"Zugehörigkeit über Integrität zu stellen, ist die Handlung eines verlorenen inneren Kindes,
die Wahl aus der Not."
Das gilt in beide Richtungen. Sowohl derjenige, der jemand anderen unbedingt in einer Gemeinschaft, im Kontakt halten will, als auch derjenige, der unbedingt irgendwo dazugehören will, handelt aus einer Wunde.
Wenn die Verbindung mit Menschen über allem anderen steht und dem alles untergeordnet wird, ist das Miteinander kein freies, dann ist das Miteinander das Ziel und die Absicht. Es geht nicht mehr darum, was tatsächlich geschehen will. Das Wir ist gesetzt.
In solchen absichtsvollen Verbindungen kann das Leben nicht fließen, wie es will. Es kann nicht mehr der natürlichen Abstoßung und Anziehung gefolgt werden. Es ist eng und vor allem widernatürlich. Das Leben hat einen künstlichen Rahmen bekommen, in dessen Grenzen es bleiben soll.
Wenn ein Wir über allem steht, darf sich jeder Beteiligte fragen, wer in ihm das so sehr braucht und warum und genau diesem Anteil dann begegnen. Denn nicht die Zugehörigkeit im Jetzt ist die Lösung, sondern den verlorenen Anteil, der das so sehr möchte, endlich zu sehen und ihn zu begleiten.
