stellen? Trotz kommt hoch. Wenn er sich wirklich für mich interessieren würde und das, was mich bewegt, kann er alles auf meinem Blog lesen. Mehr oder was anderes könnte ich ihm auch nicht erzählen. Ich bin doch schon mit allem sichtbar.

Auf der oberflächlichen Ebene, auf der wir uns gewöhnlich bewegen, will ich keine Begegnung. Ich spüre einen Anteil, der sich nicht entziehen darf. Der nicht enttäuschen darf. Der bleiben muss, damit es dem anderen gut geht. Ich habe Kontakt haben zu wollen, aber nach seinen Bedingungen. Da ist eine Erwartungshaltung. Ich darf keine unangenehmen Gefühle im anderen auslösen. Nur schöne. Und die werden eingefordert.

Ich richte mich viel zu sehr nach ihm, nach anderen. Ich verlasse mich. Passe mich der Welt des anderen an.

„Aber er vermisst dich doch!“ Er vermisst mich. Er vermisst MICH? Er vermisst SICH und ich soll den Schmerz lindern. Es geht nicht um mich, sondern darum wie er sich fühlt, wenn ich da bin. Ich werde missbraucht. Ich soll ein Loch füllen.

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Was sich hier zuträgt, ist eine Reinszenierung aus der Kindheit.

Das Dilemma der Kindheit - Beziehung als unlösbare Aufgabe -
wenn der Erwachsene keine Verantwortung für seine Gefühle übernimmt.

Entweder bleibe ich als Kind im Kontakt, beliefere und verlasse mich dafür - Schmerz!!! - oder ich wehre mich, verlasse mich nicht, liefere nicht, enttäusche den anderen und werde dann bestraft, Schuldzuweisung, Vorwürfe - Schmerz!!!

Als Kind unlösbar. Der Brocken, die Aufgabe ist zu groß und vor allem nicht zu bewältigen.
Überforderung
Not
Verzweiflung
Wut

Was wieder nicht sein darf, weil der Erwachsene damit nicht umgehen kann. Strafe. Zurechtweisung. Regularien.

Mit all dem alleine sein. Nicht begleitet werden. Niemandem davon erzählen können. Wieder Überforderung.

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Körperlicher Aspekt aktuell:
Brockenkonflikt (nach der germanischen Heilkunde) ist jetzt als Erwachsene aktiv – Der Darm will helfen, versucht beim Verdauen dieses Brockens zu unterstützen. Bei mir Krämpfe, Blähungen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Übelkeit, sattes Gefühl. Da gibt es erstmal genug zu verdauen.

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Dieses Dilemma des Kindes von damals ist in der Gegenwart in mir aktiv. Ich als Erwachsene spüre die Verzweiflung des Kindes. Ich sehe das Kind. Verstehe es. Bin da mit ihm und mir gleichermaßen. Hör ihm zu. Endlich hört diesem Kind jemand zu und endlich versteht jemand, was es sagt, empfindet, sieht das unlösbare Problem.

Gehen, die Situation verlassen, war damals keine Option. Das kam schlicht nicht vor im Repertoire des Kindes. Wie auch? Und so fühlt es sich auch heute an. Etwas in mir denkt immer noch, dass ich in Kontakt bleiben muss und es nur darum geht, darin möglichst unbeschadet zu bleiben.

Ich bin noch mittendrin in dieser Selbstbegleitung. Es wirkt und wogt in mir. Ich beobachte. Forsche. Lass es geschehen. Schaue hin. Schaue zu. Erkenne. Fühle.

Ich mag innerlich an den Punkt zurückgehen, an dem ich diese Verantwortung für die Gefühle von meinem Vater übernommen habe. Dort mag ich hinschauen und dann die göttliche Ordnung geschehen lassen. Da darf Gott passieren und „korrigieren“.



Mittwoch, 10. April 2024

Kongress-Abschluss und Zugang zu allen Interviews

Oh, ich freu mich grad voll. 😍😍😍 Am 13. und 14. April sind nochmal durchgehend alle Interviews freigeschaltet. Aurelia hat heute die gute Nachricht übermittelt. Jetzt kann alles nachgeholt werden, was wegen technischer Ruckler oder Zeitlinienüberschneidungen nicht möglich war. Juhuuuuu!!! 😊🎉🎉🎉

Und dann gibt es noch etwas, was ich euch noch gar nicht erzählt habe. Am 12. April findet um 19 Uhr der Kongressabschluss live statt, bei dem ich dabei sein werde. Aurelia, die Kongressveranstalterin, Luisa, die aus meinem Text das wunderbare Video gezaubert hat, Mona, deren Lied den gesamten Kongress begleitet hat und ich werden da sein. Ihr könnt berichten, was ihr mitgenommen habt und gleichzeitig stehen wir für eure Fragen zur Verfügung. Ich bin sehr gespannt, was da so passieren mag.

Wer schon beim Kongress angemeldet ist, hat den Link für den Zoom-Raum heute per Mail bekommen. Wer sich jetzt noch anmeldet, bekommt ihn in einer der nächsten Mails.

Hier nochmal der Link für die Kongress-Anmeldung: https://bit.ly/3PE67cO
 

 

Verantwortung ist eine Frage des Bewusstseins

Gestern habe ich über "gute" Beziehungen geschrieben, darüber, dass in einer wahrhaften Beziehung jeder das Seine nehmen darf.

Heute kam die Frage: Dabei geht es um Verantwortung, oder?

Meine erste Reaktion war: Ja, voll!

Und dann hat mich eine Erkenntnis getroffen, die gerade ordentlich in mir rüttelt.

Tatsächlich geht es um den Schritt davor: Um die Bewusstheit, dass es diese Verantwortung überhaupt gibt. Ohne diese Bewusstheit brauche ich über die Verantwortung für die eigenen Gefühle nicht sprechen. Mir fiel direkt mein Podcast ein, den ich mal zu Bewusstseinsentwicklungsstufen gemacht habe. (Zur Folge geht es hier!)

Das war wieder so ein Moment, in dem ich mir innerlich mit der Hand auf die Stirn klatsche. Eigentlich ist diese Erkenntnis banal. Es geht immer um das Bewusstsein für etwas. Bewusstsein kann nicht erzeugt, erzwungen oder herbeierklärt werden. Entweder ist das Bewusstsein bei mir, beim Gegenüber für etwas da, oder eben nicht.

Wenn ich etwas lang und breit erklären muss, ist das Bewusstsein, das Verständnis, das (Er)fassungsvermögen nicht da. Und wer das Bewusstsein für etwas hat, dem muss ich nichts erklären.

Und dann ist es wieder ganz einfach dieses Leben. Ich wende mich denen zu, die in einem ähnlichen Bewusstsein da sind. Jetzt kann ich das. Als Kind ging das nicht. Mein Umfeld konnte ich nicht wählen.

Ich stelle immer wieder fest, dass ich mich schnell bedroht fühle, wenn ich merke, dass für das, was ich meine, kein Verständnis da ist. Die Bedrohung besteht darin, dass ein Teil in mir immer noch glaubt, darauf angewiesen zu sein, dass ich verstanden werde. Davon hing früher nun mal mein Leben ab. Es hatte ganz dumme Folgen, dass ich nicht verstanden wurde. Es hatte ganz dumme Folgen, dass mein Umfeld in einem anderen Bewusstsein da war als ich. Ich fühlte mich nicht erkannt, ausgebremst, behindert, eingeschränkt. Ich musste in diesem Umfeld bleiben, in dem mein wahres Wesen nicht erkannt und verstanden war. In dem das Grundverständnis von Beziehung und Miteinander ein ganz anderes war, als meins. Einem Umfeld, in dem es eben kein Bewusstsein dafür gab, dass es diese Verantwortung für die eigenen Gefühle überhaupt gibt. Zum Haareraufen diese Ohnmacht!!!!

Heute ist es grundsätzlich in Ordnung, wenn ich nicht verstanden werde. Die Bedrohung von damals gibt es faktisch nicht mehr. Und doch merke ich immer wieder diesen Anteil durchblitzen, der in Not kommt, wenn er sich an das Lebensgefühl früher erinnert fühlt. Den Anteil kann ich begleiten und vor allem mein allergrößtes Verständnis ausdrücken. So wohltuend. Wenn der Anteil gesehen bzw. versorgt ist, kann ich frei wählen, ob ich im Kontakt bleiben möchte, auch wenn ich nicht verstanden werde, oder ob ich einfach gehen möchte.

Das wollte ich gerade unbedingt mit euch teilen. 😊🥳🤩 Jetzt lass ich das noch wirken und freu mich.



Dienstag, 9. April 2024

Mit wem willst du gehen?

Gute Beziehung ist keine Einbahnstraße. So sehr war ich es gewohnt, alleine für (guten?) Kontakt verantwortlich zu sein.

Ich war dafür verantwortlich, mich zu melden, vorbeizukommen. Ich war dafür verantwortlich, dass es dem anderen gut geht. Ich war dafür verantwortlich, dem anderen zuzuhören, mich zu interessieren, Verständnis zu haben, zu unterstützen, wo ich nur konnte, für die angenehme Atmosphäre.

"Der andere ist wichtiger als ich.
Gehen ist keine Option. Darf ich nicht. Ich hab zur Verfügung zu stehen." So meine Überzeugungen. So hatte ich eine "gute" Beziehung in mir definiert. Aus der kindlichen Erfahrung. So geht Beziehung also. Ich spiele darin keine Rolle oder besser nur die Rolle, den anderen zu befriedigen. Meine Bedürfnisse sind nicht relevant.

Wenn etwas nicht stimmte im Kontakt, musste ich herausfinden, was es ist. Fühlen. Dröseln. Beim anderen mitspüren. Für mich alleine, weil mir vom anderen immer signalisiert wurde, dass bei ihm alles in Ordnung ist. Das Problem hatte ja ich.

Nur passte das Gesagte nicht zu dem, was schwang. Also forschte ich. Wollte beweisen. Überführen. Wollte endlich, dass der andere zugibt, dass da tatsächlich etwas mitschwang, unterschwellig eine andere Botschaft drin war, mir vielleicht sogar Schuld an etwas gegeben wurde, für das ich nichts konnte.

Der andere hat Seins nicht genommen, das wusste ich damals aber nicht zu greifen und zu benennen. Ich wusste nur, da passt was nicht. Meine Reklamation wurde weggewischt und mir erklärt, dass da bei mir was nicht stimmt.

So kam einmal der Rückschluss, dass es ausschließlich an mir liegt, wenn Beziehung nicht funktioniert und das alle Verantwortung für das Miteinander bei mir liegt. Der andere war ja immer fein raus. Aus tausend Gründen.

Gleichzeitig war auch klar, dass ich erst das Rätsel gelöst haben muss, völlig klar sein muss, was da beim anderen nicht stimmt, bevor ich überhaupt erst das Wort erheben durfte. So war ich viel beim anderen, statt bei mir. So schwieg ich viel zu lange, weil ich ja noch unklar war.

Ich hatte nicht erlebt, dass es reicht, zu sagen, dass sich das gerade nicht gut anfühlt. Ich hatte nicht erlebt, dass der andere dann tatsächlich reflektiert und ehrlich ist. Ich hatte nicht erlebt, dass mein Gegenüber Seins zu sich nimmt und ebenfalls in die Verantwortung für das Miteinander geht.

Ich merke, wie immer mehr Menschen in meinem Umfeld aus solchen alten, missbräuchlichen, destruktiven Beziehungen gehen. Mir inklusive. Immer schneller wird klar, wann ich mich umdrehe und gehe, die Tür wortlos zugeht, weil jedes Wort umsonst ist.

Beziehung, Partnerschaft, Gemeinschaft braucht alle in der Verantwortung und in der Verbindung mit sich selbst, in der Bewusstheit und der Bereitschaft, immer noch bewusster zu werden.

Wie bin ich mit mir gerade in Kontakt, in Verbindung, während ich dem anderen begegne? Nehme ich mich wahr? Bin ich wirklich präsent und da?

Nicht nur miteinander da sein, sondern beieinander und auch füreinander. Hab ich "sie grad alle beisammen"? Meine Anteile? Meine Sinne? Sehe ich das Wir, den anderen, OHNE mich zu verlassen?

Bin ich wirklich mit dem da, was in mir gerade lebendig ist? Bringe ich mich in Kontakt?

Und vor allem darauf kommt es mir gerade besonders an: Ist der andere genauso vollumfänglich da?

Mit wem will ich gehen? Mit wem will ich sein? Wer sind die wahren Weggefährten mit dem gleichen Commitment sich und dem Leben gegenüber, der Schöpfung und den Mitschöpfern?

Menschen von meinem Tribe verstehen, was ich meine. Denen muss ich nichts erklären. Und mit denen will ich gehen. Miteinander. Füreinander einstehend. Aufeinander achtend. Wohlwollend und gleichzeitig eigenverantwortlich, weil jeder bereit ist, das Seine zu nehmen und beizutragen.

Ich weiß, mit wem ich gehen will. Klarer denn je. Ich sehe sie stehen. Fackeln in der Hand und ich bin unglaublich stolz auf diese Feuerfrauen und Löwenmänner. Danke! Here we are! 🔥