Mittwoch, 26. August 2026

Wir stehen fürs Gleiche

Vorhin war ich in ein Lesen im Feld eingetaucht. Manchmal bin ich mit in den Bildern, bin Teil davon und gleichzeitig Beobachter. Ich reiche in dem Bild meinem Gegenüber die Hand, signalisiere, dass ich die dunklen Wasser kenne, die gerade gefürchtet werden, dass sie mir vertraut sind, mein Element. Ich weiß, dass man darin nicht ertrinkt. Ich weiß, dass man darin überhaupt erst lebendig wird. Ich kann das nicht nur begleiten. Sie sind ich. Ich bin sie. Kein Schatten, keine Untiefe des anderen könnte mich ängstigen. Ich gehe dahin mit, tauche mit ein in den dunkelsten Ort. Bin darin da mit dem anderen.

Und dann kommt Jesus im Bild dazu. Er stellt sich ganz ruhig neben mich, nimmt meine Hand und verschränkt völlig selbstverständlich seine Finger mit meinen. Er schaut mich nicht an. Ich schaue ihn nicht an. Wir blicken in die gleiche Richtung. Stehen nun beide gemeinsam als Gegenüber da. Die Aussage in der Geste, in der Haltung ist eindeutig: Wir stehen fürs Gleiche.

Ich musste so weinen und es ist einfach wahr. Daran gibt es für mich nicht einen Fitzel Zweifel.

Wir sind da. Verkörpertes Mitgefühl. Menschlichkeit durch und durch. Göttlichkeit durch und durch. Bewusstsein und Menschsein in einem.