Im Grunde ist dem nichts hinzuzufügen und doch merke ich, wie Worte kommen und fließen wollen. Dem gebe ich gerne nach. 😊
Es geht mich schlicht nichts an, wie es um den Bewusstseinszustand eines anderen bestellt ist. Ich muss ihn nicht wachrütteln oder ihm etwas klar machen. Es obliegt genau EINEM und von der Seite ist es eh schon geschehen, weil gewollt und deswegen wird das sein, was sein soll. Was auch immer das dann ist und das wird in irgendeiner Form richtig und wichtig sein, auch wenn es für mich vielleicht komisch ausschaut.
Es ist erleichternd und beruhigend zugleich, es nicht bewerkstelligen zu müssen, dass jemandem etwas zu Bewusstsein kommt, es nicht irgendwie schaffen zu müssen, es in SEINEN guten Händen zu wissen und damit in der Ordnung, von der ich, was die Wege anderer angeht, nun mal - wenn überhaupt - nur eine leise Ahnung habe.
Wer bin ich, es besser zu wissen? Wer bin ich, über einen Weg zu urteilen?
Natürlich heißt das nicht, dass ich alles mit mir machen lassen muss. Das ist ja genau der Punkt. Eben nicht. Ich darf genau daraus dann meine Konsequenzen ziehen bzw. schauen, was der jeweilige Bewusstseinszustand inklusive Handlungen des anderen in mir berühren, was es mit mir macht, dass es genau so ist, wie es ist und wenn ich davon ausgehe, dass es so bleiben darf, dann darf ich hinspüren, was genau DAS für mich bedeutet. Wie ich dazu in Beziehung stehe, was das für mich heißt und wer oder was ich im Bezug dazu gerade bin bzw. sein könnte (von der höchsten Wahrheit ausgehend).
Ich habe genau nur ein Leben und einen Bewusstseinszustand zu verantworten und das ist das bzw. der meine. Wissend, dass mein Sein und Tun Auswirkungen hat. Wissend um das Ich, das Wir und das Höhere. Ich bin dafür verantwortlich, dass ich mich lebe und entfalte, dass ich hinhöre und da bin, dass ich bei mir bin. Niemandes Bewusstseinszustand sonst ist meine Verantwortung.
Mir ist bewusst, dass es unzählige Kinder in uns gibt, die auf den Bewusstseinszustand der Erwachsenen angewiesen waren und die zig Strategien entwickelt haben, entweder daran was zu ändern oder damit klar zu kommen, dass sie sind wie sie sind - allerdings eben aus der kindlichen Abhängigkeit heraus, mit all den kindlichen Schlussfolgerungen und da war der Bewusstseinszustand (der meistens dürftig ausgebildet war) der anderen äußerst relevant für uns, meistens fatal in den Folgen.
Es sind genau diese inneren Kinder, die andere zur Einsicht bewegen wollen, die Welt verbessern, wachrütteln. Sie versuchen immer noch das hinzubekommen, was als Kind schon nicht funktioniert hat: Das Umfeld so zu gestalten, dass es sicher ist und ich als Kind tatsächlich das bekomme, was ich bräuchte. Es sind genau diese Kinder, die wiederum genau mich brauchen, bewusst, wach und mitfühlend mit mir selbst. Sie brauchen nicht den anderen. Als Kind war das wahr, dass es auf den anderen angekommen wäre. Jetzt stimmt das schlicht nicht mehr. Jetzt kommt es auf mich an und auf sonst niemanden.
Jedwede gefühlte Abhängigkeit als Erwachsene meines Weh und Wohls von anderen kann nicht die letzte Wahrheit sein. An der Stelle darf ich schauen, wer in mir das glaubt und warum. An der Stelle darf ich mir selbst zur Seite stehen oder mir Hilfe suchen, mit deren Unterstützung ich dann gut für mich da sein kann.
Mir obliegt es einzig, ob ich zu Bewusstsein komme.
Und es obliegt einzig mir, ob ich zu Bewusstsein komme und auf welche Weise. Genau wie die anderen mich nichts angehen, gehe ich die anderen nichts an.
