Samstag, 30. April 2016

Was an die Nieren geht und die Blase belastet

Wir befinden uns mal wieder in einer stürmischen Phase. Wieder brodelt es gefühlt an allen Ecken und Enden, alte Konflikte schwappen hoch, längst abgelegt geglaubte Muster haben wieder ein Stelldichein, Schmerz von früher wird an die Oberfläche gespült. Das alles mag beängstigen und uns zweifeln lassen, ob wir auf unserem Weg ins Erwachen und zurück zu uns selbst wirklich schon so weit sind, wie wir uns wähnten.

Aus meiner Sicht kann ich sagen: "Ja, wir sind wirklich schon so weit, wie wir uns wähnen!" Was hier gerade passiert ist lediglich eine neuerliche Reinigung, ein weiterer Befreiungsschlag. Es darf wieder viel Altes gehen und belastet unseren Körper und unsere Seele nicht länger. Das alles passt schon so.

Und so bin auch ich nicht von diesem enormen Frühjahrsputz verschont geblieben. Was sich bei mir gezeigt hat, hat mich doch sehr überrascht. Mir war nicht klar, dass das noch Thema ist und noch in mir schlummerte. Seit Mitte April ungefähr war ich schon in einer eher seltsamen Stimmung. Ich war sehr in mich gekehrt und sehnte mich nach Ruhe, die ich mir auch gönnte. Auf der einen Seite war da eine enorme Kraft und ein Glücksgefühl, eine Klarheit und eine tiefe Verbundenheit mit allem, was ist und gleichtzeitig war da aber auch Erschöpfung, Verwirrung und es schien äußerlich nichts vorwärts zu gehen. Ich spüre meine Schöpferkraft immer deutlicher. Sie ist großartig und kräftig und machtvoll und gleichzeitig waren da immer wieder Situationen, völlig banal und nebensächlich, die ein leises Gefühl von Ohnmacht in mir zurückließen. Alles schien gleichzeitig da zu sein. Der Schatten und das Licht und es fühlte sich völlig in Ordnung an. Ich wusste, dass das alles so sein darf. Wir leben in einer Welt der Polarität. Das eine schließt das andere nicht aus. Und obwohl alles so seltsam war, wusste ich ganz sicher, dass ich hier genau richtig bin, dass alles gut ist und dass für mich gesorgt ist. In mir wurde gearbeitet. Ich musste nicht mehr tun, als mir Ruhe gönnen. Die Träume waren wild und so eindrücklich, dass sie mich manchmal noch den ganzen Tag begleiteten. Aber auch das war ok. Ich ließ alles geschehen, alles da sein.

Die Reinigung legte vergangenen Montag allerdings nochmal einen ganzen Zacken zu. Ich bekam plötzlich und heftig eine Blasenentzündung. Dabei hab ich mir allerdings noch überhaupt nichts gedacht. Es fühlte sich unaufgeregt an, nach "Altes loslassen", dass da ganz viel Ballast abfließt. Dafür steht die Blase - altes Seelenwasser verabschieden, wie Ruediger Dahlke so schön schreibt. Ich habe direkt Globuli genommen und Dienstag war schon fast nichts mehr zu merken. Doch Mittwoch war sie wieder da, anders. Die Beschwerden hatten sich verändert. Ich suchte nach anderen passenden Globuli, fand aber nicht so recht etwas. Ich probierte dieses und jenes. Mal wurde es kurz besser, kam dann aber wieder und insgesamt wurde es immer schlimmer. Langsam machte ich mir Gedanken. Sowas kann ja schnell die Nieren beeinträchtigen. Ich musste an die vielen Male denken, die ich früher schon eine Blasenentzündung hatte. Das Thema ist mir nicht unbekannt. Tatsächlich habe ich mich zwischen meinem 18. Lebensjahr bis Mitte/Ende 20 ziemlich oft damit herumgeschlagen, habe damals sehr oft Antibiotika genommen. So richtig ausgeheilt war das also nicht...

Doch eine Erkrankung war mir sehr eindrücklich im Gedächtnis. Es war vor ca. 7 Jahren. Ich war auf einer Betriebsratsschulung zusammen mit dem Vorsitzenden des BR's. Es war der Sommer bevor ich meinen Job endgültig an den Nagel gehängt habe. Die Stimmung in der Firma war total angespannt. Im Gremium gab es immer mehr Ärger. Was haben wir uns manchmal angeschrien, was haben wir gestritten. Ich wusste nicht mehr, wer auf meiner Seite stand, wem ich trauen konnte, wie das alles je wieder in ruhigere Fahrwasser kommen sollte, wem man etwas glauben konnte. Das alles ging mir total an die Nieren. Dieses Misstrauen, das gerade auch der Vorsitzende plötzlich mir gegenüber hegte, obwohl wir uns bis dahin wirklich gut verstanden hatten, obwohl ich immer ehrlich zu ihm gewesen bin. Aber das alles kippte, unsere Meinung über das weitere Vorgehen in der Firma und im Gremium ging immer weiter auseinander und damit auch unsere Harmonie den Bach runter. Wir arbeiteten plötzlich nicht mehr zusammen, sondern mehr gegeneinander. Über lange Zeit war er ein Vorbild für mich gewesen. Ich habe viel von ihm gelernt. Und plötzlich passte es nicht mehr. Die ganze Situation passte nicht mehr zu meinen Werten, zu meinen Vorstellungen von konstruktiver, offener, ehrlicher Zusammenarbeit. Ich hatte keine Lust mehr auf Taktieren mit dem Arbeitgeber, auf Machtspielchen, auf Manipulation, auf Politik. Ich wollte mit Ehrlichkeit etwas erreichen, mit Herz, mit Ich sein. Aber das wollten nicht alle. In dieser Phase waren wir also zusammen auf einer Schulung, in der es um Führung im Gremium ging. Wie passend...

Es war der Sonntag vor Schulungsbeginn und ich merkte abends in meinem Zimmer, dass es mir gar nicht gut ging. Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Erschöpfung, Gliederschmerzen. Von jetzt auf gleich. Vorher hatte mir nichts gefehlt. Ich blieb am Montag auf meinem Zimmer, ging nicht zur Schulung, dachte, dass ich schon wieder fit werden würde. Aber es wurde immer schlimmer. Schweißausbrüche, Rückenschmerzen, Schmerzen in der Leiste, dass ich kaum aufrecht gehen konnte. Also ging ich zum Arzt und der diagnostizierte mir einen heftigen Infekt der oberen Harnwege. Ich bekam Antibiotika und Schmerzmittel. Die Woche Schulung war dahin. Ich lag die ganze Zeit flach.

An diese Krankheit und diese Zeit musste ich während meiner jetzigen Blasenentzündung immer öfter denken. Ich träumte sogar davon, dass ich jemandem erzählte, wie sehr mich das damals belastet hat und habe mich noch im Traum darüber gewundert, dass mir das beim Erzählen so nahe geht, obwohl ich doch schon damit abgeschlossen habe.

Von wegen abgeschlossen, mit dem Verstand vielleicht. Doch gestern kam nochmal richtig alter Schmerz hoch. Ich war total wütend und verzweifelt, weil ich nicht das richtige Mittel für die Entzündung fand. Dann kamen diese Schmerzen in der Leiste auch noch dazu, die ich ja nun schon von damals kannte und da brach es aus mir heraus. Ich weinte, was das Zeug hält und war mit jeder Faser meines Körpers wieder in dem Gefühl von damals. Die inneren Bilder, die ich dazu hatte, zeigten mir deutlich, wie sehr ich das alles in mich reingefressen hatte, wie sehr es mich belastete, wie sehr es sich in meinem Körper niedergelassen hatte. Ich habe den ganzen Frust, die ganze Verzweiflung, die ganzen Konflikte von damals regelrecht in mich aufgesogen wie ein Schwamm und nichts davon wieder rausgelassen, alles mit mir rumgetragen. Damals hatte ich es noch nicht gelernt, meinem Unmut Ausdruck zu geben, zu meinen Grenzen und Überzeugungen zu stehen und diese auch zu zeigen. Immer dachte ich, es liegt an mir, wenn etwas nicht stimmte, ich wäre zu sensibel, zu weich, ich müsste mich nur nicht so anstellen, dann ging das schon. Ich hatte es mir noch nicht erlaubt, wütend zu sein und diese Wut auch zu zeigen, ohne mich hinterher dafür zu schämen. Immer dachte ich, dass ich souverän und sachlich bleiben muss, dass es falsch ist, zu schreien. Und immer, wenn ich es doch tat und völlig ausflippte, dann schämte ich mich hinterher dafür, dass ich nicht ruhig geblieben war, dass ich mich nicht unter Kontrolle hatte. Das innere Bild sah aus, wie wenn ich immer nur einatmen würde. Ich wurde voller und voller und dass ich irgendwann platzen musste, war nur klar. Dass mir das alles an dir Nieren ging und mich belastete, war auch klar. Die Nieren stehen für den Ausgleich zwischen den Kräften, der Balance zwischen männlichem und weiblichem Prinzip, dafür, die Mitte zu finden. Aber ich gestand mir nur die eine Seite zu. Anspannung, Anspannung, Anspannung. Durch die Situation in der Firma, durch das ständig im Tun sein, durch alles in sich aufnehmen und nichts wieder rauslassen, durch sich ständig beherrschen wollen, alles unter Kontrolle haben wollen, nicht loslassen können, durch ständiges Einstecken von Kränkungen und Ärger, auch im privaten Bereich.

Auch die Blase kann diesen Druck nicht ewig aushalten. Sie muss auch mal geleert werden. Es muss auch mal losgelassen werden. Man muss sich auch mal Erleichterung verschaffen. Tut man es nicht, zwingt einen der Körper dazu. Ständiger Harndrang und das unter Schmerzen. Freiwillig hat man es ja nicht gemacht.

Das alles hat sich gestern gelöst. Diese Thematik hatte ich wohl noch gespeichert. Ich habe mir seit damals in vielerlei Hinsicht Erleichterung verschafft und ganz viel losgelassen, mir alles erlaubt, was ich mir so lange verkniffen hatte. Mein Körper hat mir schon viel über das Leben beigebracht. (siehe körperliche Symptome und ihre seelische Bedeutung) Nun auch die Blase und die Nieren. Damit hatte ich nicht gerechnet und dennoch ist es so wertvoll, dass nun auch diese so lange belasteten Organe endlich in die Heilung gehen dürfen. Ein Geschenk, wie immer ein Geschenk! ♥ Und wie es bei mir so üblich ist, habe ich dann gestern nach all diesen Erkenntnissen auch das Mittel gefunden, das nun anschlägt. Ein Mittel, das man braucht, wenn die Ursache Ärger und Kränkungen sind. Das habe ich zwar diesmal nicht erfahren, aber damals zu Hauf. Wie doch alles immer so schön passt.

Ich wünsche euch weiterhin eine wunderbare und erkenntnisreiche Reinigungszeit!

Was haben dir Blase und Nieren schon offenbart? Welche Themen steckten bei dir dahinter? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

Herzensgrüße von mir
Anja

Nachtrag vom 02.05.2016:
Heute Morgen kam noch einmal eine riesen Ladung Klarheit dazu und noch ein größerer Schwung alter Schmerz hoch. Die Entzündung will einfach nicht so recht gehen. Die letzte Nacht habe ich kein Auge zugetan, weil die linke Niere so schmerzte. Ich war drauf und dran, zum Arzt zu gehen und mir Antibiotika zu holen, obwohl sich das falsch anfühlte. Doch einen letzten Versuch mit dem Mittel, das so gut ansprach, will ich noch machen. Ich habe es bereits in D12 und in C200 genommen. Es hat jeweils kurz geholfen und dann wurde es wieder schlimmer. Jetzt nehme ich es in C30 über Wasser und habe mir auch Schmerzmittel gegönnt. Nach nur 15-20 Minuten nach Beginn der Einnahme war ich schmerzfrei. Nun bleibt abzuwarten, wie viel davon auf das Schmerzmittel fällt. Allerdings fing es dann eine Stunde später an, richtig in mir zu arbeiten. Da kam ganz viel hoch und ich heulte und schluchzte jedes Mal mehr, wenn ich den nächsten Schluck von dem Mittel nahm.

Mir ist nochmal so richtig aufgegangen ist, was mir wirklich über soooo viele Jahre an die Nieren gegangen ist. Und zwar richtig heftig! Der Glaube, dass ich nicht so sein darf, wie ich bin. Ich erinnere mich an so viele Situationen, die für mich nicht stimmig waren und ich sie aber trotzdem hingenommen habe, schweren Herzens und zutiefst verletzt, weil ich immer glaubte, die anderen hätten recht und ich bin halt komisch und muss mich anpassen, darf eben nicht so sein wie ich bin. Ich habe das bereits im Artikel erwähnt, aber diesen Glaubenssatz dahinter, habe ich in der Deutlichkeit nicht gesehen. Ich habe geglaubt, dass meine Gefühle falsch sind und dass ich nie im Leben einfach ich sein darf. Das hat mich jedes Mal so tief getroffen und ging mir wirklich an die Nieren, weil ich mir nichts sehnlicher gewünscht habe. Es war jedes Mal eine so herbe Enttäuschung. All die Jahre war ich tief in mir drin so verzweifelt, weil sich so viel falsch angefühlt hat und ich aber glaubte, das ginge nicht anders. All das brach gerade voll raus, dieser Schmerz, diese Verzweiflung.

Ich darf mir und meiner Blase den Druck nehmen, dass ich mich anpassen muss, sonst geht mir dieser Druck, den ich mir selbst mache, weiter an die Nieren.

Und dann sehe ich all die Menschen, die ich heute in meinem Leben habe, die mich genau so lassen wie ich bin. Da sind Freunde, meine Schwester, mein Partner. So viel hat sich getan, bei so vielen darf ich 100% ich sein. Sie können meine "Heilungsvorstellungen" verstehen, meine Ansichten, meine Wünsche und Träume, meine Vorstellungen von diesem Leben. Ich habe mittlerweile so viele Menschen um mich, bei denen ich ich sein darf und ich bin so unendlich dankbar!!!!!!!! Da sind Menschen, die mir helfen, mein Leben auf meine Art zu leben, die da voll und ganz dahinterstehen und diesen Weg mit mir gehen. Ich bin nicht mehr die Komische, die die seltsame Ansichten hat. Ich bin ich und es gibt meinesgleichen um mich rum.

Ich bin unendlich froh und dankbar, dass dieser alte Schmerz von früher heute fließen konnte, der Ballast herausgeflossen ist. Nun werde ich sehen, wie meine Blase und die Nieren das finden.


Foto: Anja Reiche
Freudiges Fließen und Loslassen


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