Gestern ist etwas ganz Wundervolles geschehen. (Mal wieder ;) ) In
einer Meditation hat mal wieder plötzlich etwas Sinn gemacht, was ich
mir über Monate nur spärlich erklären konnte. Es fand etwas einen
krönenden Abschluss, was ich schon lange bearbeitet habe und mir immer
wieder angeschaut habe. Und wieder wurde ich für all die Mühe belohnt,
für meine Geduld und meine Ausdauer, für meine Beharrlichkeit und meine
Bereitschaft, in allem einem tieferen Sinn zu sehen.
Seit
August letzten Jahres macht sich mein rechtes Knie immer wieder
bemerkbar. Angefangen hat es nach einer längeren Wanderung. Das Knie
schmerzte und ich hatte das Gefühl keinen rechten Halt mehr zu haben.
Nach ein paar Tagen Ruhe und Schonen schien es wieder in Ordnung. Doch
immer, wenn ich nun längere Strecken gelaufen bin, fing es wieder an zu schmerzen. Ich „kam nicht mehr weit“, konnte „meinen Weg nicht gehen“.
Ich versuchte selbstverständlich immer wieder Kontakt mit meinem Knie
aufzunehmen, das Thema dahinter zu erkennen. Aber ich schien nicht so
richtig ranzukommen. In den Büchern, die ich über Krankheitsdeutung habe
(Ruediger Dahlke – Krankheit als Sprache der Seele; Louise L. Hay –
Gesundheit für Körper und Seele), stand, dass das Knie ganz viel mit
Demut zu tun hat (demütig in die Knie gehen, Demütigungen in Demut
verwandeln). Weiterhin steht da zu lesen, dass der Oberschenkel für die
Familientradition steht, für die Familiengeschichte und der
Unterschenkel für den eigenen Weg. Das Knie dazwischen ist die
Verbindung dieser beiden Aspekte und somit auch die Stelle, die sich
bemerkbar macht, wenn es zwischen dem eigenen Weg und der
Familientradition Spannungen gibt. Das machte für mich alles Sinn. Und
dennoch hatte ich noch nicht das Gefühl, dass der Groschen gefallen ist.
Ich hatte auch nicht den Impuls, zum Arzt zu gehen. Wenn ich mich in
mein Knie einfühlte, dann kam es mir so vor, als ob eine
Fehlstellung/Verrenkung da wäre und das Außenband dadurch bei längerer
Belastung gereizt wird. Ich sah ein Bild, dass dies Auswirkungen auf
meine Hüfte und auch auf den Nacken hatte.
Im November dann, bei einem
weiteren Versuch, das Thema zu erkennen, kam das Bild, dass in meinem
Knie ein Messer steckt. Meine Mutter hatte es dort auf geistiger Ebene „platziert“. Sie
wollte nicht, dass ich „gehe“. (Wir hatten zu der Zeit keinen
persönlichen Kontakt, da ich immer noch dabei war, mir meine Themen
bezüglich meiner Ursprungsfamilie anzuschauen.) Das Messer konnte ich
herausziehen. Sehr einfach sogar. Nur die Spitze blieb stecken und ich
merkte, dass ich daran auch erst mal nichts ändern konnte. Das war noch
nicht dran. In der Meditation konnte ich ihr das Messer auch
zurückgeben. Vorher hatte sich das Messer noch in eine Blume verwandelt,
mit dem Hintergrund, dass sie nicht noch einmal auf die Idee kommt, das
Messer anderweitig einzusetzen. ;) Sie war zwar nicht sehr begeistert,
aber sie ließ es zu und nahm die Blume an sich.
Ein paar Tage nach
dieser Meditation wurde mein Knie wieder eingerenkt, durch „Zufall“.
Ich saß auf dem Sofa, hatte die Beine lang ausgestreckt und mein Partner
wollte drübersteigen und aufstehen. Dabei gab er versehentlich sehr viel
Gewicht auf mein Bein und es knackte einmal ordentlich im Knie, genau
auf die Art und Weise, wie ich immer fühlte, dass es knacken müsste,
damit es wieder richtig wäre. Ich musste echt herzlich lachen, weil das mal eben so „nebenbei“ passiert ist. Nachts im Bett bekam ich dann
Schmerzen in der Hüfte und am Tag danach im Nacken. Es fühlte sich so
an, als ob jetzt wieder alles an Ort und Stelle wäre und sich die
Verspannungen durch die Fehlstellung lösen würden. Die Schmerzen in
Hüfte und Nacken waren auch schnell wieder vorbei und beim Laufen hatte
ich auch plötzlich wieder mehr Halt im Knie. Allerdings war es bei längeren
Strecken immer noch so, dass das Knie anfing, weh zu tun. Das Thema war
also noch nicht abgeschlossen.
Natürlich schaute ich in Meditationen
immer wieder nach dem Knie, aber ich merkte, dass da gerade nichts zu
machen war. Also ließ ich es, wie es war…
Gestern hatte ich dann
endlich den Impuls, da noch mal hinzuschauen. Ich ging innerlich mit
meinem Blick in das Knie. Das Außenband erregte sofort meine
Aufmerksamkeit. Es sah aus, als ob es auf Höhe der Kniescheibe dünn
gescheuert wäre. Dann habe ich geguckt, wo es denn reibt und sah einen
spitzen, scharfen Gegenstand. Erst sah es so aus, als ob es ein
gesplitterter Knochen wäre, doch bei genauerem Hinsehen erkannte ich,
dass es sich um die Messerspitze handelte, die ja damals
steckengeblieben war. Schon als ich gestern mit dieser Meditation
anfing, hatte ich sofort das Gefühl, dass etwas Bedeutendes passieren
würde. Ich merkte, dass etwas hochkam, in Fluss kam und mir kamen sehr
schnell die Tränen. Bei mir ein sicheres Zeichen dafür, dass sich was
löst und klärt. Da saß ich also und hatte diese Messerspitze entdeckt.
Ich wollte sie entfernen, doch das ging nicht gleich. Also wartete ich
etwas ab und ließ es einfach noch so. Und plötzlich ging es. In dem
Moment, in dem sich die Messerspitze löste, ging ein riesen Ruck durch
meinen Körper, wie wenn explosionsartig etwas nach außen gedrungen wäre,
wie wenn sich etwas Luft gemacht hatte. Ich hatte nun diese
Messerspitze in der Hand und sah sie an. Ich fragte, was diese
Messerspitze symbolisiert und da fing alles an, mir wie Schuppen von den
Augen zu fallen. Die Messerspitze stand für all die „Spitzen“, die ich
als Kind eingesteckt habe, für all die Demütigungen, die ich empfunden
habe, für alle Verletzungen, die ich erfahren habe. Und mit diesem
Wissen begann sich die Messerspitze in eine Art Verband zu verwandeln,
den ich um die dünn geriebene Stelle an meinem Außenband legen konnte.
Ich konnte mit der verwandelten Messerspitze mein Knie wieder heilen.
Das, was mich verletzt hat, war auch in der Lage, mich wieder zu heilen.
Die Demütigungen verwandelten sich in Demut, denn ich begriff plötzlich,
dass alles, was ich als Kind an Verletzungen erlebt habe, die beste
Vorbereitung auf meine jetzige Arbeit waren, auf meinen Weg, auf mein
wahres Wesen. Es ist die beste Basis und die beste Schule, die ich mir
nur wünschen konnte. Wie könnte ich den Menschen besser helfen, als mit
eigenen Erfahrungen. All die Klarheit, mit der ich die Zusammenhänge und
Verstrickungen zwischen Klienten und deren Eltern sehen kann, verdanke
ich nur meiner eigenen Erfahrung, meinen eigenen Erlebnissen, meiner
Vergangenheit. Und plötzlich war auch der Hintergrund von meinem Knie
sonnenklar. Die Spannungen, die ich tatsächlich zwischen der
Familiengeschichte und meinem eigenen Weg gefühlt habe, dieses Gefühl
von „ich bin anders und muss mich schützen und befreien“, drückten sich
in diesem Schmerz aus. Diese gedankliche Spannung war auf einmal weg,
denn ich erkannte, dass sich das alles gar nicht widerspricht. Das sind
keine zwei Magnete, die sich abstoßen, sondern vielmehr ist unsere
Familiengeschichte und meine Vergangenheit das wunderbarste Fundament,
auf dem ich jetzt gehen kann, das ich mir für meinen eigenen Weg nur
wünschen kann. Als mir das klar wurde, legten in dieser Meditation meine
Eltern heilend ihre Hände auf mein Knie und es floss unendlich viel
Liebe. Ich wusste, dass diese Wunde nun heilen kann. Ihr könnt euch
vielleicht vorstellen, wie sehr ich weinen musste. Zum ersten Mal sah
ich meine Eltern als das, was sie wirklich sind: Zwei wunderbare Seelen,
mit denen ich mich verabredet habe, damit sie mich auf perfekte Art und
Weise auf meinen eigenen Weg vorbereiten und mich durchströmte
unendliche Liebe, Dankbarkeit und Demut. Für meine Eltern, für diese
liebevollen, großartigen Seelen, die sie sind, die sich auf einer
höheren Ebene dafür bereit erklärt haben, mir diese ganzen Verletzungen
„anzutun“, für dieses wunderbare, perfekte System, in dem wir hier
leben. Da fiel mir der eine Satz wieder ein, den Gott in der Geschichte
„Eine kleine Seele spricht mit Gott“ gesagt hat: "Denke stets daran",
hatte Gott mit einem Lächeln gesagt, "ich habe dir immer nur Engel
geschickt!" Und so ist es auch. Manchmal dauert es einfach, bis einem
das wieder bewusst wird und man es wirklich fühlen kann.
Wenn
ich heute mein rechtes Bein anschaue, dann sehe ich kein gebrechliches
Etwas mehr, mit dem ich nicht weit komme und das ich nicht belasten
kann. Wenn ich heute mein Bein anschaue, dann sehe ich ein wundervolles,
kraftvolles Gebilde mit einer perfekten, robusten Basis als
Oberschenkel (die Familiengeschichte) und einen agilen, wendigen
Unterschenkel (meinen Weg), die beide absolut im Knie harmonieren und
mit dem ich perfekt MEINEN Weg gehen kann. Meinen Weg mit einer
Familiengeschichte, die mir den Rücken stärkt und mir alles gegeben hat,
was ich für meine eigene Geschichte brauche!
Ich verneige
mich in Demut vor all meinen Vorfahren, vor meinen Eltern und all den
wunderbaren Seelen, die mich für meinen Weg vorbereitet haben.
Herzensgrüße von mir!
Anja
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| Foto: Anja Reiche |