Montag, 11. Juli 2016

Sich voller Vertrauen ins Leben stürzen

Gestern wurde mir nochmal richtig deutlich bewusst, wo ich gerade stehe. Es geht um den einen Schritt, den es noch zu machen gilt. Dieser eine Schritt, der unheimlich viel Mut erfordert.

Es gibt da dieses Bild, das ich vor ungefähr 3 Jahren in einer Meditation bekam. Meine Gefühle hatten mich damals an einen Abgrund geführt. Wir standen hoch oben an einer Klippe mit einer wunderschönen Aussicht. Vor mir, weit unten, lag eine beeindruckende, herrliche Landschaft. Es war das Paradies. Mein Paradies! An diese Klippe wurde ich in Meditationen noch oft geführt und eines Tages war es so weit, dass ich springen konnte. Ich wusste, dass ich springen konnte und auch muss und dass mir nichts geschieht. Ich tat es, landete sanft wie eine Feder, aufgefangen von vielen Engeln, und stand tatsächlich mitten in meinem Paradies. Ich fragte in dieser Medi, wie ich denn nun den richtigen Weg finden würde und die Antwort war, dass es immer diesen einen roten Faden gibt, dem ich nur zu folgen bräuchte. In dem Moment sah ich ihn auch schon auf dem Weg vor mir liegen. Klar und deutlich. Ich ging los, langsam und bewusst, schaute immer wieder nach links und rechts und wurde mir immer mehr gewahr, dass ich wirklich im Paradies war. Überall war Fülle, wunderbare Menschen und Wesen, alle Geistwesen und Engel, die immer für mich da waren und es noch sind, alles leuchtete voll Liebe und Güte und ich war versorgt. Es ist der sicherste und liebevollste Ort, den ich kenne. Es ist mein Leben.

Dieses Erlebnis habe ich tief verinnerlicht und heute weiß ich, dass es mal wieder eine "Vorausschau" auf mein Leben war, die mir da gegeben wurde. Denn seit gestern weiß ich, ich stehe nun wirklich genau JETZT an diesem Abgrund oben auf der Klippe und bin im Begriff zu springen. Der Sprung und das Vertrauen zu haben, dass ich sicher lande, ist jetzt der nächste Schritt. Und obwohl ich weiß, dass ich sicher landen werde und dass da unten alles ist, was ich je zum Leben brauche, zögere ich. Ich habe sowas noch nie gemacht, mich voller Vertrauen ins Leben gestürzt. Aber es ist mehr ein freudiges Kribbeln, wie wenn man kurz vor einem Sprung vom 3-Meter-Brett ist. Ich weiß, ich werde es tun. Es gibt kein zurück und kein Umkehren. Das Leben hat einen Vertrauensvorschuss verdient. Ich möchte mich hinein stürzen ins Leben, in den Fluss, in die Fülle, mich ganz hingeben und alles fließen lassen, mich versorgen lassen und einfach SEIN, das Leben feiern, mich feiern, die Einfachheit feiern, mir mit staunenden Augen dieses Paradies anschauen, es erleben, denn es ist da. Immer. Die Frage ist, ob wir es sehen und wahrnehmen und glauben können.

Da stehe ich also auf dieser Klippe und genieße noch die schöne Aussicht. Doch die Aussicht ist nicht mehr genug. Ich will mitten rein. Mitten ins Leben. Raus in die Welt. Ich will springen!


Foto: Anja Reiche


Kommentare:

  1. Liebe Anja,

    Danke für diesen Artikel, er spricht mir wieder mal aus der Seele...

    Genau dort stand ich vorige Woche auch...Aber noch bevor ich springen konnte, kamen nochmal sämliche, längst losgelassen geglaube Ängste in mir hoch. Es war wie ein finales Aufbäumen. Da ich im letzten Sommer einen Specht beim Sterben begleiten durfte, wusste ich aber genau, es ist ganz normal. Kurz bevor das Tier losgelassen hat, um in sein Paradies überzutreten, hat es nochmal alle Kräfte mobilisiert und schien festentschlossen, sich wieder aufzurichten...
    Nach meinem finalen Aufbäumen geht es mir nun deutlich besser. Ich habe alles losgelassen...und gar nicht wie zunächst befürchtet alles verloren. Gelandet bin ich gewiss noch nicht, aber ich fühle mich erleichtert, es wird ruhiger auch wenn äusserlich gerade ein mächtiger Sturm tobt, der gewiss noch längst nicht seinen Höhepunkt erreicht hat. Gleichzeitig wird vieles klarer. Ich darf erkennen, warum ich diesen Weg gegangen bin, warum ich wirklich "wirklich" hier bin, welches Ausmaß meine Entscheidungen auch auf globaler Ebene haben...aber auch, dass es immer noch ein Stückchen Arbeit ist, bis das Paradies auf Erden auch wirklich Raum bekommt und somit nun nichts zu Ende ist, sondern erst jetzt so richtig beginnt. Aber im Gegensatz zu vorher geht es nun nicht mehr um das Einreißen des Alten, sondern um den Aufbau des Neuen...auch wenn die Übergänge noch manchmal schwammig sind und eins wie das andere erscheint.
    Ich freue mich nun die meiste Zeit einfach nur noch auf das Neue, auch wenn immer noch vieles unklar ist und einem ab und an die Trümmersteine des Alten nochmal vor die Füße fallen. Ich weiß nun ganz klar, alles ist gut und richtig so wie es ist, die Zweifel hören auf und die Angst ist nun auch vorbei.

    Alles Liebe
    Bianca

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    1. Bianca!!!!! Was für schöne Worte du gefunden hast!!! ♥♥♥ Das ist alles so treffend und stimmig! Ich danke dir für das Mitteilen. Dieses hin und her zwischen alt und neu habe ich in meinem letzten Artikel beschrieben. Auch das kenne ich.

      Hab noch ganz viel Freude beim Hinabgleiten in dein Paradies! ♥♥♥

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    2. Danke :)Ja, dennoch hat es sich verändert. Es ist weniger ein Hin und Her zwischen Alt und Neu, sondern das Neue zeigt sich in altem Gewand und erst bei näherem Betrachten bemerkt man, dass es nichts Altes ist. Es ist ein anderes "Grundgefühl" dahinter. Irgendwie ruhiger, erhabener...

      Danke, Dir auch weiterhin eine gute Reise und lieben Dank für Deinen tollen Blog :)

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