Mittwoch, 23. September 2015

Die Transformation hält an...

Es ist einfach unfassbar, was dieser Tage passiert. Vor allem in mir. Die Emotionen fahren nach wie vor Achterbahn. Im einen Moment bin ich voller Energie und Tatendrang, im nächsten Moment möchte ich nur noch schlafen und bin total erschöpft. Ich weine oft plötzlich, weil ich von unsagbarer Dankbarkeit erfasst bin, weil ich fühle, dass eine dunkle, schwere Zeit zu Ende geht, weil ich merke, dass ich "es" geschafft habe. Geschafft, in die Freiheit zu gehen, in die Bewusstheit, alle alten Wunden entdeckt und geheilt zu haben. Dann muss ich wieder weinen, weil ich so ergriffen davon bin, diese Heilung zu erfahren. Ich spüre, dass Energien an mir arbeiten. Mögen es Engel sein oder andere Wesen. Sie arbeiten in meinem Energiefeld, heilen, heben die Schwingung an, ziehen alles Alte, Dunkle, Schwere noch heraus, die letzten Reste, sie verbrennen in einer wunderbaren Energiekugel und ich kann es spüren, kann zusehen. Mein drittes Auge wurde nochmal extrem weiter geöffnet, Energieströme jagen durch meine Chakren. Ein Schauer nach dem anderen lässt meinen Körper beben, manchmal bekomme ich kaum Luft so heftig und hochschwingend ist diese Energie und das, was mir da zufließt, das, was da gerade mit mir passiert. Es fühlt sich an wie eine Umprogrammierung, wie neue Synapsen die entstehen, verknüpft werden, Energieanhebung in großem Maße, wie eine Vorbereitung auf etwas Großartiges und Wunderbares. Es fühlt sich an, wie eine einzige, andauernde Explosion. Die Träume sind ähnlich heilend und von großer Veränderung geprägt. Ich kann mich morgens zwar kaum an das erinnern, was ich geträumt habe, aber ich erwache mit einem Gefühl, dass wieder etwas Bedeutendes passiert ist, etwas Wichtiges. Und jetzt könnte ich schon wieder weinen, weil das alles so großartig ist, so unbeschreiblich schön und einzigartig. Ich könnte die ganze Welt umarmen, so wunderbar ist das alles.

Die Tage hat sich der Hautausschlag wieder gezeigt, den ich im Juli so heftig hatte. Hat er mich damals noch an meine Grenzen gebracht und alte Wunden hochgeholt, war es diesmal so, dass ich wusste, er dient der Reinigung und Transformation. Er war nicht ganz so heftig, aber dennoch schon ziemlich ausgeprägt und unangenehm. Dennoch war er von ganz anderen Emotionen begleitet. Eher Erleichterung und das Wissen, dass da noch alte Reste ihren Weg nach draußen suchen. Bei dem Gedanken, das homöopathische Mittel von damals wieder zu nehmen, musste ich erneut weinen, weil ich diese Erleichterung und Befreiung, die mit der Heilung einherging, schon bei dem bloßen Gedanken an das Mittel spüren konnte. Auch hier ging/geht etwas zu Ende, endgültig und das ist auch gut so.

All diese wundersamen Dinge, die gerade in mir, in meinem Energiefeld und im Universum vor sich gehen, möchte ich ganz bewusst erleben und so nehme ich mir viel Zeit für mich, um in mich reinzuspüren und wahrzunehmen, was gerade geschieht, um alles fließen zu lassen, was gerade fließen will. Alles darf da sein, alles hat seine Berechtigung. Ich will dabei sein und dieses große Geschenk entgegennehmen. Ich glaube, dass meine Seele das von langer Hand geplant hat und mich all die Jahre auf genau diese allumfassende Transformationswelle vorbereitet hat. Und ich bin einfach nur dankbar!

Gefühlt hält dieser enorme Umbruch und Wandel noch bis Ende September an, dann komme ich (wir?) in ruhigere Fahrwasser und ganz viel Neues wird sich zeigen. Neue Impulse, neue Ideen, neue Kontakte, neuer Tatendrang und alles wird einfach gehen. Ich spüre die Leichtigkeit, Freude und Lichtigkeit im Tun und Sein nach dieser Transformationswelle jetzt schon. Die Ruhe nach dem Sturm.

Um mich herum ergeht es ganz vielen ähnlich wie mir. Grippe, Unfälle, die zur Auszeit zwingen, Erschöpfung, wunderbare Erlebnisse in Meditationen, Begegnungen mit der geistigen Welt, einfach eine Achterbahnfahrt, ein Wandel und Reinigung. Ich würde mich total freuen, wenn ihr mir hier einen Kommentar hinterlasst und mir schreibt, wir ihr diese Transformation gerade erlebt, was in euch vorgeht, wie es euch generell ergeht, wie ihr es erlebt, welche Symptome der Körper zeigt und wie ihr damit umgeht. Lasst uns unsere Vielfalt sammeln und uns gegenseitig bereichern!

Ich danke euch schon jetzt und wünsche euch eine WUNDERbare Wandlung!

Herzensgrüße von mir
Anja

Wir werden in neuem Glanz erblühen!
Foto: Anja Reiche



Montag, 14. September 2015

Es triggert und triggert

Dass der September in Sachen Transformation nochmal einen Zacken zulegt, war mir klar. Ich habe es gefühlt und gewusst. Wie sich das zeigen wird und was da noch so alles gesehen werden möchte, fließen möchte, wusste ich nicht und ich bin tatsächlich überrascht, was sich das Leben so ausdenkt, damit man an seine alten Gefühle und Themen rankommt.

Mein Gefühl sagt mir, dass ich mich gerade im Endspurt befinde. Es ist wie die Generalreinigung einer Wohnung kurz vor der Endabnahme. Da wird wirklich in den hintersten Winkeln geschaut, gesaugt, gewischt, geputzt. Sogar Möbel werden verrückt, um selbst dahinter die Spinnweben und Wollmäuse zu entfernen, was man ja in der Regel nicht bei jedem Putzgang macht. (Also ich zumindest nicht ;) ) Alles soll picobello sein und alle "Altlasten" entfernt. Der allerletzte angetrocknete Schmutz wird aufgeweicht und entfernt, damit wirklich alles Alte endlich aufgelöst, gereinigt, transformiert ist und endlich Platz für neue Entfaltung. So fühlt es sich für mich gerade an. Ich glaube, dass viele gerade in einer ähnlichen Phase sind. Die Menschheit erwacht immer mehr. Und wie gesagt, das Leben ist tatsächlich unfassbar kreativ dabei, auf den alten angetrockneten Dreck aufmerksam zu machen. Davon erzähle ich...

Da war z. B. wieder meine Schlangenphobie, ausgelöst durch ein simples Bild in einem Reiseführer von Kroatien und dem Hinweis, dass es da wohl die ein oder andere Giftschlange gibt. Zack! Da war sie wieder diese Angst, diese Lähmung, diese Ohnmacht. Das Thema Schlangen begleitet mich schon sehr lange. Ganz oft hatte ich Träume von Schlangen. Schlangen, die mich bissen, dass ich vom im Traum empfundenen Schmerz wach wurde und das Körperteil noch Minuten nach dem wach werden tatsächlich schmerzte. Schlangen, die den ganzen Boden im Traum bedeckten und es kein Fleckchen mehr gab, an das ich treten konnte. Schlangen hier, Schlangen da. In der freien Wildbahn hatte ich noch nie Kontakt mit diesen posierlichen Tierchen und dennoch ist da diese Angst. Diese Angst habe ich mir angeschaut, immer und immer wieder in Meditationen. Welch Überraschung, dass meine Angst in diesen Meditationen die Gestalt einer Schlange annahm, mit der ich eins ums andere Mal redete und Freundschaft mir ihr schloss. Irgenwann übergab mich die Schlange der Angst, dem Adler des Vertrauens. Mit dem musste ich auch erst einmal Freundschaft schließen, war ich es doch nicht gewöhnt, einfach Vertrauen zu haben. So ging ich dieses Thema an und kam gut vorran. Die Angst wurde immer weniger, das Vertrauen immer mehr. Und dann dieses Bild in diesem Reiseführer. Ich stellte mich wieder dem Thema und all den Gefühlen, die dazu hochkamen. Ich ging komplett in die Angst, in die Ohnmacht, in die Vorstellung, wie es mir gehen würde, wenn mir tatsächlich eine Schlange begegnen würde. Ich ließ mich fortspülen von all den unangenehmen Emotionen und ging bejahend durch, weinte, fürchtete, ließ mich lähmen. Ich sah der Schlange mutig entgegen, sah sie, fies, hinterhältig, unberechenbar, angriffslustig, böse, willkürlich. Ich schrieb alles auf, was ich mit Schlangen verbinde, was sie in mir auslösen und ließ es zu, gestand es mir zu, all diese Eigenschaften auch an mir haben zu dürfen. Das dauerte einige Stunden und dann kehrte wieder Ruhe ein, Frieden. Wenn ich jetzt an Schlangen denke, kann ich ruhig bleiben. Es hat sich entspannt. Gefühlt könnte ich jetzt wirklich einer in freier Wildbahn begegnen und würde es aushalten, sehen, ob da wieder was hochkommen würde, ruhig bleiben, bei mir bleiben, beobachten. Gefühlt... man weiß ja nie. Aber es ist wieder ein guter Schwung alte Emotion, angetrockneter Schmutz gegangen. Das tut gut.

Dann war da diese seltsame Begegnung mit einem gefakten Ausschlag. Auf Facebook habe ich schon öfter diese Fotos gesehen von einem wirklich widerlichen Hautausschlag. Jedes Mal habe ich schnell weitergescrollt, weil die Bilder gar so eklig waren und sie schnell wieder vergessen. Nicht so vor ein paar Tagen. Wieder hab ich ein solches Foto gesehen, wieder habe ich schnell weitergescrollt, aber ich konnte dieses Bild nicht mehr vergessen. Ich wurde es einfach nicht mehr los. Es war wie eingebrannt und löste ganz seltsame Emotionen in mir aus. Es fühlte sich an, wie wenn ich diesen Ausschlag wirklich hätte. Ich konnte ihn fühlen, riechen, schon fast schmecken. Er war mir so nah, klebte an mir und war überall. Alles schien mich an ihn zu erinnnern. Egal, wo ich hinsah, was ich tat, alles rief diese fiesen Fotos wieder ins Gedächtnis. Ich entschied mich dafür, auch diesen komischen Emotionen und Erscheinungen zu begegnen, mich ihnen zu stellen und zu schauen, was das alles mit mir zu tun hatte. Also googelte ich mutig diesen Ausschlag, konnte erst nichts finden, nur um dann festzustellen, dass sich hier jemand einen üblen Scherz erlaubt hat und diesen Ausschlag mit Photoshop kreiert hat. Ich hätte erleichert sein können, das ganze vergessen können, aber es ging nicht. Da kam eine unsagbare Wut hoch. Der Ausschlag, den es eigentlich nicht gibt, verfolgte mich immer noch. Zeitweise dachte ich schon, ich werde verrückt, habe Verfolgungswahn oder Wahnvorstellungen. Auch das ließ ich alles zu. Die Zeiten sind generell eben gerade heftig. Was nützt es, sich dagegen zu wehren. Also ließ ich mich wieder mitten hineinfallen in die Wut, in den Ekel, in die Bilder des Ausschlages. Ich schaute hin und ging durch. Die Wut war so heftig, dass ich wieder und wieder mit Kissen auf das Sofa drosch und schrie, bis der Hals weh tat. (Das tue ich öfter und es ist sooo befreiend!) Dann sah ich Bilder von meinem inneren Kind, das tobte und schrie, um sich schlug, weinte und nicht mehr wollte, dass man seine Grenzen überschritt. Ich ließ es toben, sah ihm zu und als es ruhiger wurde, nahm ich es in den Arm und sagte ihm, dass niemand mehr seine Grenzen überschreiten würde, weil ich nun dafür sorgen würde, dass unsere Grenzen gewahrt werden. Die Haut ist eine Grenze und bei einem Ausschlag, den ich tatsächlich im Juli hatte, wurde mir bewusst, wie oft meine Grenzen als Kind überschritten wurden, meine Persönlichkeit keinen Platz hatte, ich mich verbiegen musste, anpassen. Auch da floss schon viel alter Schmerz. Anscheinend war noch etwas übrig und das wurde nun durch dieses "dämliche" Photoshopprodukt wieder angetriggert. Und ich ging noch einmal in den Schmerz und durch ihn hindurch, heilte mein inneres Kind wieder ein Stück mehr, ließ wieder ein Stück mehr angetrockneten Dreck los (um im Bild des Wohnungsputzes zu bleiben). Jetzt kann ich über diese Fotos von dem Ausschlag schon fast lachen und kann dem ganzen eine gewisse Kreativität zugestehen. Wer hätte gedacht, dass das sowas mit mir macht... Puh!!!

Und dann war da vorhin eine Diskussion mit meinem Partner. Wir hatten unterschiedliche Ansichten und er weigerte sich strikt, sich auch nur ansatzweise in meinen Blickwinkel zu versetzen. Alles, was ich sagte, wurde von ihm überhört und er beharrte weiterhin auf seine Meinung, wie wenn ich nichts gesagt hätte. Ich wurde total wütend und kreidete ihm an, dass er mich nicht verstehen wollte, meine Meinung nicht akzeptieren wollte. Es war, als ob ich gegen eine Wand reden würde, nicht zu ihm durchdringen würde. Wut und Ohnmacht machten sich wieder breit und irgendwann fiel bei mir der Groschen. So habe ich mich als Kind ganz oft gefühlt in Diskussionen mit meiner Mama. Sie hatte ihre Sicht und wich auf Biegen und Brechen keinen Millimeter davon ab, egal was ich sagte, egal welche Argumente ich vorbrachte, egal, was ich wollte. Es wurde nicht gehört, nicht akzeptiert, sondern immer nur dagegen geredet. Kein Anzeichen von Verständnis für meine Sicht. Ich hätte es noch nicht einmal gebraucht, dass sie mir recht gegeben hätte, sondern einfach nur ein Signal, dass sie meine Sicht verstehen kann. Das gab es nie und in diese Lage fühlte ich mich durch diese Diskussion mit meinem Partner zurückversetzt. Er holte nur das hervor, was eh schon in mir war. Das innere Kind übernahm einmal mehr die Zügel und zeigte mir eine alte Wunde. Von meiner Mama möchte und brauche ich heute nicht mehr verstanden werden. Davon habe ich mich gelöst und akzeptiert, dass es anders sein darf. Anscheinend fordere ich aber manchmal dieses verstanden werden von anderen. Das ist mir nun bewusst und ich kann anders handeln, mich dem stellen und es auflösen. Auch hier kann ich mein inneres Kind nun selbst befriedigen und mit dem versorgen, was es damals nicht bekommen hat.

Das alles ist in nur wenigen Tagen in diesem September passiert. Aus meiner Sicht ist der Höhepunkt noch nicht erreicht. Ich fühle, dass es sich bis Ende September noch zuspitzen wird und alles aufgewirbelt wird, was noch nach Heilung verlangt. Es ist manchmal echt anstrengend, geht Schlag auf Schlag und ich bin viel müde, brauche viel Schlaf, viel Zeit für mich. Das gönne ich mir. Manchmal hatte ich das Gefühl, mich zu verlieren, daran zu zerbrechen, den Schmerz nicht aushalten zu können, aber es geht. Es sind "nur" Emotionen. Sie können uns nicht umbringen, während wir sie fühlen. Sie können uns über kurz oder lang nur umbringen, wenn wir sie nicht fühlen wollen. Also habt Mut!

Ich weiß, dass es ein danach gibt und das wird wunderbar. Mit jeder alten Emotion, die ins Fließen kommt, mit jeder Wunde, die mir bewusst wird und die ich heilen kann, werde ich freier und noch mehr ich, lege ich wieder eine Schicht von dem ab, was ich nicht mehr bin oder nie war. Und irgenwann habe ich alles abgelegt und bin komplett frei, nur noch ich und kann mich entfalten.

Ich vergleiche es mit einer Blumenzwiebel. Sie ist lange in der dunklen, feuchten Erde, sieht kein Licht und ist scheinbar abgeschnitten vom Leben. Aber in der Zwiebel arbeitet es. Da entwickelt sich was und irgendwann gibt es diesen Sproß, der langsam wächst, Schicht für Schicht der Zwiebel hinter sich lässt, sie durchbricht und sich seinen Weg ans Licht sucht. Auf diesem Weg sind wir gerade. Und bald haben wir die Oberfläche erreicht, das Licht, die Wärme und dann können wir uns entfalten, wachsen und uns zu unserer ganzen Pracht empor heben, uns erheben und unsere Schönheit zum Ausdruck bringen! Und während der ganzen Zeit werden wir von dieser Zwiebel aus der Dunkelheit genährt, sie ist unsere Basis, sie gehört zu uns und ohne sie könnte wir nicht leben, wären wir nicht das, was wir sind.

Ich bitte euch, auch wenn es gerade wirklich heftig ist und anstrengend und auch wenn es noch zunimmt und immer verrückter zu werden scheint, nutzt die Chancen, die sich euch im Moment in Form von Konflikten, Krankheiten und Problemen zeigen. Schiebt sie nicht weg als Schicksal oder Pech. Schaut euch an, was das alles mit euch zu tun hat, wo euer Anteil liegt, warum euch das gerade widerfährt, was noch geheilt werden will. Alles, was gerade zwickt, ist die Möglichkeit noch mehr du selbst zu werden, wieder eine Schicht abzulegen, wieder eine Wunde zu heilen und endlich ans Licht zu kommen.

Ich wünsche euch ganz viel Kraft!

Herzensgrüße von mir
Anja


Wie schön es ist, dass immer mehr ans Licht kommen...
Foto: Anja Reiche

Sonntag, 6. September 2015

Schwach sein dürfen, du sein dürfen

Am Freitag hatte ich wieder eine wunderbare Seelenbotschaft zu übermitteln. Der Klient leidet ihm Moment sehr unter Krämpfen in der Muskulatur von Armen und Beinen, im Oberkörper und manchmal im Unterkiefer. Erschöpfung und extremes Schwitzen macht sich ebenfalls bemerkbar. Er ist des öfteren nicht mehr in der Lage, seiner körperlich sehr anstrengenden Arbeit nachzugehen, was ihm sehr zu schaffen macht. Daher suchte er meinen Rat und wollte gerne wissen, was denn hinter all dem stecken könnte, was seine Seele ihm damit sagen will, was gerade gesehen werden will. Und wie sich herausstellte, gibt es da einiges, auf das die Seele hinweisen will.

Heute bekam ich das Gefühl, dass diese Seelenbotschaft nicht nur wichtig für den Klienten ist, sondern wieder ein Thema ist, das im Moment viele beschäftigt und drückt. Mein Klient sieht das auch so. Folglich habe ich von ihm die Erlaubnis zur Veröffentlichung bekommen. Danke dafür! ♥ Selbstverständlich wurde der Name ausgetauscht.   

Als ich mich also am letzten Freitag in die Energie meines Klienten einfühlte bezüglich seiner Beschwerden und seiner Seele begegnete, nahm ich folgendes wahr:

>>Ich fühle eine tiefe Traurigkeit und einen großen Drang zu weinen, all den Schmerz aus Kindertagen einfach mal rauszulassen und in Form von Tränen fließen zu lassen. Dein inneres Kind hat so viel gelitten, so viel Schmerz erlebt, wurde so oft so tief verletzt. Es sehnt sich unheimlich nach Liebe und einfach so sein dürfen, wie es eben ist. Es möchte keine Erwartungen mehr erfüllen, es möchte nicht mehr stark sein. Es will einfach schwach sein dürfen, keine Bedürfnisse anderer mehr befriedigen müssen, keine Ansprüche und Anforderungen mehr erfüllen. Dein inneres Kind möchte all den Zwang endlich loslassen und sich ganz erschöpft ausruhen, sich einfach hinlegen und schlafen, sich erholen von all den Strapazen. Mir laufen die Tränen und ich glaube, dass es nicht meine Tränen sind. Ich spüre deinen Schmerz, der ganz tief unten in deiner Seele vergraben wurde, weil du glaubtest, nicht mehr in der Lage zu sein, auch nur noch einen Funken von diesem Schmerz je aushalten zu können. Lass ihn zu und lass ihn fließen. Geh da nochmal ganz bewusst durch und befreie dich ein für allemal davon. Du bist jetzt erwachsen und er wird dich nicht umbringen. Es wird nochmal weh tun, ja, aber dann kann auch die Heilung einsetzen und du bist endlich davon befreit. Ich weine für dich mit. Gefühlt bin ich gerade Katalysator für dich und ich bin es gerne, nehme dir etwas von deinem Schmerz, so ich es kann. Ich bitte dich inständig, erlaube dir, schwach zu sein. Du kannst dir, deinem Körper und deinem inneren Kind keinen größeren Gefallen tun, als dir das jetzt zu erlauben und diese Schwäche zu leben. Definiere dich nicht über dein Tun und deine Leistung. Du bist ein wertvoller Mensch, einfach nur weil du bist. Du musst nichts bestimmtes leisten, du musst nicht besonders stark und hart sein. Ganz im Gegenteil! Sei einfach und erlaube dir von allem auch das Gegenteil. Gib dir Raum für Weichheit, lass deine so stark gemauerten Schutzwälle fallen, komm dahinter hervor und trete in das Licht, in die Wärme, in die Sonne. Das Leben meint es gut mit dir und deine heftige Kindheit muss dich nicht mehr länger einschränken. Erkenne, dass du ein machtvoller Schöpfer bist, ein wunderbares geistiges Wesen in einem menschlichen Körper. Die Seele nährt sich nicht durchs Tun, sie nährt sich durch Seinszustände. Komm aus dem ständigen Tun heraus und komme ins Sein. Finde den wahren Wert in dir selbst, finde deine wahre Stärke darin, dass du dir auch erlauben kannst, schwach zu sein. Im Leben gibt es von allem auch das Gegenteil und du hast die Stärke lange genug in den Vordergrund gestellt. Das Leben sucht jetzt den Ausgleich und zwingt dich, nun auch die Schwäche anzuerkennen, zu leben und zu lieben. Dein Körper kann und möchte nicht mehr ständig nur leisten und ackern. Du wirst deswegen nicht in der Gosse landen, du wirst vielmehr zu wahrer Stärke kommen, wenn du die Schwäche annimmst. Alles, was du ablehnst, dem gibst du Raum und Energie und ziehst es noch mehr in dein Leben. Umso weniger du die Schwäche an dir haben möchtest, umso deutlicher wird sie sich zeigen und dich immer wieder und jedes Mal vehementer darum bitten, dass du sie endlich annehmen mögest. Wenn du wirklich zu deiner wahren Macht und Größe kommen willst, dann führt dich der Weg durch die Schwäche hindurch und nicht außen herum.

Wenn du das tust, dann sehe ich dein inneres Kind vor mir, das nun absolut erleichtert ist, befreit. Es steht vor mir und kann sein Glück kaum fassen, das Herz zerspringt ihm fast vor Freude. Es ist endlich frei. Es darf endlich Leichtigkeit erleben, genießen, spielen, toben, unlogisch sein, unvernünftig sein, verrückt und ausgelassen. Es springt im Kreis und jubelt, weint vor Freude und Liebe zum Leben. Es hat immer gewusst, dass das nicht alles sein kann in diesem Leben und nun wurde seine tiefste Hoffnung und sein größter Wunsch, seine größte Sehnsucht endlich wahr.

Botschaft von deiner Seele:
„Lass los, Sven! Atme tief durch, lass dich fallen! Das Leben wird dich fangen und dir kann nichts geschehen, außer das größte Glück auf Erden. Vertraue, nicht deinen leiblichen Eltern, sondern dem Leben, dir, Mutter Erde, Vater Gott. Sie sind deine wahren Eltern und sie meinen es gut mit dir, sie wollen wirklich dein Bestes. Du hast einen Platz hier auf dieser Welt, eine Heimat, ein zu Hause, in dir! Schlage wieder Wurzeln, lasse sie gedanklich aus deinen Füßen tief in die Erde wachsen, spüre, wie viel Halt sie dir geben, wie sie dich versorgen, mit allem, was du brauchst. Fühle, wie sicher sie sind, wenn der Wind weht. Stelle dir vor, aus deinem Kopf wachsen Äste in den Himmel. Sie verbinden dich mit Gott, mit deinem höheren Selbst, mit all den Geistwesen und Engeln, die nur dafür da sind, dir zu helfen, dir deinen Weg zu weisen. Diese Wurzeln und diese Äste, sind deine wahre Verbindung zum Leben. Niemand kann dir diesen Halt, diese Verbindung, diese Heimat, diesen deinen Platz nehmen. Du bist hier erwünscht, du wirst hier gebraucht mit allem, was dich ausmacht, mit allen Wunden, mit allen Schwächen, mit allen Stärken. Du darfst hier alles sein, auch schwach. Du magst das noch nicht oft und von nicht sehr vielen gehört haben, aber du bist auch geliebt. Das Leben liebt dich, ich, deine Seele, liebe dich! Du bist hier her gekommen, um all diese negativen Erfahrungen zu machen und dich dann daraus zu befreien. Und du kannst das. Du hast dich für dieses Leben dazu entschieden. Es ist an der Zeit! Ich liebe dich und ich bin immer für dich da. Ich kenne den Weg. Vertraue mir, lass mich vorangehen und dir wird nichts geschehen. Ich führe dich in deine Größe!“<<

Die Krämpfe und Beschwerden zeigen also an, dass das schwach sein dürfen und einfach so sein dürfen, keinen Raum bekommt. Bisher war die Anstrengung Pflicht, körperlich wie psychisch. Es musste geleistet werden, egal auf welcher Ebene. Tatsächlich ist es so, dass Sven sich unheimlich schämt, nicht mehr wie gewohnt anpacken zu können. Er fühlt sich nicht mehr wertvoll. Seine Seele weist ihn nun in Form dieser körperlichen Symptome darauf hin, dass genau diese Schwäche endlich Platz braucht und gelebt werden will. Das extreme Schwitzen mag anzeigen, dass etwas Fließen will - alter Schmerz. Der Körper ist nun mal ein zuverlässiger Indikator für unsere seelischen Themen. Wir dürfen wieder lernen, seine Sprache zu verstehen.

Gerade Schwäche können sehr viele nicht gut aushalten. Wir sind es gewohnt, dass der Körper, ist er einmal krank, so schnell wie möglich wieder leistungsfähig gemacht wird. Krank sein, schwach sein, sich Zeit für Heilung nehmen, schauen, was der Körper einem sagen möchte, das alles hat in unserer westlichen Kultur sehr wenig Raum und findet nur wenig Anerkennung. Viel mehr wird es von den meisten verurteilt und abgestempelt.

Ich möchte behaupten, dass ein Großteil von uns leistungsorientiert erzogen wurde und Liebe nur im Austausch für bestimmte Gegenleistungen bekam. Wir wurden nur geliebt und bekamen Anerkennung, wenn wir bestimmtes taten, bestimmte Verhaltensweisen an den Tag legten, brav waren, ordentlich, fleißig, vernünftig. Wir lernten, dass wir nicht geliebt werden, wenn wir so sind wie wir eben sind, sondern nur, wenn wir so sind, wie andere uns haben wollen. Das alles ist extrem anstrengend und vor allem unnatürlich. Das Tun und die Ansprüche anderer erfüllen, steht für viele im Vordergrund, doch durch das Tun werden wir nicht glücklich. Das Glück ist ein Seinszustand. Erst, wenn wir glücklich SIND und zwar so wie wir sind, können wir entsprechende Dinge TUN, die dieses Glück und unser Sein ausdrücken und widerspiegeln. Durch das TUN alleine werden wir nie ins SEIN  und zu uns kommen. 

Erlaubt es euch, schwach sein zu dürfen! Erlaubt es euch, ihr selbst sein zu dürfen! Heilt die alten Wunden von damals, die Ablehnung, die Verletzungen durch Maßregelungen und nehmt alles an, was einst keinen Platz hatte, was nicht sein durfte und verurteilt wurde. 

Der wahre Weg in die eigene Stärke und Größe führt durch die Schwäche hindurch, durch alles hindurch, was ihr nicht sein wollt, nicht sein durftet, und nicht außen herum!

Herzensgrüße von mir!
Anja

Der Baum lässt im Herbst los, lässt Schwäche zu, damit er im Frühjahr wieder stark sein kann.
Foto: Anja Reiche


Montag, 31. August 2015

Wege in den Frieden

Unfrieden scheint es derzeit überall zu geben. Die Nachrichten sind voll von Kriegen, Übergriffen, Konflikten. Irgendwo kämpft derzeit immer noch irgendwer gegen irgendwen oder irgendwas. Aber das nicht nur in Politik und Wirtschaft, in Ländern oder Staaten, sondern auch im kleinen Rahmen, in Familien, in Firmen, in Partnerschaften, in der Nachbarschaft, in Vereinen. Oft haben viele das Gefühl, an all dem Krieg und dem Kampf nichts ändern zu können, Opfer der äußeren Umstände zu sein. Die, die „eigentlich“ nichts mit dem Konflikt zu tun haben, fühlen sich hilflos und werden wütend auf die, die den Konflikt austragen, „angefangen“ haben, nicht beenden, auf die, die anscheinend nichts tun, aber etwas tun könnten. Und schon entstehen neue Konflikte wegen der Konflikte, weil „die anderen“ etwas ändern müssten, weil „die anderen“ nichts tun oder nicht das Richtige tun.

Doch das ist weit gefehlt. Es ist falsch, dass „die anderen“ etwas tun müssten. Jeder kann dazu beitragen, dass Frieden in der Welt einkehrt, jeder sollte das sogar. Jeder Konflikt, jede Aussage, jede Situation, die dich unangenehm berührt, hat etwas mit dir zu tun und verlangt nach Heilung. Niemand macht dich wütend. Der andere zeigt dir nur, dass diese Wut bereits seit langem in dir ist.

Es ist wichtig zu verstehen, dass Frieden im Außen, in der Welt, nur möglich ist, wenn Frieden im Innen herrscht und zwar bei einem jeden von uns.

Somit kann wirklich jeder etwas zum Frieden beitragen, wenn er Frieden in sich selbst erschafft. Denn wenn jeder den wahren Frieden in sich selbst gefunden hat, dann gibt es keinen Grund mehr für Konflikte, Angriffe, Übergriffe. Die Anzahl derer, die noch glaubt, etwas von anderen haben zu müssen, etwas zu brauchen, weil sie es sich selbst nicht geben können, wird immer kleiner und irgendwann ganz verschwunden sein.

Doch schauen wir uns an, was ich damit meine.

Jeder einzelne zählt


Wir alle haben ein Individualbewusstsein. Jeder von uns hat Überzeugungen, wie er glaubt, dass die Welt funktioniert, wie die anderen sind oder zu sein haben, wer seiner Meinung nach gut oder schlecht ist, wie die Dinge zu laufen haben, was geht oder eben nicht geht.

All dieses Gedankengut wird in Form von Energie in die Welt geschickt und manifestiert sich als unsere Realität. Umso mehr Menschen ähnliches Gedankengut haben, umso dichter wird die Energiewelle und umso deutlicher zeigen sich die Überzeugungen in der Realität.

Wenn also ganz viele glauben, dass die Welt schlecht ist und man immer auf der Hut sein muss, dass man niemandem trauen kann, dass nichts sicher ist im Leben, dass das Böse überall lauert und es immer eine Macht gibt, der man sich unterordnen muss, dass das Gute nie lange weilt und immer von Schlechtem abgelöst wird, dann muss das Leben solche Situationen liefern, in denen genau das bestätigt wird, weil wir nun mal unser Leben selbst erschaffen. Meine Gedanken schaffen meine Wirklichkeit. Die gleichen Gedanken von vielen, erschaffen die Wirklichkeit von vielen. Ich selbst erzeuge mein Leben und das Kollektiv erzeugt das Leben vom Kollektiv.

Nun stell dir vor, was passiert, wenn immer mehr merken, dass Gedanken Realität erschaffen und die Verantwortung für ihr Denken übernehmen und achtsamer, positiver denken? Eine Studie besagt, dass es nur ca. 8500 Personen auf der Welt braucht, die das gleiche denken, um eine Veränderung für die ganze Welt zu erschaffen.

Wenn du also etwas für Frieden tun willst, dann sei eine von diesen 8500 Personen, die Frieden in sich selbst macht und damit den Frieden in der Welt ein Stück vorwärts bringt. Wir sind mächtiger als die meisten denken. Bringen wir den Stein ins Rollen...
(mehr zu dieser Theorie findest du hier: https://www.sein.de/kritische-masse-10-prozent-fuer-ein-neues-paradigma/ und hier: http://www.pierre-franckh.de/tipps/uebungen/detail/id:3723/group:63 und hier: http://www.karingreitemann.com/meditation-fuer-frieden/)

Und wie geht das nun, Frieden in sich selbst machen?

1. Sei gnadenlos ehrlich zu dir selbst

Beobachte dich viel und ganz aufmerksam.

Wie sprichst du selbst mit dir, z. B. wenn dir etwas misslingt, wenn du dich aufmerksam im Spiegel betrachtest (am besten nackt), wenn du ein Kompliment bekommst?

Gehst du hart mit dir ins Gericht? Beschimpfst du dich, weil dir wieder ein Missgeschick passiert ist? Widerst du dich selbst im Spiegel an, weil da zwei Kilo zu viel sind, der Po zu groß, die Falten zu viel, Tränensäcke und graue Haare da sind oder dir gar ein Versager gegenübersteht? Kannst du Komplimente dankend annehmen und glauben, dass der andere es ernst meint, oder bist du sofort dabei, das Kompliment zu entkräften und runterzuspielen, weil es ja gar nicht sein kann, dass er dich wirklich hübsch findet, dich mag?

Du kämpfst gegen dich selbst, liebst dich nicht so wie du bist, bist nicht im Frieden mit dir und deinem Sein.

Wenn du mit dir schon so hart ins Gericht gehst, wie sieht es denn dann mit den Ansprüchen und Anforderungen aus, die du anderen gegenüber hast? Was denkst du wirklich über die Reichen, die Mächtigen, die Politiker, die Nachbarn, die Schwiegermutter, die Eltern, Ausländer, die Armen, die Verbrecher, die Faulen, die Schmarotzer, die Arbeitslosen, die Wütenden, die Gewalttätigen, die Dicken, die Genießer?

Sei wirklich ehrlich zu dir selbst und schreibe am besten alles, was dir dazu einfällt, unzensiert auf. Schreibe, ohne Rücksicht auf Verluste und finde heraus, was es wirklich in dir denkt, welche tiefsitzenden Überzeugungen vorhanden sind, die jeden Tag deine Realität erschaffen. Nur, wenn du weißt was du tust, kannst du es ändern.


2. Finde heraus, welche Gefühle das alles in dir auslöst

Am besten schreibst du auch auf, welche Gefühle dein Spiegelbild, deine Missgeschicke, die anderen in dir auslösen, Menschen oder Gruppen, die du ablehnst, nicht magst, die dich auf die Palme bringen. Fühlst du dich in ihrer Nähe klein, ohnmächtig, wütend, unfähig, hilflos, ausgeliefert, einsam, ungeliebt, ignoriert, schwach, nicht gesehen, nicht wertgeschätzt, ungerecht behandelt, übergangen, bevormundet, nicht dazugehörig, zu kurz gekommen, benachteiligt, hast du Verlustängste? Was solltest du besser machen, nicht machen, viel mehr machen? Bist du deiner Meinung nach zu dick, zu unordentlich, zu nachlässig, zu nett, zu unsportlich, zu dumm, zu sehr Mittelmaß, zu ungeschickt, zu schüchtern, zu unscheinbar, zu laut, zu unnormal, zu empfindlich, zu weich, zu giftig, zu unwichtig, zu ohnmächtig?

Nicht die äußeren Umstände, deine Umstände oder die Menschen an sich sind das "Problem", sondern das, was sie in dir auslösen, was sie dir zeigen und spiegeln. Sie legen den Finger in deine tiefsten, verborgensten Wunden und zeigen dir, dass diese noch da sind und geheilt werden wollen. Niemand macht dich wirklich wütend, sondern er holt die Wut in dir hervor, die eh schon da war. Niemand kann dich verletzen, sondern dir nur zeigen, dass da schon eine Verletzung war. Das ist der wahre Hintergrund, warum du manche Menschen und Situationen nicht magst. Es sind die Gefühle, die in dir hochgeholt werden und die du nicht haben willst, es sind die Anteile, die du an dir nie haben wolltest und die dir da vor Augen geführt werden.

Meist findest du den Auslöser in deiner Kindheit. Kennst du die aufgespürten Gefühle aus Situationen von früher? Hast du dich oft im Umgang mit deinen Eltern so gefühlt? Ohnmächtig, übersehen, unfähig, unsicher, etc.? Wie haben deine Eltern oder dir wichtige Bezugspersonen über die Menschen und Gruppen gedacht, die dich heute triggern? Findest du Parallelen? Magst du manche Wesenszüge vielleicht nur nicht, weil deine Eltern dir beigebracht haben, dass man so nicht ist? Faul, dick, laut, unhöflich, vorlaut, fordernd, aufdringlich, wütend?


3. Negative Gefühle und abgelehnte Anteile integrieren, annehmen, lieben

Nimm alles wahr, was an Gefühlen in dir hochgeholt wird, nimm alles wahr, was du nicht an dir haben möchtest, wie man nicht sein darf. Und dann erlaube dir genau das. Öffne dich für den Gedanken, dass du doch faul sein darfst, dass du auch schwach sein darfst, dass du dich klein fühlen darfst, unhöflich etc. sein darfst. All das ist völlig in Ordnung. Du musst dich nicht ständig dafür entscheiden und du musst nicht die Wahl treffen, das immer zu sein, aber du darfst es auch mal sein und musst nicht weiter dagegen ankämpfen. Tut das gut, dir diese Erlaubnis selbst zu geben?

Für wahren Frieden in deinem Inneren darfst du dir noch einmal ins Gedächtnis rufen, dass alles und jeder, jedes Gefühl und jede Eigenschaft, jeder Wesenszug seine Berechtigung hat. Nichts ist besser oder schlechter als das andere. Alles ist. Die Wertung geben wir.

Ohnmacht, Wut, Angst, Mangel, Neid, Kleinheit, Schuld, Scham all diese Gefühle wollen einfach nur da sein und endlich fließen dürfen. Sobald du sie anerkennst und nicht mehr ablehnst, sie wohlwollend fühlst und damit in Fluss bringst, werden dir automatisch weniger Situationen "geliefert", die dich daran erinnern, dass du diese Gefühle noch nicht angenommen hast, die sie immer wieder in dir hochholen. Die Begebenheiten, in denen du auf Menschen oder Situationen triffst, in denen du wütend wirst, du dich ohnmächtig fühlst, usw. werden weniger und irgendwann ganz verschwinden. Jeder Streit, jeder Konflikt, jede Meinungsverschiedenheit ist eine Bitte von deinen Gefühlen, sich ihnen endlich zu widmen. Nutze die Chance!


4. Das innere Kind mit allem versorgen, was es braucht

Oft haben wir Konflikte mit anderen, weil wir glauben, dass sie uns gegenüber verpflichtet sind, dass sie uns etwas geben müssen, für uns sorgen müssen, uns versorgen müssen mit Liebe, mit Aufmerksamkeit, mit Geld, mit Zuwendung, eigentlich mit allem, mit dem wir als kleine Kinder nicht genügend versorgt wurden. Diesen Mangel, den wir in Kindertagen erlebt haben, nehmen wir mit in unser Erwachsenenleben und glauben, dass der Partner, die Regierung, der Chef, die Freundin, der Freund, das Haustier nun dafür zuständig ist, uns all das zu geben. Das ist ein Trugschluss, denn niemand sonst, außer wir selbst, ist dafür verantwortlich, dass es uns gut geht. Wir mögen in der Kindheit eine emotionale Unterernährung erfahren haben, ein zu wenig an Zeit, Liebe und Aufmerksamkeit, aber niemand sonst, außer wir selbst können uns nun damit versorgen. Diese Forderungen sorgen oft für den größten Unfrieden, denn wir wollen etwas von unseren Mitmenschen, das sie uns gar nicht geben können und meist auch gar nicht wollen. Fordern wir es doch, dann führt das meist du Streit und Unstimmigkeiten. Zu Recht, denn welche Last ist das, ständig dafür sorgen zu müssen, dass es dem anderen gut geht? Niemand kann das auf Dauer leisten, ohne selbst dabei vor die Hunde zu gehen.

Auf Grund dieser Mangelerlebnisse in der Kindheit haben wir auch gelernt, dass wir vom Leben eben nicht immer versorgt werden, dass wir zusehen müssen, wo wir selber bleiben. Hier sind unsere hinderlichen Überzeugungen über das Leben entstanden. Wir können es deswegen vielleicht nicht gut haben, wenn da plötzlich andere stehen, wie z. B. Flüchtlinge, die uns augenscheinlich etwas wegnehmen, was doch eigentlich uns zusteht. Diese Mangelerlebnisse von damals haben uns in den Grundfesten unseres Urvertrauens erschüttert und uns gelehrt, dass nicht genug von dem da ist, was wir zum Leben so dringend brauchen. Und dabei ist es doch so, dass wir versorgt werden, wenn wir nur glauben können und begreifen, dass es möglich ist, wenn wir wieder Vertrauen in das Leben und in uns selbst aufbauen, wenn wir uns wieder tief in Mutter Erde verankern und uns tragen lassen.

Versorge nun dein inneres Kind mit allem, was es noch braucht. Du bist in der Lage dazu. Nimm ihm all die Ängste, nimm ihm den Druck und die Last von der viel zu früh eingeforderten Verantwortung. Sage ihm, dass auf dieser Welt genug für alle da ist, erzähle ihm von der Fülle, die unbegrenzt jedem zur Verfügung steht. Mach ihm und dir selbst bewusst, dass sich vom Ozean des Überflusses jeder so viel nehmen kann, wie er braucht und damit niemandem etwas wegnimmt, sondern immer genug für jeden da ist.

Dein inneres Kind braucht dich, damit Frieden in dir entstehen kann.

(Ein Fallbeispiel, wie eine Heilreise zum inneren Kind aussehen kann, findest du in diesem Artikel: "Die Heilung des inneren Kindes - ein Praxisbericht". Einen Bericht darüber, wie sehr uns die Kindheit als Erwachsene noch beeinflussen kann, findest du hier: "Wie die Kindheit in uns nachwirkt".)


5. Vom Opfer zum Schöpfer

Komm raus aus der Opferrolle und nimm dein Leben wieder selbst in die Hand. Werde dir bewusst, dass du dein Leben mit allen Umständen selber erschaffst. Nimm immer wieder dein Umfeld als nützlichen Spiegel, um zu ergründen, welche Überzeugungen in dir vorhanden sind, welche Wunden noch geheilt werden wollen, welche Anteile und Gefühle noch verdrängt werden. Schau immer wieder bewusst die Situationen an, die dich triggern, die negative Gefühle in dir hochholen und sei dir sicher, dass dir nichts widerfährt, was nicht auch etwas mit dir zu tun hat. Du bist immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Nichts geschieht umsonst, zufällig oder ohne deinen Anteil.

Wenn du verstanden hast, dass das Außen nur ein Spiegelbild deines Inneren ist, dann bist du wieder in deiner Macht und kannst alles verändern, was zwickt und drückt, indem du dein Innerstes änderst, heilst, neu sortierst.

Komm zurück zu dir und wisse, dass Frieden im Außen durch Frieden in dir selbst entsteht. Umso mehr Menschen sich dessen bewusst werden und anfangen in sich Frieden zu machen, umso friedlicher wird die Welt um uns herum werden. Wenn alle begriffen haben, dass genug für jeden da ist, wenn alle begriffen haben, dass nicht die äußeren Umstände, die Eltern, der Chef oder sonst wer schuld an ihrem Leben sind, dann kehrt Frieden ein, denn niemand fordert etwas vom anderen, wenn er weiß, dass er es sich nur selbst geben kann. Niemand muss einen anderen unterdrücken, weil er weiß, dass er keine Gefahr für ihn darstellt. Niemand muss rauben, stehlen, betrügen, morden, wenn er weiß, dass er selbst sein Leben gestalten kann, wenn er sich selbst glücklich und zufrieden gemacht hat.

Fang also bei dir selbst an, Frieden zu machen und du bist die wertvollste Veränderung für diese Welt. Wir können alle dazu beitragen, dass sich Frieden ausbreitet. Jetzt!


Herzensgrüße von mir!
Anja


PS: Ein ganz präzises Beispiel für Frieden mit bestimmten Personen, in dem Fall die Eltern, findest du in meinem Blogartikel "Frieden mit den Eltern". Dieses Prinzip funktioniert auch bei allen anderen Menschen, Gruppen und Umständen, mit denen du nicht im Frieden bist.


Foto: Anja Reiche
Steinkreation: Silvia Annelie Cleveland




Donnerstag, 27. August 2015

Weiblichkeit l(i)eben

Über das Thema Weiblichkeit habe ich mir schon lange immer mal wieder Gedanken gemacht und auch tief in mich reingespürt. Da ich sehr oft heftige Regelschmerzen habe, ging es für mich auch darum meine Weiblichkeit anzunehmen. Ein Punkt von vielen, der sehr oft hinter Menstruationsschmerzen steckt.

Mit Weiblichkeit ist auch unsere Natur verbunden, Leben auf die Welt zu bringen, zu empfangen und zu gebären. Nun habe ich mich für dieses Leben dazu entschlossen, keine Kinder zu bekommen, weil ich weiß, dass meine Aufgabe wo anders liegt. Lehnte ich damit meine Weiblichkeit ab? Hatte ich deshalb diese Schmerzen während der Menstruation? Es konnte doch nicht sein, dass ich meine Weiblichkeit nur dadurch annehmen konnte, dass ich Kinder bekam. Das wollte mir so nicht in den Kopf. Das fühlte sich auch nicht richtig an.

Und irgendwann bekam ich hierzu den entscheidenden Hinweis, dass ich auch andere "Dinge" als Kinder zur Welt bringen konnte und das auch tat, dass ich sehr wohl meine Weiblichkeit leben konnte, ohne Kinder. Die Gebärmutter steht auch für unsere Schöpferkraft, für Kreativität, dafür zu erschaffen, Energie in Form und damit zur Welt zu bringen. Seien es Bilder, Texte oder andere Ideen und kreative Sachen. Mit all dem gehe ich im wahrsten Sinne des Wortes schwanger, lasse sie im Geiste entstehen, bis sie so weit gereift sind, um das Licht der Welt zu erblicken. Bei dieser Vorstellung, dass das Ausdruck tiefster Weiblichkeit ist, wurde mein Herz ganz weit und rief: "Jaaaaaaaaaa!"

Weiblichkeit bedeutet aber auch Hingabe, zum Empfangen bereit zu sein und dabei geht es nicht nur um Sex und darum ein Kind zu empfangen. Hingabe, Leidenschaft, Empfangen das bedeutet viel mehr als das und kann auf so vielfältige Weise ausgedrückt werden. Sich dem Leben hingeben, dem Fluss des Lebens, Dinge mit Leidenschaft und Hingabe tun, seine Leidenschaften ausleben, sie versprühen, bereit sein, Schwingungen zu empfangen, das Stille und Leise, seine innere Stimme zu hören, zu "empfangen", ihr zu folgen, sich seiner Seele hinzugeben. Das alles ist für mich Weiblichkeit und der Ausdruck dessen.

Als ich mich das erste mal intensiv damit beschäftigt habe (das ist nun etwas mehr als 2 Jahre her), ist dieses Bild entstanden. Es heißt "Im Auge der Leidenschaft". Damals habe ich auch viel mit dem Sakralchakra gearbeitet und es geöffnet.


Im Auge der Leidenschaft
Foto und Bild: Anja Reiche


Ihr könnt ja selbst mal schauen, was es in euch auslöst und auf welche Art es euch anspricht, wenn es euch anspricht. ;)

Meine Regel hat sich seither etwas entspannt, ist aber immer noch ziemlich heftig. Die ganze Zeit war das ok für mich. Doch dieses Mal merke ich, dass das Thema nun endgültig bearbeitet, beleuchtet und erlöst werden möchte. Ich hatte nun lange und oft genug Schmerzen. Das passt nun nicht mehr. Ich möchte auch hier in Heilung gehen, loslassen und Frieden machen. Ich fühle, dass da noch ganz viel für mich drin ist, dass das Thema noch unheimlich vielschichtig und komplex ist. Aber es ist jetzt dran. Ich ahne, in welche Richtungen dass es geht, aber klare Bilder haben sich noch nicht eingestellt. Es kann nicht mehr lange dauern, es drängt nach oben. Gestern musste ich ganz heftig weinen, da floss viel alter Schmerz. Ich fühle, dass ich es schon in vielen Leben verflucht habe, eine Frau zu sein. Das mag auch eine Rolle spielen. Dann war da plötzlich der Satz: "All die ungeborenen Kinder!" Er war so plötzlich in meinem Kopf, dass er nicht vom Verstand kommen konnte. Vielleicht war auch das Thema in früheren Leben, ein unerfüllter Kinderwunsch, Abgänge. Mich wundert derzeit nichts mehr. So vieles wird noch oben gespült... Die Zeiten sind intensiv! Das große Erwachen greift um sich.

Ich habe es mir angewöhnt, mir die Tage, an denen meine Menstruation zu erwarten ist, so gut es geht freizuhalten, nicht zuletzt, weil ich da eh zu nichts in der Lage bin. Es ist eine Zeit der Reinigung und Erholung, des Rückzugs und des Nichtstuns (zu letzterem werde ich noch gezwungen - ich würde es aber auch freiwillig tun). Der Körper sondert Schlacken ab, gelöste Schleimhaut und mit ihr auch verbrauchte Energien, Überholtes. Eine wichtige Phase. Auch das gehört für mich zur Weiblichkeit, diesen Zyklus mit allem, was dazugehört, anzunehmen und auch diese Rückzugsphase zu leben, Altes fließen und gehen zu lassen.

Sicherlich hat auch das in vielen Leben gelitten, denn wann hatte frau denn schon Zeit und Gelegenheit für Rückzug während der Menstruation? Da muss ich nur meine Vorfahren anschauen. Der Bauernhof musste weiterbetrieben werden, die Kinder mussten versorgt werden, die Familie bekocht, der Haushalt geführt. Von wegen Zeit zum Ausruhen, "nur" weil man blutete und ein "bisschen" Schmerzen hatte. Von meiner Oma weiß ich, dass sie mehr als einmal schmerzgekrümmt auf dem Feld lag und nichts mehr konnte. Ich kann es mehr als nachempfinden. Auch das mag noch ein vererbtes Thema sein, dass ich nun lösen darf.

Generell habe ich den Eindruck, dass das Thema Menstruation auch in der heutigen Zeit weitestgehend totgeschwiegen und umgangen wird. Wie viele Frauen nehmen durchgehend die Pille, um ihre Tage nicht mehr haben zu müssen. Es gibt Binden, Tampons und entsprechende Schmerzmittel in der Werbung zu sehen, aber doch meistens mit dem Hintergrund, dass damit der Alltag fortgeführt werden kann, wie wenn nichts wäre. Von wegen Rückzug - mit Tampons und ein paar Schmerzmitteln kann frau so tun, als wenn nichts wäre und direkt auf die nächste Party gehen. Ist das im Ursinne der Weiblichkeit?

Das Thema Weiblichkeit leben ist aus meiner Sicht wichtiger denn je und nicht nur, weil meine Menstruation mich dazu auffordert. Wir leben in einer Zeit, in der wirklich alles Alte, und mag es noch so viele hundert Jahre her sein, hochdrängt, gesehen werden will und einfach fließen will. In seine Weiblichkeit zu kommen ist eine Aufforderung dieser Zeitqualität und dazu gehört es, sich alles anzuschauen, bei dem frau die Weiblichkeit noch nicht ganz lebt, Aspekte davon nicht haben will. Die Weiblichkeit ist ein so wichtiger Gegenpol zum Männlichen. Und das Leben ruft laut nach Ausgleich, nach Balance zwischen diesen beiden Polen. Das Männliche war zu lange dominant, das stete Tun und Leisten, das stark sein müssen und mit dem Verstand agieren. Es ist Zeit wieder Weichheit und Weibleichkeit in die Welt zu bringen!

Ich bin gespannt, was noch alles an Erkenntnissen auf mich wartet, was meine GebärMUTTER da noch so in petto hat. Es kann nur großartig sein und ich freu mich drauf. Selbstverständlich werde ich berichten...

Ein Hoch auf die Weiblichkeit und die Menstruation. ;)

Herzensgrüße von mir
Anja

PS:
Weitere Hintergründe von Regelschmerzen können sein:
-Konflikte mit der Mutter (es heißt nicht umsonst GebärMUTTER)
-nicht loslassen wollen (während der Regel fließt etwas nur unter Schmerzen ab)
-Schuld (Schmerz kann eine Folge von Schuld sein; der Schmerz als "Strafe" für die Schuld)



Mittwoch, 19. August 2015

Zum Durchhalten aufgerufen

Vorhin habe ich mich wieder dem Mangelgefühl gewidmet. Ich spürte, dass es nochmal Aufmerksamkeit brauchte. Also setzte ich mich hin und ging wieder ganz in das Gefühl, nahm Kontakt auf zu der kleinen Fledermaus, als die sich das Mangelgefühl neulich gezeigt hat. Sie fühlte sich abgelehnt, wollte gar nicht her zu mir kommen, denn niemand wollte sie je da haben. Wieso sollte das plötzlich anders sein? Ich spürte die tiefe Traurigkeit der Fledermaus, meines Mangelgefühls. Sie war einsam, wurde von niemandem gemocht. Klein und zerbrechlich stand sie vor mir. Als ich ihr die Hand hinstreckte, schaute sie ungläubig. Zögerlich kam sie auf mich zu, nahm meine Hand. Ich fühlte eine unbändige Liebe für dieses verschreckte, abgelehnte Wesen, mein Herz wurde ganz weit und überschüttete die Fledermaus mit Zuneigung. Wir hatten in diesem Moment eine innige Verbindung. Sie merkte, dass ich es absolut ernst meinte und sie wirklich da haben wollte. Dann wandte sich die Fledermaus um und war im Begriff zu gehen. Ich fühlte den nahenden Abschied und er schmerzte. Tatsächlich hatte ich das Mangelgefühl in mein Herz geschlossen, es akzeptiert und angenommen und konnte gar nicht glauben, dass es jetzt gehen wollte. Ich fragte, wo sie denn hinwollte, die Fledermaus. Sie sagte mir, dass sie jetzt gehen würde, um die Fülle zu holen. Dann war sie weg.

Eine zeitlang war ich alleine und wartete. Plötzlich tauchte ein Kamel vor mir auf. Ich war sofort von ihm fasziniert und streichelte es. Es hatte eine wunderbare Energie. Dennoch zweifelte ich, ob dieses Kamel wirklich die Fülle verkörperte. Ich betrachtete es und versuchte zu erkennen, was dieses Tier mit Fülle zu tun hatte, lebte es doch vorwiegend in der Wüste. Da sah ich es plötzlich in einer Oase liegen. Völlig zufrieden, mit allem versorgt, was es braucht. Alles wucherte üppig grün, die Sonne schien, es gab Wasser im Überfluss. Konnte es doch die Fülle darstellen?

Ich hatte das Gefühl, dass wir aufbrechen mussten, setzte mich auf den Rücken des Kamels und wir zogen los. Wir ritten hinaus aus dieser wunderbaren Oase hinein in die Wüste. Mit dem Kamel fühlte ich mich total sicher. Ich wusste, dass das schon alles so passte. Ganz gemächlich, aber zielstrebig, trotteten wir dahin. Plötzlich lagen da meine Kontoauszüge im Wüstensand. Das Kamel trat unbeirrt drauf und lief weiter. Ich protestierte, doch das Kamel meinte zu mir, dass die Kontoauszüge lediglich das widerspiegelten, was ich bisher über Geld dachte. Was ich heute über Geld denke, kreiert meine Kontoauszüge von morgen. Also wären die alten nichts als Schall und Rauch. Ich kann mich jeden Moment dazu entscheiden, anders zu denken, bin von Fülle immer nur einen Wimpernschlag, einen Gedanken entfernt. Das klang logisch und ich konnte die zertrampelten Kontoauszüge mit gutem Gefühl im Wüstensand zurücklassen. Das Kamel sprach weiter zu mir und meinte, dass ich einen eisernen Willen habe und mich durch nichts von meinem Weg abbringen ließe. Das gefiel ihm. Das Tier kam mir vor, wie ein sehr weises Wesen. Es wusste mehr als ich und war sich seiner Aufgabe in meinem Leben total sicher. Wir zogen weiter und kamen an einen prächtigen, orientalischen Palast. Ich stieg ab und das Kamel sagte mir, dass der Palast mir gehören würde. Überrascht sah ich es an und fragte, wie das sein konnte. Der Palast habe mir schon immer gehört, ich hätte es nur vergessen. Das musste ich erst einmal verdauen und setzte mich auf die Stufen, die zum Hauptportal hochführten. Da saß ich nun in all meinem Reichtum und konnte es gar nicht fassen. Ich hatte noch gar keinen Zugang dazu. Plötzlich war mir klar, dass ich in einem früheren Leben ein Armutsgelübde abgelegt hatte.

Im 15. Jahrhundert war ich ein mächtiger Mann, reich und einflussreich. Doch zu meinem Volk war ich widerwärtig. Ich ließ die Menschen schuften und hungern, während ich in Saus und Braus lebte. Das Volk rächte sich eines Tages an mir und brachte meine Frau und mein Kind um. Sie nahmen mir das Liebste. Ich war so verletzt und verzweifelt durch diesen Verlust, dass ich all meinen Besitz hergab und ins Kloster ging. Ich wollte nie wieder reich sein, dachte ich doch, dass Reichtum nur zu Unglück führte. In dieser Rückführung wurde mir jedoch klar, dass nicht alleine das Geld für das Unglück zuständig war, sondern meine Art mit dem Reichtum umzugehen. Geld ist Geld und Macht ist Macht, die Frage ist, wie ich beides jeweils einsetze. Ich sah nun all die Bürger vor mir, die ich so schlecht behandelt hatte. Sie vergaben mir und sagten, dass ich den Reichtum nicht vertäufeln sollte, sondern besser achtsam und wohlwollend, dienlich damit umgehen sollte.

Da war ich wieder zurück auf der Treppe vor meinem Palast und konnte mich nun wirklich an all dem Besitz freuen. Er war nicht schlecht und er brachte auch kein Unglück. Mein erster Impuls war, dass all die Bewohner von meinem Reich großzügig Geld und Essen von mir bekommen sollten. Ich wollte den gleichen Fehler nicht zweimal machen. Doch ich merkte schnell, dass das auch nicht der richtige Weg war. Viel besser und vor allem notwendiger, wahrer und wichtiger war es, all den Menschen zu helfen, selbst in ihre wahre Größe zu kommen. Ihnen zu helfen, dass sie sich wieder daran erinnern, dass sie selber Macht haben und reich sind, vor allem innerlich. Ich soll den Menschen helfen, aufzustehen und ihr eigener König zu sein, ihren eigenen Palast zu entdecken.

Nach dieser Meditation saß ich noch eine ganze Zeit tief bewegt da und ließ das alles auf mich wirken. Unfassbar, was sich alles zeigt, wenn man nur hinschaut. Und während ich das schreibe, habe ich Gänsehaut und weiß einmal mehr, dass das genau so richtig ist. Genau darum bin ich wirklich hier. Ich soll den Menschen helfen, aufzustehen und ihr eigener König zu sein. WOW!!!!

Das Kamel, das mir in dieser Meditation begegnet ist, ist wieder ein schamanisches Krafttier und vorhin habe ich die Bedeutung im Internet nachgelesen. Hier ein Auszug:

"Schreitet das Kamel gemächlich und gelassen durch Ihre Lebenskreise, dann will es Sie auf Ausdauer, Beharrlichkeit und Belastbarkeit aufmerksam machen. Möglicherweise sind Sie bei Etwas kurz davor aufzugeben oder umzukehren. Das Krafttier Kamel kommt jetzt deshalb zu Ihnen, um Ihnen Mut zuzusprechen und neue Kraft zu schenken, damit Sie auch den Rest des Weges schaffen. Ihre momentane Situation erscheint Ihnen womöglich wie eine irrsinnig lange Durstrecke, an deren Anfang Sie sich nicht mehr erinnern können, weil er schon so lange her ist, und deren Ende Sie nicht sehen können, weil das Ziel so weit entfernt ist. Das Kamel als Krafttier schenkt Ihnen neue Kraft, füllt Ihren Energiespeicher wieder vollständig auf und begleitet Sie bis zum Ende der Durststrecke. Falls Sie sich schon zu sehr verausgabt haben, nimmt Ihnen das Kamel auch gerne Lasten ab oder trägt Sie ein Stück des Weges, denn es will, dass Sie Ihr Ziel unter allen Umständen erreichen. Mit dem Krafttier Kamel an Ihrer Seite wird die zu überwindende Durststrecke zwar nicht kürzer, aber erträglicher, weil Sie nicht mehr allein sind, sondern einen Coach an ihrer Seite haben, der Sie immer wieder aufbaut. Das Kamel als Krafttier schenkt Ihnen die nötige Gelassenheit und Ruhe, damit Sie sich nicht von Ihrem Weg abbringen lassen und es schenkt Ihnen Durchhaltevermögen und Ausdauer, damit Sie all Ihre Ziele erreichen – egal wie lange oder beschwerlich der Weg bis dahin ist. Schreitet das Kamel als Krafttier in Ihr Leben, will es Sie also auf Ihrem Weg bestärken, auch wenn Sie das Gefühl haben, das sich gerade alles gegen Sie zu richten scheint. Mit Hilfe des Kamels als Krafttier lassen Sie sich auch nicht von Trugbildern, Täuschungen oder Fata Morganas beirren und können sämtliche Täuschungen als solche entlarven. Als Lastentier zeigt Ihnen das Kamel aber auch, dass man sich nicht überladen darf und gut vorbereitet sein sollte, wenn man eine lange Wegstrecke ohne Zwischenstops vor sich hat. Man unterschätzt die Länge des Weges schnell, wenn man ihn anfangs euphorisch, forsch und siegessicher beschreitet. Lassen Sie es also von Anfang bis Ende lieber ruhig angehen und teilen Sie sich Ihre Kraft gut ein, dann kommen Sie auch ohne größere Probleme sicher ans Ziel. [...]"
(Quelle: http://www.schamanische-krafttiere.de/krafttier-kamel.html)

Wenn ich nun noch einmal zu meinem ursprünglichen Grund zurückgehe, warum ich die Meditation überhaupt gemacht habe, dann passt dieser Text wie Arsch auf Eimer.

Ich bin auf meinem Weg zur Fülle, der ist schon lang und manchmal habe ich das Gefühl, dass sich einiges gegen mich zu richten scheint. ABER das Kamel fordert mich auf durchzuhalten. Es will, dass ich auf jeden Fall und unter allen Umständen ans  Ziel komme. Diese Worte tun so gut!!!! Und ich bin gleich viel entspannter und zuversichtlicher, habe wieder neue Kraft für das nächste Stück Weg.

Wenn du nun auf diesen Text gestoßen bist, dann sei dir sicher, dass das Kamel auch dir als Krafttier zur Seite steht. Auch du sollst an dein Ziel kommen, egal, wie dieses Ziel aussieht! Fühl dich hiermit zum Durchhalten aufgerufen!!!

Es mag Durststrecken geben, wir mögen Wüsten durchqueren, aber wir werden ankommen!!!

Fühlt euch herzlich gegrüßt!
Anja

Auch eine Wüste hat Oasen!
Foto: Anja Reiche

Montag, 17. August 2015

Auf "Geben" programmiert

Die letzten Tage kommt immer mal wieder das Mangelgefühl hoch. Mal mehr, mal weniger... Gerade bezüglich Geld macht es sich extrem bemerkbar. Ein Thema, das ich schon sehr lange habe und bearbeite. Scheibchenweise... weil es so tief sitzt.

Gefühlt ist das Thema Geld und über Geld im Überfluss verfügen zu können mit das schwierigste Thema überhaupt. Das Mangelgefühl diesbezüglich wird seit hunderten von Jahren und über unzählige Generationen weitergegeben. Vererbt sozusagen. Und schauen wir zurück ist das nur allzu verständlich. Immer wieder gab es in der Menschheitsgeschichte Kriege, die Mangel erzeugten und wahrscheinlich schon alleine wegen Mangel erst angefangen wurden. Immer wieder und überall gab es Reiche, Adlige, die die Armen klein gehalten haben und unterdrückt haben. Überall gab es diese "kleinen Leute", die das mit sich haben machen lassen, weil sie glaubten, dass das Leben nun einmal so ist und es ihr Schicksal wäre. Die Überzeugungen und Glaubenssätze bezüglich Geld, und dass einem davon nie genug zur Verfügung zu stehen scheint, sitzen tief.

Genauso tief in meinem Herzen weiß ich aber, dass dieses Leben anders gedacht ist. Dass wir in Fülle leben können, in Leichtigkeit, dass wir uns nicht dafür anstrengen müssen, wenn wir nur glauben könnten, dass es so ist. Wenn wir nur alles aus dem Weg räumen, was dem entgegenwirkt. Und da gibt es ziemlich viel, was entgegenwirkt.

Was hab ich nicht schon alles in den hintersten Winkeln meiner Selbst gefunden an Überzeugungen, die gänzlich ungünstig waren, an Erlebnissen aus der Kindheit, die ich für die Wahrheit hielt.

  • Da war das Gefühl der Wertlosigkeit, von dem ich wohl nicht beschreiben muss, wie es sich auf Überfluss auswirkt. Wenn ich das Gefühl habe, keinen Wert zu haben, dann bekomme ich auch keinen "Wert" in Form von Geld.
  • Da war die Prägung, dass ich immer für die Bedürfnisse der anderen sorgen muss und es normal ist, dass wenig bis nichts dafür zurückkommt. Es ist schließlich meine Aufgabe.
  • Da waren Schuldgefühle, denn wenn einem etwas geschenkt wurde, dann musste man direkt etwas zurückschenken oder sich wenigstens den Wert notieren, dass man bei passender Gelegenheit nur ja etwas Vergleichbares zurückgeben konnte. Man will sich ja nicht nachsagen lassen, dass man knausrig ist. Geschenke verpflichten sozusagen... Empfangen verpflichtet zum Geben.
  • Da waren hinderliche Glaubenssätze wie:
    -Du musst hart arbeiten für das Geld.
    -Von nichts kommt nichts.
    -Wir haben nicht genug.
    -Ich tue zu wenig.
    -Ich tue nicht das Richtige.

All das habe ich mir nach und nach und manches immer wieder angeschaut. Und wenn ich bedenke, dass ich noch vor 4 Jahren von Existenzängsten geplagt und geschüttelt wurde, habe ich wirklich Fortschritte gemacht. Ich kann das Thema immer entspannter sehen und habe diesbezüglich große Erfolge zu verbuchen, was meine Einstellung und den Umgang mit Geld angeht.

Und dennoch war da öfter mal dieses flaue Gefühl im Magen, dass ich noch nicht so recht deuten konnte. Es kam immer wieder in regelmäßigen Abständen und ich wollte es nicht so recht da haben. Neulich wurde mir blitzartig bewusst, dass es sich dabei um das Mangelgefühl an sich handelt. Ein Gefühl, das bis dahin keinen Namen hatte. Der erste Impuls war wieder, es wegzuschieben, weil es sich so unangenehm anfühlte. Gott sei Dank wurde mir aber recht schnell klar, dass das zu nichts führt und das auch das Gefühl einfach nur Liebe und Annahme möchte, da sein will und endlich gefühlt werden will. Wie oft habe ich es schon weggeschoben, wie oft die Generationen vor mir. Niemand wollte dieses Gefühl zulassen. Keiner konnte es leiden. Es war an der Zeit, das zu ändern. Also setzte ich mich wie immer hin und gab mich ganz dem Gefühl hin, dem Mangel und der Enge und der Dunkelheit, die mit dem Mangel einhergingen. Ich ließ es einfach zu mit dem Wissen, dass mir dieses Gefühl nichts tun konnte. Und nach einiger Zeit verwandelte sich die Enge und Dunkelheit in Weite, wurde hell und frei und konnte endlich fließen. Es war eine Wohltat sich nicht mehr gegen dieses Gefühl zu wehren. War das Wehren doch immer so anstrengend. Ich genoss es, einfach ganz bewusst den Mangel zu spüren und ihm seine Berechtigung zu lassen. Es gibt ihn genauso wie die Fülle, sie sind zwei Seiten der gleichen Medaille. Nur eine Seite alleine gibt es nicht.

Wieder ein Schritt in Richtung Überfluss. Das tat gut. Und heute wurde mir dann so richtig bewusst, wie sehr ich mich gegen das Empfangen wehre. Wie sehr ich auf "GEBEN" programmiert bin, weil ich es so lange musste. Es war ein Bild von einer Mauer, die ich um mich herum errichtet habe, um nur ja keine Geschenke an mich heranzulassen, denn alles, was ich bekam, war an Bedingungen geknüpft und verpflichtete mich, etwas zu geben und zwar viel mehr als ich bekam. Damit das nicht ständig passierte, wappnete ich mich mit dieser Mauer gegen das Empfangen. Mein inneres Kind war so erschöpft von all dem "Geben müssen", dass ihm nur noch diese Mauer einfiel, als Schutz für sich selbst. Es wollte nichts mehr bekommen, weil es nur um so mehr hätte wieder geben müssen und dazu hatte es keine Kraft mehr.

Wenn ich so zurückblicke, dann finde ich unzählige Situationen, in denen ich sehr viel gegeben habe und nur wenig zurück kam. Kam dann etwas zurück, dann vergaß ich alles, was ich schon gegeben hatte und fühlte mich sofort wieder in der Pflicht eine Gegenleistung zu erbringen. Ein ewiger Kreislauf, der ziemlich unzufrieden macht. Auf der einen Seite schon ganz normal für mich, dass ich das Beliefern anderer brauchte, damit ich mich "wohlfühlen" konnte, weil ich meine "Pflicht" getan hatte und auf der anderen Seite, war da immer diese innere Stimme, die sagte, dass das so nicht richtig ist.

Ich durfte heute feststellen, dass ich zum Empfangen gar nicht mehr so richtig in der Lage bin. Einfach etwas nehmen, danke sagen und mich freuen, dass ich es bekommen habe, ohne direkt im Kopf eine Notiz zu machen, dass ich mich bei Gelegenheit revanchieren muss. Einfach UNSCHULDIG empfangen, wie es kleine Kinder, die noch nicht geprägt wurden, können, ohne Schuld empfangen. Hilfe annehmen, schwach sein dürfen, sich einfach hinsetzen können und sich die Dinge zufließen lassen. Ganz entspannt und voller Freude. Und das Leben ist für meine Begriffe genau so angelegt. Alles fließt uns zu, wenn wir das Leben nur lassen. Es würde uns versorgen, wenn wir es zulassen würden.

Für mein inneres Kind habe ich die Engel um Hilfe gebeten und sie kamen direkt in Scharen, haben das kleine erschöpfte und ausgelaugte Wesen in ihre Mitte genommen und ihm ganz viel Energie zufließen lassen, haben schützend ihre Flügel um es gelegt. Sie haben angefangen, die Mauer einzureißen und den Zufluss wieder freizumachen. Der Prozess, wieder empfangen zu können, hat begonnen und ich weiß, dass ich es irgendwann wirklich wieder kann.

Wieder habe ich einige Aspekt erkannt, die mich noch von der Fülle abhalten. Der Tag wird kommen, an dem ich sie erleben darf. Dafür sorge ich! Wenn nicht ich, wer dann?

Ich sende euch Herzensgrüße
Anja


Nachtrag vom 17.08.2015 um 16:55:

Und noch etwas trifft mich gerade wie ein Hammerschlag. Es ist kein Wunder, dass ich so vielen Menschen begegne, die großzügig von mir nehmen. Muss mir das Leben doch unbedingt das präsentieren, was ich selbst nicht leben will. Es weißt mich auf den Aspekt hin, den ich so lange abgelehnt habe. Das Leben funktioniert perfekt. Unfassbar...
 

Foto: Anja Reiche