Mittwoch, 18. Mai 2016

Wenn ich nur wüsste, was ich will...

Wo Deine Talente und die Bedürfnisse der Welt sich kreuzen,
dort liegt Deine Berufung.
(Aristoteles)

Ich widme diesen Artikel all jenen, die im Moment in beruflicher Hinsicht auf dem Schlauch stehen, die gerade im Job unzufrieden sind und nicht wissen, was sie stattdessen wollen, die nicht wissen, wo ihr Weg langgehen soll, wer sie sind, was sie gut können.

Solche Phasen hatte ich in meinem Leben zuhauf. Was hab ich nicht alles ausprobiert. Wie oft war ich verzweifelt und habe vor lauter Bäumen den Wald nicht gesehen. Immer wieder habe ich mich gefragt, wer ich bin und warum ich eigentlich hier bin. Eins habe ich auf jeden Fall gelernt: Groß denken, immer größer und mir das Allerbeste zuzugestehen, das scheinbar Unmögliche in Betracht zu ziehen und an meinen Träumen festzuhalten, auch wenn ich keine Ahnung habe, wie ich diese erreichen könnte. Was mein Herz begehrt und nach was meine Seele lechzt, das werde ich erreichen. Es war nicht die Frage, ob ich meine Berufung finden würde, sondern wann. Und so habe ich mich im wahrsten Sinne des Wortes durchgewurschtelt, wie der Franke sagt. ;) Mit jeder Idee, mit jedem Versuch kam ich mir näher, habe immer mehr gemerkt, was ich brauche und wer ich bin. Es war ein Weg, ein Prozess, der nicht mit einem Fingerschnippen getan war. Doch auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt.

Im Nachfolgenden findest du unzählige Fragen, die dir helfen könnten, herauszufinden, wer du bist und was du brauchst, um eine erfüllende Tätigkeit zu finden, vielleicht sogar deine Berufung. Vielleicht gibt es die EINE Tätigkeit für dich, vielleicht gibt es auch ganz viele, weil dir viel Spaß macht. Wer weiß das schon? Ich bitte dich, all diese Fragen vor allem mit deinem Herzen zu beantworten. Vielleicht schickst du jetzt deinen Verstand einfach in den Urlaub. Drück ihm gedanklich einen Cocktail in die Hand und leg ihn in eine Hängematte am Strand. Er wird gerade nicht gebraucht. Hier sind dein Herz und deine Seele gefragt.

Ganz unten findest du auch weiterführende Artikel zu dem Thema, quasi meine Erfahrungsberichte und Buchtipps!

Ich wünsche dir viele Antworten und etwas mehr Klarheit! Glaube an dich und daran, dass auch du etwas ganz Besonders mitgebracht hast auf diese Erde, etwas, das du den Menschen schenken kannst. ♥

1. Was würdest du tun wollen, wenn Geld keine Rolle spielen würde?
Stell dir vor, dass für dein Einkommen gesorgt wäre. Du hättest alles, was du brauchst. Jeden Monat genug Geld für deinen Lebensunterhalt. Was würdest du mit deinen Tagen anfangen? Was würdest du tun wollen? Wie sähe der perfekte Tag aus?

2. Auf welches Leben willst du mal zurückblicken?
Wenn du mal alt bist und du merkst, dass deine Tage so langsam gezählt sind, auf welches Leben willst du zurückschauen? Mit welchem Gefühl willst du diesen Körper verlassen? Was willst du auf jeden Fall erlebt haben? Welche Erfahrungen gemacht haben?

3. Was würdest du tun, wenn niemand hinschauen würde?
Oft lassen wir uns davon beeindrucken, was wohl die anderen von unserem Tun und Denken halten könnten. Doch wie würdest du dich verhalten, wenn dich niemand sehen könnte, wenn keiner urteilen würde? Würdest du länger schlafen wollen? Im Morgenmantel und mit zerstrubbelten Haaren am PC sitzen und arbeiten? Wie sähen deine Tage aus, wenn es jedem egal wäre, was du tust?

4. Welche Tätigkeiten erfüllen dich mit Glückseligkeit?
Wann bist du ganz bei dir? Was macht dich richtig zufrieden und glücklich? Gibt es vielleicht ein Hobby, das diesen Zustand in dir hervorruft? Wenn du diese Fragen nicht gleich beantworten kannst, dann fang an, dich im Alltag ständig zu beobachten. Wann geht es dir richtig gut? Was brauchst du, damit du dich wohl fühlst? Wann hast du das Gefühl ein wertvoller Teil dieser Gesellschaft zu sein? Wann bist du so richtig zufrieden mit dir? Für welche Themen brennst du? Wann fangen deine Augen an zu leuchten und du sprühst vor Begeisterung? Mit was könntest du dich stundenlang beschäftigen? Wann sitzt du abends erfüllt und zufrieden auf der Couch? Wie muss dein Tag da gewesen sein? Was muss passiert sein?

5. Was würdest du eh tun, auch wenn du dafür kein Geld bekommen würdest?
Oft liegen unsere Talente uns so nah, dass wir sie gar nicht mehr als etwas Besonderes sehen. Schau also genau hin. Was kannst du richtig gut? Welche deiner Vorzüge nehmen Freunde oft für sich in Anspruch. Kannst du gut zuhören? Oder findest du beim Shoppen immer die passenden Teile? Bekochst du deine Freunde gerne oder sollst du ihnen öfter mal was nähen oder basteln? Fragen sie dich öfter bezüglich bestimmter Sachen um Rat? Für was schätzen dich deine Freunde?
Ich bitte dich, tu nichts als unwichtig ab oder als nicht erwähnenswert. Alles ist hier wichtig, auch wenn du es noch so banal findest. Wie lange habe ich nach dem großen WOW gesucht und dabei war das, was ich wirklich richtig gut kann, so selbstverständlich, so still und leise. Sei also achtsam! Die größten Fähigkeiten werden gerne übersehen, weil sie so normal für einen selbst sind.

6. Wo würden andere deine Stärken und Potentiale sehen?
Wie würden deine Freunde dich beschreiben, wenn sie es müssten? Wo würden sie deine Stärken sehen? Was trauen sie dir zu? Stell dir all deine Freunde und vielleicht auch deine Familie vor. Welche guten Seiten sehen sie an dir? Wenn es dir schwer fällt, dir das vorzustellen, dann frag sie doch einfach wirklich. Du wirst staunen, was andere in dir sehen.

7. Was hast du als Kind gerne gemacht oder gespielt? 
Womit hast du als Kind deine glücklichsten Stunden verbracht? Bei welchen Beschäftigungen hast du die Zeit vergessen? Was konntest du stundenlang tun, ohne dass dir langweilig wurde? Wofür haben dich früher deine Freunde geliebt? Wobei konntest du ihnen helfen? Worin warst du richtig gut? Was wolltest du als Kind immer werden, wenn du mal groß bist?

8. Wenn alles möglich wäre, wie würde dein Leben dann aussehen?
Stell dir vor, es käme eine Fee und würde dir mit einem Fingerschnippen dein Leben so gestalten, wie du es immer haben wolltest. Alles, was im "echten" Leben scheinbar nicht möglich ist, wäre machbar. Der eigene Laden wäre kein Problem. Der Traumberuf, der all deine Fähigkeiten vereinbart, würde dir gebastelt werden, eine Stelle oder eine freiberufliche Tätigkeit, die genau auf dich zugeschnitten wäre und die auch unbedingt gebraucht wird. Es gäbe Kunden/Abnehmer/Klienten ohne Ende. Wie sähe dein Beruf aus? Was dürfte dir die Fee alles zaubern? Aus welchen Berufen würdest du dir die Schokoladenseite rauspicken? Ich bitte dich inständig: Denke groß und immer größer! Greife bei diesen Fragen wirklich nach den Sternen und gehe vom Bestmöglichen aus!

9. Welcher Typ bist du?
Bist du eher für das Grobe oder für das Feine? Brauchst du eher den Überblick oder beschäftigst du dich lieber mit Details? Bist du jemand der gerne die Initialzündung für irgendwas gibt, aber mit der Ausführung nichts zu tun haben will oder bist du der Macher und Umsetzer? Arbeitest du lieber im Hintergrund oder an der Front? Delegieren oder selber machen? Möchtest du im Team arbeiten oder eher auf dich gestellt? Bist du eher morgens produktiv oder abends? Arbeitest du lieber geistig oder körperlich, oder braucht es die Mischung? Eigenständig oder angestellt? Arbeitsplatz oder von zu Hause?

10. Welche Vorbilder gibt es für dich?
Zu dieser Frage wurde ich durch den Blogbeitrag von Dasha Sky zu dem Thema Berufung inspiriert und ich frage mich, warum ich da nicht selbst drauf gekommen bin. Ich hatte nämlich tatsächlich immer irgendein Vorbild, bei dem ich mir bestimmte Eigenschaften "abgeschaut" habe oder bei denen ich das Gefühl hatte/habe: "Ja, da willst du auch hin!" Wer ist das bei dir? Welche Menschen bewunderst du z. B. für bestimmte Wesenszüge oder vielleicht für die ganze Art? Von wem kannst du dir die berühmte Scheibe abschneiden? Wer übt eine Tätigkeit aus, die dich vielleicht neidisch werden lässt oder die du dir selbst von Herzen wünschst, von der du träumst und schwärmst und die du auch so gerne hättest?

11. Was gestehst du dir selbst alles zu?
Bei all diesen Fragen, die ich gestellt habe, geht es darum, das scheinbar Unmögliche in Betracht zu ziehen. Wie oft hat dein Verstand gesagt: "Das ist ja schön und gut, aber das ist ja eh nicht möglich!"?
Wo setzt du dir selbst Grenzen, weil du glaubst, dass etwas nicht geht, dir nicht zusteht? Oder weil du glaubst, dass man im Leben eben nicht immer alles haben kann? Dass man Abstriche machen muss, dass irgendwas immer schief läuft oder dass man ohne Anstrengung eben nicht alles erreichen kann? Glaubst du, dass du so wie du bist, richtig Geld verdienen kannst? Wie viele Stunden würdest du "arbeiten" wollen? Wir sind immer noch bei "wünsch dir was". Wie würde dein Zeitplan aussehen?
Wo regt sich bei all dem innerer Widerstand? Was hältst du für möglich und was nicht? Sei dir bewusst, dass dein Denken deine Realität erschafft. Wenn du glaubst, dass etwas nicht geht oder dir nicht zusteht, dann wird es so sein. Mach dir diese Muster und Glaubenssätze bewusst. Dann kannst du sie auch auflösen. Nur, wenn ich weiß, was ich denke, kann ich es ändern.


Es gibt tausend Möglichkeiten und alles, was du für dich in Erwägung ziehst, kann Wirklichkeit werden. Ich glaube, dass es für jeden eine Tätigkeit gibt, die genau JETZT richtig ist. Versuche nicht, dir einen Job auszumalen, der für die nächsten 40 Jahre der gleiche bleiben soll. Schau einfach, was genau JETZT für dich gut und richtig wäre. Wir verändern uns ständig, die Ansprüche an unsere Tätigkeit, an unseren Beruf ändern sich mit.

Es ist ok, wenn du jetzt gerade nicht weißt, wo es für dich langgehen soll. Es ist in Ordnung eben nicht zu wissen, was man will und wer man ist. Und das darf man auch ruhig sagen, wenn man danach gefragt wird. Ich habe mich lange dafür verurteilt, dass ich eben nicht wusste, was ich will und wo meine Stärken liegen, wo mein Weg langgehen soll. Doch als ich mir erlaubt habe, verwirrt zu sein und unklar, fiel enormer Druck von mir ab. Wir müssen nicht immer wissen, was gerade Phase ist. Ich bin auch verwirrt ein wertvoller Mensch! Der Moment neuer Klarheit wird kommen.

Es ist in Ordnung, wenn du alle paar Jahre Lust auf etwas Neues hast. Wer sagt denn, dass wir Zeit unseres Lebens das machen müssen, für das wir uns mal entschieden haben? Es ist ok, seine Meinung zu ändern. Es ist ok, auszuprobieren und die Sache nach einem halben Jahr wieder zu lassen. Hey, wir sind hier um Erfahrungen zu machen. Warum denn nicht auch in diesem Lebensbereich? Versuch macht klug! ;)

Was immer du tun kannst oder träumst es zu können,
fang damit an.
(Johann Wolfgang von Goethe)

Haben dir die Fragen etwas geholfen? Ich wünsche dir, dass du auch im Beruflichen den Weg deines Herzens gehen kannst und den roten Faden in deinem Leben findest. Du bist wertvoll! Du kannst etwas richtig gut! Du hast Freude und Erfüllung, Fülle und Reichtum verdient! ♥

Herzensgrüße von mir
Anja


PS: Mehr zum Thema Berufung und Lebenssinn findest du hier:
Vom Finden der Berufung
Vom vermeintlichen Scheitern und der Sorge um Geld
Wozu wir hier sind

PSS: Bücher zu diesem Thema, die mir sehr weiter geholfen haben:
The Lazy Way To Success
Fred Gratzon
Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will
Barbara Sher, Barbara Smith
arbeitslos und trotzdem glücklich
Bärbel Mohr, Laila Schmid
Gespräche mit Gott - Band 1
Neale Donald Walsch
Flow - der Weg zum Glück
Mihaly Csikszentmihalyi



Dein Seelenplan ist dein innerer Leuchtturm!


Kommentare:

  1. Hallo Anja,
    ein wirklich schöner und inspirierender Artikel. Danke dafür <3
    Ich gehöre auch eher zu den Menschen, die sich nicht festlegen wollen, sei es beruflich oder in anderen Bereichen, daher bin ich immer noch in der "Findungsphase" und das mit Ü40...seufz..egal, ich arbeite weiter an dem Thema und probiere mich aus. Ich kann mich noch nicht mal für ein Blog Thema entscheiden, deshalb habe ich zwei Blogs und je mehr ich darüber nachdenke, könnte ich noch mindestens zwei weitere eröffnen...
    Herzliche Grüße an dich

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    1. Liebe Stern Schnuppe!
      Ich danke dir für deine Worte und deine Rückmeldung! Sind wir nicht unser Leben lang in der "Findungsphase"? Die Entwicklung hört schließlich nicht auf und aus meiner Sicht ist es nicht verwerflich, sich ständig neu zu finden und auch zu erfinden. Vielmehr glaube ich, dass wir genau deswegen hier sind. Damit wir uns jeden Tag zur nächsthöheren Vision unserer selbst aufschwingen können. Ein nie endender Prozess und ein riesen Geschenk: Die Entwicklung geht ewig weiter! ♥
      Du bist eben bunt und vielfältig und dich macht ganz viel aus. Ich liebe solche Menschen, die sich an so vielem erfreuen können und für so viel Interesse haben. Das Leben ist voller Möglichkeiten!!! ♥ Mach doch einfach einen Blog mit vielen Unterkategorien. So viele Seiten wie du hast, so viele Seiten hat dein Blog. ;)
      Ich grüße dich von Herz und Herz und werde jetzt mal bei dir Stöbern gehen!!! ♥
      Anja

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