Darin zeigen sich zwei unterschiedliche Grundhaltungen.
Es gibt die einen, die wollen nicht wirklich sich, die wollen sich in einem schönen Leben und sich selbst nur dann, wenn sie sich gut fühlen. Die wenden sich ihren unangenehmen Gefühlen nur deshalb zu, damit sie schnellstmöglich nicht mehr ihr schönes Leben stören, damit schnell alles wieder gut ist.
Ihre Prioritäten sind komplett anders gesetzt, als bei den anderen, wie zum Beispiel mir. Es sind jene, die sich in jedem Moment, unter allen Umständen und in allen Umständen wollen und sich GRUNDSÄTZLICH sich selbst zuwenden, nicht nur im "Notfall".
Dort gilt: Ich will es endlich schön haben. Die unangenehmen Gefühle und Situationen stören. Gut ist es erst, wenn die Gefühle gut sind und die Lebensumstände meinen Vorstellungen entsprechen.
Hier gilt: Ich will mich haben. Ich bin mir selbst immer willkommen. Nichts muss anders werden. Die Umstände sind völlig zweitrangig.
Dort muss wieder und wieder Gewalt gegen sich selbst gerichtet werden, die im ersten Moment aussieht, wie wohlwollende Selbstzuwendung. In Wahrheit soll die Störung weg, damit es wieder leicht und schön ist. Das, was sich zeigt, hat keine wirkliche Daseinsberechtigung. Es ist etwas, das mit dem Zweck des Verschwindens angefasst wird. Gut mit sich sein können, ist erst wieder möglich, wenn das "Problem" gelöst ist.
Hier gibt es keine Bereitschaft, auch nur einen Millimeter von meiner tatsächlichen inneren Beschaffenheit wegzugehen. Keine Bereitschaft auch nur im Ansatz Hand gegen mich selbst anzulegen. Ich bin einverstanden mit dem, was sich gerade zeigt. Ich bin nicht erst wieder einverstanden mit mir, wenn es weg ist.
Dort erlebe ich eine Weigerung, komplett im Moment zu sein und sich WIRKLICH auf das einzulassen, was gerade da ist, außer es ist schön, dann soll es bitte nie enden. Es bedeutet rennen, Stress, Anspannung. Kein dauerhaft tiefes Atmen im Jetzt möglich. Keine echte Ruhe.
Hier ist ein entspanntes Verweilen in jedem Jetzt. Die inneren Landschaften dürfen sich ändern und von jetzt auf gleich völlig konträr sein. Ich gehe mit mir mit, mit dem Fließen und Wogen in mir. Meine Gefühle stören nicht, ganz im Gegenteil. Nirgends anders möchte ich sein. Es ist ein tiefes Ein- und Ausatmen. Mich stört nichts an mir, mich stören, wenn überhaupt, die Ideen der anderen, die von mir verlangen würden, dass ich mich jetzt anders fühlen oder etwas anderes machen sollte.
Und genau da gehen diese zwei Haltungen nicht mehr zusammen. Was bisher nach einem gemeinsamen, gleichen Nenner aussah, entpuppt sich als grundsätzliche Unterschiedlichkeit. Die LebensSinnAusrichtung ist komplett anders. Der eine stört den anderen bei dem, was für ihn Priorität hat und erstrebenswert ist.
Meine Erfahrung ist, dass sich an der Stelle tatsächlich die Wege über kurz oder lang unweigerlich trennen, weil es für beide nur noch frustrierend und höchst unbefriedigend ist. Das ist nicht nur völlig okay, es liegt für meine Begriffe in der Natur der Sache und kann in der schlichten Anerkennung dessen, unglaublich befreiend sein. Zwei Menschen reden nicht wirklich vom selben und verstehen etwas völlig anderes unter ihrem Lebenssinn.
Keine Einigung notwendig. Eine erleichternde Zweinigung erlaubt.
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Donnerstag, 20. August 2026
Wenn der eine den anderen beim "Leben" stört
Ich hab in den letzten Wochen und Monaten beobachtet, dass es in Beziehungen jeglicher Art vermehrt an diesen einen Punkt kommt, an dem es schlicht nicht mehr weiter geht. Es gab ein gemeinsames Stück des Weges, scheinbar zu sich hin, und dann passt es plötzlich nicht mehr zusammen.
