Dienstag, 12. Mai 2015

Hingabe - die Bereitschaft zu Empfangen

Hingabe... Was für ein wunderbares Wort! Es fühlt sich für mich leicht an, leidenschaftlich, voller Vertrauen, sinnlich. Aber auch still, sanft und demütig. Hingabe fühle ich mit dem ganzen Körper, mit allen Zellen. Ich gebe mich dem Leben hin, lass geschehen und nehme alles, was kommt, in dem Wissen, dass es meinem höchsten Wohl dient, in dem Wissen, dass ich wirklich etwas bekomme und zwar alles, was ich brauche.

Hingabe, für mich die Grundvoraussetzung, um empfangen zu können, die Geschenke des Lebens entgegennehmen zu können. Wenn ich mich hingebe, dann möchte ich nichts kontrollieren, dann möchte ich nichts festhalten, dann stelle ich keine Bedingungen. Wenn ich mich hingebe, weiß ich, dass alles, was kommt, gut für mich ist.

In einer Meditation, in der ich vor einigen Jahren mal Kontakt zu meinem Bankkonto aufgenommen habe, habe ich gefragt, was ich denn tun muss, um im Reichtum zu leben. Die Antwort war einfach: "Nichts! Halt einfach die Füße still und vertraue. Dir wird gegeben." Damals war ich noch sehr Kopfmensch, getrieben von blindem Aktivismus und nicht in der Lage, loszulassen. Ich sah ein Bild von einer Frau in der Natur, die voller Vertrauen seitlich an einen umgefallenen Baumstamm gelehnt dasaß, hingebungsvoll, empfangsbereit und entspannt, voller Frieden. Ein Arm lag auf dem Baumstamm, die Handfläche nach oben, die andere Hand lag in ihrem Schoß, die Handfläche nach oben, empfangsbereit, aber ohne Forderung. Das Gefühl, das dieses Bild begleitet hat, ist kaum in Worte zu fassen. Diese Frau wusste, dass für sie gesorgt ist. Diese Frau wusste, dass sie dem Leben vertrauen kann, dass alles kommt, was sie braucht. Diese Frau liebte das Leben, war komplett im Augenblick, im Hier und Jetzt und nichts anderes zählte. Diese Frau wollte nichts festhalten, vielmehr war sie in der Lage alles loszulassen, sich fallenzulassen. Für diese Frau war gesorgt. Sie war geborgen in dieser Welt, eins mit dem Universum, Teil der Natur, angebunden.

Diese Frau und dieses Gefühl waren seit dem mein Vorbild, mein Ziel. Ich war fest entschlossen, das in meinem Leben zu manifestieren, dahinzukommen, wo diese Frau war. Mein Herz rief mir zu, dass das die höchste Wahrheit über Reichtum ist. So ist es vom Leben gedacht. Mein Verstand wollte Beweise. Doch so läuft das nun mal nicht. Erst weiß ich es, dann erlebe ich es und nicht umgekehrt. ;) Mein Verstand hat sich schon an vieles gewöhnt...

Der Weg zu dieser Hingabe verlief wellenförmig. Mal war ich oben und konnte ganz in diesem Vertrauen sein, mal war ich wieder unten und ganz weit weg davon. Immer wieder tauchten hinderliche Glaubenssätze und Überzeugungen auf, die gelöst werden wollten. Verdrängte Gefühle wie Schuld und Wertlosigkeit wollten angenommen werden. Die Ausschläge der Wellen wurden niedriger, das Vertrauen wuchs von Tag zu Tag, das Herz übernahm immer mehr die Führung. Irgendwann in dieser Zeit, in diesem Prozess ist dieses Bild entstanden.


Hingabe
(Foto und Bild: Anja Reiche)


Für mich drückt es all das aus, was diese Frau damals in der Meditation verkörpert hat. Ein Ausdruck meiner tiefsten Überzeugung! Ein Bild, das mein Herz gemalt hat!

Und heute fühle ich all das. Heute bin ich diese Frau!



Nachtrag vom 20.06.2015:
Gerade habe ich einen wundervollen Artikel über Hingabe im Netz gefunden. Den möchte ich euch gerne zeigen. http://eva-maria-eleni.blogspot.co.at/2015/06/sommersonnenwende-21615.html


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